ein sicher ständig aktuelles Thema unter Dienstleistern
dürften ja die Stundensätze sein.
Ich selbst (IT & Werbung) setze minimum 60 EUR an, da
die Rechnung für mich ganz klar ist:
5.000 EUR sollen im Monat übrig bleiben
500 EUR fallen an Kosten an
50 Prozent der Zeit kann ich abrechnen, bestenfalls
5.500 EUR / 90 Stunden = 61 EUR
Das ist mein absolutes Minimum, je nach Kunde und
Verhandlungserfolg liegen die Sätze im Schnitt zw.
65 und 80 EUR, beim letzten Angebot habe ich 100
angesetzt. Wir sind im Übrigen zu zweit, weshalb
die Kosten so niedrig sind - aber das ändert ja
an der Kalkulation nichts.
Das Ding ist: nach oben und unten ist alles offen.
Ich weiß, dass jeden Tag tausende Berater unterwegs
sind, die nicht für unter 150-200 EUR die Stunde
morgens die Augen aufmachen.
Ich habe aber auch schon Angebote gesehen, bei denen
mit 20 EUR kalkuliert wurde. Von Handwerkern im Osten
weiß ich, dass die nicht mehr als 25-30 EUR pro Stunde
ansetzen können.
Die Frage ist: wie kann sowas aufgehen, und wie lange
geht der Selbstbetrug gut? Die Rede ist freilich nicht
von Angestellten die man Vollzeit auslasten kann,
sondern von der eigenen Arbeitszeit der Unternehmer.
Wie seht ihr das?
Georg
>Wie seht ihr das?
Genau so wie du!
Martin
--
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Föderalismus
im Bildungswesen abgeschafft werden muss!
nur 50%? kaum Kunden oder zu faul zum arbeiten? ;-)
> 5.500 EUR / 90 Stunden = 61 EUR
oder: 150 Std x 50 = 7.500,00
und langfristige Kunden (nur mal als Denkansatz)
Unternehmerisch ist es sinnvoller, einen "faieren" Preis (egal was der Markt
labert) Deinen Kunden zubieten mit welchem auch Du gut leben kannst. Damit
sicherst Du - bei guter Leistung - Deine eigene Zukunft auf Jahre hinaus.
Wer nur nach dem Geld (Marktpreis) strebt bzw. sich orientiert, hat zwar mal
einige Jahre gutes Geld (und die Verbindlichkeiten), gibt es aber in
Krisenzeiten für Marketing und weitere Überlebensmassnahmen wieder locker
aus.
Zudem: Du solltest schon Deine 150 bis 170 Stunden abrechnen können. Die
administrativen Zeiten wie Buchhaltung, Marketing etc. sind für Unternehmer
zunächst mal in der Freizeit zu erbringen und zahlen sich dafür im
vorgerückten Alter (doppelt) aus. Nutze die Zeiten JETZT sinnvoll. Man
verdient am meisten Geld mit den eigenen Händen oder dem eigenen Geist.
Martin (nur mal so als Denkansatz)
Ich rate: du bist nicht als Dienstleister tätig?
> Unternehmerisch ist es sinnvoller, einen "faieren" Preis (egal was der Markt
> labert) Deinen Kunden zubieten mit welchem auch Du gut leben kannst. Damit
> sicherst Du - bei guter Leistung - Deine eigene Zukunft auf Jahre hinaus.
Die ist eher gesichert, wenn man sich am Markt
orientiert und nicht mit Tunnelblick durchmarschiert.
> Wer nur nach dem Geld (Marktpreis) strebt bzw. sich orientiert, hat zwar mal
> einige Jahre gutes Geld (und die Verbindlichkeiten), gibt es aber in
> Krisenzeiten für Marketing und weitere Überlebensmassnahmen wieder locker
> aus.
Der Zusammenhang erschließt sich mir jetzt nicht.
> Zudem: Du solltest schon Deine 150 bis 170 Stunden abrechnen können. Die
> administrativen Zeiten wie Buchhaltung, Marketing etc. sind für Unternehmer
> zunächst mal in der Freizeit zu erbringen und zahlen sich dafür im
> vorgerückten Alter (doppelt) aus. Nutze die Zeiten JETZT sinnvoll.
Ja, im Alter zahlt sich dass dann durch entsprechende
Gesundheitsschäden aus, wenn einen vorher nicht das
Burnout packt.
150 bis 170 abrechenbare Stunden für einen *Unternehmer*,
der seine Arbeitsleistung nicht vollständig an einen
einzigen Auftraggeber "vermietet" erscheint mir dann doch
etwas sehr praxisfremd. Buchhaltung spielt bei mir keine
Rolle, so etwas wird outgesourced - aber Marketing als
Freizeitspaß abzutun, spricht nicht gerade für die nötige
Erfahrung.
Wie war das: Akquise muss gemacht werden, wenn es richtig
brummt. Nicht in einer Flaute.
> Man verdient am meisten Geld mit den eigenen Händen oder dem eigenen Geist.
Da besteht ein großer Unterschied. Man verdient das meiste
Geld wohl eher an der Multiplizierung der eigenen (geistigen)
Leistung, mit "eigener Hände Arbeit" ist jedenfalls nicht
viel zu holen. Zumindest nicht wenn man keine 150 Stunden
abrechnen kann - und denjenigen, der das unter oben
angerissenen Bedingungen leistet, will ich sehen.
Georg
> 150 bis 170 abrechenbare Stunden für einen *Unternehmer*,
> der seine Arbeitsleistung nicht vollständig an einen
> einzigen Auftraggeber "vermietet" erscheint mir dann doch
> etwas sehr praxisfremd.
Sehe ich auch so.
> Da besteht ein großer Unterschied. Man verdient das meiste
> Geld wohl eher an der Multiplizierung der eigenen (geistigen)
> Leistung, mit "eigener Hände Arbeit" ist jedenfalls nicht
> viel zu holen.
Vielleicht etwas überspitzt, aber im Kern richtig.
Lutz
--
Mit unseren Sensoren ist der Administrator informiert, bevor es Probleme im
Serverraum gibt: preiswerte Monitoring Hard- und Software-kostenloses Plugin
auch für Nagios - Nachricht per e-mail,SMS und SNMP: http://www.messpc.de
Neu: Ethernetbox jetzt auch im 19 Zoll Gehäuse mit 12 Ports für Sensoren
Ein Grund ist folgender:
Viele haben keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt (Ältere), waren aber
gut qualifiziert und wollen sich nicht hängen lassen. Was bleibt, ist
selbst etwas zu unternehmen. Oft kommt dazu, dass der Partner noch
Arbeit hat und damit eine Sicherheit für die Familie bietet.
Die Selbstständigkeit ist dann finanziell etwa auf dem Niveau, dass die
Ausgaben refinanziert werden können aber kaum Gewinn erzielt wird. Unter
dem Strich ist die Situation dann für viele immer noch besser als nichts
zu tun. Die Arbeit bringt die Befriedigung - nicht das Geld.
Jürgen
leider erst seit 20 Jahren selbstständig. Aber ich lern(t)e gerne von Dir.
Martin
Wow, da haben wir ja früher alles falsch gemacht. Vielleicht sollte man doch
nochmal neu anfangen wenn man solche Sätze liest. Aber WARUM (man hat doch
alles gewünschte erreicht)?
Martin
> 5.000 EUR sollen im Monat übrig bleiben
Vor oder nach Steuern...?
Ja.
> Vielleicht sollte man doch nochmal neu anfangen wenn man
> solche Sätze liest.
Möglicherweise.
> Aber WARUM (man hat doch alles gewünschte erreicht)?
Weil es besser gewesen wäre, arbeiten zu lassen, als
selbst zu arbeiten. Dann hätte man jetzt vielleicht
sogar das nicht zu wünschen Gewagte noch oben drauf.
Bodo
Ist das bei der kleinen Zahl nicht dasselbe?
>>> Da besteht ein großer Unterschied. Man verdient das meiste
>>> Geld wohl eher an der Multiplizierung der eigenen (geistigen)
>>> Leistung, mit "eigener Hände Arbeit" ist jedenfalls nicht
>>> viel zu holen.
>>
>> Vielleicht etwas überspitzt, aber im Kern richtig.
>
> Wow, da haben wir ja früher alles falsch gemacht. Vielleicht sollte man doch
> nochmal neu anfangen wenn man solche Sätze liest.
Anderes Geschäftsmodell, wobei das aber die meisten so handhaben. Wohl auch
weil es das naheliegende ist.
Mich stört die Proportionalität des Ertrages zu den geleisteten Stunden.
Deshalb programmiere ich z.B. lieber etwas und verkaufe das (gern auch in
Hardware) möglichst oft. Da ist die Proportionalität nicht so streng.
> Aber WARUM (man hat doch alles gewünschte erreicht)?
Viele Wege führen nach Rom.
Das hängt doch stark vom Gwerk ab. Wenn du 20% der Zeit für Weiterbildung
aufwenden musst (im IT-Bereich nicht ungewöhnlich) wirst du kaum noch 50%
beim Kunden sein und das fakturieren können.
Das schlägt sich dann aber im Stundensatz nieder, am Ende kommt ähnliches
raus.
>>> Da besteht ein großer Unterschied. Man verdient das meiste
>>> Geld wohl eher an der Multiplizierung der eigenen (geistigen)
>>> Leistung, mit "eigener Hände Arbeit" ist jedenfalls nicht
>>> viel zu holen.
>>
>> Vielleicht etwas überspitzt, aber im Kern richtig.
>
>Wow, da haben wir ja früher alles falsch gemacht.
Auf welchen sachverhalt beziehst du deinen satz?
>Vielleicht sollte man doch
>nochmal neu anfangen wenn man solche Sätze liest.
Warum sollte *man* neu anfangen?
>Aber WARUM (man hat doch
>alles gewünschte erreicht)?
Was soll dieses *Warum* gebrüllt?
Variante a)
Wenn ich z.B. Software entwickele und die so wie sie ist und
unverändert gut verkaufen kann, dann mach ich 'n paar Updates und
verkaufe die an z.B. 10.000 Kunden im Jahr.
Variante b)
Wenn ich aber Individualsoftware mache für *einen Kunden*, dann wieder
neue Induvudualsoftware für einen weiteren Kunden etc. und das im jahr
für ca. 5 Kunden schaffe.
Wie sieht meine Preisbildung und wie mein Wachstumsmodell für diese
beiden Varianten aus, wenn ich niemanden einstellen will? Sicher doch
unterschiedlich - stimmts? Und Variante a) *kann* (!) ein größeres
Wachstumspotential haben. Kommt halt drauf an, was man zu bieten hat.
Bei b) ist der Zeitfonds begrenzt, man kann nur noch den Stundensatz
erhöhen und Redundanzen nutzen. Aber in beiden Fällen entscheidet der
Markt.
Martin
--
So auch ihr: wenn ihr in Zungen redet und nicht mit deutlichen Worten, wie kann
man wissen, was gemeint ist? Ihr werdet in den Wind reden. ...Wenn ich nun die
Bedeutung der Sprache nicht kenne, werde ich den nicht verstehen, der redet,
und der redet, wird mich nicht verstehen. [1. Kor 14, 9 - 11]
als ich mich vor 20 Jahren selbstständig machte, habe ich die gesamte(n)
Weiterbildung(en) immer in der Freizeit getätigt. Das dem heute (für
Selbstständige Jungunternehmer) nicht mehr so ist, mag vielleicht daran
liegen, dass immer mehr Jungunternehmer schnell reich werden wollen.
> Das schlägt sich dann aber im Stundensatz nieder, am Ende kommt
> ähnliches raus.
vielleicht aber auch in der anhaltenden Dauer der eigenen Existenz?
Martin
Was?
>> Aber WARUM (man hat doch alles gewünschte erreicht)?
>
> Weil es besser gewesen wäre, arbeiten zu lassen, als
> selbst zu arbeiten. Dann hätte man jetzt vielleicht
> sogar das nicht zu wünschen Gewagte noch oben drauf.
Für Bescheidenheit wird ein Mensch bewundert, .....wenn man je von ihm
erfahren sollte!
Martin
die einen wollen (relativ) schnell reich werden, die anderen wollen ihre
Existenz bis zum Ruhestand gesichert haben. Es ist einfach eine Sache der
Verknüpfung von "Wege zum Ziel"!
> Deshalb programmiere ich z.B. lieber etwas und verkaufe das (gern
> auch in Hardware) möglichst oft. Da ist die Proportionalität nicht so
> streng.
das muss letztlich jeder für sich entscheiden.
Wer dem Geld nachrennt, wird ein Leben lang rennen. Tue das was Du tust
ehrlich, aufrichtig, kundenorientiert und somit erfolgreich, dann kommt das
Geld von alleine! (Ist ein Satz zum länger darüber nachdenken)
>> Aber WARUM (man hat doch alles gewünschte erreicht)?
>
> Viele Wege führen nach Rom.
ACK
Martin
>>>>> nur 50%? kaum Kunden oder zu faul zum arbeiten? ;-)
>>>>
>>>> Ich rate: du bist nicht als Dienstleister t�tig?
>>>
>>> leider erst seit 20 Jahren selbstst�ndig. Aber ich lern(t)e gerne
>>> von Dir.
>>
>> Das h�ngt doch stark vom Gwerk ab. Wenn du 20% der Zeit f�r
>> Weiterbildung aufwenden musst (im IT-Bereich nicht ungew�hnlich)
>> wirst du kaum noch 50% beim Kunden sein und das fakturieren k�nnen.
>
> als ich mich vor 20 Jahren selbstst�ndig machte, habe ich die gesamte(n)
> Weiterbildung(en) immer in der Freizeit get�tigt. Das dem heute (f�r
> Selbstst�ndige Jungunternehmer) nicht mehr so ist, mag vielleicht daran
> liegen, dass immer mehr Jungunternehmer schnell reich werden wollen.
Es ist bestimmt kein Fehler, die Aufwendungen f�r seinen Brotwerwerb
einigermassen realistisch zu kalkulieren. Freizeit ist dann, wenn ich nichts
f�r den Broterwerb mache, so rein rechnerisch gesehen.
Ob man die Weiterbildung selbst als Belastung im Sinne von Arbeit sieht
steht da auf einem ganz anderen Blatt.
>> Das schl�gt sich dann aber im Stundensatz nieder, am Ende kommt
>> �hnliches raus.
>
> vielleicht aber auch in der anhaltenden Dauer der eigenen Existenz?
Klar, klappt vor allem wenn sie eine solide Grundlage hat. Auch bei
Selbst�ndigen ist so etwas wie Burn-Out nicht unbekannt.
Und wenn ich von vornherein gleich mit 80-90% Auslastung kalkuliere bin ich
dem Scheitern wahrscheinlich n�her als wenn dem nicht so ist.
Ein anderer Aspekt ist dass viele zwar viel Zeit mit und f�r den Kunden
verbringen (dazu z�hle ich auch Recherchen, Pr�sentationen, Angebote
erstellen usw.) aber bei weitem nicht alles davon in Rechnung stellen
k�nnen. Auch da gilt es aufzupassen dass man hier kurz nach dem Start nicht
gleich falsche Gepflogenheiten einf�hrt.
Viel zu tun zu haben muss kein Zeichen einer erfolgreichen Selbst�ndigkeit
sein.
Lutz
--
Mit unseren Sensoren ist der Administrator informiert, bevor es Probleme im
Serverraum gibt: preiswerte Monitoring Hard- und Software-kostenloses Plugin
auch f�r Nagios - Nachricht per e-mail,SMS und SNMP: http://www.messpc.de
Neu: Ethernetbox jetzt auch im 19 Zoll Geh�use mit 12 Ports f�r Sensoren
Na, das mit der "eigenen Hände Arbeit". Auf genau das hattest
Du doch oben abgestellt -- und jetzt fragst Du "was"?
Bodo
>>> Wow, da haben wir ja früher alles falsch gemacht. Vielleicht sollte
>>> man doch nochmal neu anfangen wenn man solche Sätze liest.
>>
>> Anderes Geschäftsmodell, wobei das aber die meisten so handhaben.
>> Wohl auch weil es das naheliegende ist.
>>
>> Mich stört die Proportionalität des Ertrages zu den geleisteten
>> Stunden.
>
> die einen wollen (relativ) schnell reich werden, die anderen wollen ihre
> Existenz bis zum Ruhestand gesichert haben. Es ist einfach eine Sache der
> Verknüpfung von "Wege zum Ziel"!
Du hast das mit dem Geschäftsmodell noch nicht richtig verstanden.
Man kann z.B. auch als Koch im Restaurant arbeiten oder einen zeitlosen
Bestseller als Kochbuch schreiben. Ist eines von beiden ehrenwerter?
>> Deshalb programmiere ich z.B. lieber etwas und verkaufe das (gern
>> auch in Hardware) möglichst oft. Da ist die Proportionalität nicht so
>> streng.
>
> das muss letztlich jeder für sich entscheiden.
>
> Wer dem Geld nachrennt, wird ein Leben lang rennen. Tue das was Du tust
> ehrlich, aufrichtig, kundenorientiert und somit erfolgreich, dann kommt das
> Geld von alleine! (Ist ein Satz zum länger darüber nachdenken)
Vielleicht wollte ich gar nicht Geld sondern frei verfügbare Zeit gewinnen?
Und was ich beschrieb kann man nicht ehrlich, aufrichtig, kundenorientiert
und somit erfolgreich tun? Den Beweis wirst du schuldig bleiben.
> als ich mich vor 20 Jahren selbstständig machte, habe ich die gesamte(n)
> Weiterbildung(en) immer in der Freizeit getätigt. Das dem heute (für
> Selbstständige Jungunternehmer) nicht mehr so ist, mag vielleicht daran
> liegen, dass immer mehr Jungunternehmer schnell reich werden wollen.
Vielleicht liegt es daran, dass man diese Zeit heute als Arbeitszeit
betrachtet und daher weniger Freizeit dafür verfügbar hat?
Ich habe schon fruchtbarere Beiträge hier gelesen...
Also bei 50.000 zu versteuernden Einkommen im Jahr werden fast 14.000
EST+Soli fällig.
ich habe nur im Kontext gefragt was wir früher falsch gemacht haben sollten,
wenn es heute .... lassen wir das.
Martin
alles muss schneller sein sein um Zeit zu gewinnen, den Zeit ist Geld. (war
vor ein paar Tagen ein toller Beitrag genau hierzu auf N-TV)
> Und was ich beschrieb kann man nicht ehrlich, aufrichtig,
> kundenorientiert und somit erfolgreich tun? Den Beweis wirst du
> schuldig bleiben.
das kannst nur Du selbst beurteilen, mir steht eine solche Bewertung nicht
zu.. Beweisen muss ich, glücklicherweise, niemandem mehr etwas.
Martin
muss jeder für sich beurteilen
> Ich habe schon fruchtbarere Beiträge hier gelesen...
die Welt ist eben grausam geworden ;-)
Martin
> ich habe nur im Kontext gefragt was wir früher falsch gemacht haben sollten,
> wenn es heute .... lassen wir das.
Es war wohl früher auch schon so:
>> 'Man verdient das meiste
>> Geld wohl eher an der Multiplizierung der eigenen (geistigen)
>> Leistung, mit "eigener Hände Arbeit" ist jedenfalls nicht
>> viel zu holen.'
Als Unternehmer wirst du dich auch zunehmend anderer bedient haben, um deine
eigene Leistung (Planung, Projektierung, Aquise, Ideen) in ihrer Wirksamkeit
zu multiplizieren.
Oder hast du immer nur strikt selbst geschraubt, weil es ehrenrührig wäre,
das Geld nicht mit der 'eigenen Hände Arbeit' zu verdienen?
Glaube ich ehrlich gesagt nicht.
>>> Wer dem Geld nachrennt, wird ein Leben lang rennen. Tue das was Du
>>> tust ehrlich, aufrichtig, kundenorientiert und somit erfolgreich,
>>> dann kommt das Geld von alleine! (Ist ein Satz zum länger darüber
>>> nachdenken)
>>
>> Vielleicht wollte ich gar nicht Geld sondern frei verfügbare Zeit
>> gewinnen?
>
> alles muss schneller sein sein um Zeit zu gewinnen, den Zeit ist Geld. (war
> vor ein paar Tagen ein toller Beitrag genau hierzu auf N-TV)
Andersrum wird ein Schuh draus. Rechtzeitig über die Effizienz nachgedacht
kann man es manchmal richtig in Ruhe angehen lassen.
also ich kann zur�ckblicken und aus den Erfahrung bilanzieren, w�hrend viele
hier in die Zukunft blicken und meinen den perfektebn Weg zu gehen, ohne zu
wissen was wirklich in der Zukunft geschieht. Gebe ja auch zu, einige Wege
welche man als logisch und einfach sah, haben sich sogar als Fallstricke
herausgestellt.
>>> 'Man verdient das meiste
>>> Geld wohl eher an der Multiplizierung der eigenen (geistigen)
>>> Leistung, mit "eigener H�nde Arbeit" ist jedenfalls nicht
>>> viel zu holen.'
>
> Als Unternehmer wirst du dich auch zunehmend anderer bedient haben,
> um deine eigene Leistung (Planung, Projektierung, Aquise, Ideen) in
> ihrer Wirksamkeit zu multiplizieren.
wenn es die M�glichkeiten gegeben h�tte, vielleicht, Aber dem war leider
nicht so. Yep, heute ist es besser? Hmmm, zumindest ver�ndert.
> Oder hast du immer nur strikt selbst geschraubt, weil es ehrenr�hrig
> w�re, das Geld nicht mit der 'eigenen H�nde Arbeit' zu verdienen?
Doch, in den ersten 10 Jahren habe ich alles selbst gemacht. Die Monteure
mussten nur die Auftr�ge ausf�hren welche ich durch Marketing, Beratung,
Projektierung, Planung, Verwaltung, etc. in den Betrieb gezogen habe.
Kunden(not)dienst sowie Montage, Warenwirtschaft etc. habe ich selbst noch
zus�tzlich gemacht.
> Glaube ich ehrlich gesagt nicht.
das bleibt Dir alleinig �berlassen.
Martin
>>> ich habe nur im Kontext gefragt was wir früher falsch gemacht haben
>>> sollten, wenn es heute .... lassen wir das.
>>
>> Es war wohl früher auch schon so:
>
> also ich kann zurückblicken und aus den Erfahrung bilanzieren, während viele
> hier in die Zukunft blicken und meinen den perfektebn Weg zu gehen, ohne zu
> wissen was wirklich in der Zukunft geschieht. Gebe ja auch zu, einige Wege
> welche man als logisch und einfach sah, haben sich sogar als Fallstricke
> herausgestellt.
Keine Ahnung in was du dich gedanklich gerade verrennst. Ich denke auch dass
ich nach nunmehr knapp 30 Jahren im Erwerbsleben einiges darüber weiss wie
dauerhaft Geld verdient wird. Auf Bodo und Martin wird das noch mehr
zutreffen.
Die These war dass es neben der ziemlich proportionalen Beziehung Zeit-Geld
wie zum Beispiel bei direkter Dienstleistung auch noch andere Modelle gibt.
Die sind IMHO weder unerprobt noch unseriös, oft werden sie aber gar nicht
ins Kalkül gezogen.
>>>> 'Man verdient das meiste
>>>> Geld wohl eher an der Multiplizierung der eigenen (geistigen)
>>>> Leistung, mit "eigener Hände Arbeit" ist jedenfalls nicht
>>>> viel zu holen.'
>>
>> Als Unternehmer wirst du dich auch zunehmend anderer bedient haben,
>> um deine eigene Leistung (Planung, Projektierung, Aquise, Ideen) in
>> ihrer Wirksamkeit zu multiplizieren.
>
> wenn es die Möglichkeiten gegeben hätte, vielleicht, Aber dem war leider
> nicht so. Yep, heute ist es besser? Hmmm, zumindest verändert.
>
>> Oder hast du immer nur strikt selbst geschraubt, weil es ehrenrührig
>> wäre, das Geld nicht mit der 'eigenen Hände Arbeit' zu verdienen?
>
> Doch, in den ersten 10 Jahren habe ich alles selbst gemacht. Die Monteure
> mussten nur die Aufträge ausführen welche ich durch Marketing, Beratung,
> Projektierung, Planung, Verwaltung, etc. in den Betrieb gezogen habe.
Genau das beschrieb ich oben. Irgendwie schreiben wir gewaltig aneinander
vorbei.
so soll es sein
> Die These war dass es neben der ziemlich proportionalen Beziehung
> Zeit-Geld wie zum Beispiel bei direkter Dienstleistung auch noch
> andere Modelle gibt.
>
> Die sind IMHO weder unerprobt noch unseriös, oft werden sie aber gar
> nicht ins Kalkül gezogen.
habe ja nie behauptet das irgendestwas "unseriös" sein sollte - was auch.
>>>>> 'Man verdient das meiste
>>>>> Geld wohl eher an der Multiplizierung der eigenen (geistigen)
>>>>> Leistung, mit "eigener Hände Arbeit" ist jedenfalls nicht
>>>>> viel zu holen.'
>>>
>>> Als Unternehmer wirst du dich auch zunehmend anderer bedient haben,
>>> um deine eigene Leistung (Planung, Projektierung, Aquise, Ideen) in
>>> ihrer Wirksamkeit zu multiplizieren.
>>
>> wenn es die Möglichkeiten gegeben hätte, vielleicht, Aber dem war
>> leider nicht so. Yep, heute ist es besser? Hmmm, zumindest verändert.
>>
>>> Oder hast du immer nur strikt selbst geschraubt, weil es ehrenrührig
>>> wäre, das Geld nicht mit der 'eigenen Hände Arbeit' zu verdienen?
>>
>> Doch, in den ersten 10 Jahren habe ich alles selbst gemacht. Die
>> Monteure mussten nur die Aufträge ausführen welche ich durch
>> Marketing, Beratung, Projektierung, Planung, Verwaltung, etc. in den
>> Betrieb gezogen habe.
>
> Genau das beschrieb ich oben.
war ja vor meinen Ausführungen eine Frage, welche in beantwortete
> Irgendwie schreiben wir gewaltig
> aneinander vorbei.
sowas kommt vor, aber das macht eben auch den gewissen "Pfiff" einer
Kommunikation aus ;-)
(man merkt daran sehr schnell ob/wie jemand Buchstaben, Wörter, Zeilen,
Sätze, Inhalte oder Sinn erkennt/liest/interpretiert)
Martin
Vor Steuern - das ist mal eine Zahl die ich bei Gründung
aus dem Stand heraus erreichen konnte (und erreicht habe).
Mehr geht immer (oder auch nicht).
Georg
Vielleicht liegt es daran.
> Aber ich lern(t)e gerne von Dir.
Das glaube ich dir nicht.
Georg
Wie wahr.
Georg
wer weis das schon
>> Aber ich lern(t)e gerne von Dir.
>
> Das glaube ich dir nicht.
würde ich als "total" anonymer (nicht einmal reply) auch sagen
Martin
>
> Georg
> Das Ding ist: nach oben und unten ist alles offen.
> Ich weiß, dass jeden Tag tausende Berater unterwegs
> sind, die nicht für unter 150-200 EUR die Stunde
> morgens die Augen aufmachen.
Dieser meines Erachtens interessanteste Teil aus Georgs ursprünglicher
Frage ist offenbar in dem Nebenkriegsschauplatz mit Martin ein wenig
untergegangen:
Ich bin ja selber nicht als freiberuflicher Berater oder Programmierer
tätig, aber im Hinterkopf habe ich gleichwohl die Idee, mein
Tätigkeitsfeld irgendwanneinmal dahingehend zu erweitern/zu ergänzen.
Aus welchem Teil meines Erfahrungsschatzes ich dabei dann schöpfen
werde, und wie das im Detail aussehen kann, ist derzeit völlig offen.
Fest steht, daß ich im vergangenen Sommer als Händler die ersten Deals/
Streckengeschäfte abgewickelt habe, wo ich mit vielleicht einer Stunde
Arbeit Roherträge im mittleren dreistelligen Bereich erwirtschaften
konnte. Da habe ich zumindest eine Idee davon bekommen, daß es
tatsächlich möglich ist, als Teilnehmer der Informationsgesellschaft
ein nach oben hin offenes Einkommen zu erzielen. Auch ohne Stress.
Am Ende ist es ja egal, ob du für einen Kunden software erstellst,
irgendwelchen Kram billigst aus China organisierst, oder einen coolen
Steuerspardeal einleitest: Am Ende dreht sich doch alles um
Informationen. Auf dieser Ebene kann man das heir vielleicht abseits
der Freiberuflichkeit verallgemeinern.
Mir geht dabei einfach der Begriff Selbstmanagement nicht aus dem
Kopf.
Diesen Punkt würde ich gerne noch ein wenig vertiefen: Welche Dinge
spielen eine Rolle, wenn man das ausbauen will: Wie erkenne ich die
Kontakte, die dafür wertvoll sein können? Wem widme ich meine kostbare
Zeit? Wie oranisiere ich den Informationsfluß innerhalb meines
Unternehmens so, daß diejenigen Kunden, die auf "Chefarztbehandlung"
im Rahmen dieser Ertragsverdichtung verzichten müssen, nicht sauer
werden? Welche Erfahrungen/Seminare haben euch bei der eigenen
Persönlichkeitsentwicklung dabei am meisten weitergeholfen?
Ja, das ist wirklich signaturfähig :-)
Christoph
--
Electronic Thingks - Christoph Drube - www.electronic-thingks.de
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> Mir geht dabei einfach der Begriff Selbstmanagement nicht aus dem
> Kopf.
>
> Diesen Punkt würde ich gerne noch ein wenig vertiefen: Welche Dinge
> spielen eine Rolle, wenn man das ausbauen will: Wie erkenne ich die
> Kontakte, die dafür wertvoll sein können? Wem widme ich meine kostbare
> Zeit? Wie oranisiere ich den Informationsfluß innerhalb meines
> Unternehmens so, daß diejenigen Kunden, die auf "Chefarztbehandlung"
> im Rahmen dieser Ertragsverdichtung verzichten müssen, nicht sauer
> werden? Welche Erfahrungen/Seminare haben euch bei der eigenen
> Persönlichkeitsentwicklung dabei am meisten weitergeholfen?
Versuche es mal andersrum - erst die ertragreichen Geschäfte identifizieren
und dann die Kunden dazu suchen.
Beispiel von vor etwa 11 Jahren: mit dem Aufkommen preiswerter ISDN Router
war (ähnlich wie bei den Telefonanlagen) kaum noch ein Kunde bereit, für die
Installation und Konfiguration eines Routers besonders tief in die Tasche zu
greifen. Also mussten die Kunden selektiert werden oder man konnte das Know
How einmotten.
Da gab es aber eine Zielgruppe: Autohäuser hatten oft ein Unix-System mit
Terminalemulationen vor Ort stehen, die Filialanbindung wurde von den
betreuenden Firmen mit aktiven ISDN Karten realisiert. Das kostete einiges,
die Größenordnung lag um die 10000 DM mit Einrichtung für eine Filiale.
Wir haben dann ein Paket mit zwei preiswerten Routern für die Hälfte
geschnürt, Hardware kostete 1000 DM, wir boten das für 5000 DM an.
Die Kunden waren glücklich und empfahlen uns selbst weiter (Händlertreffen),
unser Techniker war gerade mal einen Tag unterwegs. Wie ich schon mal
erwähnte mussten wir pro Mann ca. 9500 DM im Monat einspielen, pro Tag also
um die 500 DM. Da blieb also einiges übrig, hat richtig Spaß gemacht.
Das war also ganz anderes Vorgehen als das übliche Hardware + Aufschlag +
Stundenlohn. Der Kunde kaufte die Lösung und alle (bis auf das Systemhaus,
das aus dem Rennen war) waren zufrieden.
[Lebenserfahrungsbeispiel]
> Das war also ganz anderes Vorgehen als das übliche Hardware +
> Aufschlag + Stundenlohn. Der Kunde kaufte die Lösung und alle (bis
> auf das Systemhaus, das aus dem Rennen war) waren zufrieden.
So ist es ein gutes Geschäft für alle Beteiligten. Jeder war zufrieden.
Nur, wenn der Boom vorbei ist, muss man die nächste Idee parat haben, sonst
klappt es nicht (oder man hat die Chance mit der ersten Idee sich den
Lebensabend zu verdienen :-) )
Hierzu ein Fall:
Softwareentwickler schmiedet eine tolle Software in einer Nischenbranche.
Die Software (stolzer aber berechtigter Preis) wird - im begrenzten
Kundenmarkt (maximal 1000 Kunden in D möglich) - zu etwa 15 - 20%
angenommen. Die ersten fünf Jahre wird durch Verkauf gutes Geld verdient und
der Berteib expandiert. Die nächsten 10 Jahre wird durch die
Wartung/Fernbetreuung auch sehr gutes Geld verdient (Tagessatz für Einsätze
Ort 1.500,00 Euro + Spesen), da die Kunden abhängig sind (wie bei fast jeder
Spezialsoftware) . Mittlerweile hat sich der Markt stark verändert
(Fusionierungen) und das Kundenpotential spart immer mehr bzw springen ab
oder andere Software wird übernommen. Der Betrieb mit 12 MAs steht jetzt
kurz vor dem Konkurs. Wenn man 15 Jahre in einer Nische aktiv arbeitet, dann
hat man einfach keine Zeit für andere Bereiche (wie den auch), und wenn es
bergab geht kämpft man zuerst so lange es geht.
Grausame Welt :D
Martin
Das sind beides gute Beispiele, aber die sind doch sehr konkret "am
Objekt." Mir stellt sich die Frage, wie ich vielleicht kraft der
Erfahrungen und Kontakte, die ich gesammelt habe, auch jenseits der 60
ohne Termindruck und konkrete Projektverantwortung Geschäfte machen
kann. Den Stress, daß irgendwelche Ware zu einem bestimmten Zeitpunkt
an einem bestimmten Ort sein muß, möchte ich dann nicht mehr haben.
Und als Programmierer würde ich in dem Alter auch nicht mehr unter
Termindruck oder als Feuerwehr bei Ausfällen arbeiten wollen. Und ich
gehe nicht davon aus, daß ich mich mit 60/65 "zur Ruhe setze". Das
wäre mir vermutlich viel zu langweilig für die folgenden 80 Jahre;)
Es gibt viele Leute, z.B. amtierende und ehemalige Politiker, die
mehrere Aufsichtsratsposten innehaben, teils im hohen Alter. Das ist
eine sehr abstrakte und stressfreie Tätigkeit (außer es läuft was
schief, aufgedeckte Korruption und so;). Denke ich jedenfalls. Aber
man wird ja nicht einfach so Mitglied eines Aufsichtsrats eines DAX-
Konzerns. Es sind vor allem die Erfahrungen und Kontakte, die einen
für einen solchen job qualifizieren.
Ähnliches ist aber auch unterhalb solcher AG- Aufsichtsratsposten
denkbar. Die Ratschläge (und Watschen) z.B., die wir hier kostenlos an
Newcomer verteilen, sind ja eigentlich Gold wert. Konkret halte ich
die nicht für "in bare Münze konvertierbar" aber sowas ähnliches
vielleicht? Wenn du mit Deinem eigenen Unternehmen leidlich Erfolg
hattest, bist du erstmal per se als "Consultant" qualifiziert.
Vermutlich mehr als so manch einer, der das auf seine Visitenkarte
drucken läßt.
Ich würde im Alter gerne mit meinem notebook auf den Knien auf dem
Gardasee auf dem Deck einer Yacht dümpeln und per Mail Projekte
betreuen und Kontakte knüpfen und mich darüber freuen, daß ich am
Erfolg dieser Projekte ein wenig fürstlich beteiligt werde. Sofern es
notebooks und Mails und den Gardasee dann noch gibt.
Seht ihr aus euren aktuellen persönlichen Tätigkeitsfeld heraus
Anknüpfungspunkte, in welche Richtung das bei euch mal gehen könnte?
Das ist eine Binsenweisheit, die für jeden Unternehmer
selbstverständlich sein sollte - genauso wie man als
Dienstleister nicht nur auf 1 oder 2 Kunden bauen sollte,
muss man gucken dass man sich auch in so einem Bereich
relativ breit aufstellt. Und bei einem derart fetten
Gewinn wie im Beispiel sollte auch das nötige Kapital
für Neues vorhanden sein.
Im Großen Stil passiert das übrigens auch, Bosch
investiert jedes Jahr Milliarden in die Forschung
und belohnt seine Mitarbeiter für kreative Ideen
und fördert diese sogar.
Bei Google kann jeder Mitarbeiter 20% seiner
Arbeitszeit für ein "privates" Projekt seiner Wahl
einsetzen.
Uswf. usf.
Gruß, Georg
> Ich würde im Alter gerne mit meinem notebook auf den Knien auf dem
> Gardasee auf dem Deck einer Yacht dümpeln und per Mail Projekte
> betreuen und Kontakte knüpfen und mich darüber freuen, daß ich am
> Erfolg dieser Projekte ein wenig fürstlich beteiligt werde. Sofern es
> notebooks und Mails und den Gardasee dann noch gibt.
Die Möglichkeit stellt sich nach erfolgreicher, längerer Tätigkeit wohl
automatisch ein. Wenn du viele Leute kennst, und genug Leute dich kennen,
fangen die irgendwann von selber an zu fragen, und du vermittelst. Dann
musst du es nur noch schaffen, dabei auch Geld abzugreifen.
Was Kontakte angeht: Ich sortiere für gewöhnlich nach: a.) Ist fähig, oder
hat ein Interessantes Produkt/Dienstleistung whatever. Die muss man sich
merken. b.) Kennte viele andere, potentieller Multiplikator. Auch merken.
c.) Unfähig, aber hat vielleicht mal ein Projekt: Nicht unbedingt merken,
aber nett. d.) Unfähig ohne Potential. Tonne.
Wobei merken natürlich jetzt nicht blos das in den Kopf/Rechner tun sein
muss. Das variiert dann.
Viele Grüße
Alex
--
Encrypted Mails welcome.
PGP-Key at http://www.grans.eu/misc/pgpkey.asc | Key-ID: 0x6D7DD291
> Martin Dietrich schrieb:
>> Nur, wenn der Boom vorbei ist, muss man die nächste Idee parat haben, sonst
>> klappt es nicht (oder man hat die Chance mit der ersten Idee sich den
>> Lebensabend zu verdienen :-) )
>
> Das ist eine Binsenweisheit, die für jeden Unternehmer
> selbstverständlich sein sollte - genauso wie man als
> Dienstleister nicht nur auf 1 oder 2 Kunden bauen sollte,
> muss man gucken dass man sich auch in so einem Bereich
> relativ breit aufstellt. Und bei einem derart fetten
> Gewinn wie im Beispiel sollte auch das nötige Kapital
> für Neues vorhanden sein.
Und auch die Zeit, sich darüber Gedanken zu machen.
Ich habe in nächster Nähe erlebt, wie immer wieder aufwendige Angebote für
PC-Geschäft mit 2 oder 3% Marge geschrieben wurden.
Auf die Frage, warum man das macht, kam nur: 'Besser als gar nichts zu tun'.
Andere waren so clever, mechanisch z.B. immer 6% aufzuschlagen. Verbesserten
sich mal die Einkaufskonditionen wurde so gleich noch der eigene Rohertrag
verringert. Überhaupt kein Gedanke daran, den Marktpreis zu betrachten und
sich daran zu orientieren um mal etwas überdurchschnittliches herauszuholen.
Will sagen: man kann ein Geschäft so oder so betreiben.
> On 24 Jul., 19:50, "Martin Dietrich" <mdietrich...@gmx.invalid> wrote:
>
> Das sind beides gute Beispiele, aber die sind doch sehr konkret "am
> Objekt." Mir stellt sich die Frage, wie ich vielleicht kraft der
> Erfahrungen und Kontakte, die ich gesammelt habe, auch jenseits der 60
> ohne Termindruck und konkrete Projektverantwortung Geschäfte machen
> kann. Den Stress, daß irgendwelche Ware zu einem bestimmten Zeitpunkt
> an einem bestimmten Ort sein muß, möchte ich dann nicht mehr haben.
Wenn das Geschäft seit Jahren läuft kann man sicher auch diese Verantwortung
schrittweise delegieren. Schmälert zwar das eigene Einkommen etwas, das
sollte es aber wert sein.
> Und als Programmierer würde ich in dem Alter auch nicht mehr unter
> Termindruck oder als Feuerwehr bei Ausfällen arbeiten wollen.
Schon jetzt nicht.
> Und ich gehe nicht davon aus, daß ich mich mit 60/65 "zur Ruhe setze". Das
> wäre mir vermutlich viel zu langweilig für die folgenden 80 Jahre;)
Stimmt, den Ausstieg zu einem bestimmten Zeitpunkt streben zwar viele an,
ich halte das aber nicht für optimal. So nach und nach erscheint mir besser.
> Wenn du mit Deinem eigenen Unternehmen leidlich Erfolg
> hattest, bist du erstmal per se als "Consultant" qualifiziert.
> Vermutlich mehr als so manch einer, der das auf seine Visitenkarte
> drucken läßt.
>
> Ich würde im Alter gerne mit meinem notebook auf den Knien auf dem
> Gardasee auf dem Deck einer Yacht dümpeln und per Mail Projekte
> betreuen und Kontakte knüpfen und mich darüber freuen, daß ich am
> Erfolg dieser Projekte ein wenig fürstlich beteiligt werde. Sofern es
> notebooks und Mails und den Gardasee dann noch gibt.
>
> Seht ihr aus euren aktuellen persönlichen Tätigkeitsfeld heraus
> Anknüpfungspunkte, in welche Richtung das bei euch mal gehen könnte?
Gute Frage. Habe gerade das Buch 'Die 4-Stunden Woche' vor mir liegen, will
ich mit in den Urlaub nehmen. Steht zwar vieles drin was so nicht zu
verwerten ist, aber sicher auch der eine oder andere gute Ansatz.
Meine 4 Ziele fand ich darin auch wieder, einiges davon ist aber wohl schon
wieder überholt.
Sinnvoll ist hier eine gewisse Paranoia bezüglich zukünftiger Erträge, die
kann dafür sorgen das man im Tagesgeschäft neue Entwicklungen nicht verschläft.
Mit freundlichem Gruß,
Heinrich Butschal
--
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> Die 4-Stunden Woche...
Streckenweise habe ich die fast.
In einer ruhigen Woche mache ich kaum mehr als morgens eine halbe
Stunde die Zahlungseingänge zu kontieren und dann anderthalb Stunden
ein paar Mails zu beantworten und verschiednenen Kleinkram zu
erledigen.
Der Juli war allerdings doch recht stressig, einmal durch den Umzug
und den Ärger mit dem Bauamt, und dann haben wir auch noch
ungewöhnlich hohe Umsätze gemacht, mit vielen Großaufträgen, bei denen
ich selber den Rabatt festlege. Aber wie du schon sagtest, sind auch
das Sachen, die man delegieren kann.
Natürlich muß man bei sowas unheimlich aufpassen, daß man nicht
abschlafft. Die Versuchung, Mittags nach Hause zu fahren ist ungeheuer
groß. Stillstand ist aber Rückschritt und dann langfristig sehr
gefährlich, auch wenn ich es mir erlauben kann, das mal ein paar
Monate lang burnout-prophylaktisch genau so zu praktizieren.
Die "freie" Zeit habe ich sonst der Weiterentwicklung meines
elektronischen Nervensystems gewidmet, aber es wird immer drängender,
auch dies mal irgendwann zu delegieren. Erstmal müssen wir uns ein
paar Jahre konsolidieren, aber dann will ich entweder soweit sein, daß
ich zwei Leute einstellen kann, die sich um die Rechner kümmern, oder
aber das ganze Ding outsourcen. Obwohl mir ersteres lieber wäre.
_Meine_ wichtigste Devise ist eigentlich die, daß ich permanent daran
arbeite, mich selber überflüssig zu machen.
> Natürlich muß man bei sowas unheimlich aufpassen, daß man nicht
> abschlafft. Die Versuchung, Mittags nach Hause zu fahren ist ungeheuer
> groß.
Ich arbeite ja meist im Home Office, die Mitarbeiter organisieren sich
selbst. Finden die gar nicht so schlecht, glaube ich.
> Stillstand ist aber Rückschritt und dann langfristig sehr
> gefährlich, auch wenn ich es mir erlauben kann, das mal ein paar
> Monate lang burnout-prophylaktisch genau so zu praktizieren.
>
> Die "freie" Zeit habe ich sonst der Weiterentwicklung meines
> elektronischen Nervensystems gewidmet, aber es wird immer drängender,
> auch dies mal irgendwann zu delegieren. Erstmal müssen wir uns ein
> paar Jahre konsolidieren, aber dann will ich entweder soweit sein, daß
> ich zwei Leute einstellen kann, die sich um die Rechner kümmern, oder
> aber das ganze Ding outsourcen. Obwohl mir ersteres lieber wäre.
Hast du da so viel zu tun? EDV-mässig läuft hier alles fast unbemerkt, trotz
zwei Standorten.
> _Meine_ wichtigste Devise ist eigentlich die, daß ich permanent daran
> arbeite, mich selber überflüssig zu machen.
Ja, das ist langfristig ein Ziel. Da bin ich aber noch weit weg. Liegt wohl
auch daran, dass ich immer wieder mal was neues ausknoble wenn Zeit ist.
>> Weiterentwicklung meines elektronischen Nervensystems
> Hast du da so viel zu tun? EDV-mässig läuft hier alles fast unbemerkt, trotz
> zwei Standorten.
Mein Kerngeschäft ist ja von Rechnern viel weiter entfernt als Deines.
Insofern ist das alles "Hobby" gewesen, mühsam angeeignetes Kown-How
by training on the job, alles nebenbei in einer krisengeschüttelten
Branche ständig unterbrochen vom Telefon. Da kommt man nur sehr zäh
vorwärts. Außerdem hattest Du einige Jahre Vorsprung? Meinen ersten
"richtigen" Rechner nach dem C64 habe ich mir im Jahre 2000 gekauft;)
> > _Meine_ wichtigste Devise ist eigentlich die, daß ich permanent daran
> > arbeite, mich selber überflüssig zu machen.
>
> Ja, das ist langfristig ein Ziel. Da bin ich aber noch weit weg.
Das ist ja ein kontinuierlicher Prozess, immer weiter weg von der
"Pflicht" hin zu den Dingen, die einem liegen, wobei man auch immer
wieder neu und besser entdeckt, was einem liegt. Geht mir jedenfalls
so. Kern dabei ist für mich, ständig wiederkehrende (=?= unangenehme)
Aufgaben entweder zu delegieren oder durch software erledigen zu
lassen, um die eigenen Freiräume permanent zu vergrößern. Mit diesen
vergrößerten Freiräumen werden die eigenen Tätigkeiten dann auch immer
abstrakter.
Der Knackepunkt ist wohl der, diese Dinge trotz ihres hohen
Abstraktionsniveaus noch irgendwann/irgendwie in bare Münze
umzusetzen.
Diese allgemeine Orientierung am Konkreten erlebe ich ja täglich im
Verkauf: Die Menschen haben die Produkte als materielle Gegenstände im
Kopf, und häufig nur wenig Verständnis dafür, daß das Wichtigste ja
dieses ist: Daß meine Produkte zur richtigen Zeit am richtigen Ort
sind, und daß die Beschaffungs-Informationen überhaupt verfügbar sind.
Häufig sind bei kleinpreisigen Artikeln bspw die Rücksendekosten höher
als der Warenwert. Die Kunden "kleben" aber igendwie am Produkt.
Genauso wie im Beispiel mit der Router-Installation die
Installationstätigkeit am hardware-Preis gemessen wird, obwohl die
Arbeitszeit inzwischen teurer ist als die hardware. Gerade im EDV-
Bereich, wo ja seit Jahren ein massiver Preisverfall bei hardware
herrscht, ist dies für viele Dienstleister sicher ein sehr ernstes
Problem in der Kommunikation und der Vermittlung der Stundensätze (um
damit also zum Thema zurückzukommen).
Hier sind wir ALLE, aber auch wirklich alle, im Grunde noch sehr weit
entfernt, von dem, was die Informationsgesellschaft im Kern ausmacht.
Für die Tüte Milch oder das halbe Pfund Butter haben wir fast alle die
Eckpreise im Kopf, aber für Informationen?
Wenn ich einem Kunden mitteile, daß ein von ihm angefragter Artikel
seit drei Jahren nicht mehr produziert wird, habe ich ihm
möglicherweise drei Stunden Recherche erspart. Kommt oft vor. Bezahlen
wollte mich für diese Info noch nie jemand.
> On 25 Jul., 18:19, Lutz Schulze <lschu...@netzwerkseite.de> wrote:
>
>>> Weiterentwicklung meines elektronischen Nervensystems
>
>> Hast du da so viel zu tun? EDV-mässig läuft hier alles fast unbemerkt, trotz
>> zwei Standorten.
>
> Mein Kerngeschäft ist ja von Rechnern viel weiter entfernt als Deines.
> Insofern ist das alles "Hobby" gewesen, mühsam angeeignetes Kown-How
> by training on the job, alles nebenbei in einer krisengeschüttelten
> Branche ständig unterbrochen vom Telefon. Da kommt man nur sehr zäh
> vorwärts. Außerdem hattest Du einige Jahre Vorsprung? Meinen ersten
> "richtigen" Rechner nach dem C64 habe ich mir im Jahre 2000 gekauft;)
Ja, das könnte die Ursache sein.
Dazu kommt, dass ich das hier wirklich minimalistisch betreibe, also kein
kompliziertes Warenwirtschaftssystem sondern genau das was ich für die
effektive Auftragsabwicklung brauche realisiert über ein paar Scripte im
Internet. Damit leicht zu warten und von überall erreichbar.
> Das ist ja ein kontinuierlicher Prozess, immer weiter weg von der
> "Pflicht" hin zu den Dingen, die einem liegen, wobei man auch immer
> wieder neu und besser entdeckt, was einem liegt. Geht mir jedenfalls
> so. Kern dabei ist für mich, ständig wiederkehrende (=?= unangenehme)
> Aufgaben entweder zu delegieren oder durch software erledigen zu
> lassen, um die eigenen Freiräume permanent zu vergrößern. Mit diesen
> vergrößerten Freiräumen werden die eigenen Tätigkeiten dann auch immer
> abstrakter.
So ähnlich geht es mir auch, ich mache schon immer alle 2-3 Jahre mal was
anderes, ohne aber das bisherige aufzugeben.
So richtigen Nutzen bringt ihm die Info letzten Endes ja auch nicht, Zeit
ist für viele nur schwer mit Geld gleichzusetzen.
Da wäre doch aber Platz für eine neue Dienstleistung - den gesuchten Artikel
beschaffen. Der Preis wird bei (vermute ich mal) Ersatz defekter
Einzelstücke keine allzu grosse Rolle spielen.
Wenn man sich da mit anderen Händlern zusammentut und den Bestand
systematisch durch Aufkäufe bei Ebay ausbaut könnte doch da einiges drin
sein.
Für Wandfliesen z.B. gibt es so etwas, die beschaffen fast alles ...
> Meinen ersten
> "richtigen" Rechner nach dem C64 habe ich mir im Jahre 2000 gekauft;)
habe meinen ersten Rechner 1989 gekauft. Ein TANDON+ TARGA -10MHz mit 4MB
Festplatte. Wie stolz man doch war und dachte 4MB Festplatte? das bekommt
man ja nie voll. Das waren noch Zeiten! ;-)
Martin
1984
Ein gebrauchter ZX81 mit 16 kByte RAM Erweiterung für 2000 Mark Ost.
Ich wollte praktisch programmieren lernen, nicht immer nur auf dem Papier.
> > Wenn ich einem Kunden mitteile, daß ein von ihm angefragter Artikel
> > seit drei Jahren nicht mehr produziert wird, habe ich ihm
> > möglicherweise drei Stunden Recherche erspart. Kommt oft vor. Bezahlen
> > wollte mich für diese Info noch nie jemand.
>
> So richtigen Nutzen bringt ihm die Info letzten Endes ja auch nicht, Zeit
> ist für viele nur schwer mit Geld gleichzusetzen.
War ja als Beispiel dafür gedacht, daß wir in der
Informationsgesellschaft noch lange nicht angekommen sind. Es gibt
sicher bessere Beispiele.
> Da wäre doch aber Platz für eine neue Dienstleistung - den gesuchten Artikel
> beschaffen. Der Preis wird bei (vermute ich mal) Ersatz defekter
> Einzelstücke keine allzu grosse Rolle spielen.
> Wenn man sich da mit anderen Händlern zusammentut und den Bestand
> systematisch durch Aufkäufe bei Ebay ausbaut könnte doch da einiges drin
> sein.
Jein, als Fachhändler machst du das nebenbei automatisch. Um das als
allgemeine Dienstleistung anzubieten, fehlt notgedrungen das know how.
Und bei mir ginge es dann vermutlich primär um Ersatzteile für Uralt-
Geräte. Gerade diese Kunden wollen ja durch ihre (z.T.
lebensgefährliche) Reparatur Geld sparen.
Ich kannte mal jemanden, der ähnliche Recherchen durchgeführt hat. Das
war zu Datex-J-Zeiten. Der Unsicherheitsfaktor, ohne Fach-know-how
_gar nichts_ zu finden ist einfach zu hoch. Du wirst in 70 % aller
Fälle mit "nein" antworten müssen. Wenn du das nicht bezahlt kriegst,
macht das keinen Sinn, und für diese Info will wie gesagt (noch)
niemand Geld ausgeben.
>als ich mich vor 20 Jahren selbstständig machte, habe ich die gesamte(n)
>Weiterbildung(en) immer in der Freizeit getätigt.
Man muss schon eine *sehr* stark getönte Brille aufhabe, um als
Selbständiger diese Zeit als Freizeit anzusehen. Machst Du die Buchhaltung
auch in dieser "Freizeit"?
Bye
woffi
--
Go to Heaven for the climate, Hell for the company.
- Mark Twain
> Martin Dietrich wrote:
>
>>als ich mich vor 20 Jahren selbstständig machte, habe ich die gesamte(n)
>>Weiterbildung(en) immer in der Freizeit getätigt.
>
> Man muss schon eine *sehr* stark getönte Brille aufhabe, um als
> Selbständiger diese Zeit als Freizeit anzusehen. Machst Du die Buchhaltung
> auch in dieser "Freizeit"?
Wenn man seine Arbeit wirklich als "Berufung" betrachtet, mag das
angehen, selbst bei Buchhaltung... Aber wer das auch vom dritten Jahr an
noch als interessant empfindet, der ist schon irgendwie komisch ;-)
Andererseits, wer am Wochenende in debs liest oder postet, hat eh ein
komisches Verständnis von Freizeit.
Jochem
--
"A designer knows he has arrived at perfection not when there is no
longer anything to add, but when there is no longer anything to take away."
- Antoine de Saint-Exupery
man kann aber auch _alles_ was ein Selbstständiger tut als Arbeitszeit
beetrachten. Wie lautet es doch: "lerne Klagen ohne zu Leiden"
>> Machst Du die
>> Buchhaltung auch in dieser "Freizeit"?
extern
> Andererseits, wer am Wochenende in debs liest oder postet, hat eh ein
> komisches Verständnis von Freizeit.
keine Vorurteile bitte, wenn man den Background nicht kennt. Danke
Martin
>> Andererseits, wer am Wochenende in debs liest oder postet, hat eh ein
>> komisches Verständnis von Freizeit.
>
> keine Vorurteile bitte, wenn man den Background nicht kennt. Danke
Ich hätte doch einen Smiley einfügen sollen...
>
>man kann aber auch _alles_ was ein Selbstständiger tut als Arbeitszeit
>beetrachten.
Kaum. Wenn ich mit einer Freundin ein Eis essen gehe ist das keine
Arbeitszeit. Wenn ich mich jedoch fortbilde, um meine Arbeit besser machen
zu können, ist das zweifellos Arbeitszeit.
>Wie lautet es doch: "lerne Klagen ohne zu Leiden"
Ich klage nicht und leide nicht, aber ich mag auch keine Schönfärberei.
Bye
woffi
--
We interrupt this program to annoy you and
make things generally irritating.
- Monty Python, Gestures to Indicate Pauses
in Televised Talk, 1972
>> Andererseits, wer am Wochenende in debs liest oder postet, hat eh ein
>> komisches Verständnis von Freizeit.
Mir geht es eigentlich seit Jahren darum, diese Trennung wo-immer-
möglich aufzuheben.
Natürlich habe ich einen ORT abseits von zuhause, wo ich "auf Arbeit"
bin. Dies betrifft aber primär die Tätigkeiten, die ich langfristig
delegieren möchte: Direkter Kunden- und Warenkontakt vor allem,
insofern als diesr häufig noch einen gewissen Anteil an
Fremdbestimmung aufweist..
Zwischen diesen Dingen und meinem "Privatleben" gibt es mittlerweile
eine ganze Reihe Tätigkeiten, die durchaus mit meiner Arbeit zu tun
haben, die mir aber Spaß machen: Dazu gehört unter anderm das posten
in debs und anderen Foren, "private" sticky mails mit einigen
Teilnehmern aus diesen Foren, allgemein Weiterbildung, zum Teil das
Programmieren oder auch ein Saunabesuch mit einem befreundeten
Unternehmerkollegen. Praktisch alles, was mich auf einer eher
abstrakteren Ebene weiterbringt.
Und der Zeitanteil, den ich diesen Dingen widme, wird kontinuierlich
größer, während ich das "Pflichtprogramm auf Arbeit" in gleichem Maße
zurückschraube. Die Informationsgesellschaft bietet vielerlei Chancen,
die "Entfremdung" der Arbeitswelt zu überwinden. Vor allem für uns,
mit den erweiterten Freiräumen eines Selbständigen.
> Mir geht es eigentlich seit Jahren darum, diese Trennung wo-immer-
> möglich aufzuheben.
>
Das ist einer der konkreten und postiv erlebbaren Vorteile der
Selbständigkeit.
Exakt. Und da Georgs ursprüngliche Frage nach den Stundensätzen ging,
würde ich mal die Arbeitshypothese formulieren, daß Leitmaxime für
diese Arbeits-Freizeit-Grauzone unter anderem diese sein mag: Den
Stundensatz langfristig kontinuierlich zu erhöhen dadurch daß man
a) durch eine permanente Annäherung an das eigene TAO mit immer
größerer Zufriedenheit und Leidenschaft in dieser Grauzone wurschtelt
b) in ganz ähnlicher Weise auch die _Kontakte_ immer stärker dort
intensiviert, wo durch zunehmende Übereinstimmung in der "Chemie"
größere Wirkungen entfaltet werden. Sowohl direkt pekuniär als
Ergebnis dieser Kontakte, als auch sekundär über gute Laune durch
Umgang mit Menschen die man mag.
Das ist aber beides fast schon zu abstrakt und wirft zwei Fragen auf:
1) Was hilft am besten dabei, sich selbst, die eigenen Neigungen,
Charakterzüge, Arbeitsweisen immer besser kennenzulernen?
2) Woran (=nach welchen intellektuellen Kriterien) erkennt man diese
Kontakte, wenn man - wie ich - auf dem Chemie-Input-Kanal ein wenig
behindert ist?
> Am 26.07.2008 schrieb Lutz Schulze:
>
>> Am Sat, 26 Jul 2008 10:46:28 +0200 schrieb Martin Dietrich:
>>
>>> Oliver Henniges wrote:
>>>
>>>> Meinen ersten
>>>> "richtigen" Rechner nach dem C64 habe ich mir im Jahre 2000 gekauft;)
>>>
>>> habe meinen ersten Rechner 1989 gekauft. Ein TANDON+ TARGA -10MHz mit 4MB
>>> Festplatte. Wie stolz man doch war und dachte 4MB Festplatte? das bekommt
>>> man ja nie voll. Das waren noch Zeiten! ;-)
>>
>> 1984
>>
>> Ein gebrauchter ZX81 mit 16 kByte RAM Erweiterung für 2000 Mark Ost.
>>
>> Ich wollte praktisch programmieren lernen, nicht immer nur auf dem Papier.
>
> 1976
>
> Glaube ich jedenfalls, ein C64 für 700,- DM im Sonderangebot bei der
> Quelle. Ich hab ihn auch zum programmieren gekauft.
Das wäre sportlich, kamen die 1982 auf den Markt?
Ich las ca. 1978 mit 14 zum ersten Mal in einem Buch (Hüthig und Pflaum
Verlag, konnte mir das in der Mittagspause im Trainingslager mal ausleihen)
eine verständliche Beschreibung über Mikroprozessoren und war begeistert.
Ich wusste, das war es ;-)
Habe dann aber 2 Jahre später erst einmal Elektromonteur gelernt und auf
meinen ZX gespart ...
Also wenn Du den C64 mitzählst (der steht noch bei mir auf dem Speicher),
dann habe ich ja 1982 damit angefangen.
Martin
Wenn man denn den Umstand, kaum noch "echte", vom Job unberührte Freizeit
zu haben, und somit irgendwann nur noch für die Arbeit zu leben, als
Vorteil auffassen will.
Ich arbeite immer noch, um zu leben - nicht umgekehrt.
Bye
woffi
--
It's so simple to be wise. Just think of something stupid
to say and say the opposite.
- Sam Levenson
Ich versuche es zumindest, schließe mich deiner
Haltung aber vollständig an.
Georg
>>>> Mir geht es eigentlich seit Jahren darum, diese Trennung wo-immer-
>>>> möglich aufzuheben.
>>>>
>>> Das ist einer der konkreten und postiv erlebbaren Vorteile der
>>> Selbständigkeit.
>>
>> Wenn man denn den Umstand, kaum noch "echte", vom Job unberührte Freizeit
>> zu haben, und somit irgendwann nur noch für die Arbeit zu leben, als
>> Vorteil auffassen will.
>>
>> Ich arbeite immer noch, um zu leben - nicht umgekehrt.
>
> Ich versuche es zumindest, schließe mich deiner
> Haltung aber vollständig an.
Nein, ich sehe da keine Trennung da ich nicht 2 Leben führe. Insgesamt muss
es meinen Vorstellungen entsprechen, bis dahin wird so verändert dass es
passt.
Das geht mir genauso. Möglicherweise liegt das aber nur daran,
daß ich nicht weiß, was Arbeit ist.
Bo(immer im Urlaub)do
das ist zweifellos richtig und dennoch falsch, weil
Leben zwingend mit Arbeit verkoppelt ist.
Die Trennlinie zwischen Arbeit und Leben liegt im
Gehirn. Im Mittelalter (und davor) waren alle Bauern
und die kennen diese Trennung nicht.
Gerhard
Das dürfte bald (irgendwann) überholt sein.
Spätestens dann wenn die Produktivität derart
hoch ist, dass sie ausreicht um breite Teile
der (als Arbeiter nicht mehr benötigten)
Bevölkerung auch so zu ernähren.
Im Prinzip kann man das ja jetzt schon sagen,
bei unseren 3 bis 5 Millionen Arbeitslosen
und noch mehr Menschen, die von staatlichen
Transferleistungen zusätzlich zu ihren
Minilöhnen leben.
Aber ich glaube das führt zu weit weg vom Thema.
Georg
Letztendlich mache ich es ähnlich, schon alleine
weil mir die Zeit fehlt neben der Firma noch viele
andere Dinge zu tun - ich nehme mir aber nach wie
vor 4-6 Wochen Urlaub im Jahr und von Freitag bis
Sonntag Abend ist bis auf Ausnahmefälle Wochenende,
an dem ich es wirklich schaffe abzuschalten, wenn
mich mal nicht wieder ein Kunde zur Weißglut treibt.
Ich würde aber gerne die Waage wieder mehr zu Gunsten
der Freizeit und außerberuflicher sozialer Kontakte
bewegen - allein mir ist der Erfolg des Unternehmens
im Moment wichtiger. Und noch bin ich relativ zufrieden
damit. Letztlich zählt ja (fast) nur das.
Georg
> Die Trennlinie zwischen Arbeit und Leben liegt im
> Gehirn.
Ja. Im Rahmen der marxistischen Analyse und des Entfremdungsbegriffs
ist das bewußt geworden.
> Im Mittelalter (und davor) waren alle Bauern
> und die kennen diese Trennung nicht.
Auch das. Es kann aber kein zurück dahin geben, sondern nur die
Synthese im Rahmen des dialektischen Dreiklangs. Und wer, wenn nicht
wir, mit unseren wie gesagt erweiterten Spielräumen als Selbständige
vermag das anzudenken und umzusetzen?
Wie kann das aussehen, daß Du zwar produktiv tätig bist, gleichzeitig
aber in genau diesem Tun auch entsprechende Erfüllung findest, nicht
nur über das Konto? Ich meine jetzt nicht diese esoterische, verlogene
Selbstverwirklichungsscheiße, sondern ganz, ganz pragmatisch, so wie
wir das hier gewohnt sind? Mit Stundensätzen, die wirklich nach oben
hin offen sind, und - wenn du diese Grenzen in Deinem eigenen Gehirn
sprengst - auch noch weit über die von Georg in die Waagschale
geworfenen 200 € hinausgehen?
go go go...
> Aber ich glaube das führt zu weit weg vom Thema.
Dies politische irgendwie schon, ja.
> Spätestens dann wenn die Produktivität derart
> hoch ist...
Wir sind hier ja erstmal für unsere eigene Produktivität
verantwortlich. Die ethische Komponente kann aber durchaus dazu
beitragen, Deine eigene Fähigkeit "ja" zu sagen, noch zu steigern. Du
mußt schon noch morgens in den Spiegel schauen können, insofern
spielen auch diese Dinge eine Rolle. Die Frage, wie du mental damit
umgehst, wenn Du pro Stunde den HartzIV-Monats-Salär einfährst.
> Wie kann das aussehen, daß Du zwar produktiv tätig bist, gleichzeitig
> aber in genau diesem Tun auch entsprechende Erfüllung findest, nicht
> nur über das Konto?
Hm, hier war das ungefähr so:
- von 25 bis 35 vor allem um Familie/Kinder/Beruf gekümmert
- von 33 bis 43 nebenher altes Haus nach und nach ausgebaut
- ab 38 am eigenen Unternehmen gestrickt
An irgendwas entwickelt man immer, Erfüllung kommt daher zu sehen wie die
Dinge sich entwickeln, Freiräume entstehen.
> Gerhard Zuber schrieb:
>> das ist zweifellos richtig und dennoch falsch, weil
>> Leben zwingend mit Arbeit verkoppelt ist.
>
> Das dürfte bald (irgendwann) überholt sein.
> Spätestens dann wenn die Produktivität derart
> hoch ist, dass sie ausreicht um breite Teile
> der (als Arbeiter nicht mehr benötigten)
> Bevölkerung auch so zu ernähren.
Nur gehen die Bedürfnisse weit darüber hinaus und sind nicht einfach durch
Masse an Arbeitskräften zu decken.
>>> Glaube ich jedenfalls, ein C64 für 700,- DM im Sonderangebot bei der
>>> Quelle. Ich hab ihn auch zum programmieren gekauft.
>>
>> Das wäre sportlich, kamen die 1982 auf den Markt?
>
> Ist ja auch lange her, scheint, ich habe mich etwas vertan.
> Zuerst hatte ich 86 dastehen, das kam mir zu spät vor. :-)
Waren schon schöne Zeiten ...
> Es war dann wohl eher 1983, denn ich weiß noch, daß er mir anfangs zu
> teuer war.
>
>> Ich las ca. 1978 mit 14 zum ersten Mal in einem Buch (Hüthig und Pflaum
>> Verlag, konnte mir das in der Mittagspause im Trainingslager mal ausleihen)
>> eine verständliche Beschreibung über Mikroprozessoren und war begeistert.
>> Ich wusste, das war es ;-)
>>
>> Habe dann aber 2 Jahre später erst einmal Elektromonteur gelernt und auf
>> meinen ZX gespart ...
>
> Ich hab damals gerade meinen Lehrgang zum Programmierer begonnen.
Noch auf Großrechnern, Cobol usw. ?
Wer anfängt mit "Stundensätzen" zu operieren hat (von sehr wenigen Audnahmen
abgesehen) schon verloren, bevor das Geldverdienen überhaupt richtig
angefangen hat.
Stundensätze sind einfach nur "bähhh", der Kunde der Ahnung erkennt darin,
dass der Anbieter keine Ahnung von vernünftiger Kalkulation hat, der Kunde
der keine Ahnung hat, fühlt sich hinsichtlicht der Kosten verunsichert, der
Anbieter selbst hat damit auch keine Sicherheit, denn Stundensatz ist nicht
gleich Stundenlohn, dennoch ist der Stundensätzler der Tagelöhner der
Moderne, auch wenn er sich gerne mit den Begriff "Freiberufler" sozial
aufzuwerten versucht.
[...]
Grüße
Nek.
Zur Unterstützung bei der Hardwareentwicklung
(Filterberechnungen etc.) eine PDP11/03 unter
RT11 (später RSX11) per Macro11. Wirkt bis heute
nach, weshalb mich C immer noch regelmäßig zum
Kotzen bringt.
Bodo
Das hat was.
Allerdings sind längst nicht alle Freiberufler Stundensätzler. :-)
Bodo
Darum geht's ja erstmal nicht - sondern darum
zu sagen/zeigen, dass der Mensch nicht zum
arbeiten geboren ist. Es ging immer schon und
es wird auch zukünftig anders gehen.
So, und nun an die Arbeit ... ;-)
Georg
>> dennoch ist der Stundensätzler der Tagelöhner der Moderne, auch wenn er
>> sich gerne mit den Begriff "Freiberufler" sozial aufzuwerten versucht.
>Das hat was.
>Allerdings sind längst nicht alle Freiberufler Stundensätzler. :-)
Stimmt, manche sind auch staatlich legitimierte Raubritter, aber das ist ein
anderes Thema und außerdem gilt hier der Umkehrschluss nicht, weshalb sich
die Betroffenen sich ja gerade mit den o.g. Begriff aufzuwerten versuchen.
Grüße
Nek.
Auch die gibt es, ja. Ich dachte aber mehr an diejenigen unter
den Freiberuflern, die ihren Kunden ihre Produkte zum Festpreis
anbieten. Warum sollte ein Kunde z.B. ein Entwicklungsrisiko
tragen, das vielleicht allein auf die Blödheit des Entwicklers
zurückgeht?
Bei dieser Art von Freiberuflern trennt sich sehr schnell die
Spreu vom Weizen.
Bodo
>>> Das hat was.
>>> Allerdings sind längst nicht alle Freiberufler Stundensätzler. :-)
>>
>> Stimmt, manche sind auch staatlich legitimierte Raubritter,
>Auch die gibt es, ja. Ich dachte aber mehr an diejenigen unter
>den Freiberuflern, die ihren Kunden ihre Produkte zum Festpreis
>anbieten. Warum sollte ein Kunde z.B. ein Entwicklungsrisiko
>tragen, das vielleicht allein auf die Blödheit des Entwicklers
>zurückgeht?
Eben, genau das schrieb ich ja andeutungsweise...
>Bei dieser Art von Freiberuflern trennt sich sehr schnell die
>Spreu vom Weizen.
Richtig, als Kunde habe ich kein Intersse an jenen, die sich fest an
Stundensätze kalmmern, von direkten Mitarbeitern und wenigen anderen
Ausnahmen mal abgesehen...
Grüße
Nek.
> Darum geht's ja erstmal nicht - sondern darum
> zu sagen/zeigen, dass der Mensch nicht zum
> arbeiten geboren ist. Es ging immer schon und
> es wird auch zukünftig anders gehen.
Stimmt, zumal wenn sich Arbeit auf die heute übliche Industrie- oder
Büroarbeit konzentriert. So lange gibt es das noch gar nicht.
> So, und nun an die Arbeit ... ;-)
Eben. Dauerhaft nichts tun liegt dem Menschen eigentlich überhaupt nicht ;-)
> On 29.07.2008 08:27, Nek. Oggo wrote:
>>
>> dennoch ist der Stundensätzler der Tagelöhner der Moderne, auch wenn er
>> sich gerne mit den Begriff "Freiberufler" sozial aufzuwerten versucht.
>
> Das hat was.
Stimmt.
Ich las mal dass der Arbeiter in Stundenlöhnen denkt, die Mittelschicht in
Jahreseinkommen und die Reichen darüber sinnieren was ihr Vermögen mehrt ...
Und ich hab kein Interesse an Kunden deines
Schlages - von daher sollte das in der Praxis
keinerlei Probleme bringen.
Schöne Grüße,
Georg
Mit dieser Sicht wirst Du vermutlich nicht sehr weit
kommen. Die (neumodisch so genannten) WinWin-Situationen
entstehen erfahrungsgemäß nicht aus (freiberuflicher)
Lohnarbeit.
Bodo
Was hat das damit zu tun, dass ich nicht mit
Ar*****chern arbeiten will?
Zur Erkenntnis dass sich auf der Basis kein Vermögen
erwirtschaften lässt, kamen wir schon ganz am Anfang,
Zitat:
"Da besteht ein großer Unterschied. Man verdient das meiste
Geld wohl eher an der Multiplizierung der eigenen (geistigen)
Leistung, mit "eigener Hände Arbeit" ist jedenfalls nicht
viel zu holen. Zumindest nicht wenn man keine 150 Stunden
abrechnen kann"
Grüße, Georg
Meinst Du damit etwa Nek, der mit seiner Einstellung einer
der für mich interessanten Kunden wäre?
> Zur Erkenntnis dass sich auf der Basis kein Vermögen
> erwirtschaften lässt, kamen wir schon ganz am Anfang,
> Zitat:
>
> "Da besteht ein großer Unterschied. Man verdient das meiste
> Geld wohl eher an der Multiplizierung der eigenen (geistigen)
> Leistung, mit "eigener Hände Arbeit" ist jedenfalls nicht
> viel zu holen. Zumindest nicht wenn man keine 150 Stunden
> abrechnen kann"
Ersetze "150 Stunden abrechnen" durch "Auftrag abrechnen" und
kalkuliere den Auftrag vernünftig. Dann kommst Du dahin, daß
sich "eigener Hände Arbeit" durchaus (natürlich immer relativ
gesehen) lohnt. Mit "Stunden abrechnen" bist Du wirlich nur
besserer Lohnarbeiter ohne viel Hoffnung auf eine bessere
Zukunft. Aktuell gehen mit dieser Art Arbeit viele Ärzte (auch
Freiberufler) vor die Hunde. Bei erfolgreichen Architekten
(auch Freiberufler) sieht die Sache dann schon wieder ganz
anders aus. Wen also nimmst Du Dir (als Freiberufler) zum
Vorbild?
Bodo
Ja, siehe dazu den aktuellen Teilthread mit Georg... :-(
> die Mittelschicht in Jahreseinkommen
Ja, leider. Das Finanzamt zwingt sie dazu.
> und die Reichen darüber sinnieren was ihr Vermögen mehrt ...
Ob die dieses Sinnieren dann wohl "Arbeit" nennen?...
Möglicherweise - weshalb manche von Ihnen diese ja auch an
Bankmitarbeiter und/oder Steuerberater delegieren. In den
Knast für die tollen Ideen Letzterer (siehe Liechtenstein)
gehen sie dann allerdings aber doch wieder selbst. ;-(
Grüße
Bodo
Freiberufliche Ärzte rechnen gerade _nicht_ nach Stunden ab - weder mit
gesetzlichen Krankenkassen noch mit privat versicherten Patienten.
--
#!/usr/bin/perl -- -* Nie wieder Nachtschicht! *- -- lrep\nib\rsu\!#
use Inline C=>'void C(){int m,u,e=0;float l,_,I;for(;1840-e;putchar((++e>905
&&942>e?61-m:u)["\t*nl`-llkbzCqfymfvna+qfymfvN#gqbkmqfA"]^3))for(u=_=l=0;79-
(m=e%80)&&I*l+_*_<6&&28-++u;_=2*l*_+e/80*.09-1,l=I)I=l*l-_*_-2+m/27.;}';&C
Als pauschale Aussage ist das falsch, auch wenn ich dir zustimme, dass
Stundensätze bei Kunden mit Recht unbeliebt sind.
In unserer Branche heißt das: Wir liefern Übersetzungen üblicherweise
zum Zeilen- oder Wortpreis oder machen ein Pauschalangebot, wenn der
Umfang von vorn herein feststeht und überschaubar ist.
Dagegen bestehe ich beharrlich auf Stundensätze für Korrekturaufträge,
wenn ich die Qualität der Ausgangsübersetzung nicht kenne. Sorry, schon
zu oft reingefallen, da sind die ersten 3 Seiten einigermaßen o.k., die
nächsten von einem Amateur gemacht worden und müssen vollständig neu
übersetzt werden, weil er vom Ausgangstext praktisch nichts verstanden hat.
Keine Autowerkstatt wird einen Pauschalpreis für eine Reparatur
anbieten, wenn die einzige Info lautet: Motor geht nicht.
Und wie willst du einen Dolmetscherauftrag bepreisen, wenn nicht in
Stunden- oder Tagessätzen?
> Stundensätze sind einfach nur "bähhh", der Kunde der Ahnung erkennt darin,
> dass der Anbieter keine Ahnung von vernünftiger Kalkulation hat,
Das Bestreben des Kunden nach einem Preis in vorhersehbarer und
kontrollierbarer Höhe ist verständlich und berechtigt, deshalb enthält
mein Angebot für Korrekturen stets den Zusatz, dass der Endpreis für
Korrekturen bei normaler Qualität der Ausgangsübersetzung bei 1/4-1/3
des Wortpreises liegt und der Kunde bei absehbarer Überschreitung
infolge erheblicher Mängel unverzüglich informiert wird. Gerade wieder
gehabt, Rundschreiben der Direktion eines Konzerns an aller
Partnergesellschaften, da waren dem der Sprache nicht mächtigen
Verantwortlichen trotzdem ein paar kleine Ungereimtheiten aufgefallen,
also Überprüfung. Resultat: Die letzten 3 Seiten, offensichtlich von
einem anderen "Übersetzer" waren absolut unsinniges Kauderwelsch, unter
anderem hätte man aus der "Übersetzung" herauslesen können, dass der
Konzern kurz vor der Pleite stünde. Glück gehabt, bei sowas können Köpfe
rollen, aber das ist dann keine Korrektur mehr für die 3 Seiten.
Joachim
--
Ruta Peter Übersetzungen
Prenzlauer Allee 22
10405 Berlin
Tel +49 30 4411735
Fax +49 30 44046723
ruta...@online.de
>> und die Reichen darüber sinnieren was ihr Vermögen mehrt ...
>
> Ob die dieses Sinnieren dann wohl "Arbeit" nennen?...
> Möglicherweise - weshalb manche von Ihnen diese ja auch an
> Bankmitarbeiter und/oder Steuerberater delegieren. In den
> Knast für die tollen Ideen Letzterer (siehe Liechtenstein)
> gehen sie dann allerdings aber doch wieder selbst. ;-(
Man muss ja nicht gleich mit den negativen Beispielen hantieren.
Aber mit etwas nachdenken lässt sich mitunter wesentlich mehr Ertrag
erzielen als mit vielen Stunden Arbeit.
Habe hier z.B. nach etwas Überlegung den Rest vom privaten Hauskredit in
Form eines eingeräumten Kontokorrentkredits ins Unternehmen genommen - spart
über tausend Euro Zinsen im Jahr und ist steuerfrei. Den privaten Kredit
hätte ich aus versteuertem Geld bedienen müssen.
Den Kontokorrent habe ich dann auch gar nicht mehr in Anspruch nehmen müssen
weil ich gleichzeitig noch die Überweisungen für Lieferantenrechnungen
zeitlich optimiert habe und größere ausstehende Rechnungen eher mal
erinnerte als früher. Vorher bestand wenig Grund dazu, verzinst wurde das
auf dem Geschäftskonto ja nicht nennenswert. Da es aber nie unter Null gehen
konnte musste immer ein ungenutzter Puffer stehenbleiben.
Stimmt. Bei denen ist es noch schlimmer, weil die KKs denen sogar
vorschreiben, wie lange ein bestimmter Handgriff dauern darf.
>
>Eben. Dauerhaft nichts tun liegt dem Menschen eigentlich überhaupt nicht ;-)
"nicht (für den Broterwerb) arbeiten (müssen)" ist aber was ganz
anderes als "nichts tun".
Grüße
woffi
Na, Du kennst mich doch mittlerweile ein bisschen. Aktuell bin ich,
nach einem Duell mit meiner Finanzamts-Tussi, die mich, zu *ihrer*
Arbeitserleichterung, wieder einmal zur Einschaltung eines StB
aufgefordert hat, diesbezüglich wieder "gut drauf". Hat doch diese
Tussi meinem jüngsten Sohn den Verlustvortrag verweigert, weil er
sein Gewerbe angeblich "ohne Gewinnabsicht" (Liebhaberei) betreibe
und letztes Jahr (seinem ersten Jahr) nur einen Kunden gehabt habe,
der zudem inzwischen auch noch Insolvenz angemeldet und bei der
von meinem Sohn betriebenen Zwnagsvollstreckung die Hand gehoben
hat. Diese FA-Tussi wird sich bald noch sehr wundern.
> Aber mit etwas nachdenken lässt sich mitunter wesentlich mehr Ertrag
> erzielen als mit vielen Stunden Arbeit.
>
> Habe hier z.B. nach etwas Überlegung den Rest vom privaten Hauskredit in
> Form eines eingeräumten Kontokorrentkredits ins Unternehmen genommen - spart
> über tausend Euro Zinsen im Jahr und ist steuerfrei. Den privaten Kredit
> hätte ich aus versteuertem Geld bedienen müssen.
Ist das eine Möglichkeit, die aus der Bilanzierung resultiert, oder habe
ich hier bislang etwas übersehen? Falls Letzteres der Fall sein sollte
und es Dir recht ist, würde ich mich mit Dir darüber gerne auch per PM
austauschen.
Grüße
Bodo
Der Kalkulation liegt letztendlich immer ein
Aufwand in Stunden zugrunde, für die ich unterm
Strich einen Stundensatz kalkulieren muss (bzw.
Tagessatz usw.)
Oder willst du mir jetzt erzählen dass ich für
einen glücklichen Kunden an einem Projekt zu
200 Stunden für 3000 Euro arbeiten soll, weil
das im Ergebnis für den Kunden angemessen
erscheint, und das als erfolgreich einstufen soll?
Wer seine Stunden nicht kalkuliert, fährt über
kurz oder lang an die Wand - so sieht's aus.
georg
Für den Broterwerb müssten die meisten nur wenige Stunden am Tag arbeiten.
Der Unterschied liegt doch eher darin, ob man tun kann/muß was andere einem
vorgeben oder tun kann was einem selbst so vorschwebt.
Nein. Das stimmt schlichtweg nicht.
> Oder willst du mir jetzt erzählen dass ich für
> einen glücklichen Kunden an einem Projekt zu
> 200 Stunden für 3000 Euro arbeiten soll, weil
> das im Ergebnis für den Kunden angemessen
> erscheint, und das als erfolgreich einstufen soll?
Wenn Du für ein Projekt, an dem Du 200 Stunden sitzt,
50000 oder 100000 Euro berechnen kannst, wirst Du
Erfolg haben -- wenn Deine Ansprüche oder die Deiner
Frau nicht gar zu hoch sind.
> Wer seine Stunden nicht kalkuliert, fährt über
> kurz oder lang an die Wand - so sieht's aus.
Ich will Dir nicht dreinreden. Mach's, wie Du denkst.
Bodo