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Rechnung schreiben in der Gastronomie

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Friedemann

unread,
May 4, 2003, 2:07:31 PM5/4/03
to
Kann mir jemand mal eine wasserdichte Rechnung für einen Kellnerjob in
der Gastronomie rübermailen.

Ein Gewerbe ist proforma angemeldet.

Eine Beschäftigung auf Lohnsteuerkarte käme nicht in Frage,
wer ist schon so blöd, ins deutsche Sozialsystem einzuzahlen,
das kommt nicht in Frage.

Tobias Kafurke

unread,
May 4, 2003, 2:13:14 PM5/4/03
to
"Friedemann" <citru...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:1fugag8.ywxbuy1plbdkwN%citru...@gmx.de...

Das deutsche Sozialsystem ist eine Form von Solidarität. Darauf stehst
du anscheinend nicht. Auf der anderen Seite möchtest du jetzt von
"Solidargemeinschaft DEBS" etwas. Irgendwie komisch, oder? Da du ja
auf "stand alone" zu stehen scheinst, kannst du dieses Problemchen (
was eigentlich keins ist) selbst lösen.

Grüssles
Tobias

--
Die Infoplattform zu Basel II:
http://www.ratingvorbereitung.de


Martin Hentrich

unread,
May 4, 2003, 2:56:36 PM5/4/03
to
Friedemann bemerkte am Sun, 4 May 2003 20:07:31 +0200:

>Kann mir jemand mal eine wasserdichte Rechnung für einen Kellnerjob in
>der Gastronomie rübermailen.

Wie eine ganz normale Rechnung auch: wer hat für wen wofür und für
wieviel am soundsovielten zu zahlen.

>Ein Gewerbe ist proforma angemeldet.

Dann weißt du ja auch proporma Bescheid.

>Eine Beschäftigung auf Lohnsteuerkarte käme nicht in Frage,

Und warum nicht?

>wer ist schon so blöd, ins deutsche Sozialsystem einzuzahlen,
>das kommt nicht in Frage.

Nun ja, wenn du so *schlau* bist, dann bist du saublöd.

PLONK

Martin

Friedemann

unread,
May 4, 2003, 4:12:34 PM5/4/03
to
> >wer ist schon so blöd, ins deutsche Sozialsystem einzuzahlen,
> >das kommt nicht in Frage.
>
> Nun ja, wenn du so *schlau* bist, dann bist du saublöd.

Wer heute weniger als 40 Jahre als ist, wird auf keinen Fall das Geld
wiedersehen, das er in die Rentenversicherung einzahlt, geschweige denn
verzinst.

Also sollte man da ja auf keinen Fall seine 19,5% abdrücken.

Jaja, ich weiß ja, das System ist kein Kapitalbildungssystem, sondern
ein Generationenvertrag.

Aber der Kollaps dieses System läßt sich auch mit den Rürupp-Reformen
nicht mehr vermeiden.

Erst recht nicht, weil immer mehr junge Leute genauso wie ich
unsolidarisch denken und verhalten, zumal das System sowieso kollabieren
wird, wetten.
Bei dieser Gelegenheit darf ich darauf hinweisen, dass die Beiträge
schon lange nicht mehr ausreichen, die monatlichen Renten auszuzahlen.
Ein ständig zunehmende Anteil kommt inzwischen aus Steuergeldern.

Ich nehme hier gerne Wetten an, dass noch in diesem Jahr die Renten
nicht mehr in einem Monat pünktlich gezahlt werden können, weil allein
die halbe Monatsreserve der Rentenversicherung nicht ausreicht.

Reformen hin, Reformen her, sie werden das System nicht vor dem Kollaps
bewahren.

Friedemann

unread,
May 4, 2003, 4:12:34 PM5/4/03
to
Tobias Kafurke <in...@toka-beratung.de> wrote:

> Das deutsche Sozialsystem ist eine Form von Solidarität. Darauf stehst
> du anscheinend nicht.

Korrekt, weil dieses Sozialsystem kollabieren wird, aber keine Sorge, in
diesem Staat verhungert keiner.


Jockel Hofmann

unread,
May 4, 2003, 4:19:37 PM5/4/03
to
Am Sonntag, 4. Mai 2003 20:07 schreibselte Friedemann:

> Kann mir jemand mal eine wasserdichte Rechnung für einen Kellnerjob in
> der Gastronomie rübermailen.

Kannste mir mal n Bier rübermailen?



> Ein Gewerbe ist proforma angemeldet.
>
> Eine Beschäftigung auf Lohnsteuerkarte käme nicht in Frage,
> wer ist schon so blöd, ins deutsche Sozialsystem einzuzahlen,
> das kommt nicht in Frage.

Nasowasaberauch. Kann sich noch nicht mal einen Nachnamen leisten. Hat wohl
Angst, dass er den auch noch versteuern muss...

PLONK

:-) Jockel

--
Marketing: http://www.jockelhofmann.de/

Ursula Pfeiffer

unread,
May 4, 2003, 6:01:25 PM5/4/03
to
Martin Hentrich wrote
Ausnahmsweise: *zustimm*

Ursel
--
Dummheit ist auch eine natürliche Begabung.
(Wilhelm Busch)

Martin Hentrich

unread,
May 5, 2003, 12:18:26 AM5/5/03
to
Ursula Pfeiffer bemerkte am Mon, 05 May 2003 00:01:25 +0200:

>Ausnahmsweise: *zustimm*

Aber, aber, Ursula, wirklich nur *ausnahmsweise*? Bin ich sonst *soo*
schlimm? Nunja, vielleicht beim Plonken, aber das schont meine
Nerven.... ;-)

Martin

Friedemann

unread,
May 5, 2003, 1:51:38 AM5/5/03
to
> >wer ist schon so blöd, ins deutsche Sozialsystem einzuzahlen,
> >das kommt nicht in Frage.
>
> Nun ja, wenn du so *schlau* bist, dann bist du saublöd.

Wer heute weniger als 40 Jahre als ist, wird auf keinen Fall das Geld


wiedersehen, das er in die Rentenversicherung einzahlt, geschweige denn
verzinst.

Also sollte man da ja auf keinen Fall seine 19,5% abdrücken.

Jaja, ich weiß ja, das System ist kein Kapitalbildungssystem, sondern
ein Generationenvertrag.

Aber der Kollaps dieses System läßt sich auch mit den Rürup-Reformen
nicht mehr vermeiden.

Erst recht nicht, weil immer mehr junge Leute genauso wie ich

unsolidarisch denken und sich auch so verhalten, zumal das System gerade
deshalb kollabieren wird, wetten.

Matthias Kryn

unread,
May 5, 2003, 2:29:37 AM5/5/03
to
Jockel Hofmann <po...@jockelhofmann.de> schrieb:

> Am Sonntag, 4. Mai 2003 20:07 schreibselte Friedemann:

[verwirrt]

> Nasowasaberauch. Kann sich noch nicht mal einen Nachnamen leisten.
> Hat wohl Angst, dass er den auch noch versteuern muss...

[x] Agree.

> PLONK

[x] Done.

Matthias

Will Berghoff

unread,
May 5, 2003, 3:01:10 AM5/5/03
to

Absender, Datum

"Für meine Schwarzarbeit vom ..... bis ... erlaube ich mir, EUR zu
berechnen. Bitte überweisen Sie den Betrag innert 10 Tagen auf mein
schweizer Bankkonto und vernichten Sie diesen Beleg vor der nächsten
Steuerprüfung"

Will(der es einfacher findet, einen Biergarten zu pachten, als gegen
Rechnung "selbständig" zu kellnern)

Ursula Pfeiffer

unread,
May 5, 2003, 3:11:47 AM5/5/03
to
Martin Hentrich wrote
Ich mein ja auch nur hinsichtlich Plonken "ausnahmsweise". :-)

Sonnige Grüße,
Ursula
--
np: WiseGuys - Sonnencremeküsse

Susanne Dieter

unread,
May 5, 2003, 3:24:31 AM5/5/03
to
Will Berghoff schrieb:

> Will(der es einfacher findet, einen Biergarten zu pachten, als gegen
> Rechnung "selbständig" zu kellnern)

Glaube ich nicht. Das ist die perfekte Ich-AG. Die Kneipenbesitzer
sind doch froh, ihre 3,50 EUR pro Stunde endlich offiziell als Ausgabe
angeben zu können statt schwarz auszugeben. (Ja, ich weiß, ich schere
jetzt wieder alle über einen Kamm, man darf nicht verallgemeinern.)

Man könnte sich so auch bei Caterern, Partyservices, Messeservices
(wie man die auch immer nennt) bewerben, die sind sicher auch froh für
unproblematische Unterstützung ohne Pflichten wie Kündigungsschutz
etc.

Gruß

Susanne


Kaweh Jazayeri

unread,
May 5, 2003, 3:59:47 AM5/5/03
to

"Susanne Dieter" <susanne...@nexgo.de> wrote in message
news:3EB611AF...@nexgo.de...

> Will Berghoff schrieb:
>
> > Will(der es einfacher findet, einen Biergarten zu pachten, als gegen
> > Rechnung "selbständig" zu kellnern)
>
> Glaube ich nicht. Das ist die perfekte Ich-AG. Die Kneipenbesitzer
> sind doch froh, ihre 3,50 EUR pro Stunde endlich offiziell als Ausgabe
> angeben zu können statt schwarz auszugeben. (Ja, ich weiß, ich schere
> jetzt wieder alle über einen Kamm, man darf nicht verallgemeinern.)
>
Bei 3,50 sind wir schon runter.
Das wäre es ja, ich stelle bei meinem nächsten Event dann nur noch ICH-AGs
ein. Bitte alle schön mit Rechnung die 3,50 inkl. der MwSt oder wollen die
etwa sich auch noch von dieser befreien lassen.

> Man könnte sich so auch bei Caterern, Partyservices, Messeservices
> (wie man die auch immer nennt) bewerben, die sind sicher auch froh für
> unproblematische Unterstützung ohne Pflichten wie Kündigungsschutz
> etc.
>

Das stimmt, immer zum Event buchen und dann später wieder wie sagte es ein
ander so schön "dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen".
Urlaubsgeld, Krankengeld und alles andere sind in den 3,50 ja schon drinne.

so nun bitte nicht schlagen.

;o)

Kaweh

> Gruß
>
> Susanne
>
>


Kaweh Jazayeri

unread,
May 5, 2003, 4:02:13 AM5/5/03
to

"Jockel Hofmann" <po...@jockelhofmann.de> wrote in message
news:b93skr$fagcn$1...@ID-107395.news.dfncis.de...

> Am Sonntag, 4. Mai 2003 20:07 schreibselte Friedemann:
>
> > Kann mir jemand mal eine wasserdichte Rechnung für einen Kellnerjob in
> > der Gastronomie rübermailen.
>
> Kannste mir mal n Bier rübermailen?
>
von mir bekommste ja noch eins, werde es wenn ich malwieder in FFM bin
vorbeibringen. Soll ich eins aus der Schweiz (Basel) oder Berlin mitbringen.
Das müßte ich dann etwas vorher wissen damit ich das organisieren kann.

> > Ein Gewerbe ist proforma angemeldet.
> >
> > Eine Beschäftigung auf Lohnsteuerkarte käme nicht in Frage,
> > wer ist schon so blöd, ins deutsche Sozialsystem einzuzahlen,
> > das kommt nicht in Frage.
>
> Nasowasaberauch. Kann sich noch nicht mal einen Nachnamen leisten. Hat
wohl
> Angst, dass er den auch noch versteuern muss...
>

ui, Jockel ist in Fart, so kenn ich Dich ja garnicht.

> PLONK
>
> :-) Jockel
>
Kaweh

> --
> Marketing: http://www.jockelhofmann.de/


e.kurtz

unread,
May 5, 2003, 4:07:06 AM5/5/03
to
Friedemann schrieb:

> > >wer ist schon so blöd, ins deutsche Sozialsystem einzuzahlen,
> > >das kommt nicht in Frage.
> >
> > Nun ja, wenn du so *schlau* bist, dann bist du saublöd.
>
> Wer heute weniger als 40 Jahre als ist, wird auf keinen Fall das Geld
> wiedersehen, das er in die Rentenversicherung einzahlt, geschweige denn
> verzinst.
> [...]

> Reformen hin, Reformen her, sie werden das System nicht vor dem Kollaps
> bewahren.

Guten Morgen, Friedemann,

hier die Anleitung zur Rechnungserstellung in der Gastronomie:

http://www.banrau.de/banrau/weitere/rechnung.htm

Gastronomierechnungen >müssen< maschinell erstellt werden, also noch
etwas Software und einen Drucker anschaffen.

Ganz unlogisch ist das von Friedemann vorgeschlagene Renten-System
nicht:
Jetzt - unsolidarisch - nix in die SV einzahlen!

Wer >jetzt< dort nichts einzahlt hat Geld für seine
Privatversicherung/sein Sparkonto übrig und entlastet später - in der
Zukunft, wenn das Umlage-System der Rentenversicherung bereits
zusammengebrochen ist oder gerade am zusammenbrechen ist - solidarisch
die Sozialkassen bzw. das Sozialamt bzw. die Allgemeinheit von der
andernfalls entstehenden Obliegenheit, ihn zu unterstützen.

Mit anderen Worten:
Das von Friedemann vorgeschlagene neuartige, umlageferne Rentensystem
beruht auf lediglich aufgeschobener Solidarität.
Die gegen Fr. erhobenen Vorwürfe ("unsolidarisch, saublöd" etc.) sind
daher nicht ohne weiteres gerechtfertigt.
Zumal Fr. per Steuerzahlungen jetzt durchaus (= "solidarisch") in die
Rentenversicherung einzahlt, z.B. an der Tankstelle, ohne daß er aus
diesen Beitragszahlungen (= "unsolidarisch") entsprechende
Renten-Ansprüche erwirbt.

Zunächst also vielen Dank, Friedemann, für die erwiesene solidarische
Planung! Ich wünsche uns/Ihnen viel Erfolg!

Mit freundlichem Gruß,
e.k.

Susanne Dieter

unread,
May 5, 2003, 5:12:19 AM5/5/03
to
Kaweh Jazayeri schrieb:

> > > Will(der es einfacher findet, einen Biergarten zu pachten, als gegen
> > > Rechnung "selbständig" zu kellnern)
> > Glaube ich nicht. Das ist die perfekte Ich-AG. Die Kneipenbesitzer
> > sind doch froh, ihre 3,50 EUR pro Stunde endlich offiziell als Ausgabe
> > angeben zu können statt schwarz auszugeben. (Ja, ich weiß, ich schere
> > jetzt wieder alle über einen Kamm, man darf nicht verallgemeinern.)
> Bei 3,50 sind wir schon runter.

O.k., vielleicht 5-6 EUR. Dann kommen wieder die schlauen Sprüche der
Auftraggeber wie "je mehr man verdient, desto mehr Steuern muss man
zahlen, dann bleibt eh kaum was übrig", "ist doch besser 5 EUR direkt
ohne Abzüge zu haben als SV zu zahlen" oder "als Ich-AG dürfen Sie
doch eh nur xx verdienen (als nebenberuflicher Arbeitsloser 165 EUR".
Alles schon gehört. (Gibt's eigentlich noch die berühmten Tricks mit
auf Ommas Lohnsteuerkarte arbeiten? Ich kannte vor zehn Jahren eine,
die als DJ gearbeitet hat. :-))

>> > Man könnte sich so auch bei Caterern, Partyservices, Messeservices
> > (wie man die auch immer nennt) bewerben, die sind sicher auch froh für
> > unproblematische Unterstützung ohne Pflichten wie Kündigungsschutz
> > etc.
> Das stimmt, immer zum Event buchen und dann später wieder wie sagte es ein
> ander so schön "dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen".

Sowas gibt es, ich kann mir nicht vorstellen, dass die alle angestellt
sind, wenn sie nur ein-, zweimalige Einsätze pro Monat haben. Beim
Arbeitsamt habe ich auch schon öfter Sätze gelesen wie "Gewerbeschein
erforderlich".

Z.B. als "Hostess", "Eventmanagerin" o.ä. findet man aber solche
Angebote, oft befristet auf eine Messe.
Mal schauen:


Hostess (BKZ 7026103)

STELLENBESCHREIBUNG

Anforderungen Hostessen, 18-30 Jahre als Cityguide und Messehostessen
gesucht. Bewerbung mit Bild. *Selbständige/freiberufliche Tätigkeit*
*Wichtig:Dies ist ein nicht geprüftes Angebot*

Betriebsart Promotion

Arbeitsort Weinheim

Arbeitszeit Teilzeit/flexibel

Gehalt/Lohn n.Vereinb.

BKZ 7026103

KONTAKT

Arbeitgeber
Hova-Promotion
69469 Weinheim

_________________

Hier wird einer als Franchisenehmer gesucht:

Organisator/in (BKZ 7523100)

STELLENBESCHREIBUNG

Anforderungen Franchise-Nehmer;Mitgliederwerb./Verkauf
v.Mitgliedschaften;Organisation u.Betreuung
v.Freizeitveranstaltg.Aufbau v.Clubpartnerschaften;Reisevermittlung;
*Wichtig: dies ist ein nicht geprüftes Angebot*

Betriebsart Freizeitclub

Arbeitsort bundesweit außer Chemn

Arbeitszeit Vollzeit

Gehalt/Lohn Provision

Frei ab sofort

Arbeitgeber
SRV & SFC Bernd Mühlberger
09113 Chemnitz
_______________

Gruß

Susanne

Goetz Buchholz

unread,
May 5, 2003, 5:14:45 AM5/5/03
to
"Friedemann" <citru...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:1fugag8.ywxbuy1plbdkwN%citru...@gmx.de...

> Kann mir jemand mal eine wasserdichte Rechnung für einen


> Kellnerjob in der Gastronomie rübermailen.

Nur noch mal der Deutlichkeit halber:
Nein, das kann niemand. Weil eine selbstständige Tätigkeit als Kellner
ausgeschlossen ist: Kellner *müssen* vom Arbeitgeber sozialversichert
werden. Spätestens bei der nächsten Betriebsprüfung durch die BfA (kommt
alle vier Jahre) würde der Arbeitgeber Ärger kriegen.

Goetz

--
Goetz Buchholz
Worte en gros und en détail
wo...@goetzbuchholz.de
www.goetzbuchholz.de
www.ratgeber-freie.de


e.kurtz

unread,
May 5, 2003, 5:42:55 AM5/5/03
to
Goetz Buchholz schrieb:

>
> "Friedemann" <citru...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:1fugag8.ywxbuy1plbdkwN%citru...@gmx.de...
>
> > Kann mir jemand mal eine wasserdichte Rechnung für einen
> > Kellnerjob in der Gastronomie rübermailen.
>
> Nur noch mal der Deutlichkeit halber:
> Nein, das kann niemand. Weil eine selbstständige Tätigkeit als Kellner
> [...]
> Goetz

> Worte en gros und en détail


Mit anderen Worten, Goetz,

Friedemann müsste gestalten, also z.B. "Betreuung, Promotion, Catering,
Freuzeitberater*)" etc.pp.

Aber dann braucht Freudemann keine wasserdichte Bewirtungsrechnung
sondern eine wasserdichte Beratung über das anzumeldende Gewerbe und
eine ditto wasserdichte "normale" Rechnung.

Wer gibt Rat und erstellt Musterrechnung?
Interessant, sehr interessant!

Gruß, ek


*) Copyright ek

Kaweh Jazayeri

unread,
May 5, 2003, 6:08:27 AM5/5/03
to

"Susanne Dieter" <susanne...@nexgo.de> wrote in message
news:3EB62AF3...@nexgo.de...

> Kaweh Jazayeri schrieb:
>
> > > > Will(der es einfacher findet, einen Biergarten zu pachten, als gegen
> > > > Rechnung "selbständig" zu kellnern)
> > > Glaube ich nicht. Das ist die perfekte Ich-AG. Die Kneipenbesitzer
> > > sind doch froh, ihre 3,50 EUR pro Stunde endlich offiziell als Ausgabe
> > > angeben zu können statt schwarz auszugeben. (Ja, ich weiß, ich schere
> > > jetzt wieder alle über einen Kamm, man darf nicht verallgemeinern.)
> > Bei 3,50 sind wir schon runter.
>
> O.k., vielleicht 5-6 EUR. Dann kommen wieder die schlauen Sprüche der
> Auftraggeber wie "je mehr man verdient, desto mehr Steuern muss man
> zahlen, dann bleibt eh kaum was übrig", "ist doch besser 5 EUR direkt
> ohne Abzüge zu haben als SV zu zahlen" oder "als Ich-AG dürfen Sie
> doch eh nur xx verdienen (als nebenberuflicher Arbeitsloser 165 EUR".
> Alles schon gehört. (Gibt's eigentlich noch die berühmten Tricks mit
> auf Ommas Lohnsteuerkarte arbeiten? Ich kannte vor zehn Jahren eine,
> die als DJ gearbeitet hat. :-))
>
Den kenne ich nicht,aber vielleicht gibt es diesen noch?!

ui, das hört sich gut an, also Weinheim ist hier um die Ecke, aber er sucht
ja auch. Habe letztens mit so einer ICH-AG gesprochen der war auch Promoter,
leider haben wir nicht über den Studenlohn geredet, er war Student und hat
in den Sem.Ferien als Promoter gearbeitet ,um im Semester weniger bis
garnicht arbeiten zu müssen.

> _________________
>
> Hier wird einer als Franchisenehmer gesucht:
>
> Organisator/in (BKZ 7523100)
>
> STELLENBESCHREIBUNG
>
> Anforderungen Franchise-Nehmer;Mitgliederwerb./Verkauf
> v.Mitgliedschaften;Organisation u.Betreuung
> v.Freizeitveranstaltg.Aufbau v.Clubpartnerschaften;Reisevermittlung;
> *Wichtig: dies ist ein nicht geprüftes Angebot*
>
> Betriebsart Freizeitclub
>
> Arbeitsort bundesweit außer Chemn
>
> Arbeitszeit Vollzeit
>
> Gehalt/Lohn Provision
>
> Frei ab sofort
>
> Arbeitgeber
> SRV & SFC Bernd Mühlberger
> 09113 Chemnitz
>

;o)
_______________
>
> Gruß
>
> Susanne
Kaweh


Susanne Dieter

unread,
May 5, 2003, 6:43:41 AM5/5/03
to
Kaweh Jazayeri wrote:

>>(Gibt's eigentlich noch die berühmten Tricks mit
>>auf Ommas Lohnsteuerkarte arbeiten? Ich kannte vor zehn Jahren eine,
>>die als DJ gearbeitet hat. :-))
> Den kenne ich nicht,aber vielleicht gibt es diesen noch?!

Vereinzelt bestimmt, vermute ich einfach mal.

> ui, das hört sich gut an, also Weinheim ist hier um die Ecke, aber er sucht
> ja auch. Habe letztens mit so einer ICH-AG gesprochen der war auch Promoter,
> leider haben wir nicht über den Studenlohn geredet, er war Student und hat
> in den Sem.Ferien als Promoter gearbeitet ,um im Semester weniger bis
> garnicht arbeiten zu müssen.

Kannst ja als Vermittler für den Franchisegeber auftreten und Provision
für die Beratung von Ich-AGs kassieren. Da besteht bestimmt noch viel,
viel mehr Beratungsbedarf, man muss die Kundschaft nur suchen. :-)

Die Angebote beim AA werden immer abstruser. Neulich sah ich sogar, dass
ein/e Astrologe/in gesucht wird (ja, die, die Karten legen und die
Zukunft voraussagen). Ob das alles als zumutbare Arbeit gilt, und man
wird gesperrt, wenn man ablehnt? :-(

Gruß

Susanne

Susanne Dieter

unread,
May 5, 2003, 6:46:04 AM5/5/03
to
Goetz Buchholz wrote:


> Nur noch mal der Deutlichkeit halber:
> Nein, das kann niemand. Weil eine selbstständige Tätigkeit als Kellner
> ausgeschlossen ist: Kellner *müssen* vom Arbeitgeber sozialversichert
> werden. Spätestens bei der nächsten Betriebsprüfung durch die BfA (kommt
> alle vier Jahre) würde der Arbeitgeber Ärger kriegen.

Ach, deswegen hat der OP vielleicht auch gefragt, und ich habe es nicht
verstanden. Und deswegen gibt es nicht noch viel mehr "selbständige
Kellner".

Aber vielleicht ist das als Ich-AG ja möglich, die bekommen ja einige
Extrawürste gebraten (das ist ernst gemeint)?

Oder man nennt das Kind halt anders.

Gruß

Susanne

Friedemann

unread,
May 5, 2003, 8:23:32 AM5/5/03
to
Goetz Buchholz <wo...@goetzbuchholz.de> wrote:

> Nein, das kann niemand. Weil eine selbstständige Tätigkeit als Kellner
> ausgeschlossen ist: Kellner *müssen* vom Arbeitgeber sozialversichert
> werden. Spätestens bei der nächsten Betriebsprüfung durch die BfA (kommt
> alle vier Jahre) würde der Arbeitgeber Ärger kriegen.

Das weiß ich ja. Das heißt ja noch lange nicht, dass da nichts
hintrieben werden kann.

Also auf der Rechnung steht da nichts von Kellnern sondern von
Organisation des Cateringservice, oder sowas wie "für die Vermittlung
der Tagungsteilnehmer".

Wenn der Arbeitgeber sich darauf einläßt, hat er das vor einer Prüfung
zu verantworten. Das ist unkritisch.

Komisch, dass es nie dazu kommt, was der Gesetzgeber da will.

Friedemann

unread,
May 5, 2003, 8:29:00 AM5/5/03
to
Goetz Buchholz <wo...@goetzbuchholz.de> wrote:

> Nein, das kann niemand. Weil eine selbstständige Tätigkeit als Kellner
> ausgeschlossen ist: Kellner *müssen* vom Arbeitgeber sozialversichert
> werden. Spätestens bei der nächsten Betriebsprüfung durch die BfA (kommt
> alle vier Jahre) würde der Arbeitgeber Ärger kriegen.

Das weiß ich ja. Das heißt ja noch lange nicht, dass da nichts

hintertrieben werden kann.

Also auf der Rechnung steht da nichts von Kellnern sondern von

Organisation des Cateringservices, oder sowas wie "für die Vermittlung
der Tagungsteilnehmer".

Wenn der Arbeitgeber sich darauf einläßt, hat er das vor einer Prüfung
zu verantworten. Das ist unkritisch.

Komisch, dass es nie dazu kommt, was der Gesetzgeber da will.

Das erinnert mich etwas an die in Privathaushalten Beschäftigten.
Es sind wohl ca. 3,5 Millionen in Privathaushalten beschäftigt und nur
40000 derart angemeldet, wie der Gesetzgeber es vorsieht.

Irgendetwas hängt da schief.


e.kurtz

unread,
May 5, 2003, 8:55:40 AM5/5/03
to
Friedemann schrieb:
> Komisch, dass es nie dazu kommt, was der Gesetzgeber da will.
> Das erinnert mich etwas an die in Privathaushalten Beschäftigten.
> Es sind wohl ca. 3,5 Millionen in Privathaushalten beschäftigt und nur
> 40000 derart angemeldet, wie der Gesetzgeber es vorsieht.
>
> Irgendetwas hängt da schief.

EXAKT! VOLLTREFFER!!

Nämlich die Politik mit ihren Machenschaften!

Diesen Pennern steht das Wasser bis zur Oberkante Unterlippe, schon seit
langem, daher verfolgen die uns mit allen Mitteln und schaffen es nie,
uns einzuholen.
Sehr Sportlich! Lobenswert!

ek.

Will Berghoff

unread,
May 5, 2003, 9:13:29 AM5/5/03
to
Friedemann wrote:
> Komisch, dass es nie dazu kommt, was der Gesetzgeber da will.
> Das erinnert mich etwas an die in Privathaushalten Beschäftigten.
> Es sind wohl ca. 3,5 Millionen in Privathaushalten beschäftigt und nur
> 40000 derart angemeldet, wie der Gesetzgeber es vorsieht.

Versuche es es doch einfach mal.

Die Krankenkassen blicken nicht durch und versuchen, Dich abzuwimmeln. Die
letzte Krankenkasse, AOK SH - nur erforderlich wegen der U1 und U2, hat mir
gar illegale Absichten unterstellt und eine Aussenprüfung angedroht, weil
ich unsere HH mit EUR 400,01 entlohnen möchte, damit sie ordentlich
krankenversichert ist.

Das "Haushaltsscheckverfahren", das bisher die Abrechnung bei Jobs > EUR 325
mit den SV erleichterte, ist klammheimlich entwertet bzw. in seiner
eigentlichen Funktion abgeschafft worden und gilt jetzt nur noch für die
Minijobs, die eh komplett in Cottbus abgerechnet werden. Für die Jobs
400-800 EUR musst Du Dich jetzt mit allen SV-Trägern wieder herumschlagen
und, weil Du viel Arbeit für wenig Geld machst, musst Du Dir auch deren
Gemecker anhören.

Das ganze ist für mich ein Beispiel, wie sehr der Staat und alle Politiker
und Behörden hier abgewirtschaftet haben - da macht es wirklich keinen
Unterschied, ob sie christlich, liberal oder sozial erscheinen wollen. Sie
kümmern sich in Wirklichkeit nur noch um ihre eigenen Taschen und wirken in
Richtung Volk nur noch gelegentlich.

Will

Martin Schmitz

unread,
May 5, 2003, 9:28:53 AM5/5/03
to
Susanne Dieter <susanne...@nexgo.de> writes:

> Die Angebote beim AA werden immer abstruser. Neulich sah ich sogar, dass
> ein/e Astrologe/in gesucht wird (ja, die, die Karten legen und die
> Zukunft voraussagen).

Astrologen legen weder Karten, noch sagen sie die Zukunft voraus.

"Astrologie" heißt schlicht "Sterndeutung" und versucht, z.B. Anhand der
Stellung der Planeten am Himmel und zueinander zum Zeitpunkt Deiner
Geburt, etwas über Deine Persönlichkeit und Deine Art, die Welt zu
erfahren, herauszubekommen. Das kann dich zur Selbstreflexion
inspirieren - oder nicht.

> Ob das alles als zumutbare Arbeit gilt, und man wird gesperrt, wenn
> man ablehnt? :-(

Wenn Du eine diesbezügliche Ausbildung genossen hast: bestimmt.

Gruß,
Martin

Susanne Dieter

unread,
May 5, 2003, 10:04:57 AM5/5/03
to
Martin Schmitz wrote:
> Susanne Dieter <susanne...@nexgo.de> writes:

> Astrologen legen weder Karten, noch sagen sie die Zukunft voraus.

Also gut, diesbzgl. lasse ich mich gerne belehren.

> "Astrologie" heißt schlicht "Sterndeutung" und versucht, z.B. Anhand der
> Stellung der Planeten am Himmel und zueinander zum Zeitpunkt Deiner
> Geburt, etwas über Deine Persönlichkeit und Deine Art, die Welt zu
> erfahren, herauszubekommen. Das kann dich zur Selbstreflexion
> inspirieren - oder nicht.

Ich gebe zu, mich in dem Bereich nicht auszukennen, interessiert mich
ehrlich gesagt auch nicht die Bohne.

Aber wenn man beim AA mal auf Heimarbeit oder sonstige falsche BKZs
klickt, kommen doch schon Ergebnisse, die ich zwar in Wochenblättern
oder auf Seiten wie heimarbeit.com (frei erfunden) vermuten würde, aber
nicht beim AA.

Der Text für die Astrologin war übrigens:

Astrologische/r Berater/in (BKZ 8389101)

Anforderungen
Esoterische Lebensberatung, Kartenlegen, Astrologie. HEIMARBEIT ->
Telefonische Beratung.***vorerst: 400-Euro-Basis,- Option auf
Festeinstellung. *Geringfügige Tätigkeit in Telearbeit*

Arbeitgeber
WB & KF GmbH
67575 Eich

>>Ob das alles als zumutbare Arbeit gilt, und man wird gesperrt, wenn
>>man ablehnt? :-(
> Wenn Du eine diesbezügliche Ausbildung genossen hast: bestimmt.

Das ist natürlich wahr. Aber da sind ja Dinger dabei wie Begleitservice
(also Begleitung von Geschäfsmännern bei Terminen ohne horizontalen
Mambo) o.ä. Müsste das auch jeder machen? Außerdem verbergen sich hinter
den schwammigen Aussagen "Gehalt nach VB" auch oft genug solche für 4,00
EUR. Neulich sah ich eine Videothek, ich glaube im Saarland, auf jeden
Fall Westdeutschland, für 4,10 EUR.

Aber so allmählich müsste man mal einen F'up machen, das passt hier
nicht mehr so ganz. Allerdings wollte ich keine große Diskussion vom
Zaun stoßen.

Mir geht nur öfter bei sowas mal der Hut hoch. Ich habe früher auch
schon schwarz für 60 DM pro acht Stunden gekellnert und habe zu hören
bekommen "das gibt's doch nicht" oder "selbst schuld". Aber was bleibt
einem in der Ausbildung anderes übrig, ohne Berufserfahrung oder Lehre.
Und vielen anderen geht es genauso. Und es wird immer schlimmer statt
besser.

Und ob die 400-EUR-Jobs, die im Moment so "in" sind bei den AG, so eine
gute Idee waren, bin ich mir auch nicht sicher. Vermutlich werden jetzt
viele Teilzeitjobs umorganisiert, im besten Fall für weniger Stunden, im
schlimmsten Fall 20 Stunden für 400 EUR.

So - jetzt aber wirklich Schluss - völlig OT...

Gruß

Susanne

Will Berghoff

unread,
May 5, 2003, 1:41:41 PM5/5/03
to
Angelika Jaunich wrote:
> Und ich dachte immer, dass HH der einzige Berufstand sind, zu dem
> Politiker wenigstens noch eine reale Beziehung haben. Deshalb die
> Sonderregelungen.
> Offensichtlich klappt es also damit auch nicht- wohl, weil die
> Privatsekretärin die Abrechnung macht...

Nun, vielleicht gehen sie solchen Abrechnungsproblemen auch einfach aus dem
Wege wie die Mehrheit der deutschen Haushalte (soweit sie Hilfe nutzen).

In USA fällt ja immer wieder mal ein Politiker auf, weil er eine Illegale
beschäftigt.

Gruß
Will

Goetz Buchholz

unread,
May 6, 2003, 6:59:15 AM5/6/03
to
"Will Berghoff" <n...@berghoffs.de> schrieb im Newsbeitrag
news:b95nsv$g0jld$1...@ID-88744.news.dfncis.de...

> Das ganze ist für mich ein Beispiel, wie sehr der Staat und alle
> Politiker und Behörden hier abgewirtschaftet haben - da macht es
> wirklich keinen Unterschied, ob sie christlich, liberal oder sozial
> erscheinen wollen.

Sorry - für mich ist es ein Beispiel, wie sehr die Arbeitgeber
abgewirtschaftet haben, die ihren Arbeitnehmern einfach ihre gesetzlichen
Rechte vorenthalten - nämlich den Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung
(und einiges andere mehr) zu kriegen.
Kannst du mir verraten, was ein Kellner (darum ging es hier ursprünglich)
mit einem Selbstständigen zu tun hat? Worin seine Unternehmertätigkeit
besteht? Wieso er seinem Arbeitgeber dessen Unternehmerrisiko abnehmen soll?
Und was der Vorteil sein soll, wenn ein Kellner sich als Selbstständiger
durchmogelt, im Zweifelsfall ganz ohne Krankenversicherung und
Altersvorsorge - weil er ja als "selbstständiger Kellner" eben nicht mehr,
sondern weniger gezahlt kriegt denn als Angestellter?
Ich halte diese Regelung jedenfalls für höchst vernünftig und alle Wirte,
die ihren Kellnern einreden, sie sollten sich als Selbstständige
durchmogeln, zumindest für unanständig.

Musste mal gesagt werden.

Friedemann

unread,
May 6, 2003, 8:34:25 AM5/6/03
to
Goetz Buchholz <wo...@goetzbuchholz.de> wrote:

> Sorry - für mich ist es ein Beispiel, wie sehr die Arbeitgeber
> abgewirtschaftet haben, die ihren Arbeitnehmern einfach ihre gesetzlichen
> Rechte vorenthalten - nämlich den Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung
> (und einiges andere mehr) zu kriegen.

Allerdings ist das nicht der Fall.
Der Arbeitnehmer will selber nicht sozialversichert sein.
Der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung ist auf den Verdienst
aufgeschlagen.
Kündigungsschutz, Arbeitsrecht etc. sind hierbei nicht von Belang.


Will Berghoff

unread,
May 6, 2003, 9:36:26 AM5/6/03
to
Goetz Buchholz wrote:

> Ich halte diese Regelung jedenfalls für höchst vernünftig und alle
> Wirte, die ihren Kellnern einreden, sie sollten sich als
> Selbstständige durchmogeln, zumindest für unanständig.

Full ACK - Du hast mich völlig missverstanden.

Gruß
Will

Susanne Dieter

unread,
May 6, 2003, 12:02:41 PM5/6/03
to

Eigentlich habt Ihr ja Recht, aber ich glaube wirklich, dass die Chancen
gar nicht schlecht stehen, "Aufträge" zu bekommen. Und warum darf ein
Kellner nicht selbständig arbeiten, ein Gärtner oder andere Berufe
schon? Wo liegt mein Denkfehler?

Oder meint Ihr wegen der gesundheitlichen Beanspruchung? Die haben
andere Berufe doch auch. Oder denkt Ihr (richtigerweise), die meisten
erreichen keine Verdienste, mit denen man sich versorgen, versichern,
leben kann?

Gruß

Susanne

Will Berghoff

unread,
May 6, 2003, 12:12:16 PM5/6/03
to
Susanne Dieter wrote:
>...Und warum

> darf ein Kellner nicht selbständig arbeiten, ein Gärtner oder andere
> Berufe schon? Wo liegt mein Denkfehler?

Kelnner ist eine Tätigkeit, die so typisch weisungsgebunden, am Ort des
Arbeitgebers und durch den (gelernten?) Kellner selbst zu erbringen ist wie
kaum eine andere Tätigkeit.

Die einzige Selbständigkeit, die ein Kellner hat - und die die meisten nicht
beherrschen - ist die Entscheidung, auf dem "leeren" Wege auch etwas Arbeit
zu erledigen und eben in beiden Richtungen zu transbportieren sowie
unterwegs nach Gästen mit Bedarf Ausschau zu halten. Damit verringert sich
die Zahl der täglich gelaufenen km erheblich und dient somit der Gesundheit
und ggf. auch des früheren Feierabends.

Gruß
Will

e.kurtz

unread,
May 7, 2003, 1:51:17 PM5/7/03
to

Will Berghoff schrieb:


>
> Susanne Dieter wrote:
> >...Und warum
> > darf ein Kellner nicht selbständig arbeiten, ein Gärtner oder andere
> > Berufe schon? Wo liegt mein Denkfehler?
>

> Kellner ist eine Tätigkeit, die so typisch weisungsgebunden, am Ort des


> Arbeitgebers und durch den (gelernten?) Kellner selbst zu erbringen ist wie
> kaum eine andere Tätigkeit.
> Die einzige Selbständigkeit, die ein Kellner hat - und die die meisten nicht

> [...]
> Gruß
> Will

Unser Gärtner im Golfklub ist detto selbständig, der bringt seine eigene
Sense mit, schwingt sich geg.falls auf den klubeigenen Mähdresscher -
und gut isses!

Und im Klubrestaurant ham wir zwei Kellner, der eine kommt seit ca. 3
Jahren im eigenen Frack, hat sein eigenes Handtuch und balanciert das
eigene Spezial-Tablett!

Zum Ende dieser Diskussion kommt mir jetzt nach und nach der Verdacht
hoch, daß der Kerl evtl. ein Gewerbe als Wellnes-Betreuer etc.
angemeldet hat!
Kann das sein?
Wie hat der Spitzbube bloß die BfA auf den Leim geführt?

Damit wäre auch erklärt, warum der Service im Restaurant seitdem derart
GUT klappt wie sonst nie! Kein angestelltes, transoßiges Weichei mit
Rundum-Versorgung!

Wenn Friedemann sowas vorhat: Genehmigt!!!

ek.

Gerhard Eichberger

unread,
Jul 6, 2003, 12:20:52 PM7/6/03
to
Auf dieses Thema bin ich gestoßen, als ich in groups.google.com was gesucht
habe; daher erst jetzt meine Antwort...

Goetz Buchholz:
> "Friedemann":


> > Kann mir jemand mal eine wasserdichte Rechnung für einen
> > Kellnerjob in der Gastronomie rübermailen.
>
> Nur noch mal der Deutlichkeit halber:
> Nein, das kann niemand. Weil eine selbstständige Tätigkeit als Kellner
> ausgeschlossen ist: Kellner *müssen* vom Arbeitgeber sozialversichert
> werden. Spätestens bei der nächsten Betriebsprüfung durch die BfA (kommt
> alle vier Jahre) würde der Arbeitgeber Ärger kriegen.

Das ist interessant. Bei uns in Österreich kommt es bei Veranstaltungen oft
so vor, daß ein Kellner nur einen mündlichen Vertrag bekommt - er wird dann
vom Wirten nicht angemeldet. Weiters ist der Kellner für seinen Ausschank
verantwortlich, insbesondere auch für Zechpreller.

Wir haben zu diesem Thema derzeit eine Diskussion in at.gesellschaft.recht
unter dem Betreff "Was darf ein Kellner", gestartet von mir am 30. Juni
2003. Dort geht es darum, daß ein Kellner einen Zechpreller
niedergeschlagen hat. Einige meinten, daß der Kellner für einen Zechpreller
haftet - andere wieder meinen, daß dem nicht so ist. Daraufhin meinte ich,
daß es darauf ankommt, ob der Kellner ein Angestellter des Wirten ist oder
nicht.

Die ganze Diskussion gibt's unter
http://groups.google.com/groups?hl=de&lr=&ie=UTF-8&threadm=bdvidf.1sk.1%40I
D-76167.user.dfncis.de&rnum=1&prev=/groups%3Fq%3DWas%2Bdarf%2Bein%2BKellner
%253F%26hl%3Dde%26lr%3D%26ie%3DUTF-8%26selm%3Dbdvidf.1sk.1%2540ID-76167.use
r.dfncis.de%26rnum%3D1 nachzulesen. (Falls dieser direkte Link nicht
funktioniert, bitte auf http://groups.google.com klicken und im Suchfeld
"Was darf ein Kellner?" eingeben... (Leider weiß ich nicht, wie man zu der
Adresse des Beitrages im Usenet kommt.)

Das ganze betrifft allerdings die Situation in Österreich. Nun meinen aber
auch da einige, daß diese Vorgangsweise unzulässig ist, auch wenn sich die
Wirten besonders schlau vorkommen. (Ein Wirt meinte Folgendes: "Die
Kellner, die bei Veranstaltungen mitarbeiten, bekommen keinen Lohn/Gehalt,
sondern sind an ihrem Umsatz beteiligt - sie sind daher keine Arbeiter oder
Angestellte, sondern Stille Gewerkschafter des Wirten, wobei der
Gesellschaftsvertrag nur mündlich existiert und somit keine Lohnsteuer,
aber auch keine Einkommenssteuer (da in der Regel die Kellner im Jahr nicht
über die Steuerfreigrenze kommen) fällig ist. Es erfolgt daher auch keine
Anmeldung bei Finanzamt, Sozialversicherung, Gemeinde, etc.; es gibt auch
keine Lohnsteuerkarte, da die Kellner ja nicht bei mir beschäftigt sind.")
Soweit die Rechtsansicht eines Wirten hier in unserer Gegend.

Tja, und jetzt interessiert mich, wie das im Vergleich zu Österreich in
Deutschland ausschaut. Kann sich da ein Wirt so einfach herausreden?


Gerhard


Konni Scheller

unread,
Jul 6, 2003, 1:49:15 PM7/6/03
to
Gerhard Eichberger <he...@ccc.at> wrote:

> Kann sich da ein Wirt so einfach herausreden?

Nein, im Regelfall nicht.

Was möglich ist: Der Kellner kann ein Gewerbe angemeldet haben. Er muss
am Markt auftreten (beispielsweise über Zeitungsanzeigen), er muss bei
mehreren Wirten arbeiten und darf nicht weisungsgebunden sein. Das
heißt, der Wirt darf ihm zwar sagen, was er arbeiten soll, aber nicht
*wie* er die Arbeit erledigen darf.

Das ganze wackelt allerdings erheblich. Seit dem ScheiSe-Gesetz (nein,
nicht Schei**e , sondern ScheinSelbStändigkeits-Gesetz) wurde die
Situation zunehmend unberechenbarer.

So passierte es öfters, dass rückwirkend der "Selbständige" zum
Angestellten erklärt wurde. Das heißt auch, dass sämtliche
Sozialversicherungsbeiträge, Urlaubs-, Weihnachtsgeld, bezahlter Urlaub,
etc. fällig wurden.

Drum lässt man sich auf sowas nicht gerne ein...

Servus,
Konni

Erwin Denzler

unread,
Jul 6, 2003, 6:42:59 PM7/6/03
to
Gerhard Eichberger schrieb:

>
>>Nur noch mal der Deutlichkeit halber:
>>Nein, das kann niemand. Weil eine selbstständige Tätigkeit als Kellner
>>ausgeschlossen ist: Kellner *müssen* vom Arbeitgeber sozialversichert
>>werden. Spätestens bei der nächsten Betriebsprüfung durch die BfA (kommt
>>alle vier Jahre) würde der Arbeitgeber Ärger kriegen.
>
>
> Das ist interessant. Bei uns in Österreich kommt es bei Veranstaltungen oft
> so vor, daß ein Kellner nur einen mündlichen Vertrag bekommt - er wird dann
> vom Wirten nicht angemeldet. Weiters ist der Kellner für seinen Ausschank
> verantwortlich, insbesondere auch für Zechpreller.

Wenn Goetz geantwortet hatte, bezog sich das natürlich auf Deutschland.
Ich kenne das österreichische Arbeits-, Sozial- und Steuerrecht nicht
näher, aber sehr groß werden die Unterschiede nicht sein.

In Deutschland wäre der Kellner nur selbständig, wenn er das Bier (oder
was auch immer) vom Wirt kauft und dann an den Gast weiterverkauft.
Glaubwürdig ist das nur, wenn der Kellner-Unternehmer z.B. selbst den
Verkaufspreis mit dem Gast aushandeln kann. Eine Spiese- und
Getränkekarte mit festgelegten Preisen wäre schon ein sehr deutliches
Indiz dafür, daß der einzelne Kellner keine unternehmerische Freiheit
hat. Angeblich sollen die beeindruckenden Damen auf dem Oktoberfest mit
10 Maß Bier in jeder Hand selbständige Unternehmerinnen sein. Ich war
noch nie dort, aber ich glaube eher nicht, daß der Preis von jeder
einzelnen Kellnerin festgelegt bzw. ausgehandelt werden kann. Sehr
wahrscheinlich muß sie ihre Arbeit im Festzelt (betriebliche
Eingliederung) so ausführen, wie der Festwirt es ihr gesagt hat
(Weisungsgebundenheit). Lustig wär es schon, wenn die Kellnerinnen nach
Auktionsart um die Gäste streiten würden "ba mia giabts a Weisswursch
extra" - "5 Protschent Rabatt wennst drei Moas saufst"

E.D.

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