Gruß
Arthur
Wettbewerbrechtlich dürften sich multiple Persönlichkeiten kaum
verbieten lassen. *g*
Meistens agiert ein Einzelunternehmer nicht alleine, er kauft
auch wiederum Dienstleistungen ein, welche dann in das von ihm
angebotene Produkt / die Dienstleistung einfließen. So ist dann
das "wir" als "ich und meine Dienstleistungspartner" zu sehen.
Grüße
Rainer
Arthur Hill schrieb:
> Ist der Plural Majestatis (das sprechen von "Wir") wettbewerbrechtlich
> eigentlich in Ordnung, wenn er von Einzelunternehmern gebraucht wird?
Bist Du sicher, daß das in dem Fall ein Pluralis majestatis ist? "Wir" wird
ja auch in anderen Fällen verwendet:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pluralis_majestatis
Gruß Martin
--
Bitte nicht an der E-Mail-Adresse fummeln, die paßt so.
> Ist der Plural Majestatis (das sprechen von "Wir")
> wettbewerbrechtlich eigentlich in Ordnung, wenn er von
> Einzelunternehmern gebraucht wird?
Erlaubt: ja. Sinnvoll? Wird hier immer wieder gerne diskutiert.
Grüße
Matthias
> Arthur Hill wrote:
>> Ist der Plural Majestatis (das sprechen von "Wir") wettbewerbrechtlich
>> eigentlich in Ordnung, wenn er von Einzelunternehmern gebraucht wird?
>
> Auch Einzelunternehmen können aus mehr Personen als nur dem Inhaber
> bestehen.
Erst dann ist kann es wirklich ein Pluralis majestatis sein. Ohne
Untertanen geht das nämlich eigentlich nicht.
Viele Grüße
Joachim
--
Dr. Joachim Wiesemann
http://www.bestviewed.de/ Seiten über Webdesign und Usability
http://jwiesemann.com/ Ingenieurdienstleistungen, Usabilityberatung
"Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche!"
Wobei mich jetzt der Bezug auf "wettbewerbsrechtlich" irgendwie
irritiert....
Gruß
Angelika
--
Jede Kunst ist selbstständiges Leben. (Wassily Kandinsky)
Meiner Ansicht nach schon, nämlich in dem Moment wo Du (auch ohne
eigene Angestellte) etwas anbietest was ohne die Zusammenarbeit mit
externen Partnern nicht realisierbar ist.
Grüße
Rainer
> > > Ist der Plural Majestatis (das sprechen von "Wir")
> > > wettbewerbrechtlich eigentlich in Ordnung, wenn er von
> > > Einzelunternehmern gebraucht wird?
> >
> > Erlaubt: ja. Sinnvoll? Wird hier immer wieder gerne
> > diskutiert.
>
> Wobei mich jetzt der Bezug auf "wettbewerbsrechtlich"
> irgendwie irritiert....
Mich nicht. Wettbewerbsrechtlich könnte unzulässig sein, wenn
der OP den Eindruck erweckt, hinter "wir" stünden "viele". Wenn
er also mit der Personalabteilung prahlt und einer Fertigung von
20 Mann, dann könnte das wettbewerbswidrig sein.
"Wir" kann ja auch schon "mein Kooperationspartne und ich" oder
"meine Aushilfskraft und ich" sein.
Grüße
Matthias
>Ist der Plural Majestatis (das sprechen von "Wir") wettbewerbrechtlich
>eigentlich in Ordnung, wenn er von Einzelunternehmern gebraucht wird?
In dieser Allgemeinheit ist keine eindeutige Antwort auf deine Frage
möglich. Es kommt auf die Besonderheiten des Einzelfalles an, die
semantische Bedeutung des Textes und die zu erwartende Annahme beim
Kunden/Leser, die damit hergestellt wird oder werden soll.
Eines ist aber auf jeden Fall sehr, sehr sicher: Merkt der Kunde, dass
hinter dem "WIR" nur eine einzelne Person steht, hat sich diese sehr
lächerlich gemacht und das kann sich auf die Reputation des
Einzelunternehmers oder seine allgemein niedriger eingestufte
Zuverlässigkeit auch in seinen anderen Aussagen deutlich auswirken.
Eine Ausnahme: Die Klientel ist auf ähnlichem Niveau, kaum sprachlich
gebildet, gutgläubig und naiv.
Martin
--
"Allen ist das Denken erlaubt, doch vielen bleibt es erspart."
- Curt Goetz -
>
> Eine Ausnahme: Die Klientel ist auf ähnlichem Niveau, kaum sprachlich
> gebildet, gutgläubig und naiv.
>
Wobei ein Großteil der Kunden auf Preise und Leistungen
guckt und sich nicht ewig über "ich" oder "wir" Gedanken
macht ...
Grüße
Rainer
>> Auch Einzelunternehmen können aus mehr Personen als nur dem Inhaber
>> bestehen.
>
> Erst dann ist kann es wirklich ein Pluralis majestatis sein. Ohne
> Untertanen geht das nämlich eigentlich nicht.
Falchs. Ein p. m. braucht keine Untertanen. Es braucht nur Dich und
Gott - oder wer auch immer Dir die Macht verleiht.
Unser letzter Kaiser hat seine Urkunden doch auch immer begonnen mit:
Wir, Wilhem von Gottes Gnaden ...
ciao Jens
> Meiner Ansicht nach schon, nämlich in dem Moment wo Du (auch ohne
> eigene Angestellte) etwas anbietest was ohne die Zusammenarbeit mit
> externen Partnern nicht realisierbar ist.
Genau so sehe ich das auch. Nur weil man ein Einzelunternehmen hat und ohne
feste Mitarbeiter arbeitet, heißt das ja noch lange nicht, dass man wirklich
alles alleine macht. Bei mir ist es ja auch so, dass ich die allermeisten
Schritte alleine mache, aber es gibt eben doch einige Zulieferer, wie die
ganzen Muttersprachler für die fremdsprachigen Filmversionen, meinen
Grafiker für die DVD-Cover und das Presswerk für die DVD-Pressung.
Von daher habe ich mit dem "wir" auf der Homepage keine Probleme, im Prinzip
kann ja damit sogar die enge Zusammenarbeit zwischen mir und dem jeweiligen
Auftraggeber gemeint sein. Solche Texte in der Ich-Form klingen jedenfalls
total bescheuert.
Ausnahme: Jemand wirbt für sich als Einzelpersönlichkeit, also zum Beispiel
ein einzelner Architekt, Anwalt, Gutachter, Sprecher, Schauspieler, ja sogar
der Klavierbau-Meister, der ganz alleine und in Ruhe die Instrumente seiner
Kunden restauriert. Da finde ich dann die Ich-Form passender.
Matthias
--
Matthias Köhler
Film- und Fernsehproduktion
http://www.koehler-film.de
> Meiner Ansicht nach schon, nämlich in dem Moment wo Du (auch ohne
> eigene Angestellte) etwas anbietest was ohne die Zusammenarbeit mit
> externen Partnern nicht realisierbar ist.
Das reicht nicht. "Wir" heißt - bei der Majestät ebenso wie beim Unter-
nehmer - dass er für mehrere Personen spricht. "Wir" wäre also bei einer
einzelnen Person nur korrekt, wenn er gemeinsam mit den Partnern an-
bietet, also auch für sie sprechen darf. Sonst ist es Hochstapelei und
würde wohl auch so verstanden.
UH
Ansich kann man das Problem ja auch umgehen:
Nicht:
Unser Produkt "Super" bietet alle Eigenschaften
die Sie sich schon immer gewünscht haben.
Sondern:
Das Produkt "Super" bietet alle Eigenschaften
die Sie sich schon immer gewünscht haben.
oder
Nicht:
Wir bieten Ihnen einen erstklassigen Support,
bei uns sind sie richtig aufgehoben.
Sondern:
Sie erhalten einen erstklassigen Support, daher
fühlen Sie sich hier jederzeit richtig aufgehoben.
usw. usw.
Grüße
Rainer
> Ansich kann man das Problem ja auch umgehen:
>
> Nicht:
> Unser Produkt "Super" bietet alle Eigenschaften
> die Sie sich schon immer gewünscht haben.
>
> Sondern:
> Das Produkt "Super" bietet alle Eigenschaften
> die Sie sich schon immer gewünscht haben.
NACK - im 1. Fall klingt klar raus, daß es *Euer* Produkt ist, ihr also
selbst dahintersteht. Sowas würde ein Hersteller schreiben.
Der 2. Fall klingt wie eine schlichte Beschreibung eines fremden Produktes.
Da würde ich einen Händler erwarten, der dieses Produkt zwar im Pogramm
hat, aber sonst nicht viel damit zu tun hat (was z.B. Herstellung und
Entwicklung angeht). Das könnte sogar ein E-Bay Kistenschieber sein.
> Nicht:
> Wir bieten Ihnen einen erstklassigen Support,
> bei uns sind sie richtig aufgehoben.
Gerade beim Thema "Support" finde ich wichtig zu wissen, wer mir den
bietet. In diesem Fall ganz klar mein Geschäftspartner selbst.
> Sondern:
> Sie erhalten einen erstklassigen Support, daher
> fühlen Sie sich hier jederzeit richtig aufgehoben.
Brrr, das klingt für mich nach "Wenn das Produkt nicht funktioniert können
wir auch nichts dran machen, es gibt da aber eine kostenpflichtige Hotline
des Herstellers (mit Callcenter in Indien), der kann da vielleicht helfen".
Eine solche Formulierung wie von Dir oben getroffen wäre für mich ein
klarer Grund, so ein Produkt nicht zu kaufen, weil sich damit der Schreiber
klar und deutlich aus der Schußlinie bringen will.
Grüße,
Frank
Das ist die deutsche Sicht. Ein Amerikaner hingegen klotzt und protzt, und
die anderen finden das gut. Bemitleidet wird der, der nicht aus einer Sache
Money macht (etwas OT).
--
Moin+Gruss Alexander
>Ansich ...
An sich!
>... kann man das Problem ja auch umgehen:
>Nicht:
>Unser Produkt "Super" bietet alle Eigenschaften
>die Sie sich schon immer gewünscht haben.
Sondern:
Unser Produkt "Super" bietet alle Eigenschaften (KOMMA!)
die Sie sich schon immer gewünscht haben.
>Sondern:
>Das Produkt "Super" bietet alle Eigenschaften
>die Sie sich schon immer gewünscht haben.
Auch da hätte sich ein Komma professioneller gemacht.
>oder
>Nicht:
>Wir bieten Ihnen einen erstklassigen Support,
Entweder ; oder . und neuer Satz!
>bei uns sind sie richtig aufgehoben.
"Sie" in der Anrede wurde und wird nach wie vor groß geschrieben!
>Sondern:
>Sie erhalten einen erstklassigen Support, daher
>fühlen Sie sich hier jederzeit richtig aufgehoben.
Orthographisch, grammatikalisch und interpunktionell in Ordnung, aber
stilistisch arg zweifelhaft!
Nein, Quatsch beiseite! Was ich wirklich sagen wollte: Man kann eine
Hose auch mit der Beißzange anziehen und einen Hummer mit einem Hammer
essen.
Warum soll Herr Arthur Hill (oder der ihm sauer aufgestoßene
Eigentümer eines Einzelunternehmens) nicht "wir" sagen dürfen, wenn
auch seine Putzfrau mit zum properen Erscheinungsbild seiner Person
oder seines Lädelchens beiträgt? Und warium sollte er nicht "wir"
sagen dürfen, wenn ihm (vielleicht sogar aus marketingstrategischen
Aspekten) ganz einfach danach ist? Müssen wir in Deutschland für alles
eine Vorschrift und eine Bußgeldandrohung haben?
Oder anders gefragt: Wo ist das Problem? "Wir" ist in der deutschen
Sprache schließlich nicht nur ein (heillos veralteter lateinischer)
Pluralis majestatis, sondern im normalen Sprachgebrauch ein sehr
geläufiges und völlig zu Recht gebrauchtes Personal-Pronomen (deutsch:
persönliches Fürwort) für zwei oder mehr Menschen.
Werner, der sich jetzt schlagartig wieder wichtigeren Dingen zuwendet
--
Asien-Seminare
Kochstudio, Asia-Shop, Catering- und Reise-Service
www.asienseminare.de
>Wobei ein Großteil der Kunden auf Preise und Leistungen
>guckt und sich nicht ewig über "ich" oder "wir" Gedanken
>macht ...
Hoppala (neudeutsch: uuups), Rainer, das ist eine sehr weise
Anmerkung. Bitte entschuldige also, falls ich dir weiter oben unweise
auf die Füße getreten bin.
Werner, der's nie wieder tut!
> Das ist die deutsche Sicht. Ein Amerikaner hingegen klotzt und protzt, und
> die anderen finden das gut. Bemitleidet wird der, der nicht aus einer Sache
> Money macht (etwas OT).
ACK. Also druck Dir ruhig
Max Mustermann
General Director for Western Europe
World Copy Intenational Worldwide and beyond Ltd.
auf Deine Visitenkarten, wenn Du in Wanne Eickel einen Copy-Shop betreibst
;-)
SCNR,
Frank
Mach ruhig, ich hatte das ja nur schnell rein gehackt und
niemals nie etwas von Perfektion geschrieben ... :)
Grüße
Rainer
>> Eine Ausnahme: Die Klientel ist auf ähnlichem Niveau, kaum sprachlich
>> gebildet, gutgläubig und naiv.
>
>Das ist die deutsche Sicht....
Nö, das ist lediglich meine Sicht. Ich maße mir nicht an, für alle
Deutschen zu sprechen oder ihnen lax nebenbei latente Flatulenz zu
unterstellen.... Ooooops
Soo viele Beiträge und dabei hat es bereits Martin in msg #3 auf den
Punkt gebracht, wenn denn jemand die links mal verfolgen würde: Das
"wir" auf einer Internetseite wäre in jedem Fall als "pluralis
modestiae" zu interpretieren und somit politically völlig korrekt. Ein
Rechtsanwalt, der es wagen würde, das abzumahnen, verliert
nachträglich sein Latinum und damit die Hochschulzulassung und damit
sein Staatsexamen.
Es gilt der alte Grundsatz: Hättet Ihr damals etwas mehr Latein in der
Schule gehabt und dafür etwas weniger Sexualkunde, gäbe es in der Welt
weniger Probleme (und vermutlich auch weniger schlechte Konjunktive).
Es gibt einige wenige Ausnahmen, wo der Singular marketing-strategisch
angebrachter wäre: Genau dann nämlich, wenn das sehr persönliche
Verhältnis zum Inhaber elementarer und dauerhafter Bestandteil des
Geschäftsmodells ist. Aber solche Geschäftsmodelle sind für den
Inhaber häufig sehr ungesund.
Hm, worüber "wir" uns hier wieder alles Gedanken machen.
Wer sagt den, dass ein Einzelunternehmer auch wirklich alles
in Einzelhaft machen muss? :-)
Ich habe auch ein Einzelunternehmen und sitze auch alleine im
Keller um an Kundenaufträgen zu werkeln. Dennoch spreche
ich in "meinem" Shop von "Wir".
Ich habe auch viele Produkte von ebensolchen Kellerkindern,
äh, Kleinserienherstellern in meinem Shop vereint. Auf deren
Produkte kann ich, je nach Kundenwunsch, auch Einfluss nehmen.
Also betrachte ich das "Wir" durchaus als angebracht.
mfG, Alfred Bernschneider.
Ich setze noch einen drauf:
Mein Langer ist Koch, Frau ist Chefin und Betriebsinhaberin, mein Kurzer
ist facility-manager, ich bin der Arxxx fuer's Grobe.
Was spricht dagegen, wenn ich sage: "Ich" und die "Frau Direkter" haben
beschlossen..., also "wir"?
Hat unser Hausmeister am Gymnasium auch immer so gemacht.
Alois war schon immer seiner Zeit voraus.
Edg@r
--
*** Einfach ist genial / fácil es genial ***
Berichte aus Paraguay (Last update: 10. Jan. 2007)
http://edgar-warnecke.schmuckfabrik.de
Manchmal unvermeidbare Doppelpostings/-mails, bitte wegschmeissen.
Mit freundlichen Grüßen
Benno
> Worte , nicht als Worte.
[...]
> Mich als Kunden interessiert nur: entspricht das Produkt meinen
> preislichen und qualitativen Vorstellungen? Ob das durch 'wir' oder 'ich'
> garantiert wird, ist nebensächlich.
Wenn das "Produkt" der sich mit seiner Präsentation und der Kundenansprache
vorstellende dienstleistende Mensch ist, ist die Nebensächlichkeit dahin.
Beim Erstkontakt gibt es noch keine verifizierte qualitative "Vorstellung"
des Produkts, es bleibt nur der erste Eindruck. Und der wird je nach
konkretem Adressat zu nicht unwesentlichem Teil durch "Worte , nicht als
Worte" (sic) befördert.
> Also die (meine) Quintessenz: Was soll die Verschwendung von Zeit und
> (Geistes)Energie an solche Wortklaubereien?
Och, hierzugabeln wird hin und wieder gerne mal Zeit verschwendet. Das sieht
man nicht zuletzt daran, daß Du etwas Deiner Ansicht nach Sinnloses
kommentiert hast - und ich es mit meiner Antwort auf Dein Posting Dir
gleich tat. ;-)
Gruß
Andi
Gut, gegen eine kleine Plauderei oder philosophische Betrachtung ist
natürlich nichts zu sagen.
Wenn dem so ist, habe ich das Thema zu ernst genommen.
Mit freundlichen Grüßen
Benno