Ich ergänze die Meldungen aus den Reisendeninformationssystemen zum ICE
575 vom vergangenen Samstag, die ihr hier zitiert, mal um meine
Erlebnisse an Bord des Zuges...
On 8/19/23 12:15, Ulf Kutzner wrote:
> Bodo G. Meier schrieb am Samstag, 19. August 2023 um 10:19:04 UTC+2:
>> Anfrage heute um 10:13:
>>
>> Frankfurt(Main)Hbf: Information. In Frankfurt(Main)Hbf ist ein
>> außerplanmäßiger Umstieg Richtung Stuttgart Hbf erforderlich.
Ja, der Zug endete in Frankfurt(Main)Hbf. Mit Ankunftszeit 14:17 statt
planmäßig 12:59.
> Zug verkehrt mit verminderter Geschwindigkeit
... und zwar von Berlin bis Frankfurt mit maximal 120 km/h. So kam's zu
der Verspätung.
> Wir erwarten im Verlauf Ihrer Reise eine außergewöhnlich hohe Auslastung.
Nö, Wagen 1, in dem wir reisten, blieb von Berlin bis Frankfurt angenehm
besetzt. Auch die anderen Wagen, die ich durchquerte, um die
Freigetränke im Bordbistro abzuholen, waren nicht überfüllt. Zahlreiche
ab Berlin reservierte Plätze in Wagen 1 blieben unbesetzt. Das mag an
den wirren Meldungen in Auskunftssystemen in den Tagen vor Abfahrt des
Zuges gelegen haben. Mitreisende berichteten von mehreren Emails "Ihre
Verbindung fällt aus" o.ä., die sie bekommen hatten.
> Zudem 43 Bonusminuten.
Naja, das wurde halt mehr und mehr, wenn man mit 120 z.B. über die
Schnellfahrstrecke Halle-Erfurt fährt...
> Ersatzzugnummer noch nicht zu finden.
ie gab es dann irgendwann für einen Ersatzzug von Frankfurt nach
Stuttgart. Der wartete aber natürlich nicht auf den ICE 575.
Das sehr engagierte Zugpersonal im ICE 575 kümmerte sich um Anschlüsse,
aber mit mäßigem Erfolg: Es gab im ICE 575 einige Reisende - ich die
gerne in Frankfurt den TGV um 13:56 nach Marseille erreicht hätten. Der
wartete aber nicht, die Reisenden wurden an den Service in Frankfurt
verwiesen, da werde geholfen. Man solle aber auf keinen Fall noch nach
Paris fahren, denn auch von da käme man an dem Tag nicht mehr nach
Südfrankreich. Keine Ahnung, was man mit den Leuten in Frankfurt gemacht
hat? Gleich ins Hotel?
Für unsere Reisepläne (Ziel Saarbrücken) hatte ich immer wieder geprüft,
ob unter Berücksichtigung der Echtzeitlage ein Umsteigen in Halle,
Erfurt oder Fulda (Zusatzhalt) Sinn macht. Aber selbst wenn mal etwas
Sinn zu machen schien (da war z.B. mal was mit ICE 1650 über Mainz),
zerschlug es sich dann am Ende wegen Verspätungen der anderen Züge. In
Frankfurt erreichten wir dann doch noch ICE 14 zum Flughafen um 14:26,
wo es dank nur leicht verspäteter Ankunft mit ICE 517 gleich weiter ging
nach Mannheim, Ankunft dort dann 15:24. Vor dem RE 1 ins Saarland um
15:39 reichte es sogar noch für ein schnelles Softeis aus Milchersatz in
der Lounge...
> Außergewöhnlich hohe Auslastung nach dem Umstieg
> zwischen Bankfurt, Frankflug und Mannheim erwartet.
Der Ersatzzug zwischen Frankfurt und Stuttgart hatte wohl nur 7 Wagen
(ICE-T oder Kurz-ICE4?). Aber wie gesagt: Der war eh lange weg (wenn er
wirklich gefahren ist).
> Zug fährt mit anderem Fahrzeug. Zug fährt mit verringerter
> Anzahl an Sitzplätzen, jedoch ab Umstieg ohne Erwähnung
> eines fehlenden Wagens 8.
Der ICE 575 verkehrte von Berlin bis Frankfurt tatsächlich als
12-teiliger statt 13-teiliger ICE4, also ohne Wagen 8. War aber nicht
schlimm, weil man einen Teil der Reisenden mit dem Informationschaos
wohl schon erfolgreich vertrieben hatte...
Wer sich nun noch fragt, was denn mit dem Halt in Berlin Südkreuz war:
Tja, auch das war komplizierter: Bahnens öffentlich zugängliche
Informationssysteme zeigten auch am Morgen des 19.08. keinen Halt in
Südkreuz für ICE 575 an. Deswegen fuhren wir zum Hauptbahnhof (merke:
die U5 verkehrt am "frühen" Samstagmorgen nur im 10-Minuten-Takt). Die
Informtatoionsmonitore im Zug zeigten dann beim Einsteigen einen Halt in
Südkreuz an. Es blieb also spannend. Kurz nach ungefähr pünktlicher
Abfahrt im Keller des Mehdorniums gab es eine Durchsage, die ankündigte,
dass wir nun in Südkreuz halten würden und dort eine wagentechnische
Untersuchung stattfinde. Wir hielten also in Südkreuz, müsste Gleis 3
gewesen sein, aber die Türen blieben verriegelt. Wit standen da mehrere
Minuten, mehrfach das übliche Tüüt-tüüt-tüüt, das Kommunikationsbedarf
zwischen Triebfahrzeugführer und Zugpersonal andeutet und bei mir immer
schon Beunruhigung auslöst... Jedenfalls wurden dann irgendwann doch die
Türen freigegeben. Endlich auch wieder geschlossen und wir fuhren los.
Die folgende Durchsage begrüßte dann die in Südkreuz zugestiegenen
Fahrgäste mit einer Entschuldigung, dass die Türen so lange verschlossen
blieben. Aus dem Wortlaut wurde für mich nicht klar, ob das nun ein
planmäßiger Halt war oder nicht. Weiterhin habe sich bei der
wagentechnischen Untersuchung herausgestellt, dass der Zug mit
vermindeter Geschwindigkeit verkehren müsse. So geschah es dann, s.o...
Achja, in Erfurt blieben dann noch ein paar Raucher auf dem Bahnsteig
zurück...
Lob nochmal für's Zugpersonal, dem das Ganze merklich unangenehm war,
das aber versucht hat, für die Reisenden rauszuholen, was möglich war...
Ich würde derzeit vor nicht dringenden Fahrten mit DB Fernverkehr abraten.
Grüße,
Till