Ich habe den Eindruck, dass es eine erhebliche Diskrepanz zwischen den
Berichten des HVV und der Realit�t gibt:
In manchen Bereichen mag der Einstieg vorn funktionieren, so vor allem,
wenn ein 12m Bus bei entspanntem Fahrplan nur jeweils wenige Fahrg�ste pro
Haltestelle einsammelt.
Schon bl�de wird es bei gehbehinderten Fahrg�sten und Fahrg�sten, die etwas
in der Hand tragen. Die k�nnen eigentlich erst beim Fahrer die Fahrkarte
heraus holen, was entsprechende viel Zeit beim Einstieg kostet. Da der Bus
nach beendetem Einstieg gleich weiter muss, fehlt selbst Fahrg�ste mit zwei
freien H�nden beim Wegstecken des Fahrscheins die zweite Hand um sich
durchg�ngig festhaltend nach hinten im Bus zu bewegen. In der Konsequenz
bleiben die Fahrg�ste im vorderen Teil des Busses, was es aber dann auch
f�r v�llig uneingeschr�nkte Fahrg�ste irgendwann unm�glich macht, nach
hinten durch zu kommen. Das f�hrt dazu, dass bei einem 18m Bus der hintere
Teil fast leer f�hrt, w�hrend vorn kein Zustieg mehr m�glich ist.
Die Einf�hrung des Einstiegs vorn wurde am Anfang mit sehr viel
Sicherheitspersonal durchgesetzt, was auf meiner heimatlichen M13 dazu
f�hrt, dass der Fahrplan v�llig �ber den Haufen geschmissen wurde. Wegen
des wesentlich l�ngeren Umlaufs ohne zus�tzliche Busse und Fahrer reichte
zudem die Transportkapazit�t nicht mehr. Bis heute hat der HVV - zumindest
offiziell - nicht einsehen wollen, dass der Einstieg vorn bei einer Linie,
die oftmals 30 Zusteiger an einer Haltestelle hat, bestenfalls dann
funktioniert, wenn erheblich Fahrzeitzugaben gemacht werden. Und es scheint
mir gar nicht zu funktionieren, wenn eine Linie ohnehin so betrieben wird,
dass die Busse st�ndig sehr voll sind.
Nun w�re vielleicht zu erwarten gewesen, dass einige bisherige Nutzer ohne
Fahrkarte zuk�nftig auf den Bus verzichten. Wie aber bereits andere
berichteten, wird in der Regel alles als Fahrkarte akzeptiert, was ungef�hr
ein geeignetes Format hat, und was nicht sofort als Bonbonpapier
identifizierbar ist. Es kann auch gar nicht anders sein. So eine �bliche
F�llung eines Gelenkbusses besteht aus 60 Fahrg�sten und z.B. werden diese
bei der M13 bis zu drei mal auf einem Laufweg von 40min umgeschlagen. Wie
viel Zeit hat der Fahrer f�r eine Fahrkarte? Mit einer Sekunde mag es noch
gehen. Zwei sind zu lang. Wie diszipliniert m�ssen die Fahrg�ste daf�r
einsteigen? Und das, wo doch die Regel, erst aussteigen lassen, bereits so
gro�e Schwierigkeiten f�r manche Fahrg�ste bereitet. Dabei muss der Fahrer
noch w�hrend des Kontrollierens Fahrkarten verkaufen, was bereits ohne
Einstieg vorn meist die Haltezeit vorgibt.
Ich bin davon �berzeugt, dass das bisherige Einnahmeplus bald deutlich
zur�ck geht, weil jeder nur noch abgelaufene Fahrkarten vorzeigt, die
praktischer Weise einfach in der Hosentasche stecken, und entsprechend der
Schwarzfahreranteil wieder alte Werte erreicht. Es m�gen vielleicht einige
Fahrg�ste weg bleiben, die diesen Gru� des Gesslerhutes verweigern. Die
Einnahmen lassen sich hingegen nur durch regelm��ige gr�ndliche Kontrollen
sichern.
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Gru�, Mathias B�lckow
http://www.mathias-boelckow.de