Am 13.09.2015 um 18:49 schrieb Ralph A. Schmid, dk5ras:
> Wolfgang Kynast <
w...@gmx.de> wrote:
>
>> Lass mich prophezeihen: man wird feststellen, dass die Schranken und
>> das Blinklicht korrekt funktioniert haben.
>
> Die Wahrscheinlichkeit ist groß. Wenn wir nie mehr von der Sache
> hören, dann ist es wohl so, andernfalls wird man sicher nochmals was
> hören...
Zumindest gab es ab ca. 13:30 am Samstag zwischen Bad Sobernheim und
Kirn wieder Zugverkehr. Ob da der Bahnübergang schon wieder in Betrieb
war, weiß ich nicht. Entweder war man da sicher, dass er korrekt
funktioniert oder er war gesperrt, weil man ihn jetzt sowieso erstmal
aufwändig reparieren muss. Als ich mit RE 29529 am frühen Samstagabend
durch Monzingen fuhr, schaute ich nicht aus dem Fenster (ich wusste
nichts von dem Unfall), wir fuhren da aber mit normaler Geschwindigkeit
durch und machten kein "Bahnübergang gesperrt"-Prozedere.
Aber wenn wir schon dabei sind, ein paar Erfahrungen von der Hinfahrt
nach Saarbrücken am Samstagvormittag: Die Informationen über die
Streckensperrung zwischen Bad Sobernheim und Kirn waren ausgesprochen
dürftig. Wir wollten mit RE 29512 von Mainz nach Saarbrücken fahren. Es
gab in Mainz Hauptbahnhof keinerlei Hinweis auf die Streckensperrung.
Ich wurde skeptisch, als RE 29512 kurz vor der planmäßigen Abfahrtszeit
um 9:56 noch nicht an Gleis 6b bereitstand und stattdessen ein Zug um
10:03 nach Alzey angekündigt wurde. Ich prüfte deswegen auf
m.bahn.de,
ob der RE nach Saarbrücken von einem anderen Gleis abfährt. Er wurde
dort aber weiterhin als planmäßig von Gleis 6b durchgehend und pünktlich
verkehrend nach Saarbrücken angezeigt. Ok, wird schon kommen, dachte
ich. So war es auch: Ein paar Minuten nach Planabfahrtszeit wurde er mit
Ansage und Anzeige der Verlegung an Gleis 7 bereitgestellt. Merkwürdig
fand ich, dass er nur aus einer einzigen kurzen Lint 54-Einheit bestand,
die Nahestrecke-RE sind üblicherweise deutlich länger. Letztendlich
passten aber alle Reisenden und wir samt Tandem bequem hinein. Nach der
baldigen Abfahrt mit ein paar Minuten Verspätung kam dann die Durchsage,
dass der Zug wegen einer Streckensperrung in Folge eines tragischen
Unfalls nur bis Bad Sobernheim verkehren würde und dort Ersatzverkehr
nach Kirn eingerichtet sei. Na Super! Hätte man das nicht irgendwie vor
Abfahrt des Zuges geeignet kommunizieren können? Zum Beispiel durch
Ansagen und/oder Anzeigen in Mainz Hbf? Auf
m.bahn.de wurde der Zug als
mit +6 durchgehend bis Saarbrücken angezeigt, keinerlei Hinweis auf eine
Streckensperrung. Auf der nicht sehr mobilgerätefreundlichen Webseite
von Vlexx fand ich dann über mehrere Meldungen verteilt Hinweise auf die
Streckensperrung und einzelne ausfallende Züge. Zu Ersatzverkehr oder
alternativen Reisemöglichkeiten stand da nichts. Der "Live-Fahrplan" auf
den Vlexx-Seiten gab auch keine Auskunft über Verspätungen,
Streckensperrungen oder Ersatzverkehre. An Bord des RE 29512 war auch
kein Begleitpersonal, das hätte Auskunft geben können. Ich hatte starke
Zweifel, ob ein wie auch immer gebildeter Ersatzverkehr unser
mitgeführtes Tandem mitnehmen würde. Auch gab es keinerlei Angaben über
den Verkehr zwischen Kirn und Saarbrücken, so dass wir hätten abschätzen
können, wann wir ungefähr in Saarbrücken sein könnten, wenn wir das
Stück zwischen Bad Sobernheim und Kirn per Fahrrad zurücklegen. Bei mehr
als 90 Minuten Verspätung wäre unsere Reise sinnlos geworden und wir
besser gleich zurück gefahren.
Mir fiel dann noch ein, dass man in Bad Münster von den RE nach
Saarbrücken üblicherweise sofort Anschluss nach Kaiserslautern hat und
auf diesem Weg vielleicht schneller als mit Ersatzverkehr mit Bus oder
Fahrrad nach Saarbrücken kommen könnte. Ein weiterer Blick auf
m.bahn.de
zeigte dann sogar, dass man mit RB 12716 von Bad Münster nach
Kaiserslautern und RE 4119 von dort nach Saarbrücken nur 3 Minuten nach
der planmäßigen Ankunft von RE 29512 (12:15 vs. 12:12) in Saarbrücken
sein könnte, wenn die knappen Anschlüsse in Bad Münster (4 Minuten) und
Kaiserslautern (5 Minuten) klappen.
RE 29512 war inzwischen mit ca. 5 Minuten Verspätung in Ingelheim
angekommen, es gab also Hoffnung, dass der bahnsteiggleiche Anschluss in
Bad Münster erreicht würde. Wir fuhren aber in Ingelheim erstmal nicht
weiter, bald kam die Ansage, dass wir warten müssten, bis wir von einem
Fernverkehrszug überholt würden. Mit +10 verließen wir schließlich
Ingelheim. Warum lässt man RE 29512 in Ingelheim auf eine Überholung
warten, wenn der RE ca. 2 bis 3 Minuten nach der Abfahrt in Ingelheim
sowieso in Gau Algesheim die Rheinstrecke verlässt? Wir hätten also
nicht lange im Weg gestanden. So war aber die Wahrscheinlichkeit für ein
Erreichen des Anschlusses in Bad Münster deutlich gesunken...
Gut, ich sinierte dann darüber, ob eine Stunde Aufenthalt in Bad Münster
oder 15 km Radfahren mit ungewisser Weiterbeförderung ab Kirn die
bessere Alternative ist. Bei der Einfahrt nach Bad Münster stand aber
wider Erwarten die RB nach Kaiserslautern doch noch am Nachbarbahnsteig.
Eine Ansage zu diesem Anschluss oder gar der Hinweis an Reisende mit
Ziel in Saarbrücken, dass das eine sinnvolle Ersatzverbindung ist,
erfolgte im RE 29512 nicht. Also Tandem unter den Arm und nix wie rüber
in die RegionalBahn, hätte ja auch sein können, dass das ein
Sichtanschluss wird... Aber wir waren drin und fuhren dann mit +7 los
nach Kaiserslautern. Am letzten Halt vor Kaiserslautern hatten wir noch
+4 oder +5. Das gefährdete natürlich den Anschluss dort auf RE 4119 nach
Saarbrücken. Der fehlte dann bei der Ansage der Anschlusszüge in RB
12716 auch, aber es gab auch keinen Hinweis auf Nicht-Erreichen dieses
Zuges oder auf Alternativen. Wir fuhren dann schließlich parallel zum
SüWex-RE in Kaiserslautern ein. Nach einem beherzten Sprint samt Tandem
durch die Unterführung konnten wir noch hineinspringen, Türen zu und ab.
Gewartet auf Anschlussreisende aus RB 12716 wurde nicht, bei Abfahrt des
RE sah ich noch Reisende die Treppe rauf kommen. Wir erreichten so
jedenfalls um 12:15 Saarbrücken. Ob und wann und wie ein Ersatzverkehr
für RE 29512 dort ankam, weiß ich nicht. Von den Ankunftstafeln war der
Zug bereits verschwunden (plan an 12:12), zu sehen war aber kein
Vlexx-Zug im Bahnhof (und innerhalb von 3 Minuten wird der nicht
weggeräumt, üblicherweise bleiben die Vlexx-RE in Saarbrücken an Gleis 1
oder 3 bis zur Rückfahrt stehen).
Ja, ihr werdet mir jetzt erklären, dass die Anzeige von falschen und
verwirrenden Daten auf
m.bahn.de daran liegt, dass Vlexx und DB halt
unterschiedliche Unternehmen sind und niemand bereit ist,
organisatorische und technische Strukturen für einen guten
Datenaustausch zu bezahlen. Daran wird es auch liegen, dass es in Mainz
Hbf keinerlei Informationen zu der Streckensperrung gab, zumal das dann
mit DB StuS nochmal in die Zuständigkeit eines anderen Unternehmens
fallen würde. Und die Entscheidung, den RE in Ingelheim weitere
Verspätung sammeln zu lassen, statt die Fahrt eines IC ein wenig zu
verzögern, hat sicher auch ganz wichtige betriebliche Gründe (na, wer
hat Zugriff auf betriebliche Fahrpläne und rechnet mir vor, dass es am
niveaugleichen Abzweig der Nahestrecke in Gau Algesheim liegt und es
einen Rückstau mindestens bis Köln einerseits sowie Frankfurt und
Mannheim andererseits gegeben hätte, wäre der RE vor dem IC in Ingelheim
losgefahren?). Gut, immerhin hat die RB nach Kaiserslautern in Bad
Münster gewartet. Ob aus Zufall oder Absicht lässt sich nicht ergründen,
denn Informationen zu diesem Anschluss gab es ja sowieso nicht (was
wieder an fehlenden Schnittstellen zwischen Vlexx und DB liegen mag für
die keiner bezahlen will). Ebensowenig wie überhaupt irgendwelche
sinnvollen Informationen von Vlexx außer nicht näher spezifizierten
Verweisen auf einen Ersatzverkehr zwischen Bad Sobernheim und Kirn (und
dann?). Naja, und der Prestige-SüWex-RE kann in Kaiserslautern natürlich
auch nicht eine Minute auf Reisende aus der Pfalz-Bummelbahn warten,
auch wenn er dann in Landstuhl und Homburg am Bahnsteig rumsteht, weil
er zu früh dort ankommt...
Ist mir, ehrlich gesagt, alles ziemlich egal. Ich bin ja mündiger
Bahnfahrer mit einem Berg an Erfahrung, weiß mir zu helfen und kann auch
mit Tandem unterm Arm noch schnell laufen. Schade ist es halt für die
zahlenden Kunden, die das nicht können...
Grüße,
Till