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Prozess um Zugmord von 1995 beginnt von vorn

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Martin Purrucker

unread,
Feb 15, 2002, 11:37:15 AM2/15/02
to
Hallo,

unter
http://www.freiepresse.de/TEXTE/NACHRICHTEN/SACHSEN/SACHSEN_THEMEN/TEXTE/200469.html
berichtet heute (15.02.02) die Freie Presse aus Chemnitz, daß der Prozeß
um einen Mord im Zug von 1995 wieder von vorne beginnt. Ein damals
24-jähriger hat zwei Tage vor Weihnachten 1995 eine 20-jährige in einem
Regionalexpreß Dresden-Zwickau auf der Toilette mißbraucht und dann bei
Hohenstein-Ernsttal gefesselt und geknebelt aus dem fahrenden Zug
geworfen. Die Frau ist schließlich an dem Knebel erstickt. Wenn ich mich
richtig erinnere, wurde der Täter erst gegen Ende 1999 überführt und im
Juli 2000 zu lebenslanger Haft verurteilt. Evtl. wurde er auch mit
ählichen Vergewaltigungsvorfällen auf der Strecke Hof-Bamberg in
Verbindung gebracht, da bin ich mir aber nicht sicher.

<Zitat>

Prozess um den Zugmord von 1995 beginnt von vorn
Landgericht Dresden befasst sich ab Montag mit brutalem Verbrechen -
Eltern des Opfers fühlen sich lebenslang bestraft -
Sie haben den Glauben an den Rechtsstaat verloren

Chemnitz/Dresden. Deutschlands Richter sprechen im Namen des Volkes
Recht, aber das Volk versteht sie nicht, und sie fragen auch nicht das
Volk. Diese bittere Erfahrung mussten die Eheleute Knut und Brigitte
Dittrich aus Leubnitz nahe Werdau machen. Ab dem kommenden Montag stehen
sie zum zweiten Mal in gleicher Sache als Nebenkläger vor Gericht: wegen
des Mordes an ihrer Tochter Andrea - einem Verbrechen, das sie seit
Weihnachten 1995 nicht mehr ruhig schlafen lässt und das nun vielleicht
gar kein Mord mehr sein wird.

Als das Chemnitzer Landgericht im Juli 2000 den 1971 in Crimmitschau
geborenen Jens Westphal wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilte,
glaubten die Eltern des Opfers, jetzt vielleicht ihren Seelenfrieden
finden zu können. Zumal der Vorsitzende Richter eine besondere Schwere
der Schuld des Angeklagten begründete und somit dessen vorzeitige
Haftentlassung weitgehend ausschloss. Dabei spielte auch eine Rolle,
dass der Angeklagte besonders brutal zu Werke ging, bereits zweimal
vorbestraft war und nur zwei Monate nach dem Verbrechen hier in der
Region zusammen mit einem Kumpanen in Karlsruhe eine schwangere
Prostituierte zu Tode getrampelt hatte, um deren Auto zu stehlen.

Doch bereits ein Dreivierteljahr nach der Verurteilung in Chemnitz
erschütterte ein Beschluss des Bundesgerichtshofes (BGH) Leipzig den
Glauben der Dittrichs an den deutschen Rechtsstaat. Während des
Verfahrens in Chemnitz sei nicht zweifelsfrei bewiesen worden, dass der
Angeklagte die damals 20-jährige Andrea im Regio-Express zwischen
Chemnitz und Zwickau vorsätzlich getötet hat, so der Tenor der obersten
Richter, die zugleich die Chemnitzer Kollegen für eine „ungewöhnlich
mangelhafte Sachbehandlung“ rügten. Dazu gehörte nach ihrer Auffassung
auch, dass die Juristen in Chemnitz im Interesse eines zügigen
Verfahrens und im Sinne der Nebenkläger nur die Protokolle der
polizeili- chen Beschuldigtenvernehmung verlasen, statt die
Polizeibeamten in den Zeugenstand zu rufen. Die juristische Literatur
erlaubt grundsätzlich ein solches Vorgehen, doch im „Zugmordprozess“ gab
es genau dafür einen Rüffel. Ebenso ist nach Ansicht des BGH versäumt
worden, die besondere Schwere der Schuld des Angeklagten ausführlich zu
begründen.

Knut und Brigitte Dittrich verstehen seither die Welt nicht mehr. Sie
fühlen sich in doppelter Hinsicht gedemütigt. Einmal durch den Täter,
der ihr wehrloses Kind auf dem Weg nach Hause und zum Freund zwei Tage
vor Weihnachten in einer Zugtoilette missbrauchte und anschließend tot
oder zumindest bewusstlos bei Tempo 100 aus dem fahrenden Zug warf; aber
auch durch den Staat und seine Justizbehörden. „Warum ist es nicht
möglich, die schlechte Arbeit von Gerichten auch zu Gunsten der Opfer zu
korrigieren? Wieso profitieren immer nur die Täter davon?“, schrieb Knut
Dittrich nach seinem vergeblichen Schriftverkehr mit Gerichten und
Sachsens Justizminister Kolbe schließlich an den Ministerpräsidenten
Kurt Biedenkopf sowie an Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin. Er
forderte zugleich eine Gesetzesinitiative, die ermöglicht, dass
Schwerverbrecher tatsächlich eine lebenslange Haft - und zwar im
wahrsten Sinne des Wortes, und nicht nur im Sinne des deutschen Rechts -
bekommen. Schließlich haben sich die Angehörigen eines Mordopfers
ebenfalls mit einer lebenslangen Strafe abzufinden, indem ihnen wie im
Fall Dittrich zum Beispiel ein Kind für immer genommen worden ist.

„Die Antworten beider Politiker waren für uns wie Ohrfeigen“, beschreibt
Knut Dittrich seine Verfassung.

Biedenkopf bittet ihn, nicht am Rechtsstaat zu zweifeln - wo Menschen
tätig sind, würden Fehler gemacht. Der Freistaat hätte jedenfalls viel
unternommen, um den unverantwortlichen Trend aufzuhalten, der das
Schicksal des Verbrechers und nicht das des Opfers in den Mittelpunkt
stellt. Sachsen unterstütze die Bestrebungen, die Verhängung von
Sicherheitsverwahrung für gefährliche Straftäter zu erleichtern.

Herta Däubler-Gmelin machte es sich noch einfacher. Neben einigen kurzen
Beileidsfloskeln versichert sie den Dittrichs, dass eine lebenslange
Haftstrafe nur dann vorzeitig zur Bewährung ausgesetzt werde, wenn der
Verurteilte keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit
darstellt.

Für Knut Dittrich gibt es genau dafür keine 100-prozentige Sicherheit,
gleich gar nicht bei einem Mann, der bereits zweimal in seinem Leben
Frauen auf äußerst brutale Weise umgebracht hat, selbst wenn er jetzt
eine vielleicht „nur versehentlich“ tötete. „Eine ganze Gesellschaft
muss also mit dem Restrisiko leben, dass der Mann unter Umständen wieder
straffällig wird. Warum kann man ihn stattdessen nicht für immer
wegschließen, auch wenn es die kleine Restwahrscheinlichkeit gibt, dass
er vielleicht doch noch ein anständiger Mensch geworden wäre?“ Fragen,
auf die die Eltern von Andrea Dittrich wohl auch kommende Woche wieder
keine Antwort bekommen. Wenn der Prozess in zweiter Instanz für den
Angeklagten günstig verläuft, gibt es diesmal nicht mehr ein Urteil
wegen Mordes, sondern wegen Vergewaltigung mit Todesfolge. Und das
könnte bestenfalls eine zehnjährige Haftstrafe zur Folge haben. Seit
zwei Jahren soll Westphal übrigens in der Haftanstalt Bruchsal, wo er
seit der Verurteilung wegen Mordes an der Prostituierten einsitzt, eine
ausgesprochen fürsorgliche und ganz individuelle Behandlung durch seine
Psychotherapeutin genießen.

</Zitat>

Viele Grüße

Martin

Andreas Randolf

unread,
Feb 15, 2002, 12:14:14 PM2/15/02
to
OT. aber das will ich nicht unkommentiert hier stehen lassen:

> "Eine ganze Gesellschaft muss also mit dem Restrisiko
> leben, dass der Mann unter Umständen wieder
> straffällig wird. Warum kann man ihn stattdessen nicht
> für immer wegschließen, auch wenn es die kleine
> Restwahrscheinlichkeit gibt, dass er vielleicht doch noch
> ein anständiger Mensch geworden wäre?" Fragen,
> auf die die Eltern von Andrea Dittrich wohl auch kommende Woche wieder
> keine Antwort bekommen.

Wie will man denn entscheiden, ob jemand möglicherweise jemanden
umbringen wird? Egal wie viele man wegsperrt, es werdem immer
Verbrecher frei herumlaufen und es werden immer harmlose
Menschen im Knast enden. Irgendwo muss man den Strich ziehen
und niemand weiß, wo dieser steht.

--
Andreas
-------
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Peter Reinbold

unread,
Feb 15, 2002, 1:51:13 PM2/15/02
to
Andreas Randolf schrieb:

>
> OT. aber das will ich nicht unkommentiert hier stehen lassen:
>
> > "Eine ganze Gesellschaft muss also mit dem Restrisiko
> > leben, dass der Mann unter Umständen wieder
> > straffällig wird. Warum kann man ihn stattdessen nicht
> > für immer wegschließen, auch wenn es die kleine
> > Restwahrscheinlichkeit gibt, dass er vielleicht doch noch
> > ein anständiger Mensch geworden wäre?" Fragen,
> > auf die die Eltern von Andrea Dittrich wohl auch kommende Woche wieder
> > keine Antwort bekommen.
>
> Wie will man denn entscheiden, ob jemand möglicherweise jemanden
> umbringen wird? Egal wie viele man wegsperrt, es werdem immer
> Verbrecher frei herumlaufen und es werden immer harmlose
> Menschen im Knast enden. Irgendwo muss man den Strich ziehen
> und niemand weiß, wo dieser steht.

Natürlich; aber wo bleibt die drohenden Konsequenzen, wenn die Täter ein
paar Jahre in einer Anstalt untergebracht werden, die mehr und mehr
einem Luxushotel ähneln, und dennoch irgendwann einmal wieder
freikommen. Man muß durchaus zwischen einem Mörder, der sich durch seine
verzweifelte Tat von der Unterjochung eines Tyrannen befreit hat, und
einem Mörder, der auf brutalste Weise zwei ihm völlig fremde Frauen aus
niederen Beweggründen umbringt, unterscheiden. Ich glaube kaum, daß
letzterer keine Gefahr mehr für die Menschheit darstellen wird, sollte
er eines Tages wieder auf freiem Fuß sein, während ersterer mit
Sicherheit kein Interesse hat, wahllos irgendwelche arglosen Menschen
umzubringen.

Ohne Frage muß jedem ein fairer Prozeß gemacht werden. Die Entscheidung,
ob nur die Vernehmungsprotokolle verlesen werden oder ob die
betreffenden Polizeibeamten vor Gericht als Zeugen vernommen werden,
darf sich auf die Täterschaft nicht auswirken, das ist eine Frage, womit
sich die Gerichte intern beschäftigen müssen. Allerhöchstens die Beweise
müssen nochmal gesichtet werden (Spuren, Zeugen, Alibi etc.). Sollte die
erneute Beweisaufnahme zeigen, daß es sich bei dem Verurteilten
tatsächlich um den Täter handelt, so muß dann nur noch der Staatsanwalt
in seinem Plädoyer eindringlich die Richter von der besonderen Schwere
der Schuld überzeugen.

--
Peter Reinbold mailto:ma...@peter-reinbold.de
Braunschweig

Volker Eichmann

unread,
Feb 15, 2002, 5:02:50 PM2/15/02
to

Peter Reinbold schrieb:


>
> Andreas Randolf schrieb:
> >
> > OT. aber das will ich nicht unkommentiert hier stehen lassen:
> >
> > > "Eine ganze Gesellschaft muss also mit dem Restrisiko
> > > leben, dass der Mann unter Umständen wieder
> > > straffällig wird. Warum kann man ihn stattdessen nicht
> > > für immer wegschließen, auch wenn es die kleine
> > > Restwahrscheinlichkeit gibt, dass er vielleicht doch noch
> > > ein anständiger Mensch geworden wäre?" Fragen,
> > > auf die die Eltern von Andrea Dittrich wohl auch kommende Woche wieder
> > > keine Antwort bekommen.

Solange immer noch die Mehrheit auch der nach 15 Jahren
"lebenslaenglich" entlassenen nicht rueckfaellig wird, solange sehe ich
auch keinen Grund darin, selbst Moerder fuer immer wegzuschliessen
(ausser, es gibt eben Gruende fuer Sicherheitsverwahrung).

> > Wie will man denn entscheiden, ob jemand möglicherweise jemanden
> > umbringen wird? Egal wie viele man wegsperrt, es werdem immer
> > Verbrecher frei herumlaufen und es werden immer harmlose
> > Menschen im Knast enden. Irgendwo muss man den Strich ziehen
> > und niemand weiß, wo dieser steht.

Genau. Es wachsen immer wieder Menschen nach ... und einige davon werden
halt auch zu Verbrechern.

> Natürlich; aber wo bleibt die drohenden Konsequenzen, wenn die Täter ein
> paar Jahre in einer Anstalt untergebracht werden, die mehr und mehr
> einem Luxushotel ähneln,

Naja ... ich war zwar noch nie in einem Knast drin, aber von jemand, der
mal an einer Art Tag der offenen Tuer (so war es aber aus guten Gruenden
wohl nicht genannt worden) ein Gefaengnis besichtigt hat, weiss ich,
dass das immer noch kein allzu angenehmer Aufenthaltsort ist. Zwar sind
Holzpritsche, Eisenketten und Strohmatratze abgeschafft, aber
komfortabel ist das wohl immer noch nicht. Und Luxushotel ist ja wohl
ziemlich daneben.

Gruss, Volker

edde...@gmail.com

unread,
Nov 27, 2017, 9:21:40 AM11/27/17
to
Hallo ich bin die Tochter von meiner ermordeten Mutter und Schwester . Sie hieß A. Tortora geb. Müller und hatte brieflichen interessanten Kontakt zu Jens W. Jetzt heißt er Zwerina und sitzt noch in Bruchsal ein. Er ist so ein furchtbarer Typ, welcher bis heute nicht einsieht was er getan hat. Ich habe inkognito kontaktiert um seine Sicht des Mordes an meiner Mutter erklärt zu bekommen, doch er ist sich KEINER Ausrede zu schade! Bitte kontaktieren Sie mich. Dankeschön für die Bemühungen und ich warte N. Müller

edde...@gmail.com

unread,
Nov 27, 2017, 9:28:57 AM11/27/17
to
Für den Typ gibt es keine Worte und kein Gefängnis hier in Deutschland ist schlimm vor Allem nicht für Ller !!!! Die bekommen Alles und haben eine sehr angenehme Zeit . Essen... trinken... Sport Freizeit Hofgang Sogar die Möglichkeit sexuell mit einer Frau / verlobt o. verheiratet zu interagieren. Heiraten und Privilegien ohne Ende! Also "Knasturlaub" Der gehört nach Thailand in den Knast oder .... und wirklich auf Wasser und Brot gesetzt
Message has been deleted

Bodo G. Meier

unread,
Nov 27, 2017, 9:55:28 AM11/27/17
to
Am 27.11.2017 um 15:42 schrieb edde...@gmail.com:
> Das stimmt! Ich bin die Tochter des 2. Opfers von Jens W. Jetzt Zwerina nach Heirat im Gefängnis. Bitte melden Sie sich bei mir! 0176 70666481

LOL! :-D)
Hat schon jemand diese Nummer ausprobiert?

Honi soit qui mal y pense. ;-)
Bodo

edde...@gmail.com

unread,
Nov 27, 2017, 12:22:20 PM11/27/17
to
Ruf an ! Vollpfosten! !!

Bodo G. Meier

unread,
Nov 27, 2017, 2:23:24 PM11/27/17
to
Am 27.11.2017 um 18:22 schrieb edde...@gmail.com:
> Ruf an ! Vollpfosten! !!

ROTFLBTC!


edde...@gmail.com

unread,
Nov 27, 2017, 3:06:45 PM11/27/17
to
Ruf an e ferme ta ...

Bodo G. Meier

unread,
Nov 27, 2017, 3:16:09 PM11/27/17
to
Am 27.11.2017 um 21:06 schrieb edde...@gmail.com:
> Ruf an e ferme ta ...

Das Strickleiternervensystem bitte nicht mit mehr als 0,1 V belasten! :-D


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Dieter Brügmann

unread,
Mar 22, 2018, 3:11:18 PM3/22/18
to
Am 22.03.2018 um 19:56 schrieb sandraz...@gmail.com:

> Hallo. Wäre schön wenn wir in Kontakt treten könnten.

Nein danke, ein Zugmord reicht mir.


Da "SCNR" Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de

Ulf.K...@web.de

unread,
Mar 22, 2018, 3:28:10 PM3/22/18
to
Am Freitag, 15. Februar 2002 23:02:50 UTC+1 schrieb Volker Eichmann:

> Solange immer noch die Mehrheit auch der nach 15 Jahren
> "lebenslaenglich" entlassenen

Wurde der Prozeß denn mittlerweile abgeschlossen?

Gruß, ULF
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Johann Mayerwieser

unread,
Mar 23, 2018, 5:02:43 AM3/23/18
to
Am Thu, 22 Mar 2018 19:02:34 -0700 schrieb sandrazwerina50:

> Was soll denn so eine dämliche Antwort...

Liebe Sandra,
Schau dir den Einzeiler in deinem Ausgangsposting an - was war das für
ein dämliches Posting?

Oder wolltest du eine Email versenden? Ich weiß ja nicht wie bei Google
Mail mit News vermischt sind, sodass so etwas passieren könnte.
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