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Türenschließen im ET 425 und 426 -TAV-

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Heiko Fischer

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Feb 15, 2003, 2:14:17 AM2/15/03
to
Nachdem wir hier schon einige Diskussionen im Forum zu diesem Thema
hatten, möchte ich von einem Erlebnis berichten, dass ich gestern in
Recklinghausen hatte:

Ein voller Zug, gebildet aus ET 425 und 426 hält. Die
Beförderungsfälle steigen aus, ein Mann mit Kinderwagen möchte
einsteigen. Die Tür geht zu, der Zug fährt ab.

Der Mann regte sich zu recht auf. Mehrere Fahrgäste hatten dieses
Problem und mußten zurückbleiben.

Kein Blick des Triebfahrzeugführers aus dem Fenster.

Ich halte dieses System der Zugabfertigung für hochgradig
kundenunfreundlich. Wenn ich zu spät an eine Bushaltestelle komme,
winke, der Busfahrer mich sieht, dann nimmt er mich noch mit, und
bremst ggf. sogar für mich, wenn er gerade losfährt.

Was passiert eigentlich, wenn eine Jacke oder der Mantel eingeklemmt
wird. Reagieren die Sensoren darauf? Oder ist zu befürchten, das
irgendwann einmal ein lebloser Körper, gehalten von der Kleidung,
aussen am Zug im nächsten Bahnhof baumeln wird. (Entschuldigung für
diese krasse Ausdruckweise, aber ich habe da schon die schlimmsten
Sachen gehört. Ein Fahrgast muß wohl auf diese Weise seine Jacke
verloren haben).

Wäre vom EBA diese Türschließeinrichtung nicht aus dem Verkehr zu
ziehen? Wen könnte ein Opfer (oder die Angehörigen) vom Vorstand
verklagen?

Gruß

Heiko

Fredy Barth

unread,
Feb 15, 2003, 5:15:34 AM2/15/03
to
[Hinweis: Bitte Sarkasmus-Plugin aktivieren.]

Heiko Fischer schrieb:

> Ein voller Zug, gebildet aus ET 425 und 426 hält. Die
> Beförderungsfälle steigen aus, ein Mann mit Kinderwagen möchte
> einsteigen. Die Tür geht zu, der Zug fährt ab.

Weil die Abfahrtszeit schon erreicht ist. Der Mann kommt zu spät. Warum soll
ein sowieso schon voller Zug noch 10 sec. warten. Das ist für die anderen
Fahrgäste nicht zumutbar und damit kundenunfreundlich.



> Der Mann regte sich zu recht auf. Mehrere Fahrgäste hatten dieses
> Problem und mußten zurückbleiben.

Die können dann doch mit dem nächsten Zug fahren, ist doch kein Problem.



> Kein Blick des Triebfahrzeugführers aus dem Fenster.

Wozu?

> Ich halte dieses System der Zugabfertigung für hochgradig
> kundenunfreundlich.

DieBahn ist Deutschlands Dienstleister Nr. 1. Kundenorientierung steht im
absoluten Vordergrund.

> Wenn ich zu spät an eine Bushaltestelle komme,
> winke, der Busfahrer mich sieht, dann nimmt er mich noch mit, und
> bremst ggf. sogar für mich, wenn er gerade losfährt.

Er macht dadurch Verspätung. Sehr kundenunfreundlich.



> Was passiert eigentlich, wenn eine Jacke oder der Mantel eingeklemmt
> wird. Reagieren die Sensoren darauf? Oder ist zu befürchten, das
> irgendwann einmal ein lebloser Körper, gehalten von der Kleidung,
> aussen am Zug im nächsten Bahnhof baumeln wird.

Das Sytem ist absolut sicher. Da kann nichts passieren.

> Wäre vom EBA diese Türschließeinrichtung nicht aus dem Verkehr zu
> ziehen?

Das System wurde sowohl vom EBA als auch vom TÜV Hamburg geprüft und
zugelassen. Beide sagen: "Das Sytem ist absolut sicher. Da kann nichts
passieren."

> Wen könnte ein Opfer (oder die Angehörigen) vom Vorstand
> verklagen?

Was denn für Opfer?


--
Gruß aus Kempten/Allgäu,
Fredy, heute wieder zuviel BahnZeit gelesen...

Andreas Pothe

unread,
Feb 15, 2003, 5:50:27 AM2/15/03
to
Fredy Barth wrote:

> DieBahn ist Deutschlands Dienstleister Nr. 1. Kundenorientierung steht im
> absoluten Vordergrund.

Du solltest Sarkasmus stärker als solchen kennzeichnen, sonst glauben die
Mitleser Veronas das wirklich noch.

Gruß
Andreas

--
Software für Ihr Hobby, z. B. Modellautoverwaltung
http://www.pothe.de * http://www.ap-modellauto.de

Message has been deleted

Jens Kaubisch

unread,
Feb 15, 2003, 3:56:51 AM2/15/03
to
Heiko Fischer <emailofn...@arcor.de> wrote:
> Nachdem wir hier schon einige Diskussionen im Forum zu diesem Thema
> hatten, möchte ich von einem Erlebnis berichten, dass ich gestern in
> Recklinghausen hatte:

> Wäre vom EBA diese Türschließeinrichtung nicht aus dem Verkehr zu


> ziehen? Wen könnte ein Opfer (oder die Angehörigen) vom Vorstand
> verklagen?

Dazu folgender Text aus dem Prospekt "Mehr Fahrgastkomfort durch
Türautomatik" welches seit gestern im Raum Stuttgart in TV-Zügen
ausliegt/ausliegen sollte, bitte aufmerksam den letzten Satz, den mit
dem Stern, lesen:

Sehr geehrte Fahrgäste,
weil uns ihre Sicherheit am Herzen liegt, sind die Türen unserer
Triebzüge mit speziellen Überwachungseinrichtungen ausgestattet.
Dieser Komfort führt in der Praxis in seltenen Fällen zu
Missverständnissen, weil sich evtl. die Tür bei einem heran eilenden
Fahrgast, sozusagen "vor der Nase" schließt.

*Lichtschranke steuert*
Die Türen unserer Triebzüge schließen automatisch*, ohne das zutun des
Triebfahrzeugführers. Aus diesem Grund sind die Türen dieser Züge mit
selbsttätigen Überwachungseinrichtungen ausgestattet. Der
Schließvorgang wird durch eine Lichtschranke überwacht.

*Ankunft und Haltezeit*
Nach dem Einfahren in einen Bahnhof gibt der Triebfahrzeugführer durch
Knopfdruck alle Türen für den fahrgast zur Selbstbedienung frei (am
Türöffner leuchtet ein grüner Kranz!). Der Fahrgast kann nun jede Türe
von innen und außen durch Knopfdruck öffnen. Sofern kein Fahrgast mehr
aus- oder einsteigt schließen sich die Türen nach 3 Sekunden
automatisch. Solange die Abfahrtszeit noch nicht erreicht ist, kann
die Tür durch Betätigen des Türöffners erneut geöffnet werden. Dies
wird dem fahrgast durch leuchten des grünen Kranzes angezeigt.

*Abfahrt*
Nach Erreichen der Abfahrtszeit hebt der Triebfahrzeugführer die
Türfreigabe auf. An den Türen erlischt am Türöffner der grüne Kranz,
die Tür kann nicht mehr geöffnet werden. Bei noch offenen Türen wird
der Ein- und Aussteigevorgang von der Lichtschranke überwacht.

*Bei Rot: Nicht mehr einsteigen*
Steigt kein Fahrgast mehr ein oder aus schließen sich die Türen nach 3
Sekunden automatisch. Dem Triebfahrzeugführer wird nun angezeigt, dass
alle Türen ordnungsgemäß geschlossen sind. Erst jetzt kann er den Zug
in Bewegung setzen. nun kann es vorkommen, dass "Nachzügler" auf die
geöffnete Tür zulaufen und sich die Türe sozusagen "vor der Nase"
schließt. Zu diesem Zeitpunkt kann der Triebfahrzeugführer nicht mehr
in den Ablauf der Schließautomatik eingreifen. Der Schließvorgang
sollte nicht behindert werden (z.B. sich zwischen die Türen zwängen
oder Schirme oder Taschen in die sich schließende Türe halten).
Benutzen Sie in diesem Fall bitte die nächsten Züge.

Wir danken für iIhr Verständnis und wünschen Ihnen einen angenehmen
Fahrtverlauf in unseren Zügen!

*Diese Technik der automatisch schließenden Türen ist von der
technischen Aufsicht abgenommen und vom Eisenbahnbundesamt genehmigt.
Die Einrichtungen und deren Prüfungen finden nach Richtlinien des
Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) statt.

In diesem Sinne
Gruß Jens
>
> Gruß
>
> Heiko

--
-----------
Alle Verkehrsverbünde auf einen Blick unter
http://www.verbundinfo.de.vu oder
http://home.t-online.de/home/Kaubisch-Stuttgart
---> Update vom 11.09.02 <---


Jan Borchers

unread,
Feb 15, 2003, 2:57:22 PM2/15/03
to
Heiko Fischer schrieb:

>
> Was passiert eigentlich, wenn eine Jacke oder der Mantel eingeklemmt
> wird. Reagieren die Sensoren darauf?

Nein.

> Oder ist zu befürchten, das
> irgendwann einmal ein lebloser Körper, gehalten von der Kleidung,
> aussen am Zug im nächsten Bahnhof baumeln wird.

Ja.



> Wäre vom EBA diese Türschließeinrichtung nicht aus dem Verkehr zu
> ziehen? Wen könnte ein Opfer (oder die Angehörigen) vom Vorstand
> verklagen?

Sie hätte nach meiner Meinung NIEMALS zugelassen werden dürfen!

Viele Grüße

Jan, bekennender TAV-Feind, seit ich das erste Mal von diesem System
gehört habe.


--
Jan Borchers, 22179 Hamburg
http://www.eilzug.de/

"Nichts ist unmöglich!" - Ilka & Jan [TM]

Jan Borchers

unread,
Feb 15, 2003, 3:02:38 PM2/15/03
to
Andreas Pothe schrieb:

>
> Fredy Barth wrote:
>
> > DieBahn ist Deutschlands Dienstleister Nr. 1. Kundenorientierung steht im
> > absoluten Vordergrund.
>
> Du solltest Sarkasmus stärker als solchen kennzeichnen, sonst glauben die
> Mitleser Veronas das wirklich noch.

Wieso? Fredy's Fußzeile ist Entschuldigung genug... ;-)

Viele Grüße

Jan

Jan Borchers

unread,
Feb 15, 2003, 3:01:05 PM2/15/03
to
Jens Kaubisch schrieb:

>
> *Bei Rot: Nicht mehr einsteigen*
> Steigt kein Fahrgast mehr ein oder aus schließen sich die Türen nach 3
> Sekunden automatisch. Dem Triebfahrzeugführer wird nun angezeigt, dass
> alle Türen ordnungsgemäß geschlossen sind. Erst jetzt kann er den Zug
> in Bewegung setzen. nun kann es vorkommen, dass "Nachzügler" auf die
> geöffnete Tür zulaufen und sich die Türe sozusagen "vor der Nase"
> schließt. Zu diesem Zeitpunkt kann der Triebfahrzeugführer nicht mehr
> in den Ablauf der Schließautomatik eingreifen. Der Schließvorgang
> sollte nicht behindert werden (z.B. sich zwischen die Türen zwängen
> oder Schirme oder Taschen in die sich schließende Türe halten).
> Benutzen Sie in diesem Fall bitte die nächsten Züge.

Hehe, die Schwachpunkte sind der Bahn also bekannt, in der Form, das sie
diese Punkte anspricht. Sollte man als potentielles späteres
Beweismittel vielleicht sichern?

> *Diese Technik der automatisch schließenden Türen ist von der
> technischen Aufsicht abgenommen und vom Eisenbahnbundesamt genehmigt.
> Die Einrichtungen und deren Prüfungen finden nach Richtlinien des
> Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) statt.

COOL, Marke: Wenn was passiert, WIR waren's NICHT!!! Oh, mann...

Kopfschüttelnd!

Marc Haber

unread,
Feb 15, 2003, 4:59:20 PM2/15/03
to
Jan Borchers <nos...@gibts.net> wrote:
>Jens Kaubisch schrieb:

>> *Diese Technik der automatisch schließenden Türen ist von der
>> technischen Aufsicht abgenommen und vom Eisenbahnbundesamt genehmigt.
>> Die Einrichtungen und deren Prüfungen finden nach Richtlinien des
>> Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) statt.
>
>COOL, Marke: Wenn was passiert, WIR waren's NICHT!!! Oh, mann...

Ich dachte, das EBA hätte diese Technik ausdrücklich nicht genehmigt,
sondern nur gesagt, dass keine Genehmigung notwendig sei?

Grüße
Marc

--
de.etc.bahn.* Wintertreffen 2002 auf Alp Grüm | Marc Haber
Bernina- und Schöllenenbahn im Winter | Mailadresse im Header
2003-02-07 - 2003-02-10 - Infos auf | Fax: *49 721 966 31 29
http://www.zugschlus.de/?select=alpgruem | No courtesy copies, please!

Edmund Lauterbach

unread,
Feb 15, 2003, 5:50:16 PM2/15/03
to
Jens Kaubisch wrote:
>
> Heiko Fischer <emailofn...@arcor.de> wrote:
> > Nachdem wir hier schon einige Diskussionen im Forum zu diesem Thema
> > hatten, möchte ich von einem Erlebnis berichten, dass ich gestern in
> > Recklinghausen hatte:
>

> *Ankunft und Haltezeit*
> Nach dem Einfahren in einen Bahnhof gibt der Triebfahrzeugführer durch
> Knopfdruck alle Türen für den fahrgast zur Selbstbedienung frei (am
> Türöffner leuchtet ein grüner Kranz!). Der Fahrgast kann nun jede Türe
> von innen und außen durch Knopfdruck öffnen. Sofern kein Fahrgast mehr
> aus- oder einsteigt schließen sich die Türen nach 3 Sekunden
> automatisch. Solange die Abfahrtszeit noch nicht erreicht ist, kann
> die Tür durch Betätigen des Türöffners erneut geöffnet werden. Dies
> wird dem fahrgast durch leuchten des grünen Kranzes angezeigt.
>
> *Abfahrt*
> Nach Erreichen der Abfahrtszeit ...

Vor TAV war Abfahrtszeit durch den Fahrplan _und_ das Einsteigen zumindest
der Fahrgäste definiert, die sich bis zur Abfahrtszeit am Zug eingefunden
hatten. TAV reduziert dies auf den Fahrplan. Fährt ein Zug verspätet ein,
wird die Türfreigabe nach wenigen Sekunden zurückgenommen. Wer aus
irgendeinem Grund eine Reaktionszeit > 3 Sekunden hat (Kinderwagen, Kinder,
Gepäck, Hund, Gehbehinderung, ...) hat verloren.

Vor TAV hat man, sofern die Randbedingungen (Fahrplan, Möglichkeiten der
Verspätungseinholung, etc) es erlaubten, auch schonmal auf gerade noch
heraneilende Fahrgäste gewartet.

Vor TAV oblag die Beurteilung der Situation und die Entscheidung dem
Zugführer / Tf. Die TAV-Elektronik wäre damit überfordert, da läßt man
lieber Kunden stehen.

Als Tf bei DB würde ich mir auch über die finanziellen Folgen einer solchen
Job-Abspeckung Gedanken machen. Der Tf drückt Knöpchen, anstatt zu
entscheiden. Die DB redet ihm ein, daß er für die Fahrgäste keine
Verantwortung hat. Aus Sicht der DB ist das allemal Grund für eine
Degradierung von Stellenbeschreibungen und damit ein ziemliches
Einsparpotenzial. Jemand der Knöpchen drückt, würde ich auch weniger zahlen,
als jemandem, der die Verantwortung für Zug und Fahrgäste wirklich
wahrnimmt.

Schönen Gruß,

Edmund Lauterbach
mailto:e.laut...@gmx.de
--
-- Reiseberichte und andere Geschichten -- Bahnen in Bonn --
-- http://home.arcor.de/e.lauterbach/ --
-- Konzepte für den ÖPNV -- Stadtbahnen und Artverwandtes --

Tobias Nicht

unread,
Feb 15, 2003, 8:23:20 PM2/15/03
to
Am Sat, 15 Feb 2003 08:14:17 +0100, "Heiko Fischer"
<emailofn...@arcor.de> schrieb:

>Ein voller Zug, gebildet aus ET 425 und 426 hält. Die
>Beförderungsfälle steigen aus, ein Mann mit Kinderwagen möchte
>einsteigen. Die Tür geht zu, der Zug fährt ab.
>
>Der Mann regte sich zu recht auf. Mehrere Fahrgäste hatten dieses
>Problem und mußten zurückbleiben.

Nun aber die Frage: Warum ist er nicht eingestiegen. Ich benutzte
überneulich auch einen dieser nagelneuen hochmodernen (hoch is er ja
nicht, man muß ja nicht hinein krabbeln) Superzug der S-Bahn auf dem
Wege gen Frankfurt. Weder bin ich, noch der Kinderwagen draussen
geblieben. Auch das Aussteigen funktionierte vorzüglich.


Gruß Tobias

Volker Blees

unread,
Feb 16, 2003, 2:49:28 AM2/16/03
to
On Sun, 16 Feb 2003 02:23:20 +0100, Tobias Nicht <nv...@gmx.de> wrote:

>Am Sat, 15 Feb 2003 08:14:17 +0100, "Heiko Fischer"
><emailofn...@arcor.de> schrieb:
>
>>Ein voller Zug, gebildet aus ET 425 und 426 hält. Die
>>Beförderungsfälle steigen aus, ein Mann mit Kinderwagen möchte
>>einsteigen. Die Tür geht zu, der Zug fährt ab.
>>

>Nun aber die Frage: Warum ist er nicht eingestiegen.

Meine Erfahrung: es kann durchaus passieren, dass ausgestiegene
Fahrgäste dir und deinem Kinderwagen so dämlich im Weg rum stehen,
dass du es nicht innerhalb der bei TAV vorgesehenen 3 Sekunden bis in
die Lichtschranke schaffst.

Bei TAV wirst du dich daran gewöhnen müssen, mit Kinderwagen (und auch
sonst) gegen jegliche Höflichkeitsregeln gegenüber dem die
entgegengerichteten Fahrgaststrom zu verzichten.

Gruß
Volker
--
http://www.schrankenposten.de
Schrankenposten und andere Eisenbahnlichkeiten

Jens Kaubisch

unread,
Feb 15, 2003, 10:50:51 AM2/15/03
to
Dominik Vinbruck <dom...@vinbruck.net> wrote:
> "Heiko Fischer" <emailofn...@arcor.de> schrieb:

>> Wäre vom EBA diese Türschließeinrichtung nicht aus dem Verkehr zu
>> ziehen?
>
> Das EBA sieht eine Genehmigung für das TAV als nicht er-
> forderlich an und hat es somit auch nicht genehmigt und
> kann es dementsprechend nicht aus dem Verkehr ziehen.

Es muß aber genehmigt haben. Ich zitire nocheinmal:

*Diese Technik der automatisch schließenden Türen ist von der
technischen Aufsicht abgenommen und vom Eisenbahnbundesamt genehmigt.
Die Einrichtungen und deren Prüfungen finden nach Richtlinien des
Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) statt.

Zitat Ende.

> Genauer: Das EBA hat auf Antrag von DB Regio festgestellt,
> dass das TAV die gesetzlichen Anforderungen, insbesondere
> $ 45 Abs. 4 EBO erfüllt. Eine Genehmigung sei nicht erteilt
> worden, da hierfür keine rechtliche Grundlage existiere.

Aha. dann schreiben die das also auf dieses Blättle nur aus Jux und
Dallerei?

> Soweit der Präsident des EBA, Horst Stuchly, in einer
> Stellungnahme, die in derFahrgast 1/2003 abgedruckt ist.

"Der Fahrgast"? So so. Es gab mal Zeiten da war mir Pro Bahn sogar
sympatisch. Ist aber schon lange her.

Gruß Jens

Jens Kaubisch

unread,
Feb 16, 2003, 5:03:01 AM2/16/03
to
Edmund Lauterbach <e.laut...@gmx.de> wrote:
> Jens Kaubisch wrote:

> Vor TAV war Abfahrtszeit durch den Fahrplan _und_ das Einsteigen
> zumindest der Fahrgäste definiert, die sich bis zur Abfahrtszeit am
> Zug eingefunden hatten. TAV reduziert dies auf den Fahrplan. Fährt
> ein Zug verspätet ein, wird die Türfreigabe nach wenigen Sekunden
> zurückgenommen.

Auch hier existiert eine Weisung die etwas von 20 sek Türfreigabe
sagt.

> Wer aus irgendeinem Grund eine Reaktionszeit > 3
> Sekunden hat (Kinderwagen, Kinder, Gepäck, Hund, Gehbehinderung,
...)
> hat verloren.

Nein! Siehe oben!

> Vor TAV hat man, sofern die Randbedingungen (Fahrplan, Möglichkeiten
> der Verspätungseinholung, etc) es erlaubten, auch schonmal auf
gerade
> noch heraneilende Fahrgäste gewartet.

... was wieder ein Verspätungsgrund ist. Es gab Tage da durfte ich in
Stuttgart Hbf schon bis zu 4 min auf verspätete Fahrgäste warten! Mit
TAV kann einem sowas nicht mehr passieren, zumindest nicht in dem
Umfang.

> Vor TAV oblag die Beurteilung der Situation und die Entscheidung dem
> Zugführer / Tf. Die TAV-Elektronik wäre damit überfordert, da läßt
man
> lieber Kunden stehen.

Wie wäre es wenn sich der Kunde zur planmäßigen Abfahrtszeit am Zug
einfinden würde? Dann passiert sowas nicht. (Ich weiß sehr wohl welche
Antworten ich hierauf zu erwarten habe!)

> Als Tf bei DB würde ich mir auch über die finanziellen Folgen einer
> solchen Job-Abspeckung Gedanken machen.

So? Kann der Tf die TAV-Einführung ändern? Konnten die Tf die
abschaffung des Rangierpersonals ändern? Konnten/können die Tf die
Abschaffung des Zugbegleitpersonals ändern? Alle 3 Fragen müssen mit
"nein" beantwortet werden.

Gruß Jens

Jens Kaubisch

unread,
Feb 16, 2003, 5:04:56 AM2/16/03
to
Jan Borchers <nos...@gibts.net> wrote:
> Heiko Fischer schrieb:

> Sie hätte nach meiner Meinung NIEMALS zugelassen werden dürfen!
>
> Viele Grüße
>
> Jan, bekennender TAV-Feind, seit ich das erste Mal von diesem System
> gehört habe.


Dann fahre lieber nicht in die Schweiz und meide städtischen
Nahverkehr. In der Stadt unterwegs? Nur zu Fuß!

Marc Haber

unread,
Feb 16, 2003, 6:11:03 AM2/16/03
to
"Jens Kaubisch" <Kaubisch-...@t-online.de> wrote:

>Edmund Lauterbach <e.laut...@gmx.de> wrote:
>> Als Tf bei DB würde ich mir auch über die finanziellen Folgen einer
>> solchen Job-Abspeckung Gedanken machen.
>
>So? Kann der Tf die TAV-Einführung ändern? Konnten die Tf die
>abschaffung des Rangierpersonals ändern? Konnten/können die Tf die
>Abschaffung des Zugbegleitpersonals ändern? Alle 3 Fragen müssen mit
>"nein" beantwortet werden.

Aber er kann vielleicht durch Proteste verhindern, dass der Einführung
von TAV bald ein "wir haben doch TAV, da hast Du weniger
Verantwortung, also bezahlen wir Dir jetzt auch weniger" des
Arbeitgebers kommt.

Bruno Goebbels

unread,
Feb 16, 2003, 7:39:07 AM2/16/03
to
On 15-Feb-2003, Jan Borchers <nos...@gibts.net> wrote:

> > Oder ist zu befürchten, das
> > irgendwann einmal ein lebloser Körper, gehalten von der Kleidung,
> > aussen am Zug im nächsten Bahnhof baumeln wird.

Irgendwann einmal? Hier in Köln ist vor Jahren mal ein Frau zu Tode
gekommen, weil sie mit Ihrem Pelzmantel eingeklemmt wurde. OK, war
(unterirdische) Straßenbahn, und die Fahrer schauen idR in den Rückspiegel.

Funktioniert aber so ähnlich. Der Fahrer gibt bei Ankunft in der Haltestelle
die Türen frei, oder öffnet sie alle. Dann nimmt er die Türfreigabe zurück,
und die Türen versuchen sich zu schließen (Lichtschranke, Kontakt
Trittstufe, Sensoren in Gummidichtung der Tür). Das führt oft zu längeren
Haltestellenaufenthalten, da keine Zwangsschließung möglich.

Die Technik ist halt nicht 100%ig. Wir haben früher schon mal ein Schulheft
dazwischen gehalten, und die Tür ging wieder auf.

Gruß
Bruno

Nicolas L. Jost

unread,
Feb 16, 2003, 8:07:50 AM2/16/03
to
"Jens Kaubisch" <Kaubisch-...@t-online.de> wrote:

> *Ankunft und Haltezeit*
> Nach dem Einfahren in einen Bahnhof gibt der Triebfahrzeugführer durch
> Knopfdruck alle Türen für den fahrgast zur Selbstbedienung frei (am
> Türöffner leuchtet ein grüner Kranz!).

Der Fahrgast wird also durch das Zp9 am Türöffner schon darauf vorbereitet,
dass der Zug ohne ihn abfährt.

SCNR
Nicolas

Andreas Barth

unread,
Feb 16, 2003, 7:15:36 AM2/16/03
to
Jens Kaubisch wrote:
> Edmund Lauterbach <e.laut...@gmx.de> wrote:

>> Vor TAV war Abfahrtszeit durch den Fahrplan _und_ das Einsteigen
>> zumindest der Fahrgäste definiert, die sich bis zur Abfahrtszeit am
>> Zug eingefunden hatten. TAV reduziert dies auf den Fahrplan. Fährt
>> ein Zug verspätet ein, wird die Türfreigabe nach wenigen Sekunden
>> zurückgenommen.

> Auch hier existiert eine Weisung die etwas von 20 sek Türfreigabe
> sagt.

Ich kann Dir genug Beschwerden anliefern, wo in der Praxis genau das
nicht passiert ist.


>> Vor TAV oblag die Beurteilung der Situation und die Entscheidung dem
>> Zugführer / Tf. Die TAV-Elektronik wäre damit überfordert, da läßt
> man
>> lieber Kunden stehen.

> Wie wäre es wenn sich der Kunde zur planmäßigen Abfahrtszeit am Zug
> einfinden würde? Dann passiert sowas nicht. (Ich weiß sehr wohl welche
> Antworten ich hierauf zu erwarten habe!)

Eben. Warum fragst Du das? Wenn von einem verspäteten Anschlußbus 20
Leute zur S-Bahn rennen, halte ich 15 Sekunden Verspätung (oder
meinetwegen auch eine Minute) an einem Sonntag vormittag für
akzeptabel. Und die Fahrgäste sind an der Situation ganz sicher am
wenigsten schuld.

Grüße,
Andi
--
http://home.arcor.de/andreas-barth/
PGP 1024/89FB5CE5 DC F1 85 6D A6 45 9C 0F 3B BE F1 D0 C5 D1 D9 0C
Fachbegriffe des Schienenverkehrs #1 von Marc Haber in dasr
Alles wird billiger: 50 % Preiserhöhung für Stammkunden.

Nicolas L. Jost

unread,
Feb 16, 2003, 8:06:29 AM2/16/03
to
"Jens Kaubisch" <Kaubisch-...@t-online.de> wrote:

> Dann fahre lieber nicht in die Schweiz und meide städtischen
> Nahverkehr. In der Stadt unterwegs? Nur zu Fuß!

Glaubst du etwas, dass diese großen Spiegel, die man an SBB-Fahrzeugen
sieht, nur dafür angebracht wurden, dass sich der Lokomotivführer kämmen
kann?

Nicolas

Marc Haber

unread,
Feb 16, 2003, 8:52:16 AM2/16/03
to

Nein, die sind zur Behinderung der Fotografen im ersten Wagen dran.

Fredy Barth

unread,
Feb 16, 2003, 8:58:23 AM2/16/03
to
Marc Haber schrieb:

> Aber er kann vielleicht

Ja, aber nur vielleicht.

> durch Proteste

Ja glaubt Ihr denn hier, Lokführer wären alle friedliche Lämmer, die sich
alles gefallen lassen, zu allem ja und Amen sagen und alles schlucken, was
man ihnen vorsetzt??? Gut, Ihr könnt nicht hinter die Kulissen blicken,
denn dann würdet Ihr nämlich wissen, daß diese Proteste durchaus gekommen
sind.

Wie mich jemand ja hier schon geoutet hat :-), war ich früher mal beim Bh
Plochingen tätig. Die Plochinger Tf waren die ersten, die mit TAV in
Berührung kamen (ET 423). Wir haben damals alle gesagt, das kann so nicht
gehen, TAV ist absolut kundenunfreundlich. Es gab damals einen Riesenwirbel
und zahlreiche Diskussionen. Unser Betriebsrat hat Theater gemacht. Ich
hatte sogar mal zufällig die Gelegenheit, mit einem Mitglied des
Konzernbetriebsrats zu sprechen, der extra vorbeikam, um sich ein Bild von
TAV zu machen. Er meinte aber nur, dem Betriebsrat wären in solchen Sachen
weitgehend die Hände gebunden. Das einzige, was man machen könnte, wäre,
eine Protestnote zu verfassen, und das habe er vor.

Die offizielle Stellungname des Arbeitgebers war wohl sinngemäß: "Wir haben
die Züge beim Hersteller so bestellt. Der Hersteller hat sie so, wie wir
sie bestellt haben, geliefert. Die Züge wurden vom Eisenbahn-Bundesamt
sowie vom TÜV Hamburg abgenommen und wir werden nun einen Pilotversuch
starten: Wir werden die Züge ein Jahr lang auf der Linie S1 der Stuttgarter
S-Bahn testen." Dieser Pilotversuch wurde durchgeführt und das System TAV
HAT SICH BEWÄHRT. Damit hat der Betriebsrat keine Argumente mehr.
Derjenige, der jetzt noch Argumente hätte, ist der Kunde. Nur was macht der
Kunde? Der Kunde geht zum Triebfahrzeugführer, "scheißt" den zusammen,
klopft sich anschließend auf die Oberschenkel und denkt sich dabei: "So,
jetzt hab ich's denen aber mal gegeben!" :-(((

> verhindern, dass der Einführung
> von TAV bald ein "wir haben doch TAV, da hast Du weniger
> Verantwortung, also bezahlen wir Dir jetzt auch weniger" des
> Arbeitgebers kommt.

Wieso weniger Verantwortung. Der Tf hat mehr Verantwortung. Früher war er
fürs Türenschließen gar nicht zuständig.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen TAV, sondern gegen die Art, wie es bei der
DieBahn umgesetzt wurde. Ich habe mich z.B. schon von Anfang an gefragt,
was da eigentlich so schwierig daran ist, an die Karren Außenspiegel
anzubringen.


Gruß, Fredy

--
"We are DB of Borg. The timetable is irrelevant. Resistance is futile.
Complaints will be absorbed."
(Martin Bienwald, Niels Bock und Thomas Dehn in debt+s)

Jan Marco Funke

unread,
Feb 16, 2003, 9:23:27 AM2/16/03
to
Jens Kaubisch schrieb:

> Edmund Lauterbach <e.laut...@gmx.de> wrote:
> > Jens Kaubisch wrote:
>
> > Vor TAV war Abfahrtszeit durch den Fahrplan _und_ das Einsteigen
> > zumindest der Fahrgäste definiert, die sich bis zur Abfahrtszeit am
> > Zug eingefunden hatten. TAV reduziert dies auf den Fahrplan. Fährt
> > ein Zug verspätet ein, wird die Türfreigabe nach wenigen Sekunden
> > zurückgenommen.
>
> Auch hier existiert eine Weisung die etwas von 20 sek Türfreigabe
> sagt.
>
> > Wer aus irgendeinem Grund eine Reaktionszeit > 3
> > Sekunden hat (Kinderwagen, Kinder, Gepäck, Hund, Gehbehinderung,
> ...)
> > hat verloren.
>
> Nein! Siehe oben!

Doch, vor allem in der Übergangszeit, wo sich die Fahrgäste erstmal an
das neue System gewöhnen müssen. Ich habe selbst vor einiger Zeit
beobachtet, wie die eine Hälfte einer Familie mit kleinen Kindern und
Fahrrädern schon im Triebwagen und der Rest noch auf dem Bahnsteig
stand, als sich der Zug schon in Bewegung setzte. Dass die Tf nicht
mehr aus dem Fenster schauen sollen, ist doch wirklich das aller-
letzte.


> > Vor TAV hat man, sofern die Randbedingungen (Fahrplan, Möglichkeiten
> > der Verspätungseinholung, etc) es erlaubten, auch schonmal auf
> gerade
> > noch heraneilende Fahrgäste gewartet.
>
> ... was wieder ein Verspätungsgrund ist. Es gab Tage da durfte ich in
> Stuttgart Hbf schon bis zu 4 min auf verspätete Fahrgäste warten! Mit
> TAV kann einem sowas nicht mehr passieren, zumindest nicht in dem
> Umfang.

Heißt das also im Klartext, das dann Anschlüße überhaupt nicht mehr
abgewartet werden?


> > Vor TAV oblag die Beurteilung der Situation und die Entscheidung dem
> > Zugführer / Tf. Die TAV-Elektronik wäre damit überfordert, da läßt
> man
> > lieber Kunden stehen.
>
> Wie wäre es wenn sich der Kunde zur planmäßigen Abfahrtszeit am Zug
> einfinden würde? Dann passiert sowas nicht. (Ich weiß sehr wohl welche
> Antworten ich hierauf zu erwarten habe!)

Da stimme ich dir sogar zu, es dient nicht gerade der Pünktlichkeit,
auch noch auf den letzten Nachzügler zu warten.

--
Jan Marco Funke

Stephan Boenigk

unread,
Feb 16, 2003, 10:06:13 AM2/16/03
to
Jens Kaubisch schrieb:

>
> Dominik Vinbruck <dom...@vinbruck.net> wrote:
> > "Heiko Fischer" <emailofn...@arcor.de> schrieb:
> >> Wäre vom EBA diese Türschließeinrichtung nicht aus dem Verkehr zu
> >> ziehen?
> >
> > Das EBA sieht eine Genehmigung für das TAV als nicht er-
> > forderlich an und hat es somit auch nicht genehmigt und
> > kann es dementsprechend nicht aus dem Verkehr ziehen.
>
> Es muß aber genehmigt haben. Ich zitire nocheinmal:
>
> *Diese Technik der automatisch schließenden Türen ist von der
> technischen Aufsicht abgenommen und vom Eisenbahnbundesamt genehmigt.
> Die Einrichtungen und deren Prüfungen finden nach Richtlinien des
> Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) statt.
>
> Zitat Ende.

Dass die Technik vom EBA abgenommen werden muss, ist ja wohl
selbstverständlich. Das Abfertigungsverfahren namens TAV muss nach
Auskunft des EBA nicht genehmigt werden, wie Dominik zitierte.

Grüße
Stephan

--
Stephan Boenigk, Dresden
mailto:s.bo...@gmx.de

Olympische Spiele Leipzig 2012


Marc Haber

unread,
Feb 16, 2003, 1:35:56 PM2/16/03
to
Fredy Barth <usenet...@fmx-online.de> wrote:
>Wieso weniger Verantwortung. Der Tf hat mehr Verantwortung. Früher war er
>fürs Türenschließen gar nicht zuständig.

Bei der S-Bahn?

Edmund Lauterbach

unread,
Feb 16, 2003, 2:00:33 PM2/16/03
to
Jens Kaubisch wrote:
>
> Edmund Lauterbach <e.laut...@gmx.de> wrote:
> > Jens Kaubisch wrote:

> Auch hier existiert eine Weisung die etwas von 20 sek Türfreigabe
> sagt.
> > Wer aus irgendeinem Grund eine Reaktionszeit > 3
> > Sekunden hat (Kinderwagen, Kinder, Gepäck, Hund, Gehbehinderung,
> ...)
> > hat verloren.
>
> Nein! Siehe oben!

Doch. Reaktionszeit beginnt, nach dem die letzten Leute ausgestiegen sind.
Das ist meist bereits nach den 20 sek. D.h. jetzt hat der Einsteigende nur
noch 3 sek.

>
> > Vor TAV hat man, sofern die Randbedingungen (Fahrplan, Möglichkeiten
> > der Verspätungseinholung, etc) es erlaubten, auch schonmal auf
> gerade
> > noch heraneilende Fahrgäste gewartet.
>
> ... was wieder ein Verspätungsgrund ist. Es gab Tage da durfte ich in

Deshalb schrieb ich ja von Randbedingungen, die der TF/Zugführer kennt (kann
Verspätung aufholen etc).

> Stuttgart Hbf schon bis zu 4 min auf verspätete Fahrgäste warten! Mit
> TAV kann einem sowas nicht mehr passieren, zumindest nicht in dem
> Umfang.

Im Übrigen ist das eine Abwägungsfrage. Pünktlichkeit ist nicht alles. Die
Leute kommen ja oft nicht absichtlich zu spät, sondern hängen an einem
Anschluss von DB oder sonstigem ÖV.

>
> > Vor TAV oblag die Beurteilung der Situation und die Entscheidung dem
> > Zugführer / Tf. Die TAV-Elektronik wäre damit überfordert, da läßt
> man
> > lieber Kunden stehen.
>
> Wie wäre es wenn sich der Kunde zur planmäßigen Abfahrtszeit am Zug
> einfinden würde? Dann passiert sowas nicht. (Ich weiß sehr wohl welche
> Antworten ich hierauf zu erwarten habe!)

s.o. Wie wäre es, wenn Firmen, die öffentlichen Verkehr betreiben, ihre
Kunden pünktlich zu Anschlüssen bringen. Wenn alle Anschlüsse eingehalten
werden, bin ich sofort dafür, immer exakt zur fahrplanmäßigen
Abfahrtssekunde die Türen zu schließen. D.h. erstmal alle Verspätungsgründe
abschaffen, die nichts mit Warten auf Kunden zu tun haben. Macht mal, und
meldet euch wieder, wenn ihr soweit seid.


> > Als Tf bei DB würde ich mir auch über die finanziellen Folgen einer
> > solchen Job-Abspeckung Gedanken machen.
>
> So? Kann der Tf die TAV-Einführung ändern? Konnten die Tf die

Darf man sich nur über Sachen Gedanken machen, die man unmittelbar ändern
kann? Maß ist aus meiner Sicht, inwieweit man betroffen ist und nicht, ob
man an der Entscheidung beteiligt sein (dass Tfs betroffen sind, schrieb ich
ja - Kunden sowieso). Im Vergleich zu mir solltest Du als Mitarbeiter dieser
Firma schon irgendwie näher dran an der Entscheidung sein.
Ist etwas deshalb gut, weil es das Firmenmangement verordnet hat, und die
Mitspracherechte der Mitarbeiter nicht stattfanden? (wieso eigentlich nicht
- ihr habt doch so lautstarke Gewerkschaften?)

Edmund Lauterbach

unread,
Feb 16, 2003, 2:06:59 PM2/16/03
to
Fredy Barth wrote:
>
> Marc Haber schrieb:
>
> > Aber er kann vielleicht
>
> Ja, aber nur vielleicht.
>
> > durch Proteste
>
> Ja glaubt Ihr denn hier, Lokführer wären alle friedliche Lämmer, die sich
> alles gefallen lassen, zu allem ja und Amen sagen und alles schlucken, was
> man ihnen vorsetzt??? Gut, Ihr könnt nicht hinter die Kulissen blicken,
> denn dann würdet Ihr nämlich wissen, daß diese Proteste durchaus gekommen
> sind.

Nein, glauben wir nicht. Es gibt überall solche und solche. Entweder gibt es
bei der DB zuwenig solche, oder irgendwas mit den Mitspracherechten der
Mitarbeiter stimmt da nicht.

> > verhindern, dass der Einführung
> > von TAV bald ein "wir haben doch TAV, da hast Du weniger
> > Verantwortung, also bezahlen wir Dir jetzt auch weniger" des
> > Arbeitgebers kommt.
> Wieso weniger Verantwortung. Der Tf hat mehr Verantwortung. Früher war er
> fürs Türenschließen gar nicht zuständig.

Die Reihenfolge ist so:
Bei Umstellung auf Einmannbetrieb nimmt die Verantwortung des Tf zu, da er
Aufagben des Zugführers übernimmt. Bei Einführung von TAV nimmt sie wieder
ab. Auch bereits der erste Schritt sollte sich irgendwie in
Stellenbeschreibungen wiederfinden. Und beides sollte zumindest
längerfristig Auswirkungen auf Gehälter haben (sicher abgefedert durch
Besitzstandswahrung - aber Neueinstellungen sind sicher betroffen).


> Ich bin nicht grundsätzlich gegen TAV, sondern gegen die Art, wie es bei der
> DieBahn umgesetzt wurde. Ich habe mich z.B. schon von Anfang an gefragt,
> was da eigentlich so schwierig daran ist, an die Karren Außenspiegel
> anzubringen.

Zustimmung. Wobei die Nützlichkeit von Außenspiegeln auch von vielen anderen
Sachen abhängt. (Trams sind meist kürzer als S-Bahnen).

Fredy Barth

unread,
Feb 16, 2003, 2:41:24 PM2/16/03
to
Marc Haber schrieb:

> Bei der S-Bahn?

Bei der Dampflok.

Hans Friedlaender

unread,
Feb 16, 2003, 3:41:48 PM2/16/03
to
Am Sun, 16 Feb 2003 08:49:28 +0100 schrieb Volker Blees
<wae...@schrankenposten.de>:

>Bei TAV wirst du dich daran gewöhnen müssen, mit Kinderwagen (und auch
>sonst) gegen jegliche Höflichkeitsregeln gegenüber dem die
>entgegengerichteten Fahrgaststrom zu verzichten.

Klingel am Schiebebügel reguliert.

HansPapa²
--
Hans Friedlaender <http://hans.friedlaender.org>
In Venlo soll ja angeblich ein Drive-Through-Coffeeshop eröffnet
werden.
"Ja, ich hätte dann gerne einmal McDope und 'ne Juniortüte bitte!"

Alexander James Lovell

unread,
Feb 16, 2003, 6:45:58 PM2/16/03
to
Moin moin!

"Heiko Fischer" <emailofn...@arcor.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3e4de969$0$9817$9b4e...@newsread4.arcor-online.net...

> Kein Blick des Triebfahrzeugführers aus dem Fenster.

M.W. dürfen die Tf nciht mehr rausgucken, zumindest hat ein Kollege dafür
Ärger bekommen.

> Wäre vom EBA diese Türschließeinrichtung nicht aus dem Verkehr zu
> ziehen?

Das EBA hat, zumindest was die Doppeldeckerzüge anbelangt, sogar das
Abfertigungsverfahren TAV vorgeschrieben.

Gruß,
Alex
--
Alexander James Lovell
FRH - HU


Alexander James Lovell

unread,
Feb 16, 2003, 6:56:19 PM2/16/03
to
Moin moin!

"Edmund Lauterbach" <e.laut...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3E4EC428...@gmx.de...

> Vor TAV hat man, sofern die Randbedingungen (Fahrplan, Möglichkeiten der
> Verspätungseinholung, etc) es erlaubten, auch schonmal auf gerade noch
> heraneilende Fahrgäste gewartet.

Absolut. 10 Sekunden machen den Kohl auch nicht fett.

> Vor TAV oblag die Beurteilung der Situation und die Entscheidung dem
> Zugführer / Tf. Die TAV-Elektronik wäre damit überfordert, da läßt man
> lieber Kunden stehen.

Bzw. dem Schaffner bei SAT-Betrieb, oder nicht? Bin nie mit SAT gefahren.

> Als Tf bei DB würde ich mir auch über die finanziellen Folgen einer
solchen
> Job-Abspeckung Gedanken machen. Der Tf drückt Knöpchen, anstatt zu
> entscheiden.

Nein, als Tf nicht - der Tf hat genug andere Sorgen. Vielmehr sollte man
Richtung Zf gucken, den gibt es nämlich überhaupt nicht mehr, wenn das so
weiter geht. Somit wird man als KiN demnächst nicht mehr mit dem Posten E7
rechnen müssen, mir sind Kollegen bekannt, die lediglich als E5er durch die
Gegend fahren, während auf anderen Strecken kein Zub mehr im Zug ist. Und
das ganze geht eh nur gut, bis dann die Knöpchentechnologie versagt, oder
statt der 111/145 mal nur eine 141 zur Verfügung steht - ohne TAV, SAT,
gerade mal mit Tb0... Und dann braucht's plötzlich auch wieder einen
Zugbegleiter.

> Jemand der Knöpchen drückt, würde ich auch weniger zahlen,

Wie gut, das Lokführer viel mehr machen, als mit den Türen zu spielen und
Gas zu geben.

> als jemandem, der die Verantwortung für Zug und Fahrgäste wirklich
> wahrnimmt.

Ist eine sichere und pünktliche Durchführung der Zugfahrt denn keine
Handlung, in der man die Verantwortung für die Fahrgäste übernimmt?

Gruß,
Alex
--
Alex Lovell
FRH - HU


Alexander James Lovell

unread,
Feb 16, 2003, 7:03:34 PM2/16/03
to
Moin moin!

"Fredy Barth" <usenet...@fmx-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:b2o6fv$c6d$00$1...@news.t-online.com...

> Ja glaubt Ihr denn hier, Lokführer wären alle friedliche Lämmer, die sich
> alles gefallen lassen, zu allem ja und Amen sagen und alles schlucken, was
> man ihnen vorsetzt??? Gut, Ihr könnt nicht hinter die Kulissen blicken,
> denn dann würdet Ihr nämlich wissen, daß diese Proteste durchaus gekommen
> sind.

Lokführer konnten schon immer ihre Interessen wesentlich besser durchsetzen,
als wir Zugbegleiter. Das liegt auch daran, das man die Lokführer braucht,
Zugbegleiter dagegen können aus Sicht der Unternehmer ohne weiteres durch
die Technik ersetzt werden - siehe TAV.

> Ich bin nicht grundsätzlich gegen TAV, sondern gegen die Art, wie es bei
der
> DieBahn umgesetzt wurde. Ich habe mich z.B. schon von Anfang an gefragt,
> was da eigentlich so schwierig daran ist, an die Karren Außenspiegel
> anzubringen.

Mich ärgert, das im TAV-Betrieb immer mehr auf Zugbegleiter verzichtet wird.
Die TAV kann nunmal keine Informationen geben, keinen Schülern sagen, das
sie ihre Käsemauken von den Sitzen nehmen sollen, keine Schwarzfahrer
erwischen, keine Kinderwagen raustragen usw. usf.!
Und wenn Zubs vorhanden sind, dann nur unter Einkommensverlust, zumindest
mittelfristig, weil sie nicht mehr als Zugführer eingesetzt werden.

Alexander James Lovell

unread,
Feb 16, 2003, 7:11:19 PM2/16/03
to
Moin moin!

"Andreas Pothe" <apo...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:b2l9i3...@news.pothe.de...
> Fredy Barth wrote:
>
> > DieBahn ist Deutschlands Dienstleister Nr. 1. Kundenorientierung steht
im
> > absoluten Vordergrund.
>
> Du solltest Sarkasmus stärker als solchen kennzeichnen, sonst glauben die
> Mitleser Veronas das wirklich noch.

Gerade deswegen würde ich auf eine Kennzeichnung verzichten - das macht sich
beim nächsten Mitarbeitergespräch (so heißt unsere Bewertung heutzutage)
sicher gut! :)

Gruß,
Alex
--
Alexander Lovell
FRH - HU


Alexander James Lovell

unread,
Feb 16, 2003, 7:06:47 PM2/16/03
to
Moin moin!

"Marc Haber" <mh+use...@zugschl.us> schrieb im Newsbeitrag
news:b2olmc$ju0$1...@nella.toplink-plannet.de...


> Fredy Barth <usenet...@fmx-online.de> wrote:
>
> >Wieso weniger Verantwortung. Der Tf hat mehr Verantwortung. Früher war er
> >fürs Türenschließen gar nicht zuständig.
>
> Bei der S-Bahn?

Außer bei der S-Bahn und einigen Nahverkehrstriebwagen (selbst beim
614/624/634 hat eine Weile noch der Zugführer die Türen geschlossen). Und
selbst bei der S-Bahn macht der Tf das teilweise nicht alleine - in
Frankfurt/M fährt bei Langzügen ein KiN mit und unterstützt bei der
Abfertigung.

Alexander James Lovell

unread,
Feb 16, 2003, 7:16:45 PM2/16/03
to
Moin moin!

"Volker Blees" <wae...@schrankenposten.de> schrieb im Newsbeitrag
news:1agu4v4fvj88hmetf...@4ax.com...

> Bei TAV wirst du dich daran gewöhnen müssen, mit Kinderwagen (und auch
> sonst) gegen jegliche Höflichkeitsregeln gegenüber dem die
> entgegengerichteten Fahrgaststrom zu verzichten.

Nein, genau der geordnete Zustieg sollte größere Probleme verhindern. Und
eine höfliche Person darf gerne dabei behiflich sein, den Kinderwagen
einzuladen, indem sie sich in die Lichtschranke stellt und dabei den Wagen
annimmt. Das Plattrennen und dumm vor der ganzen Türbreite Herumstehen, bis
alle raus sind, dagegen bewirkt, das ein Stau vor der Tür entsteht und ggfs.
die Türen schließen.

Message has been deleted
Message has been deleted

Volker Blees

unread,
Feb 17, 2003, 12:57:31 AM2/17/03
to
On Mon, 17 Feb 2003 01:16:45 +0100, "Alexander James Lovell"
<lokle...@triebfahrzeuge.de> wrote:

>"Volker Blees" <wae...@schrankenposten.de> schrieb im Newsbeitrag
>news:1agu4v4fvj88hmetf...@4ax.com...
>
>> Bei TAV wirst du dich daran gewöhnen müssen, mit Kinderwagen (und auch
>> sonst) gegen jegliche Höflichkeitsregeln gegenüber dem die
>> entgegengerichteten Fahrgaststrom zu verzichten.
>
>Nein, genau der geordnete Zustieg sollte größere Probleme verhindern.

Da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich meinte: wenn ein
DAU dir dumm im Weg rumsteht, hast du keine Chance mehr, ihn höflich
zu bitten, beiseite zu treten, sondern musst 'WEG DA' brüllen und ihm
den Kinderwagen in die Kniekehlen rammen, um schneller als TAV zu
sein.

Im Übrigen gebe ich dir natürlich recht, betzweifle aber, dass TAV
imstande ist, die Fahrgastwechselkultur in D nachhaltig zu verbessern.

Gruß
Volker

--
http://www.schrankenposten.de
Schrankenposten und andere Eisenbahnlichkeiten

Volker Blees

unread,
Feb 17, 2003, 12:57:32 AM2/17/03
to
On Sun, 16 Feb 2003 21:41:48 +0100, Hans Friedlaender
<ha...@friedlaender.org> wrote:

[Mit Kinderwagen gegen DAUs]
>
>Klingel am Schiebebügel reguliert.

Meine Erfahrung dazu: alles, was sich noch bewegt, bleibt stehen und
guckt verblüfft, von wo denn das Fahrrad kommt :-(

Marc Haber

unread,
Feb 17, 2003, 1:24:55 AM2/17/03
to
"Alexander James Lovell" <lokle...@triebfahrzeuge.de> wrote:
>"Heiko Fischer" <emailofn...@arcor.de> schrieb im Newsbeitrag
>news:3e4de969$0$9817$9b4e...@newsread4.arcor-online.net...
>> Wäre vom EBA diese Türschließeinrichtung nicht aus dem Verkehr zu
>> ziehen?
>
>Das EBA hat, zumindest was die Doppeldeckerzüge anbelangt, sogar das
>Abfertigungsverfahren TAV vorgeschrieben.

Es hat also verboten, die Dostozüge mit Zugbegleiter zu fahren? Das
kann ich nicht so ganz glauben.

Klaus von der Heyde

unread,
Feb 17, 2003, 2:51:54 AM2/17/03
to
Dominik Vinbruck <dom...@vinbruck.net> wrote:
> die BR 644 fuhr schon spätestens Anfang 1999 im Kölner Raum,

Der planmaessige einsatz begann erst in der zweiten jahreshaelfte 1999.
Uebrigens, auf einigen bahnhoefen mit 644-verkehr wurden auf den
bahnsteigen ortsfeste spiegel zur zugbeobachtung montiert, z.b. in
Hoffnungsthal.

Klaus

--
Klaus von der Heyde -- he...@informatik.uni-bonn.de

Edmund Lauterbach

unread,
Feb 17, 2003, 3:55:16 AM2/17/03
to
"Alexander James Lovell" <lokle...@triebfahrzeuge.de> wrote:
> Moin moin!
>
> "Edmund Lauterbach" <e.laut...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:3E4EC428...@gmx.de...
>

> > Als Tf bei DB würde ich mir auch über die finanziellen Folgen einer


> solchen
> > Job-Abspeckung Gedanken machen. Der Tf drückt Knöpchen, anstatt zu
> > entscheiden.
>
> Nein, als Tf nicht - der Tf hat genug andere Sorgen. Vielmehr sollte man
> Richtung Zf gucken, den gibt es nämlich überhaupt nicht mehr, wenn das so
> weiter geht. Somit wird man als KiN demnächst nicht mehr mit dem Posten E7
> rechnen müssen, mir sind Kollegen bekannt, die lediglich als E5er durch die
> Gegend fahren, während auf anderen Strecken kein Zub mehr im Zug ist. Und
> das ganze geht eh nur gut, bis dann die Knöpchentechnologie versagt, oder
> statt der 111/145 mal nur eine 141 zur Verfügung steht - ohne TAV, SAT,
> gerade mal mit Tb0... Und dann braucht's plötzlich auch wieder einen
> Zugbegleiter.

Bzgl der personellen Konsequenzen haben sicher andere Leute mehr
Einblick als ich. Dass Zugbegleiter und insbesondere Zugführer
wünschenswert sind - klar. Aber gegenüber Verbesserungen bei TAV (ich
wuerde "technikbasiert" gerne durch "technikunterstützt" ersetzen) ist
das natürlich eine weitergehende Forderung.


> > Jemand der Knöpchen drückt, würde ich auch weniger zahlen,
> Wie gut, das Lokführer viel mehr machen, als mit den Türen zu spielen und
> Gas zu geben.

Auch klar. Den "reinen" Lokführer will ich sicher nicht abschaffen.
Ich war sicher auch mehr vom S-Bahn-Betrieb ausgegangen. Fährt der TF
nur noch auf einer Baureihe, verliert er sicher einiges an der
Qualifikation, die Lokführer mal hatten. Überträgt man ihm die
Zugabfertigung und andere Aufgaben mit Kundenkontakt gewinnt er (oder
sollte zumindest) quasi als Ausgleich andere Qualifikationen hinzu (zu
Lasten der Zf/ZuB). Wenn man ihm aber nur 2 weitere Knöpfchen bedienen
läßt und ihn ansonsten von Verantwortung (scheinbar) freistellt,
entfällt auch diese Qualifikation. Die Verantwortung wird er aber
vielleicht dann doch nicht ganz los (wie in einem anderen Thread
diskutiert), so dass er am Ende der Gekniffene ist.



> > als jemandem, der die Verantwortung für Zug und Fahrgäste wirklich
> > wahrnimmt.
> Ist eine sichere und pünktliche Durchführung der Zugfahrt denn keine
> Handlung, in der man die Verantwortung für die Fahrgäste übernimmt?

Doch, ohne Zweifel. Aber ein Tf ohne ZuB hat halt auch in direkten
Kontakt zum Fahrgast Verantwortung (s.o.). Wenn diese geleugnet wird,
kann das langfristig nicht gutgehen. TAV ist doch nichts anderes als
der unglückliche Versuch, Aufgaben die sonst Zugführer wahrnahmen,
komplett der Technik zu übertragen. Das ist Vernichtung von
Verantwortung. Im Zweifelsfall wird man sich immer an den einzigen
Mitarbeiter halten, der noch im Zug ist.


Schönen Gruß,

Edmund Lauterbach
mailto:e.laut...@gmx.de
--

-- Sparen mit dem MVV -- Stadtbahnen in Deutschland und anderswo --
-- http://home.arcor.de/e.lauterbach/ --
-- Konzepte für den ÖPNV -- Reiseberichte und andere Geschichten --

Steve Schreiber

unread,
Feb 17, 2003, 4:24:55 AM2/17/03
to

>>Das EBA hat, zumindest was die Doppeldeckerzüge anbelangt, sogar das
>>Abfertigungsverfahren TAV vorgeschrieben.
>
>Es hat also verboten, die Dostozüge mit Zugbegleiter zu fahren? Das
>kann ich nicht so ganz glauben.

Nach meiner Kenntnis hat das EBA die SAT. also die seitenabhängige
Türsteuerung vorgeschrieben.

Steve

Ulf Kutzner

unread,
Feb 17, 2003, 4:46:57 AM2/17/03
to
"Nicolas L. Jost" schrieb:

> > Nach dem Einfahren in einen Bahnhof gibt der Triebfahrzeugführer durch
> > Knopfdruck alle Türen für den fahrgast zur Selbstbedienung frei (am
> > Türöffner leuchtet ein grüner Kranz!).
>
> Der Fahrgast wird also durch das Zp9 am Türöffner schon darauf vorbereitet,
> dass der Zug ohne ihn abfährt.

Solange es leuchtet, hat er noch Chancen, mitzukommen.

Gruß, ULF

Marc Haber

unread,
Feb 17, 2003, 5:14:09 AM2/17/03
to
Steve Schreiber <21...@gmx.net> wrote:
>Nach meiner Kenntnis hat das EBA die SAT. also die seitenabhängige
>Türsteuerung vorgeschrieben.

Man sollte keine Abkürzungen verwenden, die man nicht kennt. SAT ist
nicht die Abkürzung für seitenabhängige Türsteuerung.

Martin Bienwald

unread,
Feb 17, 2003, 6:41:59 AM2/17/03
to
Fredy Barth schrieb:

> Ich bin nicht grundsätzlich gegen TAV, sondern gegen die Art, wie es bei der
> DieBahn umgesetzt wurde. Ich habe mich z.B. schon von Anfang an gefragt,
> was da eigentlich so schwierig daran ist, an die Karren Außenspiegel
> anzubringen.

Vermutlich weil man gerade keine Rückspiegel wollte? Ein Rückspiegel könnte
den Tf dazu ermuntern, trotz Verbot nach den einsteigenden Fahrgästen zu
schauen, bevor er die Türen schließt und abfährt.

... Martin

Martin Bienwald

unread,
Feb 17, 2003, 6:53:45 AM2/17/03
to
Jens Kaubisch schrieb:

> Dann fahre lieber nicht in die Schweiz und meide städtischen
> Nahverkehr. In der Stadt unterwegs? Nur zu Fuß!

Bus- und Straßenbahnfahrer können und sollen in den Spiegel gucken, bevor
sie abfahren. Schweizer Lokführer meines Wissens auch. DB-Tf ist das bei
TAV hingegen verboten (oder nur unerwünscht? Egal, in einem Arbeitsverhält-
nis ist das quasi gleichbedeutend).

Du merkst den Unterschied?

... Martin

Martin Bienwald

unread,
Feb 17, 2003, 6:50:48 AM2/17/03
to
Jens Kaubisch schrieb:
> Dominik Vinbruck <dom...@vinbruck.net> wrote:

>> Soweit der Präsident des EBA, Horst Stuchly, in einer
>> Stellungnahme, die in derFahrgast 1/2003 abgedruckt ist.

> "Der Fahrgast"? So so. Es gab mal Zeiten da war mir Pro Bahn sogar
> sympatisch. Ist aber schon lange her.

Du mußt nicht alles glauben, was euer oberster Wadenbeißer über ProBahn
erzählt. Sie werden wohl kaum die Stellungnahme des EBA-Präsidenten
gefälscht haben.

... Martin

Message has been deleted

Jörg Mattik

unread,
Feb 17, 2003, 11:05:56 AM2/17/03
to
Edmund Lauterbach <e.laut...@gmx.de> wrote:

> Vor TAV war Abfahrtszeit durch den Fahrplan _und_ das Einsteigen zumindest
> der Fahrgäste definiert, die sich bis zur Abfahrtszeit am Zug eingefunden
> hatten. TAV reduziert dies auf den Fahrplan. Fährt ein Zug verspätet ein,
> wird die Türfreigabe nach wenigen Sekunden zurückgenommen. Wer aus


> irgendeinem Grund eine Reaktionszeit > 3 Sekunden hat (Kinderwagen, Kinder,
> Gepäck, Hund, Gehbehinderung, ...) hat verloren.

Es genügt, wenn Du etwa drei Schritte hinter einer vor dir gehenden Person
einzusteigen versuchst. Unabhängig davon ob danach die Tür noch freigegeben
ist oder nicht, ist dies eine nicht sehr angenehme Situation. Man denke auch
mal an nicht so flink reagierende Senioren.

Jörg

Fredy Barth

unread,
Feb 17, 2003, 11:13:53 AM2/17/03
to
Dominik Vinbruck schrieb:

> Insgesamt dürftet ihr aber nicht die ersten gewesen sein;


> die BR 644 fuhr schon spätestens Anfang 1999 im Kölner Raum,

> und da dürfte die BR 423 doch noch nicht in Betrieb gewesen
> sein - oder irre ich mich?

Im Fahrgastbetrieb wurden sie erst seit Ende 1999 eingesetzt. Davor waren
sie allerdings schon lange Zeit im Probebetrieb unterwegs.
So genau hab ich's nicht mehr im Kopf, aber ich glaube es war so Anfang bis
Mitte 1998, als die ersten 423er in Plochingen aufgetaucht sind. Am Anfang
hatte man sie noch zwischen Plochingen und Tübingen getestet. Später wurde
dann ein Probebetrieb eingerichtet, wo man ohne Fahrgäste durch die Gegend
fuhr. Man hielt an jeder Station kurz an und gab auf der
bahnsteigabgewandten Seite die Türen kurz frei. Es hieß, die Fahrzeuge
müßten erst mal 10000km störungsfrei laufen, damit sie die EBA-Zulassung
bekommen.
Die Diskussionen wegen TAV gab's allerdings erst, als die Fahrzeuge im
Fahrgastbetrieb unterwegs waren. Damals war man sich aber auch noch gar
darüber einig, ob denn jetzt rausgeguckt wird oder nicht. Selbst die
Ausbildungs-Tf sprachen sich damals noch _für_ den Blick aus dem Fenster
aus.

Jan Marco Funke

unread,
Feb 17, 2003, 12:41:49 PM2/17/03
to
Alexander James Lovell schrieb:

> Moin moin!
>
> "Edmund Lauterbach" <e.laut...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:3E4EC428...@gmx.de...
>
> > Vor TAV hat man, sofern die Randbedingungen (Fahrplan, Möglichkeiten der
> > Verspätungseinholung, etc) es erlaubten, auch schonmal auf gerade noch
> > heraneilende Fahrgäste gewartet.
>
> Absolut. 10 Sekunden machen den Kohl auch nicht fett.

Wobei beim bisherigen Dosto-Abfertigungsverfahren dann auch noch mal
die 10 Sekunden fürs schließen der Zub-Tür hinzukommen. Nehmen wir mal
an, mit TAV kann im Schnitt 15 Sekunden früher abgefahren werden, dann
macht das bei 10 Halten eine Ersparnis von 2 1/2 Minuten. Na ja, den
Kohl macht aber auch das nicht fett. Schon eher, dass nicht mehr auf
verspätet eintreffende Zugbegleiter bei Personalwechsel unterwegs
gewartet werden muß, was hier in NRW seit Fahrplanwechsel vermehrt
vorkommt. :-(


> > Vor TAV oblag die Beurteilung der Situation und die Entscheidung dem
> > Zugführer / Tf. Die TAV-Elektronik wäre damit überfordert, da läßt man
> > lieber Kunden stehen.
>
> Bzw. dem Schaffner bei SAT-Betrieb, oder nicht?

Ich habe mal ein Gespräch zwischen zwei Zub mitgehört, wo der eine
erzählte, dass ihm sowas schonmal passiert sei. Nach einer außerplan-
mäßigen Überholung hätte der Tf aus dem Fenster gewunken, was er so
gedeutet hat, dass er nach vorne zum Tf kommen soll. Er hat dann seine
Tür geschlossen und der Tf ist ohne aus dem Fenster zu schauen
abgefahren, als die Türkontrollampe erlosch...


> > Als Tf bei DB würde ich mir auch über die finanziellen Folgen einer
> solchen
> > Job-Abspeckung Gedanken machen. Der Tf drückt Knöpchen, anstatt zu
> > entscheiden.
>
> Nein, als Tf nicht - der Tf hat genug andere Sorgen. Vielmehr sollte man
> Richtung Zf gucken, den gibt es nämlich überhaupt nicht mehr, wenn das so
> weiter geht. Somit wird man als KiN demnächst nicht mehr mit dem Posten E7
> rechnen müssen, mir sind Kollegen bekannt, die lediglich als E5er durch die
> Gegend fahren, während auf anderen Strecken kein Zub mehr im Zug ist.

Als kürzlich jemand im NRW-RE 1 beim Zub nachlöste, wies ihn der Zub
darauf hin, dass das bald nicht mehr möglich sei, die Dosto-Züge
würden in Kürze ganz ohne Zub gefahren und sie [die Zub] kämen dann
nur noch als Prüfdienst zum Einsatz, bei dem kein Nachlösen möglich
sei. Der KiN ist also salopp gesagt eine vom Aussterben bedrohte
Gattung.


> Und
> das ganze geht eh nur gut, bis dann die Knöpchentechnologie versagt, oder
> statt der 111/145 mal nur eine 141 zur Verfügung steht - ohne TAV, SAT,
> gerade mal mit Tb0... Und dann braucht's plötzlich auch wieder einen
> Zugbegleiter.

Und wenn es dann irgendwann keine mehr gibt, fällt der Zug bei
TAV-Störung aus.

--
Jan Marco Funke

Fredy Barth

unread,
Feb 17, 2003, 12:39:51 PM2/17/03
to
Andreas Pothe schrieb:

> I wrote:
>
>> DieBahn ist Deutschlands Dienstleister Nr. 1. Kundenorientierung steht im
>> absoluten Vordergrund.
>
> Du solltest Sarkasmus stärker als solchen kennzeichnen, sonst glauben die
> Mitleser Veronas das wirklich noch.

Wieso, der letzte Satz war mein voller Ernst. Es kommt nur drauf an, wie man
Kundenorientierung definiert: Kundenorientierung bedeutet, daß der Kunde
sich am Dienstleister orientieren muß. :-)))

Marc Haber

unread,
Feb 17, 2003, 1:25:16 PM2/17/03
to
"Dominik Vinbruck" <dom...@vinbruck.net> wrote:
>"Marc Haber" <mh+use...@zugschl.us> schrieb:

>> SAT ist nicht die Abkürzung für seitenabhängige Türsteuerung.
>
>Sondern für _S_elbst_a_bfertigung _T_riebfahrzeugführer?

Meines Wissens ja.

Jan Borchers

unread,
Feb 17, 2003, 1:46:23 PM2/17/03
to
Jens Kaubisch schrieb:
>
> > Jan, bekennender TAV-Feind, seit ich das erste Mal von diesem System
> > gehört habe.

>
> Dann fahre lieber nicht in die Schweiz und meide städtischen
> Nahverkehr. In der Stadt unterwegs? Nur zu Fuß!

In den Städten, wo ich unterwegs bin, ist ein Abfertigen/Abfahren ohne
Blick auf den Einstiegsbereich strikt verboten. Auch bei der Hamburger
S-Bahn.

Wenn ich Dir jetzt noch die Vorschriften für ein Selbstabfertigen bei
der U-Bahn Hamburg aufschreiben täte, mit den Begründungen, warum dies
so vom Betriebsleiter angeordnet wurde, dann würde Dir das System TAV
auch höchst suspekt vorkommen. Aber ich habe keine Muße, mich jetzt zu
einer seitenlangen Abhandlung hinreißen zu lassen...

Kurzes Beispiel, für die die in den letzten Monaten in Hamburg bei der
U-Bahn unterwegs waren: Alle Bahnsteigkanten haben innerhalb weniger
Tage einen neuen, breiten weißen Anstrich bekommen, ganz sicher nicht,
weil die Hochbahn vor Jahresfrist noch ein Budget für weiße Farbe
hatte...

Viele Grüße

Jan

--
Jan Borchers, 22179 Hamburg
http://www.eilzug.de/

"Nichts ist unmöglich!" - Ilka & Jan [TM]

Rolf Wittig

unread,
Feb 17, 2003, 3:11:08 PM2/17/03
to
Hallo, Jan Marco

TAV geht nicht schneller!

> Wobei beim bisherigen Dosto-Abfertigungsverfahren dann auch noch mal
> die 10 Sekunden fürs schließen der Zub-Tür hinzukommen. Nehmen wir mal
> an, mit TAV kann im Schnitt 15 Sekunden früher abgefahren werden, dann
> macht das bei 10 Halten eine Ersparnis von 2 1/2 Minuten.

Das wäre schon ein respektabler Zeitgewinn,

Bei München S-Bahn kommt man mit aus dem Fenster sehen an schwach
frequentierten Bahnsteigen nach 15 s Haltezeit weg. Schneller gehts mit
TAV auch nicht.

Wenn aber der Bahnsteig schwarz von Menschen ist kann es mit dem TAV
schon mal 1 1/2 Minuten dauern, - weil immer noch welche nachdrängen in
einem langen Zug.
Während man mit den alten Kisten i.d. Regel nach 40 - 45 s weg kommt vom
Bahnhof.

TAV-Züge sind daher öfter verspätet als die alten Kisten - wenns sehr
voll ist.

Das ist meine Beobachtung.

- Übringens würde man keinem Lokführer den Kopf abreißen, wenn er trotz
TAV seinen Baffi mal an die frische Luft halten würde. Zumindest dort,
wo Züge längere Zeit stehen, wie an Endbahnhöfen oder etwa in Pasing.
An solchen Bahnsteigen kennt doch meist kein Mensch die genaue
Abfahrminute.

Schönen Gruß

Rolf Wittig

André Brandily

unread,
Feb 17, 2003, 3:22:47 PM2/17/03
to

Heiko Fischer schrieb:

> Ich halte dieses System der Zugabfertigung für hochgradig
> kundenunfreundlich. Wenn ich zu spät an eine Bushaltestelle komme,
> winke, der Busfahrer mich sieht, dann nimmt er mich noch mit, und
> bremst ggf. sogar für mich, wenn er gerade losfährt.

Echt? Wo kann man die Waffe kaufen, mit der du winkst?

mfg
Andre

André Brandily

unread,
Feb 17, 2003, 3:31:40 PM2/17/03
to

Edmund Lauterbach schrieb:

> Als Tf bei DB würde ich mir auch über die finanziellen Folgen einer
solchen
> Job-Abspeckung Gedanken machen. Der Tf drückt Knöpchen, anstatt zu

> entscheiden. Die DB redet ihm ein, daß er für die Fahrgäste keine
> Verantwortung hat. Aus Sicht der DB ist das allemal Grund für eine
> Degradierung von Stellenbeschreibungen und damit ein ziemliches
> Einsparpotenzial. Jemand der Knöpchen drückt, würde ich auch weniger
zahlen,


> als jemandem, der die Verantwortung für Zug und Fahrgäste wirklich
> wahrnimmt.

Drum.

mfg
Andre

André Brandily

unread,
Feb 17, 2003, 3:33:06 PM2/17/03
to

Marc Haber schrieb:

> Aber er kann vielleicht durch Proteste verhindern, dass der Einführung
> von TAV bald ein "wir haben doch TAV, da hast Du weniger
> Verantwortung, also bezahlen wir Dir jetzt auch weniger" des
> Arbeitgebers kommt.

Pruuuust, brüüüüllll, ablach, aufdembodenwälz....

mfg
Andre

André Brandily

unread,
Feb 17, 2003, 3:39:01 PM2/17/03
to

Edmund Lauterbach schrieb:

> Nein, glauben wir nicht. Es gibt überall solche und solche. Entweder gibt
es
> bei der DB zuwenig solche, oder irgendwas mit den Mitspracherechten der
> Mitarbeiter stimmt da nicht.

Mit den was?

> Bei Umstellung auf Einmannbetrieb nimmt die Verantwortung des Tf zu, da er
> Aufagben des Zugführers übernimmt. Bei Einführung von TAV nimmt sie wieder
> ab. Auch bereits der erste Schritt sollte sich irgendwie in
> Stellenbeschreibungen wiederfinden. Und beides sollte zumindest
> längerfristig Auswirkungen auf Gehälter haben (sicher abgefedert durch
> Besitzstandswahrung - aber Neueinstellungen sind sicher betroffen).

Nagelt mich nicht auf ein genaues Datum fest, aber im groben stimmt es: Ende
Dezember 1993 kam man zu dem Schluß, daß die Lokführer für ihre
Qualifikation und ihre Verantwortung kraß unterbezahlt sind. Am 1. Januar
1994 hat man sich dann entschlossen, die Einkommen zukünftiger Lokführer
massiv zu senken. Bei 4,5 Mio Arbeitslosen kommen auch noch welche, die Geld
mitbringen.

Happy Privatisiering.

mfg
Andre

André Brandily

unread,
Feb 17, 2003, 3:42:57 PM2/17/03
to

Fredy Barth schrieb:

> Ich bin nicht grundsätzlich gegen TAV, sondern gegen die Art, wie es bei
der
> DieBahn umgesetzt wurde. Ich habe mich z.B. schon von Anfang an gefragt,
> was da eigentlich so schwierig daran ist, an die Karren Außenspiegel
> anzubringen.

Wenn eines Tages der Computer fahren soll, wäre TAV sehr nützlich,
Außenspiegel nicht so sehr.
Und darauf wird es hinauslaufen.

mfg
Andre

André Brandily

unread,
Feb 17, 2003, 3:51:52 PM2/17/03
to

Edmund Lauterbach schrieb:

> Im Vergleich zu mir solltest Du als Mitarbeiter dieser
> Firma schon irgendwie näher dran an der Entscheidung sein.

Aber überhaupt nicht. Die einzigen, die was machen können, sind die Kunden
(nein, nicht die Fahrgäste, sondern die Besteller der Leistungen) und deren
Kunden (die Fahrgäste, indem sie sich beim Besteller beschweren.)

mfg
Andre

Jan Borchers

unread,
Feb 17, 2003, 3:56:40 PM2/17/03
to
"André Brandily" schrieb:

>
> Nagelt mich nicht auf ein genaues Datum fest, aber im groben stimmt es: Ende
> Dezember 1993 kam man zu dem Schluß, daß die Lokführer für ihre
> Qualifikation und ihre Verantwortung kraß unterbezahlt sind. Am 1. Januar
> 1994 hat man sich dann entschlossen, die Einkommen zukünftiger Lokführer
> massiv zu senken. Bei 4,5 Mio Arbeitslosen kommen auch noch welche, die Geld
> mitbringen.

Jo, zutreffend. Allerdings war das Datum knapp vor der Wende. Na ja, die
EU beschloß 1991 eine EU-Richtlinie, die für die gesamte Brance ein
Erdbeben mit sich brachte, dessen gesamte Zerstörung noch lange nicht
absehbar ist (außer Entlastung von Staatshaushalten zugunsten des
Verlassens von Standards, die nicht immer richtig, aber auch nicht
grundfalsch waren).

Da kann leider die DB nichts für, wie auch die Kommunen. Muß man
fairerweise sagen.

Hannah Schroeter

unread,
Feb 17, 2003, 3:53:07 PM2/17/03
to
Hallo!

Jan Borchers <nos...@gibts.net> wrote:
>[...]

>Kurzes Beispiel, für die die in den letzten Monaten in Hamburg bei der
>U-Bahn unterwegs waren: Alle Bahnsteigkanten haben innerhalb weniger
>Tage einen neuen, breiten weißen Anstrich bekommen, ganz sicher nicht,
>weil die Hochbahn vor Jahresfrist noch ein Budget für weiße Farbe
>hatte...

Nicht GANZ blinde Sehbehinderte?

Gruß,

Hannah.

Jörg Liermann

unread,
Feb 17, 2003, 5:29:10 PM2/17/03
to
Rolf Wittig wrote:
> Wenn aber der Bahnsteig schwarz von Menschen ist kann es mit dem TAV
> schon mal 1 1/2 Minuten dauern, - weil immer noch welche nachdrängen in
> einem langen Zug.
> Während man mit den alten Kisten i.d. Regel nach 40 - 45 s weg kommt vom
> Bahnhof.

Könnte es folgender Effekt sein? Die Türen gehen eine nach der anderen
zu und werden nicht mehr geöffnet. Stattdessen strömen alle Leute zu den
noch offenen Türen. Früher blieben die Türen zunächst mal offen und
wurden eben erst alle gemeinsam geschlossen. Daran sind alle gewöhnt.
Folge: Wenn eine Tür zu geht, denken alle, dass ein allgemeines Türen
schließen ausgelöst worden wäre. Dann freuen sich alle, dass noch ein
paar Türen offen sind, weil die Lichtschranke noch einsteigende Leute
registriert.

Das wäre dann mein konkreter kleiner Verbesserungsvorschlag: Die
Schließautomatik nach 3 Sekunden sollte abschaltbar sein. An belebten
Bahnsteigen sollten alle Türen offen sein und bleiben, bis die Freigabe
wirklich zurückgenommen wurde. Oder geht das ohnehin schon?

Noch eine Frage: Wenn man als Tf rausschaut, bevor die Türfreigabe
zurückgenommen wurde, bekommt man dann auch Ärger?

Gruß
Jörg

Jens Kaubisch

unread,
Feb 16, 2003, 9:33:32 AM2/16/03
to
"Andreas Barth" <a...@not.so.argh.org> schrieb im Newsbeitrag
news:slrnb4v07...@postings.so.argh.org...

> Jens Kaubisch wrote:
> > Edmund Lauterbach <e.laut...@gmx.de> wrote:
>
> >> Vor TAV war Abfahrtszeit durch den Fahrplan _und_ das Einsteigen
> >> zumindest der Fahrgäste definiert, die sich bis zur Abfahrtszeit
am
> >> Zug eingefunden hatten. TAV reduziert dies auf den Fahrplan.
Fährt
> >> ein Zug verspätet ein, wird die Türfreigabe nach wenigen Sekunden
> >> zurückgenommen.
>
> > Auch hier existiert eine Weisung die etwas von 20 sek Türfreigabe
> > sagt.
>
> Ich kann Dir genug Beschwerden anliefern, wo in der Praxis genau das
> nicht passiert ist.

Da jeder Regionalbereich sein eigenes Süppchen kocht, kann ich dir
leider nicht sagen ob es auch überall gleich gehandhabt wird.
Sollte aber der tf eine solche Anweisung haben und sich darüber
hinwegsetzen und sollte sich daraufhin jemand beschweren muß er wohl
oder übel die Konsequenzen tragen.

> >> Vor TAV oblag die Beurteilung der Situation und die Entscheidung
dem
> >> Zugführer / Tf. Die TAV-Elektronik wäre damit überfordert, da
läßt man
> >> lieber Kunden stehen.
>

> > Wie wäre es wenn sich der Kunde zur planmäßigen Abfahrtszeit am
Zug
> > einfinden würde? Dann passiert sowas nicht. (Ich weiß sehr wohl
welche
> > Antworten ich hierauf zu erwarten habe!)
>
> Eben. Warum fragst Du das? Wenn von einem verspäteten Anschlußbus 20
> Leute zur S-Bahn rennen, halte ich 15 Sekunden Verspätung (oder
> meinetwegen auch eine Minute) an einem Sonntag vormittag für
> akzeptabel. Und die Fahrgäste sind an der Situation ganz sicher am
> wenigsten schuld.

S-Bahnen warten nicht, auf S-Bahnen wird nicht gewartet!
Und was den Busanschluß zur S-Bahn angeht, hier ist der
Handlungsbedarf bei den Verbünden. Ich kann bei den heutigen
Straßenverhältnissen und dem Fahrplan wo die für Busse zusammenzaubern
beim besten Willen keinen 2-3 min Anschluß auf Züge sicherstellen!

Gruß Jens


Jens Kaubisch

unread,
Feb 16, 2003, 9:26:47 AM2/16/03
to
"Nicolas L. Jost" <nicol...@aol.com> schrieb im Newsbeitrag
news:Xns93248F83C5...@130.133.1.4...

> "Jens Kaubisch" <Kaubisch-...@t-online.de> wrote:
>
> > Dann fahre lieber nicht in die Schweiz und meide städtischen
> > Nahverkehr. In der Stadt unterwegs? Nur zu Fuß!
>
> Glaubst du etwas, dass diese großen Spiegel, die man an
SBB-Fahrzeugen
> sieht, nur dafür angebracht wurden, dass sich der Lokomotivführer
kämmen
> kann?

Den SBB-Lokführer möchte ich sehen der mit dem Teil in Arth Goldau aus
Zug kommend drei bis vier Wagen überblicken kann!

Gruß Jens

Marc Haber

unread,
Feb 18, 2003, 3:00:26 AM2/18/03
to
"Jens Kaubisch" <Kaubisch-...@t-online.de> wrote:
>S-Bahnen warten nicht, auf S-Bahnen wird nicht gewartet!

Diese Klausel mag vor dreissig Jahren, wo die wenigen vorhandenen
S-Bahnen alle zehn oder höchstens alle zwanzig Minuten gefahren sind,
Sinn gemacht haben.

Heute, wo sich jeder bessere Nahverkehrszug im Ballungsgebiet S-Bahn
nennt und ein Stundentakt als "großzügig" angesehen wird, ist diese
Klausel ein längst überholter, kundenfeindlicher Zopf, der
schnellstens abgeschnitten gehört.

Grüße
Marc

--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Das Ueberschreiten der | Mailadresse im Header
Karlsruhe, Germany | Gleise ist verboten! " | Fon: *49 721 966 32 15
Nordisch by Nature | Fdl Bad Driburg, 15.02.1997 | Fax: *49 721 966 31 29

Joerg Jonas

unread,
Feb 18, 2003, 3:23:07 AM2/18/03
to
On Sat, 15 Feb 2003 23:50:16 +0100, Edmund Lauterbach
<e.laut...@gmx.de> wrote:

>Vor TAV war Abfahrtszeit durch den Fahrplan _und_ das Einsteigen zumindest
>der Fahrgäste definiert, die sich bis zur Abfahrtszeit am Zug eingefunden
>hatten. TAV reduziert dies auf den Fahrplan. Fährt ein Zug verspätet ein,

>wird die Türfreigabe nach wenigen Sekunden zurückgenommen. Wer aus
>irgendeinem Grund eine Reaktionszeit > 3 Sekunden hat (Kinderwagen, Kinder,
>Gepäck, Hund, Gehbehinderung, ...) hat verloren.

Es kommt immer darauf an, was man draus macht. Wenn die Türfreigabe
nach nur wenigen Sekunden zurückgenommen wird, gehört der Lokführer
geschlagen - Verspätung hin oder her.

>Vor TAV hat man, sofern die Randbedingungen (Fahrplan, Möglichkeiten der
>Verspätungseinholung, etc) es erlaubten, auch schonmal auf gerade noch
>heraneilende Fahrgäste gewartet.

Noch neulich wunderte ich mich über die heftige Bremsung meines gerade
ausfahrenden Zuges. Aus dem Fenster konnte ich sehen, daß noch eine
Frau in den wieder stehenden Zug einstieg. Die Lokführerin hatte noch
einmal angehalten. Das hat nichts mit der Türsteuerung zu tun, oder?

>Vor TAV oblag die Beurteilung der Situation und die Entscheidung dem
>Zugführer / Tf. Die TAV-Elektronik wäre damit überfordert, da läßt man
>lieber Kunden stehen.

Auch weiterhin hat der Lokführer zu entscheiden, nur ändert sich der
Zeitpunkt der Entscheidung.

Als man vor 30 Jahren die Schaffner bei der Straßenbahn abgeschafft
hat, wurde auch die Hölle auf Erden prophezeit. Bei der U-Bahn gab es
- zumindest in Frankfurt - nie Schaffner. Auch hier handelt es sich
teilweise um ziemlich viele Türen, die per Lichtschranke abgefertigt
werden. Ich kann nicht verstehen, daß die Einrichtung, die im
U-Bahnbetrieb eher für mehr Verspätungen als pünktliche Züge sorgt,
jetzt plötzlich bei der Bahn Allheilmittel oder Teufelszeug sein soll.

Und es dürfte sehr sehr schwer werden, eine Begründung dafür zu
finden, daß der Lokführer nicht mehr nach draußen sehen darf.

-JJ

--
______________________________________ Nazis schaden auch Dir! ______
www.ebbelex.de ist garantiert BSE-frei. Die abgebildeten Straßen- und
U-Bahnen sind garantiert artgerecht aus Freiland- oder Tunnelhaltung!

Edmund Lauterbach

unread,
Feb 18, 2003, 4:20:58 AM2/18/03
to

Nun ja, Kunden werden sich ueber Nachteile fuer Kunden beschweren.
Unsichere Rechtslage und Verguetungsfragen sind aber Nachteile fuer
Mitarbeiter.
Selbst wenn das eine korrigiert wuerde, gibt es zwar vielleicht
Seiteneffekte, von denen die Mitarbeiter profitieren, aber im
Zweifelsfall kompensiert der Arbeitgeber wegfallende Nachteile durch
neu zu schaffende Nachteile.

Schönen Gruß,

Edmund Lauterbach
mailto:e.laut...@gmx.de
--
-- Sparen mit dem MVV -- Stadtbahnen in Deutschland und anderswo --
-- http://home.arcor.de/e.lauterbach/ --
-- Konzepte für den ÖPNV -- Reiseberichte und andere Geschichten --

Edmund Lauterbach

unread,
Feb 18, 2003, 4:21:53 AM2/18/03
to
Jan Borchers <nos...@gibts.net> wrote:
> "André Brandily" schrieb:
> >

> Jo, zutreffend. Allerdings war das Datum knapp vor der Wende. Na ja, die
> EU beschloß 1991 eine EU-Richtlinie, die für die gesamte Brance ein
> Erdbeben mit sich brachte, dessen gesamte Zerstörung noch lange nicht
> absehbar ist (außer Entlastung von Staatshaushalten zugunsten des
> Verlassens von Standards, die nicht immer richtig, aber auch nicht
> grundfalsch waren).

Wobei das Problem noch grundlegender und vielfaeltiger ist. Die
Finanzkrise der oeffentlichen Hand wird in jedem Fall zu
OeV-Reduzierung fuehren (*)(**). Entweder im Mengengeruest oder
qualitativ - im Zweifelsfall beides. Ganz abgesehen davon, dass man
aus unserer Sicht prinzipiell dagegen halten muss, koennen
Einsparungsmassnahmen aber so oder so umgesetzt werden. Darueber kann
man streiten, wobei es zahllose "Fronten" gibt (Unternehmen -
Fahrgäste, Unternehmen - Mitarbeiter, Besteller - Unternehmen, ...
Autofahrer - OeV-Nutzer, ... Haushaltspolitik - Verkehrspolitik, ...
Mitarbeiter - Fahrgäste). Das Streiten ist nichts besonderes, sondern
nennt sich Politik - wenn's enger wird, wird die auch nicht schoener.

(*) Es gibt natuerlich auch andere Entwicklungen, die den OeV
staerken. Teilweise mit gleicher Ursache (EU / Liberalisierung).
(**) Teilweise ist das Ganze auch ein "Geiz-ist-geil"-Phänomen
(Betonung auf "Teilweise"!).

Ob der Alt-Zustand wirklich besser war, kann man aus heutiger Sicht
kaum beurteilen. Bestimmte Vorfälle (beispielsweise in Köln) zeigen,
dass die intransparente Verquickung bestimmter oeffentlicher Aufgaben
und Budgets auch zu "Geldverbrennung" in grossen Massstab führen kann.

> Da kann leider die DB nichts für, wie auch die Kommunen. Muß man
> fairerweise sagen.

Nun ja, man kann das Umsetzen in verschiedenen Richtungen optimieren.


[ich schiebe das mal auf debb, bitte ggf dort antworten (google kann
kein fup)]

Kai Garlipp

unread,
Feb 18, 2003, 4:18:57 AM2/18/03
to
On 18.02.2003 09:00, Marc Haber wrote:
>>S-Bahnen warten nicht, auf S-Bahnen wird nicht gewartet!
>
> Heute, wo sich jeder bessere Nahverkehrszug im Ballungsgebiet S-Bahn
> nennt und ein Stundentakt als "großzügig" angesehen wird, ist diese
> Klausel ein längst überholter, kundenfeindlicher Zopf, der
> schnellstens abgeschnitten gehört.

Die stündlich (am Wochenende zweistündlich) verkehrende S-Bahn von
Güstrow nach Rostock hat im alten Fahrplan in Güstrow regelmäßig den
im Fahrplan nicht ausgewiesenen Anschluß aus Richtung Neubrandenburg
abgewartet wenn der RE aus Berlin außerplanmäßig oder planmäßig [1]
die Abkürzung über Plaaz genommen hat um Verspätung abzubauen.

Wobei der alte Fahrplan auch etwas kundenunfreundlich gestaltet war,
denn die S-Bahn fuhr 5 min vor Eintreffen des Zuges aus Neubrandenburg
ab um dann die gewonnenen 20 min in Rostock abzustehen (der RE fuhr lt.
Plan in der Trasse ca. 10 min hinter der S-Bahn). Das ist jetzt aber
Geschichte, da der aktuelle Fahrplan doch wieder etwas besser gestaltet
wurde.

[1] Man hatte es bei einigen Baumaßnahmen "vergessen" das in Güstrow ein
Anschluß besteht und auch benutzt wird.

Bye Kai

Andreas Pothe

unread,
Feb 18, 2003, 4:06:09 AM2/18/03
to
Marc Haber wrote:

>> S-Bahnen warten nicht, auf S-Bahnen wird nicht gewartet!
>

> Heute, wo sich jeder bessere Nahverkehrszug im Ballungsgebiet S-Bahn
> nennt und ein Stundentakt als "großzügig" angesehen wird, ist diese
> Klausel ein längst überholter, kundenfeindlicher Zopf, der
> schnellstens abgeschnitten gehört.

In Hameln warten S-Bahnen auf Anschlusszüge, und die Anschlusszüge warten in
Hameln auch auf verspätete S-Bahnen.

Gruß
Andreas

--
Als alle dachten, es könne nicht schlimmer werden, geht Deutschland hin
und gewinnt. Der Sieg über die USA besiegelt Englands Tag der
Enttäuschung [Daily Star nach dem Ausscheiden Englands gegen Brasilien]
Software für Ihr Hobby finden Sie auf http://www.pothe.de

Christian Blome

unread,
Feb 18, 2003, 5:53:59 AM2/18/03
to
Andreas Pothe <apo...@gmx.de> schrieb/ wrote/ a écrit:

> In Hameln warten S-Bahnen auf Anschlusszüge, und die Anschlusszüge
> warten in Hameln auch auf verspätete S-Bahnen.

Zum Beispiel nach Paderborn? Wird da eigentlich derzeit durchgebunden
oder immernoch nicht?

Christian

Lothar Hügel

unread,
Feb 18, 2003, 6:33:46 AM2/18/03
to
Hallo Edmund,

Edmund Lauterbach wrote:
> Ob der Alt-Zustand wirklich besser war, kann man aus heutiger Sicht
> kaum beurteilen. Bestimmte Vorfälle (beispielsweise in Köln) zeigen,
> dass die intransparente Verquickung bestimmter oeffentlicher Aufgaben
> und Budgets auch zu "Geldverbrennung" in grossen Massstab führen kann.

ich nehme an, du meinst die Geschichte mit der Müllverbrennungsanlage u. a.
in Köln, Bonn, Böblingen oder dem ohne ausreichende Berücksichtigung von
Brandschutzrichtlinien durch gezogenen Umbau des Kölner Hauptbahnhofes, der
inzwischen enorme Summen zur provisorischen Absicherung erfordert?-

Korruption bei der Vergabe von Aufträgen im Baubereich ist inzwischen
systemimmanent und meist kommen nur Spitzen von Eisbergen ans Tageslicht, da
die Beweise oft nur schwer zu erbringen sind. Die "ehrenwerte Gesellschaft"
geniesst und schweigt... >;-)

Jens Kaubisch

unread,
Feb 18, 2003, 1:48:44 AM2/18/03
to
Martin Bienwald <martin....@gmx.de> wrote:
> Jens Kaubisch schrieb:

>
>> Dann fahre lieber nicht in die Schweiz und meide städtischen
>> Nahverkehr. In der Stadt unterwegs? Nur zu Fuß!
>
> Bus- und Straßenbahnfahrer können und sollen in den Spiegel gucken,
> bevor sie abfahren. Schweizer Lokführer meines Wissens auch. DB-Tf
> ist das bei TAV hingegen verboten (oder nur unerwünscht? Egal, in
> einem Arbeitsverhält- nis ist das quasi gleichbedeutend).

Der Unterschied ist, das unsere Dosto gar keine Spiegel haben, also
kann man auch keinem Tf verbieten in den Spiegel zu schauen :-)

> Du merkst den Unterschied?

Schon, die DB ist nicht die SBB :-)

Gruß Jens
--
-----------
Alle Verkehrsverbünde auf einen Blick unter
http://www.verbundinfo.de.vu oder
http://home.t-online.de/home/Kaubisch-Stuttgart
---> Update vom 11.09.02 <---

Jens Kaubisch

unread,
Feb 18, 2003, 1:45:32 AM2/18/03
to
Dominik Vinbruck <dom...@vinbruck.net> wrote:
> "Jens Kaubisch" <Kaubisch-...@t-online.de> schrieb:
>> Dominik Vinbruck <dom...@vinbruck.net> wrote:

>> "Der Fahrgast"? So so. Es gab mal Zeiten da war mir Pro Bahn sogar
>> sympatisch. Ist aber schon lange her.
>
> Liegt das jetzt daran, dass im "Fahrgast" eine Stellungnahme
> vom EBA-Präsidenten abgedruckt war?

Nein! Ich habe diese Zeitung schon ewig nicht mehr gelesen, da ich
während meiner Arbeit schon genug Gemecker ertragen muß.

Gruß Jens, noch 24 Tage bis zur letzten Schicht.

Jens Kaubisch

unread,
Feb 18, 2003, 1:46:54 AM2/18/03
to
Martin Bienwald <martin....@gmx.de> wrote:
> Jens Kaubisch schrieb:
>> Dominik Vinbruck <dom...@vinbruck.net> wrote:
>
>>> Soweit der Präsident des EBA, Horst Stuchly, in einer
>>> Stellungnahme, die in derFahrgast 1/2003 abgedruckt ist.

>
>> "Der Fahrgast"? So so. Es gab mal Zeiten da war mir Pro Bahn sogar
>> sympatisch. Ist aber schon lange her.
>
> Du mußt nicht alles glauben, was euer oberster Wadenbeißer über
> ProBahn erzählt.

Noch bin ich dazu fähig mir meine eigene Meinung zu bilden.

> Sie werden wohl kaum die Stellungnahme des
> EBA-Präsidenten gefälscht haben.

Hat ja auch niemand behauptet, und ich schon gar nicht, weil ich den
Text nicht gelesen habe.

Gruß Jens

Andreas Pothe

unread,
Feb 18, 2003, 7:25:17 AM2/18/03
to
Christian Blome wrote:

>> In Hameln warten S-Bahnen auf Anschlusszüge, und die Anschlusszüge
>> warten in Hameln auch auf verspätete S-Bahnen.
> Zum Beispiel nach Paderborn? Wird da eigentlich derzeit durchgebunden
> oder immernoch nicht?

Noch enden und beginnen die Züge in Hameln. Aber die Signaltechnik wird wohl
gerade aufgebaut, jedenfalls ist Gleis 3 derzeit scheinbar gesperrt (alle
S-Bahnen fahren momentan abweichend von Gleis 7).

Und in den Zügen kommt auch schon die Ansage:
"Nächster Halt: Hameln. Bitte beachten Sie: Dieser Zug wird in Hameln
geteilt. Der vordere Zugteil fährt weiter nach" (dann hat der Tf die Ansage
abgebrochen).

Gruß
Andreas

--
Wann fährt der RE über Bietigheim nach Würzburg?
http://www.pothe.de/usenet/debx/stuttgart/anzeigetafel-1.jpg

Nicolas L. Jost

unread,
Feb 18, 2003, 9:04:24 AM2/18/03
to
"Jens Kaubisch" <Kaubisch-...@t-online.de> wrote:

> Den SBB-Lokführer möchte ich sehen der mit dem Teil in Arth Goldau aus
> Zug kommend drei bis vier Wagen überblicken kann!

Diese langen, langen Züge der SBB, die weite Strecken zurücklegen, haben
aber einen Menschen in Uniform dabei. Dieser pfeift, guckt, drückt den
Abfahrauftrag, schließt die Türen, guckt.

Nicolas

michael rudolf

unread,
Feb 18, 2003, 9:10:44 AM2/18/03
to
"Nicolas L. Jost" <nicol...@aol.com> schrieb im Newsbeitrag
news:Xns9326995788...@130.133.1.4...

Nicht immer. Wrs wusste zum Beispiel vor dem Fahrplanwechsel, dass auch die
IC2000 Doppelstöcker fürs fahren ohne Zugbegleiter zugelassens sind
(EXPO-Verkehr war der Testlauf). Heute kannst du also mit den maximal
zugelassenen 10 Wagen ohne Begleitung auf die Strecke. Wird im neuen
Fahrplan auch so praktizert, twar nur achtteilig aber immerhin. Ausserdem
siehst du in Arth-Goldau nicht mal den ersten Wagen wenn du an der
"falschen" Stelle stehst.

Gruss

--
michael rudolf, konradstrasse 77, 8005 zürich,
ACHTUNG NEUE E-MAIL ADRESSE: michael...@solnet.ch
"Der liebe Gott hat die Welt erschaffen aus dem Nichts, und
das schimmert halt immer ein wenig durch" Willi Ritschard


Jan Borchers

unread,
Feb 18, 2003, 10:29:46 AM2/18/03
to
Hannah Schroeter schrieb:

>
> >Kurzes Beispiel, für die die in den letzten Monaten in Hamburg bei der
> >U-Bahn unterwegs waren: Alle Bahnsteigkanten haben innerhalb weniger
> >Tage einen neuen, breiten weißen Anstrich bekommen, ganz sicher nicht,
> >weil die Hochbahn vor Jahresfrist noch ein Budget für weiße Farbe
> >hatte...
>
> Nicht GANZ blinde Sehbehinderte?

Nein, für hoffentlich nicht blinde Zugfahrer.

Dieser Sicherheitssreifen MUSS bei Abfahrt eines Zug sicher überblickt
werden können und es darf sich keiner auf dem Streifen befinden.
Aufgrund einiger Vorfälle in HH und der bekannte Vorfall in München (ein
Toter) wird jetzt absoluter Wert auf das Freisein gelegt.

Jens Kaubisch

unread,
Feb 18, 2003, 10:35:41 AM2/18/03
to

Nein haben sie nicht! Ich rede vom NPZ und den überblickst du in Arth
Goldau mit seine 3 bis 4 Wagen ganz sicher nicht!
Und trotzdem läuft der Laden, schon seit Jahren, so.

Jens Kaubisch

unread,
Feb 18, 2003, 9:48:57 AM2/18/03
to
Fredy Barth <usenet...@fmx-online.de> wrote:
> Marc Haber schrieb:
>
>> Bei der S-Bahn?
>
> Bei der Dampflok.

Und früher auch bei der S-Bahn, man denke an ET 425 (Erste Belegung).
Ich wollte meinen das die noch mit Zugführer gefahren sind.

Jens Kaubisch

unread,
Feb 18, 2003, 10:01:06 AM2/18/03
to
Marc Haber <mh+use...@zugschl.us> wrote:
> "Jens Kaubisch" <Kaubisch-...@t-online.de> wrote:
>> S-Bahnen warten nicht, auf S-Bahnen wird nicht gewartet!
>
> Diese Klausel mag vor dreissig Jahren, wo die wenigen vorhandenen
> S-Bahnen alle zehn oder höchstens alle zwanzig Minuten gefahren
sind,
> Sinn gemacht haben.

Die S-Bahn Stuttgart fuhr vor 30 Jahren nicht mal im 30 min Takt.

> Heute, wo sich jeder bessere Nahverkehrszug im Ballungsgebiet S-Bahn
> nennt und ein Stundentakt als "großzügig" angesehen wird, ist diese
> Klausel ein längst überholter, kundenfeindlicher Zopf, der
> schnellstens abgeschnitten gehört.

Hier wird wohl etwas verdreht? Zwischen Stuttgart und Tübingen,
Geislingen, Aalen, Hessental, Heilbronn gehört heute der 30 min Takt
der Regionalzüge und der 15 min Takt der S-Bahn Züge zum guten Ton!
Gilt für die Hvz, außerhalb dieser Zeiten verkehren zumindest die Züge
nach Heilbronn und nach Tübingen alle 30 min, die S-Bahn ebenfalls auf
allen Linien alle 30 min, S1 bis Esslingen und S6 bis Leonberg gar
alle 15 min. Und dein gesicht möchte ich sehen, wenn es im Stuttgarter
Tiefbahnhof aus dem Lautsprecher tönt "4836 5 min Anschluß aus 596".
Wir schaffen es heute schon nichtmal außerhalb der Hvz einige Züge
pünktlich in die Röhre zu fahren und da willst du noch Anschlüsse
abwarten? Eigenartige Auffassung!

Jens Kaubisch

unread,
Feb 18, 2003, 10:13:21 AM2/18/03
to
Jan Marco Funke <use_re...@gmx.de> wrote:
> Jens Kaubisch schrieb:

>>> Wer aus irgendeinem Grund eine Reaktionszeit > 3
>>> Sekunden hat (Kinderwagen, Kinder, Gepäck, Hund, Gehbehinderung,
>>> ...) hat verloren.
>>

>> Nein! Siehe oben!
>
> Doch, vor allem in der Übergangszeit, wo sich die Fahrgäste erstmal
an
> das neue System gewöhnen müssen. Ich habe selbst vor einiger Zeit
> beobachtet, wie die eine Hälfte einer Familie mit kleinen Kindern
und
> Fahrrädern schon im Triebwagen und der Rest noch auf dem Bahnsteig
> stand, als sich der Zug schon in Bewegung setzte. Dass die Tf nicht
> mehr aus dem Fenster schauen sollen, ist doch wirklich das aller-
> letzte.

Diese netten Aufkleber an den Türen der Triebwagen hängen nicht da
weil wir zu viel davon haben. Diese Aufkleber werden in kürze durch
Plakate am Bahnsteig noch verstärkt. Die Flyer mit TAV-Informationen
kutschen schon über eine Woche in den Zügen durch die Gegend, nur
verlangen wir von unseren Fahrgästen das sie diese ganzen Geschichten
auch mal lesen.

>>> Vor TAV hat man, sofern die Randbedingungen (Fahrplan,
Möglichkeiten
>>> der Verspätungseinholung, etc) es erlaubten, auch schonmal auf
>>> gerade noch heraneilende Fahrgäste gewartet.
>>

>> ... was wieder ein Verspätungsgrund ist. Es gab Tage da durfte ich
in
>> Stuttgart Hbf schon bis zu 4 min auf verspätete Fahrgäste warten!
Mit
>> TAV kann einem sowas nicht mehr passieren, zumindest nicht in dem
>> Umfang.
>
> Heißt das also im Klartext, das dann Anschlüße überhaupt nicht mehr
> abgewartet werden?

Nein! Ich hatte keinen Anschluß abzuwarten. Das waren alles so nette
Fahrgäste die gemeint hatten sie müssen sich in die Türe stellen und
den Zug aufhalten nur weil Mutti ewig nicht aus dem Karstadt
rauskommt! Und das schlimme daran war, diese Leute wollten nur bis Bad
Cannstatt! Nach bad Cannstatt fährt alle 5 min ein Zug und ebenfalls
noch zwei Stadtbahnlinien!

>>> Vor TAV oblag die Beurteilung der Situation und die Entscheidung
dem
>>> Zugführer / Tf. Die TAV-Elektronik wäre damit überfordert, da läßt
>>> man lieber Kunden stehen.
>>

>> Wie wäre es wenn sich der Kunde zur planmäßigen Abfahrtszeit am Zug
>> einfinden würde? Dann passiert sowas nicht. (Ich weiß sehr wohl
>> welche Antworten ich hierauf zu erwarten habe!)
>

> Da stimme ich dir sogar zu, es dient nicht gerade der Pünktlichkeit,
> auch noch auf den letzten Nachzügler zu warten.

Eben! Das will ich mit dem Text da oben sagen, aber was will man
machen wenn die Herrschaften sich mitten in die Türe stellen?
Ich hab Zeit, und ich brauch keine Anschlüsse.

Jens Kaubisch

unread,
Feb 18, 2003, 10:27:59 AM2/18/03
to
Edmund Lauterbach <e.laut...@gmx.de> wrote:
> Jens Kaubisch wrote:
>>
>> Edmund Lauterbach <e.laut...@gmx.de> wrote:
>>> Jens Kaubisch wrote:
>
>> Auch hier existiert eine Weisung die etwas von 20 sek Türfreigabe
>> sagt.
>>> Wer aus irgendeinem Grund eine Reaktionszeit > 3
>>> Sekunden hat (Kinderwagen, Kinder, Gepäck, Hund, Gehbehinderung,
>> ...)
>>> hat verloren.
>>
>> Nein! Siehe oben!
>
> Doch. Reaktionszeit beginnt, nach dem die letzten Leute ausgestiegen
> sind. Das ist meist bereits nach den 20 sek. D.h. jetzt hat der
> Einsteigende nur noch 3 sek.

Bitte diese TAV Beschreibung richtig lesen! Da steht nicht das sich
die Türe nach 23 sek schließt! Wenn der Tf die Türfreigabe zurück
nimmt heiß das nicht das sich die Türe trotz Fahrgastwechsel schließt!
Sie bleibt so lange offen wie Lichtschrankenkontakt besteht! Es bleibt
also genügend Zeit zum ein- und aussteigen. Pech haben nur die
Fahrgäste die meinen sie müssen an zig offenen Türen vorbeilaufen,
weil ihnen die zum einsteigen nicht genehm sind. Diese Fahrgäste
müssen u.U. damit rechnen stehen zu bleiben. Man kann seit den 60er
Jahren auch im Zug durchlaufen.

>> Wie wäre es wenn sich der Kunde zur planmäßigen Abfahrtszeit am Zug
>> einfinden würde? Dann passiert sowas nicht. (Ich weiß sehr wohl
>> welche Antworten ich hierauf zu erwarten habe!)
>

> s.o. Wie wäre es, wenn Firmen, die öffentlichen Verkehr betreiben,
> ihre Kunden pünktlich zu Anschlüssen bringen. Wenn alle Anschlüsse
> eingehalten werden, bin ich sofort dafür, immer exakt zur
> fahrplanmäßigen Abfahrtssekunde die Türen zu schließen. D.h. erstmal
> alle Verspätungsgründe abschaffen, die nichts mit Warten auf Kunden
> zu tun haben. Macht mal, und meldet euch wieder, wenn ihr soweit
seid.

Das betrifft aber wohl nicht nur die DB oder? Wir stellen uns mal an
eine beliebige SSB-Haltestelle und zählen die verspäteten Busse und
Stadtbahnen. Mit unserem Freund, der mit den gelben Straßenflitzern,
geht das natürlich auch. DIe SSB schafft es nicht mal den allerersten
Stadtbahnzug ab Mineralbäder um 4:20 pünktlich zu fahren, das wenigste
waren bisher 2 das höchste 7 min. Wäre dieser Stadtbahnzug pünktlich
gewesen, wäre ich auch pünktlich auf meiner Arbeit erschienen und wäre
auch pünktlich abgefahren.

>>> Als Tf bei DB würde ich mir auch über die finanziellen Folgen
einer
>>> solchen Job-Abspeckung Gedanken machen.
>>

>> So? Kann der Tf die TAV-Einführung ändern? Konnten die Tf die
>
> Darf man sich nur über Sachen Gedanken machen, die man unmittelbar
> ändern kann?

Alles andere ist vergeudete Zeit! Was bringt mir das wenn ich mich
stundenlang an eienr Sache aufhalte die ich nicht ändern kann?

> Maß ist aus meiner Sicht, inwieweit man betroffen ist
> und nicht, ob man an der Entscheidung beteiligt sein (dass Tfs
> betroffen sind, schrieb ich ja - Kunden sowieso). Im Vergleich zu


mir
> solltest Du als Mitarbeiter dieser Firma schon irgendwie näher dran

> an der Entscheidung sein. Ist etwas deshalb gut, weil es das
> Firmenmangement verordnet hat,

Ich finde TAV nur solange gut, wie TAV-Züge mit Zugbegleitern besetzt
sind, das ist meine persönliche Meinung. Ab 10.03. werden auch die
Regionalzüge nach Ulm/Neu-Ulm ohne ZUgbegleiter fahren, das dumme ist
nur, ich werde evtl. der sein der dann einen besorgen muß wenn TAV
ausfällt! Heute ist das kein Problem da die Züge ja trotz TAV mit Zub
besetzt sind.

> und die Mitspracherechte der
> Mitarbeiter nicht stattfanden?

Der Arbeitgeber kennt die Meinung der Mitarbeiter zu TAV.

> (wieso eigentlich nicht
> - ihr habt doch so lautstarke Gewerkschaften?)

Und was konnten die bisher ausrichten? Null niente nichts!

Gruß jens

Jens Kaubisch

unread,
Feb 18, 2003, 9:47:16 AM2/18/03
to
Fredy Barth <usenet...@fmx-online.de> wrote:

> Wie mich jemand ja hier schon geoutet hat :-), war ich früher mal
> beim Bh Plochingen tätig.

Hö hö, du musst dich doch dafür nicht schämen, Fehler passieren nun
mal :-)

> Die Plochinger Tf waren die ersten, die mit
> TAV in Berührung kamen (ET 423). Wir haben damals alle gesagt, das
> kann so nicht gehen, TAV ist absolut kundenunfreundlich. Es gab
> damals einen Riesenwirbel und zahlreiche Diskussionen.

Und den gleichen Wirbel gab es auch mit den 650, den 425, den 426 und
jetzt eben mit den Doppelstock und auch das legt sich wieder.

> nun einen Pilotversuch starten: Wir werden die Züge ein Jahr lang
auf
> der Linie S1 der Stuttgarter S-Bahn testen." Dieser Pilotversuch
> wurde durchgeführt und das System TAV HAT SICH BEWÄHRT.

Zwischenzeitlich sind die 423 die ersten S-Bahn Züge die in Stuttgart
als Voll- wie als Langzug ohne Begleiter fahren. Mit den 420 bastelt
man da schon Jahrzehnte rum. 1993 bin ich nach Stuttgart gekommen und
da hieß es schon "Nächstes Jahr, spätestens in zwei, sind die
Begleiter weg". Wir schreiben nun das Jahr 2003 und die Begleiter
fahren immernoch.

> Damit hat der
> Betriebsrat keine Argumente mehr. Derjenige, der jetzt noch
Argumente
> hätte, ist der Kunde. Nur was macht der Kunde? Der Kunde geht zum
> Triebfahrzeugführer, "scheißt" den zusammen, klopft sich
anschließend
> auf die Oberschenkel und denkt sich dabei: "So, jetzt hab ich's
denen
> aber mal gegeben!" :-(((

Erfasst! :-)

>> verhindern, dass der Einführung
>> von TAV bald ein "wir haben doch TAV, da hast Du weniger
>> Verantwortung, also bezahlen wir Dir jetzt auch weniger" des
>> Arbeitgebers kommt.
>
> Wieso weniger Verantwortung. Der Tf hat mehr Verantwortung. Früher
> war er fürs Türenschließen gar nicht zuständig.
>
> Ich bin nicht grundsätzlich gegen TAV, sondern gegen die Art, wie es
> bei der DieBahn umgesetzt wurde. Ich habe mich z.B. schon von Anfang
> an gefragt, was da eigentlich so schwierig daran ist, an die Karren
> Außenspiegel anzubringen.

Vielleicht hat man Angst das sich ein Lebensmüder dran festhält? Oder
wegen dem Lichtraum?

Gruß Jens

Jens Kaubisch

unread,
Feb 18, 2003, 10:05:35 AM2/18/03
to
Kai Garlipp <kai-use...@garlipp.de> wrote:
> On 18.02.2003 09:00, Marc Haber wrote:
>>> S-Bahnen warten nicht, auf S-Bahnen wird nicht gewartet!

> Die stündlich (am Wochenende zweistündlich) verkehrende S-Bahn von


> Güstrow nach Rostock hat im alten Fahrplan in Güstrow regelmäßig den
> im Fahrplan nicht ausgewiesenen Anschluß aus Richtung Neubrandenburg
> abgewartet wenn der RE aus Berlin außerplanmäßig oder planmäßig [1]
> die Abkürzung über Plaaz genommen hat um Verspätung abzubauen.

Diese "Pseudo S-Bahn" kannst du nicht mit den S-Bahn Systemen in
München, Stuttgart oder Frankfurt vergleichen! Ja selbst dieses Etwas
was sich in Dresden, Leipzig oder Magdeburg S-Bahn nennen darf, kann
man nicht als solche bezeichnen. Wenn man für die 10km von Radebeul
bis zum Hbf fast 20 min mit dem Teil braucht. In den 20 min bin ich
mit unserer S-Bahn von Waiblingen bis Schorndorf gefahren, das ist
fast dopelt so weit mit mehr als doppelt so viel Halten!

Klaus Mueller

unread,
Feb 18, 2003, 11:05:55 AM2/18/03
to
Jens Kaubisch <Kaubisch-...@t-online.de> wrote:

> Fredy Barth <usenet...@fmx-online.de> wrote:
>
> > Ich bin nicht grundsätzlich gegen TAV, sondern gegen die Art, wie es
> > bei der DieBahn umgesetzt wurde. Ich habe mich z.B. schon von Anfang
> > an gefragt, was da eigentlich so schwierig daran ist, an die Karren
> > Außenspiegel anzubringen.
>
> Vielleicht hat man Angst das sich ein Lebensmüder dran festhält? Oder
> wegen dem Lichtraum?

Ersteres ließe sich sicher durch die Bauweise des Spiegels minimieren.
Letzteres sollte auch kein Problem sein, es funktioniert bei Bahnen, die
in der relevanten Höhe m.W. das gleiche Lichtraumprofil haben. Es
funktioniert übrigens auch bei der Deutschen Bodenhansa (z.B. 628).

Klaus

Gerhard Thumm

unread,
Feb 18, 2003, 11:11:28 AM2/18/03
to
Jens Kaubisch schrieb ...

> Marc Haber wrote:

>> "Jens Kaubisch" wrote:

>>> S-Bahnen warten nicht, auf S-Bahnen wird nicht gewartet!

>> Diese Klausel mag vor dreissig Jahren, wo die wenigen vorhandenen
>> S-Bahnen alle zehn oder höchstens alle zwanzig Minuten gefahren
>> sind, Sinn gemacht haben.

> Die S-Bahn Stuttgart fuhr vor 30 Jahren nicht mal im 30 min Takt.

Nein, sondern alle 20 Minuten u. a. Ludwigsburg - Stuttgart -
Esslingen
Nur hat sich keiner getraut, die roten Heuler mit dem fuerchterlich
lauten Schaltwerk S-Bahn zu nennen.

Aber vor etwa 30 Jahren begannen zwischen LB und S die
Bauarbeiten, wimre

23:24 h ab Stuttgart Hbf und regelmaeßiger Anschlußverlust
in Ludwigsburg auf den Bus (an 23.44 h, Bus ab 23:50 h) wird
mir ewig in Erinnerung bleiben.

MfG Gerhard

Joerg Jonas

unread,
Feb 18, 2003, 11:38:14 AM2/18/03
to
On Tue, 18 Feb 2003 07:45:32 +0100, "Jens Kaubisch"
<Kaubisch-...@t-online.de> wrote:

>Gruß Jens, noch 24 Tage bis zur letzten Schicht.

Teile uns doch mal mit, wann und wo die Veranstaltung stattfindet.
Vielleicht wird das Dein vollster Zug ;-)

Ulf Kutzner

unread,
Feb 18, 2003, 12:52:24 PM2/18/03
to
Edmund Lauterbach schrieb:


> Wobei das Problem noch grundlegender und vielfaeltiger ist. Die
> Finanzkrise der oeffentlichen Hand wird in jedem Fall zu
> OeV-Reduzierung fuehren (*)(**). Entweder im Mengengeruest oder
> qualitativ - im Zweifelsfall beides.[...]

> (*) Es gibt natuerlich auch andere Entwicklungen, die den OeV
> staerken. Teilweise mit gleicher Ursache (EU / Liberalisierung).

Teilweise können die Aufgabenträger durch geschickte Bestellung mit
einer vorgegebenen Zuschußmenge mehr Bedienungsqualität erreichen als
vorher bzw. andere.

Gruß, ULF

-> debb

Ulf Kutzner

unread,
Feb 18, 2003, 12:58:23 PM2/18/03
to
Jens Kaubisch schrieb:

> Sie bleibt so lange offen wie Lichtschrankenkontakt besteht! Es bleibt
> also genügend Zeit zum ein- und aussteigen. Pech haben nur die
> Fahrgäste die meinen sie müssen an zig offenen Türen vorbeilaufen,
> weil ihnen die zum einsteigen nicht genehm sind. Diese Fahrgäste
> müssen u.U. damit rechnen stehen zu bleiben.

Anderwo wirft man Fahrgästen vor, daß sie nicht am Zug entlanggehen, um
eine Tür zu finden, wo noch Platz ist...

Gruß, ULF

Message has been deleted

Jan Marco Funke

unread,
Feb 18, 2003, 2:56:01 PM2/18/03
to
Jens Kaubisch schrieb:

> Jan Marco Funke <use_re...@gmx.de> wrote:
> > Jens Kaubisch schrieb:
> >
> > Doch, vor allem in der Übergangszeit, wo sich die Fahrgäste erstmal
> an
> > das neue System gewöhnen müssen. Ich habe selbst vor einiger Zeit
> > beobachtet, wie die eine Hälfte einer Familie mit kleinen Kindern
> und
> > Fahrrädern schon im Triebwagen und der Rest noch auf dem Bahnsteig
> > stand, als sich der Zug schon in Bewegung setzte. Dass die Tf nicht
> > mehr aus dem Fenster schauen sollen, ist doch wirklich das aller-
> > letzte.
>
> Diese netten Aufkleber an den Türen der Triebwagen hängen nicht da
> weil wir zu viel davon haben.

Scheinbar habt ihr eher zu wenig davon, ich habe keine Ahnung, von
welchem Aufkleber du redest. Bei uns kleben an den Türen nur (aller-
dings viel zu unauffällige) Aufkleber mit dem Spruch "Einstieg nur mit
gültigem Fahrausweis".

--
Jan Marco Funke

Jan Marco Funke

unread,
Feb 18, 2003, 2:56:08 PM2/18/03
to
Jens Kaubisch schrieb:

> Bitte diese TAV Beschreibung richtig lesen! Da steht nicht das sich
> die Türe nach 23 sek schließt! Wenn der Tf die Türfreigabe zurück
> nimmt heiß das nicht das sich die Türe trotz Fahrgastwechsel schließt!
> Sie bleibt so lange offen wie Lichtschrankenkontakt besteht! Es bleibt
> also genügend Zeit zum ein- und aussteigen. Pech haben nur die
> Fahrgäste die meinen sie müssen an zig offenen Türen vorbeilaufen,
> weil ihnen die zum einsteigen nicht genehm sind. Diese Fahrgäste
> müssen u.U. damit rechnen stehen zu bleiben. Man kann seit den 60er
> Jahren auch im Zug durchlaufen.

Da sieht man mal, wie alt die 420 schon sind. :-)

--
Jan Marco Funke

Jan Marco Funke

unread,
Feb 18, 2003, 2:56:12 PM2/18/03
to
michael rudolf schrieb:

> "Nicolas L. Jost" <nicol...@aol.com> schrieb im Newsbeitrag
> news:Xns9326995788...@130.133.1.4...
> >
> > Diese langen, langen Züge der SBB, die weite Strecken zurücklegen, haben
> > aber einen Menschen in Uniform dabei. Dieser pfeift, guckt, drückt den
> > Abfahrauftrag, schließt die Türen, guckt.
>
> Nicht immer. Wrs wusste zum Beispiel vor dem Fahrplanwechsel, dass auch die
> IC2000 Doppelstöcker fürs fahren ohne Zugbegleiter zugelassens sind
> (EXPO-Verkehr war der Testlauf). Heute kannst du also mit den maximal
> zugelassenen 10 Wagen ohne Begleitung auf die Strecke. Wird im neuen
> Fahrplan auch so praktizert, twar nur achtteilig aber immerhin.

Fahren die Züge dann ganz ohne Zugbegleiter, oder sind die Zub nur
nicht mehr fürs Türenschließen zuständig?

--
Jan Marco Funke

André Brandily

unread,
Feb 18, 2003, 3:31:12 PM2/18/03
to

Jens Kaubisch schrieb:

> Pech haben nur die
> Fahrgäste die meinen sie müssen an zig offenen Türen vorbeilaufen,
> weil ihnen die zum einsteigen nicht genehm sind.

Da haben wir den Fahrgästen in jahrzehntelanger Arbeit beigebracht, daß
*alle* Türen benutzt werden dürfen. Und wenn sie es endlich kapiert haben,
sagen wir: "ätschibätschi, warum läufst du auch am Zug entlang, statt dich
ordentlich anzustellen wie die anderen auch..."
Wie denn jetzt?

mfg
Andre

Edmund Lauterbach

unread,
Feb 18, 2003, 3:27:33 PM2/18/03
to
Jens Kaubisch wrote:
> Edmund Lauterbach <e.laut...@gmx.de> wrote:
> > Jens Kaubisch wrote:
> >> Edmund Lauterbach <e.laut...@gmx.de> wrote:
> >>> Jens Kaubisch wrote:
> >
> >> Auch hier existiert eine Weisung die etwas von 20 sek Türfreigabe
> >> sagt.
> >>> Wer aus irgendeinem Grund eine Reaktionszeit > 3
> >>> Sekunden hat (Kinderwagen, Kinder, Gepäck, Hund, Gehbehinderung,
> >> ...)
> >>> hat verloren.
> >>
> >> Nein! Siehe oben!
> >
> > Doch. Reaktionszeit beginnt, nach dem die letzten Leute ausgestiegen
> > sind. Das ist meist bereits nach den 20 sek. D.h. jetzt hat der
> > Einsteigende nur noch 3 sek.
>
> Bitte diese TAV Beschreibung richtig lesen!

Bitte meine Postings richtig lesen - zumindest wenn du drauf antwortest.

> Da steht nicht das sich die Türe nach 23 sek schließt!

Habe ich nie behauptet - falls doch ;-) bitte ich um Hinweis darauf wo.

> Wenn der Tf die Türfreigabe zurück
> nimmt heiß das nicht das sich die Türe trotz Fahrgastwechsel schließt!

Das ist richtig - kann ich dir aus täglicher Praxis so bestätigen!

> Sie bleibt so lange offen wie Lichtschrankenkontakt besteht!

Sogar noch um die 3 Sekunden länger!

> Es bleibt
> also genügend Zeit zum ein- und aussteigen.

Das kommt drauf an. Für Leute meines und (wahrscheinlich) deines Alters,
ohne lästiges Equipment wie Kinderwagen, Rollstuhl, 3 bis 5 Alditüten (ggf.
zustätzlich zum Rucksack), Nachwuchs in 1 bis x-facher Ausfertigung, ...
oder gar ein paar Wanderstöcke ;-) stimmt das.

Für die "Oma mit Krückstock" oder die Mutter mit Kinderwagen und 2
freilaufenden Kindern muß das nicht unbedingt so sein.

Wenn Du noch mal nach oben blickst, wirst Du feststellen, dass ich nicht
schrieb "die Reaktionszeit von 3 sek beginnt nach Ablauf von 20 sek
Türfreigabe". Das hast Du aber offensichtlich hineininterpretiert, anders
kann ich mir die Zahl von 23 sek nicht erklären. Ich schrieb, "die
Reaktonszeit [von ca. 3 sek, für die einsteigewilligen Fahrgäste] beginnt,
nach dem die letzten Leute ausgestiegen sind". In dem Satz dahinter machte
ich klar, daß es mir um den häufigen Fall geht, dass das Aussteigen länger
als 20 sek dauert und damit zu Beginn des Einstiegsvorgang die Türfreigabe
schon zurückgenommen ist (aber die Türen wg Lichtschrankenkontakt des
letzten Aussteiger noch offen). Für den ersten Einsteiger beginnt in diesem
Augenblick die Reaktionszeit von 3 sek.

Also noch mal ganz elementar ein beispielhafter Ablauf (alle Zeiten ab dem
Zeitpunkt, an dem sich die Türen öffnen lassen):
1. Zug (ET423) hält. Türen werden freigegeben.
2. Tür x öffnet, Leute beginnen auszusteigen. Dauert etwas länger,
vielleicht muß ein Kinderwagen oder ein Fahrrad ausgeladen werden.
3. Nach etwas über 20 sek, nimmt der Tf die Freigabe zurück.
4. nach exakt 27,32 sek ist der Aussteigevorgang beendet.
5. nach 27,33 sek ist der sportliche Fahrgast, der ganz vorne stand, drin.
6. nach etwa 28,9 sek setzt sich der Rentner in Bewegung.
7. 32,2 sek - Einstiegsvorgang Rentner beendet, die dahinter wartende Mutter
hat ihren Kinderwagen schon in die Lichschranke geschoben.
8. 33 sek - Kinderwagen ist drin, in diesem Augenblick fällt dem zur Mutter
gehörenden freilaufenden Töchterlein etwas auf den Bahnsteig, es entfernt
sich von der Tür.
9. 33,5 sek - Mutter verläßt Lichtschrankenbereich um Kind einzufangen und
stößt dabei mit der Oma zusammen, die gerade mit dem Einsteigen beginnen
wollte.
10. Anstatt einzusteigen und die Lichtschranke zu blockieren, schaut Oma der
Mutti besorgt beim Einfangen ihres Görs zu.
11. 36,5 sek - Tür schliesst! Oma versucht noch auf dem Taster der
schliessenden Tür rumzudrücken - [wir wissen, dass das nichts nützt].

Bingo - Drama in 11 Akten. Kinderwagen mit Säugling unterwegs auf
Deutschlands Schienen - Mutti, Omi und Schwesterlein heulend am nicht von
DB-Personal gesegnetem Haltepunkt. Klar - extremer Einzelfall -
unkooperatives Kundenverhalten - dem ganzen wird sich bestimmt wieder so ein
Meckerverein annehmen und Schmähungen gegen die glorreiche DB verbreiten.
Diese wird dann anschliessend feststellen: die Technik hat ordnungsgemäß
funktioniert, also war alles ok - die Kunden sind schuld - der Meckerverin
kriegt 'ne Unterlassungserklärung zugeschickt. Die Taxikosten für das
Zughinterherfahren werden durch die DB erst übernommen (Kulanz!), nachdem
die für den DB-Ruf katastrophale lokale Berichterstattung auch in die
überegionale Presse geschwappt ist (und irgendeiner postet es dann auch noch
in deb und der nächste 100-Posting-TAV-Thread ist da).


> Pech haben nur die
> Fahrgäste die meinen sie müssen an zig offenen Türen vorbeilaufen,
> weil ihnen die zum einsteigen nicht genehm sind. Diese Fahrgäste
> müssen u.U. damit rechnen stehen zu bleiben. Man kann seit den 60er
> Jahren auch im Zug durchlaufen.

Ja.
Auch hier zwei Fallbeispiele:
- A - Ich betrete den Freisinger Bahnsteig um 18:32. Ich weiß,
S-Bahn-Ankunft war 18:27, Abfahrt 18:38. Ich entschließe mich daher zur
vorderen Garnitur vorzulaufen, weil dies für mich beim Aussteigen günstiger
ist. Um 18:34 fährt der Zug ab, es gab keinerlei Durchsage. Auflösung: es
war natürlich die verspätete Abfahrt 18:18 Uhr. Der nächste Zug hat dann
auch über 10 Minuten Verspätung.
- B - Donnersbergerbrücke. Stadteinwärts fahrt ein Kurzzug der S7 ein. Der
Tf unterliegt aber der Annahme, einen Vollzug zu steuern und zieht
entsprechend weit vor. Der Zug steht vorne, die Fahrgäste hinten. Der Tf
schaut nicht zum Fenster raus und merkt auch nicht, dass er auf der falschen
Halteposition steht. Wenn jetzt nicht ein findiger Fahrgast die letzte Tür
blockiert war's das schon. Der muß sich dann wahrscheinlich auch noch eine
launige Durchsage bzgl Türblockieren anhören.

Beide Fälle sind nicht konstruiert, sondern aus dem Leben gegriffen. Sicher
Einzelfälle - aber das Leben besteht aus einer Aneinandereihung solcher.


> >>> Als Tf bei DB würde ich mir auch über die finanziellen Folgen
> einer
> >>> solchen Job-Abspeckung Gedanken machen.
> >>
> >> So? Kann der Tf die TAV-Einführung ändern? Konnten die Tf die
> >
> > Darf man sich nur über Sachen Gedanken machen, die man unmittelbar
> > ändern kann?
>
> Alles andere ist vergeudete Zeit! Was bringt mir das wenn ich mich
> stundenlang an eienr Sache aufhalte die ich nicht ändern kann?

Warum diskutierst Du in deb? Hast Du nichts besseres zu tun, als deine Zeit
damit zu vergeuden?
Ist Fatalismus ein Generationenproblem? Oder landsmannschaftlich begründbar?
Oder Folge eines DB-Jobs (diese Firma wirkt selbst von außen arg
entmutigend)?
Meine Grundeinstellung dazu ist anders. Ein bisserl was geht immer. Und
wenn's dabei noch unterhaltend ist - umso besser (so ganz auf den Spaßfaktor
will man ja nicht verzichten).


> Ich finde TAV nur solange gut, wie TAV-Züge mit Zugbegleitern besetzt
> sind, das ist meine persönliche Meinung. Ab 10.03. werden auch die
> Regionalzüge nach Ulm/Neu-Ulm ohne ZUgbegleiter fahren, das dumme ist

> nur, ...

Aus deiner persönlichen Sicht sicher eine berechtigte Meinung. Meine
Erfahrung ist aber, dass man, wenn man etwas voranbringen will, von der
persönlichen Situation abstrahieren sollte.
Was habe ich davon, wenn die Freisinger jetzt eine S-Bahn zum Airport
bekommen? Ich habe meine schon (sowohl die zum Airport, als auch die nach
Freising). Trotzdem finde ich das richtig, da es ein paar andere (aus meiner
Sicht schlechtere) Szenarios killt und zudem noch etwas
Entwicklungspotential bietet, und habe mich dafür eingesetzt.


> > und die Mitspracherechte der
> > Mitarbeiter nicht stattfanden?
> Der Arbeitgeber kennt die Meinung der Mitarbeiter zu TAV.

Klar. Er kennt auch die Meinung zu Gehaltserhöhungen etc. Du erwartest nicht
wirklich daß AG und AN einer Meinung sind? Austauschen von Meinungen ist
i.A. nur der Beginn eines Durchsetzungsprozeßes. Allein kommt man da
natürlich nicht weiter. Das Prinzip ist meist viele "kleine" gegen einen
"großen". Dafür müssen die "kleinen" sich aber einigermaßen einig sein -
auch darüber welche Prioritäten man hat, und wie man vorgeht.



> > (wieso eigentlich nicht
> > - ihr habt doch so lautstarke Gewerkschaften?)
> Und was konnten die bisher ausrichten? Null niente nichts!

Zum einen sorgen die für gewisse Gehaltentwicklung (mehr oder weniger :-(.
Das ist aber so ziemlich das einzige Thema, bei dem regelmäßig automatisch
tätig werden. Zu anderen Sachen muß man die wahrscheinlich ziemlich
wachrütteln (bzw in den ... treten). Auch wenn es schwer fällt, solche
schwerfälligen Organisationen nicht nur negativ zu sehen - ganz ohne
Organisation geht's nicht. Da liefert man sich dem Arbeitgeber aus. Die
Tendenz ist natürlich da - mit zum Teil genau den Folgen unter denen du
(mehr oder weniger) leidest.
Wenn man natürlich von vornherein damit rangeht, daß es nichts nützt ... nun
- dann nützt es nichts. Schlechter wird es von alleine.

Schönen Gruß,

Edmund Lauterbach
mailto:e.laut...@gmx.de
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-- Reiseberichte und andere Geschichten -- Bahnen in Bonn --
-- http://home.arcor.de/e.lauterbach/ --
-- Konzepte für den ÖPNV -- Stadtbahnen und Artverwandtes --

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