Salut!
Ulf.K...@web.de schrieb:
Die Gleise sind nummeriert und die Parität legt die Richtung fest.
Gerade Gleisnummern in eine Richtung, ungerade Gleisnummern in der
Gegenrichtung, wobei die geographische Orientierung eine Rolle spielt.
Für das östliche Netz gilt ungerade Nummern Richtung Provinz, gerade
Nummern Richtung Paris. Das führt dann zu Nummerierungen wie in Lorraine
TGV wo Gleis 1 und 2 in der Mitte verlaufen und die Bahnsteiggleise 3
und 4 an gegenüberliegenden Seiten des Bahnhofs liegen.
Gibt es mehrere Gleise in eine Richtung, die zur selben Strecke
gehören bekommen die Gleisnummern Anhänge: Voie 1, Voie 1 bis (etwa
Gleis 1a), Voie 1 ter, (Gleis 1 b). Im Ballungsraum werden gerne auch
mal Liniennummern mit herangezogen. Voie 1L1, Voie 1B1 sind beides
Gleise der Linie 1. V1L4 ist dann ein Gleis der Linie 4. Der Tf muss die
Gleisbezeichnungen und die jeweiligen zulässigen Geschwindigkeiten als
Streckenkenntnis kennen (zur Erleichterung findet man die
Gleisbezeichnungen aber auch an Signalen oder auf Hinweistafeln).
In welchem Verfahren das Gleis entgegen seiner gewöhnlichen
Fahrtrichtung befahren werden kann ist eine Frage der technischen
Ausstattung der Strecke. Am einfachsten ist es als Voie banalisée, was
in etwa unserem Gleiswechselbetrieb entspricht. Die anderen Verfahren
zum mouvement contre sens werden sehr schnell sehr aufwendig, so dass
sie nur sehr selten eingesetzt werden.
Bei mehreren parallelen Gleisen dürfte die sicherungstechnische
Umsetzung in Form mehrerer eingleisiger Strecken erfolgt sein. Ob es
intern für die Strecken noch andere Nummern gibt (z.b. zur
Kostenzuscheidung) weiß ich allerdings nicht.
Grüßle, Helmut