Ich finde es bedauerlich, dass wieder einmal unbeteiligte Personale ohne
jede Mᅵglichkeit der Handlung in persᅵnliche Krisen hineingezogen wurden.
Wieder einmal interessieren sich Volk und Presse nur fᅵr den
Prominenten. Ich mᅵchte daher ausdrᅵcklich mein Mitgfᅵhl fᅵr die
Menschen ausdrᅵcken, die dies hilflos erleben mussten bzw. hinterher
aufrᅵumen mussten.
http://www.n-tv.de/sport/Robert-Enke-begeht-Selbstmord-article584439.html
Hat das blaue Licht nicht geholfen?
Joe
> > Wie soeben bekannt wurde, soll der Torh�ter der deutschen
> > Fu�ballnationalmannschaft den Freitod gefunden haben. Er soll hierzu eine
> > Kollison mit der Eisenbahn herbeigef�hrt haben.
> http://www.n-tv.de/sport/Robert-Enke-begeht-Selbstmord-article584439.html
Man beachte die Worte aus dem Anfang des Artikels:
------- schnipp ---------------
"Das ist ganz furchtbar", sagte Kind. Er war von der Sitzung der
Deutschen Fu�ball-Liga (DFL) zur�ckgekehrt, auf der er die
50+1-Regelung kippen wollte, und bekam am Flughafen den schockierenden
Anruf. "Man rechnet mit vielem, aber nicht mit so etwas",
------------ schnapp ---------
"Kind" ist der Namen von so einem Fuzzi aus der Chefetage des
"Vereins" in Hannover, der die totale Kommerzialisierung des
Fu�ballsports durchsetzen wollte, damit die Vereine v�llig abgemeldet
sind, und irgendwelche Heuschrecken die Fu�ballbetreiberfirmen kaufen
und entsprechend vermarkten k�nnen.
Und dann wundert der sich, da� seine Opfer sich das Leben nehmen.
Ich kann garnicht soviel essen, wie ich kotzen m�chte.
Man bemerke au�erdem, da� der von Frankfurt aus mit dem Flieger nach
Hannover gereist ist, und nicht per Bahn.
L.W.
-----------------------------------------------------
Mehr Brutto! Lohnverzicht lohnt sich nicht!
Hm, ich teile zwar die Kritik an dem Versuch, die deutschen Vereine
f�r Investoren zu �ffnen, aber ich habe nicht den Eindruck, dass das
eine Ursache f�r die Probleme von Robert Enke war. Ich habe eher den
Eindruck, dass diese S�tze ein Versuch sind, seinen Freitod f�r eine
politische Botschaft zu instrumentalisieren, und das halte ich f�r
sehr unangebracht angesichts einer wohl vor allem privaten Trag�die.
Ich will jetzt nicht zu viel Dramatik �ber diesen Fall ausbreiten,
denn es stimmt nat�rlich, dass es viel mehr Selbstt�tungen und
tragische Schicksale als das dieses Prominenten. Und auch ich w�rde
mir w�nschen, dass zu diesem Anlass die Folgen f�r die unfreiwillig
beteiligten Menschen im und am Zug beleuchtet w�rden. Da spreche
ich aus eigener (aber zum Gl�ck noch vergleichsweise milder)
Erfahrung.
Aber es ist mir schon verst�ndlich, dass eine solche Diskussion an
dieser Stelle nicht realistisch zu erwarten w�re. Dazu ist der
Fu�ball zu popul�r und die mediale Fokussierung auf prominente
Einzelschicksale zu stark. Es w�re schon richtig, die Wahl der
Todesart zu kritisieren, aber das wird h�chstens in Blogs oder
Forenbeitr�gen etc. denkbar sein.
Eine andere Kritik, die ich absolut teile, ist die an der
Verkehrsmittelwahl des Herrn Kind.
Sebastian Lisken
Gleich der erste Anruf bei Domian eben drehte sich um das
Thema, und J�rgen Domian hat von sich aus sehr deutlich die
Kritik an der Todesart gebracht (die Anruferin hat mehr �ber
die Person Enke gesprochen).
Sebastian Lisken
> > damit die Vereine v�llig abgemeldet
> > sind, und irgendwelche Heuschrecken die Fu�ballbetreiberfirmen kaufen
> > und entsprechend vermarkten k�nnen.
> >
> > Und dann wundert der sich, da� seine Opfer sich das Leben nehmen.
>
> Hm, ich teile zwar die Kritik an dem Versuch, die deutschen Vereine
> f�r Investoren zu �ffnen, aber ich habe nicht den Eindruck, dass das
> eine Ursache f�r die Probleme von Robert Enke war.
So unmittelbar ist der Zusammenhang sicher nicht, da� der R. Enke
mit seinem Freitod (wenn es einer war) ein Zeichen gegen den radikalen
Schritt setzen wollte, f�r den sich gerade der Chef von seinem
"Verein" eingesetzt hatte. Der Zusammenhang ist aber, da� es beim
Fu�ball wie in allen anderen Sportarten nicht mehr um Leibes�bungen
und Freude an der eigenen Bewegung geht, also nicht mehr um Sport,
sondern um Kommerz, und da� die Akteure auf dem Rasen dabei keine
wichtigere Rolle spielen als die Dame ohne Unterleib oder das Kalb mit
zwei K�pfen bei der Freakshow auf dem Jahrmarkt und im Variet�: man
kann an ihnen verdienen, aber ihre Qualit�t als Mensch ist eher ein
St�rfaktor dabei. Siehe Lahm.
MfG,
L.W.
--
Der wirtschaftliche Erfolg der Sterbehilfeorganisationen, die
lebensmüde Leute aus halb Europa hier in die Schweiz bringen, ihnen
viel Geld abknöpfen und ein Barbiturat zu trinken geben, ist ein
politischer Dauerbrenner.
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/DignitasMinelli-wirft-WidmerSchlumpf-Verleumdung-vor/story/17010733
Gruss Theo
Je mehr solchen Irrsinn man ansehen muß, desto größer wird eben die
Wahrscheinlichkeit, daß einer in irgendeiner Form überschnappt. Das
ist kein (partei)politisches Problem, sondern ein gesellschaftliches,
denn auch wählen wird ja immer mehr out. Ich drehe bisher nicht durch,
sondern sage mir, solange ein Finanzmensch oder ein
Verteidigungsminister auf die ihm zustehende Flugbereitschaft wartet,
vesenkt er wenigstens keine weitere Milliarde bzw. gibt keine
Einsatzbefehle. So müßte das Problem wohl am Ende gelöst werden.
Gruß
Knut
A propos: Kann man von TheDeath Death Inc. schon Aktien kaufen?
Gruß
Knut
Full Ack
Falk
> Ein andere M�glichkeit w�re es nat�rlich, dem Beispiel von
> Malaysien zu folgen, und Selbstmord zu verbieten:
Das erinnert wieder an diesen Vorfall in D�sseldorf, wo die Polizei
zu einer Wohnung ging, in der sich ein Selbstm�rder aufhalten sollte.
Der wollte die B�ttel allerdings nicht einlassen, und die Polizisten
haben den dann durch die Wohnungst�r hindurch erschossen. Der
Polizeieinsatz war somit uneingeschr�nkt erfolgreich: der Mann hat nie
wieder einen Selbstmordversuch begangen.
MfG,
L.W.
-------------------------------------------------------
> Wieder einmal interessieren sich Volk und Presse nur fᅵr den
> Prominenten. Ich mᅵchte daher ausdrᅵcklich mein Mitgfᅵhl fᅵr die
> Menschen ausdrᅵcken, die dies hilflos erleben mussten bzw. hinterher
> aufrᅵumen mussten.
Stimmt. Eben habe ich mit einem Ohr im Zweiten heute gehᅵrt. Es ist
fᅵrchterlich, wie hier das Volk von Voyeuren gefᅵttert und gepflegt wird.
--
Liebe Grᅵᅵe, Gerd
Satelliten FAQ, PC-Tipps, Katzen, Mopped, Garten, Heimwerken:
http://www.satgerd.de/
Besonders angewidert bin ich davon, dass die Witwe keine 18 Stunden nach
dem Suizid ihres Ehemannes eine Pressekonferenz gibt. Wie abgebrᅵht muss
man da sein?
In NDR Info heute morgen hat die Moderatorin allen Ernstes sich
beschwert, dass noch keine Pressekonferenz stattgefunden hat...
Die Interviewer erhalten sicher auch ein leistungsgerechtes Honorar
und die Zeitung nutzt die Auflagenerhöhung, um die
Zahlungsbereitschaft ihrer Werbekunden höherzutreiben.
Gruß
Knut
Nun ja, keiner von uns steckt in dieser Frau drin.
Mᅵglicherweise ist das Passierte noch nicht richtig in ihrem Bewusstsein
angekommen ist. Eine emotionale Schutzreaktion und der Versuch,
"business as usual" zu machen. Die Erkenntnis des Verlustes und die
Trauer setzen oft verzᅵgert ein.
Gruss,
Bodo
--
Bodo G. Meier * dr. rer. nat. * Trondheim * Norway
http://home.broadpark.no/~bodogm/
>Besonders angewidert bin ich davon, dass die Witwe keine 18 Stunden nach
>dem Suizid ihres Ehemannes eine Pressekonferenz gibt. Wie abgebr�ht muss
>man da sein?
Das w�rde ich nicht �berbewerten...evtl. kommt der Schock sp�ter, oder
sie ist eben so robust, das halbwegs gefa�t wegzustecken. Wer den Tod
als Teil des Lebens akzeptiert hat, der tut sich damit u.U. ein klein
wenig leichter.
-ras
--
Ralph A. Schmid
http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/
>> Besonders angewidert bin ich davon, dass die Witwe keine 18 Stunden nach
>> dem Suizid ihres Ehemannes eine Pressekonferenz gibt. Wie abgebrᅵht muss
>> man da sein?
>
> Nun ja, keiner von uns steckt in dieser Frau drin.
> Mᅵglicherweise ist das Passierte noch nicht richtig in ihrem Bewusstsein
> angekommen ist. Eine emotionale Schutzreaktion und der Versuch,
> "business as usual" zu machen. Die Erkenntnis des Verlustes und die
> Trauer setzen oft verzᅵgert ein.
Vielleicht sieht sie es auch als das kleinere ᅵbel an, einmal eine Presse-
konferenz abzuhalten, als die nᅵchsten Wochen stᅵndig die Journaille ab-
wimmeln zu mᅵssen.
... Martin
> Vielleicht sieht sie es auch als das kleinere �bel an, einmal eine Presse-
> konferenz abzuhalten, als die n�chsten Wochen st�ndig die Journaille ab-
> wimmeln zu m�ssen.
Rechtzeitig Klarheit schaffen, bevor alle m�glichen Spekulationen
und Ger�chte in der Welt umlaufen.
Ich kann den Angriff auf die jetzige Witwe nicht verstehen. Die hat
schon genug am Hals, und braucht nicht noch Anpinkeleien von
irgendwelchen Internetfuzzis.
> Der Polizeieinsatz war somit uneingeschrᅵnkt erfolgreich: der Mann
> hat nie wieder einen Selbstmordversuch begangen.
<http://en.wikipedia.org/wiki/Suicide_by_cop>
K.
> <http://en.wikipedia.org/wiki/Suicide_by_cop>
Das wirft ja ein v�llig neues Licht auf:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,56831,00.html
Und jetzt noch die OnT-Kurve zu Bad Kleinen..
Gr�sse
Frank
> Will Berghoff <real_...@berghoffs.de> wrote:
>
>> Besonders angewidert bin ich davon, dass die Witwe keine 18 Stunden nach
>> dem Suizid ihres Ehemannes eine Pressekonferenz gibt. Wie abgebr�ht muss
>> man da sein?
>
> Das w�rde ich nicht �berbewerten...evtl. kommt der Schock sp�ter, oder
> sie ist eben so robust, das halbwegs gefa�t wegzustecken.
Was �brigens der Normalfall zu sein scheint:
http://www.doublex.com/section/life/there-are-no-seven-stages-grief
"Trauerarbeit" ist eher die Ausnahme als die Regel.
mawa
> Wieder einmal interessieren sich Volk und Presse nur fᅵr den
> Prominenten. Ich mᅵchte daher ausdrᅵcklich mein Mitgfᅵhl fᅵr die
> Menschen ausdrᅵcken, die dies hilflos erleben mussten bzw. hinterher
> aufrᅵumen mussten.
Offenbar liest das ZDF hier mit. Frau Slomka hat gesternabend im
heute-Journal diesen Punkt aufgegriffen, zwar fachlich etwas
oberflᅵchlich, aber damit doch fᅵr mich ausreichend. Danke dafᅵr ans ZDF.
Tja meinst Du? Ich glaube es eher nicht. in den Kommentaren zum Tode des
mir bisher nicht bekannten Menschen steht auch was in die Richtung drin.
http://fussball.zdf.de/ZDFforum/foren/sendungen/heute/F7179/msg2326745.php
Ist auch unerheblich, wie es den anderen geht. Hauptsache die Sensation
ist da. Ich kenne Leute, die aus der FFW raus sind, weil ihnen die
Nachrᅵumarbeiten bei PU (nicht nur bei der Eisenbahn) ans Gemᅵt gegangen
sind.
Gruᅵ Tobias
>> Offenbar liest das ZDF hier mit. Frau Slomka hat gesternabend im
>> heute-Journal diesen Punkt aufgegriffen, zwar fachlich etwas
>> oberflᅵchlich, aber damit doch fᅵr mich ausreichend. Danke dafᅵr ans ZDF.
>
> Tja meinst Du? Ich glaube es eher nicht. in den Kommentaren zum Tode des
> mir bisher nicht bekannten Menschen steht auch was in die Richtung drin.
Da wird nur der Lokfᅵhrer erwᅵhnt. Frau Slomka nannte zumindest noch den Zf.
> Offenbar liest das ZDF hier mit. Frau Slomka hat gesternabend im
> heute-Journal diesen Punkt aufgegriffen, zwar fachlich etwas
> oberfl�chlich, aber damit doch f�r mich ausreichend. Danke daf�r ans ZDF.
Die hiesigen Beitr�ge in allen Ehren, aber dazu mu� man hier nicht
mitlesen. Die "Frankfurter Rundschau" hatte in ihrer gestrigen Ausgabe
einen ganzen Artikel unter dem Titel "Bahn f�rchtet 'Werther-Effekt' -
Trauma auf der Lok"
Zitat:
------ schnippp -----------
Der Enke-Suizid erinnert an ein grausiges Ph�nomen, �ber das man (und
vor allem die Bahn) nur ungern spricht. Pro Jahr bringen sich in
Deutschland fast 1000 Menschen um, indem sie sich vor fahrende Z�ge
werfen. Pro Tag passiert es also im Schnitt fast dreimal.
Der Suizid, im Bahnjargon "Personenschaden" genannt, unterscheidet
sich in einem Punkt von anderen Arten, sich umzubringen: Der
Selbstm�rder ist Opfer und T�ter. Er sch�digt einen weiteren
Unbeteiligten schwer: den Lok- oder Triebwagenf�hrer, der wegen des
mehrere hundert Meter langen Bremswegs sehenden Auges und ohne
Reaktionschance in die Katastrophe f�hrt.
------------- schnapp ----------
Dokument erstellt am 11.11.2009 um 17:08:04 Uhr
Letzte �nderung am 12.11.2009 um 09:46:33 Uhr
Erscheinungsdatum 11.11.2009 | Ausgabe: d
Ich denke eher, da� die gro�e Mobilisierung (gestern in Hannover
35'000 Leute in einem Trauermarsch!) und die schnelle Offensive der
Frau Enke und des Behandlers von diesem Fu�baller, die verschiedenen
�ffentlichen Erkl�rungen �ber Depression, und die Probleme, die Leute
haben, die zu Stars im Sport, Musik oder Film und Fernsehen gemacht
werden, wirkt Nachahmertaten entgegen. Die Betroffenen bekommen ja
neuen Mut zugesprochen, und gezeigt, da� sie mit ihren Probleme nicht
alleine stehen.
MfG,
L.W.
--
War das nicht ein Güterzug?
Grüße
Marc
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Das Ueberschreiten der | Mailadresse im Header
Mannheim, Germany | Gleise ist verboten! " | http://www.zugschlus.de/
Nordisch by Nature | Fdl Bad Driburg, 15.02.1997 | Fon: *49 621 72739834
> War das nicht ein Gᅵterzug?
Auf den Bildern meinte ich eine DoSto-Einheit erkannt zu haben, auch war
jeweils von "RegionalExpress" die Rede.
In der NRZ von heute wird auch auf das Zugpersonal eingegangen und auf
die Nachsorge, die die DB betreibt.
Gleicher Verlag, aber nicht das, was in der NRZ stand, hier:
http://www.derwesten.de/nachrichten/panorama/2009/11/11/news-140531919/detail.html
Pro Bahn hᅵtte aber mal lieber einstweilen geschwiegen!
Grᅵᅵe
-chriz
> Wieso? Womit genau haben sie unrecht?
Habe ich das geschrieben?
Wenn sich eine Vertretung der Lokfᅵhrer, also z.B. die GDL, jetzt so
geᅵuᅵert hᅵtte, dann wᅵre das fᅵr mich OK gewesen! Der Fahrgastverband
ist aber eben der Vertreter der Fahrgᅵste und nicht des Fahrpersonals,
das ist mein Problem dabei.
-chriz
zu ProBahn:
> Wenn sich eine Vertretung der Lokf�hrer, also z.B. die GDL, jetzt so
> ge�u�ert h�tte, dann w�re das f�r mich OK gewesen! Der Fahrgastverband
> ist aber eben der Vertreter der Fahrg�ste und nicht des Fahrpersonals,
> das ist mein Problem dabei.
Was soll ProBahn denn so b�ses von sich gegeben haben? Man kann doch
nicht etwas und jemanden verdammen, ohne zu sagen, worum es geht.
MfG,
L.W.
-------------------------------------------------------
> War das nicht ein G�terzug?
Ja, der hat selbstverladendes St�ckgut transportiert. Und das sogar auf
zwei Fahrzeugetagen.
>War das nicht ein G�terzug?
N�, DoSto, sechs Wagen, und eine AFAIR 146er.
Christoph Zimmermann-Groᅵe Banholt schrieb:
> Wenn sich eine Vertretung der Lokfᅵhrer, also z.B. die GDL, jetzt so
> geᅵuᅵert hᅵtte, dann wᅵre das fᅵr mich OK gewesen! Der Fahrgastverband
> ist aber eben der Vertreter der Fahrgᅵste und nicht des Fahrpersonals,
> das ist mein Problem dabei.
Ich finde es schade, daᅵ Du Interessenvertretungen als "Fachidioten"
haben willst[1].
Der Blick fᅵr das Ganze ist gerade bei einem so facettenreichen Bereich
wie der Fahrgastbefᅵrderung durchaus hilfreich um gewisse Sachzwᅵnge zu
verstehen und nicht sinn- und belanglose und oberflᅵchliche Kritiken in
die Welt zu hauen ᅵber die der Fachmann wirklich nur noch den Kopf
schᅵtteln kann. Mit etwas Verstᅵndnis fᅵr die Sache hingegen fᅵllt es
deutlich leichter konstruktive Kritik zu ᅵben.
Wenn ich dann noch...
| Wie lange es nach einem Selbstmord dauert, bis die Strecke wieder
| freigegeben wird, hᅵngt ebenfalls von den Umstᅵnden ab. In der Regel
| kann der fragliche Zug nach etwa einer Stunde seine Reise fortsetzen,
| wenn Staatsanwaltschaft und Spurensicherung ihre Arbeit beendet haben.
| Fᅵr derartige Verspᅵtungen haftet die Bahn gegenᅵber den Fahrgᅵsten
| nicht, weil die Ursache auᅵerhalb ihres Einflusses liegt.
... lese, ist fᅵr mich klar, daᅵ ich es mit jemandem zu tun habe, der
sich ernsthaft mit bestimmten Problemen auseinandergesetzt hat.
Wenngleich ich doch auch einen sachlichen Fehler bemᅵngeln kᅵnnte: Der
Begriff Selbstmord mᅵsste durch einen neutraleren Begriff ersetzt
werden, der auch Unfᅵlle mit Toten oder Verletzten mit einschlieᅵt. Die
Staatsanwaltschaft wird bei jedem Personenschaden mit unklarer Sachlage
oder Todesfolge tᅵtig.
In diesem Sinne mᅵchte ich Pro Bahn ein "weiter so, ihr seid auf einem
guten Weg" zurufen.
Grᅵᅵle, Helmut
[1] Die Meinung der GdL findest Du in den Pressemitteilungen auf
<http://www.gdl.de/>. Leider kann ich keinen direkten Link auf die
entsprechende Seite setzen.
Ok. Auch da könnte der Tf gleichzeitig der Zf gewesen sein.
Gruß
Knut
> Einem betr�chtlichen Teil der 1000 Bahnselbstm�rder sowie der (wieviel
> tausend?) anderen Selbstm�rder des kommenden jahres w�rde helfen, wenn
> man ihnen neben Zuspruch und Mut auch noch einen Arbeitsplatz oder
> eine andere Perspektive anbieten w�rde.
Das ist richtig. Sehr richtig.
Aber das eine sind gro�e gesellschaftliche �nderungen, das andere
�nderungen im sozialen Verhalten.
> Ich glaube kaum, da� Fu�ballprofis typisch f�r
> das soziale Ph�nomen 'Suizid' sind.
Aber der Fall Enke lenkt das Spotlight auf einen Zustand der
Gesellschaft, der viele zur Verzweiflung treibt. Hier nochmal Ausz�ge
aus einem Artikel der Frankfurter Rundschau:
---------- schnipp ------------------
Warum hat sich der 32-j�hrige Fu�balltorwart Robert Enke am
Dienstagabend vor einen Zug geworfen? Warum hat dieser beliebte und
fachlich angesehene Mann mit diesem Leben, mit dieser Welt
abgeschlossen? Warum hat er Teresa und Leila, seine Frau und seine
Adoptivtochter, alleine gelassen?
Die Antwort k�nnte lauten: weil es tief im Inneren vieler Menschen
eben nicht so aussieht, wie es von au�en den Anschein hat. F�r die
meisten von uns war Robert Enke zun�chst einmal ein gl�nzender
Nationaltorh�ter. Einer, der zwar immer wieder unter R�ckschl�gen zu
leiden hatte, aber eben auch einer, der aus jedem Schicksalsschlag
Energie sch�pfte und seinen Weg scheinbar unbeirrt fortsetzte. Seit
gestern wissen wir: Enke hat all die Jahre unter Depressionen
gelitten. Und unter dem Druck, dass er glaubte, das in seinem Gesch�ft
verheimlichen zu m�ssen.
[...]
Neben einem Abschiedsbrief an seine Familie hat Robert Enke vor allem
Fassungslosigkeit in seiner Branche hinterlassen. Auch vor seinem Tod
hat man in diesem von Eitelkeiten bestimmtem Gesch�ft kaum jemanden
gefunden, der sich �ber ihn beschwert h�tte. Seine Trainer, seine
Kollegen, seine Gegenspieler mochten ihn, nicht nur als Torsteher, als
Mensch. Alle, die ihn n�her zu kennen glaubten, beschreiben ihn als
sanftm�tigen und ausgeglichenen Profi, der sich und seine Karriere
nicht zu wichtig nahm. Enke lebte mit seiner Familie auf einem
ausgebauten Bauernhof bei Hannover.
Sein Tod, der selbst f�r Mitspieler und Vorgesetzte bei Hannover 96
aus heiterem Himmel kommt, entlarvt den modernen Profifu�ball einmal
mehr als Schweigegesellschaft. Er zeigt auf dramatische Weise, wie
schwer sich gerade diese maskuline Ellenbogenwelt mit allem tut, was
nicht ins ungetr�bte Bild vom samst�glichen Ballspektakel passt.
"Danke Robert, halt das Himmelstor sauber"
Man sollte sich davor h�ten, dem Fall Robert Enke allzu viele
Querverweise anzudichten. Seine Geschichte, seine Krankheit, seine
Verzweiflung sind individuell, und sollten es auch nach dem Tod
bleiben. Und doch kommt man nicht ganz umhin, an all die anderen
Profis zu denken, die f�r die gro�e L�cke zwischen ihrer Au�enfassade
und ihrem Innenleben keine Sprache fanden und finden. Es hat viele
Jahre und zwei vielversprechende Karrieren gekostet, bis sich Jan
Simak und Sebastian Deisler dazu entschlie�en konnten, �ber ihre
Schw�chen und �ngste, �ber ihre Depressionen zu sprechen.
Der fr�here Bremer Angreifer Ivan Klasnic hat - auch auf Druck seines
damaligen Vereines Werder Bremen - �ber Monate einen schweren
Nierenschaden verheimlicht. Und, dass es in den Reihen von 18
Erstligaklubs keinen einzigen bekennenden Schwulen gibt, ist ebenso
alarmierend wie statistisch unwahrscheinlich. Wenn der Fu�ball, wie so
oft behauptet, tats�chlich ein Brennglas dieser Gesellschaft ist, dann
funktioniert er im Hinblick auf �ffentliche Tabus besonders gut.
----------- schnapp ---------------
> Vollst�ndig: <http://www.fr-online.de/top_news/2074645_Abschied-von-Robert-Enke-Halt-das-Himmelstor-sauber.html>
In �hnlicher Weise terrorisieren ja verschiedene Leute diese
Newsgroups, mit pers�nlichen Erniedrigungen, Beleidigungen und dem
Hackordnungsspruch "Du hast keine Ahnung!" bis sie selbst ganz alleine
am Stammtisch sitzen und keiner sie mehr bedient.
MfG,
L.W.
--
Irgendein Prominenter soll sich, bzgl. psychologischer Betreuung des
Zugpersonals, ᅵber den Lokfᅵhrer geᅵuᅵert haben, etwa in der Richtung:
"Die mᅵssen doch damit rechnen, dass so etwas passiert."
Ich hab das allerdings nur vom Hᅵrensagen. Ob es stimmt weis ich ebenfalls
nicht. Hat hier vielleicht jemand nᅵhere Informationen dazu?
Gruᅵ ... Rudi ...
>
> Irgendein Prominenter soll sich, bzgl. psychologischer Betreuung des
> Zugpersonals, ᅵber den Lokfᅵhrer geᅵuᅵert haben, etwa in der Richtung:
>
> "Die mᅵssen doch damit rechnen, dass so etwas passiert."
Eigentlich hat er Recht. Ich habe zwar in den 12 Jahren in Frankfurt
keinen Suizid gehabt, aber das war wohl auch Glᅵck. Fakt ist, dass es
jeder weiss, dass es passieren kann. Aber auch ausgefeilte Tests bei
Tauglichkeistuntersuchungen kᅵnnen nicht herausfinden wie der/die
Betroffene dann reagiert. Da kann einer der 5 Selbstmᅵrder vor dem Zug
hatte beim 6. danach nicht mehr auf den Zug gehen.
Gruᅵ Tobias
>> Irgendein Prominenter soll sich, bzgl. psychologischer Betreuung des
>> Zugpersonals, ᅵber den Lokfᅵhrer geᅵuᅵert haben, etwa in der Richtung:
>>
>> "Die mᅵssen doch damit rechnen, dass so etwas passiert."
>
> Eigentlich hat er Recht.
Toll. Ich muss als Autofahrer auch damit rechnen, dass mir mal ein Kind
vor das Auto lᅵuft. Ist es dann damit getan?
wie ist das eigentlich, erfᅵhrt ein Tf, wenn er da erwischt hat oder
bleibt das Opfer fᅵr den Tf anonym?
Der Tf in diesem Fall wird ja auch jeden Fall erfahren wer sich da
getᅵtet hat, ich kann mir vorstellen das das die Sache fᅵr den Tf
verschlimmert.
Falk
> wie ist das eigentlich, erf�hrt ein Tf, wenn er da erwischt hat oder
> bleibt das Opfer f�r den Tf anonym?
Ich denke, dass ein wichtiger Schritt, die Sache zu verarbeiten, die
Erkenntnis ist, dass nicht der Tf jemand erwischt hat, sondern dass
der Zug es war, ohne dass der Tf das h�tte beeinflussen k�nnen. Das
stelle ich mir schwierig vor, wenn der ganze Beruf davon gepr�gt ist,
die pers�nliche Verantwortung zu haben f�r das, was passiert.
Gru� - Reinhard.
--
70086 HKWA (52�22,726'N - 009�48,775'E)
~=@=~ www.debx.de ~=@=~
die Homepage der deb*-Newsgruppen.
Wird nicht standardm��ig ein Ermittlungsverfahren gegen
den Tf eingeleitet, auch wenn dieses logischerweise
eingestellt wird? Dann d�rfte doch so was in der Art
"In der Sache Mustermann/Schulze wird gegen Sie wegen..."
an den Tf gehen.
Beim einzigen Fall, wo ich in einen PU direkt verwickelt
war, konnte man den Namen des Opfers wenige Tage sp�ter
der Todesanzeige in der Zeitung entnehmen.
Gru�,
Holger K. aus D.
--
Streckenstillegung? Nein, es wird nur nichts bestellt!
E-Mail: Holger....@gmx.de
Homepage: http://www.student.informatik.tu-darmstadt.de/~koetting
na das k�nnte man ja umgehen in dem einfach keine Todesanzeigen liest
Falk
> wie ist das eigentlich, erfᅵhrt ein Tf, wenn er da erwischt hat oder
> bleibt das Opfer fᅵr den Tf anonym?
Gerade in einem Fall wie diesem ist es wohl kaum zu vermeiden, daᅵ er es
erfᅵhrt.
Was ich mir immer ᅵberlege: Wenn der TF erkennt, daᅵ so ein Ereignis
eintritt und er auf den letzten Metern nichts mehr tun kann, hilft es
ihm dann spᅵter ein biᅵchen, wenn er seine Augen auf irgendetwas anderes
richtet? Eigentlich mᅵsste es doch am schlimmsten sein, wenn er noch das
Gesicht des Menschen sieht. Das Hᅵren und Aufprall spᅵren sollte von der
Eindrucksfᅵhigkeit des Gedᅵchtnisses nicht sooo schlimm sein.
--
Liebe Grᅵᅵe, Gerd
Satelliten FAQ, PC-Tipps, Katzen, Mopped, Garten, Heimwerken:
http://www.satgerd.de/
Holger Koetting schrieb:
> Wird nicht standardm��ig ein Ermittlungsverfahren gegen
> den Tf eingeleitet, auch wenn dieses logischerweise
> eingestellt wird?
Ein Tf ist bei einem Personenunfall in der Regel erst einmal Zeuge. Oft
genug der einzige. Gegen den wird nur ermittelt, wenn der Verdacht
aufkommt, da� er durch sein Verhalten den Unfall herbeigef�hrt oder ihn
nicht intensiv genug abzuwenden versucht hat, er also einen Anteil am
Ereignis hat, der �ber das normale Fahren eines Zuges hinausgeht.
Bei einer sonnenklaren Sachlage, bei der ein Abschiedsbrief vorliegt und
zahlreiche andere Zeugen best�tigen, da� der Verunfallte den Unfall
selbst herbeigef�hrt hat w�rde es auch �berhaupt keinen Sinn machen,
gegen den Tf zu ermitteln. Ebenso d�rfte es sich verhalten wenn jemand
aus einer Menge "f�llt". Da d�rfte eher gegen "Unbekannt" ermittelt
werden wenn vermutet werden mu�, da� gesto�en oder gedr�ngelt wurde.
Gr��le, Helmut
> Wird nicht standardm��ig ein Ermittlungsverfahren gegen
> den Tf eingeleitet, auch wenn dieses logischerweise
> eingestellt wird?
Nein. Eingeleitet wird ein Todesermittlungsverfahren (� 159 StPO), wie
bei jedem (m�glicherweise) nicht nat�rlichen Tod, das sich nicht gegen
eine bestimmte Person richtet, sondern zun�chst der Kl�rung dient, ob
sich �berhaupt Anhaltspunkte f�r ein Verschulden Dritter am Tode des
Betreffenden ergeben und ob weitergehende Ma�nahmen (�� 87, 88 StPO)
erforderlich sind. Es handelt sich noch nicht um ein
Ermittlungsverfahren im Sinne des � 160 StPO.
-thh