Beste Grüße
Jörg
In »Eisenbahnunfälle in Europa« (E.Preuß) steht lediglich: 22. Januar
1941, 94 Tote, 156 Verletzte, Dg 6120 auf W 94 122 aufgefahren, keine
Fahrwegprüfung; die Angaben sollen aus der Statistik der DR stammen.
Gruß
Steffen
--
sb...@blocksignal.de
eMail ans from geht ungelesen nach /dev/tonne
>> 122 Toten auf dem Bahnhof Isenbüttel-Gifhorn gekommen ist.
>> Weiß irgend jemand näheres zu diesem Unfall?
>In »Eisenbahnunfälle in Europa« (E.Preuß) steht lediglich: 22. Januar
>1941, 94 Tote, 156 Verletzte, Dg 6120 auf W 94 122 aufgefahren, keine
>Fahrwegprüfung; die Angaben sollen aus der Statistik der DR stammen.
War dies das schwerste Zugunglück Deutschlands oder gab's noch
schwerere?
--
Gruß
Mathias +++ m...@snafu.de +++ http://home.snafu.de/mat/
+++ Disclaimer: My opinions are my own +++ and mine only +++
> War dies das schwerste Zugunglück Deutschlands oder gab's noch
> schwerere?
>
> --
> Gruß
> Mathias +++ m...@snafu.de +++ http://home.snafu.de/mat/
ja in Eschede, meines Wissens 101 Tote.
MFG
Petra
Offiziell Genthin am 22.12.1939 mit 186 Toten.
Außerdem schrub ich in debe (news:3C00F4B3...@blocksignal.de):
In den me 9/90 und 4/91 steht je ein kurzer Beitrag zum Unfall in
Leichholz bei Schwiebus zu Weihnachten 1942. Demnach sind dabei 284 oder
mehr Personen ums Leben gekommen. Nach dem überfahren eines
haltzeigenden Blocksignals fuhr nachts bei Schneesturm ein vollbesetzter
DmW (D-Zug mit Wehrmachtanteil) auf einen vor dem nachfolgenden
Einfahrsignal Leichholz wg. außerplanmäßiger Überholung gestellten
Benzin-Kesselwagenzug auf, wobei einige Kesselwagen und fünf der
D-Zugwagen in Brand gerieten. Offiziell seien 33 Tote zu beklagen
gewesen, Preuß schreibt für 1941 von 41 Toten (Eisenbahnunfälle in
Europa, 1. Aufl., S 123).
> >> 122 Toten auf dem Bahnhof Isenbüttel-Gifhorn gekommen ist.
> >> Weiß irgend jemand näheres zu diesem Unfall?
>
> >In »Eisenbahnunfälle in Europa« (E.Preuß) steht lediglich: 22. Januar
> >1941, 94 Tote, 156 Verletzte, Dg 6120 auf W 94 122 aufgefahren, keine
> >Fahrwegprüfung; die Angaben sollen aus der Statistik der DR stammen.
Dieselben Angaben nennt Ritzau in "Eisenbahnkatastrophen in
Deutschland" (Pürgen 1979). Meine weiteren Angaben entstammen auch
anderen Büchern von ihm.
> War dies das schwerste Zugunglück Deutschlands oder gab's noch
> schwerere?
Nach welcher Mathematik bemisst du die Schwere? Wenn ich die Gesamt-
zahl der Betroffenen nehme, wäre in der Chronologie anzufangen am
3.9.1882, Hugstetten, Entgleisung wegen Überschreitung der zulässigen
Hg der Lok "Kniebis" infolge mangelhafter Bremsbesetzung der Wagen, 64
Tote und 225 Verletzte.
22.12.1939, Genthin, Auffahrt D 180 auf liegengebliebenen D 10, 186
Tote und 106 Verletzte. Ritzau schreibt vielfach gegen "Fahrt frei"-
Darstellungen an; womöglich trifft zu, dass die bis zur Wende beim
Kreisgericht Magdeburg vorhanden gewesen Akten vernichtet wurden, so
dass die Ursache - Weichenwärterverschulden wegen unzeitiger Signal-
rücknahme oder Lokführerverschulden - unklar bleibt.
Oder rechnest du die Zahl der Getöteten?
Abend desselben Tages, Markdorf / Kluftern, Zusammenstoß des Dg 7953
mit P Kar 21154 aufgrund Fahrdienstleiterverschuldens, 101 Tote und 28
Verletzte.
Im annektierten polnischen Gebiet und streitig zwischen Ritzau und
Gollasch, dieser in me: 27.12.1941, Leichholz, DmW 123 nach Überfahren
eines Blocksignals auf Benzinkesselwagen des Dg 7053 aufgefahren. Nach
Blaubuchfaksimile 41 Tote, 57 Verletzte; Gollasch wird mit 284 Toten
zitiert und Hörensagen sogar mit 330 Toten.
15.5.1960, Leipzig Hbf, Zusammenstoß P 466 mit E 237 aufgrund Fahr-
dienstleiterverschuldens, 54 bis 59 Tote und 206 Verletzte.
3.6.1998, Eschede, Entgleisung ICE 884 nach Radreifenbruch, 101 Tote
und 119 Verletzte.
--
mfg Matthias Dörfler
Diese Nachricht stellt nur meine persönliche Meinung dar.
>ja in Eschede, meines Wissens 101 Tote.
Eschede ist im Vergleich zu Genthin ein Leichtgewicht. Während des
Krieges hat es noch schwerere Zugunglücke gegeben, wie Steffen Buhr in
Message-ID: <vucmpa...@blocksignal.de> "debe
(news:3C00F4B3...@blocksignal.de)" schrieb.
Die Frage ist nur, ob man noch weitere Quellen rankommt, die die Zahl
der Todesopfer belegen. Während des Krieges gab es beispielsweise
Bombenanschläge auf die Berliner Nordsüd-S-Bahn (15. Februar 1943,
S-Bf Friedrichstraße Bstg D) und weitere Berliner Fern- und
Untergrundbahnstationen, die totgeschwiegen wurden.
--
Gruß
Mathias +++ m...@snafu.de +++ http://home.snafu.de/mat/
>Offiziell Genthin am 22.12.1939 mit 186 Toten.
>Außerdem schrub ich in debe (news:3C00F4B3...@blocksignal.de):
>In den me 9/90 und 4/91 steht je ein kurzer Beitrag zum Unfall in
>Leichholz bei Schwiebus zu Weihnachten 1942. Demnach sind dabei 284 oder
>mehr Personen ums Leben gekommen. Nach dem überfahren eines
Ich dachte, hier gab's neue Erkenntnisse. Danke für die prompte
Antwort!
>Nach welcher Mathematik bemisst du die Schwere? Wenn ich die Gesamt-
>zahl der Betroffenen nehme, wäre in der Chronologie anzufangen am
Nach der Anzahl der Todesopfer; Sachwerte kann man ersetzen.
>22.12.1939, Genthin, Auffahrt D 180 auf liegengebliebenen D 10, 186
>Tote und 106 Verletzte. Ritzau schreibt vielfach gegen "Fahrt frei"-
>Darstellungen an; womöglich trifft zu, dass die bis zur Wende beim
>Kreisgericht Magdeburg vorhanden gewesen Akten vernichtet wurden, so
>dass die Ursache - Weichenwärterverschulden wegen unzeitiger Signal-
>rücknahme oder Lokführerverschulden - unklar bleibt.
Dazu gab es eine Mehrteilige Serie im "Modelleisenbahner" Anfang der
80er Jahre. Die Unglückslok müßte es bis heute noch als
Museumsfahrzeug geben.
>Im annektierten polnischen Gebiet und streitig zwischen Ritzau und
>Gollasch, dieser in me: 27.12.1941, Leichholz, DmW 123 nach Überfahren
>eines Blocksignals auf Benzinkesselwagen des Dg 7053 aufgefahren. Nach
>Blaubuchfaksimile 41 Tote, 57 Verletzte; Gollasch wird mit 284 Toten
>zitiert und Hörensagen sogar mit 330 Toten.
Das war dann wohl das schwerste Zugunglück in der deutschen
Eisenbahngeschichte bzw. in Deutschland (Großdeutschland bzw. in den
Grenzen vor 1918?).
Steffen Buhr wrote:
> Mathias Hiller wrote:
> > War dies das schwerste Zugunglück Deutschlands oder gab's noch
[...]
> In den me 9/90 und 4/91 steht je ein kurzer Beitrag zum Unfall in
> Leichholz bei Schwiebus zu Weihnachten 1942. Demnach sind dabei 284 oder
> mehr Personen ums Leben gekommen.
War da nicht auch mal was mit einem Kesselzerknall im 2. Weltkrieg?
Liebe Grüße,
Erik.
--
"Die Hessen hesseln nicht, sondern sie babbeln. Müsste das Bundesland
dann nicht eigentlich Babben heißen?"
-- Holger von Rauch in d.e.s.d.
Das scheint mir nicht unüblich zu sein.
[Genthin]
> >dass die Ursache - Weichenwärterverschulden wegen unzeitiger Signal-
> >rücknahme oder Lokführerverschulden - unklar bleibt.
Preuß scheint die Akten gelesen zu haben. Er beschreibt den Ablauf
folgendermaßen: Der Tf des anschließend auffahrenden D 180 überfuhr das
haltzeigende Blocksignal der Bk Belicke vor Genthin, was vom Blockwärter
nach Genthin gemeldet wurde. Der Wärter auf Go greift noch während des
Telefonats nach einer rot geblendete Laterne, was vom Heizer des soeben
einfahrenden D 10 wahrgenommen wird, worauf der Tf die Schnellbremsung
einleitet. Evsig und Esig Genthin zeigen noch Frei, weil der Wärter auf
Go als er erkannt hatte den falschen Zug gestellt zu haben kopflos
reagierte statt das Esig zurückzunehmen, so daß der sich nähernde D 180
auf D 10 auffuhr.
> Die Unglückslok müßte es bis heute noch als
> Museumsfahrzeug geben.
Wimre 01 531.
Leichholz liegt knapp 50 km östlich von Frankfurt Oder.
> Gollasch, dieser in me: 27.12.1941, Leichholz, DmW 123 nach Überfahren
Gruß
> Die Frage ist nur, ob man noch weitere Quellen rankommt, die die Zahl
> der Todesopfer belegen. Während des Krieges gab es beispielsweise
> Bombenanschläge auf die Berliner Nordsüd-S-Bahn (15. Februar 1943,
> S-Bf Friedrichstraße Bstg D) und weitere Berliner Fern- und
> Untergrundbahnstationen, die totgeschwiegen wurden.
> Gruß
> Mathias
Bombenanschläge??, oder meinst du Bombenangriffe?, Nach NS-Diktion
>angloamerikanische Terrorangriffe<.
MFG
Petra
>Bombenanschläge??, oder meinst du Bombenangriffe?, Nach NS-Diktion
Ich meine das, was ich dort geschrieben habe. Mehr dazu kannst Du hier
nachlesen:
http://www.gve-verlag.de/seiten/s_bahn.php4#ns_bahn2
>Bombenanschläge??, oder meinst du Bombenangriffe?, Nach NS-Diktion
Ergänzend: Ich hatte aus der erwähnten Broschüre in bln.verkehr mal
etwas zitiert.
http://groups.google.com/groups?q=bombenanschlag+group:bln.verkehr&hl=de&lr=&ie=UTF-8&oe=UTF-8&selm=as92mu0uhb14t4m11p8arlg1erqob0gfff%404ax.com&rnum=1
>Ich dachte, hier gab's neue Erkenntnisse.
Meine Mutter (die damals in der näheren Umgebung wohnte) hat davon
auch noch nie etwas gehört. Zitat: "So etwas haben uns die Nazis
sowieso immer verheimlicht". Sie will aber mal bei Gelegenheit ihren
Bruder fragen.
--
Wolfgang
> ja in Eschede, meines Wissens 101 Tote.
Esede gilt als das "schwerste Unglück seit 1941.." - damit ist dann wohl
obengenanntes gemeint.
Kai Lahmann
Kai Lahmann wrote:
> Esede gilt als das "schwerste Unglück seit 1941.." - damit ist dann wohl
> obengenanntes gemeint.
"schwerstes Unglück seit Göring"?
--
tobias benjamin köhler ____________________________ t...@uncia.de
_____<__ ______________ ______________ ______________ _________
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=o-o--o-o^-oo--------oo-^-oo--------oo-^-oo--------oo-^-oo------
>"schwerstes Unglück seit Göring"?
Zumindest bei der letzten Bundestagpräsidentenwahl hat das bärtige
Thierse sehr schlecht abgeschnitten ...
--
Gruß
Mathias +++ m...@snafu.de +++ http://home.snafu.de/mat/
Kai Lahmann schrieb:
Wobei offiziell immer noch Genthin mit 186 Toten als das schwerste
Unglück gilt. Das war 1939. Zu 1941 finden sich offiziell keine höheren
Zahlen. Selbst Langenweddingen 1967 hatte "nur" 94 Tote. Mit dem
weltweit wohl schlimmsten Zugunglück, 1917 in Modane (Strecke zwischen
Italien und Frankreich durch den Mont-Cenis) kann das aber alles nicht
mithalten. Damals gab es schon offiziell weit über 500 Tote, inoffiziell
wurden wohl an die 1000 vermutet. Und alles, weil inkompetente Offiziere
dem Lokführer die Abfahrt befohlen haben, obwohl der auf den völlig
überladenen Zug und die geringe Bremswirkung hingewiesen hatte ... Das
zeigt auch, dass man sich in Kriegszeiten auf "offizielle" Angaben nicht
verlassen kann.
Gruß, Volker
> > Im annektierten polnischen Gebiet und streitig zwischen Ritzau und
> ??????????????????????????????
>
> Leichholz liegt knapp 50 km östlich von Frankfurt Oder.
Ja, stimmt. Ich hatte es irrtümlich östlich von Zbaszyn eingeordnet.
--
mfg Matthias Dörfler