Wirklich mit Kernspeicher? Das wäre für diese Rechnerklasse und den
Entwicklungszeitraum (Mitte/Ende der 1970er) doch eher ungewöhnlich
gewesen, scheint mir.
>Für MOFA, modernisierte Fahrkartenverkauf, war die Ausstattung Rechner
>mit Beischrank der 2 Laufwerke enthielt.
Für 8"-Disketten, ja. Ich kann mich noch gut an so ein Ding in der
Fahrkartenausgabe Greven (Westf.) erinnern. IIRC mußte der Schalter-
beamte für bestimmte Fahrkahrten (Auslandsverkehr?) eine Diskette
wechseln, um auf die benötigten Daten zugreifen zu können.
Die Geräte wurden nach ihrer Ablösung durch "KURS'90" (Workstations mit
IIRC SINIX oder SCO UNIX) teilweise noch bahnintern als Terminal oder
Anzeigebildschirm verwendet, ich meine, Mitte der 1990er noch eins bei
der Bahnsteigaufsicht in Rheine gesehen zu haben. Haben da eigentlich
welche von überlebt?
(Crossposting nach debh und de.alt.folklore.computer wegen der
Hardwarefrage, bitte je nach Richtung der Antwort ein geeignetes
Followup setzen!)
Grüße aus Göttingen,
=ToJe=
--
Torsten Jerzembeck * Oberschlesische Str. 61 * D-70374 Stuttgart
Exil-Westfale * PGP: B74DB58D * MIME welcome * Generation Tux * ><o(((°>
Hartmut Ott schrieb:
>> Vom eigebauten 7 Nadel Drucker
>> ging die Legende man konne damit auch dünnes Blech stanzen.
Oki hat die Prägung von Alublech sogar mal als Werbung für seine
"unverwüstlichen" Druckköpfe gehabt. Anfang der 90er habe ich einen
Siemens-Nadeldrucker in die Finger bekommen, dessen Druckkopf gerade so
in eine leere Halbliter-Getränkedose passte (Länge UND Durchmesser) und
als Treiber neun fette Leistungstransistoren (Spiegeleier TO-3) auf
einem Kühlblech sitzen hatte. Der konnte das problemlos auf 0,5mm
Edelstahlblech stanzen :-)
mfg Markus
Ich habe leider nur einmal in meinem Leben eine 8" "im Einsatz" gesehen,
und dass auch nur durch Zufall, weil wir an einer Schranke l�nger warten
mussten, als normal, dass ich mal in das H�uschen linste, wo einer gerade
eine tauschte. Das war 1987, und schon damals "alt". Und in Italien auf
einer Ferieninsel.
F'up2 dafk.
--
Andreas (PGP Key available on public key servers)
25. All female martial artists wear revealing clothes and have great bodies.
- Arcade Wisdom
Meine Schule hat 1982 eine Mehrplatzanlage bekommen, deren
MOS-basierter, unzuverlässiger Speicher 1984 gegen "richtigen"
Kernspeicher getauscht wurde. Ab dann funktionierte sie.
>Für 8"-Disketten, ja. Ich kann mich noch gut an so ein Ding in der
>Fahrkartenausgabe Greven (Westf.) erinnern. IIRC mußte der Schalter-
>beamte für bestimmte Fahrkahrten (Auslandsverkehr?) eine Diskette
>wechseln, um auf die benötigten Daten zugreifen zu können.
Ja, z.B. für Fahrkarten nach Berlin(West).
Grüße
Marc
--
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Torsten Jerzembeck wrote:
>> Terminals? Die ITS TA 1069 war kein Terminal sondern ein richtiger
>> Computer mit 64 KB Kernspeicher und einem (damals) HighEnd 1200 Baud
>> Standleitungsmodem was selten (Meist nur zum Übertragen der Daten des
>> Tagesabschlußes etc.) genutzt wurde. Vom eigebauten 7 Nadel Drucker
>> ging die Legende man konne damit auch dünnes Blech stanzen.
>
> Wirklich mit Kernspeicher? Das wäre für diese Rechnerklasse und den
Ja, die Entwicklung begann 1969, deshalb auch Dezernat 69 die das machten,
Stichwort Kybernetische Insel Hannover, am Anfang noch mit 32 KB
Kernspeicher, später auf 64 KB aufgestockt.
> Entwicklungszeitraum (Mitte/Ende der 1970er) doch eher ungewöhnlich
> gewesen, scheint mir.
1969 fing es an, 1978 gab es die ersten Datenstationen auf einigen
Testgüterabfertigungen und 1979 war bundesweite Einführung, MOFA kam etwas
später und natürlich auch die Ausrüstung der Aufsichtsbeamten für die Zug
bzw. Wagenlisten. Da war meist jedoch nur ein 8" Laufwerk vorhanden, für die
Vormeldung der Güterzüge brauchte man ja nicht soviel Progamm und sonstige
Daten..
Das ganze System, Datenstationen auf den Dienststellen, Konzentratoren in
den Großstädten und Zentralrechner in Frankfurt ist ja nie so ausgebaut
worden wie es mal beabsichtigt war, angeblich soll die Datenmenge für den
Zentralrechner für damalige Zeiten zu groß gewsesen sein. Geplant war ja
sämtliche Fahrzeuge (auch die aus dem Ausland zulaufende) in dem
Zentralrechner zu speichern (kompletter Datensatz, mit allen Angaben von LüP
bis Fristen) um dann aufgrund der eingegebenen Wagenlisten jeweils sagen zu
können wo der Waagon, bzw die Ware des Kunden gerade ist -- Heutzutage ist
Sendungsverfolgung ja Normalität, aber damals...
>> Für MOFA, modernisierte Fahrkartenverkauf, war die Ausstattung
>> Rechner mit Beischrank der 2 Laufwerke enthielt.
>
> Für 8"-Disketten, ja. Ich kann mich noch gut an so ein Ding in der
> Fahrkartenausgabe Greven (Westf.) erinnern. IIRC mußte der Schalter-
> beamte für bestimmte Fahrkahrten (Auslandsverkehr?) eine Diskette
> wechseln, um auf die benötigten Daten zugreifen zu können.
Nicht das ich wüßte, es gab Disk 1, 2 und 3. 1 war Programme (wobei die
"Hauptprogramme" in Eproms waren, man konnte also durch Austausch der Eproms
von Güterabfertigung auf MOFA ummodeln, bzw. fähig machen auch externe Daten
zu übernehmen) Tarifwerk und Entfernungen 2. Programme, Kundendaten,
Abrechnung Schalter bei MOFA auch Tarifwerk und 3 war die Disk für den
Tages, Dekaden, Monats und Jahresabschluß. Daneben gab es dann noch jede
Menge Sicherungsdisk. für die Zwangsdatensicherungen und die sogenannte
freiwillige Datensicherungen.
Und dann gab es natürlich noch die anderen Disketten, da hatte man
Schreibprogramme etc. drauf, es gab auch Disks mit Hangman und Biorhytmus.
Um die zu benutzen, Benutzeraufruf war 00C statt 00D mußte man allerdings
erst man die Daten sichern, dann die Maschine ausschalten und dann den
verschlossenen Zugang zum Bereich Kernspeicher etc. öffnen und den Schalter
von Betrieb auf Test umlegen. Und wenn man dann wieder mit den normalen
Programm arbeiten wollte, kam die Meldung "Lassen die Buchungsnummer von
einem dazu berechtigten Bediensteten (ab Anfang der 80er Mitarbeiter)
eingeben - wozu man den Schlüsselschalter 2 schalten mußte, und der
Schlüssel dazu sollte ansich nur beim Kassenverwalter aufbewahrt werden,
btw: Die Anleitung für MOFA war extrem gut, Flußdiagramm, wenn man da
irgendwelche höchst komplizierte Fahrkarten haben wollte, z.B.
Auslandsumwegkarte etc. für die man sonst lange in den Tarifen nachsehen
mußte, da hat man einfach die entsprechende Seite aufgeschlagen und ist dem
Diagramm gefolgt und hatte in gut ner Minute die Karte.
> Die Geräte wurden nach ihrer Ablösung durch "KURS'90" (Workstations
> mit IIRC SINIX oder SCO UNIX) teilweise noch bahnintern als Terminal
> oder Anzeigebildschirm verwendet, ich meine, Mitte der 1990er noch
Keine Ahnung.
> eins bei der Bahnsteigaufsicht in Rheine gesehen zu haben. Haben da
> eigentlich welche von überlebt?
Bei den Güterabfertigungen bis zur Abwicklung des Bereiches Stückgutverkehr
und darüber hinaus. Bahntrans hat einige übernommen um weiter Datenaustausch
mit den Kunden die das nutzen machen zu können.
Um die Datenstationen auch nach der 10jährigen gesicherten
Ersatzteilversorgung weiter betreiben zu können hat die Bahn ja in Holland
etc. die alten Maschinen aufgekauft und die als Erstazteillager benutzt.
mfg
Hartmut Ott
>>> Terminals? Die ITS TA 1069 war kein Terminal sondern ein richtiger
>>> Computer mit 64 KB Kernspeicher und einem (damals) HighEnd 1200 Baud
>>> Standleitungsmodem was selten (Meist nur zum ᅵbertragen der Daten des
>>> Tagesabschluᅵes etc.) genutzt wurde.
Worᅵber lief die Platzreservierung, wenn nicht auch ᅵber das Modem?
>>> Fᅵr MOFA, modernisierte Fahrkartenverkauf, war die Ausstattung
>>> Rechner mit Beischrank der 2 Laufwerke enthielt.
>>
>> Fᅵr 8"-Disketten, ja. Ich kann mich noch gut an so ein Ding in der
>> Fahrkartenausgabe Greven (Westf.) erinnern. IIRC muᅵte der Schalter-
>> beamte fᅵr bestimmte Fahrkahrten (Auslandsverkehr?) eine Diskette
>> wechseln, um auf die benᅵtigten Daten zugreifen zu kᅵnnen.
>
> Nicht das ich wᅵᅵte [...]
Ich bin mir sicher, daᅵ fᅵr Platzreservierung gewechselt werden muᅵte,
eventuell auch fᅵr TCV-Fahrkarten.
>> Die Gerᅵte wurden nach ihrer Ablᅵsung durch "KURS'90" (Workstations
>> mit IIRC SINIX oder SCO UNIX) teilweise noch bahnintern als Terminal
>> oder Anzeigebildschirm verwendet, ich meine, Mitte der 1990er noch
> Keine Ahnung.
>> eins bei der Bahnsteigaufsicht in Rheine gesehen zu haben.
Ende der 90er hatte die HzL in Gammertingen noch so ein Ding stehen, wohl
zur Gᅵter(wagen)abfertigung. Jedenfalls nicht fᅵr den Fahrscheinverkauf.
... Martin
Kleinere Bahnhöfe konnten mit MOFA keine Reservierungen drucken, das
ging nur per Hand. Ich habe Mitte der achtziger Jahre öfters in
Blaubeuren Nachtzugreservierungen gekauft, was immer ein ziemlicher
Umstand war.
Martin