Da die Wagen ja nicht luftdicht sind, konnte man den Luftdruckverlauf
während der zahlreichen Tunnelfahrten gut mitverfolgen (in den Ohren).
Dabei ist mir aufgefallen, daß der einige Male im selben Tunnel anwächst und
wieder abfällt und nicht wie man vielleicht denken sollte, sich zu einem
Maximum erhöht oder sowas. Gegenzug war auch nicht. Selbst direkt beim
Einfahren merkt man erstmal garnix und erst nach etlichen 100 Metern gehts
los!?!
Weiß jemand wiso das so ist und von was diese Druck"Berge" und "Täler"
abhängen?
Gerade beim schreiben fällt mir ein: Gibts eigentlich Entlüftungsstollen in
den NBS Tunneln?
Gespannt wartend...
Karl
> Weiß jemand wiso das so ist und von was diese Druck"Berge" und "Täler"
> abhängen?
Zum Beispiel von der Topografie und der Lage von Rettungsstollen,
Verbindungsstollen, Entlüftungsschächten und so weiter. Und natürlich auch
vom Wetter. Je nach Tageszeit variiert das auch.
> Gerade beim schreiben fällt mir ein: Gibts eigentlich Entlüftungsstollen in
> den NBS Tunneln?
Ja, selbstverständlich. So haben zum Beispiel die Tunnel Frankfurter Kreuz
und Kelsterbacher Spange an der NBS Köln-Rhein/Main auch
Entrauchungsschächte, weil es dort einen Scheitelpunkt gibt, der höher liegt
als die Portale.
An der NBS Nürnberg-Ingolstadt gibt es ja mehrere richtig lange Tunnel
(Euerwang und Irlahüll jeweils länger als 7 km), und dort gibt es sehr
ausgeklügelte Belüftungssysteme. Und auch sehr aufwendige Rettungsstollen,
die nicht nur begehbar sind, sondern sogar befahrbar.
Matthias
--
Matthias Köhler
Film- und Fernsehproduktion
http://www.koehler-film.de
Wie kann man sich das denn vorstellen: Von Wetter und Tageszeit? Ich meine,
es ist ja ein künstlich aufgebauter Luftdruck....? Was ändert sich in
Abhängigkeit von o.g. beiden Parametern?
Karl
> Da die Wagen ja nicht luftdicht sind
Sollten die aber nicht wenigstens druckdicht sein? Wenn nein, warum
werden dafür keine druckdichten Wagen verwendet, wo doch solche
vorhanden sind?
Gruß
Andreas
--
Software für Ihr Hobby, z. B. Modellautoverwaltung
http://www.pothe.de * http://www.ap-modellauto.de
Wie Matthias schon schreib, von sehr vielen Faktoren, und es gibt
verschiedenste Mechanismen. So läuft etwa eine Druckwelle vor dem Zug
her, die am offenen Tunnelmund reflektiert wird und dem Zug wieder
entgegenläuft, wodurch es zu Interferenzen mit lokalen Maxima und
Minima kommt. All dies ist von Fahrgeschwindigkeit, Querschnitt,
Tunnellänge, momentaner Position des Zuges im Tunnel u.dgl. abhängig.
Anwohner nahe bei Entlüftungsschächten etwa berichten oft von
seltsamem, rhythmischem Pumpen des Tunnels bis hin zu lautem Wummern
mit variierender Frequenz.
Moritz Gretzschel
Ich hatte ja vor ein paar Tagen das Vergnuegen einer Parallelfahrt von
MA Hbf bis Suedausfahrt Pfingstbergtunnel. Die 101er mit IC-Wendezug
hatte keinerlei Problem, mit dem ICE2 mitzuhalten.
Da der IC als auch mein ICE etwas +10 min hatten, gehe ich mal davon
aus,
dass beide mit voller Leistung anfuhren.
TP
Den größeren Anteil hat natürlich der Druck, der durch die Fahrzeugbewegung
aufgebaut wird. Aber der Vollständigkeit halber wollte ich eben auch
erwähnen, dass auch in Abwesenheit von Zügen die Druck- und
Strömungsverhältnisse in einem Tunnel recht kompliziert sind. Du kannst
davon ausgehen, dass bei einem mehrere Kilometer langen Tunnel der Luftdruck
vor den beiden Portalen durchaus unterschiedlich ist. Wenn zum Beispiel ein
Tunnel in Nord-Süd-Richtung verläuft, dann hast Du in der Regel morgens im
Süden den höheren Luftdruck und nachmittags im Norden, wenn die Sonne
herumgewandert ist. Folglich ändert sich gegen Mittag die Richtung des
Luftzuges, nachts tut sie das auch noch mal. Und zwischendurch gibt es
Stillstandszeiten ohne merkliche Luftbewegung.
Man kann das derzeit sehr schön im Irlahüll-Tunnel an der NBS
Nürnberg-Ingolstadt beobachten. Der ist ja schon seit einem Jahr
durchgeschlagen, wartet aber noch auf seine Innenhülle wegen der
Karsterkundung. Da ist also fast kein Baubetrieb, so dass man ganz genau
fühlt, wie sich die Luft bewegt.
Besonders eindrucksvoll ist das beim Durchschlag eines Tunnels. Sobald
erstmals ein richtiges Loch da ist, beginnt der Druckausgleich und das führt
zu einem ziemlich heftigen Wind.
Meiner bescheidenen Meinung braucht es nur einen simplen Tunnel.
Ein Erklaerungsansatz:
Beim Einfahren des Zuges laeuft eine Ueberdruckstossfront dem Zug voraus,
am Endportals erfolgt Reflektion am offenen Ende und damit laeuft
eine Unterdruckfront dem Zug entgegen. Dort (gedackte Orgelpfeige)
am geschlossenen Ende Reflektion der Unterdruckfront, dann am
Tunnelportal wieder Umwandlung in Ueberdruckfront. Trifft auf Zugspitze.
Dann wiederholt sich der Zyklus. Und weil die Orgelpfeife kuerzer wird,
ich meine, der Zug kommt ja im Tunnel voran, nimmt die Frequenz auch zu.
Im engen Tunnel zwischen Mainz-Marienborg und Winternheim-Oberolm
habe ich auch schon derartige zyklische Druckstoesse mit meinen
Ohren registrieren koennen.
Gruss
Klaus
--
Dr. Klaus Foehl, kf (at) ph ed ac uk http://www.ph.ed.ac.uk/~kf
Department of Physics & Astronomy, University of Edinburgh, James Clerk Maxwell
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Tel: +44 131 650-5256 -5282 Fax: +44 131 650 5212
--------->>> I do not read emails addressed to klaus...@mail.com <<<---------
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Björn
"Remember: The Force will be with You. Always."
Andreas
--
@(g){g(g)}(@(g){@(v){v>0 ? g(g)(v-1)*v : 1}})(99);
Andreas Krey schrieb:
>
> * Thomas Purkert (thomas....@t-online.de)
> >
> >Ich hatte ja vor ein paar Tagen das Vergnuegen einer Parallelfahrt von
> >MA Hbf bis Suedausfahrt Pfingstbergtunnel. Die 101er mit IC-Wendezug
> >hatte keinerlei Problem, mit dem ICE2 mitzuhalten.
> >
> Das liegt daran, daß im Pfingstbergtunnel unter 200 km/h
> Vmax herrschen. Da kann der ICE nicht vorbei.
Schon klar, AFAIK ist dort i.d.R. Vmax 180 km/h. Ich meinte i.W. die
Beschleunigung. Und selbst nach dem Pfingstbergtunnel dauerte es ganz
schoen, bis der ICE davonzog.
TP
Sind das nicht nur 180 km/h?
Grüße
Marc
--
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Marc Haber \ " Mensch, willst Du schnell und sorglos reisen,
Mailadresse im Header \------------\ so fahre mit der Bahn von Eisen. "
Bitte keine "courtesy copies", Danke! \ - Prof. Dr. Heinz Haber, 1975.
Ich sagte 'unter'. Und war mir nicht sicher, ob die 180 jetzt
am Mannheimer oder am Stuttgarter Ende vorkommen.
Andreas
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in er Pre-ICE Zeit also noch vor dem Experimental sollen im Krähbergtunnel
der Odenwaldbahn Meßfahrten gemacht zur Erfrorschung des Luftdruckes im
Tunnel gemacht worden sein.
Der Tunnel ist eingleisig und damals mit 3100m einer der Längsten in
Deutschland. Heute laut www.bahntunnel.de.vu nur noch Platz 31.
Verwendet wurde ein VT601. Auf dem Tielbild der Jubiläumsschrift zum 100
Jährigen der Odenwaldbahn war das Foto des VT am Portal zu sehen. Er passt
in den Tunnel wie in eine Wursthaut.
Angeblich hätte er bedingt durch den Luftstau probleme gehabt die 100Km/h zu
Halten/zu erreichen.
Der Tunnel verfügt aus Dampflokzeiten in der Mitte über einen
Entlüftungsschacht.
--
Gruß Ralf
www.ralf-gunkel.de
alte FV der DB §2 Abs.2 ... Die Mitarbeiter müssen es sich zur Pflicht
machen, die Betriebsvorschriften gewissenhaft zu befolgen und ihren Dienst
mit der dem Wesen des Eisenbahnbetriebs entsprechenden Raschheit, ABER OHNE
ÜBERSTÜRZUNG, auszuführen. ...