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ETCS an Dampflok - teschnisch möglich?

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Thorsten Klein

unread,
May 6, 2016, 1:31:18 PM5/6/16
to
Hallo

Ist es technisch möglich, ETCS an einer Dampflok zu implementieren?
Ich habe nämlich Gerüchte gehört, dass eine Habersack voll ausgerüstet
sein soll.

Gruss,
Thorsten

Arne Johannessen

unread,
May 6, 2016, 1:53:32 PM5/6/16
to
Thorsten Klein said:
>
> Ist es technisch möglich, ETCS an einer Dampflok zu implementieren?

Hm. Was sollte dagegen sprechen?


--
Arne Johannessen

Arne Johannessen

unread,
May 7, 2016, 3:11:15 PM5/7/16
to
Arne Johannessen said:
> Thorsten Klein said:
>>
>> Ist es technisch möglich, ETCS an einer Dampflok zu implementieren?
>
> Hm. Was sollte dagegen sprechen?

Ich wurde per Mail daran erinnert, dass Dampfmaschinen von sich aus
keine Elektrizität benötigen und folglich die Stromversorgung solcher
Zusatzausrüstung eine Herausforderung sein kann.

--
Arne Johannessen

Fa.lk.Sc.H.a.de

unread,
May 7, 2016, 4:09:23 PM5/7/16
to
Turbogenerator! Wenn es für die Scheinwerfer reicht, reicht es auch
dafür, nur wozu? Ersatzverkehr zwischen Leipzig und Erfurt?

Henning Koch

unread,
May 7, 2016, 4:47:40 PM5/7/16
to
On Sat, 7 May 2016 22:09:19 +0200, Fa.lk.Sc.H.a.de wrote:

>Turbogenerator! Wenn es für die Scheinwerfer reicht, reicht es auch
>dafür, nur wozu? Ersatzverkehr zwischen Leipzig und Erfurt?

Vorspann für die neuen nicht-schweiztauglichen Züge auf der Strecke
Stuttgart–Zürich?

HC Ahlmann

unread,
May 7, 2016, 5:02:23 PM5/7/16
to
Ist die 05 002 betriebsbereit?
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte

Holger Metschulat

unread,
May 7, 2016, 5:39:06 PM5/7/16
to
Am 07.05.2016 um 21:11 schrieb Arne Johannessen:
Hallo,

> Ich wurde per Mail daran erinnert, dass Dampfmaschinen von sich aus
> keine Elektrizität benötigen und folglich die Stromversorgung solcher
> Zusatzausrüstung eine Herausforderung sein kann.

Auf Dampfloks befinden sich auch heute schon - sofern sie das DB-Netz
befahren sollen - zwangsläufig PZB- und Zugfunkeinrichtungen, die
ebenfalls eine Stromversorgung benötigen. Daher sollte der ETCS-Einbau
technisch ohne Probleme möglich sein. Ein Problem könnte sein, die
Anzeige- und Bedienungseinrichtung so einzubauen, daß sie nicht sofort
verdrecken und auch vom Personal der Dampflok bedienbar sind (die
normalen Geräte haben Folientastatur bzw. Touchscreen).

Von den niederländischen und schweizerischen Bahnen habe ich gelesen,
daß es dort für die momentanen Zugsicherungssysteme tragbare Anlagen gibt.

--
Gruss * Holger Metschulat
Holger * e-mail: ho...@stellwerke.de, http://home.arcor.de/estw
"Internet-Nutzung ist ein Privileg und kein Recht."
(Rechnerraum-Ordnung an der Uni von 1994)

Thorsten Klein

unread,
May 8, 2016, 5:48:24 PM5/8/16
to
Am 07.05.2016 um 23:40 schrieb Holger Metschulat:
> Auf Dampfloks befinden sich auch heute schon - sofern sie das DB-Netz
> befahren sollen - zwangsläufig PZB- und Zugfunkeinrichtungen, die
> ebenfalls eine Stromversorgung benötigen. Daher sollte der ETCS-Einbau
> technisch ohne Probleme möglich sein.

Das wollte ich wissen, danke.

> Ein Problem könnte sein, die
> Anzeige- und Bedienungseinrichtung so einzubauen, daß sie nicht sofort
> verdrecken und auch vom Personal der Dampflok bedienbar sind (die
> normalen Geräte haben Folientastatur bzw. Touchscreen).

Mein Hintergedanke war tatsächlich der, dass in CH demnächst
flächendeckend ETCS herrscht. Die historischen E-Tfz. kann man
sicherlich ohne viel Aufwand umrüsten, die original schweizerischen
Dampfloks (und der Triebwagen) haben i.d.R. gar keine Zugsicherung da
keine Elektrizität vorhanden. Und der in zwei Wochen verkehrende
Gottharddampfzug ist wegen des nötigen Vorspannes zwischen Brunnen und
Erstfeld etwas unattraktiv.

Pascal Le Bail

unread,
May 9, 2016, 1:35:53 AM5/9/16
to
Thorsten Klein wrote:

> Ist es technisch möglich, ETCS an einer Dampflok zu implementieren?
> Ich habe nämlich Gerüchte gehört, dass eine Habersack voll ausgerüstet
> sein soll.

Ich habe mich ein bisschen im Internet zu diesem Thema umgesehen.

Es zeigt sich, dass durchaus schon einige Dampfloks mit ETCS ausgerüstet
sein dürften. In der Schweiz gibt es die "Dampflokomotiv- und
Maschinenfabrik" (DLM), die unter dem Motto "modern steam" Neubauten und
Umrüstungen von Dampfloks anbietet - nicht nur mit ETCS, sondern auch mit
Wendezugsteuerung ;-)

Erwähnt wird immer wieder die 52 8055, die PZB90, Indusi, Integra-Signum
und seit 2012 auch ETCS L1 LS (limited supervision, d.h. keine
Führerstandssignalisierung, sondern nur Überwachung der Notbremskurve;
die Fahrt erfolgt nach Außensignalen) unterstützt.

In Dänemark gab es bereits im Jahr 2010 eine Ausschreibung zur Umrüstung
von 50 Museumsfahrzeugen einschließlich Dampfloks auf ETCS L2. Leider
konnte ich auf die Schnelle nicht finden, wie es damit weiterging.

--
Grüße,
Pascal Le Bail, Wien


Holger Metschulat

unread,
May 10, 2016, 5:50:03 PM5/10/16
to
Am 08.05.2016 um 23:48 schrieb Thorsten Klein:
Hallo,

> Mein Hintergedanke war tatsächlich der, dass in CH demnächst
> flächendeckend ETCS herrscht. Die historischen E-Tfz. kann man
> sicherlich ohne viel Aufwand umrüsten, die original schweizerischen
> Dampfloks (und der Triebwagen) haben i.d.R. gar keine Zugsicherung da
> keine Elektrizität vorhanden. Und der in zwei Wochen verkehrende
> Gottharddampfzug ist wegen des nötigen Vorspannes zwischen Brunnen und
> Erstfeld etwas unattraktiv.


Hier mal ein NZZ-Artikel dazu:

<http://www.nzz.ch/schweiz-historische-eisenbahnen-zugsicherung-1.5570601>

Und daß überhaupt keine Elektrizität in den historischen Fahrzeugen
vorhanden ist, kann ich irgendwie nicht glauben. Ein Turbogenerator
sollte doch überall dabei sein, zum Beispiel, um den Führerstand
beleuchten zu können, oder für die Positionsleuchten. Und wie im Artikel
oben beschrieben, ist die Zugsicherung mittels der Vorgängersysteme auch
schon seit längerem Pflicht.

Thomas Schäfer

unread,
May 11, 2016, 3:50:09 PM5/11/16
to
Spätestens zur Einführung der Indusi 1934 mussten alle Streckenloks mit
Turbogenerator ausgerüstet werden, ich meine mich auch irgendwie zu
erinnern, mal gelesen zu haben, dass die Beleuchtung größtenteils schon
vor den 20ern von Petroleum auf elektrisch umgestellt worden war.

https://de.wikipedia.org/wiki/Dampflokomotive#Elektrische_Stromversorgung

Thomas

--
Für E-Mail bitte meine Vornamen vor die angegebene Adresse setzen.
Please put my forename before the given adress for PM.

Thorsten Klein

unread,
May 19, 2016, 4:31:02 PM5/19/16
to
Am 10.05.2016 um 23:50 schrieb Holger Metschulat:
> Und daß überhaupt keine Elektrizität in den historischen Fahrzeugen
> vorhanden ist, kann ich irgendwie nicht glauben. Ein Turbogenerator
> sollte doch überall dabei sein, zum Beispiel, um den Führerstand
> beleuchten zu können, oder für die Positionsleuchten. Und wie im Artikel
> oben beschrieben, ist die Zugsicherung mittels der Vorgängersysteme auch
> schon seit längerem Pflicht.
>
Per Ausnahmegenehmigung geht alles. Der Dampftriebwagen hat nämlich
definitiv keine Zugsicherung und der ist auch auf dem ganzen Netz
unterwegs (Ausnahme ETCS Strecken), nur momentan unfallbedingt nicht.

Kann natürlich sein, dass man im Rahmen der Unfallwiederherstellung eine
Zugsicherung einbaut.

Wolfgang Pühl

unread,
Jun 1, 2016, 2:37:39 AM6/1/16
to
Am 09.05.2016 um 07:32 schrieb Pascal Le Bail:
> Thorsten Klein wrote:
>
>> Ist es technisch möglich, ETCS an einer Dampflok zu implementieren?
>> Ich habe nämlich Gerüchte gehört, dass eine Habersack voll ausgerüstet
>> sein soll.
>
> Ich habe mich ein bisschen im Internet zu diesem Thema umgesehen.
>
> Es zeigt sich, dass durchaus schon einige Dampfloks mit ETCS ausgerüstet
> sein dürften. In der Schweiz gibt es die "Dampflokomotiv- und
> Maschinenfabrik" (DLM), die unter dem Motto "modern steam" Neubauten und
> Umrüstungen von Dampfloks anbietet - nicht nur mit ETCS, sondern auch mit
> Wendezugsteuerung ;-)
---------------------
Wendezugsteuerung gabs schon in 60er 70er Jahren des vorigen
Jahrhunderts: Ich erinnerere mich das an ein Zug aus Silberlingen auf
der Strecke Crailsheim - Nürnberg, der im Wendezugbetrieb von einer 23
voll rückwärts fahrend _geschoben_ wurde.
>
> Erwähnt wird immer wieder die 52 8055, die PZB90, Indusi, Integra-Signum
> und seit 2012 auch ETCS L1 LS (limited supervision, d.h. keine
> Führerstandssignalisierung, sondern nur Überwachung der Notbremskurve;
> die Fahrt erfolgt nach Außensignalen) unterstützt.
>
> In Dänemark gab es bereits im Jahr 2010 eine Ausschreibung zur Umrüstung
> von 50 Museumsfahrzeugen einschließlich Dampfloks auf ETCS L2. Leider
> konnte ich auf die Schnelle nicht finden, wie es damit weiterging.
>
Wolfgang

Till Kinstler

unread,
Jun 1, 2016, 3:26:46 AM6/1/16
to
Am 01.06.2016 um 08:37 schrieb Wolfgang Pühl:

> Wendezugsteuerung gabs schon in 60er 70er Jahren des vorigen
> Jahrhunderts: Ich erinnerere mich das an ein Zug aus Silberlingen auf
> der Strecke Crailsheim - Nürnberg, der im Wendezugbetrieb von einer 23
> voll rückwärts fahrend _geschoben_ wurde.

Das gab es sogar noch früher, zum Beispiel schon in den 1930ern bei der
Lübeck-Büchener Eisenbahn und in Frankreich.
Das waren aber sogenannte "indirekte Wendezugsteuerungen": Der Lokführer
im Steuerwagen übermittelte Befehle auf optischem oder/und akkustischem
Wege an den Heizer, der die Lok hinten bediente. Lediglich die Bremse
konnte der Lokfüher direkt bedienen.

Grüße,
Till

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