mal eine Frage zu den 100-kV-Bahnstromleitungen: Um was handelt es sich
da eigentlich? 2-Phasen-Wechselstrom mit 180 Grad Phasenverschiebung,
bei dem der Mittelpunktleiter geerdet ist oder wie? Falls ja, sind das
dann 55 kV gegen Erde und 110 kV zwischen den Phasen?
Warum gibt es bei den Leitungen eigentlich immer nur 4 oder 8
spannungsführende Leiter? Nur 2 habe ich noch nie gesehen.
Und die letzte Frage: Gibt es eine Karte des 110-kV-Netzes in de/at/ch?
Grüße, Torsten
Torsten Schneider schrieb:
> Moin,
>
> mal eine Frage zu den 100-kV-Bahnstromleitungen: Um was handelt es sich
> da eigentlich? 2-Phasen-Wechselstrom mit 180 Grad Phasenverschiebung,
> bei dem der Mittelpunktleiter geerdet ist oder wie? Falls ja, sind das
> dann 55 kV gegen Erde und 110 kV zwischen den Phasen?
Für die Isolation währe das ja durchaus sinnvoll...
> Warum gibt es bei den Leitungen eigentlich immer nur 4 oder 8
> spannungsführende Leiter? Nur 2 habe ich noch nie gesehen.
2 sieht man doch manchmal direkt an den Fahrleitungsmasten entlang, oder?
Gerald
>> Warum gibt es bei den Leitungen eigentlich immer nur 4 oder 8
>> spannungsführende Leiter? Nur 2 habe ich noch nie gesehen.
>
>2 sieht man doch manchmal direkt an den Fahrleitungsmasten entlang, oder?
Hmmm, das sind dann aber 15 kV-Speiseleitungen, die gibt es in
beliebiger Zahl. Ich meinte die "dicken" Leitungen auf der Primärseite
des Unterwerkes.
Grüße, Torsten
> mal eine Frage zu den 100-kV-Bahnstromleitungen:
110 kV (wie im Header)
> Um was handelt es sich da eigentlich? 2-Phasen-Wechselstrom
> mit 180 Grad Phasenverschiebung,
(Korinthenk...): Wechselspannung, ansonsten: ja
> bei dem der Mittelpunktleiter geerdet ist oder wie?
Der Mittelpunkt ist mit Erde verbunden, z. B. in den Trafos auf
110 kV
> Falls ja, sind das dann 55 kV gegen Erde und 110 kV zwischen
> den Phasen?
Ja
> Warum gibt es bei den Leitungen eigentlich immer nur 4 oder 8
> spannungsführende Leiter? Nur 2 habe ich noch nie gesehen.
Also ich kenne immer 4 Leiter, das ist dann eine Doppel-Leitung.
Aus Gründen der Zuverlässigkeit.
Die Stichleitung aus dem Nürnberger Raum Richtung Lichtenfels-
-Ludwigsstadt war früher aus Stabilitätsgründen eine Doppelleitung,
haben mir mal Kollegen aus der Netzplanung erzählt.
> Und die letzte Frage: Gibt es eine Karte des 110-kV-Netzes in de/at/ch?
Ja.
Damit ist deine eigentliche Frage aber wohl nicht beantwortet ;-)
Quelle habe ich leider keine. Ich bezweifle aber, dass es eine
öffentliche Quelle gibt.
Übrigens: diese Art des 2-Phasen-Netzes ist in der Schweiz anders,
vielleicht gibt es noch mehr Experten, die mehr da zu wissen.
MfG Gerhard
> Und die letzte Frage: Gibt es eine Karte des 110-kV-Netzes in de/at/ch?
Hier
http://www.bahn.de/imperia/md/content/pdf/dbenergie/fachbeitrg/3.pdf
ist eine fuer de drin.
Ist aber nicht mehr ganz aktuell, fehlt z.B. die NBS und die im Bau
befindliche Leitung nach Sindorf.
Christoph
> mal eine Frage zu den 100-kV-Bahnstromleitungen: Um was handelt es sich
> da eigentlich? 2-Phasen-Wechselstrom mit 180 Grad Phasenverschiebung,
> bei dem der Mittelpunktleiter geerdet ist oder wie? Falls ja, sind das
> dann 55 kV gegen Erde und 110 kV zwischen den Phasen?
Ja.
Es ist Einphasenwechselstrom, wobei der Mittelpunkt des Transformators
geerdet ist.
> Warum gibt es bei den Leitungen eigentlich immer nur 4 oder 8
> spannungsführende Leiter? Nur 2 habe ich noch nie gesehen.
Dass die Leiter im einpasigen Netz nur paarweise auftreten, dürfte
klar sein.
Aus Redundanzgründen sind eigentlich überall 2 Paare verlegt (also
vier Leiter).
Nach [1] gibt es Leitungen mit nur einem Paar in Deutschland an
folgenden Stellen:
- Anbindung Unterwerk Emden
- Anbindung Unterwerk Drohne (nördlich Osnabrück)
- Anbindung Unterwerk Waigolshausen (nordösltich Würzburg)
- Anbindung Unterwerk Geltendorf (westlich München)
- Anbindung Unterwerk Grafing (südlich München)
- westliche Anbindung Unterwerk Rosenheim
Ebenfalls nach [1] gibt es an einer Stelle 4 Paare für ein
nennenswertes Stück parallel:
- Umrichterwerk Karlsfeld - Unterwerk Pasing (beides in München)
Darüber hinaus mag es kurze Abschnitte geben, wo mehr als zwei Paare
gemeinsam geführt werden, um sich dann zu teilen, oder wo zwei Paare
an einigen Masten getrennt geführt werden.
So ist im Bereich Duisburg Hbf je ein Paar östlich und westlich der
Gleise verlegt ...
Nach [2] gibt es in Österreich auch überwiegend zweipaarige Leitungen.
Eine nennenswerte vierpaarige Leitung gibt es zwischen St. Johann im
Pongau (die Orte sind leider nur als Kürzel angegeben; ich hoffe ich
deute "Jp" hier richtig) und den Wasserkraftwerken in den Hohen Tauern
(Kürzel "Ut", "Sn" und "Eb").
> Und die letzte Frage: Gibt es eine Karte des 110-kV-Netzes in de/at/ch?
[1]: In der Fachzeitschrift "eb - Elektrische Bahnen" wird so eine
Karte jedes Jahr im Heft 1/2 abgedruckt.
[2]: In Heft 1/2-2002 ist außerdem auch das Bahnstromnetz der ÖBB
enthalten.
Die Zeitschrift kann für viel Geld im Oldenbourg Verlag abonniert
werden. Mein Tipp: Schau doch mal in die Bibliotheken geeigneter
Universitäten.
Auf Wiedertipp
JOCHEN SCHÖNFISCH aus Herne
--
E-Mail: jochen.schoen...@ruhr-uni-bochum.de
Gruß George
P.S.: Ich weiss, dass hier Klarnamen gewünscht werden, kann aber an den
Einstellungen des NRs an diesem Computer nichts ändern.
"Jochen Schoenfisch" <Jochen.Schoen...@ruhr-uni-bochum.de> schrieb
im Newsbeitrag news:3d7f9fb9...@news.ruhr-uni-bochum.de...
> Hallo,
> ist es nicht so, dass der Bahnstrom als 16 2/3 HZ Drehstrom
nein
> Gruß George
>
> P.S.: Ich weiss, dass hier Klarnamen gewünscht werden, kann aber an den
> Einstellungen des NRs an diesem Computer nichts ändern.
dann könntest du immerhin den Gruß mit Vor- und Nachnamen angeben.
Und bitte: oben einen kurzen Text hinschreiben, und darunter den Vorgänger
komplett als Zitat mitschleppen ist mindestens genau so unbeliebt.
MfG Gerhard Thumm
>ist es nicht so, dass der Bahnstrom als 16 2/3 HZ Drehstrom im
>Sternschaltung (3 phasen + null, wie beim Backofen) übertragen wird? Der
Nein. Bahnstrom ist einphasig, Drehstrom in einem Zwischennetz hätte
da wenig Sinn. Es gibt aber m.W. auch ein paar Unterwerke, die den
Bahnstrom aus dem "zivilen" 50-Hz-Drehstromnetz generieren.
>Vorteil zu der normalen 3 eck Schaltung der herkömmlichen Stromleiter ist
>der, dass man 1 Phase abgreifen kann und per Trafo in 15kv Fahrstrom
>verwandeln kann. Man benötigt somit keine Drehstromtrafos.
Erst mal sehe ich den Gewinn nicht, der im Abgreifen von Einzelphasen
liegen soll. Trafokosten würde ich mal völlig ausklammern.
Der große Nachteil: Ein Dreiphasennetz will symmetrisch belastet
werden, man müßte also daraus drei Speisebereiche entwickeln, die
darüber hinaus auch noch gegeneinander phasenverschoben wären.
>P.S.: Ich weiss, dass hier Klarnamen gewünscht werden, kann aber an den
>Einstellungen des NRs an diesem Computer nichts ändern.
TOFU (Text oben, riesiger Fullquote unten) geht aber trotzdem auf
Deine Kappe.
... weil dann die Phasenlage in den Einspeiseabschnitten nicht mehr
synchron wäre. Daher ja die Trenner in den aus dem öffentlichen
Drehstromnetz gespeisten ehemaligen DR-Strecken.
Joachim
Ich denke die Menschheit wird es überleben
;-)
Gruss
Lukas Zurmühle
>Ja.
>Es ist Einphasenwechselstrom, wobei der Mittelpunkt des Transformators
>geerdet ist.
Hmmm, dann müßte es doch eigentlich eher Zweiphasenwechselstrom sein...
>Nach [1] gibt es Leitungen mit nur einem Paar in Deutschland an
>folgenden Stellen:
[Liste gesnipt]
Hmm, nur Küste und Bayern, naja, mal sehen, vielleicht ist das mal einen
Ausflug wert.
Grüße, Torsten