beim Betrachten einer alten Streckenkarte zum Kursbuch 1945 fiel mir auf, daß
auf der Strecke Niesky - Hoyerswerda ein Ort/Bahnhof namens Spreefurt
eingetragen ist.
Im Vergleich mit heutigen Karten (Flußläufe sind in der Streckenkarte zum Glück
eingetragen) müßte es sich _im Prinzip_ um die heutige Ortschaft Uhyst handeln.
Mich interessiert nun, ob a) Uhyst früher einfach Spreefurt hieß und dann
umbenannt wurde, oder b) der ehemalige Ort Spreefurt dem Braunkohletagebau zum
Opfer fiel und die Bahn jetzt über Uhyst fährt.
Wer kann mir weiterhelfen?
MfG
Frank
a) ist richtig. _Zeitweilige_ Umbennungen mancher slawischer
Ortsnamen zur Nazizeit. Wenn Du noch einmal auf Deine
Karte guckst, wird Dir vielleicht Wehrkirch auffallen,
vorher und nachher Horka genannt.
Kilometrierung aus dem Kursbuch
1934 1944 1979
0,0 Görlitz
0,0 Kohlfurt
...
22,8 Horka Wehrkirch 21,5 Horka
27,8 Niesky 26,5
33,8 Petershain (b.Mücka) Petershain 32,0
36,9 Mücka (Laus.) Stockteich 35,6 Mücka
45,9 Klitten 44,6
52,0 Uhyst Spreefurt 50,8 Uhyst
60,1 Lohsa 58,9 Lohsa
66,2 Werminghoff 64,9 Knappenrode
68,7 H. Neustadt
72,8 Hoyerswerda 71,5
[Rest unverändert].
Auffällig ist die um 500m geänderte Kilometrierung von
Petershain (und nur von Petershain!). Hat sich dort
etwas geändert?
Mittlerweile dürften es durch die Streckenverlegung bei
Lohsa einige hundert Meter mehr sein.
Der DDR Atlas für Motortouristik (1974) verzeichnet noch
einen Bahnhof Uhyst Vorbf. gut 2km ö von Uhyst an der
Kreuzung mit der F156 (damals noch ziemlich gradlinig
verlaufend). Erstaunlich, denn nicht dem Personenverkehr
dienende Bfe. (und Strecken) waren normalerweise nicht im
öffentlichen Kartenmaterial enthalten.
-kut
>Der DDR Atlas für Motortouristik (1974) verzeichnet noch
>einen Bahnhof Uhyst Vorbf. gut 2km ö von Uhyst an der
>Kreuzung mit der F156 (damals noch ziemlich gradlinig
>verlaufend).
Hallo Kai,
erstmal Danke für diese umfassende Auskunft.
Da ich erst letzte Woche (mit`m Auto :-( ) in Uhyst war, kann ich berichten,
daß der BÜ der F156 heute nur noch ca 200m von der Spree-Brücke entfernt ist.
Im Bereich zwischen Brücke und BÜ zweigt ein in Richtng Osten führendes und
nicht mehr benutztes Gleis in Richtung Tagebau ab.
Ich muß zuhause mal in meine Karten schaun (ich hab noch eine farbige Landkarte
von ca. 1958), was dort für Ortsnamen stehn (für Horka z.B.)
Bis Dann
Frank
--
Frank Scheffski
ASB Rettungsdienst gGmbH
Wilsdruffer Strasse 5, 01683 Nossen
035242 / 6 77 80 FAX 6 77 79
>[Rest unverändert].
>Auffällig ist die um 500m geänderte Kilometrierung von
>Petershain (und nur von Petershain!). Hat sich dort
>etwas geändert?
Vielleicht eine Fehlmessung in der Zeit vor `45.
Laut meinen Karten und auch aufgrund der (fast) gradlinigen Streckenführung
scheidet eine Streckenverlegung aus. Petershain selbst ist so klein, daß auch
eine Verlegung des Bahnhofs vom einen Ortsende an das andere keine 50m
Unterschied gemacht hätte ;-)
>Der DDR Atlas für Motortouristik (1974) verzeichnet noch
>einen Bahnhof Uhyst Vorbf. gut 2km ö von Uhyst an der
>Kreuzung mit der F156
Ist in meiner 64er Karte auch drin. Mangels Tagebau fehlt aber die heute von
Uhyst abzweigende Bahn (die über Bärwalde bis zum KW Boxberg führt).
Spannender Vergleich zwischen den Karten von damals und heute!
Schwarze Pumpe gab`s schon (In der Legende der Karte als "Großbau des
Sozialismus" bezeichnet ;-), war aber noch Kopfbahnhof, die ganzen Tagebaue um
Boxberg, Senftenberg und Klettwitz gab`s noch nicht, dafür die vielen kleinen
Orte die alle fortgebaggert wurden........
Was mir noch auffiel: Hieß Lauchhammer früher Mückenberg?
Laut meiner 45er Karte der einzige Bahnhof zwischen Ruhland und Elsterwerda.
MfG
Frank
--
Frank Scheffski
ASB Rettungsdienst gGmbH
Wilsdruffer Strasse 5
01683 Nossen
>>Der DDR Atlas für Motortouristik (1974) verzeichnet noch
>>einen Bahnhof Uhyst Vorbf. gut 2km ö von Uhyst an der
>>Kreuzung mit der F156
>
>Ist in meiner 64er Karte auch drin. Mangels Tagebau fehlt aber die heute von
>Uhyst abzweigende Bahn (die über Bärwalde bis zum KW Boxberg führt).
Ein Punkt, der etwas nähere Betrachtung verdient: Scheinbar gab es zunächst
eine andere Streckenführung von Uhyst Richtung Boxberg, die dann dem Tagebau
zum Opfer fiel. An Bärwalde führt die jetzige Strecke nach meinen Karten aber
auch nicht vorbei.
>Spannender Vergleich zwischen den Karten von damals und heute!
>Schwarze Pumpe gab`s schon (In der Legende der Karte als "Großbau des
>Sozialismus" bezeichnet ;-), war aber noch Kopfbahnhof,
Vorsicht: DDR-Karten pflegten bekanntlich Strecken ohne Reiseverkehr nicht zu
verzeichnen. Es wäre deshalb separat zu klären, wann der Kohlering
fertiggestellt wurde. Wissenswert ist in dem Zusammenhang, daß Schwarze Pumpe
hauptsächlich Personenbahnhof war, während der Güterverkehr in Sabrodt und
Spreewitz abgewickelt wurde, wobei heute ausschließlich letztgenannter Bahnhof
genutzt wird.
>die ganzen Tagebaue
>um
>Boxberg, Senftenberg und Klettwitz gab`s noch nicht, dafür die vielen kleinen
>Orte die alle fortgebaggert wurden........
Ich empfehle die Betrachtung von Satellitenaufnahmen. Es spottet im Grunde
jeder Beschreibung, was da angerichtet wurde und noch weiter angerichtet werden
soll.
Wobei erwähnenswert ist, daß 1964 der Tagebau Niemtsch im Geschäft gewesen sein
dürfte, dessen Aufschluß in den 50er Jahren bereits eine Bahnstrecke zum Opfer
fiel. Bei genauerer Betrachtung vor Ort findet man unschwer die Zeugnisse
dafür, daß Hohenbocka einmal ein Turmbahnhof war.
>Was mir noch auffiel: Hieß Lauchhammer früher Mückenberg?
Die Stadt Lauchhammer ist ein Konglomerat aus mehreren einst eigenständigen
Dörfern. Mückenberg ist der heutige Stadtteil West, während sich hinter Süd das
frühere Dolsthaida verbirgt. Mitte war das Dorf Lauchhammer, bei Ost (wohin ein
Streckenrangiergleis von Ruhland führt) und Nord muß ich passen.
>Laut meiner 45er Karte der einzige Bahnhof zwischen Ruhland und Elsterwerda.
An den Betriebsstellen dort hat sich wenig geändert: Ruhland - Bk Bärhaus - Hp
Dolsthaida / Lauchhammer Süd - Mückenberg / Lauchhammer West - Bk Plessa Forst
- Plessa - Abzw Kahla - Hp Kahla - Elsterwerda-Biehla.
Nachzutragen ist für den Moment noch, daß Lohsa temporär "Wolfsfurt" hieß. Das
Empfangsgebäude des alten Bahnhofs existiert übrigens noch.
-kl
[Ich:]
> >>Der DDR Atlas für Motortouristik (1974) verzeichnet noch
> >>einen Bahnhof Uhyst Vorbf. gut 2km ö von Uhyst an der
> >>Kreuzung mit der F156
Dir ist anscheinend auch nichts über Uhyst Vorbf. bekannt?
Wie gesagt, seine Darstellung in einem DDR-Atlas verwundert
mich doch. Er dürfte aber schon geraume Zeit nicht mehr
existieren.
> >Ist in meiner 64er Karte auch drin. Mangels Tagebau fehlt aber die heute von
> >Uhyst abzweigende Bahn (die über Bärwalde bis zum KW Boxberg führt).
Nochmal zur Erinnerung:
> Vorsicht: DDR-Karten pflegten bekanntlich Strecken ohne Reiseverkehr nicht zu
> verzeichnen
> >Spannender Vergleich zwischen den Karten von damals und heute!
> >Schwarze Pumpe gab`s schon (In der Legende der Karte als "Großbau des
> >Sozialismus" bezeichnet ;-), war aber noch Kopfbahnhof,
>
> Vorsicht: DDR-Karten pflegten bekanntlich Strecken ohne Reiseverkehr nicht zu
> verzeichnen. Es wäre deshalb separat zu klären, wann der Kohlering
> fertiggestellt wurde.
Auf dem Kohlenring *gab es* öffentlichen Reiseverkehr, und zwar
(fast) auf ganzer Länge, wenn auch nicht durchgehend: das 1960er
Kursbuch kennt einerseits die Strecke Hoyerswerda-Neupetershain
(4km länger als die weggebaggerte alte Strecke über Welzow), welche
zwischen Bluno (11,6) und Neupetershain (27,9) keine Zugangsstellen
hatte, die Länge kommt mit der über den Ring gut hin).
Anderseits gab es einen Zug Mo-Sa und einen weiteren nur Mo
Hoyerswerda-Schwarze Pumpe mit Wellenlinie bei HoyWoyNeu,
Knappenrode und Weißkollm und der Fußnote "a: über Bluno".
> >Was mir noch auffiel: Hieß Lauchhammer früher Mückenberg?
>
> Die Stadt Lauchhammer ist ein Konglomerat aus mehreren einst eigenständigen
> Dörfern. Mückenberg ist der heutige Stadtteil West, während sich hinter Süd das
> frühere Dolsthaida verbirgt. Mitte war das Dorf Lauchhammer, bei Ost (wohin ein
> Streckenrangiergleis von Ruhland führt) und Nord muß ich passen.
Das Gleis war lange Jahre eine Strecke mit Personenverkehr:
1934 1960
0,0 Ruhland Ruhland
3,0 Synthesewerk
3,8 Wandelhof Wandelhof
5,6 Zschornegosda Schwarzheide West(*)
7,6 Lauchhammer Lauchhammer Ost
8,6 Lauchhammerwerk Lauchhammer Nord
12,8 Kostebrau
1934 gab es eine Verbindung von Lauchhammer über Kostebrau
nach Sallgast an der Strecke Finsterwalde-Senftenberg.
(Lauchhhammer-Kostebrau 5,2 km, wie später auch).
(*) Eine der Umbennungen aus Nazizeit, die bis heute hielten.
> Nachzutragen ist für den Moment noch, daß Lohsa temporär "Wolfsfurt" hieß.
Muß sehr temporär gewesen sein. Selbst 1944 noch Lohsa. Vielleicht
war die Umbennung die letzte Geheimwaffe der Nazis...
-kut
>> >>Der DDR Atlas für Motortouristik (1974) verzeichnet noch
>> >>einen Bahnhof Uhyst Vorbf. gut 2km ö von Uhyst an der
>> >>Kreuzung mit der F156
>
>Dir ist anscheinend auch nichts über Uhyst Vorbf. bekannt?
Nie gehört.
>Wie gesagt, seine Darstellung in einem DDR-Atlas verwundert
>mich doch.
Könnte den Grund haben, daß die Fälscherwerkstatt in Gotha (ich entsinne mich
dunkel an nach der Wende geführte Klage, daß ihnen niemand mehr etwas abkaufen
will) schlicht vergaß, ihn wegzulassen.
>Er dürfte aber schon geraume Zeit nicht mehr
>existieren.
Man muß dabei bedenken, daß es hier um die alte F 156 ging. Diese führte vom
Ortsausgang Weißwasser geradeaus südwestwärts und ist im Originalzustand
(Kleinkopfpflaster) noch bis zum Schlund des Tagebaus Nochten erhalten, der die
weiteren 4,5 km Landschaft vernichtet hat. Die Straße findet sich dann in der
Ortslage Nochten wieder, führt weiter durch den Ort Boxberg und wurde dann
erneut durch den Tagebau Bärwalde verschlungen.
Die neue F 156 ist eine Betonplattenstraße, die zunächst etwa 3 km nach Osten
führt und dann im weiten Bogen sich in Richtung Boxberg wendet; man fährt dann
über 6 km durch armselige Taiga auf das Kraftwerk zu, links der
berühmt-berüchtigte Truppenübungsplatz, rechts das zur Überbaggerung
vorgesehene Gelände. In Boxberg wurde eine großzügig-kreuzungsfreie Trassierung
hingeklatscht, weiter geht es um den Tagebau Bärwalde herum, bis an eine
Einmündung: Rechts ab nach Hoyerswerda, links weiter als 156 nach Uhyst, etwa 2
km weiter wird dann in einer Rechtskurve wieder die alte Straße erreicht.
Was da nun als "Uhyst Vorbahnhof" eingezeichnet war könnte ggf. die Abzweigung
der alten, überbaggerten Strecke nach Boxberg gewesen sein. Das bedarf aber
weiterer Klärung.
>> >Ist in meiner 64er Karte auch drin. Mangels Tagebau fehlt aber die heute
>> >von
>> >Uhyst abzweigende Bahn (die über Bärwalde bis zum KW Boxberg führt).
Die - wie gesagt - m.W. schon die zweite ist.
>Auf dem Kohlenring *gab es* öffentlichen Reiseverkehr, und zwar
>(fast) auf ganzer Länge, wenn auch nicht durchgehend: das 1960er
>Kursbuch kennt einerseits die Strecke Hoyerswerda-Neupetershain
>(4km länger als die weggebaggerte alte Strecke über Welzow), welche
>zwischen Bluno (11,6) und Neupetershain (27,9) keine Zugangsstellen
>hatte, die Länge kommt mit der über den Ring gut hin).
Jetzt wäre aber noch zu untersuchen, was konkret abgebaggert wurde. Zwischen
Welzow und Bluno ist nämlich kein Tagebau offensichtlich, ganz im Gegensatz zum
Abschnitt südlich von Bluno.
>Anderseits gab es einen Zug Mo-Sa und einen weiteren nur Mo
>Hoyerswerda-Schwarze Pumpe mit Wellenlinie bei HoyWoyNeu,
>Knappenrode und Weißkollm und der Fußnote "a: über Bluno".
Also lief das entweder über Hc-Sn oder die untergangsgeweihte Strecke ist in
Bluno auch noch mit einer Kurve nach Sabrodt versehen worden. Letzteres mag man
sich kaum vorstellen; andererseits, wenn man an die Kurve Ac-Al in Senftenberg
mit wenigen Jahren Standzeit denkt... Wie sahen denn die Fahrzeiten aus?
>Das Gleis war lange Jahre eine Strecke mit Personenverkehr:
> 1934 1960
>0,0 Ruhland Ruhland
> 3,0 Synthesewerk
Und dieser Abschnitt ist auch erst nach 1990 zum Rangiergleis geworden, vorher
war das eine Nebenbahn und Synthese mit Fdl besetzt. 1989/90 verkehrte da Gag
56285 Std. 19 von Knappenrode bzw. bei Bedarf von Greifenhain (2400 Tonnen
Höchstlast, Tfz 132 oder 118 + Schlz) und zurück als Lgo 59286 Std. 8,
ansonsten gab es die Überführungen 71250 (Std. 7, Tfz 106, 1300 t), 71252 (7,
132, 1500), 71254 (10, 106, 1300), 71256 (15, dto) und 71258 (21, dto) nach
sowie 71251 (9), 71257 (17) und 71259 (22, alle Tfz 106 und 1045 t Höchstlast)
von Synthese.
>3,8 Wandelhof Wandelhof
Heute eine Diskoteka mit tanzewolnaja musika. Es geht lauter!
>8,6 Lauchhammerwerk Lauchhammer Nord
> 12,8 Kostebrau
>1934 gab es eine Verbindung von Lauchhammer über Kostebrau
>nach Sallgast an der Strecke Finsterwalde-Senftenberg.
>(Lauchhhammer-Kostebrau 5,2 km, wie später auch).
Das Gleis gibt (oder gab es bis vor wenigen Jahren) nach wie vor, jetzt im
Besitz der Kohle.
-kl
[Uhyst Vorbf.]
> >Wie gesagt, seine Darstellung in einem DDR-Atlas verwundert
> >mich doch.
>
> Könnte den Grund haben, daß die Fälscherwerkstatt in Gotha (ich entsinne mich
> dunkel an nach der Wende geführte Klage, daß ihnen niemand mehr etwas abkaufen
> will) schlicht vergaß, ihn wegzulassen.
Haack, Gotha, hat sich zumindest in der Öffentlichkeit mehr mit
seriöseren und selten DDR-bezogenen Publikationen hervorgetan.
Der Herausgeber des Atlas war der VEB Landkartenverlag Berlin,
später Tourist Verlag. Und "Fälscherwerkstatt" und "vergessen
wegzulassen" (sprich, aus NfD-Kartenmaterial übernommen) beißt
sich irgendwie. (Wobei die 1:200000 Karten im Unterschied
zu den Wanderkarten der 70er und 80er eher wenig gefälscht waren).
[1960]
> > die Strecke Hoyerswerda-Neupetershain
> >(4km länger als die weggebaggerte alte Strecke über Welzow), welche
> >zwischen Bluno (11,6) und Neupetershain (27,9) keine Zugangsstellen
> >hatte, die Länge kommt mit der über den Ring gut hin).
>
> Jetzt wäre aber noch zu untersuchen, was konkret abgebaggert wurde. Zwischen
> Welzow und Bluno ist nämlich kein Tagebau offensichtlich,
Da hast Du recht. Das kommt erst, Haidemühl ist demnächst dran.
> ganz im Gegensatz zum
> Abschnitt südlich von Bluno.
Der kam ja erst später weg, was das völlige Ende von Hoywoy-
Neupetershain war. Keine Ahnung, was damals der Grund für die
Aufgabe der Altstrecke nördlich Bluno war.
> >Anderseits gab es einen Zug Mo-Sa und einen weiteren nur Mo
> >Hoyerswerda-Schwarze Pumpe mit Wellenlinie bei HoyWoyNeu,
> >Knappenrode und Weißkollm und der Fußnote "a: über Bluno".
>
> Also lief das entweder über Hc-Sn oder die untergangsgeweihte Strecke ist in
> Bluno auch noch mit einer Kurve nach Sabrodt versehen worden. Letzteres mag man
> sich kaum vorstellen; andererseits, wenn man an die Kurve Ac-Al in Senftenberg
> mit wenigen Jahren Standzeit denkt... Wie sahen denn die Fahrzeiten aus?
Praktisch identisch: 31 bzw. 29 Minuten; über Weißkollm waren
es zwischen 26 und 31. Sieht nicht nach Kopfmachen aus, beide
Wege simd ja ungefähr gleichlang.
-kut
>Was da nun als "Uhyst Vorbahnhof" eingezeichnet war könnte ggf. die
>Abzweigung
>der alten, überbaggerten Strecke nach Boxberg gewesen sein. Das bedarf aber
>weiterer Klärung.
In meiner 64er Karte sieht sich das so an, daß westlich des BÜ der F156(alt)
ein Bahnhof ist.
D-Sat zeigt, daß die alte F156 noch existiert, ebenso der BÜ. Westlich des BÜ,
also etwa dort wo der alte Bf. laut Karte lag, ist etwas zu erkennen, das ein
abgerissenes Gebäude sein könnte, oder nur eine betonierte Fläche.
Die Strecke NY-HY führt mittlerweile hart am Rande des Tagebau Bärwalde vorbei.
Zwischen Gleis und Abrruchkante verläuft noch das Werksgleis, das kurz hinter
der Spreebrücke in Uhyst abzweigt und in Höhe des BÜ F156(alt) scharf Richtung
Norden abknickt und somit dem Verlauf der alten F156 folgt.
D-Sat erlaubt leiderkeinen Export von Ausschnitten, aber ich kann ja gerne mal
die ganze CD als binary posten ;-)
Ich werde am WE mal einen Ausflug in die Ecke machen und den VorBf. Uhyst,
Petershain und andere Dinosaurier besuchen.
Ein Tip am Rande:
In der "Übersichtskarte von Sachsen 1:200 000" vom Landesvermessungsamt
(oranges Deckblatt, fällt in jeder Buchhandlung auf) sind _alle_ Werksbahnen
der Laubag eingezeichnet. Auch die z.B. lange abgebaute "Fernbahn" von Domsdorf
nach Koyne oder auch Welzow-Knappenrode.
In 1:50.000 liefert das Landesvermessungsamt Dresden noch die alten DDR-Karten
(z.T. noch mit dem Vermerk "streng vertraulich" in der Legende).
Dort sind die ganzen Bahnstrecken auch enthalten.
MfG
Frank
Wie geht???
Frank
Kommt drauf an.
Wenn es ein MS-Windows-Programm ist, Alt-Druck drücken, dann ist das aktive
Fenster in der Zwischenablage.
Michael kauffmann
>Wenn es ein MS-Windows-Programm ist,
Ist es!
>Alt-Druck drücken, dann ist das aktive
>Fenster in der Zwischenablage.
Wieder was gelernt ;-)
Danke
Frank
>D-Sat erlaubt leiderkeinen Export von Ausschnitten, aber ich kann ja gerne
>mal
>die ganze CD als binary posten ;-)
Frage Preis und Auflösungsvermögen? Bei 30 m sind die genannten Details nicht
zu erkennen, 30 mm werden nicht erschwinglich sein (und nicht auf eine CD
passen), also wohl dazwischen?
>Petershain und andere Dinosaurier besuchen.
Es verdichten sich immer mehr die Hinweise, daß es für Np eine Nullösung geben
wird.
>In der "Übersichtskarte von Sachsen 1:200 000" vom Landesvermessungsamt
>(oranges Deckblatt, fällt in jeder Buchhandlung auf) sind _alle_ Werksbahnen
>der Laubag eingezeichnet. Auch die z.B. lange abgebaute "Fernbahn" von
>Domsdorf
>nach Koyne oder auch Welzow-Knappenrode.
Konkret fehlen in anderen Karten die 900-mm-Bahnen, warum auch immer.
>In 1:50.000 liefert das Landesvermessungsamt Dresden noch die alten
>DDR-Karten
>(z.T. noch mit dem Vermerk "streng vertraulich" in der Legende).
Militärkartographischer Dienst Halle... Übrigens, weglassen ist auch eine Form
der Fälschung, sogar die am häufigsten praktizierte; Propaganda pflegt so zu
funktionieren.
>Dort sind die ganzen Bahnstrecken auch enthalten.
Und die "StW"...
-kl
Das Bahnhofsverzeichnis 1944 schreibt: Spreefurt Vorbf, Lochkartennr.
12_666, Ladestelle und Haltestelle, beschränkter Güterverkehr, ohne
Personenverkehr und ohne Mitläuferverkehre, ohne Kopframpe.
Etwas verwunderlich, dass Klitten erst mit der Nummer 12_669 folgt.
mfg Matthias Dörfler
>33,8 Petershain (b.Mücka) Petershain 32,0
>Auffällig ist die um 500m geänderte Kilometrierung von
>Petershain (und nur von Petershain!). Hat sich dort
>etwas geändert?
Dreckfuhler??
Petershain liegt _definitiv_ am km 33,8!
Da die alten km-Steine stehengeblieben sind und räumlich sowie km-mäßig
parallel zu den neuen Blechtafeln stehen, kann eine Streckenveränderung
ausgeschlossen werden.
Km 32,0 liegt östlich von Petershain und damit mitten im Wald!
Auf dieser Strecke sind auf den neuen km-Tafeln, die ja im 200m-Abstand stehen,
die ungeraden 100m aufgeführt (z.B. 33,7..33,9...). Wie kommt das?
MfG
Frank
>Nachzutragen ist für den Moment noch, daß Lohsa temporär "Wolfsfurt" hieß.
>Das
>Empfangsgebäude des alten Bahnhofs existiert übrigens noch.
Stimmt, es steht direkt an der Straße, ist wunderschön restauriert, neu
angemalt und mit einer häßlichen, angebauten Halle verschandelt und dient nun
als Möbelmarkt.
Frank
>>Dir ist anscheinend auch nichts über Uhyst Vorbf. bekannt?
>Was da nun als "Uhyst Vorbahnhof" eingezeichnet war könnte ggf. die
>Abzweigung
>der alten, überbaggerten Strecke nach Boxberg gewesen sein
> etwa 2
>km weiter wird dann in einer Rechtskurve wieder die alte Straße erreicht.
Wie angedroht, war ich gestern vor Ort um diesem mysteriösen Vorbahnhof auf die
Spur zu kommen.
Zuerst nahm ich die Kilometrierung in Petershain in Augenschein (Ergebnis siehe
anderes Posting) und fuhr dann über offizielle Straßen, die am Ende schlechte
Waldwege waren, nach Kreba und von dort weiter nach Klitten.
Der ADAC Reiseatlas 1999/2000 wollte mich von Klitten südwestlich nach Lieske,
dort auf die B156 und weiter Richtung Nordwesten nach Uhyst schicken.
Umso größer die Überraschung, daß es in Klitten jetzt eine "richtige" Kreuzung
mit 4 Straßen gibt. Richtung Westen gibt es unterdessen eine Direktverbindung
nach Uhyst. Neu, aber doch schon so alt, daß sie in einer 99er Karte
_eigentlich_ drin sein müßte! (Die Kartenfälscher sind immer noch unter uns!
;-)
Diese Straße führt erst durch Wald und Wiese, läuft dann zwischen Abraumkante
TB Bärwalde und der Bahnstrecke nach Uhyst und trifft dann (große
Überraschung!) am BÜ der alten F156 auf ebendiese!
Hier am km 49,1 ist jedoch _absolut nichts_ zu entdecken, daß noch in
irgendeiner Form an den Vorbahnhof erinnern würde. Dieser muß also schon vor
längerer Zeit vom Erdboden verschwunden sein oder, wenn es noch nicht
allzulange her ist, sehr gründlich _entfernt_ worden sein. Es existiert
südöstlich des BÜ eine große, unbewachsene Fläche, die unterdessen vom Forstamt
abgesperrt ist.
Der helle Fleck nordwestlich des BÜ auf dem Satellitenfoto ist eine
Umspannstation der Laubag.
Gegen einen aufwendigen Abriß spricht, daß ca. am km 48,0 ein verfallenes
Dienstgebäude steht. Direkt zum Gleis hin ein Fernsprechraum (halbierte
F-Tafeln hängen noch), der Rest ist eingestürzt, war für ein reines StW aber
eher zu groß.
Ca. 3-400 m Richtung Osten steht das zwar Einfahrvorsignal von Klitten, aber
das wurde doch sicher von Klitten aus bedient, oder?
Vom BÜ bis zur neuen B156 wird die Originaltrasse der alten F156 benutzt.
Lediglich die Einmündung ist zwecks besserer Sicht nach beiden Seiten in die
Kurve gelegt.
Auf Wunsch gibt`s die Fotos vom Nichts am km 49,1 als Mail.
Zur Frage er CD-Auflösung noch: 5cm auf dem Monitor entsprechen 400m in natura.
Für ausgewählte Bereiche bzw. Städte gibt`s feinere Auflösungen und z.T. auch
Luftbilder.
MfG
Frank
>Der ADAC Reiseatlas 1999/2000 wollte mich von Klitten südwestlich nach
>Lieske,
>dort auf die B156 und weiter Richtung Nordwesten nach Uhyst schicken.
Man hätte nicht einmal bis in dieses Lieske gemußt, zwischen Kaschel und
Ruhethal trifft man auf eine andere Straße aus Richtung Förstgen, die kurz vor
besagter Kurve in die 156 mündet.
>Hier am km 49,1 ist jedoch _absolut nichts_ zu entdecken, daß noch in
>irgendeiner Form an den Vorbahnhof erinnern würde. Dieser muß also schon vor
>längerer Zeit vom Erdboden verschwunden sein
Vielleicht bestehen Parallelen zu einer anderen Betriebsstelle zwischen
Wegliniec und Bielawa Dolna, die noch nach dem Krieg zur Holzverladung genutzt
wurde und von der inzwischen auch nur noch Überreste existieren sollen (was
weiß denn die Akte von 1944 dazu?).
>Ca. 3-400 m Richtung Osten steht das zwar Einfahrvorsignal von Klitten, aber
>das wurde doch sicher von Klitten aus bedient, oder?
Ich weiß nicht im Detail, wie derart kurze Bahnhofsabstände mit Vorsignalen
bereits an den Ausfahrsignalen des rückgelegenen Bahnhofs in mechanischer
Technik realisiert wurden, heute stehen da ja in aller Regel Hl-Signale, mit
denen sich das Problem in Wohlgefallen auflöst.
>Zur Frage er CD-Auflösung noch: 5cm auf dem Monitor entsprechen 400m in
>natura.
Es ging mir ganz konkret um die Auflösung der Fotos, die in Metern angegeben
sein müßte. Praktisch sieht man beim Aufzoomen über eine bestimmte Grenze
hinaus dann keine weiteren Details mehr, sondern nur noch immer gröber werdende
Pixel. Bei der CD-Rom für einen grünen Schein aus dem Lidl sind es, wie gesagt,
30 m. Es ist wohl nicht ganz klar, zu welchen Auflösungen moderne Spi^w
Erdfernerkundungstechnik fähig ist (wurden eigentlich jemals einschlägige
Angaben über die Multispektakelkamera MKF-6 gemacht?); bei einer bestimmten
Bundesbehörde soll jedenfalls Weisung bestehen, nicht in den Himmel zu blicken.
-kl
:-) da haette ich mehr Angst vor Spionageflugzeugen.
Wenn die Luft klar und ruhig ist, ist die Aufloesung letztendlich
beugungsbegrenzt. Die Winkelaufloesung ist Wellenlaenge geteilt durch
Objektivdurchmesser (respektive Blendendurchmesser). Also unter Freunden:
500nm:1m = 1 / 2 000 000. Wenn dann der Satellit in 200km Hoehe fliegt
(tiefer ist wegen Luftreibung die Lebensdauer nicht so toll) dann sind
wir bei 10cm Aufloesung. (<mathe>Herr Bessel sagt ungefaehr 12cm</mathe>)
Besser gehts nur mit kuerzerer Wellenlaenge (UV...), groesserer Linse
oder naeher ran, siehe obigen Smiley.
Gruß Klaus
--
_____________________________________________________________________________
Dr. Klaus Foehl kf (at) ph ed ac uk http://www.ph.ed.ac.uk/~kf
Department of Physics and Astronomy, University of Edinburgh,
James Clerk Maxwell Building, The King's Buildings,
Mayfield Road, Edinburgh. EH9 3JZ. United Kingdom
Tel: +44 131 650-5256 -5282 Fax: +44 131 650 7165
-----------------------------------------------------------------------------
> >30 m. Es ist wohl nicht ganz klar, zu welchen Auflösungen moderne Spi^w
> >Erdfernerkundungstechnik fähig ist (wurden eigentlich jemals einschlägige
> >Angaben über die Multispektakelkamera MKF-6 gemacht?); bei einer bestimmten
> >Bundesbehörde soll jedenfalls Weisung bestehen, nicht in den Himmel zu blicken.
>
> :-) da haette ich mehr Angst vor Spionageflugzeugen.
Die können aber nicht eingesetzt werden, ohne daß man sich wegen
Luftraumverletzung zu entschuldigen hat.
Gruß, ULF
--
________________________________________________________________________
Ulf Kutzner Backhaushohl 46 D-55128 Mainz
________________________________________________________________________
> >33,8 Petershain (b.Mücka) Petershain 32,0
> >Auffällig ist die um 500m geänderte Kilometrierung von
> >Petershain (und nur von Petershain!). Hat sich dort
> >etwas geändert?
>
> Dreckfuhler??
>
> Petershain liegt _definitiv_ am km 33,8!
Dann muß es ein Dreckfuhler in den DDR-Kursbüchern sein.
> Da die alten km-Steine stehengeblieben sind und räumlich sowie km-mäßig
> parallel zu den neuen Blechtafeln stehen, kann eine Streckenveränderung
> ausgeschlossen werden.
> Km 32,0 liegt östlich von Petershain und damit mitten im Wald!
Nee, es geht hier nicht um 1,8 km Unterschied, sondern
nur um 0,5km. Der Rest ist eine Folge des unterschiedlichen
Anfangspunktes der Zählung (in den DDR-Kursbüchern Görlitz,
alte und km-Steine Kohlfurt).
> Auf dieser Strecke sind auf den neuen km-Tafeln, die ja im 200m-Abstand stehen,
> die ungeraden 100m aufgeführt (z.B. 33,7..33,9...). Wie kommt das?
Weiß ich nicht, aber noch origineller sind die
Tafeln mit +1, +3.. usw. westlich von Lohsa als
Folge der verlängerten Strecke.
-kut
Uhyst Vorbf:
> >Hier am km 49,1 ist jedoch _absolut nichts_ zu entdecken, daß noch in
> >irgendeiner Form an den Vorbahnhof erinnern würde. Dieser muß also schon vor
> >längerer Zeit vom Erdboden verschwunden sein
Da Du ihn nicht kennst, dürfte davon auszugehen sein, daß es
schon diverse Jahre vor der Wende geschehen ist.
> Vielleicht bestehen Parallelen zu einer anderen Betriebsstelle zwischen
> Wegliniec und Bielawa Dolna, die noch nach dem Krieg zur Holzverladung genutzt
> wurde und von der inzwischen auch nur noch Überreste existieren sollen (was
> weiß denn die Akte von 1944 dazu?).
Es gab sogar eine Zugangsstelle:
0,0 Kohlfurt
6,8 Glaserberg
12,7 Nieder-Bielau
22,8 Wehrkich.
-kut
kut> Es gab sogar eine Zugangsstelle:
kut> [0,0 Kohlfurt]
Nie kopalnia wegl. brun.
Die westliche Streckenverlängerung infolge Tagebau Wolfsfurt
ist zudem vernachlässigbar.
Da finden sich laut Tab. 205 (noch weiter im Nordwesten)
28 km ohne jegliche Zugangsstelle zwischen Großräschen und
Finsterwalde (40 km von Senftenberg).
In einem großen Bogen um den Tagering/Lausitzbau Meuro herum
ersetzen sie die ganz früheren ca. 25 km der Ideallinie
Senftenberg--Schipkau--Sallgast--Finsterwalde.
Gruß,
--Thorsten
> D-Sat erlaubt leiderkeinen Export von Ausschnitten, aber ich kann ja gerne mal
> die ganze CD als binary posten ;-)
Erlaubt Windows keine Screenshots? (ich fürchte, D-Sat gibts nicht für
Linux ...)
--
Martin Bienwald <martin....@gmx.de>
Sogar eingebaut, und funktioneller als die diversen Lösungen, die ich für X
kenne.
Erlaubt Linux nicht, alle Nachrichten von vor 5 Tagen hintereinander zu
lesen? ;-)
Michael Kauffmann
>Da finden sich laut Tab. 205 (noch weiter im Nordwesten)
>28 km ohne jegliche Zugangsstelle zwischen Großräschen und
>Finsterwalde (40 km von Senftenberg).
Wovon die etwa 16 km zwischen Abzw Altdöbern Süd und Abzw Lindthal auch ohne
jegliche Betriebsstelle sind, seit der Bbf Saadow-Rutzkau aufgelassen wurde
[und die armen Beamten sind nun nicht mehr in der Lage zu unterscheiden, ob sie
etwas auf lassen oder auflassen].
>In einem großen Bogen um den Tagering/Lausitzbau Meuro herum
>ersetzen sie die ganz früheren ca. 25 km der Ideallinie
>Senftenberg--Schipkau--Sallgast--Finsterwalde.
Hier muß man noch berücksichtigen, daß für den ÖPNV zwischen Sn und Fw die
Lösung Verkehrsträgerwechsel hieß und die Neubaustrecke Ads-Lt dem Güterverkehr
vorbehalten war, neben u.a. Frachtenzügen aus Senftenberg auch Kohlezügen von
Sdt/Spe, für die in den 80ern in Senftenberg zur Vermeidung des Kopfmachens
eine sehr enge Kurve gebaut wurde, um wenige Jahre später dem Tagebau zum Opfer
zu fallen.
Reiseverkehr gibt es dort erst seit den 90ern, zunächst bedient mit 155 nebst
Bmh, bis man diese Garnituren dann einsparte, indem Kamenz mit U-Boot und Bom
oder prima Bundesbahn-Schlagtürwagen eben bis Fw fuhr. Der Rest ist bekannt.
-kl
>ich bin die Strecke Goerlitz - Ruhland letztes WE gefahren. War die
>eigentlich bis zum 2 WK komplett zweigleisig. ?
Hierzu muß man wissen, daß Görlitz - Ruhland keine Strecke, sondern lediglich
ein Reisezuglauf ist, der zwischen Görlitz und Niesky die Verbindungskurve Abzw
Mückenhain -- Abzw Särichen nutzt.
Es geht also um die Strecke Wegliniec -- Horka -- Roßlau, und die war in der
Vergangenheit in der Tat durchgehend zweigleisig. Ein erneuter Ausbau einschl.
Elektrifizierung ist seit längerem im Gespräch und eine Realisierung soll sogar
recht wahrscheinlich sein.
>Man sieht ja noch fast
>ueberall ein Schotterbett nebenan.
Ausgenommen aber der Abschnitt von Uhyst bis hinter die Ortslage Lohsa, der -
wie schon angerissen - wegen des Braunkohleabbaus umtrassiert wurde. Es wurde
als Variante gehandelt, in diesem Abschnitt auf einen zweigleisigen Ausbau (der
in dem Fall kein einfacher Wiedereinbau eines Gleises wäre) zu verzichten.
>Sieht mir aber irgendwie nach zu
>gutem zustand aus, wenn das noch die Sowjets rausgeschraubt haben...
Dem (Abbau als Reparationsleistung wie fast allerorten) ist trotzdem so, das
Betriebsgleis scheint aber die Planumslagen seit 1945 gewechselt zu haben.
>Fuer Goerlitz-Horka- (Cottbus) gilt das gleiche ???
Auch der Abschnitt Lübbenau -- Cottbus -- Görlitz war in der Vergangenheit in
der Tat zweigleisig.
-kl
kl> Wovon die etwa 16 km zwischen Abzw Altdöbern Süd und Abzw Lindthal
kl> auch ohne jegliche Betriebsstelle sind, seit der Bbf Saadow-Rutzkau
kl> aufgelassen wurde
Das Planum sieht aus, als ob durchgehende Zweigleisigkeit
projektiert war. Bei solch aufwendiger Vermeidung niveau-
gleicher Wegeübergänge könnte man eine Kohletrasse vermuten.
Dazu kommt eine eigenartige Dammschüttung, südlich vom
Bf Altdöbern, in Richtung nach den Tgb Gräbendorf bzw.
Greifenhain verlaufend.
kl> muß man noch berücksichtigen, daß für den ÖPNV zwischen Sn und Fw die
kl> Lösung Verkehrsträgerwechsel hieß
TEV
kl> und die Neubaustrecke Ads-Lt dem
kl> Güterverkehr vorbehalten war, neben u.a. Frachtenzügen aus Senftenberg
Hätte nicht eine Verbindungskurve in Calau genügt?
kl> auch Kohlezügen von Sdt/Spe, für die in den 80ern in Senftenberg zur
kl> Vermeidung des Kopfmachens eine sehr enge Kurve gebaut wurde, um wenige
kl> Jahre später dem Tagebau zum Opfer zu fallen.
Ach so. Wenn's um Energie ging, baute man großzügig.
Von welchen verkehrsgeographischen Zweckmäßigkeiten hing
es dann ab, ob die neuen Strecken von der DR oder durch
Kohlekombinate betrieben wurden?
Gruß,
--Thorsten
(Faustregeln für Feldexkursionen) Bei Reichsbahns gibt's
Kilometertafeln und F-Kästen an der Strecke; die Kohle hat
dagegen eine dicke Wäscheleine, aber Spielzeugisolatoren.
(Nachtrag zu den FfF) Wenn aufgeschaltet, sind auch 1,5 bis
3 kV gleich tödlich.
(Nachtrag Nr. 2) Kommen in der Lausitz Fahrdrahtdiebstähle vor?
>Bei solch aufwendiger Vermeidung niveau-
>gleicher Wegeübergänge könnte man eine Kohletrasse vermuten.
Vermeidung von Wegübergängen ist m.E. durchaus nicht typisch für Kohlebahnen,
vielmehr ist die Neubaustrecke über Saadow nach bemerkenswert aufwendigem
Eisenbahnstandard ausgeführt worden.
>Dazu kommt eine eigenartige Dammschüttung, südlich vom
>Bf Altdöbern, in Richtung nach den Tgb Gräbendorf bzw.
>Greifenhain verlaufend.
Entweder wurde damit eine dann nicht realisierte Anbindung an das Kohlenetz
realisiert, oder es handelt sich um Vorbereitungen für eine Neubaustrecke nach
Drebkau, die die jetzige Trasse Np-Dr ersetzt hätte, während Neupetershain nur
noch aus Richtung Sorno bedient worden wäre; wobei ich mir nicht sicher bin, ob
es nicht doch nördlich von Np zu einer gewissen Streckenverlegung kommen
könnte, da wohl Geisendorf zur sog. Devastierung vorgesehen ist, während
Neupetershain Nord außer Gefahr ist.
>kl> und die Neubaustrecke Ads-Lt dem
>kl> Güterverkehr vorbehalten war, neben u.a. Frachtenzügen aus Senftenberg
>
>Hätte nicht eine Verbindungskurve in Calau genügt?
Mit der eingleisigen Strecke nach dorthin sicher nicht, d.h. Übertreibung war
das nicht unbedingt.
>kl> auch Kohlezügen von Sdt/Spe, für die in den 80ern in Senftenberg zur
>kl> Vermeidung des Kopfmachens eine sehr enge Kurve gebaut wurde, um wenige
>kl> Jahre später dem Tagebau zum Opfer zu fallen.
>
>Ach so. Wenn's um Energie ging, baute man großzügig.
Ich bin mir nicht sicher, ob man sich bei Erstellung der Kurve Ac-Al über deren
sehr befristete Standzeit bewußt war, die überlieferte eher spartanische
Ausführung (sehr enger Bogen, schäbige Hütten als Stellwerke, die dann
allerdings durch eine Anbindung an B 10 auch so hinfällig wurden) spricht aber
durchaus dafür. Abzw Ac soll sich kurz hinter der ehem. Kohlebahnbrücke in
Sedlitz befunden haben, zu sehen ist seit der umfangreichen Umstrickung des
Nordkopfes Senftenberg für die zweigleisige Neubaustrecke nach Dörrwalde --
Großräschen davon nichts mehr. Großzügig wurde dort in der Tat gebaut, man
beachte das Kreuzungsbauwerk, über das das Gleis Asw-Sn geführt wurde.
>Von welchen verkehrsgeographischen Zweckmäßigkeiten hing
>es dann ab, ob die neuen Strecken von der DR oder durch
>Kohlekombinate betrieben wurden?
Das dürfte sich dahingehend beantworten lassen, daß es darauf ankam, ob es um
Verkehr von DR- zu DR-Bahnhöfen oder um BKK-internen Verkehr ging.
>(Faustregeln für Feldexkursionen) Bei Reichsbahns gibt's
>Kilometertafeln und F-Kästen an der Strecke; die Kohle hat
>dagegen eine dicke Wäscheleine, aber Spielzeugisolatoren.
Richtig, an der Fl-Anlage sind Kohlestrecken sofort als solche zu erkennen.
Ausnahmen bilden verschiedene DR-Bahnhöfe, die ebenfalls z.T. mit
Gleichstrom-Fl ausgerüstet sind (Peitz Ost, Lübbenau Süd, früher auch
Knappenrode Süd).
>(Nachtrag zu den FfF) Wenn aufgeschaltet, sind auch 1,5 bis
>3 kV gleich tödlich.
>
>(Nachtrag Nr. 2) Kommen in der Lausitz Fahrdrahtdiebstähle vor?
Ja, im alten Tagebau Greifenhain sollen größere Mengen Fahrdraht "verschwunden"
sein.
-kl