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Bahntag Würzburg: BBBuuuuuuuhhh !

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Wolfgang Schwarz

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
Vielen Dank für die Info's die ich erhalten habe.

Für mich war der Besuch in Würzburg ein FLOP:

Gerade angekommen habe ich um 15:45 am Bahntag-Infostand
nach der Stellwerksbesichtigung nachgefragt. Zu meinem
großen erstaunen wurde mir dort mitgeteilt, daß der
zuständige Mitarbeiter mangels Nachfrage gegen Mittag
bereits nach Hause gegangen sei.

Auch meine Hinweise "eingefleischter Bahn-Fan, extra von
Kassel angereist" usw. konnte niemanden beeindrucken, um
vielleicht zum Telefon zu greifen und doch noch etwas zu
organisieren.

Und das obwohl die Veranstaltung doch bis 18:00 angekündigt
war. Mein Arbeitgeber würde ein solches Verhalten an einem
"Öffentlichkeitstag" jedenfalls nicht dulden.

Wer weis wo ich mich wie am effektivsten beschweren kann ?


Stinksauer

- Wolfgang Schwarz


Für Bahn-Obere die hier mitlesen, Stellungnahme erwünscht:

Wolfgang Schwarz
Franzstr. 24
34560 Fritzlar

EMail: KON...@T-ONLINE.DE

Reinhard Greulich

unread,
Sep 13, 1998, 3:00:00 AM9/13/98
to
On 13 Sep 1998 11:10:13 GMT, KON...@t-online.de (Wolfgang Schwarz)
wrote:

>Für mich war der Besuch in Würzburg ein FLOP:
>
>Gerade angekommen habe ich um 15:45 am Bahntag-Infostand
>nach der Stellwerksbesichtigung nachgefragt. Zu meinem
>großen erstaunen wurde mir dort mitgeteilt, daß der
>zuständige Mitarbeiter mangels Nachfrage gegen Mittag
>bereits nach Hause gegangen sei.
>
>Auch meine Hinweise "eingefleischter Bahn-Fan, extra von
>Kassel angereist" usw. konnte niemanden beeindrucken, um
>vielleicht zum Telefon zu greifen und doch noch etwas zu
>organisieren.

Naja, für nur einen Besucher hätten sie vielleicht auch nicht extra
eine Führung gemacht. Aber natürlich hast Du recht:

>Und das obwohl die Veranstaltung doch bis 18:00 angekündigt
>war. Mein Arbeitgeber würde ein solches Verhalten an einem
>"Öffentlichkeitstag" jedenfalls nicht dulden.
>
>Wer weis wo ich mich wie am effektivsten beschweren kann ?

Beim Bahnhofsmanager in Würzburg (GB Personenbahnhöfe) oder beim GB
Netz. Vielleicht bekommst Du dann noch eine Extra-Führung.

Nach meinem Eindruck war der Bahntag in der Öffentlichkeit nur wenig
bekannt. Ich will mal meine Erlebnisse hier in Hannover und in Lehrte
anschließen.

Gegen Mittag komme ich in den Hauptbahnhof, der wegen der Bauarbeiten
und des normalen Samstag-Einkaufsbetriebes ziemlich voller Menschen
ist. In der Haupthalle ein relativ unscheinbarer, improvisiert
wirkender Infostand. Plakate hängen seit etwa einer Woche im Bahnhof,
in der Tageszeitung habe ich bis zum Freitag keinen Hinweis auf den
Bahntag gelesen. Auf meine Nachfrage nach Stellwerks- und sonstigen
Besichtigungsmöglichkeiten werde ich an den Stand der Bahnhofsmission
verwiesen, wo Gutscheine am Glücksrad verlost oder auch gegen eine
Spende abgegeben werden, um die Besuchergruppen nicht zu groß werden
zu lassen. Ich habe keine Lust zum Glücksraddrehen und bekomme gegen
eine Spende eigenen Ermessens meinen Gutschein auch so. Die Führung
durch das neue Stellwerk Hannover Hauptbahnhof selbst beginnt mit
einem Fußmarsch durch den Regen (1,5 km), das Stellwerk ist natürlich
ein EStW, man sieht also nicht allzu viel, zumal der Betriebsraum
selbst nicht betreten werden darf und in die Technikräume nicht mal
mehr die Eisenbahner selber hineindürfen (nur die Techniker von
S*****S haben überhaupt einen Schlüssel). Vor der Glasscheibe zum
Betriebsraum stehen aber vier Monitore, und der Mitarbeiter vom GB
Netz ist freundlich und kompetent und läßt keine Fragen offen. Die
Hälfte unserer Gruppe besteht aus Rentnern, die heute mal statt
Butterfahrt den Bahntag besuchen und sowieso nichts verstehen, die
andere Hälfte allerdings aus interessierten Leuten, und es entwickelt
sich im Anschluß an den offiziellen Teil noch ein interessantes
Gespräch über die Privatisierung und deren Folgen aus
Mitarbeitersicht.

Zurück im Bahnhof erfahre ich, daß in einer halben Stunde ein 628er
die neue S-Bahnlinie bis nach Mellendorf befahren wird, wobei der
Stand der Bauarbeiten erläutert werden soll. Bis dahin sind es zwar
noch 45 Minuten, aber in der Bahnhofshalle versteigert das Fundbüro
Fundsachen. Der Mann hätte eine eigene Fernsehshow verdient! Auch
unter Beamten (war einer, ich habe nachgefragt) finden sich wahre
Talente - die Zeit verging rasch, und beinahe hätte ich auch noch
irgendwas ersteigert, was ich garantiert nicht brauche ... Der neurote
628 fährt mit leichter Verspätung aus dem Bahnhof; der Mitarbeiter,
der ein wenig ungeübt im Umgang mit dem Durchsagekoffer zu sein
scheint ("gong - gong - gong - pfft, pfft, pfft - gong - gong - Guten
Tag, meine Damen und Herren ...") stellt seine Kollegen vor und
kündigt dann eine Erfrischung an, die man aber, wie sich später
herausstellt, leider nicht mitgenommen hat. Die Erklärungen an der
Strecke beschränken sich weitgehend auf das, was man auch so sehen
kann. Am Zielbahnhof Mellendorf gibt es fahrplanbedingt einen
halbstündigen Aufenthalt, bei dem die Gäste etwas ratlos am Bahnsteig
im Regen herumstehen. Der mikrofonbedienende Mitarbeiter stellt sich
einigen etwas "naseweis" vorgetragenen Fragen von zwei Leuten, die er
aber nicht beantwortet, sondern mit der Gegenfrage "Sind Sie von Beruf
vielleicht Schienenküsser?" abserviert. Zugegeben, die beiden sahen
verdächtig danach aus, aber auch das verstehe ich nicht unter
Öffentlichkeitsarbeit. Zumal andere Leute wie ich das auch mitbekommen
haben.

Ich brauche noch was, um diesen Flop zu vergessen. Deshalb fahre ich
noch rasch nach Lehrte, um vielleicht noch die letzte Führung durch
das Umrichterwerk mitzumachen. Das klappt auch und ich treffe zudem
einen alten Freund wieder, der es inzwischen hier zum Bahnhofsmanager
gebracht hat. Mit einem 628er fahren dann vielleicht 20 Leute zum
Umrichterwerk, darunter ein paar Jugendliche, die nichts anderes
vorhaben und die Fahrt mit einigermaßen dummen Sprüchen bereichern
(zum Tf: legen Sie doch mal den Hebel auf den Tisch, kann der denn
keine 200 fahren ....). Der ignoriert das freundlich, holt dafür aber
die mitfahrenden kleineren Kinder in die Bude herein. Im Umrichterwerk
zunächst eine selbstgemachte (BSW-Fotogruppe Hannover), aber gute und
informative Diaschau (mit Überblendtechnik) und dann noch ein
geführter Besuch in der Schaltwarte, bei dem ich überhaupt mal
erfahre, daß hier die Schaltbefehlsstelle für Norddeutschland (neben
Köln, München und Dresden für den Rest des Netzes) zu sehen ist und
daß der Bahnstrom in Norddeutschland entgegen hier in der NG
geäußerten Annahmen sehr wohl überwiegend aus dem EVU-Netz kommt und
per Umformer (mit rotierenden Umformern, wohlbemerkt) eingespeist wird
(es gibt nur ein kleines Bahnstromkraftwerk bei Klöckner in Bremen).
Der Mitarbeiter simuliert auf Anfrage beliebige Störungen
("Hakenkralle in Hannover Hbf in der Einfahrgrupppe Ost") und ist nach
anfänglicher, landestypischer Zurückhaltung überhaupt sehr informativ,
so daß am Ende selbst die sprücheklopfenden Kids beeindruckt sind,
obwohl man eigentlich nur die gleichen Bildschirme wie im EStW sieht.
Für das Bier und die Grillwürstchen, die es in der Maschinenhalle gibt
(es ist gar nicht mal so laut da drinnen, obwohl da 60 MW rotieren),
ist leider keine Zeit mehr, die Rückfahrt startet pünktlich.

In Hannover also ein zwiespältiger Eindruck, aber insgesamt doch gut,
obwohl alles ziemlich improvisiert wirkte mit Tapeziertischen als
Infoständen, handgemalten Schildern und offenkundig nicht in allen
Fällen auf die Anforderungen vorbereiteten Mitarbeitern. Die
Fundsachenversteigerung von einer aus Gepa-Wagen zusammengebauten
Bühne herab war dagegen schon wieder so gut improvisiert, daß sie
wirklich originell und authentisch wirkte. Lehrte war prima, aber hier
waren insgesamt recht wenige Besucher, weil die Laufkundschaft fehlte,
das Wetter mies war und die Werbung im Vorfeld wohl etwas schwach
ausgefallen ist. In Lehrte waren auch durchweg motivierte Mitarbeiter,
die erkennbar auch ein wenig stolz sind auf das, was sie zeigen
können. Ich hätte ihnen mehr Publikum wirklich gewünscht.

Gruß - Reinhard.

Birger Wolter

unread,
Sep 15, 1998, 3:00:00 AM9/15/98
to
Hallo,

Wolfgang Schwarz wrote:

[Unerfolgreicher Besuch des Bahntags in Würzburg und dementsprechender
Beschwerdewunsch]

In Hamburg verlief der Bahntag dagegen erfolgreich wie der sympatische
Bericht von Lars Hänisch bestätigt.

Zu Würzburg könnte ich noch folgenden Tip geben (OK, er kommt a bisserl
spät) : Werdet Mitglied im IGE-Club (quasi ein Zusammenschluß der
Stammkunden der IGE Bahntouristik, Ostbahnstraße 61, 91217 Hersbruck,
Tel.: 09151/4066, FAX: 09151/4266).

Die letzten beiden Clubausflüge führten Mitte November letzten Jahres
nach Würzburg zwecks u.a. Besichtigung des Rettungszuges und des
Zentralstellwerks sowie Anfang Juni diesen Jahres nach München zwecks
u.a. Besichtigung des ICE-Betriebswerks. Überall wurden wir von
freundlichen und kompetenten DB-Mitarbeitern ganz im Sinne _von
Eisenbahnern für Eisenbahnfreunde_ betreut.

Die IGE-Bahntouristik bietet dieses Jahr neben u.a. Tagessonderzügen
(mit und ohne Dampf), Adventsreisen, Silvesterreisen und Schweizer
Eisenbahnerlebnissen auch noch das _Bahnerlebnis Mitteldeutschland_ (12.
bis 15.11.98) an. Dabei wird u.a. folgendes geboten :

* Besichtigung DB Ausbesserungswerk Dessau
* Historische Straßenbahnrundfahrt Dessau
* Besichtigung Dessauer Strassenbahndepot
* Besichtigung Hallesches MuseumsStrassenbahndepot
* Historische Straßenbahnrundfahrt Halle (bis nach Bad Dürrenberg)
* Besichtigung Betriebsleitzentrale Hallesche Verkehrs AG (HAVAG)
* Historische Straßenbahnrundfahrt Halberstadt

Über die Aktivitäten der IGE-Bahntouristik gebe ich auf Anfrage als
zufriedener Stammkunde gerne weitere Auskünfte.

MfG
Birger Wolter

--- von der KBS 100, 101.2x

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