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Neigetechnik und Co. - Sinn und Unsinn?

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Volker Wollny

unread,
Jan 21, 1999, 3:00:00 AM1/21/99
to
Hallo zusammen!

Dieser Tage stieß ich auf einen Zeitungsartikel, in der die Rede vom
Einsatz von Neigezugetechnik auf der Brenzbahn und den dazu
erforderlichen Baumaßnahmen war. Es ging um den Bahnhof Oberkochen und
wer eventuelle Baumaßnahmen bezahlt bzw. wenn nicht, ob dann die Züge
noch in Oberkochen halten.

Das lokale soll hier nicht interessieren, ich erwähne das nur, weil es
zu einem Gedankengang paßt, der mich schon länger beschäftigt: Der
Sinn von höheren Geschwindigkeiten im Nahverkehr - denn die
Neigezugtechnik soll es ja ermöglichen, schneller zu fahren, als die
Streckenführung eigentlich erlaubt.

Über die Erhöhung von Durchschnittsgeschwindigkeiten im Nahverkehr
habe ich mir folgendes Rechenexempel zurechtgelegt: Angenommen jemand
hat zu Fuß zum Bahnhof 10 Minuten zu gehen, dann eine Fahrtsstrecke
von 10 km und dann nochmal 10 Minuten vom Zielbahnhof zu seiner
Arbeitsstelle.

Wenn der Zug nun eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h
erreicht, hat dieser Mensch seinen Arbeitsweg in 10 min Fußmarsch + 15
min Bahnfahrt + weiter 10 min Fußmarsch = 35 min zurückgelegt. Gelingt
es mit allerhand technischem Overkill wie Neigezugtechnik (müßte es
nicht überhaupt eigenlich Zugneigetechnik heißen?) und so weiter die
Durchschnittsgeschwindigkeit auf 60 km/h zu erhöhen, ist er noch 10
min auf der Bahn unterwegs, insgesamt 30 min anstatt der 35 min
vorher.

Das allerdings auch nur, wenn die Ankunftszeit des Zuges genau zu
seinem Arbeitsbeginn paßt oder er gleitende Arbeitszeit hat. Ansonsten
ist er vielleicht 5 min eher da, die ihn aber nichts nützen, weil er
die dann einfach im Aufenthaltsraum seiner Firma absitzt. Davon ,daß
der Zug abends dann eventuell so früh fährt, daß er ihn nichtmehr
erreicht und der gute Mann vielleicht 20 Minuten auf den nächsten
wartet, wollen wir gar nicht erst reden.

Im günstigsten Fall spart de Mann also jeden Tag 10 Minuten ein. Die
aufwendig Technik muß aber bezahlt werden. Natürlich über den
Fahrpreis. Wieviel das ausmacht sollen meinetwegen andere ausrechnen,
mir geht es bloß um´s Prinzip.

Ach ja.... Und was ist, wenn die schöne, neue Technik doch nicht
funktioniert - á la Pannolino? Dann bezahlt der gute Mann die neue
Technik, denn gekauft ist sie ja - und kommt doch noch später nach
Hause als mit der alten Bimmelbahn, da nämlich der ganze Fahrplan von
den "schnellen" Zügen durcheinander gebracht wurde, die eben doch
nicht so schnell fuhren, wie man bei der Gestaltung des Fahrplanes
meinte.

Schöne Moral: Warum hinterfragen wir nicht öfter, was uns eine
aufwendige, neue Technik wirklich bringt, anstatt sie allein auf
Schlagworte hin für teueres Geld zu kaufen?

Liebe Grüße

Volker

--
"Und im übrigen bin ich der Ansicht, daß T-Online zu teuer ist."
IBW - Informationskunst & Bildgestaltung Wollny
Dipl. Ing. (fh) Volker Wollny - Schumannstr. 16, D-73430 Aalen
+49-7361-45 813, +49-172-73 27 257 email: v.wo...@ibwollny.de


Torsten Eckert

unread,
Jan 22, 1999, 3:00:00 AM1/22/99
to

Volker Wollny schrieb:

> Hallo zusammen!
>
> Dieser Tage stieß ich auf einen Zeitungsartikel, in der die Rede vom
> Einsatz von Neigezugetechnik auf der Brenzbahn und den dazu
> erforderlichen Baumaßnahmen war. Es ging um den Bahnhof Oberkochen und
> wer eventuelle Baumaßnahmen bezahlt bzw. wenn nicht, ob dann die Züge
> noch in Oberkochen halten.
>
> Das lokale soll hier nicht interessieren, ich erwähne das nur, weil es
> zu einem Gedankengang paßt, der mich schon länger beschäftigt: Der
> Sinn von höheren Geschwindigkeiten im Nahverkehr - denn die
> Neigezugtechnik soll es ja ermöglichen, schneller zu fahren, als die
> Streckenführung eigentlich erlaubt.
>

Das Rechenbeispiel hab ich mal rausgeschnitten

> Ach ja.... Und was ist, wenn die schöne, neue Technik doch nicht
> funktioniert - á la Pannolino? Dann bezahlt der gute Mann die neue
> Technik, denn gekauft ist sie ja - und kommt doch noch später nach
> Hause als mit der alten Bimmelbahn, da nämlich der ganze Fahrplan von
> den "schnellen" Zügen durcheinander gebracht wurde, die eben doch
> nicht so schnell fuhren, wie man bei der Gestaltung des Fahrplanes
> meinte.
>
> Schöne Moral: Warum hinterfragen wir nicht öfter, was uns eine
> aufwendige, neue Technik wirklich bringt, anstatt sie allein auf
> Schlagworte hin für teueres Geld zu kaufen?
>
> Liebe Grüße
>
> Volker
>
> --
> "Und im übrigen bin ich der Ansicht, daß T-Online zu teuer ist."
> IBW - Informationskunst & Bildgestaltung Wollny
> Dipl. Ing. (fh) Volker Wollny - Schumannstr. 16, D-73430 Aalen
> +49-7361-45 813, +49-172-73 27 257 email: v.wo...@ibwollny.de

Es kommt halt immer darauf an, wofür man die Neigetechnik einsetzt. In
Deinem Beispiel erscheint mir der Zug eher S-Bahn-Dimensionen zu haben,
und dafür wäre der Einsatz von Neigetechnik tatsächlich übertrieben. Die
DB setzt ihre Neigetechnik bisher in RE, bei zukünftigen Zügen wie dem ICT
auch im Fernverkehr ein. Und für Fernpendler, die täglich weit mehr als 10
Kilometer Fahrstrecke vom Heimatort in eine Großstadt zurückzulegen haben,
ergeben sich deutlichere Verkürzungen der Fahrzeiten.

Zu den Kosten: Nahverkehr ist eine öffentliche Aufgabe, und daher wird er
sowieso aus Steuermittel subventionert, da er nur in den seltesten Fällen
kostendeckend zu realisieren sein dürfte (Es sei denn, man schränkt das
Angebot auf die Zeiten des größten Andrangs ein). Es ist zwar richtig, daß
ein neuer Neigetechnik-Zug teuer ist. Aber irgendwann müssen die alten 215
/ 218 bzw. 219-Diesel ebenso erneuert werden wie die Silber / Grün /
Rotlinge, die bisher den RE-Verkehr auf nicht elektrifizierten Strecken
meist bestreiten. Investitionskosten fallen also sowieso an. Die höheren
Kosten für die Neigetechnik sollen sich durch ein mehr an Fahrgästen
rechnen, die die Bahn anstelle des PKW nutzen.

Zusätzliche Fahrgäste gewinnt man natürlich nicht einfach durch einen
neuen Zug. Die Anschlüsse an den Bahnhöfen z.B. müssen auch den
veränderten Ankunftszeiten Rechnung tragen. Die Koordination der Fahrpläne
zwischen DB und lokalen Nahverkehrsanbietern klappt leider nicht immer.

Bevor ich jetzt endgültig die Kurve zu Themen, die in d.e.b.stadtverkehr
gehören, kriege, muß ich Dir natürlich in einem recht geben. Bei jeder
neuen Technologie, die man einführt, muß man sich überlegen, ob man
praktische Verbesserungen gegenüber dem state of the art erreicht, und ob
das den Preis wert ist. Aber für die Neigetechnik (sofern sie denn
funktioniert), kann man, denke ich, beide Fragen mit Ja beantworten.

Bis die Tage

Ecki


Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 22, 1999, 3:00:00 AM1/22/99
to

Volker Wollny schrieb:

> Wenn der Zug nun eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h
> erreicht, hat dieser Mensch seinen Arbeitsweg in 10 min Fußmarsch + 15
> min Bahnfahrt + weiter 10 min Fußmarsch = 35 min zurückgelegt. Gelingt
> es mit allerhand technischem Overkill wie Neigezugtechnik (müßte es
> nicht überhaupt eigenlich Zugneigetechnik heißen?) und so weiter die
> Durchschnittsgeschwindigkeit auf 60 km/h zu erhöhen, ist er noch 10
> min auf der Bahn unterwegs, insgesamt 30 min anstatt der 35 min
> vorher.


Du hast zu erwähnen vergessen, daß er mit dem Auto 15 min braucht.

So herum macht es Sinn: Eine Verkürzung von 35 auf 30 Minuten ist
irrelevant, weil man Deine hypothetische Person auch mit 30 Minuten nicht
auf die Bahn kriegt. Dafür dürften es höchsten 20 bis 25 sein.


hajo


Jürgen Hoffmann

unread,
Jan 22, 1999, 3:00:00 AM1/22/99
to
Volker Wollny schrieb:

> Im günstigsten Fall spart de Mann also jeden Tag 10 Minuten ein. Die
> aufwendig Technik muß aber bezahlt werden. Natürlich über den
> Fahrpreis. Wieviel das ausmacht sollen meinetwegen andere ausrechnen,

> mir geht es bloß um´s Prinzip. (...)

Wir habe hier prinzipiell das gleiche Problem, wie bei
Bahn-Hochgeschwindigkeitsstrecken oder beim Transrapid: Neigetechnik
ermöglicht lediglich eine höhere Spitzengeschwindigkeit. Für den Fahrgast
ist jedoch die Gesamtreisezeit ausschlaggebend, einschließlich der Zu- und
Abgangswege, sowie der Warte- und Umstegezeiten. Eine Erhöhung der
Spitzengeschwindigkeit macht also nur dann Sinn, wenn zwei Bedingungen
erfüllt sind:
a) Es sollte eine signifikante Fahrzeitverkürzung ermöglicht werden. Hier
gibt es z. B. das Problem, daß der Ausbau von 160 auf 200 km/h einen
immensen Aufwand bereitet, der sich allerdings nur in einer relativ
geringen Fahrzeitverkürzung auswirkt. Einer Erhöhung von 60 auf 80 km/h
hat hier z. B. einen wesentlich höheren Effekt.
b) Die Fahrzeitgewinne dürfen nicht durch dadurch bedingte
Reisezeitverluste kompensiert werden. Dies spielt aber vor allem im
Regionalverkehr die entscheidende Rolle. Wenn man als Zielhorizont bei der
Fahrplanerstellung einen flächendeckenden ITF anstrebt, dann kommt es
nicht auf möglichst große Höchstgeschwindigkeiten an, sondern auf
Fahrzeiten zwischen den ITF-Knoten von 25 bis 27 Minuten. Also macht der
Einsatz von NeiTech-Zügen nur auf solchen Strecken Sinn, wo die Fahrzeit
ansonsten zu lange wäre. Im günstigsten Fall kann man die Zugläufe über
mehrere solche aufeinanderfolgenden Strecken durchbinden.

Gruß

Jürgen

--
"Dieser Vorgang wurde aufgrund von Einschränkungen abgebrochen,
die für Ihren Computer gelten.
Wenden Sie sich an den Systemadministrator!"

http://user.berlin.de/~juergen.hoffmann/

Volker Wollny

unread,
Jan 23, 1999, 3:00:00 AM1/23/99
to
Hallo Hans-Joachim!

Hans-Joachim Zierke schrieb:

> Du hast zu erwähnen vergessen, daß er mit dem Auto 15 min braucht.

Das ist nicht unbeding so. Zur Arbeit fährt man meist in die Stadt. Und wenn
die größer ist - und in Ballungsräumen sowiso - kommen zu der theoretischen
Fahrzeit von 15 min noch vielleicht 10 Minuten Stau und 10 Minuten
Parkplatzsuche hinzu. Wenn das reicht. Da müßte dann eigentlich schon die
Bimmelbahn konkurrenzfähig sein.

> So herum macht es Sinn: Eine Verkürzung von 35 auf 30 Minuten ist
> irrelevant, weil man Deine hypothetische Person auch mit 30 Minuten nicht
> auf die Bahn kriegt. Dafür dürften es höchsten 20 bis 25 sein.

Ich glaube hier liegt ein großer Denkfehler vor. Ich denke mal, daß in
Ballungsräume - s.o. - die (Eisen-, S-, U-, Straßen-)Bahn oft der schnellere
Weg wäre. Dort wird es mehr eine Gewohnheit sein, daß die Leute trotzdem mit
dem Auto fahren, obwohl sie dabei ihre ach so kostbare Zeit damit im
allmorgendlichen/-abendlichen Stau verplempern.

Höhere Geschwindigkeit ist meiner Ansicht nach nicht der richtige Weg, wenn
man die Leute auf die Bahn bekommen möchte. Die Bahnfahrt zu urbanen Zielen
hat noch mehr Vorteile: Der Motor des Autos wird nicht im Stop and Go
gequält, bei Glätte riskiert man kein Beulen im geliebten Lackglanz, das
Gläschen nach Feierabend oder nach dem Bummel oder die Halbe Bier beim
Auswärtsessen und der Kurze danach gefährden keinen Führerschein. Und wenn
man in weiblicher Begleitung ist, kann man im Zugabteil auch herrrlich
schmusen ohne gleich ein Verkehrsgefährdung darzustellen ;-)

Solche Argumente lassen sich bestimmt noch viele finden, und alle gelten auch
für die Ferkeltaxe/Bimmelbahn, dazu braucht es keine rasenden Rolande...
Lieber rumple ich in der Ferkeltaxe von einem interessanten Job heim in ein
glückliches Zuhause, als das ich von der verhaßten Maloche im hochmodernen
RegioShuttle zum Fernseh- und Flaschenbier-Frust gleite. Ich habe übrigens
den Verdacht, daß beideVarianten in ursächlichem Zusammenhang stehen und daß
ganz allgemein in unserer Welt mit dem ganzen
höher-weiter-größer-schneller-Syndrom am wirklichen Bedarf der Menschen
vorbei geforscht, entwickelt und produziert wird. Und daß das steigende
Interesse der Leute an alter Technik eine tiefere Ursache hat: den
unbewußten Verdacht, daß die Leere in unserem heutigen Leben direkte Folge
des sinnlosen Strebens nach immer mehr Leistung ist.

Für mehr Lust zum/am Bahnfahren (und dem ganzen übrigen Leben)

Volker Wollny

unread,
Jan 23, 1999, 3:00:00 AM1/23/99
to
Hallo Torsten!

Torsten Eckert schrieb:

> Es kommt halt immer darauf an, wofür man die Neigetechnik einsetzt. In
> Deinem Beispiel erscheint mir der Zug eher S-Bahn-Dimensionen zu haben,
> und dafür wäre der Einsatz von Neigetechnik tatsächlich übertrieben. Die
> DB setzt ihre Neigetechnik bisher in RE, bei zukünftigen Zügen wie dem ICT
> auch im Fernverkehr ein.

Tja, damit kommen wir auf ein weiteres Problem der schnellen Züge: Im
Zusammenhang mit dem ICE-Unglück in Eschede habe ich mitgekriegt, wieviel
Wartungsaufwand so ein schneller Zug macht. Das kostet richtig Kohle, was
natürlich auf die Fahrpreise durchschlägt. Also auch wieder technischer
Overkill: Wenn die Bahn gleich kurze Reisezeiten anbieten kann, wie das
Fliegen, wirdsie wolh auch so teuer wie fliegen. Die richtige Lösung wäre hir
also eine politische: Alle müßten für den Dreck, den sie machen zur Kasse
gebeten werden. Da würde das Flugzeug dann sehr alt aussehen und die Bahn auch
bei deitlich höheren Reisezeiten wieder konkurrenzfähig.

> Und für Fernpendler, die täglich weit mehr als 10
> Kilometer Fahrstrecke vom Heimatort in eine Großstadt zurückzulegen haben,
> ergeben sich deutlichere Verkürzungen der Fahrzeiten.

Um den oben angesprochenen Preis der hohen Fahrpreise. Und wenn man dann, um
eine halbe Stunde am Tag weniger auf der Bahn zu liegen einen um so viel
höheren Fahrtpreis bezahlen muß, daß man dafür eine halbe Stunde länger
arbeiten muß, ist auch nix gewonnen.

> Zu den Kosten: Nahverkehr ist eine öffentliche Aufgabe, und daher wird er
> sowieso aus Steuermittel subventionert, da er nur in den seltesten Fällen
> kostendeckend zu realisieren sein dürfte

Deswegen ist es aber noch lange nicht egal, wie hoch die Gestehungskosten für
den Personenkilometer sind.

> (Es sei denn, man schränkt das
> Angebot auf die Zeiten des größten Andrangs ein).

Das ist natürlich keine Lösung....

> Es ist zwar richtig, daß
> ein neuer Neigetechnik-Zug teuer ist. Aber irgendwann müssen die alten 215
> / 218 bzw. 219-Diesel ebenso erneuert werden wie die Silber / Grün /
> Rotlinge, die bisher den RE-Verkehr auf nicht elektrifizierten Strecken
> meist bestreiten. Investitionskosten fallen also sowieso an.

Es ging mir nicht allein um Neigetechnik, sie schien mir nur ein gutes
Beispiel für das, was ich als technischen Overkill bezeichne. Ich meine damit
aber noch mehr Dinge: Schau Dir mal ein RegioShutel oter einen LVT an. Da ist
soviel Schnickschnack dran, der angeblich "zeitgemäß" ist, aber nichts zum
eigentlichen Zweck, dem Transport von Personen beiträgt.
Wenn also eine Ferkeltraxe wirklich ausgedieselt hat, dann sollte die
Neuanschaffung wieder ähnlich aussehen, natürlich im sinnvollen Maße mit maß-
und sinnvoll eingesetzter neuer Technologie wie umweltfreundlicheren und
wirtschaftlicheren Motoren. An der Grundkosntruktion braucht jedoch nichts
geändert zu werden: Einfach und billig muß die Devise heißen. Die Raumschiffe,
die heutzutage als Verbrennungstriebwagen für den Nahverkehr angeboten werden,
halte ich für reine Geldmacherei der Hersteller, wobei die blinde
Fortschrittsgläubigkeit, Geltungsdrang und die Kritiklosigkeit gegenüber der
Technik vom Politiker bis zum Verbraucher dieser Geldmacherei natürlich jeden
Vorschub gibt. Dabei würden es im Grunde im Nahverkehr sogar Holzbänke tun.
Dann gebe es auch kleine Probleme mit aufgeschlitzten Sitzpolstern. Und wenn
einer meint, den Namen seiner Angebeteten nebst Herzchen dort hineinschnitzeln
zu müssen, ist das auch kein Beinbruch.

> Die höheren
> Kosten für die Neigetechnik sollen sich durch ein mehr an Fahrgästen
> rechnen, die die Bahn anstelle des PKW nutzen.

Sollen...

Denn auch das ist wieder die gleiche Naivität: Der Mensch auf dem Dorf ist
vielleicht stolz auf die tollen, neuen LVT oder RegioShuttles "seiner"
Lokalbahn. In die Stadt zur Arbeit fährt er aber mit dem Auto, denn durch die
hohen Investitionen ist die Bahn eben die teurere Alternative.

> Zusätzliche Fahrgäste gewinnt man natürlich nicht einfach durch einen
> neuen Zug. Die Anschlüsse an den Bahnhöfen z.B. müssen auch den
> veränderten Ankunftszeiten Rechnung tragen. Die Koordination der Fahrpläne
> zwischen DB und lokalen Nahverkehrsanbietern klappt leider nicht immer.

Wenn eine entsprechende Vernetzung und Dichte des Fahrplans erreicht wird,
dann fahren die Leute sogar auf Holzbänken, vor allem, wenn es billig ist.
Gute Argumente für den ÖPNV sind meiner Ansicht nach nämlich die Vermeidung
von Stau und Parkplatzsuche. Und wenn Papi mit der Bahn bei der Arbeit ist,
dann steht der geliebte eigene fahrbare Untersatz überdies warm und trocken in
der heimatlichen Garage anstatt in Wind und Wetter auf dem Firmenparkplatz
oder gar auf der Straße, wo im böse Bubenhände übles antun können.

Manche Familie könnte so eventuell auf den Zweitwagen verzichten und die
dadurch eingesparten monatlichen Kosten dürften für das Bahnticket allemal
reichen. Und jetzt kann man auch "der Nachtijall trappsen hörn", welche dafür
sorgt, daß Papi nicht mit der Bahn sondern mit der Familienmühle zur Arbeit
fährt und Mami einen Zweitwagen kaufen muß.....

> Bevor ich jetzt endgültig die Kurve zu Themen, die in d.e.b.stadtverkehr
> gehören, kriege, muß ich Dir natürlich in einem recht geben. Bei jeder
> neuen Technologie, die man einführt, muß man sich überlegen, ob man
> praktische Verbesserungen gegenüber dem state of the art erreicht, und ob
> das den Preis wert ist.

Das wird im allgemeinen aber offenbar nicht getan; sonst wäre alles viel
billiger. Im Endeffekt ist es immer der Verbraucher/Steuerzahler, der für
Verstiegenheit von Managern und Politikern blechen muß.

> Aber für die Neigetechnik (sofern sie denn
> funktioniert), kann man, denke ich, beide Fragen mit Ja beantworten.

Ein stilistisch hübscher Abschluß Deines Postings, aber aus den oben
dargelegten Gründen kann ich Dir nicht beipflichten, ob wohl Du auf meine
Argumente gut eingegangen bist.

Liebe Grüße

Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 25, 1999, 3:00:00 AM1/25/99
to

Volker Wollny schrieb:


> Das ist nicht unbeding so. Zur Arbeit fährt man meist in die Stadt. Und wenn
> die größer ist - und in Ballungsräumen sowiso - kommen zu der theoretischen
> Fahrzeit von 15 min noch vielleicht 10 Minuten Stau und 10 Minuten
> Parkplatzsuche hinzu. Wenn das reicht. Da müßte dann eigentlich schon die
> Bimmelbahn konkurrenzfähig sein.

Pannolinos haben bisher in erster Linie den ländlichen Raum erschließen
sollen, Eifel, Schwäbische Alb. Im ländlichen Raum beträgt die
Durchschnittsgeschwindigkeit des Autos von Tür zu Tür ca. 50 km/h, und wenn
20 Autos vor der einzigen Ampel des Ortes stehen, ist das ein Stau.

Die typische Durchschnittsgeschwindigkeit eines 628 ist 45 km/h _von
Bahnhof zu Bahnhof_. Typische Durchschnittsgeschwindigkeit auf
DB-Hauptstrecke _von Bahnhof zu Bahnhof_ ist 80 km/h. Du brauchst selbst im
Falle der Hauptstrecke einen gut gestalteten Zu- und Abgang, um mit der
Fahrzeit des Automobils zu konkurrieren.
Richtig ist, daß eine Fahrradstation im Bahnhof, oder ein Busanschluß am
gleichen Bahnsteig in so manchem Fall mehr Zeit sparte als schnellere
Züge.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit des Autos steigt, da es immer weniger
Staus gibt. Diese Beschleunigung hat das Auto der Arbeitslosigkeit
und der Entflechtung von Arbeitszeiten zu verdanken. Und zwar steigt die
Durchschnittsgeschwindigkeit des Autos schneller als die der Bahn. Es ist
daher sinnlos, die Stau-Argumente der siebziger und achtziger Jahre als
ewig gültig anzusehen.

> Ich glaube hier liegt ein großer Denkfehler vor. Ich denke mal, daß in
> Ballungsräume - s.o. - die (Eisen-, S-, U-, Straßen-)Bahn oft der schnellere
> Weg wäre.

Ja klar, aber Du lenkst von Deinem eigenen Thema ab: Ich kenne keine
Neitech-S-Bahn.


> Lieber rumple ich in der Ferkeltaxe von einem interessanten Job heim in ein
> glückliches Zuhause, als das ich von der verhaßten Maloche im hochmodernen
> RegioShuttle zum Fernseh- und Flaschenbier-Frust gleite. Ich habe übrigens
> den Verdacht, daß beideVarianten in ursächlichem Zusammenhang stehen und daß
> ganz allgemein in unserer Welt mit dem ganzen
> höher-weiter-größer-schneller-Syndrom am wirklichen Bedarf der Menschen
> vorbei geforscht, entwickelt und produziert wird.

Das vage Gefühl, alles hänge irgendwie mit allem zusammen, ist niemals
falsch. Leider eröffnet es keinerlei Handlungsmöglichkeiten. Die findet man
nur mit präzisem Durchdenken eines Sachverhalts, was Recherche und lesen
voraussetzt, und furchtbar anstrengend ist.


hajo


Ulf Kutzner

unread,
Jan 26, 1999, 3:00:00 AM1/26/99
to
Hans-Joachim Zierke wrote:

> Die Durchschnittsgeschwindigkeit des Autos steigt, da es immer weniger
> Staus gibt.

Weißt Du das sicher?

> Diese Beschleunigung hat das Auto der Arbeitslosigkeit
> und der Entflechtung von Arbeitszeiten zu verdanken. Und zwar steigt die
> Durchschnittsgeschwindigkeit des Autos schneller als die der Bahn. Es ist
> daher sinnlos, die Stau-Argumente der siebziger und achtziger Jahre als
> ewig gültig anzusehen.

Zumindest haben wir dadurch ein Nachfrageproblem auf klassischen
Berufsverkehrsrelationen im ÖPNV, soweit einzelne Firmen als Ziel
betrachtet werden.

Gruß, ULF

F'up2 stadtverkehr
--
_______________________________________________________________________________
Ulf Kutzner
Backhaushohl 46
D-55128 Mainz
_______________________________________________________________________________

André Nicoll

unread,
Jan 26, 1999, 3:00:00 AM1/26/99
to
Hans-Joachim Zierke wrote:
> Die Durchschnittsgeschwindigkeit des Autos steigt, da es immer weniger
> Staus gibt. Diese Beschleunigung hat das Auto der Arbeitslosigkeit

> und der Entflechtung von Arbeitszeiten zu verdanken. Und zwar steigt die
> Durchschnittsgeschwindigkeit des Autos schneller als die der Bahn. Es ist
> daher sinnlos, die Stau-Argumente der siebziger und achtziger Jahre als
> ewig gültig anzusehen.

Oder es fahren noch mehr Autos, so daß den ganzen Tag über Stau ist und
nicht nur im Berufsverkehr.

André Nicoll

Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 26, 1999, 3:00:00 AM1/26/99
to

André Nicoll schrieb:


> Oder es fahren noch mehr Autos, so daß den ganzen Tag über Stau ist und
> nicht nur im Berufsverkehr.

Daß stelle ich mir ja auch ganz gerne vor manchmal, nur hat die Realität
anders entschieden.
Wenn Du Dir die Tagesgangkurve des Autoverkehrs ansiehst, wirst Du
feststellen, daß da ziemlich viel Platz war.

Richtig ist, daß sich dies alles unterhalb einer deutlich weniger
elastischen Sättigungsgrenze abspielt. Es wäre meines Erachtens aber
katastrophal, wenn erst diese Sättigungsgrenze den Umsteigepunkt zum ÖV
markierte.

hajo


--
Postings passing through the following rogue sites are not transported to the
local domain:

nnrp1.dejanews.com netnews.web.de

Volker Wollny

unread,
Jan 27, 1999, 3:00:00 AM1/27/99
to
Hallo Hajo!

Hans-Joachim Zierke schrieb:

> Pannolinos haben bisher in erster Linie den ländlichen Raum erschließen
> sollen, Eifel, Schwäbische Alb. Im ländlichen Raum beträgt die
> Durchschnittsgeschwindigkeit des Autos von Tür zu Tür ca. 50 km/h, und wenn
> 20 Autos vor der einzigen Ampel des Ortes stehen, ist das ein Stau.

Ja, aber Du vergißt, daß der Weg vom Land meist in die Stadt führt (Arbeit,
Schule, Einkaufsbummel ...) und dort hat man dann halt die Plage mit Stau &
Parkplatznot.
Mit der Bahn bist Du normalerweise mitten in der Stadt. Der Autofahrer dagegen mag
einen guten Schnitt gefahren sein, aber nur bis zum Stadtrand. Dann bremsen - auch
ohne Stau - Verkehrsampeln und ähnliches seinen Vorwärtsdrang - und schließlich
kommt auch noch die Parkplatzsuche.

> Du brauchst selbst im
> Falle der Hauptstrecke einen gut gestalteten Zu- und Abgang, um mit der
> Fahrzeit des Automobils zu konkurrieren.
>

Na, wollen wir ein Wettrennen machen, von Aalen, wo ich wohne (2 - 2,5 km vom
Bahnhof) nach Stuttgart, sagen wir in die Cafeterie eine Kaufhauses in der
Königstraße? ;-))))
Ich mit dem Fahrrad zum Bahnhof und dann mit der Bahn und Du von Tür zu Tür mit
dem Auto?

> Die Durchschnittsgeschwindigkeit des Autos steigt, da es immer weniger
> Staus gibt.

Ui, da hab ich aber diesen Sommer andere Erfahrungen gemacht. Mit dem Auto von
Aalen an die Küste: Die rechnerische Durchschnittsgeschwindigkeit von 120 km/h auf
der Autobahn ist mittlerweile illusorisch. Mit der Bahn wäre ich schneller
gewesen, den Ausschlag für das Auto gab einmal (allein unterwegs) vor allem die
Bequemlichkeit (Gepäck)
das andere Mal (mit Familie, 2 Erw./ 2 Kinder) der Preis. Der ist ein großes
Problem und durch technischen Schnickschnack wird dei Bahn nicht billiger.

> Ja klar, aber Du lenkst von Deinem eigenen Thema ab: Ich kenne keine
> Neitech-S-Bahn.

Ui, da ist wohl was schlecht rübergekommen. Neitech war nur als ein Beispiel für
das gedacht, was ich "technischen Overkill" und "Schnickschnack" nenne. LVT und
RegioShuttle fallen für mich auch in diese Kategorie.

> Das vage Gefühl, alles hänge irgendwie mit allem zusammen, ist niemals
> falsch. Leider eröffnet es keinerlei Handlungsmöglichkeiten.

Es regt aber vielleicht doch zum Denken an. Ich habe im großen und ganzen eine
recht gute Vorstellung davon, was mit was zusammenhängt und versuche daraus
Strategien für mein eigene Lebensqualität zu gewinnen...

> Die findet man
> nur mit präzisem Durchdenken eines Sachverhalts, was Recherche und lesen
> voraussetzt,

Richtig!

> und furchtbar anstrengend ist.

.... abr auch Spaß machen kann... :-)

Heiko Schmitz

unread,
Jan 27, 1999, 3:00:00 AM1/27/99
to
Volker Wollny wrote:
>
> Hallo Hajo!
>
> Hans-Joachim Zierke schrieb:
>
> > Pannolinos haben bisher in erster Linie den ländlichen Raum erschließen
> > sollen, Eifel, Schwäbische Alb. Im ländlichen Raum beträgt die
> > Durchschnittsgeschwindigkeit des Autos von Tür zu Tür ca. 50 km/h, und wenn
> > 20 Autos vor der einzigen Ampel des Ortes stehen, ist das ein Stau.
>
> Ja, aber Du vergißt, daß der Weg vom Land meist in die Stadt führt (Arbeit,
> Schule, Einkaufsbummel ...) und dort hat man dann halt die Plage mit Stau &
> Parkplatznot.
> Mit der Bahn bist Du normalerweise mitten in der Stadt. Der Autofahrer dagegen mag
> einen guten Schnitt gefahren sein, aber nur bis zum Stadtrand. Dann bremsen - auch
> ohne Stau - Verkehrsampeln und ähnliches seinen Vorwärtsdrang - und schließlich
> kommt auch noch die Parkplatzsuche.

Das kommt darauf an, ob das Ziel gerade die Bahnhofskneipe ist. So
superzentral liegen
die meisten Bahnhoefe nun auch nicht. Ich wuerde eigentlich sagen, dass
ich recht zentral
wohne und brauche 10 Minuten zum Hbf. Zuzueglich Sicherheitsreserve und
evtl. Fahrkartenkauf
sind das schon mal 15 Minuten Zu- oder Abgangszeit. Bis dahin bin ich
mit dem Auto aber schon weit hinter der Stadtgrenze.


_____________________________________________________________________
Heiko Schmitz
MPI Polymerforschung
hsch...@mpip-mainz.mpg.de
hhtp://www-theory.mpip-mainz.mpg.de/~hschmitz
_____________________________________________________________________

Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 27, 1999, 3:00:00 AM1/27/99
to

Volker Wollny schrieb:

> Ja, aber Du vergißt, daß der Weg vom Land meist in die Stadt führt (Arbeit,
> Schule, Einkaufsbummel ...)

Komisch. Zumindest hier ist es so, daß das Dorf Hüllhorst seine Ziegelei
hat, seine Möbelfabriken, Holzhandlungen, etc. pp., seine Handwerksbetriebe
und seine Büros, und daß ein beträchtlicher Teil des Verkehrs sich zwischen
Dorf und Dorf abspielt.
Und wenn wir von "Stadt" reden, dann reden wir von Lübbecke, Minden, Löhne,
Bad Oeynhausen. Von diesen Städten hat nur Bad Oeynhausen ein ernsthaftes
Rush-Hour-Problem.

Klar: Wenn ich in's Bielefelder Stadtzentrum möchte, hat die Eisenbahn
einen Vorteil. Dieser Vorteil wird allerdings dadurch relativiert, daß die
Bahnhöfe Löhne und Kirchlengern 11 Kilometer entfernt sind. Das bedeutet 30
Minuten Vorlauf, wenn ich mit dem Rad fahre, wobei die ganz große Mehrheit
der Bahnkunden das so nicht tun wird. Oder es bedeutet Bus nach Löhne (eine
Verbindung nach Kirchlengern existiert nicht), was länger dauert als die
Radfahrt, obwohl es eine umsteigefreie Direktverbindung ist. Ländliche
Buslinien haben üblicherweise eine fahrplanmäßige
Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h, und das hier ist keine Ausnahme.

Wenn die Bahn eine Alternative ist für das Erreichen des Bielefelder
Stadtzentrums, dann nur deshalb, weil der DB-Teil der Strecke von Löhne
nach Bielefeld dank 80 km/h Schnitt eben doch so manche Minute herausfährt
gegenüber dem Auto.


> Mit der Bahn bist Du normalerweise mitten in der Stadt. Der Autofahrer dagegen mag
> einen guten Schnitt gefahren sein, aber nur bis zum Stadtrand. Dann bremsen - auch
> ohne Stau - Verkehrsampeln und ähnliches seinen Vorwärtsdrang - und schließlich
> kommt auch noch die Parkplatzsuche.

Stimmt ja alles, wenn Du Berlin meinst.


> Na, wollen wir ein Wettrennen machen, von Aalen, wo ich wohne (2 - 2,5 km vom
> Bahnhof) nach Stuttgart, sagen wir in die Cafeterie eine Kaufhauses in der
> Königstraße? ;-))))
> Ich mit dem Fahrrad zum Bahnhof und dann mit der Bahn und Du von Tür zu Tür mit
> dem Auto?

Zwischen Aalen und Stuttgart besteht eine Bahnverbindung mit sogar 94 km/h
Schnitt, also genau das, was andere Menschen Deiner Meinung nach nicht
bekommen sollen. Wer in der Käsekammer sitzt, hat es leicht, anderen Diät
zu predigen.



> Ui, da hab ich aber diesen Sommer andere Erfahrungen gemacht. Mit dem Auto von
> Aalen an die Küste: Die rechnerische Durchschnittsgeschwindigkeit von 120 km/h auf
> der Autobahn ist mittlerweile illusorisch. Mit der Bahn wäre ich schneller
> gewesen, den Ausschlag für das Auto gab einmal (allein unterwegs) vor allem die
> Bequemlichkeit (Gepäck)

Es gibt treppengängige Sackkarren, und es gibt Fahrradabteile, wo man eine
Sackkarre hinstellen kann, wenn man nicht gerade zur Radfahrer-Hochsaison
fährt.

> das andere Mal (mit Familie, 2 Erw./ 2 Kinder) der Preis. Der ist ein großes
> Problem

Ich kann mir schwer vorstellen, wie man mit 2 Erw. und 2 Kindern so fährt,
daß man über die 50 Pf. / km (oder mehr) eines Autos kommt.

> Ui, da ist wohl was schlecht rübergekommen. Neitech war nur als ein Beispiel für
> das gedacht, was ich "technischen Overkill" und "Schnickschnack" nenne. LVT und
> RegioShuttle fallen für mich auch in diese Kategorie.

Sagt mir gerade nichts, aber es sind vermutlich Niederflurwagen, die ich
sehr zu schätzen weiß, wenn ich mit meiner gehbehinderten Tante fahre, und
es sind vermutlich Leichtfahrzeuge, die mit zwei Drittel der Motorleistung
und der Hälfte des Verbrauchs für die gleiche Beschleunigung auskommen.

Heiko Schmitz

unread,
Jan 27, 1999, 3:00:00 AM1/27/99
to
Hans-Joachim Zierke wrote:

> Ich kann mir schwer vorstellen, wie man mit 2 Erw. und 2 Kindern so fährt,
> daß man über die 50 Pf. / km (oder mehr) eines Autos kommt.

Na aber locker, auch schon mit zwei Erwachsenen. Ein Freund von mir ist
letztens
mit seiner Freundin vom Frankfurter Flughafen nach Aachen gefahren und
hat so
160 DM bezahlt, das macht ca. 60Pfg./km, und zwar ohne Bus- oder
Taxi-Geld fuer
den Weg vom Bahnhof nach Hause


--

Oliver Schnell

unread,
Jan 27, 1999, 3:00:00 AM1/27/99
to
Heiko Schmitz <hsch...@mpip-mainz.mpg.de> wrote:
> Hans-Joachim Zierke wrote:
>
>> Ich kann mir schwer vorstellen, wie man mit 2 Erw. und 2 Kindern so fährt,
>> daß man über die 50 Pf. / km (oder mehr) eines Autos kommt.

Doch wenn man bloed ist und noch nichts vom Familien-Sparpreis gehoert hat.

> Na aber locker, auch schon mit zwei Erwachsenen. Ein Freund von mir ist
> letztens
> mit seiner Freundin vom Frankfurter Flughafen nach Aachen gefahren und
> hat so
> 160 DM bezahlt, das macht ca. 60Pfg./km, und zwar ohne Bus- oder

Kann es sein, dass sie in diesem Falle bei Benutzung ihres eigenen Kfz
noch die eine oder andere Mark an Parkgebuehren in FRA hingeblaettert haetten?

Wenn sie bei dem Flug (ich gehe einfach mal davon aus, dass Leute die von
einem Flughafen nach Hause fahren an ersterem per Flieger ankamen) einen
genauso cleveren Tarif gebucht haben (full fare) wie bei ihrer Bahnfahrt,
kaeme es auf die 160,- DM auch nicht mehr an. Ansonsten haetten sie fuers
nahezu gleiche Geld auch Hin- und Rueckfahrt haben koennen.

Oliver Schnell

Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 27, 1999, 3:00:00 AM1/27/99
to

Heiko Schmitz schrieb:


> Na aber locker, auch schon mit zwei Erwachsenen. Ein Freund von mir ist
> letztens
> mit seiner Freundin vom Frankfurter Flughafen nach Aachen gefahren und
> hat so
> 160 DM bezahlt, das macht ca. 60Pfg./km, und zwar ohne Bus- oder

> Taxi-Geld fuer
> den Weg vom Bahnhof nach Hause


Hmmh... 2. Klasse Bahncard kostet 38,50 pro Erwachsenen, IC 42 DM, ICE +
Thalys 46,50.
Haben sie das Frühstück im Bordrestaurant mitgerechnet?

hajo

P.S.: Es wäre übrigens schön, wenn Du Deine Postings auf 75 Spalten oder
dergleichen formatiertest. Informationen dazu in de.newusers.infos.

Ulf Kutzner

unread,
Jan 27, 1999, 3:00:00 AM1/27/99
to
Hans-Joachim Zierke wrote:

> > In der Tat. Das Problem ist, daß Staus den Endnutzer direkt und
> > wahrnehmbar beeinträchtigen, während unzureichende Streckenkapazitäten
> > im Gegensatz zu unzureichenden Fahrzeugkapazitäten von den meisten
> > Endnutzern kaum wahrgenommen werden. Entsprechend bedarf insbesondere
> > bei Schienenstrecken die Erkenntnis und die Vermittlung einer
> > Entscheidungsnotwendigkeit einer ganz anderen Organisation als bei
> > Kfz-Nutzern, die zwar auch teils organisiert sind, aber ihre Interessen
> > auch außerhalb der Automobilclubs recht gut durchzusetzen wissen.
>
> Kopfschüttel.
>
> Was soll daran kompliziert sein? Das Beförderungsunternehmen kennt diese
> Fakten. Das Beförderungsunternehmen verfügt über eine Marketingabteilung
> mit Menschen, die lesen und schreiben können. Das Beförderungsunternehmen
> kann die Beförderungsfälle zu einmalig günstigen Preisen informieren, weil
> ihm in den Beförderungsmitteln Aushangflächen und Ablageplätze kostenlos
> zur Verfügung stehen. Ein Problem existiert nicht.
>
> Wenn so etwas nicht geschieht, dann doch vor allem deshalb, weil die
> Engpässe meistens solche sind, die die DB AG gar nicht beseitigen _möchte_,
> weil es Engpässe im Nahverkehr sind.

Wenn ein Zug nicht angeboten wird oder verpätet fährt, muß der Fahrgast
erst einmal auf die Idee kommen, daß dies an mangelnden Trassen, also
Knappheit auf den Verkehrswegen, liegen könnte.

Gruß, ULF

Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 27, 1999, 3:00:00 AM1/27/99
to

Ulf Kutzner schrieb:


> Wenn ein Zug nicht angeboten wird oder verpätet fährt, muß der Fahrgast
> erst einmal auf die Idee kommen, daß dies an mangelnden Trassen, also
> Knappheit auf den Verkehrswegen, liegen könnte.

Ich schrieb:

> > Das Beförderungsunternehmen verfügt über eine Marketingabteilung
> > mit Menschen, die lesen und schreiben können.


Mal aus dem hohlen Bauch, es gibt sicher bessere Möglichkeiten:

Nehmen wir an, da ist eine S-Bahn mit eben diesem Problem: Die Schienen
sind morgens zwischen 7 und 8, nachmittags zwischen 16 und 17 und nachts
zwischen 1 und 4 voll belegt.

Da machen wir in der S-Bahn einen hübschen Aushang:

"Information für unsere Beförderungsfälle in der S27.

Ihr Zug, die S27, befährt die Dürr-Gedächtnisbahn zwischen Adorf und
Bstadt. Auf der Dürr-Gedächtnisbahn verkehren xxx Züge pro Tag, sie gehört
zu den deutschen Eisenbahnstrecken mit extrem hoher Auslastung. Die
Auslastung beträgt:

<Folgt eine chice Graphik, mit 24 Stunden, Sonne, Mond und Sternen als
leicht bregreiflichem Tagesganganzeiger. DArunter die Auslastung in
Prozentzahlen mit zusätzlicher Farbmarkierung, sagen wir rot für über 95%,
gelb für über 65%, Rest grün.>

"Eine dichtere Zugfolge ist nicht möglich, ohne die Sicherheit des Betriebs
zu vermindern.
Wir bitten deshalb um Ihr Verständnis, daß zu den rot markierten
Tageszeiten auch kleinste Störungen im Betriebsablauf leicht zu
Verspätungen führen. Bitte helfen auch Sie mit, indem Sie <bla bla>

Eine grundsätzliche Verbesserung können wir erst dann für Sie erreichen,
wenn die Dürr-Gedächtnisbahn ein drittes Gleis erhält. Die notwendigen
Gelder hierfür sollen im Jahr 2015 zur Verfügung gestellt werden."


hajo

Volker Wollny

unread,
Jan 28, 1999, 3:00:00 AM1/28/99
to
Hallo Hajo!

Hans-Joachim Zierke schrieb:

> Und wenn wir von "Stadt" reden, dann reden wir von Lübbecke, Minden, Löhne,


> Bad Oeynhausen. Von diesen Städten hat nur Bad Oeynhausen ein ernsthaftes
> Rush-Hour-Problem.

Gegenbeispiel: Komm mal zu uns nach Aalen/Württ. Ist auch nicht besonders Groß (70 000
inclusive haufenweise eingemeindeten Dörfern).

> Klar: Wenn ich in's Bielefelder Stadtzentrum möchte, hat die Eisenbahn
> einen Vorteil. Dieser Vorteil wird allerdings dadurch relativiert, daß die
> Bahnhöfe Löhne und Kirchlengern 11 Kilometer entfernt sind. Das bedeutet 30
> Minuten Vorlauf, wenn ich mit dem Rad fahre, wobei die ganz große Mehrheit
> der Bahnkunden das so nicht tun wird. Oder es bedeutet Bus nach Löhne (eine
> Verbindung nach Kirchlengern existiert nicht), was länger dauert als die
> Radfahrt, obwohl es eine umsteigefreie Direktverbindung ist.

> Ländliche
> Buslinien haben üblicherweise eine fahrplanmäßige
> Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h, und das hier ist keine Ausnahme.

*LOL* Und wo ist da der Vorteil gegenüber der Bimmelbahn? Ich sag mal, das dürfte unsere
alte Härtsfeld-Schättere (Aalen-Dillingen, Meterspur) Vmax=30 km/h auch geschafft haben.

> Stimmt ja alles, wenn Du Berlin meinst.
>

Das paßt auch bei Aalen, Schwäbisch Gmünd, Ulm, Heidenheim - alles Städte <= 100000
Einwohnern.

> Zwischen Aalen und Stuttgart besteht eine Bahnverbindung mit sogar 94 km/h
> Schnitt, also genau das, was andere Menschen Deiner Meinung nach nicht
> bekommen sollen. Wer in der Käsekammer sitzt, hat es leicht, anderen Diät
> zu predigen.

Gegen hohe Geschwindigkeit als solche habe ich auch nichts gesagt. Mir ging es um den
technischen Overkill, der zur Herausquetschen der letzten km/h verwendet wird.Auf der
Strecke AA - S sehe ich immer recht konventionelles Material, auf keinen Fall jedoch
Pannolinos oder ähnliches. NAN müßte diese Geschwindigkeit auf dieser Strecke nahezu mit
Dampfloks erreicht werden können. Auf jeden Fall schafft es jede alte Ellok.

> Es gibt treppengängige Sackkarren, und es gibt Fahrradabteile, wo man eine
> Sackkarre hinstellen kann, wenn man nicht gerade zur Radfahrer-Hochsaison
> fährt.

Danke für den Tip. Es spielt halt auch die Motivation eine Rolle.... ;-)

> Ich kann mir schwer vorstellen, wie man mit 2 Erw. und 2 Kindern so fährt,
> daß man über die 50 Pf. / km (oder mehr) eines Autos kommt.

Meine Autos fahren so typischerweise für ca 35 Pf./km - und für die Kalkulation
Auto/Bahn muß ich auch noch die Fixkosten rauslassen, denn für die zusätzliche Fahrt
statt der Bahnfahrt darf man nur die variablen Kosten rechnen. Warum so billig? Nun, ich
fahre Gebrauchtwagen, augenblicklich einen Volvo 245 für DM 100.-. Mit einer Investition
von einigen Blauen hat er demnächst wieder 2 Jahre TÜV. Ich hatte auch mal eine Daimler
350 SE, der hat trotzdem er 20 l/100 km geschluckt hat keine 50 Pf./km gekostet.

> Sagt mir gerade nichts, aber es sind vermutlich Niederflurwagen, die ich
> sehr zu schätzen weiß, wenn ich mit meiner gehbehinderten Tante fahre, und

Mit ein bißchen gutem Willen und der Mithilfe von Zugpersonal und Mitreisenden ist sogar
ein Rollstuhl kein Problem in herkömmlichen Wagen.

> es sind vermutlich Leichtfahrzeuge, die mit zwei Drittel der Motorleistung
> und der Hälfte des Verbrauchs für die gleiche Beschleunigung auskommen.

Und was frißt die Herstellung des Aluminiums für den Leichtbau an Energie? Was ist mit
der geringeren Verwendungsdauer wegen Anfälligkeit für Materialermüdung? Eine größere
Anfälligkeit für Dauerbrüche dürfte übrigens auch bei Stahl-Leichtbau zu erwarten sein,
wenn auch nicht in dem Maße wie bei Aluminium. Der niedrigere Verbrauch relativiert sich
auch, wenn man bedenkt daß auch ein konventionelles Fahrzeug mit einem moderneren Motor
weniger verbraucht.

Heiko Schmitz

unread,
Jan 28, 1999, 3:00:00 AM1/28/99
to
Oliver Schnell wrote:

> Kann es sein, dass sie in diesem Falle bei Benutzung ihres eigenen Kfz
> noch die eine oder andere Mark an Parkgebuehren in FRA hingeblaettert haetten?
>
> Wenn sie bei dem Flug (ich gehe einfach mal davon aus, dass Leute die von
> einem Flughafen nach Hause fahren an ersterem per Flieger ankamen) einen
> genauso cleveren Tarif gebucht haben (full fare) wie bei ihrer Bahnfahrt,
> kaeme es auf die 160,- DM auch nicht mehr an. Ansonsten haetten sie fuers
> nahezu gleiche Geld auch Hin- und Rueckfahrt haben koennen.

Wieviel haette das denn gekostet? Ausserdem brauchten sie nur die
Rueckfahrt,
weil sie auf dem Hinweg ab Duesseldorf geflogen sind. Deshalb schied ja
auch
das eigene Auto aus. Alternative waere ein Mietwagen gewesen.

Heiko Schmitz

unread,
Jan 28, 1999, 3:00:00 AM1/28/99
to
Hans-Joachim Zierke wrote:
>
> Heiko Schmitz schrieb:
>
> > Na aber locker, auch schon mit zwei Erwachsenen. Ein Freund von mir ist
> > letztens
> > mit seiner Freundin vom Frankfurter Flughafen nach Aachen gefahren und
> > hat so
> > 160 DM bezahlt, das macht ca. 60Pfg./km, und zwar ohne Bus- oder
> > Taxi-Geld fuer
> > den Weg vom Bahnhof nach Hause
>
> Hmmh... 2. Klasse Bahncard kostet 38,50 pro Erwachsenen, IC 42 DM, ICE +
> Thalys 46,50.
> Haben sie das Frühstück im Bordrestaurant mitgerechnet?

Noee, aber Du hast auch die Bahncard nicht mitegerechnet.

Oliver Schnell

unread,
Jan 28, 1999, 3:00:00 AM1/28/99
to
Heiko Schmitz <hsch...@mpip-mainz.mpg.de> wrote:

> Oliver Schnell wrote:
>> kaeme es auf die 160,- DM auch nicht mehr an. Ansonsten haetten sie fuers
>> nahezu gleiche Geld auch Hin- und Rueckfahrt haben koennen.

> Wieviel haette das denn gekostet? Ausserdem brauchten sie nur die
> Rueckfahrt,
> weil sie auf dem Hinweg ab Duesseldorf geflogen sind. Deshalb schied ja
> auch
> das eigene Auto aus. Alternative waere ein Mietwagen gewesen.

Sie sie nach DUS gelaufen?

Rail&Fly kostet fuer die erste Person 110,-, fuer die zweite und jede weitere
Person 69,- => 179,- (IC-Zuschlaege inkl.)
Wichtig: Abflug- und Ankunftflughafen koennen varieren.

Statt dessen Frankfurt Flughafen - Aachen einfach 2. Kl mit IC (nehm ich mal an)
= 2* 84,- = 168,- DM.

Mietwagen liegt bei ab 100,- / Tag (one-ways) zzgl. Extra-Charge ab FRA,
zzgl. Sprit, Kasko. Haette ab FRA eine Alternative sein koennen.

Die zwei sollten sich ein auch fuer Bahnreisen kompetentes Reisebuero
suchen (sind aber rar).

Oliver Schnell

Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 28, 1999, 3:00:00 AM1/28/99
to

Volker Wollny schrieb:


> *LOL* Und wo ist da der Vorteil gegenüber der Bimmelbahn? Ich sag mal, das dürfte unsere
> alte Härtsfeld-Schättere (Aalen-Dillingen, Meterspur) Vmax=30 km/h auch geschafft haben.

Da ist eben kein Vorteil.
In dieser Gegend schaffen die Hauptbahnen 80 bis 85 km/h Schnitt im
Nahverkehr, die VT628-Nebenbahnen 45 km/h, die Busse 20 km/h (mit einigen
wenigen Ausnahmen, auf durchgehender flacher Bundesstraße werden manchmal
25 oder gar 30 km/h erreicht).

Was ich Dir mitteilen wollte, ist folgende Eigenschaft des ÖV:
Die Geschwindigkeit der Bahn muß unter anderem die wenig änderbare miese
Geschwindigkeit des Zulaufs zum Bahnhof ausgleichen. Zum Beispiel die des
Busses.
(Wobei die DB AG gerade dabei ist, am Bahnhof Minden die Reisezeit um 5
Minuten zu verlängern durch besonders intelligente Bahnhofsplanung. Die
muß der Zug dann natürlich auch noch wieder rausfahren...)


> Das paßt auch bei Aalen, Schwäbisch Gmünd, Ulm, Heidenheim - alles Städte <= 100000
> Einwohnern.

Komisch. Mein Bruder hat Ulm als Oberzentrum, hat uns letztesmal in einer
Dreiviertelstunde vom Hbf abgeholt (morgens früh vom Schlafwagen) und
braucht im Berufsverkehr ungefähr eine Stunde nach Ulm Hbf (Du hast also
durchaus Recht, daß der Berufsverkehr die Reisezeit des Autofahrer nach
Ulm um eine Viertelstunde verlängert). Jetzt nehmen wir mal zum Vergleich
den ÖV.
lynx bahn.hafas.de:

+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Sonderbuch, Zwiefalten | | 16:31 | Bus 7645 | |
| Zwiefalten Post | 16:40 | 17:50 | Bus 7556 | |
| Riedlingen Bahnhof | 18:08 | | Fußweg | 2 Minuten |
| Riedlingen | | 18:48 | RE 3387 | FB |
| Ulm Hbf | 19:41 | | | |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+

Du siehst: Der RE ist allenfalls dann schneller im Berufsverkehr, wenn der
ÖV-Kunde Riedlingen Bahnhofstraße wohnt.


> Gegen hohe Geschwindigkeit als solche habe ich auch nichts gesagt. Mir ging es um den
> technischen Overkill, der zur Herausquetschen der letzten km/h verwendet wird.Auf der
> Strecke AA - S sehe ich immer recht konventionelles Material, auf keinen Fall jedoch
> Pannolinos oder ähnliches. NAN müßte diese Geschwindigkeit auf dieser Strecke nahezu mit
> Dampfloks erreicht werden können. Auf jeden Fall schafft es jede alte Ellok.

Ja richtig: Es kommt auf die erreichte Durchschnittsgeschwindigkeit an,
nicht auf die Technik. Die verbesserte Technik wird dort benötigt, wo die
Durchschnittsgeschwindigkeit zu niedrig ist. Das ist sie meistens dort, wo
Bahnstrecken besonders schön sind: In kurvigen Flußtälern mit schnurgerader
Bundesstraße parallel dazu über die Hügel.


> Danke für den Tip. Es spielt halt auch die Motivation eine Rolle.... ;-)

Klar. Hier auf dem Lande verbrate ich für Autovermietung eine Stunde extra,
mindestens, das fördert die Motivation. In Berlin war das anders.


> Meine Autos fahren so typischerweise für ca 35 Pf./km - und für die Kalkulation
> Auto/Bahn muß ich auch noch die Fixkosten rauslassen, denn für die zusätzliche Fahrt
> statt der Bahnfahrt darf man nur die variablen Kosten rechnen. Warum so billig? Nun, ich
> fahre Gebrauchtwagen, augenblicklich einen Volvo 245 für DM 100.-. Mit einer Investition
> von einigen Blauen hat er demnächst wieder 2 Jahre TÜV. Ich hatte auch mal eine Daimler
> 350 SE, der hat trotzdem er 20 l/100 km geschluckt hat keine 50 Pf./km gekostet.

Ach so - JETZT verstehe ich Dich. Du hast ein eigenes Auto für die Fälle,
in denen die Bahn nicht schnell genug ist, und predigst jenen, die auf die
Bahn angewiesen sind, Bescheidenheit.
Mehr Neitech jetzt und sofort, kann ich dazu nur sagen (sofern sie von Fiat
und nicht von Adtranz kommt), am besten finanziert mit einigen Mark
Ökosteuer pro Liter auf Deinen Volvo 245.

(Ich hoffe, Du hast wenigstens einen "Atomkraft - Nein Danke" und einen
"Die Grünen" - Aufkleber dran, um meine festgefügten Vorurteile zu
stützen.)


> Mit ein bißchen gutem Willen und der Mithilfe von Zugpersonal und Mitreisenden ist sogar
> ein Rollstuhl kein Problem in herkömmlichen Wagen.

Weiß ich. Ich weiß aber auch, daß es für Behinderte einen großen
Unterschied macht, ob sie sich selbst bewegen oder bewegt werden können.
Wobei ich Dir zustimme, daß es nicht sinnvoll ist, für solche Zugänge auf
Nebenbahnen jeden Betrag auszugeben.

Übrigens hilft gute Zugänglichkeit nicht nur Behinderten. Das schnellste
Verkehrsmittel neben dem Auto ist Fahrrad-Bahn-Fahrrad, und die MEhrheit
der Leute, die ihr Leben ohne Volvo 245 hinkriegen, sind Frauen,
insbesondere solche, die Kinder, aber keinen Mann am Hals haben. Du wirst
trotzdem kaum beobachten können, daß eine dieser Frauen mit ihrem 20-Kilo-
DAmenrad plus Kindersitz vom niedrigen Bahnsteig in einen 628 einsteigt.
Nicht, weil sie keine Hilfe bekäme, sondern weil sie erst gar nicht auf die
Idee kommt angesichts dessen, was sie sieht.

Ich sage ja gar nicht, daß die DB deshalb ihre 628 wegschmeißen soll, bin
aber durchaus dafür, daß die Bahn ihren Beförderungsfällen bei
neubeschafften FAhrzeugen ein Stück entgegenkommt.


> Und was frißt die Herstellung des Aluminiums für den Leichtbau an Energie? Was ist mit
> der geringeren Verwendungsdauer wegen Anfälligkeit für Materialermüdung? Eine größere
> Anfälligkeit für Dauerbrüche dürfte übrigens auch bei Stahl-Leichtbau zu erwarten sein,
> wenn auch nicht in dem Maße wie bei Aluminium.

Sowohl mit Stahl als auch Alu kann man leicht und haltbar konstruieren, wie
man am Beispiel von Fahrrädern oder Flugzeugen leicht erkennen kann. Wenn
auch ich von einigen derzeit neu gebauten Fahrzeugen keine große
Haltbarkeit erwarte, hat das nichts mit Materialeigenschaften oder
Konstruktions_möglichkeiten_ zu tun.

Michael Kauffmann

unread,
Jan 28, 1999, 3:00:00 AM1/28/99
to
Volker Wollny wrote:

> Und was frißt die Herstellung des Aluminiums für den Leichtbau an Energie? Was ist mit
> der geringeren Verwendungsdauer wegen Anfälligkeit für Materialermüdung?

Woraus bestehen eigentlich die Silberlinge?

Ich habe mal irgendwo gelesen (ging aber, glaube ich, um Fahrräder),
Aluminiumkonstruktionen seien bei gleicher Stabilität nicht leichter
als Stahl, der große Vorteil sei aber die praktisch unbegrenzte
Haltbarkeit,
da Aluminium nicht rostet.

Michael Kauffmann

Peter Dunkel

unread,
Jan 28, 1999, 3:00:00 AM1/28/99
to
On 22 Jan 1999 11:42:24 GMT, ha...@Zierke.com (Hans-Joachim Zierke)
wrote:

>Du hast zu erwähnen vergessen, daß er mit dem Auto 15 min braucht.
>

>So herum macht es Sinn: Eine Verkürzung von 35 auf 30 Minuten ist
>irrelevant, weil man Deine hypothetische Person auch mit 30 Minuten nicht
>auf die Bahn kriegt. Dafür dürften es höchsten 20 bis 25 sein.

Hallo Hajo,

als umweltbewusster Bürger bin ich bereit, etwas längere Fahrtzeiten
zur/von der Arbeitsstelle in Kauf zu nehmen, ...

Nur muß eine Relation vorhanden sein. Ich fahre heute (einfache
Strecke) knapp 15 Minuten mit den Auto (12km), warte 5 Minuten auf den
Zug, fahre dann knapp 50 Minuten bis Hannover und gehe weitere 10
Minuten bis zur Arbeit. Macht also 1:20 für die einfache Strecke.
Wenn ich das Eisenbahnfahren streiche, fahre ich 55km in knapp einer
Stunde (wenn es gut läuft 35 Minuten).

Da ich umweltbewusst bin, substituiere ich also ca. 86km PKW Fahrt mit
einer knappen Stunde Fahrzeit. Damit bin ich aber schon sehr hart an
der Grenze (morgens um 6:50 aus dem Haus, abends gegen 19:30 wieder
daheim).

Wie lange ich das noch mache, weiss ich nicht, insbesondere da die
Kosten von 1720km mehr mit dem Auto (20 Arbeitstage) plus Parkkosten
gegen knapp 240,-DM für die Monatskarte liegen. Das Auto brauche ich
ja, um zum Bahnhof zu kommen, also brauche ich nur das Benzin zu
rechnen, macht bei 8 Litern / 100km und 1,60 DM/Liter im Monat 220,-
DM im Monat, bei einem anderen PKW (Diesel, 4 Liter Verbrauch) würde
ich gut 70,-DM im Monat zahlen, dazu noch die Parkkosten, sagen wir
mal 100,-DM im Monat. Dafür muss ich mich nicht über Verspätungen
ärgern, weil der Zug weg ist, wenn ich zuspät bin bzw. wenn ich
pünktlich bin der Zug am Zielbahnhof idR 5 bis 10 Minuten zu spät ist.
So kleine Auto werden heute auch nicht mehr gebaut (Fiat 500 mit 4
Personen), damit ich das "Platzgefühl" wie im Zug habe, ...

Ich hoffe auf die Rektivierung des Personenverkehrs von Rinteln nach
Stadthagen, dann bräuchte ich das Auto nicht und ich kann die
Bahnfahrerei auch "betriebswirtschaftlich" begründen.

mfg Peter Dunkel

Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 28, 1999, 3:00:00 AM1/28/99
to

Heiko Schmitz schrieb:


> > Hmmh... 2. Klasse Bahncard kostet 38,50 pro Erwachsenen, IC 42 DM, ICE +
> > Thalys 46,50.
> > Haben sie das Frühstück im Bordrestaurant mitgerechnet?
>
> Noee, aber Du hast auch die Bahncard nicht mitegerechnet.


Ja gut, 5 bis 10 DM Aufschlag für jeden, je nach jährlicher Fahrstrecke.
Bleibt trotzdem ein SEHR opulentes Frühstück übrig.

tobias b koehler

unread,
Jan 28, 1999, 3:00:00 AM1/28/99
to
On Thu, 28 Jan 1999 17:26:05 +0100, Michael Kauffmann
<Michael....@GMX.NET> wrote in de.etc.bahn.eisenbahn:

> Volker Wollny wrote:
>> Und was frißt die Herstellung des Aluminiums für den Leichtbau an Energie?

ist größtenteils recyclingmaterial

> Ich habe mal irgendwo gelesen (ging aber, glaube ich, um Fahrräder),
> Aluminiumkonstruktionen seien bei gleicher Stabilität nicht leichter
> als Stahl, der große Vorteil sei aber die praktisch unbegrenzte
> Haltbarkeit, da Aluminium nicht rostet.

Ich habe mal was von der DWA darüber gehört.
Dort wurden doppelstockwagen aus stahl und alu verglichen.
Alu ist eine komplett andere konstruktion (strangpressprofile
anstelle eines beblechten gerippes) und hat gewichtsvorteile,
aber den nachteil der größeren wandstärken. DWA hat in eine
sauteure strangpressanlage investiert, und die muss sich jetzt
amortisieren, daher werden die wagen bevorzugt aus alu gebaut.

--
tobias benjamin köhler _______________ t...@rcs.urz.tu-dresden.de
______<_ .--+--------+--. ______________ ______________
/'...<+>`\|H +--------+ H||H ========== H||H ========== H|
______`o-o--o-o'`-oo--------oo-'`-oo--------oo-'`-oo--------oo-'

Sven Herzfeld

unread,
Jan 28, 1999, 3:00:00 AM1/28/99
to
Hans-Joachim Zierke <ha...@Zierke.com> schrieb:

> Und wenn wir von "Stadt" reden, dann reden wir von Lübbecke, Minden, Löhne,
> Bad Oeynhausen. Von diesen Städten hat nur Bad Oeynhausen ein ernsthaftes
> Rush-Hour-Problem.

Mich würde da mal interessieren: Auch außerhalb der "Autobahn"?

(Für nicht Ortskundige: Von Hannover nach Osnabrück und in die Niederlande
führt zwar eine Autobahn, aber Bad Oeynhausen ist eine Lücke darin, die
bislang noch nicht geschlossen wurde. Da führt der Autobahnverkehr quasi
durch den Kurpark.)

>> das andere Mal (mit Familie, 2 Erw./ 2 Kinder) der Preis. Der ist ein großes
>> Problem

> Ich kann mir schwer vorstellen, wie man mit 2 Erw. und 2 Kindern so fährt,

> daß man über die 50 Pf. / km (oder mehr) eines Autos kommt.

Problemlos, wenn man die Fixkosten des Autos nicht mit einberechnet.

Sven

Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 28, 1999, 3:00:00 AM1/28/99
to

Michael Kauffmann schrieb:


> Ich habe mal irgendwo gelesen (ging aber, glaube ich, um Fahrräder),
> Aluminiumkonstruktionen seien bei gleicher Stabilität nicht leichter
> als Stahl, der große Vorteil sei aber die praktisch unbegrenzte
> Haltbarkeit,
> da Aluminium nicht rostet.

Aluminium kann durchaus korrodieren, gerade die hochfesten Legierungen
neigen dazu.

Wenn Du Fahrräder ansprichst, wirst Du feststellen, daß die leichtesten
Rennrahmen (ca. 1,8 Kilo für Rahmen mit Gabel) Alurahmen sind, Stahlrahmen
ein halbes Kilo mehr wiegen bei vergleichbaren Eigenschaften (insbesondere
Steifheit).
Das liegt daran, daß dickere Rohre mit dünneren Wandstärken steifer sind
als dünne Rohre gleichen Gewichts. Die Alurohre hat man so dick gemacht,
daß ein Stahlrahmen mit 0,2 bis 0,3 mm Wandstärke auskommen müßte, was
schlicht nicht praktikabel ist: So etwas kann man nicht mehr zu
vertretbaren Kosten verarbeiten, und außerdem kriegt's leicht Beulen.

Stahl holt beim Fahrrad auf, wenn man das FAhrrad falten können soll: Bei
Kompakt-Konstruktionen ist ein (schweineteurer) Gitterrohrrahmen leichter.


Was Du an diesem Beispiel für die Eisenbahn lernen kannst, ist: Die Antwort
hängt stark davon ab, was für ein Bauteil mit welchen Maßen hergestellt
werden soll, welche Konstruktionsmethode eingesetzt wird, und welche
Fertigungstechnik zur Verfügung steht.

Entscheidend wird letztlich sein, welche Fertigungstechnik es billiger
macht, ein bestimmtes Gewicht bei vorgegebener Stabilität und vorgegebenem
Gewicht zu erreichen. Neue Stadtbusse bestehen immer häufiger aus einer
Aluröhre, vor die ein Kunststoffgesicht davorgebatscht wird (klatsch,
Kaffeedose zu) und fertig. Ich wäre nicht erstaunt, wenn sich so etwas auch
bei Nahverkehrs-Triebwagen durchsetzte. Vorteil ist nämlich die erreichbare
Maßhaltigkeit: Du mußt nicht erst drei Tage lang am Wagenkasten rumbiegen,
bis die Fenster reinpassen, das spart Personalkosten.

Volker Wollny

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to
Hallo Michael!

Michael Kauffmann schrieb:

> Volker Wollny wrote:
>
> > Und was frißt die Herstellung des Aluminiums für den Leichtbau an Energie? Was ist mit
> > der geringeren Verwendungsdauer wegen Anfälligkeit für Materialermüdung?
>
> Woraus bestehen eigentlich die Silberlinge?

Aus Alu ;-)..... Spaß beiseite: Die Außenhaut meines Wissens. Die tragenden Teile sind
sicher aus Stahl.

> Ich habe mal irgendwo gelesen (ging aber, glaube ich, um Fahrräder),

> Aluminiumkonstruktionen seien bei gleicher Stabilität nicht leichter
> als Stahl, der große Vorteil sei aber die praktisch unbegrenzte
> Haltbarkeit,
> da Aluminium nicht rostet.

Dafür ist es empfindlich gegen Wechselbelastungen (hab ich mir in de.rec.sport.segeln
erklären lassen, als es um Schiffbaumaterialien ging) und (allen Seglern altbekannt)
elektrochemische Korosion.

Holz rostet auch nicht ;-).... Spaß beiseite: In puncto Konstruktionsgewicht bei gleicher
Belastbarkeit und Wechselbiegefestigkeit ist Holz allen anderen Werkstoffen überlegen.
Das Kernholz eines Baumes, welches das tragende Element ist, ist nämlich tot und wird nicht
mehr erneuert wie z.B. die Knochen eines Tieres. trotzdem hält es die Millionen und
Abermillionen Lastwechsel aus, die im Laufe eines manchmal Jahrhunderte währenden Baumlebens
durch den Wind verursacht werden.


Und was wenige wissen: Wenn es brennt, hält ein Holzträger länger stand als ein eiserner -
hab ich jedenfalls mal in der Berufsschule gelernt.

Volker Wollny

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to
Hallo Hajo!

Hans-Joachim Zierke schrieb:

> Du siehst: Der RE ist allenfalls dann schneller im Berufsverkehr, wenn der
> ÖV-Kunde Riedlingen Bahnhofstraße wohnt.

Aber es bleibt der Vorteil der Parkplatzsuche und daß man auch ohne schlechtes Gewissen ein
Bierchen trinken kann. Außerdem kann man die Zeit in der Bahn nutzen (Lesen, lernen,
arbeiten), die im Auto kaum.

> Ja richtig: Es kommt auf die erreichte Durchschnittsgeschwindigkeit an,
> nicht auf die Technik. Die verbesserte Technik wird dort benötigt, wo die
> Durchschnittsgeschwindigkeit zu niedrig ist. Das ist sie meistens dort, wo
> Bahnstrecken besonders schön sind: In kurvigen Flußtälern mit schnurgerader
> Bundesstraße parallel dazu über die Hügel.

Na und genau da ist man mit dem Auto auch langsamer. Und wie ich am Rechenbeispiel im ersten
Postin gezeigt habe, kann die Bahn selbst mit stark erhöhter Durchschnittsgeschwindigkeit
praktisch nix herausholen. Vor allem aber wird nicht soviel herausgeholt, wie ich dort mal
gnadenhalber angenommen habe.....

>
> Ach so - JETZT verstehe ich Dich. Du hast ein eigenes Auto für die Fälle,
> in denen die Bahn nicht schnell genug ist, und predigst jenen, die auf die
> Bahn angewiesen sind, Bescheidenheit.

Föllig Vlasch.;-) Auf ein Stündchen mehr Reisezeit in der Bahn kommt´s mir garnicht an, zumal
man sich dort die Zeit gut vertreiben/sie nutzen kann und man nicht mit Arbeit (chauffieren)
gepeinigt wird.

> Mehr Neitech jetzt und sofort, kann ich dazu nur sagen (sofern sie von Fiat
> und nicht von Adtranz kommt),

Wie gesagt: Es bringt nur dem Hersteller was. Vor allem spielt auch der Fahrweg eine Rolle.
Wenn bei 100 km/h in der Kurve das Kleineisen aus den Schwellen gezerrt wird, nutzt keine
Neigetechnik was, denn die Querkraft muß der Fahrweg aufnehmen. So gesehen ist es gar keine
Schaden, daß die Pannolinos nicht funktionieren: Ihren eigentlichen Zweck, nämlich Daimler
Kohle zu bringen, erfüllen sie. Und daß sie sich nicht neigen erhöht die Wegezeit von A nach B
fast nur, weil der Fahrplan nicht mehr stimmt.


> am besten finanziert mit einigen Mark
> Ökosteuer pro Liter auf Deinen Volvo 245.

Die Ökosteuer gehört auf die Verschrottung von funktionstüchtigen Autos erhoben, die man
subventioniert (z.B. Ford), um Neuwagen zu verkaufen die 1/2 oder 1 l weniger verbrauchen.
Es wird (wie bei den Leichtbautriebwagen) immer unterschlagen, wieviel Energie vebraucht und
Dreck gemacht wird, um einen Neuwagen herzustellen. Alles Geldschneiderei, so wie auch die
lächerlichen Katalysatoren: Meistens funktionieren sie nicht, dafür aber die Lambdaregelung,
welche das Gemischverhältnis ständig auf maximalen NOx-Ausstoß trimmt. Als Zugabe erhöht er
den Verbrauch auch noch satt. Der 84er 230 TE, den wir bis letzten Sommer hatten, brauchte
weniger als der fast neue Renault Megane, (vergleichbare Leistung/größe) meines Vaters.

Die billigere und wirksamere Magermix-Technik wird unterschlagen, weil damit halt nicht soviel
Kohle gemacht werden kann wie mit dem Kat.


> (Ich hoffe, Du hast wenigstens einen "Atomkraft - Nein Danke" und einen
> "Die Grünen" - Aufkleber dran, um meine festgefügten Vorurteile zu
> stützen.)

Kann sein. Es sind eine ganze Menge Aufkleber drauf, er hat vorher einem friedensbewegten Arzt
(düfte ein 68er sein) gehört ;-))))))))))

> > Mit ein bißchen gutem Willen und der Mithilfe von Zugpersonal und Mitreisenden ist sogar
> > ein Rollstuhl kein Problem in herkömmlichen Wagen.
>
> Weiß ich. Ich weiß aber auch, daß es für Behinderte einen großen
> Unterschied macht, ob sie sich selbst bewegen oder bewegt werden können.

Stimmt. Aber bei einem besseren Miteinander von Behinderten und Unbehinderten wären solche
Gefühle weniger wichtig. Außerdem dürfte es kein unlösbares Problem sein, konventionelle Wagen
mit rampen oder Lifts für Rollis nachzurüsten. Und auf jeden Fall billiger als sie durch
Niederflurwagen zu ersetzten.

> . Das schnellste
> Verkehrsmittel neben dem Auto ist Fahrrad-Bahn-Fahrrad,

Hatten wir ja schon in der von mir angebotenen Wette.... ;-)

> und die MEhrheit
> der Leute, die ihr Leben ohne Volvo 245 hinkriegen, sind Frauen,
> insbesondere solche, die Kinder, aber keinen Mann am Hals haben. Du wirst
> trotzdem kaum beobachten können, daß eine dieser Frauen mit ihrem 20-Kilo-
> DAmenrad plus Kindersitz vom niedrigen Bahnsteig in einen 628 einsteigt.

Das ist eine Frage des Service: Ich habe im Sommer einen Artikel über die Kochertalbahn
(Gaildorf-Untergröningen) geschrieben. Dort haben sie (noch) alte VT von Fuchs (baugleich
Tälesbahn Nürtingen-Neuffen, auch ex-Talgangbahn), die haben eine Gepäck-Schiebetür. Und da
bekommt der Tfz noch ganz andere Sachen durch als Fahrräder. Und das tut er auch für seine
Fahrgäste, da ist bekannt.

Apropos niedrige Bahnsteige: Warum sind die eigentlich so niedrig? Damit man mit neuen
Niederflurfahrzeugen Geld verdienen kann?

> Nicht, weil sie keine Hilfe bekäme, sondern weil sie erst gar nicht auf die
> Idee kommt angesichts dessen, was sie sieht.

Wenn sei weiß, daß der Tfz oder der Zugbegleiter ihr hilft, dann ist auch das kein Problem.

> Ich sage ja gar nicht, daß die DB deshalb ihre 628 wegschmeißen soll, bin
> aber durchaus dafür, daß die Bahn ihren Beförderungsfällen bei
> neubeschafften FAhrzeugen ein Stück entgegenkommt.

Du hast unbewußt gesagt, wo das Problem liegt: Man hat beim "Unternehmen Zukunft" keine solche
mehr, weil man Beförderungs*fälle* hat und keine Fahr*gäste* mehr.... Möchtest Du in Deiner
Stammkneipe eine Fütterungs- und Tränkungsfall sein?

> Sowohl mit Stahl als auch Alu kann man leicht und haltbar konstruieren, wie
> man am Beispiel von Fahrrädern oder Flugzeugen leicht erkennen kann.

Wie lange hält ein Alulenker bis du ihn eines Tages in der Hand hast? Beim Fahren
natürlich.... Rennräder, die ganz aus Alu sind und Flugzeuge werden nicht so furchtbar lange
benutzt. Vor allem ist Alu äußerst anfällig gegen elektrochemische Korrosion. Und die
Stabilität im Leichtbau kommt aus der Formgebung. Die wird im allgemeinen mit mechanischer
Verformung erreicht und kostet - Energie.....

> Wenn
> auch ich von einigen derzeit neu gebauten Fahrzeugen keine große
> Haltbarkeit erwarte, hat das nichts mit Materialeigenschaften oder
> Konstruktions_möglichkeiten_ zu tun.

Sondern mit was?

Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to

Sven Herzfeld schrieb:


> Mich würde da mal interessieren: Auch außerhalb der "Autobahn"?
>
> (Für nicht Ortskundige: Von Hannover nach Osnabrück und in die Niederlande
> führt zwar eine Autobahn, aber Bad Oeynhausen ist eine Lücke darin, die
> bislang noch nicht geschlossen wurde. Da führt der Autobahnverkehr quasi
> durch den Kurpark.)

Eben nicht. Im Interesse des Kurparks hat man die _innerstädtische_ Querung
in Form einer Fußgängerzone im Kurparkbereich dichtgemacht und den
Durchgangsverkehr auf die "Autobahn" verwiesen.

Und Deine Frage "auch außerhalb der Autobahn" beantwortet sich dadurch, daß
es innerhalb des Stadtgebietes keine kreuzungsfreien Querungen der
"Autobahn" gibt. Sie entfaltet deshalb in fast jeder denkbaren Richtung
ihre segensreichen Wirkungen.

Keine kreuzungsfreien Querungen für den _Auto_verkehr. Radfahrer biegen in
Werste einige hundert Meter hinter dem Ende des ersten Staus ab in Richtung
Werre-Hochwasserbett, queren die Werre auf eigener Holzbrücke, unterqueren
"Autobahn" und Bahndamm geradewegs in Richtung Stadt (Bahndammquerung von
Qualifiziertem, "Autobahn"querung von Besoffenem geplant), hundert Meter
vom Bahnhof entfernt.

Eine der besten Bahnhofs-Anbindungen in ganz Deutschland, weil in diesem
Fall schon der Zulauf zum Bahnhof schneller ist als der Autoverkehr.

> Problemlos, wenn man die Fixkosten des Autos nicht mit einberechnet.

Sicher, wenn man sagt: "Ich brauche das Auto für XY sowieso, und DANN ist
es bei Fernreisen mit kompletter Familie billiger", mag so etwas begründbar
sein.
Das Argument soll aber doch gewesen sein, der Vorteil des Autos sei der
billige Preis auf solchen langen Strecken bei Vollbesetzung. Und das ist
Unfug, denn dann gibt es keinerlei sinnvolle Begründung dafür, warum man
sich weigern möchte, die kompletten Kosten des Autos zu rechnen.


Ich stehe wahrscheinlich nicht im Verdacht, die DB AG unnötig oft zu loben,
aber man muß zugeben, daß den Kostenargumenten auf langen Strecken mit dem
Familiensparpreis und den Auslandssparpreisen doch recht gezielt der Wind
aus den Segeln genommen wurde.
Das kann man nicht viel besser machen, ohne es zu kompliziert zu machen.

Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to

Peter Dunkel schrieb:

> als umweltbewusster Bürger bin ich bereit, etwas längere Fahrtzeiten
> zur/von der Arbeitsstelle in Kauf zu nehmen, ...

Zu glauben, der Bürger akzeptiere wesentliche Reisezeitverlängerungen, ist
illusionär, auch wenn dies für einen Einzelnen gelten kann.

Die Mobilität und die aufgewandte Zeit haben sich seit Anfang des
Jahrhunderts so gut wie nicht verändert. Veränderungen hat es bei
Streckenlänge und aufgewandten Ressourcen gegeben. Die Duldsamkeit
einzelner Bürger hat unter dem Strich keinen sichtbaren Effekt.
Tröste Dich damit, daß dies so auch für mich gilt.

> Nur muß eine Relation vorhanden sein. Ich fahre heute (einfache
> Strecke) knapp 15 Minuten mit den Auto (12km), warte 5 Minuten auf den
> Zug, fahre dann knapp 50 Minuten bis Hannover und gehe weitere 10
> Minuten bis zur Arbeit. Macht also 1:20 für die einfache Strecke.

Ein altes Bahnhofsrad in Hannover sparte 7 Minuten. Ein (völlig
theoretischer) durchgehender Zug zwischen Rinteln und Hannover könnte durch
die Verwendung von Neigetechnik vielleicht 7 Minuten sparen... ;-)


> Ich hoffe auf die Rektivierung des Personenverkehrs von Rinteln nach
> Stadthagen, dann bräuchte ich das Auto nicht und ich kann die
> Bahnfahrerei auch "betriebswirtschaftlich" begründen.

Hmmh. Erhoffst Du Dir nicht zu viel? Heute kommst Du mit der Bahn in 1:06
von Rinteln nach Hannover (incl. Umsteigen in Hameln). Stadthagen -
Hannover sind 31 Minuten. Wenn ich 5 Minuten Umsteigezeit wie in Hameln
nehme, bleiben 30 Minuten für die Reisezeit Rinteln - Stadthagen plus
Deinem Reisezeitgewinn.

Rinteln-Stadthagen sind ungefähr 20 Kilometer Streckenlänge mit 7
Unterwegshalten, kurvig und mit starker Steigung dabei. Mit einem sehr
kernigen Leichttriebwagen kriegst Du vielleicht 45 km/h Schnitt hin.
Weniger Halte bringen nicht genug Fahrgäste auf 20 Kilometer Streckenlänge.

Reisezeit: 27 Minuten. Dein Reisezeitgewinn gegenüber dem heutigen Zustand:
3 Minuten.


Sorry to burst your bubble.

Ulf Kutzner

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to
Hans-Joachim Zierke wrote:

> Nehmen wir an, da ist eine S-Bahn mit eben diesem Problem: Die Schienen
> sind morgens zwischen 7 und 8, nachmittags zwischen 16 und 17 und nachts
> zwischen 1 und 4 voll belegt.
>
> Da machen wir in der S-Bahn einen hübschen Aushang:

> Eine grundsätzliche Verbesserung können wir erst dann für Sie erreichen,


> wenn die Dürr-Gedächtnisbahn ein drittes Gleis erhält.

... oder wir den MetropXXXXXX-Zug der gleichnamigen Untergesellschaft
der X&X-AG von der Strecke gekickt haben....

Ulf Kutzner

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to
Hans-Joachim Zierke wrote:

> (Wobei die DB AG gerade dabei ist, am Bahnhof Minden die Reisezeit um 5
> Minuten zu verlängern durch besonders intelligente Bahnhofsplanung.

Wie das?

Ulf Kutzner

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to
Peter Dunkel wrote:

> Wie lange ich das noch mache, weiss ich nicht, insbesondere da die
> Kosten von 1720km mehr mit dem Auto (20 Arbeitstage) plus Parkkosten
> gegen knapp 240,-DM für die Monatskarte liegen.

Wenn der Parkplatz in Hannover billiger ist als an Deinem
Kleinstadtbahnhof (hmm, für Dich ist er in Hannover vielleicht umsonst,
wer weiß das schon?)...

> Das Auto brauche ich
> ja, um zum Bahnhof zu kommen, also brauche ich nur das Benzin zu
> rechnen, macht bei 8 Litern / 100km und 1,60 DM/Liter im Monat 220,-
> DM im Monat, bei einem anderen PKW (Diesel, 4 Liter Verbrauch) würde
> ich gut 70,-DM im Monat zahlen,

+ Abnutzung + anteilig Versicherung (mehr Strecke, mehr Unfallgefahr).

Christian Leonhardt

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to
Ulf Kutzner wrote:

> > Das Auto brauche ich
> > ja, um zum Bahnhof zu kommen, also brauche ich nur das Benzin zu
> > rechnen, macht bei 8 Litern / 100km und 1,60 DM/Liter im Monat 220,-
> > DM im Monat, bei einem anderen PKW (Diesel, 4 Liter Verbrauch) würde
> > ich gut 70,-DM im Monat zahlen,
>
> + Abnutzung + anteilig Versicherung (mehr Strecke, mehr Unfallgefahr).

Und nicht zu vergessen die Steuern und den erheblichen Wertverlust. Dann
kommt man auf einen Wert für ein Auto von im Monat nicht unter 500,-DM
-600,-DM. Und das ist ja doch etwas teurer, oder?

MfG Christian

Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to

Ulf Kutzner schrieb:

> ... oder wir den MetropXXXXXX-Zug der gleichnamigen Untergesellschaft
> der X&X-AG von der Strecke gekickt haben....


Das ist eine weitere Möglichkeit, die es überflüssig macht, zu informieren.
Denn die Zielgruppe, die einen Zug Hamburg-Köln möglichst ohne Zwischenhalt
benutzen möchte, hat weit bessere Möglichkeiten, sich zu informieren und zu
artikulieren, als die Zielgruppe für einen neuen Zug
Gelsenkirchen-Lüdenscheid (oder so ähnlich).

Damit steigen die Chancen für Investitionen in die Strecke enorm.

Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to

Ulf Kutzner schrieb:


> Wie das?

In Minden liegt die Stadt mit dem Busbahnhof links der Weser, der Bahnhof
und einige Vororte rechts der Weser. Zum Bahnhof geht es über Flußbrücken,
_vor_ der ersten Brücke liegt der verkehrsreichste Platz Mindens. Keine
Busspuren.

Eine normale Entfernung Stadtkern->Bahnhof vielleicht 1,5 bis 2 Kilometer.
Bus lohnt sich nicht, zu Fuß etwas weit, mit Fahrrad ideal (nicht nur für
die Hajos, sondern auch für Joe Average). Deshalb gibt es relativ viel
Zulauf per FAhrrad, und noch mehr Potential.

Das hat auch die DB AG verstanden und baut eine Fahrradstation. Auf der
Rückseite des Bahnhofs, die entweder mit großem Umweg, oder illegal, oder
über drei Treppen erreichbar ist.

Für die Leute aus Dankersen und die Bediensteten der DB-Bastelwerkstatt
(oder wie das Ding heißt, aber die können ebensogut zu Fuß gehen) ideal,
aber die ganz große Mehrheit der Bahnkunden verliert gegenüber einer guten
Lösung mehrere Minuten.
Aus den Reihen der lokalen Bediensteten der DB AG gab es deutlich
intelligentere Vorschläge.

tobias b koehler

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to
On Fri, 29 Jan 1999 00:52:18 +0100, Volker Wollny <V.Wo...@t-online.de>
wrote in de.etc.bahn.eisenbahn:

>> Woraus bestehen eigentlich die Silberlinge?

> Aus Alu ;-)..... Spaß beiseite: Die Außenhaut meines Wissens.
> Die tragenden Teile sind sicher aus Stahl.

Nein. Aus alu waren nur einzelne versuchswagen. Die seriensilberlinge
sind alle aus edelstahl.

> Holz rostet auch nicht ;-).... Spaß beiseite: In puncto
> Konstruktionsgewicht bei gleicher Belastbarkeit und
> Wechselbiegefestigkeit ist Holz allen anderen Werkstoffen überlegen.

Und splittert ziemlich übel bei überlastung, wo sich metall erst
mal plastisch verformt. Weiterer nachteil ist, dass sich holz-
verbindungen nicht auf zug belasten lassen, und holz gut brennt.

--
tobias benjamin köhler t...@rcs.urz.tu-dresden.de
____________ ______________ ______________ ____________
,''=0==========||===0=========0||==========0===||==========0=``.
`-oo--------oo-'`-oo--------oo-'`-oo--------oo-'`-oo--------oo-'

Ulf Kutzner

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to
Christian Leonhardt wrote:

> > > Das Auto brauche ich
> > > ja, um zum Bahnhof zu kommen, also brauche ich nur das Benzin zu
> > > rechnen, macht bei 8 Litern / 100km und 1,60 DM/Liter im Monat 220,-
> > > DM im Monat, bei einem anderen PKW (Diesel, 4 Liter Verbrauch) würde
> > > ich gut 70,-DM im Monat zahlen,
> >
> > + Abnutzung + anteilig Versicherung (mehr Strecke, mehr Unfallgefahr).
>
> Und nicht zu vergessen die Steuern

,die sich bei Mehrnutzung nicht erhöhen,

> und den erheblichen Wertverlust.
Ja.

Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to

Volker Wollny schrieb:


> > In kurvigen Flußtälern mit schnurgerader
> > Bundesstraße parallel dazu über die Hügel.
>
> Na und genau da ist man mit dem Auto auch langsamer.


Lies noch mal. Die Bahn wurde gebaut, als man Dämme mit Hacke und Schaufel
erzeugte, die Bundesstraße zur Caterpillar-Zeit.

Beispiele? KBS 641 Eberbach - Hetzbach, oder als bekanntestes: Die
Neubaustrecke Köln-Frankfurt wird weitgehend der Autobahn folgen.


> Und wie ich am Rechenbeispiel im ersten
> Postin gezeigt habe, kann die Bahn selbst mit stark erhöhter Durchschnittsgeschwindigkeit
> praktisch nix herausholen. Vor allem aber wird nicht soviel herausgeholt, wie ich dort mal
> gnadenhalber angenommen habe.....

Wenn Du beispielsweise in Gerolstein wohnst, bringt es was, und ich bin
gerade vor einem Jahr Stuttgart-Tübingen mit einem 610 (?) gefahren und
habe gestaunt, wie schnell er da war. Der war auf meiner Hafas-CD nicht
draufgewesen, und ich hatte mit derart schnellen Zeiten nicht gerechnet.


> Apropos niedrige Bahnsteige: Warum sind die eigentlich so niedrig? Damit man mit neuen
> Niederflurfahrzeugen Geld verdienen kann?

Sie sind so niedrig, weil man mit höheren Bahnsteigen mehr Geld verdienen
kann als mit Niederflurwagen.


> Wie lange hält ein Alulenker bis du ihn eines Tages in der Hand hast? Beim Fahren
> natürlich....

Das fragst Du am besten Jo Klieber, der den besten dynamischen Prüfstand
dafür hat. Die Ergebnisse werden Dich überraschen: Die besten der
superleicht gefertigten Alulenker halten ungefähr 20 mal so lange wie ein
Standard-Stahllenker. Bei einem Fünftel des Gewichtes.

Wie weich die Ecken eines hoch belasteten Bauteils verrundet sind, kann
weit interessanter sein für die Haltbarkeit als das Material oder das
Gewicht.

> Und die
> Stabilität im Leichtbau kommt aus der Formgebung. Die wird im allgemeinen mit mechanischer
> Verformung erreicht und kostet - Energie.....

Und zwar deutlich weniger Energie, wenn man Alu nimmt.

> > Wenn
> > auch ich von einigen derzeit neu gebauten Fahrzeugen keine große
> > Haltbarkeit erwarte, hat das nichts mit Materialeigenschaften oder
> > Konstruktions_möglichkeiten_ zu tun.
>
> Sondern mit was?

Weil der neu installierte Markt für Bahnfahrzeuge noch nicht funktioniert.
So ähnlich, wie die Autoindustrie mittlerweile 12 oder 20 Jahre
Garantie gegen Durchrostung gibt, wird es früher oder später so sein, daß
Adtranz oder Talbot auch _langfristige_ Funktionsgarantien geben müssen,
deren Nichterfüllung sehr teuer für den Hersteller wird.

So etwas trägt dazu bei, daß sich firmenintern Ingenieure gegen Kaufleute
durchsetzen können.

Volker Wollny

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to
Hallo Tobias!

tobias b koehler schrieb:

>
> Und splittert ziemlich übel bei überlastung, wo sich metall erst
> mal plastisch verformt.

Naja, irgendeinen Nchteil muß es ja haben. Aber dafür hat es noch den
zusätzlichen Vorteil, daß es (zur Not sogar ganz von alleine) nachwächst.

> Weiterer nachteil ist, dass sich holz-
> verbindungen nicht auf zug belasten lassen,

Und was ist mit einer hölzernen Wagendeichsel? Verwechselst Du da womöglich
etwas: Grauguß, Beton...? Wenn Holz nicht zugfest wäre, könnte es nicht auf
Biegung belastet werden.

> und holz gut brennt.

Siehe meine Anmerkung zum Verhalten eines Holzträgers bei Feuer im bezogenen
Posting...

Sven Herzfeld

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to
Volker Wollny <V.Wo...@t-online.de> schrieb:

>> Aluminiumkonstruktionen seien bei gleicher Stabilität nicht leichter
>> als Stahl, der große Vorteil sei aber die praktisch unbegrenzte
>> Haltbarkeit,
>> da Aluminium nicht rostet.

> Dafür ist es empfindlich gegen Wechselbelastungen (hab ich mir in de.rec.sport.segeln

Das habe ich in Werkstofftechnik allerdings auch so gehört. Für
Stahl gibt es eine Belastung, bei der das Werkstück auch bei noch
so oftmaliger Wechselbelastung nicht bricht. Alu bricht irgendwann,
und sei auch die Einzelbelastung noch so klein.

> Und was wenige wissen: Wenn es brennt, hält ein Holzträger länger stand als ein eiserner -
> hab ich jedenfalls mal in der Berufsschule gelernt.

Mag bei bestimmten Brandlasten sein, das gilt aber nur für die Träger.
Die Außenwände eines Eisenbahnwagens sind so dünn, daß die relativ
fix in Brand stehen. Holzträger mit Eisenblechen wäre eine Möglichkeit,
aber dann wird wohl wieder das Arbeiten des Holzes ein Problem.

Sven

Sven Herzfeld

unread,
Jan 29, 1999, 3:00:00 AM1/29/99
to
Volker Wollny <V.Wo...@t-online.de> schrieb:

>> Du siehst: Der RE ist allenfalls dann schneller im Berufsverkehr, wenn der
>> ÖV-Kunde Riedlingen Bahnhofstraße wohnt.

> Aber es bleibt der Vorteil der Parkplatzsuche und daß man auch ohne schlechtes Gewissen ein

Parkplatzsuche ist so eine Sache. Stimmt sicherlich manchmal, aber z. B.
die Mitarbeiter von VW, Conti, Varta, der üstra (die läßt die Arbeiter
der Werkstätten auf den Gleisen parken, weil währenddessen die Bahnen
ohnehin unterwegs sind), der EXPO, der DB Netz in der Lindemanallee,
von Bahn und EBA in der Joachimstraße, der Fachhochschule und teilweise
der Uni haben Parkplätze. Diverse Handwerksbetriebe haben Platz auf dem
Hof. Damit fallen in Hannover schon mal einige Tausend Parkplatzprobleme
weg, so daß man die Leute nur mit halbwegs vergleichbaren Fahrzeiten
ansprechen kann. Ich bin mal gespannt, was in der Hinsicht die S-Bahn
bewirkt. Meinen einen Professor, der aus der Gegend von Coppenbrügge
kommt, wird es wohl nicht dazu verleiten, vom Auto auf die Bahn
umzusteigen.

> Bierchen trinken kann. Außerdem kann man die Zeit in der Bahn nutzen (Lesen, lernen,
> arbeiten), die im Auto kaum.

Falls ich mal im Schülerverkehr unterwegs bin, bin ich schon froh, wenn
ich überhaupt noch in die Bahn passe. Zum Glück bin ich normalerweise
etwas früher oder deutlich später unterwegs.

> Dreck gemacht wird, um einen Neuwagen herzustellen. Alles Geldschneiderei, so wie auch die
> lächerlichen Katalysatoren: Meistens funktionieren sie nicht, dafür aber die Lambdaregelung,

Der Schadstoffausstoß im PKW-Verkehr ist in der letzten Zeit trotz
Mehrverkehr gesunken.

> welche das Gemischverhältnis ständig auf maximalen NOx-Ausstoß trimmt. Als Zugabe erhöht er
> den Verbrauch auch noch satt. Der 84er 230 TE, den wir bis letzten Sommer hatten, brauchte
> weniger als der fast neue Renault Megane, (vergleichbare Leistung/größe) meines Vaters.

Ist vielleicht das Geschick von Mercedes. Ein Sprinter bietet Platz
für 9 Personen mit Stehhöhe und hinter der letzten Bank Platz genug
für das Gepäck von 9 Personen. Ein VW T4 hat 9 engere Plätze und noch
einen vergleichsweise winzigen Stauraum. Rat' mal, wer weniger
verbraucht. Oder nimm den T3 (ohne Kat), der hat bis über 20 Liter
geschluckt.

Ich bin mir sicher, daß man mit Geschick durchaus Schienenfahrzeuge
bauen kann, die weniger verbrauchen als ihre alten Vorgänger und dabei
wesentlich sauberer sind. (Nein, ich weiß nicht, wie das bei E-Loks
gehen soll, wenn man nicht Oberwellen als Schmutz ansieht ;-)

Sven

Volker Wollny

unread,
Jan 30, 1999, 3:00:00 AM1/30/99
to
Hallo Sven!

Sven Herzfeld schrieb:

> Alu bricht irgendwann,
> und sei auch die Einzelbelastung noch so klein.

Gerade im (Schienen-)Fahrzeugbau sehr gefährlich! Und eine entsprechende Überprüfung bzw.
rechtzeitiger Ersatz gehen in´s Geld. Zum Vorteil der Hersteller....

> Mag bei bestimmten Brandlasten sein, das gilt aber nur für die Träger.

> Die Außenwände eines Eisenbahnwagens sind so dünn, daß die relativ
> fix in Brand stehen. Holzträger mit Eisenblechen wäre eine Möglichkeit,

Früher war an Wagenkästen viel Holz: Ging doch prima! Problematisch ist halt der Rott, aber es
gibt allerhand Möglichkeiten zum Holzschutz, auch natürliche...

> aber dann wird wohl wieder das Arbeiten des Holzes ein Problem.

Kann man ganz gut in den Griff kriegen: Laminate aus Holz (=Sperrholz). Allerdings nur mit
ungiftigen Klebern/Leimen!

Sven Herzfeld

unread,
Jan 30, 1999, 3:00:00 AM1/30/99
to
Hans-Joachim Zierke <ha...@Zierke.com> schrieb:

> Eine der besten Bahnhofs-Anbindungen in ganz Deutschland, weil in diesem
> Fall schon der Zulauf zum Bahnhof schneller ist als der Autoverkehr.

Sieh mal an. In Bad Oeynhausen war ich allerdings noch nie, d. h. ich
bin nur durchgefahren oder dran vorbeigerudert, daher wohl der Eindruck.

> Ich stehe wahrscheinlich nicht im Verdacht, die DB AG unnötig oft zu loben,
> aber man muß zugeben, daß den Kostenargumenten auf langen Strecken mit dem
> Familiensparpreis und den Auslandssparpreisen doch recht gezielt der Wind
> aus den Segeln genommen wurde.

Ich habe bislang leider nur die Erfahrung gemacht, daß Sonderangebote
gerade dann nicht gelten, wenn viele Leute sie brauchen. Aber daß das
Hopper-Ticket dann sogar Silvester galt, hat mich positiv überrascht.

(Da habe ich die Bahn gesponsert: statt 5 DM dafür habe ich 6 DM für
die einfache BC-Fahrt nach Alfeld gezahlt ;-)

Sven

Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 31, 1999, 3:00:00 AM1/31/99
to

Sven Herzfeld schrieb:


> Sieh mal an. In Bad Oeynhausen war ich allerdings noch nie, d. h. ich
> bin nur durchgefahren oder dran vorbeigerudert, daher wohl der Eindruck.

Wenn Du in die Werre hineinruderst, kannst Du die Holzbrücke für Radfahrer
und Fußgänger sehen.

Klar - die Lösung ist nur Ortskundigen bekannt. Sie wurde auch nicht von
der DB, sondern von der Stadt Bad Oeynhausen angeschoben. Aber weder DB
noch Stadt werben dafür.

Bad Oeynhausen hat seit kurzem auch eine Fahrradstation im Bahnhof. Die ist
an sich ganz pfiffig gemacht - die DB stellt wohl nur den Raum zur
Verfügung, dort ist ein Fahrradladen eingezogen, der auch die Station
betreibt.
ABER: Ich habe unterwegs ja oft nur deshalb ein Fahrrad dabei, weil hier
die letzten Busse um 19 Uhr fahren. Ich hatte gehofft, ich könne das Rad
künftig in solchen Fällen in Bad Oeynhausen stehenlassen. Jetzt rate mal,
wann die Fahrradstation schließt?


hajo


Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 31, 1999, 3:00:00 AM1/31/99
to

MaDuesing schrieb:


> >Weil der neu installierte Markt für Bahnfahrzeuge noch nicht funktioniert.
>

> Wie sollte er auch. Immer schneller, immer komfortabler, immer weniger
> Entwicklungszeit und kosten darf es auch nichts. Das kann doch nicht
> funktionieren.

Bei Omnibussen oder Flugzeugen funktioniert er. Gerade Flugzeuge
unterliegen weit dramatischeren dynamischen Belastungen, und erreichen eine
Haltbarkeit, die der von Bahnfahrzeugen nicht wesentlich nachsteht.
Eigentlich halten sie sogar länger als Bahnfahrzeuge, wenn man
berücksichtigt, daß man sie zwingend aus dem Verkehr ziehen muß, bevor sie
eine Hilfslok benötigen.


> Nein, es wird langfristig so sein, daß der Hersteller die Wartung vollständig
> übernimmt.

Das ist eine weitere Möglichkeit, da hast Du recht. Dann wird die Frage, ob
sich bei Adtranz oder Talbot die Kaufleute oder die Ingenieure durchsetzen
während der Entwicklung, wesentlich davon abhängen, ob die DB mit der
Bestellung des Fahrzeugs einen Wartungsvertrag über 5 oder 25 Jahre
verbindet.

Thomas Reincke

unread,
Jan 31, 1999, 3:00:00 AM1/31/99
to
MaDuesing schrieb:

> Wenn ein Haus brennt, ist es gefährlicher, wenn Stahlträger verwendet wurden,
> weil die sich durch die Wärmeentwicklung ausdehnen und dann kann schnell eine
> Wand umkippen oder die Decke runterkommen. Das heißt aber nicht, daß der Träger
> selber kaputt geht.

Kürzlich hat bei uns in der Nähe eine Fabrikhalle gebrannt. Die
Stahlträger hatte eine große Ähnlichkeit mit Korkenziehern.

--
----------------------------------------------------------

Thomas Reincke

Post: Th. Reincke, Unterhainweg 14, 57072 Siegen
Phon: 0271-2383378
E-Mail: thomas....@wolnet.de
Homepage: http://www.wolnet.de/privat/thomas.reincke/

----------------------------------------------------------


Volker Wollny

unread,
Jan 31, 1999, 3:00:00 AM1/31/99
to
Hallo Manfred!

MaDuesing schrieb:

> Überall, wo Stahl und Alu aufeinandertreffen, gibt es Probleme
> mit Korrossion. Oft reichen schon ein paar Eisenspäne, die irgendwo
> hineingefallen sind, um zu größeren Schäden zu führen.

Das ist auch ein großes Problem beim Bootsbau - ich persönlich bin froh, daß der
Mast auf meinem Schiff aus Holz ist.

Volker Wollny

unread,
Jan 31, 1999, 3:00:00 AM1/31/99
to
Hallo HaJo!

Hans-Joachim Zierke schrieb:

> ABER: Ich habe unterwegs ja oft nur deshalb ein Fahrrad dabei, weil hier
> die letzten Busse um 19 Uhr fahren. Ich hatte gehofft, ich könne das Rad
> künftig in solchen Fällen in Bad Oeynhausen stehenlassen. Jetzt rate mal,
> wann die Fahrradstation schließt?

Gute Lösung: Billiges Fahrrad vom Sperrmüll. Hab ich schon über vier Jahre
(Holländerrad mit Torpedo-3-Gangnabe). Hat noch keiner geklaut, obwohl ich nur
ein ganz einfaches Zahlenschloß dran habe. Das würde höchstens einer klauen,
der nicht laufen will, aber so einen hält offenbar auch das einfache
Zahlenschloß schon ab.

Volker Wollny

unread,
Jan 31, 1999, 3:00:00 AM1/31/99
to
Hallochen Manfred!

MaDuesing schrieb:

> Wenn ein Haus brennt, ist es gefährlicher, wenn Stahlträger verwendet wurden,
> weil die sich durch die Wärmeentwicklung ausdehnen und dann kann schnell eine
> Wand umkippen oder die Decke runterkommen. Das heißt aber nicht, daß der Träger
> selber kaputt geht.

Daß mag zusätzlich stimmen. Ich hab aber damals gelernt, daß der Eisenträger im
Feuer schneller weich wird, als der Holzträger soweit verkokelt, daß er nachgibt.
Die Festigkeit von (nicht warmfestem) Stahl nimmt bereits lange bevor er glüht ab.
Gerade deswegen gibt es ja besondere, warmfeste Stähle. Die Träger im gewöhnlichen
Hochbau sind jedoch hundsgewöhnlicher Baustahl, schnöder St 37....

Hans-Joachim Zierke

unread,
Jan 31, 1999, 3:00:00 AM1/31/99
to

Volker Wollny schrieb:

> Gute Lösung: Billiges Fahrrad vom Sperrmüll. Hab ich schon über vier Jahre
> (Holländerrad mit Torpedo-3-Gangnabe). Hat noch keiner geklaut

Ja, oder altes Bahnrad mit starrer Nabe, ich weiß. Eine gute Lösung für Bad
Oeynhausener.
Aber suboptimal, wenn es hin und zurück zusammen 30 Kilometer sind, im
Minden-Ravensberger _Hügel_land.

Und vor allem suboptimal, wenn das Klapperrad defekt ist, und ich am
weiteren Wege drei Termine habe, die zu vereinbaren Wochen gekostet hat. Da
lege ich dann schon Wert darauf, daß der Fahrrad-Teil zuverlässiger ist
als der Bahn-Teil der Reise.

Till Kinstler

unread,
Jan 31, 1999, 3:00:00 AM1/31/99
to
Volker Wollny wrote:
>
> Hallo HaJo!
>
> Hans-Joachim Zierke schrieb:
>
> > ABER: Ich habe unterwegs ja oft nur deshalb ein Fahrrad dabei, weil hier
> > die letzten Busse um 19 Uhr fahren. Ich hatte gehofft, ich könne das Rad
> > künftig in solchen Fällen in Bad Oeynhausen stehenlassen. Jetzt rate mal,
> > wann die Fahrradstation schließt?
>
> Gute Lösung: Billiges Fahrrad vom Sperrmüll. Hab ich schon über vier Jahre
> (Holländerrad mit Torpedo-3-Gangnabe). Hat noch keiner geklaut, obwohl ich nur
> ein ganz einfaches Zahlenschloß dran habe.

Es gibt Leute, die nehmen anscheinend alles mit (vielleicht war es auch
die Muellabfuehr?). Mir wurde am Saarlouiser Bahnhof jedenfalls auch
schon ein altes klappriges Fahrrad entwendet. Und das, obwohl der Fdl in
Saarlouis die Fahrradstaender eigentlich im Auge hat, wenn er an seinem
Arbeitsplatz ist. Aber es war Sonntag Nachmittag und da gibt's ein paar
Pausen im Zugverkehr... Einziger Vorteil von so einem alten Drahtesel:
Es ist kein grosser (materieller) Verlust, aber es kann trotzdem
passieren, dass man heim laufen muss...
Seither (4 Jahre) habe ich ein besseres Rad (bei dem sich der Diebstahl
IMHO eher lohnen wuerde) und ein noch viel besseres Schloss. Und seit
man sein Fahrrad im Saarland kostenlos im Zug mitnehmen kann, steht es
immer seltener am Bahnhof... Das ist doch der beste Schutz vor
Diebstahl.
In Saarbruecken gibt es am Bahnhof interessante Fahrradstaender: Es sind
rundum geschlossene Boxen, die man nach Einwurf einer Pfandmuenze
verschliessen kann. Halte ich fuer recht sinnvoll, da so das Fahrrad
auch vor Beschaedigungen geschuetzt ist. Allerdings bekommt man dann auf
der gleichen Flaeche wesentlich weniger Fahrraeder unter.
Fahrradstationen oder Fahrradparkhaeuser (hab ich mal in Oldenburg
gesehen), wo man sein Rad beaufsichtigt abstellen kann, gibt's im noch
fahrradfeindlicheren als bahnfeindlichen Saarland leider nicht...

Gruss
Till

--
Till Kinstler ti...@fs.is.uni-sb.de
http://www.phil.uni-sb.de/~till/ ti...@phil.uni-sb.de
student of information science ti...@stud.uni-sb.de
Dringendes im SUBJECT (80 Zeichen) an: 5742651 (a) skyper.de (a)=@

Sven Herzfeld

unread,
Jan 31, 1999, 3:00:00 AM1/31/99
to
Volker Wollny <V.Wo...@t-online.de> schrieb:

>> Die Außenwände eines Eisenbahnwagens sind so dünn, daß die relativ
>> fix in Brand stehen. Holzträger mit Eisenblechen wäre eine Möglichkeit,

> Früher war an Wagenkästen viel Holz: Ging doch prima! Problematisch ist halt der Rott, aber es

In den USA sind die meisten Einfamilienhäuser auch aus Holz, das
geht auch prima. Bis es mal brennt.

>> aber dann wird wohl wieder das Arbeiten des Holzes ein Problem.

> Kann man ganz gut in den Griff kriegen: Laminate aus Holz (=Sperrholz). Allerdings nur mit

Das arbeitet ebenfalls, aber anders als Massivholz.

Sven

Jean-François Bourdin

unread,
Feb 1, 1999, 3:00:00 AM2/1/99
to

Volker Wollny a écrit
[...]

> Spaß beiseite: In puncto Konstruktionsgewicht bei gleicher
>Belastbarkeit und Wechselbiegefestigkeit ist Holz allen anderen Werkstoffen
überlegen.
[...]

>Und was wenige wissen: Wenn es brennt, hält ein Holzträger länger stand als
>ein eiserner -


Unter bestimmten Bedingungen (z. B. sehr dicke Balken). Vorschlag 1: man
schaue sich Fotos von Eisenbahunfällen bei noch niedriger Geschwindigkeit im
vorigen Jahrhundert an, wenn Reisezüge aus Holz waren und . "ging doch
prima" oder
Vorschlag 2: man lese in Geschichtsbüchern, aus welchen Gründen die meisten
Regierungen nach und nach Personenwagen verboten haben deren Kasten nur aus
Holz gebaut waren.
Vorschlag 3: die Holzindustrie baue aus Holz einen Wagen für eine ICT-,
TGV-Duplex-, Shinkansen BR 500- oder ET 470-Garnitur, der denselben
technischen Anforderungen genügt wie die normalen Wagen der jeweiligen
Garnitur.
Vorschlag 4: man baue überall U-Bahnwagen aus Holz. Man beobachte beim
nächsten Feuer in einem Tunnel, was eigentlich passiert.

Gegen ein Feuer ist doch Gips das Beste.
Vorschlag 5: man führe eine neue Regelung ein, wonach Fahrzeuge für den
öffentlichen Verkehr nur noch aus Gips gebaut werden dürften.

Ich finde Holz ein prima Material, aber vielleicht nicht überall.

Gruesse

Jean-François


Mathias Boelckow

unread,
Feb 1, 1999, 3:00:00 AM2/1/99
to
Sven Herzfeld <herz...@maschsee.han.de> schrieb/wrote uns/us:

>Ich habe bislang leider nur die Erfahrung gemacht, daß Sonderangebote
>gerade dann nicht gelten, wenn viele Leute sie brauchen. Aber daß das
>Hopper-Ticket dann sogar Silvester galt, hat mich positiv überrascht.

Das finde ich sehr verständlich. Schließlich fährt die Bahn zu diesen
Tagen im Fernverkehr an der Grenze ihrer Kapazität. Warum sollte sie
da mit Sonderangeboten noch mehr Leute in die Züge holen, die sie doch
nicht vernünftig befördern kann.
Aber zu diesen Zeiten ist das Autofahren besonders nervig und
zeitaufwendig. Wenn der Vorteil der Bahn steigt, kann auch mehr Geld
genommen werden.
Die Alternative ist, mehr Plätze zur Verfügung zu stellen, nur ist das
enorm Teuer, da beim ICE nicht Wagen angehängt werden können, ist
immer ein ganzer Zug mit vollem Personal und eigener Trasse nötig. Bei
einem lokbespannten Zug ließen sich eher noch Wagen anhängen,
irgendwann wird der Zug aber zu langsam und ein eigener Fahrplan mit
längern Fahrzeiten zu den Spitzenzeiten ist wohl auch nicht unbedingt
besser.

Gruß, Mathias Bölckow

Ulf Kutzner

unread,
Feb 1, 1999, 3:00:00 AM2/1/99
to
On 29 Jan 1999, Hans-Joachim Zierke wrote:

> Weil der neu installierte Markt für Bahnfahrzeuge noch nicht funktioniert.

> So ähnlich, wie die Autoindustrie mittlerweile 12 oder 20 Jahre
> Garantie gegen Durchrostung gibt, wird es früher oder später so sein, daß
> Adtranz oder Talbot auch _langfristige_ Funktionsgarantien geben müssen,
> deren Nichterfüllung sehr teuer für den Hersteller wird.
>
> So etwas trägt dazu bei, daß sich firmenintern Ingenieure gegen Kaufleute
> durchsetzen können.

Die RENFE hat offenbar mit Talgo einen Vertrag ueber Nutzungsrechte an,
nicht Kauf von, Talgos, mit garantierter Mindestverfuegbarkeit.


Gruss, ULF

Heiko Schmitz

unread,
Feb 1, 1999, 3:00:00 AM2/1/99
to
Volker Wollny wrote:

> Gute Lösung: Billiges Fahrrad vom Sperrmüll. Hab ich schon über vier Jahre
> (Holländerrad mit Torpedo-3-Gangnabe). Hat noch keiner geklaut, obwohl ich nur
> ein ganz einfaches Zahlenschloß dran habe. Das würde höchstens einer klauen,
> der nicht laufen will, aber so einen hält offenbar auch das einfache
> Zahlenschloß schon ab.

Hier in Mainz scheinen auch Gelegenheitsdiebe eine hoehere kriminelle
Energie zu
haben. Mir ist jedenfalls genauso ein Fahrrad am Bahnhof geklaut worden.
Seitdem
gehe ich zu Fuss dorthin :-(
_____________________________________________________________________
Heiko Schmitz
MPI Polymerforschung
hsch...@mpip-mainz.mpg.de
hhtp://www-theory.mpip-mainz.mpg.de/~hschmitz
_____________________________________________________________________

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 1, 1999, 3:00:00 AM2/1/99
to

Heiko Schmitz schrieb:


> Hier in Mainz scheinen auch Gelegenheitsdiebe eine hoehere kriminelle
> Energie zu
> haben. Mir ist jedenfalls genauso ein Fahrrad am Bahnhof geklaut worden.
> Seitdem
> gehe ich zu Fuss dorthin :-(

Aber ein Bahnhofsrad für die 2km-Strecke ist doch jederzeit für 30 DM
ersetzbar. Und eine starre Nabe, also kein Freilauf, ist wirklich DER Tip
bei solchen Rädern.

Besser wäre natürlich eines der vollautomatischen Parkhäuser, wie sie in NL
eingesetzt werden. Aber so weit ist die DB AG noch nicht, daß sie
Forschungsberichte läse, die auf Niederländisch abgefaßt sind.

Hans Mueller

unread,
Feb 1, 1999, 3:00:00 AM2/1/99
to
On Sun, 31 Jan 1999, Till Kinstler wrote:

> Mir wurde am Saarlouiser Bahnhof jedenfalls auch
> schon ein altes klappriges Fahrrad entwendet.

Aus vielen Jahren (besonders 1988-94) Fahrradparken am Frankfurter Hbf kann
ich kurz berichten:

Puch 3-Gang-Rad, gekauft 1982, anfangs mit Seilschloß "gesichert" ;-)
War prompt weg, als ich einmal erst am nächsten Morgen zurückkam. Fand es
aber ca. 150 m weiter, der Dieb muß überrascht worden sein.

Danach nur noch mit Bügelschloß an Gitter bzw. Fahrradständer befestigt
und keine Probleme mehr, auch nicht über (eine) Nacht. Trotzdem würde ich
niemand raten, sein Rad allzulange abzustellen; ein Blick auf die am Hbf
geparkten Gefährte zeigt, daß manche als Ersatzteillager mißbraucht werden.
Bei mir sind daher stets *beide* Reifen mit abgeschlossen (vorne langes
Bügelschloß, hinten ein eingebautes fingerdickes Schloß).

f'up d.e.b.stadtverkehr

Mit Gruß, Hans

--
URL: http://www.rz.uni-frankfurt.de/~hmvff/


Martin H. Duffner

unread,
Feb 1, 1999, 3:00:00 AM2/1/99
to
Servus !

Till Kinstler schrieb:

> Es gibt Leute, die nehmen anscheinend alles mit (vielleicht war es auch
> die Muellabfuehr?). Mir wurde am Saarlouiser Bahnhof jedenfalls auch
> schon ein altes klappriges Fahrrad entwendet. Und das, obwohl der Fdl in
> Saarlouis die Fahrradstaender eigentlich im Auge hat, wenn er an seinem
> Arbeitsplatz ist.

Mir wurde mal ein Fahrrad _vom_ Fdl gestohlen. Er hat es einfach von der
Polizei (!) abmontieren lassen, da es dort nicht festgebunden werden
dürfe. (Geländer) Als ich am Abend ankam, war nur das Vorderrad noch da.

Zur Vorgeschichte: Mit diesem Fdl stand ich schon längere Zeit im
Klinsch (Beschwerden bei seinem Chef, Streit in der Fka, Angiftungen
sonntags morgens,....), sodaß er mir so eine auswischen wollte.... (für
alle Eingeweihten: OE)


Grüße
MhD (der froh ist, daß der alte S. endlich in Rente ist)

--
* Martin H. Duffner (MhD) Fax (49) 7722 3605
* 78098 Nussbach (Schwarzwaldbahn)
*
* Die Schwarzwaldbahn-Page: http://members.xoom.com/Bahn
* << Fordere viel von Dir selbst und erwarte wenig von anderen -
* dann bleibt Dir mancher Ärger erspart ! >> (Konfuzius)

Sven Herzfeld

unread,
Feb 1, 1999, 3:00:00 AM2/1/99
to
Hans-Joachim Zierke <ha...@Zierke.com> schrieb:

>> Sieh mal an. In Bad Oeynhausen war ich allerdings noch nie, d. h. ich
>> bin nur durchgefahren oder dran vorbeigerudert, daher wohl der Eindruck.

> Wenn Du in die Werre hineinruderst, kannst Du die Holzbrücke für Radfahrer
> und Fußgänger sehen.

Die sieht man schon von der Weser aus. Die hat tätsächlich so eine
Bedeutung?

> Bad Oeynhausen hat seit kurzem auch eine Fahrradstation im Bahnhof. Die ist
> an sich ganz pfiffig gemacht - die DB stellt wohl nur den Raum zur
> Verfügung, dort ist ein Fahrradladen eingezogen, der auch die Station
> betreibt.

Nicht schlecht.

> ABER: Ich habe unterwegs ja oft nur deshalb ein Fahrrad dabei, weil hier
> die letzten Busse um 19 Uhr fahren. Ich hatte gehofft, ich könne das Rad
> künftig in solchen Fällen in Bad Oeynhausen stehenlassen. Jetzt rate mal,
> wann die Fahrradstation schließt?

Wie jeder kleinere Einzelhandelsbetrieb um 18 Uhr?

Sven

Heiko Schmitz

unread,
Feb 1, 1999, 3:00:00 AM2/1/99
to
Hans-Joachim Zierke wrote:
>
> Aber ein Bahnhofsrad für die 2km-Strecke ist doch jederzeit für 30 DM
> ersetzbar. Und eine starre Nabe, also kein Freilauf, ist wirklich DER Tip
> bei solchen Rädern.

Das kommt darauf an, wie oft man es ersetzen muss...
Ein bisschen OT: Warum ist ein Rad ohne Freilauf sicherer? Ausserdem
traue
ich dem Halbblinden, der meine alte Karre geklaut hat, nicht zu, das zu
erkennen.

Volker Wollny

unread,
Feb 2, 1999, 3:00:00 AM2/2/99
to
Hallo Sven!

Sven Herzfeld schrieb:

> Das arbeitet ebenfalls, aber anders als Massivholz.

Ha! Jetzt hab ich´s! Bei der Bahn darf nix aus Holz sein, denn das würde ja unangenehm auffallen,
weil es arbeitet......

;-)))))))

Ulf Kutzner

unread,
Feb 2, 1999, 3:00:00 AM2/2/99
to
Martin H. Duffner wrote:

> Mir wurde mal ein Fahrrad _vom_ Fdl gestohlen. Er hat es einfach von der
> Polizei (!)

Bahnpolizei?

> abmontieren lassen, da es dort nicht festgebunden werden
> dürfe. (Geländer) Als ich am Abend ankam, war nur das Vorderrad noch da.

Gestohlen trifft vermutlich nicht ganz zu - war der Rest eigentlich auf
der Gepäckaufbewahrung/im Fundbüro? Wenn nicht, dann wo?

Gruß, ULF

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 2, 1999, 3:00:00 AM2/2/99
to

Sven Herzfeld schrieb:


> Die sieht man schon von der Weser aus.

4 Kilometer weit und durch Flußschleifen hindurch?

> Die hat tätsächlich so eine
> Bedeutung?

Die Frage ist ja nicht, wie groß oder wie schön ein Bauwerk ist, sondern
welche Netzbedeutung es hat. Beispielsweise sieht man es der popeligen
Fußgängerbrücke über die Strecke Roßlau-Dessau auch nicht an, daß sie einen
wesentlichen Beitrag dazu leistete, daß von den 4000 Werktätigen des VEB
Waggonbau Dessau ca. 2500 mit dem Rad kamen.

Nur das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz schreibt vor, daß gute
Verkehrsplanung teuer zu sein hat.

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 2, 1999, 3:00:00 AM2/2/99
to

Heiko Schmitz schrieb:

> Das kommt darauf an, wie oft man es ersetzen muss...
> Ein bisschen OT: Warum ist ein Rad ohne Freilauf sicherer? Ausserdem
> traue
> ich dem Halbblinden, der meine alte Karre geklaut hat, nicht zu, das zu
> erkennen.


Deshalb liegt es 200 Meter weiter, wo der Dieb entsetzt gemerkt hat, was er
stahl. Oder sich gleich auf's Gesicht gelegt hat, weshalb der Arbeitsgang
entfällt, es ihm zu verschönern.

Ein Bekannter, der besonders häßlich zu Dieben war, hat ein richtiges altes
Bahnrad genommen als Kneipenrad, ohne Bremse. (Halte ich aber für nicht
sicher genug.)
Weil die meisten Leute die Beine hochnehmen, wenn sie merken, daß die
Pedale nachschieben, kommt die Lösung ohne Bremse besonders gut an. Er
mußte nie weit gehen, um es im Graben zu finden.

Martin H. Duffner

unread,
Feb 2, 1999, 3:00:00 AM2/2/99
to
Servus !

Ulf Kutzner schrieb:

> Bahnpolizei?

Nein, der örtliche Polizeiposten wurde eingeschaltet.



> Gestohlen trifft vermutlich nicht ganz zu - war der Rest eigentlich auf
> der Gepäckaufbewahrung/im Fundbüro? Wenn nicht, dann wo?

Der Rest stand in der Garage, wo z.B. die Schneefräse der DB steht.


Grüße
MhD

Ingo Untiedt

unread,
Feb 2, 1999, 3:00:00 AM2/2/99
to
On 1 Feb 1999 13:19:14 GMT, ha...@Zierke.com (Hans-Joachim Zierke)
wrote:

>Besser wäre natürlich eines der vollautomatischen Parkhäuser, wie sie in NL
>eingesetzt werden. Aber so weit ist die DB AG noch nicht, daß sie
>Forschungsberichte läse, die auf Niederländisch abgefaßt sind.

In Münster entsteht bis zum Sommer aus der Baugrube auf dem
Bahnhofsvorplatz so etwas in der Richtung: Ein Fahradparkhaus mit IIRC
3000 Stellplätzen, allerdings nicht vollautomatisch.
Darin sollen dann die Heerscharen von Fahrrädern, die sich jetzt rund
um den Bahnhof sammeln, verschwinden und es ist damit ein erster
Schrtt zum Umbau des Bahnhofsvorplatzes, der in den nächsten Jahren
erfolgen soll.

Es gibt allerdings auch Kritik von potentiellen Nutzern (hauptsächlich
Pendler und Studenten) wie:
-zu teure Parkgebühren
-nicht rund um die Uhr geöffnet
-"Dann stelle ich mein Fahrad eben zwei Straßen weiter ab"
Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Gruß

Ingo

--
PGP public key ID 0x98BDA0D9 available
--------------------------------------------------------/------------
Ingo Untiedt /
unt...@uni-muenster.de http://buene.muenster.de/sgm/ /

Stefa...@t-online.de

unread,
Feb 2, 1999, 3:00:00 AM2/2/99
to
Salü Hans-Joachim,

>Ein altes Bahnhofsrad in Hannover sparte 7 Minuten. Ein (völlig theoretischer) durchgehender Zug zwischen Rinteln und Hannover könnte durch die Verwendung von Neigetechnik vielleicht 7 Minuten sparen... ;-)

Kannst Du Dir vorstellen, wie wertvoll so ein paar Minuten sein können? Hier auf dem Land wird für den Busverkehr seit Jahren versucht, die Fahrzeit durch Auslassen von Haltestellen oder Abkürzungen die Fahrzeit von 61 Minuten auf 55 Minuten zu drücken, damit ein Stundentakt mit nur einem Bus für je eine Richtung zu realisieren.
Momentan bräuchte man 4 Busse dafür, die dann regelmäßig 59 Minuten Pause haben. Wären die Busse nur 6 Minuten schneller am Ziel, dann haben auch die Fahrer ihre nötige Pause.

Kann mir ganz gut vorstellen, daß genau das bei der Bahn Probleme bei der Bereitstellung lösen könnte.

tschüss...
Stefan

Sven Herzfeld

unread,
Feb 2, 1999, 3:00:00 AM2/2/99
to
Volker Wollny <V.Wo...@t-online.de> schrieb:

> Gute Lösung: Billiges Fahrrad vom Sperrmüll. Hab ich schon über vier Jahre
> (Holländerrad mit Torpedo-3-Gangnabe). Hat noch keiner geklaut, obwohl ich nur
> ein ganz einfaches Zahlenschloß dran habe. Das würde höchstens einer klauen,
> der nicht laufen will, aber so einen hält offenbar auch das einfache
> Zahlenschloß schon ab.

Einem Freund von mir hat man mal ein schrottreifes Rad geklaut, indem
man sauber mit Schraubenschlüssel das angeschlossene Vorderrad abgebaut
hat. Immerhin ein halbes Fahrrad, und mit anderem zusammengeklauten
Teilen reicht's vielleicht für eine Anzahlung für den nächsten Schuß.

Sven

Volker Wollny

unread,
Feb 3, 1999, 3:00:00 AM2/3/99
to
Hallo Ulf!

Ulf Kutzner schrieb:

> + Abnutzung + anteilig Versicherung (mehr Strecke, mehr Unfallgefahr).

Das gilt für meine Autos nicht: Mit der Wahrscheinlichkeit eines verschuldeten
Unfalls steigt auch die Wahrscheinlichkeit eines unverschuldeten. Und bei dem mache
ich - solange es bei Sachschaden bleibt - bei meinen Autos (EK < 1 kDM) stets
Gewinn... :-)

<OFF TOPIC>
Rechnet sich übrigens auch bei alten Luxuswagen: Ich hatte mal einen 350 SE zum EK
von 4,2 kDM, den mir jemand von hinten verbeulte. Reparaturkosten 7,5 kDM Zeitwert
6,3 kDM => Totalschaden. Restwert: 1 kDM machte 5,3 kDM Cash von der gegnerischen
Versicherung. Tatsächliche Reparaturkosten (Eigenarbeit): ca 400 DM davon etwa 300
DM für Anschaffung eines Karosserie-Preßsatzes (hab ich heut noch, allerdings
seither nich tmehr gebraucht). Die paar Stunden Arbeit haben sich also mit
annähernd 5 kDM gelohnt.....
Außerdem hatte ich während eins Teiles der Zeit, die mein Wagen in der Werkstatt
zum Schätzen rumstand als Mietwagen einen fast nagelneuen 500 SE (W 140) - Das war
noch geiler als
</OFF TOPIC>
Eisenbahnfahren ;-))))))))))

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 4, 1999, 3:00:00 AM2/4/99
to

Ingo Untiedt schrieb:

> In Münster entsteht bis zum Sommer aus der Baugrube auf dem
> Bahnhofsvorplatz so etwas in der Richtung: Ein Fahradparkhaus mit IIRC
> 3000 Stellplätzen, allerdings nicht vollautomatisch.

Das entspricht den Studien aus dem Masterplan Fiets: Jenseits 800 Plätze
eine bemannte Station.

> -nicht rund um die Uhr geöffnet

Eine Fahrradstation muß eine Viertelstunde vor dem ersten Zug öffnen und
eine Viertelstunde nach dem letzten schließen. 24-Stunden-Betrieb ist nicht
zwingend erforderlich.


> -"Dann stelle ich mein Fahrad eben zwei Straßen weiter ab"

Klar, die niederländischen Bahnhöfe zeigen deutlich, daß spezielle
30-DM-Bahnhofsräder nach wie vor draußen abgestellt werden.

Fahrradstationen sind eine Lösung für Leute, die ein richtiges Rad
verwenden.


hajo


Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 4, 1999, 3:00:00 AM2/4/99
to

Stefa...@t-online.de schrieb:


> Kannst Du Dir vorstellen, wie wertvoll so ein paar Minuten sein können? Hier auf dem Land wird für den Busverkehr seit Jahren versucht, die Fahrzeit durch Auslassen von Haltestellen oder Abkürzungen die Fahrzeit von 61 Minuten auf 55 Minuten zu drücken, damit ein Stundentakt mit nur einem Bus für je eine Richtung zu realisieren.
> Momentan bräuchte man 4 Busse dafür, die dann regelmäßig 59 Minuten Pause haben. Wären die Busse nur 6 Minuten schneller am Ziel, dann haben auch die Fahrer ihre nötige Pause.

Ich sage doch gar nichts dagegen, so lange der Preis dafür nicht der ist,
daß man unzumutbar zusammengepfercht wird, um im teuren Zug Sitzplatzkosten
zu schinden.

Ich mache nur darauf aufmerksam, daß die Low-Tech-Maßnahme "altes
Bahnhofsrad" in jenem Fall ähnlich viel bringt. Die Reisezeit wird immer
von Tür zu Tür gerechnet.

hajo


P.S.: Das komische Quoten entsteht durch Deine Zeilenlänge.

Ulf Kutzner

unread,
Feb 5, 1999, 3:00:00 AM2/5/99
to
Hans-Joachim Zierke wrote:
>
> Ingo Untiedt schrieb:
>
> > In Münster entsteht bis zum Sommer aus der Baugrube auf dem
> > Bahnhofsvorplatz so etwas in der Richtung: Ein Fahradparkhaus mit IIRC
> > 3000 Stellplätzen, allerdings nicht vollautomatisch.

> Eine Fahrradstation muß eine Viertelstunde vor dem ersten Zug öffnen und


> eine Viertelstunde nach dem letzten schließen. 24-Stunden-Betrieb ist nicht
> zwingend erforderlich.

Kommt das bei Münster nicht fast auf das Gleiche heraus? In Mainz käme
es.

tobias b koehler

unread,
Feb 5, 1999, 3:00:00 AM2/5/99
to
On 4 Feb 1999 20:02:57 GMT, Wolfgang Keller <w_ke...@gmx.de> wrote in
de.etc.bahn.eisenbahn:

> Die sog. 'Dauerfestigkeit' ab 10**7 Lastwechseln wurde 'per Definition'
> künstlich geschaffen, um sich das Rechnen zu erleichtern. Für viele
> Anwendungsbereiche reichen diese 10**7 Lastwechsel nicht aus. In anderen
> Normensystemen als dem hierzulande üblichen kennt man diese künstlich
> definierte Dauerfestigkeit oft gar nicht.

Hast du schon mal eine Wöhlerlinie gesehen?
(Auch wenn das ein idealisiertes diagramm ist)

--
tobias benjamin köhler _______________ t...@rcs.urz.tu-dresden.de
__________<_ ______________ ______________ ______________
,''=0==========||===0=========0||=====0========||0=========0===|
`-oo--------oo-'`-oo--------oo-'`-oo--------oo-'`-oo--------oo-'

Sven Herzfeld

unread,
Feb 6, 1999, 3:00:00 AM2/6/99
to
Wolfgang Keller <w_ke...@gmx.de> schrieb:

>> Alu bricht irgendwann, und sei auch die Einzelbelastung noch so klein.

> Das ist bei _jedem_ Material so.

Professor Teuber, FH Hannover, ist da anderer Meinung.

Sven

Sven Herzfeld

unread,
Feb 6, 1999, 3:00:00 AM2/6/99
to
Hans-Joachim Zierke <ha...@Zierke.com> schrieb:

> Eine Fahrradstation muß eine Viertelstunde vor dem ersten Zug öffnen und
> eine Viertelstunde nach dem letzten schließen. 24-Stunden-Betrieb ist nicht
> zwingend erforderlich.

Die bei uns nicht mal 1,5 Stunden fallen auch nicht so ins Gewicht ...

> Fahrradstationen sind eine Lösung für Leute, die ein richtiges Rad
> verwenden.

In Hannover sollte eine mit 500 Plätzen zum Raschplatz, aber das
Land hält den Platz (zu Recht IMHO) für ungeeignet, so daß es wohl
keinen Zuschuß geben wird. Die Anlage soll näher Richtung City.

Sven

Ingo Untiedt

unread,
Feb 7, 1999, 3:00:00 AM2/7/99
to
On Fri, 05 Feb 1999 16:00:52 +0100, Ulf Kutzner
<kutz...@mail.uni-mainz.de> wrote:

>Hans-Joachim Zierke wrote:
>>
>> Ingo Untiedt schrieb:
>>
>> > In Münster entsteht bis zum Sommer aus der Baugrube auf dem
>> > Bahnhofsvorplatz so etwas in der Richtung: Ein Fahradparkhaus mit IIRC
>> > 3000 Stellplätzen, allerdings nicht vollautomatisch.
>

>> Eine Fahrradstation muß eine Viertelstunde vor dem ersten Zug öffnen und
>> eine Viertelstunde nach dem letzten schließen. 24-Stunden-Betrieb ist nicht
>> zwingend erforderlich.
>

>Kommt das bei Münster nicht fast auf das Gleiche heraus? In Mainz käme
>es.

Geplant ist eine Öffnungszeit von 5:30h bis 23:30h. Siehe auch
http://www.muenster.de/stadt/radstation/
Die letzten Züge fahren in MS deutlich nach Mitternacht.

>> > "Dann stelle ich mein Fahrad eben zwei Straßen weiter ab."


>> Klar, die niederländischen Bahnhöfe zeigen deutlich, daß spezielle
>> 30-DM-Bahnhofsräder nach wie vor draußen abgestellt werden.

Und da liegt IMHO ein Problem: Ein guter Teil (wenn nicht gar die
Mehrheit) der Räder sind halt 30-DM-Bahnhofsräder. Es kann natürlich
sein, daß sich das mit dem Angebot einer besseren Abstellmöglichkeit
ändert.

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 7, 1999, 3:00:00 AM2/7/99
to

Ingo Untiedt schrieb:

> Geplant ist eine Öffnungszeit von 5:30h bis 23:30h. Siehe auch
> http://www.muenster.de/stadt/radstation/
> Die letzten Züge fahren in MS deutlich nach Mitternacht.

Dann braucht man mindestens einen gewissen Prozentsatz von
Spätheimkehrer-Schließfächern, aber auch das ist dem Auto immer noch
unterlegen: Da darf man sich spontan verspäten.

Wer Leute auf die Schiene bringen will, muß sich verdammt noch mal
überlegen, welches die Systemvorteile des Autos sind, und wie man dem ein
gleichwertiges Angebot entgegensetzt. Alles andere ist Alibi: "Wir wollten
ja, aber Sie sehen doch, daß die Leute lieber mit dem Auto..."


hajo


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