In meiner Lokliste stehen einige Loks mit Standort "JVA Brandenburg".
Ich habe darueber noch nie einen Bericht gelesen. Da ich naechste
WOche ueber Brandenburg fahre, wuerde ich die Loks gern besuchen.
Kann jemand naeheres ueber den Standort und die Zugaenglichkeit
sagen??
Gruss Juergen
--
Museums- und Denkmallokliste auf:
http://www.utecht.de/bahn
Es werden (wurden?) in der JVA Loks und Wagen zerlegt. Ich persönlich
habe bis jetzt bloß abgestelltes Material innerhalb der JVA, während
der Vorbeifahrt von der B1 aus, gesehen (BR 120 DR). Ob auch
ausserhalb der JVA Material abgestellt wird weiss ich nicht.
> Kann jemand naeheres ueber den Standort und die Zugaenglichkeit
> sagen??
Ein Teil der Gleisanlagen (oder Abstellfläche) muss hinter der Mauer, welche parallel
zur B1 verläuft liegen. Wie man in die JVA reinkommt gibt es sicher mehrere Wege ;-).
Zwecks Besichtigung am besten mal in der JVA anrufen und nachfragen.
Gruß Daniel
> In meiner Lokliste stehen einige Loks mit Standort "JVA Brandenburg".
JVA steht gemeinhin fuer "Justizvollzugsanstalt", vulgo Knast.
Ja, Brandenburg hat eine JVA.
Aber wozu die Loks brauchen?
Ruf doch einfach mal in der JVA an!
Martin Ebert
Früher gab es z.B. auch Leichenwagen, mit Abteil für trauernde Begleiter.
> Gibt's soetwas noch? Hatte vielleicht die D(D)R auch solche Fahrzeuge
> und entsprechend dafür bereitgestellte (Rangier)lokomotiven?
Seit jeder Ort mit Straßenfahrzeugen erreichbar ist, sind manche
Transportaufgaben auch für den überzeugtesten Bahnfreund dort besser
aufgehoben.
Michael Kauffmann
> In diesem Zusammenhang fällt mir ein, daß die DB zumindest in ihren
> frühen Jahren Gefängniswagen in ihrem Bestand führte. Das waren wohl
> B3yg-Wagen mit entsprechenden Siebfenstern.
> Gibt's soetwas noch? Hatte vielleicht die D(D)R auch solche Fahrzeuge
> und entsprechend dafür bereitgestellte (Rangier)lokomotiven?
Wagen jedenfalls ja. 24,5-m-Schnellzugwagen, dunkelgrün, mit
Milchglasfensterchen an der Seite; man konnte die *sehr* kurzen
Abteilchen (also Zellen) dahinter erahnen. Einer fuhr in den
80ern mit Vorliebe im D 906 Dresden - Erfurt über Chemnitz
(mit dem ich von der Hochschule freitags heimfuhr), ab und an
schaute auch ein Knastologe heraus.
Grüße, Thomas
______________________________________________
Thomas Wedekind, Camburger Str. 40, 07743 Jena
Homepage: http://www.tom-wedekind.de
1988 habe ich einmal das Umsteigen einer Gruppe Gefangener beobachten
können: Man stieg aus, jeder Gefangene hatte ein Päckchen in den Händen.
Als der Zug ausgefahren war, setzte sich die Abteilung in Bewegung. Ein
Fdl vom Bf Mg Hbf erzählte mir, einmal wöchentlich führt ein von Leipzig
kommender D-Zug diesen Zellenwagen. Auf einem nicht mehr genutzen
Postbahnsteig wurde dann ein weiterer Zellenwagen bereitgestellt, in den
die Gefangenen umstiegen.
***
Die JVA in Magdeburg liegt gleich neben dem Bf Mg-Sudenburg und hat
heute noch ein (nicht mehr genutztes) Anschlussgleis. Ob dieses Gleis
für die "Anreise" genutzt wurde oder ob nur Gütertransporte stattfanden,
entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls war es Wert, gleich neben dem
Eisenbahntor eine Art massives Pförtnerhaus zu bauen.
Uli.
--
Uli Maschek
http://www.maschexx.de
> Gibt's soetwas noch?
Zellenwagen (Gattungszeichen Z) werden IMHO nicht mehr eingesetzt.
Sie duerften mittlerweile verschrottet sein. Diese Wagen wurden
an entsprechende Regelzuege angehaengt. Eigene Zuege hatten sie nicht.
Daher waren die Fahrten, selbst in einem so kleinem Land wie die DDR
es war, entsprechend lang. Zwischen zwei Gefaengnissen selten unter
24 Stunden.
> Hatte vielleicht die D(D)R auch solche Fahrzeuge
> und entsprechend dafür bereitgestellte (Rangier)lokomotiven?
Ja, die DR hatte solche Wagen bis zur Wende im Einsatz. Die Loks
duerften wohl normale Fahrzeuge aus dem Betriebspark gewesen sein.
Oder meinst Du Loks mit "gesiebter Luft"? ;)
1995 hatte ich im (R)AW Wittenberge die Gelegenheit einen der letzten
Z-Wagen (er war dort zum Verschrotten) zu besichtigen. Der Zellen-
trakt bestand aus einem Mittelgang, zu dem rechts und links Mini-
Abteile mit je 4 Sitzplaetzen angeordnet waren. Wenn da 4 Gefangene
drin sitzen konnte sich keiner mehr bewegen. Der Zellentrakt erstreckte
sich ueber ca. 60% der Fahrzeuglaenge und hatte 18 Zellen. In jedem
Abteil gab es die obligatorischen Ringe an den Laengswaenden um die
Gefangenen anzuketten. Dazu gab es dann noch 2 Toiletten. Der Teil,
der dem Begleitpersonal vorbehalten war hatte zwei normale Abteile,
eine Kueche, ein Bad und einen groesseren Aufenthaltsraum.
Gruss, Peter
--
peter klinke / peter....@wiwi.uni-bonn.de |\ .zzz _,,,---,,_
universitaet bonn / wirtschaftstheorie II /,`.-'`' -. ;-;;,_.
adenauerallee 24-42 / d-53113 bonn / germany |,4- ) )-,_. ,\ ( `'-'
tel: +49-228-73-7974 / fax: +49-228-73-7940 '---''(_/--' `-'\_)
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Im Bahnhof Bautzen stand am 25.3.2000 noch einer Abgestellt an der Ladestraße
da wo sich jetzt dasBautzner Cargo Bw befindet.
Daniel
Sehr wahrscheinlich. Die Z-Wagen der Bundesbahn Z_+/56 10 061 - 10 066, 1956
erstmals geliefert, waren bis 1978 alle ausgemustert. Zu Z-Wagen Ost liegen mir
leider keine Daten vor, da muß ich erstmal "wühlen" gehen!
Grüße!
Christian
--
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> JVA steht gemeinhin fuer "Justizvollzugsanstalt", vulgo Knast.
> Ja, Brandenburg hat eine JVA.
Ist das nicht die, wo so gern ausgebrochen wird?
Womöglich mit hilfe der loks?!
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tobias benjamin köhler t...@rcs.urz.tu-dresden.de
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> Seit jeder Ort mit Straßenfahrzeugen erreichbar ist, sind manche
> Transportaufgaben auch für den überzeugtesten Bahnfreund dort besser
> aufgehoben.
War das früher anders mit der erreichbarkeit?
--
tobias benjamin köhler _______________ t...@rcs.urz.tu-dresden.de
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> On Fri, 31 Mar 2000 15:00:57 +0200, Martin Ebert
<m...@wittenberg.de>
> wrote in de.etc.bahn.eisenbahn:
>
> > JVA steht gemeinhin fuer "Justizvollzugsanstalt", vulgo Knast.
> > Ja, Brandenburg hat eine JVA.
>
> Ist das nicht die, wo so gern ausgebrochen wird?
Stimmt, auch vor der Landtagswahl als "Reisebuero Braeutigam"
bekannt.
> Womöglich mit hilfe der loks?!
Das dachte der neue, unter Erfolgsdruck stehende, Justizminister
K.Schelter wohl auch und kuendigte dem seit 1993 in der JVA taetigen
Verschrottungsunternehmen, obwohl noch nie ein Haeftling auf diesem
Wege "abgaengig" wurde.
mfg -bb
Eigentlich nicht. Auch zu D(D)R-Zeiten wurde der Haeftlingsaustausch
der StVA Brandenburg ueber den Bf Brandenburg Hbf abgewickelt.
Die Zuege 642 und 647 fuehrten an bestimmten Wochentagen am Schluss
einen Zellenwagen mit. Der Weitertransport erfolgte mit einem
extra dafuer hergerichteten W 50-Transporter.
mfg -bb
Ich dachte dabei an die Länderbahnzeit.
Aber auch bei der Bundesbahn gab es mal auf einer im Personenverkehr
eigentlich stillgelegten Strecke Ersatzverkehr mit Zügen, mangels geeigneter
Straße für die angekündigten Busse.
Michael Kauffmann
> Aber auch bei der Bundesbahn gab es mal auf einer im Personenverkehr
> eigentlich stillgelegten Strecke Ersatzverkehr mit Zügen, mangels
geeigneter
> Straße für die angekündigten Busse.
Nienburg/Weser - Lemke?
Die Straßenbrücke über die Weser muß bei Hochwasser recht schnell gesperrt
werden, die Eisenbahnbrücke ist da weniger sensibel. Dieses Verfahren mit
dem Straßenersatzverkehr auf der Schiene war m. W. sogar bis in die
neunziger Jahre hinein üblich.
Wer weiß mehr?
Martin
>Nienburg/Weser - Lemke?
>Die Straßenbrücke über die Weser muß bei Hochwasser recht schnell gesperrt
>werden, die Eisenbahnbrücke ist da weniger sensibel. Dieses Verfahren mit
>dem Straßenersatzverkehr auf der Schiene war m. W. sogar bis in die
>neunziger Jahre hinein üblich.
Daß Lemke inzwischen bis auf das Hauptgleis alle weiteren Gleise verloren hat,
würde einer erneuten Aktion mit Triebwagen wohl nicht entgegenstehen, wohl aber
die Tatsache, daß Lemke seit einiger Zeit eine Umgehungsstraße erhalten hat,
die so hoch ist, daß sie wohl niemals überflutet wird.
Trotzdem ist es immer wieder reizvoll, auf dem Damm der Bahn zur Brücke zu
gehen. Schon bei mäßigem Hochwasser links und rechts nichts als Wasser...
=== Martin Dietrich - DICOM ===
Heimat-Bf.: Leeste (b. Bremen)
> > > Seit jeder Ort mit Straßenfahrzeugen erreichbar ist, sind manche
> > > Transportaufgaben auch für den überzeugtesten Bahnfreund dort besser
> > > aufgehoben.
> >
> > War das früher anders mit der erreichbarkeit?
>
> Ich dachte dabei an die Länderbahnzeit.
<zitat>Nr. XXVII S. 283
Gesetzes- und Verordnungsblatt für das Großherzogthum Baden
Karlsruhe, Dienstag den 12. Oktober 1875
Verordnung. Den Schub der Gefangenen auf der Eisenbahn betreffend.
Unter Aufhebung der diesseitigen Verordnung vom 5. Oktober 1859 Nr.
6630 - den Schub der Gefangenen auf der Eisenbahn betreffend - wird im
Einverständniß mit den Großherzoglichen Ministerien des Innern und des
Handels verfügt:
§ 1
Der Schub der Gefangenen auf der Eisenbahn finder vom 15. Oktober d.
J. an in folgender Weise statt:
A. auf der Hauptbahn
jeden Dienstag und Freitag: von Mannheim bis Freiburg,
jeden Mittwoch und Samstag: von Freiburg bis Constanz,
jeden Dienstag und Freitag: von Constanz bis Freiburg,
jeden Mittwoch und Samstag: von Freiburg bis Mannheim;
B. auf der Bahnstrecke Wertheim = Heidelberg
jeden Montag und Freitag: von Wertheim nach Heidelberg,
jeden Dienstag und Samstag: von Heidelberg nach Wertheim;
C. auf der Bahnstrecke Durlach = Pforzheim:
jeden Montag und Donnerstag: von Durlach nach Pforzheim und zurück;
D. auf der Bahnstrecke Radolfzell = Singen = Triberg = Offenburg:
jeden Dienstag und Freitag: von Radolfzell nach Offenburg,
jeden Mittwoch und Samstag: von Offenburg nach Radolfzell;
E. auf der Bahnstrecke Meßkirch = Radolfzell
jeden Dienstag und Samstag: von Meßkirch nach Radolfzell und zurück.
Der Schub der Gefangenen auf der Hauptbahn erfolgt in besonders
eingerichteten Wagen, welche jeweils vom Dienstag auf Mittwoch und vom
Freitag auf Samstag in Freiburg über Nacht verbleiben; auf den unter
B., C. und E. genannten Bahnstrecken sowie auf der Bahnstrecke unter
D. zwischen Singen und Offenburg in abgeschlossenen Wagenabtheilungen
III. Klasse.
§ 2
Die Züge, mit welchen der Schub der Gefangenen an den bezeichnten
Wochentagen stattfindet, werden jeweils mit Beginn des Sommer= und
Winterfahrtenplanes bestimmt werden; die Bekanntmachung geschieht im
Staatsanzeiger und in der Karlsruher Zeitung.
§ 3 [... usw ...]
§ 16 [... usw ...]
Karlsruhe, den 6. Oktober 1875
Großherzogliches Ministerium des Großherzoglichen Hauses, der Justiz
und des Auswärtigen.
Im Auftrag (gez.) von Seyfried.</zitat>
> Aber auch bei der Bundesbahn gab es mal auf einer im Personenverkehr
> eigentlich stillgelegten Strecke Ersatzverkehr mit Zügen, mangels
> geeigneter Straße für die angekündigten Busse.
Wenn Du in diesem Kontext an Schramberg dachtest: wenn ich recht
informiert bin, befand sich ebenda nicht einmal ein königlich-
württembergisches Amtsgericht nebst Gefängnis, sondern hält nur das
Amtsgericht Oberndorf seinen auswärtigen Gerichtstag ab.
mfg Matthias Dörfler
> > Seit jeder Ort mit Straßenfahrzeugen erreichbar ist, sind manche
> > Transportaufgaben auch für den überzeugtesten Bahnfreund dort besser
> > aufgehoben.
> War das früher anders mit der erreichbarkeit?
In diesem Zusammenhang fand ich im Reichsgesetzblatt II 1934, S. 377
die Bekanntmachung des deutsch-polnisch-danziger Abkommens über die
Beförderung von Gefangenen im Durchgangsverkehr zwischen Ostpreußen
und dem übrigen Deutschland durch Polen und das Gebiet der Freien
Stadt Danzig. Der Durchschub war ausschließlich auf die Eisenbahn
beschränkt.
1960 kostete bei der DB übrigens die Benutzung von Gefangenenwagen
(Zellenwagen) einen tariflichen Mindestpreis für 30 Erwachsene nach
dem gewöhnlichen Fahrpreis 2. Klasse. Gefangenensammelwagen hingegen
(also nach festen Plänen verkehrend) wurden zu 54 Pfennig / Achskm
berechnet.
mfg Matthias Dörfler