mfg Michael
Die Neutralisation bedeutet nichts anders als die Schienen vor dem
Verschweissen mit einem Gasbrenner auf eine vorbestimmte Temperatur
aufzuheizen. Damit erreicht man eine "durchschnittliche" Dehnung der Schiene
und kann das Wandern bei Hitze und Kälte auf ein mittleres Mass reduzieren.
Massgebend für die Erwärmung sind in der Regel einmal durchgeführte
Temperaturmessungsfahrten während des Sommers und der Winters. Meist macht
dies die ETH in Form einer Studie mit Studenten. Diese Grundlage und die
langjährigen Durchschnittstemperaturen, die im Rahmen der meteorologischen
Beobachtungen stattfinden lassen es zu mit bestimmten Formeln auch die
Dehnung der Eisenbahnschienen zu bestimmen. Dieser Näherungswert dient dann
dem Neutralisieren. Durch dieses Vorgehen soll die Verwerfung der Gleise auf
ein erträgliches MAss reduziert werden, dh wenigstens so, dass keine
Entgleisungsgefahr entsteht. Verwerfungen lassen sich auf kurvenreichen
Strecke nie ausschliessen. Faustregel: Verschweissen ist nur möglich wenn
Radius >= 200m, kleinere Radien sind fast ausschliesslich Verwerfungen
unterworfen, es sei denn sie werden nicht von der Sonne beschienen. Gleisbau
ist eine technologisch anspruchsvolle Sache, selbst wenn dies viele Zuseher
beim Vorbild - und manchmal auch Aktive - nicht wahrhaben wollen. Denn auch
schlechtem Gleis leidet der Fahrgast durch den unruhigen Lauf der Züge, aber
auch das Rollmaterial kann erheblichen Schaden erleiden.
Gruss Hans
<mi...@pop.dplanet.ch> schrieb in im Newsbeitrag:
37D55E13...@pop.dplanet.ch...
[Schienenschweissung]
> Beim Schweissen wird immer vom Neutralisieren gesprochen.
> Kann mie jemand sagen was das genau ist das Neutralisieren!
> Wie funktioniert das in klimatischen heiklen Gebieten wie
> das Engadin, die Albula sowie die Berninastrecke!
In Deutschland wird das natuerlich auch gemacht. Ich habe dabei
mal etwas von 20 Grad Celsius Schienentemperartur gehoert.
Daraus folgt, dass man bei Gleisbauarbeiten im Sommer nicht
tagsueber schweissen kann, sondern die Nacht abwartet und
dann ggf. nachheizt. Dazu dient ein Skl (Schwerkleinwagen),
auf den ein Propantank und nach vorn ausklappbare Heizbrenner
montiert sind. Die Verschraubungen der Schiene werden mit
Schraubpfluegen geloest und der Brenner erhitzt einige hundert
Meter um die Schweissstelle herum die Schienen. Man kann
am Knacken in den Schwellen schoen verfolgen , wie die Schiene
sich ausdehnt. Mit dem Schienenthermometer wird kontrolliert,
ob der gewuenschte Tempoeraturbereich erreicht ist. Dann
werden die Stoesse auf das fuer die Schweissung notwendige
Mass eingeschnitten und schliesslich verschweisst.
Gruesse aus Belle-tack-tack-garde-tack-tack-sur-tack-tack-
Valser-tack-tack-rine :-)
--
Martin Balser http://www.rz.uni-frankfurt.de/~mbalser
Nach Versuchsende schrauben Sie die Fehlerquelle bitte
wieder in den zugehörigen Bleimantel.
> dann ggf. nachheizt. Dazu dient ein Skl (Schwerkleinwagen),
^^^^^^^^^^^^^^^^
Hmm, bedeutet die Abkürzung "Skl" wirklich "Schwerkleinwagen"?
Ein befreundeter Museumsbahner hatte mir mal erzählt, Skl würde
"Schienenkraftlore" heißen. Was ist denn nun richtig?
Viele Grüße
Björn Graas
Bjoern Graas wrote:
>
> Hmm, bedeutet die Abkürzung "Skl" wirklich "Schwerkleinwagen"?
>
> Ein befreundeter Museumsbahner hatte mir mal erzählt, Skl würde
> "Schienenkraftlore" heißen. Was ist denn nun richtig?
Ich finde zu der Abk. SKL die Bedeutung "Schienenkleinwagen"
Bye Kai
Ich kenne auch die erstgenannte Deutung, welche hervorhob, dasz der
Wagen schwer genug war, Gleiskontakte auszuloesen.
Michael Kauffmann
> Ich kenne auch die erstgenannte Deutung, welche hervorhob, dasz der
> Wagen schwer genug war, Gleiskontakte auszuloesen.
An den neuen GAF 100 steht "Schwerkleinwagen", allerdings ist die
Abkürzung Skl dort nicht zu finden.
Jens-Peter