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Kometa

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Frank-Torsten Boeger

unread,
Feb 18, 2001, 2:04:41 PM2/18/01
to
Ich bitte um Nachsicht, hier mal nur ein artverwandtes Thema anzuschneiden,
aber die Suchmaschinen meines Vertrauens brachten nicht so die Ergebnisse, die
ich mir vorgestellt hatte (aber, ich bin sicher bald schlauer :-) )
Zu DDR-Zeiten gab es auf der Ostsee Tragflächenboote, genannt "Kometa", die der
Touristenbelustigung in Küstennähe, auch bis Richtung Swinoujscie (Swinemünde),
dienten.
Gibt es diese Sorte Schiff (evtl. auch die abgespeckte Elbe-Variante "Sarja")
irgendwo in Europa noch?
FTB

Jürgen Krebs

unread,
Feb 18, 2001, 3:21:38 PM2/18/01
to
Kometas gab es auch in Bulgarien. Sie liefen dort von Burgas aus in
nördliche und südliche Richtung. Ob noch ?????

Was ist eigentlich aus den beiden Sarja geworden. Wurden die nicht zur
Bleilochtalsperre o.ä. umgesetzt????


--
Eisenbahn-Club Schönebeck (Elbe) e.V.

Jürgen Krebs
Mail: ec...@gmx.de
Internet: www.ecs.de.cx


Patrick Bonacker

unread,
Feb 18, 2001, 3:55:17 PM2/18/01
to
On 18 Feb 2001 19:04:41 GMT, ft...@aol.com (Frank-Torsten Boeger)
wrote:

Von den "Kometas" weiß ich es aus erster Hand, einem Mitarbeiter der
"Weißen Flotte" (die es ja noch gibt): sie wurden nach Griechenland
verkauft und fahren dort auch noch (alle?). Der dortige Reeder hat
auch aus der GUS dazugekauft und jetzt wohl ca. 15 in Betrieb.

Wo noch in Europa?
Russland, natürlich. Auch "Raketa", "Meteor" und wie sie alle
heißen...

Gruß,
Patrick

Will Berghoff

unread,
Feb 18, 2001, 4:05:22 PM2/18/01
to
"Frank-Torsten Boeger" <ft...@aol.com> schrieb im Newsbeitrag
news:20010218140441...@ng-bk1.aol.com...

> Zu DDR-Zeiten gab es auf der Ostsee Tragflächenboote, genannt
"Kometa", die der
> Touristenbelustigung in Küstennähe, auch bis Richtung Swinoujscie
(Swinemünde),
> dienten.
> Gibt es diese Sorte Schiff (evtl. auch die abgespeckte Elbe-Variante
"Sarja")
> irgendwo in Europa noch?

Auf dem Rhein fährt seit bald 30 Jahren der 'Rheinpfeil', auf den
norditalienischen Seen sind die 'Aliscafi' seit 30 Jahren gang und
gäbe - im Mittelmeer ebenfalls.

Gruß
Will

Hahn0man

unread,
Feb 18, 2001, 4:22:57 PM2/18/01
to
> Gibt es diese Sorte Schiff (evtl. auch die abgespeckte Elbe-Variante
"Sarja")
> irgendwo in Europa noch?

Im Sommer nach der Grenzöffnung habe (AFAIK) eines der Boote in Travemüde
gesehen und damals einen Artikel darüber geschrieben... Falls von Interesse,
kann ich Dir den mal senden.

Gruß
Thorsten


Folke Brockmann

unread,
Feb 18, 2001, 10:44:16 PM2/18/01
to

"Frank-Torsten Boeger" <ft...@aol.com> schrieb

> Ich bitte um Nachsicht, hier mal nur ein artverwandtes Thema
anzuschneiden...

> Zu DDR-Zeiten gab es auf der Ostsee Tragflächenboote
> Gibt es diese Sorte Schiff (evtl. auch die abgespeckte Elbe-Variante
"Sarja")
> irgendwo in Europa noch?
Auf dem Rhein gab es auch schon mal eine Tragflügelbootverbindung
"RHEINPFEIL" der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG, auf
http://gsc-research.de/hvberichte/freiverkehr/artikel/2000/09/25/189/ läßt
sich nachlesen daß das Schiff für 250000 Dollar in Rußland gekauft und
anschließend für 1,3 Mill. Mark umgebaut worden sei, es soll verkauft
werden...
--
Gruß Folke aus Wattenscheid
http://people.freenet.de/Tf-Brocki.index.htm/Tf-Brocki 20.02.: 804
EDOB-EDO, 2213 EDO-KK, KK-EDO 624, EDO-KK 703 (mit 103-er), 620 KK-EDO,
21./22.02.: 625 EDO-KK, 225 KK-FFLU, 224 FFLU-KK, 1914 KK-FFLU 22./23.02.:
625 EDO-KK, 225 KK-FFLU, 224 FFLU-KK, 1914 KK-EDO 23./24.02.: 77667
EDOB-EDSH, 76166 EDSH-EDOB, 76465 EDOB-EDSH, 76167 EDSH-EDOB 24./25.02.: GF
EDOB-KKO, 1118 KKO-EDOB


Ulf Kutzner

unread,
Feb 19, 2001, 5:10:09 AM2/19/01
to

Auf dem Rhein, von Petersburg nach Peterhof, auf russischen & ukrainischen
Flüssen... Zumindest auf dem Rhein möchte ich DPT-Wechselverkehr nicht
ganz ausschließen (es sei denn, es gäbe eine diesbezügliche
Sonderbestimmung für Tragflügelboote).

Gruß, ULF
--
________________________________________________________________________
Ulf Kutzner Backhaushohl 46 D-55128 Mainz
________________________________________________________________________


Frank-Torsten Boeger

unread,
Feb 19, 2001, 6:13:07 AM2/19/01
to
>Was ist eigentlich aus den beiden Sarja geworden. Wurden die nicht zur
>Bleilochtalsperre o.ä. umgesetzt????

Fahren die da evtl. noch?
FTB

Frank-Torsten Boeger

unread,
Feb 19, 2001, 6:17:19 AM2/19/01
to
>Von den "Kometas" weiß ich es aus erster Hand, einem Mitarbeiter der
>"Weißen Flotte" (die es ja noch gibt): sie wurden nach Griechenland
>verkauft und fahren dort auch noch (alle?).

Wieviel waren es überhaupt bei der "Weißen Flotte"?
Und irgendwie kamen ja in den 70ern auch welche auf Touristenlinien aus Polen
in Rügen und Umgebung angeflogen.
Da bestünde vielleicht doch eine Chance, daß es die in dem Land noch gibt,
bedauerlicherweise habe ich bisher noch keinen polnischen Ostsee-Passagierhafen
gesehen :-(
FTB

Michael Kauffmann

unread,
Feb 19, 2001, 8:29:55 AM2/19/01
to
Ulf Kutzner wrote:

> Zumindest auf dem Rhein möchte ich DPT-Wechselverkehr nicht
> ganz ausschließen (es sei denn, es gäbe eine diesbezügliche
> Sonderbestimmung für Tragflügelboote).

Als ich noch Kursbücher kaufte, stand es drin, mit diesbezüglichen
Angaben.

Michael Kauffmann

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 19, 2001, 7:58:46 AM2/19/01
to

Frank-Torsten Boeger schrieb:


> Zu DDR-Zeiten gab es auf der Ostsee Tragflächenboote, genannt "Kometa", die der
> Touristenbelustigung in Küstennähe, auch bis Richtung Swinoujscie (Swinemünde),
> dienten.
> Gibt es diese Sorte Schiff (evtl. auch die abgespeckte Elbe-Variante "Sarja")
> irgendwo in Europa noch?

Tragflächenboote waren eine militärische Entwicklung der deutschen
Kriegsmarine, die nicht mehr vor 45 fertiggestellt wurden. Gebaut wurden
sie dann einerseits von der SU in großen Mengen insbesondere für die
Flußschifffahrt, andererseits von Rodriquez Cantieri Navali in Messina.

Üblich sind sie im Mittelmeer (Italien, Griechenland) und auf der Wolga
etc., wobei sie sich für die Wolga besser eignen.

Jede Art von "surface effect ship" in dessen Reinform hat natürlich das
Problem, die Reise bei richtigen Wellen [tm] wenig angenehm zu gestalten.
Die italienischen Aliscafi bleiben schon bei ca. 1m oder 1,50m Wellenhöhe
im Hafen, man braucht also richtige Schiffe als Backup.


hajo

Roman Tuder

unread,
Feb 19, 2001, 10:37:10 AM2/19/01
to
hallo,

ich konnte mit so einem Ding ("Santorini Dolphin") einmal
im Sommer 1997 zwischen Mikonos und Ios (Kykladen) fahren.
Dabei hatte es den maximal noch vertretbaren Seegang.

Ich hab bis dorthin noch nie so viele bleichweiße Gesichter und benutzte
Seekrankheitsbehälter gesehen.

Übrigens sind diese Schiffe zumindest in Griechenland nach der
"express-Samina"-Katastrophe großteils (möglicherweise sogar zur Gänze)
außer Dienst gestellt.

Der "Ios Dolphin" war noch im letzten Sommer (abgestellt) im Hafen von Ios
zu sehen. (Könnte bei Interesse am Wochenende ein Bild einscannen)


Roman Tuder

http://www.tuder.at (Reiseberichte, Feiern, ...)

"Hans-Joachim Zierke" <Usen...@Zierke.com> schrieb im Newsbeitrag
news:slrn992649.1...@hersland.Zierke.com...

Thomas Wedekind

unread,
Feb 19, 2001, 1:14:09 PM2/19/01
to


Derartiges ist dort nie angekommen; wüßte man sonst hier. Dort
dieseln ganz normale Dampfer.


--
Grüße, Thomas
__________________________________________________________
Thomas Wedekind, 07743 Jena http://www.tom-wedekind.de

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Feb 19, 2001, 1:31:21 PM2/19/01
to
Frank-Torsten Boeger <ft...@aol.com> wrote:

:>Von den "Kometas" weiß ich es aus erster Hand, einem Mitarbeiter der


:>"Weißen Flotte" (die es ja noch gibt): sie wurden nach Griechenland
:>verkauft und fahren dort auch noch (alle?).

: Wieviel waren es überhaupt bei der "Weißen Flotte"?

Ich weiss es nicht mehr, aber sie duerften an einer Hand abzaehlbar gewesen sein.

: Und irgendwie kamen ja in den 70ern auch welche auf Touristenlinien aus Polen


: in Rügen und Umgebung angeflogen.
: Da bestünde vielleicht doch eine Chance, daß es die in dem Land noch gibt,
: bedauerlicherweise habe ich bisher noch keinen polnischen Ostsee-Passagierhafen
: gesehen :-(

Das bei Dir als Oft-Polenreisenden ;-). Ich bin immerhin schon von Hel nach
Gdynia getuckert, war aber keine Kometa.

Litauen:
Das Schiff Kaunas-Nida im Sommer (was mir trotz mehrerer Versuche nicht
gelang zu benutzen) soll eins sein, muss es auch wg. der Fahrzeiten.

und ausserhalb Europas:
http://www.spiegel.de berichtet gerade auf seinen Reiseseiten von
der Insel der Jugend in Kuba, wo man mit Kometas hinkommt.

-kut

Matthias Doerfler

unread,
Feb 19, 2001, 2:54:49 PM2/19/01
to
Am Mon, 19 Feb 2001 14:29:55 +0100 schrieb Michael Kauffmann:
> Ulf Kutzner wrote:

[Xpost und fup2 debt+s]

> > Zumindest auf dem Rhein möchte ich DPT-Wechselverkehr nicht
> > ganz ausschließen (es sei denn, es gäbe eine diesbezügliche
> > Sonderbestimmung für Tragflügelboote).

> Als ich noch Kursbücher kaufte, stand es drin, mit diesbezüglichen
> Angaben.

S. 1337 des laufenden Kursbuchs bezeichnet die (oder den) Rheinjet als
zuschlagpflichtig; der Tarifhinweis ebenda schließt Wechselverkehr
nicht aus.
Steht etwas dazu auf http://www.k-d.com ? Habe keine Zeit und Lust zum
Suchen

mfg Matthias Dörfler

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 19, 2001, 1:03:58 PM2/19/01
to

Roman Tuder schrieb:


> Übrigens sind diese Schiffe zumindest in Griechenland nach der
> "express-Samina"-Katastrophe großteils (möglicherweise sogar zur Gänze)
> außer Dienst gestellt.

Wieso denn das? Das Ding war doch wohl alles andere als ein Tragflächenboot
oder schnell oder Expreß im Wortsinne? ("Expreß xxx" bei griechischen
Schiffen ist so zu verstehen wie bei der DB, leere Worthülse.)

Sind alle Tragflächenboot-Kapitäne Fußballfans? (Das könnte natürlich
sein...)

> "Hans-Joachim Zierke" <Usen...@Zierke.com> schrieb im Newsbeitrag

<Viel Datenmüll gelöscht.>

Bitte keine TOFUs.


hajo

Till Kinstler

unread,
Feb 19, 2001, 3:43:05 PM2/19/01
to
Kai-Uwe Thiessenhusen wrote:

> Litauen:
> Das Schiff Kaunas-Nida im Sommer (was mir trotz mehrerer Versuche nicht
> gelang zu benutzen) soll eins sein, muss es auch wg. der Fahrzeiten.

Ich bin 1997 mit einem Tragfluegelboot russischer Bauart von Helsinki
nach Tallinn gefahren. Keine Ahnung was das fuer ein Typ das war.
Reederei muesste aber Linda Lines(?) gewesen sein.
Ich glaube 1999 fuhren die schon mit anderen Schnellbooten (Katamarane
wie sie auch die anderen Reedereien zwischen Helsinki und Tallinn
einsetzen).

Gruss
Till

--
Till Kinstler ti...@fs.is.uni-sb.de
http://www.phil.uni-sb.de/~till/ ti...@phil.uni-sb.de
student of information science ti...@stud.uni-sb.de

Kai Garlipp

unread,
Feb 19, 2001, 4:28:49 PM2/19/01
to

Frank-Torsten Boeger wrote:
>
> >Von den "Kometas" weiß ich es aus erster Hand, einem Mitarbeiter der
> >"Weißen Flotte" (die es ja noch gibt): sie wurden nach Griechenland
> >verkauft und fahren dort auch noch (alle?).
>
> Wieviel waren es überhaupt bei der "Weißen Flotte"?

"Störtebecker I", II und III. Mehr gab es AFAIR nicht.

> Und irgendwie kamen ja in den 70ern auch welche auf Touristenlinien aus Polen
> in Rügen und Umgebung angeflogen.

Wobei die "Weiße Flotte" der DDR sie in den 80er Jahren auch nicht mehr
so richtig eingesetzt hat da sie auch enorme Treibstofffresser waren.

Bye Kai


Jan Marco Funke

unread,
Feb 19, 2001, 4:58:39 PM2/19/01
to
"Roman Tuder" <ro...@tuder.at> schrieb:
> "Hans-Joachim Zierke" <Usen...@Zierke.com> schrieb:

> >
> >
> > Jede Art von "surface effect ship" in dessen Reinform hat
> > natürlich das Problem, die Reise bei richtigen
> > Wellen [tm] wenig angenehm zu gestalten.
> > Die italienischen Aliscafi bleiben schon bei ca. 1m oder
> > 1,50m Wellenhöhe im Hafen, man braucht also richtige
> > Schiffe als Backup.
> >
>
> ich konnte mit so einem Ding ("Santorini Dolphin") einmal
> im Sommer 1997 zwischen Mikonos und Ios (Kykladen) fahren.
> Dabei hatte es den maximal noch vertretbaren Seegang.
>
> Ich hab bis dorthin noch nie so viele bleichweiße Gesichter und
> benutzte Seekrankheitsbehälter gesehen.
>
Tragflächenboote sind für hohen Seegang ungeeignet? Kann ich
nicht beurteilen, erstaunt mich aber. Man braucht aber nicht
unbedingt richtige Schiffe bei Seegang, auch Katamarane kommen
damit teilweise sehr gut zurecht. Ich war letzten Spätsommer mal
auf Helgoland (inkl. zwei Übernachtungen dort), zurück hatte es
doch einen guten Seegang (Windstärke 7 oder 8). Der Katamaran
(noch ziemlich neues Luxusmodell, in Australien gebaut) hat die
Fahrt Helgoland - Cuxhaven aber trotz hoher Wellen pünktlich (mit
70 km/h) in 1 Stunde 15 Min zurückgelegt. War trotz allem eine
sehr ruhige Fahrt, ich habe niemanden Kotzen sehen. Ich war froh,
das ich die Rückfahrt nicht mit einem herkömmlichen Schiff
geplant hatte, das wäre unangenehmer geworden.

Viele Grüße,
Jan Marco Funke


Reinhard Greulich

unread,
Feb 19, 2001, 6:36:51 PM2/19/01
to
On Mon, 19 Feb 2001 22:58:39 +0100, "Jan Marco Funke" <jmf...@web.de>
wrote:

>Tragflächenboote sind für hohen Seegang ungeeignet? Kann ich
>nicht beurteilen, erstaunt mich aber. Man braucht aber nicht
>unbedingt richtige Schiffe bei Seegang, auch Katamarane kommen
>damit teilweise sehr gut zurecht. Ich war letzten Spätsommer mal
>auf Helgoland (inkl. zwei Übernachtungen dort), zurück hatte es
>doch einen guten Seegang (Windstärke 7 oder 8). Der Katamaran
>(noch ziemlich neues Luxusmodell, in Australien gebaut) hat die
>Fahrt Helgoland - Cuxhaven aber trotz hoher Wellen pünktlich (mit
>70 km/h) in 1 Stunde 15 Min zurückgelegt. War trotz allem eine
>sehr ruhige Fahrt, ich habe niemanden Kotzen sehen.

Das ergibt sich aus dem Unterschied zwischen Gleit- und
Verdrängerfahrt. Vereinfacht ausgedrückt: befindet sich ein Schiff in
Verdrängerfahrt (was die allermeisten Fahrgastschiffe und alle
Frachtschiffe tun), verdrängt es um sich herum so viel Wasser, wie es
der Schiffsmasse entspricht. Damit wirken sich Wellen und Seegang
relativ wenig aus, aber die erreichbare Geschwindigkeit ist
physikalisch begrenzt, auch wenn man viel Maschinenpower einsetzt. Um
diese Grenze zu überwinden, hebt man das Schiff aus dem Wasser und
bringt es in Gleitfahrt, bei der es *auf* der Wasseroberfläche
gleitet. Das kann man erreichen durch besondere Rumpfformen und
leichte Konstruktion oder eben durch Auftriebsflügel, die sich unter
Wasser befinden. Und an der Oberfläche nimmt das Ding eben auch die
Unebenheiten, auch Wellen genannt, ziemlich ungedämpft mit; besonders
tun dies die Tragflügelboote, weil sie nur auf ganz kurzen
Auftriebsflächen stehen und damit der Wasseroberfläche folgen. Die
Katamaranfähren fahren meines Wissens nicht in Gleitfahrt, sie nehmen
bei Höchstgeschwindigkeit einen Zustand zwischen reiner
Verdrängerfahrt und Gleitfahrt ein, das heißt, der Rumpf hebt sich
zwar aus dem Wasser, kommt aber nicht wirklich ins Gleiten. Das sind
im übrigen schon durchaus auch "richtige" Schiffe, nur eben welche mit
zwei Rümpfen. Mit was anderem würde ich auch nicht über die offene
Nordsee fahren wollen.

Windstärke 8 nach Beaufort-Skala: mäßig hohe Wellenberge von
beträchtlicher Länge, von den brechenden Kämmen beginnt Gischt
abzuwehen. - "Mäßig hoch" würde ich in der Nordsee so 1,5 Meter
nennen. Ungemütlich, kommt da aber öfter vor. Sollte also vorstellbar
sein für die Katamaranfähren, die dort eingesetzt werden.

Gibt es auf Helgoland irgendeine Eisenbahn? :-)

Gruß - Reinhard.
--
52°22,79'N
009°48,81'E

Claus Eberhard

unread,
Feb 19, 2001, 7:15:35 PM2/19/01
to
Reinhard Greulich <webm...@rgreulich.de> wrote:
>Gibt es auf Helgoland irgendeine Eisenbahn? :-)


Gibt wohl nicht mehr, gab aber schon. Zwar keine
"grosse" Eisenbahn, aber Munitionsbahnen zur Verbindung
der diversen Militaereinrichtungen dort vor/im 2. WK.


MfG Claus

--
_____________________________________________________________
NewsGroups Suchen, lesen, schreiben mit http://netnews.web.de

Wolfgang Broeker

unread,
Feb 20, 2001, 3:45:49 AM2/20/01
to
Reinhard Greulich schrub[tm]:

> Gibt es auf Helgoland irgendeine Eisenbahn? :-)

So was ähnliches, aber vertikal angeordnet:

Der innerinsulare ÖPNV besteht aus einem öffentlichen
fahrpreispflichtigen Aufzug :-)

Gruß - Wolfgang

--
*** a sig isn't spam, but an accepted way of blah blah ***
*** - aus uk.rec.sailing - ***
*** Tue, 20 Feb 2001 07:45 +0100 ***

Wolfgang Broeker

unread,
Feb 20, 2001, 3:45:48 AM2/20/01
to
Ulf Kutzner schrub[tm]:

> > Gibt es diese Sorte Schiff (evtl. auch die abgespeckte Elbe-Variante
> > "Sarja") irgendwo in Europa noch?
>
> Auf dem Rhein, von Petersburg nach Peterhof, auf russischen & ukrainischen
> Flüssen...

Auf dem Rhein wurde das erste Fahrzeug dieser Art zu Beginn der
siebziger Jahre eingesetzt (Ich hatte im Sommer 1972 einen Stu-
dentenjob auf einem Personenschiff in Bad Godesberg, und damals
war das "Russenboot" ganz neu und hat wegen des von ihm erzeug-
ten Schwells sowie der ungewohnt hohen Geschwindigkeit einiges
an Ärger ausgelöst. Es hat auch mehrere Unfälle gegeben, aller-
dings IIRC ohne Personenschäden). Normalerweise verkehrte es in
einem Taktverkehr zwischen Köln und [habe ich vergessen, Koblenz?].

Mehr als 10 Jahre später (1984) bin ich dann selbst mit einem
solchen Teil mal auf dem Baikal gefahren, wo dieser Fahrzeugtyp
für Touristenfahrten eingesetzt wurde.

Gruß - Wolfgang

--
*** a sig isn't spam, but an accepted way of blah blah ***
*** - aus uk.rec.sailing - ***

*** Tue, 20 Feb 2001 07:31 +0100 ***

Maximilian Gauger

unread,
Feb 20, 2001, 4:14:47 AM2/20/01
to
Reinhard Greulich wrote:


> Gibt es auf Helgoland irgendeine Eisenbahn? :-)

Hm, haben die nicht einen Schrägaufzug -> spurgeführtes Verkehrsmittel
-> in debm ontopic?


Ciao,

Max ";-)" Gauger

--
* Maximilian Gauger *
* Diltheyweg 11 *
Life is a box of chocolates: * 64287 Darmstadt *
You never know what you'll get. (Forrest Gump) * mga...@gmx.net *

Mathias Boelckow

unread,
Feb 20, 2001, 5:14:33 AM2/20/01
to
"Jan Marco Funke" <jmf...@web.de> schrieb/wrote uns/us:

>Man braucht aber nicht
>unbedingt richtige Schiffe bei Seegang, auch Katamarane kommen

>damit teilweise sehr gut zurecht. [..] Der Katamaran [..] hat die


>Fahrt Helgoland - Cuxhaven aber trotz hoher Wellen pünktlich (mit
>70 km/h) in 1 Stunde 15 Min zurückgelegt.

Haben nicht die Norweger einen Kat im Sturm zwischen Starvanger und
Bergen im zerlegt? Jedenfalls schienen mir die Gurte in der ersten
Sitzreihe für das rauhere Fahrgefühl bestimmt.

Gruß, Mathias Bölckow

Jan Marco Funke

unread,
Feb 20, 2001, 5:44:35 AM2/20/01
to
"Reinhard Greulich" <webm...@rgreulich.de> schrieb:

>
> Das ergibt sich aus dem Unterschied zwischen Gleit- und
> Verdrängerfahrt. Vereinfacht ausgedrückt: befindet sich ein
> Schiff in Verdrängerfahrt (was die allermeisten Fahrgastschiffe
> und alle Frachtschiffe tun), verdrängt es um sich herum so
> viel Wasser, wie es der Schiffsmasse entspricht. Damit wirken
> sich Wellen und Seegang relativ wenig aus, aber die erreichbare
> Geschwindigkeit ist physikalisch begrenzt, auch wenn man viel
> Maschinenpower einsetzt.

Das muß man aber auch, um die Geschwindigkeit zu erreichen. Der
nicht allzu große (im Vergleich zu den herkömmlichen
Helgoland-Schiffen) Hegoland-Katamaran http://www.catno1.de/ hat
immerhin 12.000 PS zur Verfügung, um seine 70 km/h zu erreichen.
Da dürfte trotz geringerer Fahrgastkapazitäten einiges mehr an
Diesel durchgehen, dafür ist er aber halt schneller.

> Um diese Grenze zu überwinden, hebt man das Schiff aus dem
> Wasser und bringt es in Gleitfahrt, bei der es *auf* der
> Wasseroberfläche gleitet. Das kann man erreichen durch
> besondere Rumpfformen und leichte Konstruktion oder eben
> durch Auftriebsflügel, die sich unter Wasser befinden. Und an
> der Oberfläche nimmt das Ding eben auch die Unebenheiten, auch
> Wellen genannt, ziemlich ungedämpft mit; besonders
> tun dies die Tragflügelboote, weil sie nur auf ganz kurzen
> Auftriebsflächen stehen und damit der Wasseroberfläche folgen.
> Die Katamaranfähren fahren meines Wissens nicht in Gleitfahrt,
> sie nehmen bei Höchstgeschwindigkeit einen Zustand zwischen
> reiner Verdrängerfahrt und Gleitfahrt ein, das heißt, der Rumpf
> hebt sich zwar aus dem Wasser, kommt aber nicht wirklich ins
> Gleiten. Das sind im übrigen schon durchaus auch "richtige"
> Schiffe, nur eben welche mit zwei Rümpfen. Mit was anderem
> würde ich auch nicht über die offene Nordsee fahren wollen.
>

Sehr interessant, vielen Dank für diese ausführungen. Wie schnell
sind handelsübliche Tragflügelboote? Ich gehe mal davon aus, das
beim Katamaran etwa bei 70 km/h ende sein wird, oder gibt es
noch schnellere?

> Windstärke 8 nach Beaufort-Skala: mäßig hohe Wellenberge von
> beträchtlicher Länge, von den brechenden Kämmen beginnt Gischt
> abzuwehen. - "Mäßig hoch" würde ich in der Nordsee so 1,5 Meter
> nennen. Ungemütlich, kommt da aber öfter vor. Sollte also
> vorstellbar sein für die Katamaranfähren, die dort eingesetzt
> werden.
>

Was das interessante bei meiner Fahrt war: Die Windstärke 8 kam
aus Osten, nicht (wie sonst üblich) aus westlichen Richtungen.

> Gibt es auf Helgoland irgendeine Eisenbahn? :-)
>

Nein, eine Zahnradbahn (oder an entsprechender Stelle eine
Standseilbahn) auf den Fels hinauf wären denkbar. Ansonsten ist
die Insel für eine Bahn etwas klein, es darf nicht mal Fahrrad
gefahren werden (bzw. nur mit Ausnahmegenehmigung).

Frank-Torsten Boeger

unread,
Feb 20, 2001, 10:07:00 AM2/20/01
to
>: bedauerlicherweise habe ich bisher noch keinen polnischen
>Ostsee-Passagierhafen
>: gesehen :-(
>
>Das bei Dir als Oft-Polenreisenden ;-).

Bis nach Koszalin und Slupsk habe ich ja schon geschafft, aber die paar km bis
zur Ostsee dann doch nicht :-(
FTB

Frank-Torsten Boeger

unread,
Feb 20, 2001, 10:07:47 AM2/20/01
to
Danke allen, die mir auf meine Fragen betreffs Kometa geantwortet haben.
FTB

Will Berghoff

unread,
Feb 20, 2001, 11:58:47 AM2/20/01
to
"Hans-Joachim Zierke" <Usen...@Zierke.com> schrieb im Newsbeitrag
news:slrn992649.1...@hersland.Zierke.com...

> Jede Art von "surface effect ship" in dessen Reinform hat natürlich
das
> Problem, die Reise bei richtigen Wellen [tm] wenig angenehm zu
gestalten.
> Die italienischen Aliscafi bleiben schon bei ca. 1m oder 1,50m
Wellenhöhe
> im Hafen, man braucht also richtige Schiffe als Backup.

Stimmt. Ich habe einige Jahre an den Oberitalienischen Seen gewohnt
und war zeitweise auf den Fährverkehr mit den Aliscafi angewiesen.
Sehr häufig war Wind und/oder Streik ;-)

Diese Fähren hatten übrigens einen am Zugfahrplan der bedienten Orte
angelehnten Fahrplan, der auch mit gelegentlich hazardösen Fahrweisen
eingehalten wurde - nur bei erheblichem Wellengang ging nix.

Gruß
Will

Reinhard Greulich

unread,
Feb 20, 2001, 4:21:45 PM2/20/01
to
On Tue, 20 Feb 2001 11:44:35 +0100, "Jan Marco Funke" <jmf...@web.de>
wrote:

>> Gibt es auf Helgoland irgendeine Eisenbahn? :-)>aus Osten, nicht (wie sonst ü


>>
>Nein, eine Zahnradbahn (oder an entsprechender Stelle eine
>Standseilbahn) auf den Fels hinauf wären denkbar. Ansonsten ist
>die Insel für eine Bahn etwas klein, es darf nicht mal Fahrrad
>gefahren werden (bzw. nur mit Ausnahmegenehmigung).

Schade, dann sehe ich keine Chance, wie wir hier wieder on-topic
werden können ;-).

Aber noch kurz zu den erreichbaren Geschwindigkeiten von Schiffen: es
kommt einfach darauf an, aus der Verdrängerfahrt heraus ins Gleiten zu
kommen; dann ist das nur noch eine Frage der Maschinenleistung und der
Fahrstabilität, die das Ganze hat, denn irgendwann beginnt der
Luftauftrieb am Bootskörper wirksam zu werden und macht das ganze
Gerät unerwünschterweise zum Flugzeug (was dann bei Bootsrennen die
spektakulären Szenen bewirkt...). Oder bei Fahrgastschiffen halt die
Wirtschaftlichkeit; ich denke, wesentlich schneller als 30, 35 kn sind
die kaum - damit sind sie doppelt so schnell wie die Konkurrenz und
das reicht dann auch als Wettbewerbsvorteil. Solange der Rumpf
verdrängt, wird die Geschwindigkeit durch die "Rumpfgeschwindigkeit"
begrenzt - man kann sich das ungefähr so vorstellen, daß der
Schiffsrumpf sich in einer stehenden Welle fortbewegt, die durch das
von ihm verdrängte Wasser entsteht. Je länger der Rumpf, desto länger
die Welle und desto größer die Geschwindigkeit, die diese zuläßt.
Übermotorisierte Boote in Verdrängerfahrt erkennt man daran, daß sie
nicht sonderlich schnell sind, aber eine riesige Welle machen und sich
mit dem Heck im Wasser "festsaugen" - die Maschinenleistung wird
gebraucht, um einen Haufen Wasser herumzuwirbeln, das war's dann.
Sonntags-Sportbootfahrer verjubeln so gern ihr Taschengeld, den
Tankwart freut es.

Hoffe, geholfen zu haben.

Jan Marco Funke

unread,
Feb 21, 2001, 3:49:52 AM2/21/01
to
"Reinhard Greulich" <webm...@rgreulich.de> schrieb:

> On Tue, 20 Feb 2001 11:44:35 +0100, "Jan Marco Funke"
<jmf...@web.de>
> wrote:
>
> >> Gibt es auf Helgoland irgendeine Eisenbahn? :-)
> >>
> >Nein, eine Zahnradbahn (oder an entsprechender Stelle eine
> >Standseilbahn) auf den Fels hinauf wären denkbar. Ansonsten
> >ist die Insel für eine Bahn etwas klein, es darf nicht mal
> >Fahrrad gefahren werden (bzw. nur mit
> >Ausnahmegenehmigung).
>
> Schade, dann sehe ich keine Chance, wie wir hier wieder
> on-topic werden können ;-).
>
Wieso wieder? Der ganze Thread war von Anfang an höchst OT.

>
> Hoffe, geholfen zu haben.
> Gruß - Reinhard.
Ja, Danke, war sehr interessant und lehrreich.

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 21, 2001, 4:10:13 PM2/21/01
to

Jan Marco Funke schrieb:


> Das muß man aber auch, um die Geschwindigkeit zu erreichen. Der
> nicht allzu große (im Vergleich zu den herkömmlichen
> Helgoland-Schiffen) Hegoland-Katamaran http://www.catno1.de/ hat
> immerhin 12.000 PS zur Verfügung, um seine 70 km/h zu erreichen.
> Da dürfte trotz geringerer Fahrgastkapazitäten einiges mehr an
> Diesel durchgehen, dafür ist er aber halt schneller.

Cat No.1 hat 4 Motoren MTU 16V 4000 M70 mit jeweils 2320 kW.

Das ist der gleiche Motor, der auch für die Remotorisierung der 218 sowie
für die ÖBB 2016 verwendet wird (uff, geschafft, on topic!), bloß mit
Registeraufladung und 2000 U/min statt 1800 U/min.

Du kannst davon ausgehen, daß das Schiff im Regelbetrieb mit ca. 90%
Motorleistung gefahren wird. Der MTU 4000 verbraucht dann ca. 200 g/kWh (in
Bahnausführung sparsamer).

So, und jetzt kannst Du den Verbrauch selber ausrechnen.


> Sehr interessant, vielen Dank für diese ausführungen. Wie schnell
> sind handelsübliche Tragflügelboote? Ich gehe mal davon aus, das
> beim Katamaran etwa bei 70 km/h ende sein wird, oder gibt es
> noch schnellere?

Die schnellste Katamaran-Autofähre ist die Luciano Federico L., 55-57
Knoten Dienst, 59 Knoten light ship. 59 Knoten sind 109 km/h. Antrieb durch
zwei ABB Schweröl-Gasturbinen von je 17 MW. Das bedeutet dann ungefähr
30 Liter pro 100 Passagierkilometer.

Wenn man mit Schnellfähren keine Umweltsauerei veranstalten will, sind 38
Knoten eine gute Geschwindigkeit, 45 bis 46 Knoten kann man bei sehr
spezieller Bauweise vielleicht noch mit akzeptablem Verbrauch hinkriegen.


> Was das interessante bei meiner Fahrt war: Die Windstärke 8 kam
> aus Osten, nicht (wie sonst üblich) aus westlichen Richtungen.

Also doch kein richtiger Seegang.

Ich habe übrigens mal nachgesehen: Die Cat. No1 ist ausgelegt für 2,5 Meter
Wellenhöhe. Für diese Nußschale ist das gar nicht übel.

hajo

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 21, 2001, 4:14:57 PM2/21/01
to

Mathias Boelckow schrieb:


> Haben nicht die Norweger einen Kat im Sturm zwischen Starvanger und
> Bergen im zerlegt?

Schiffe vertragen es ganz allgemein nicht gut, geradewegs in voller Fahrt
auf ein Riff gesetzt zu werden. Das gilt nicht nur für kleine Katamarane.

Das Stichwort für den von Dir erinnerten Vorfall heißt "Sleipner", darunter
solltest Du im www einiges finden.


Beschädigung durch Seegang ist bei Schnellfähren meines Wissens erst einmal
vorgekommen: Als Stena Line mit 70 km/h in eine ca. 10 Meter hohe Welle
gekachelt ist, hat man damit Kunststoffteile aus der Front herausgebrochen.

hajo

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 21, 2001, 3:16:34 PM2/21/01
to

Jan Marco Funke schrieb:


> Tragflächenboote sind für hohen Seegang ungeeignet?

So ist es.

> Kann ich
> nicht beurteilen, erstaunt mich aber. Man braucht aber nicht
> unbedingt richtige Schiffe bei Seegang, auch Katamarane kommen
> damit teilweise sehr gut zurecht. Ich war letzten Spätsommer mal
> auf Helgoland (inkl. zwei Übernachtungen dort), zurück hatte es
> doch einen guten Seegang (Windstärke 7 oder 8).

Der Seegang hat wenig mit der Windstärke zu tun. Du brauchst erstens Wind,
zweitens eine lange Anlaufstrecke für die Windeinwirkung und drittens eine
ordentliche Einwirkungszeit, auf jeden Fall über 6 Stunden.

Bei jeder Art guten Seegangs bleibt Cat No. 1 mit Sicherheit im Hafen.
Selbst unter Ostseebedingungen bleibt die "Delphin", gleicher Hersteller,
fast doppelte Größe, so manches Mal zu Hause. Als simple Faustregel kannst
Du davon ausgehen, daß man eine Wellenlänge, die der Schiffslänge
entspricht, den Passagieren nicht zumutet.

> Der Katamaran
> (noch ziemlich neues Luxusmodell, in Australien gebaut) hat die
> Fahrt Helgoland - Cuxhaven aber trotz hoher Wellen pünktlich (mit
> 70 km/h) in 1 Stunde 15 Min zurückgelegt.

Bei richtigem Seegang hätten die Wellen bei dieser Geschwindigkeit und
diesem kleinen Schiff oben über die Kommandobrücke drübergeschlagen. Diese
Fahrweise wenden nur militärische Schiffe (manchmal) an.


> War trotz allem eine
> sehr ruhige Fahrt, ich habe niemanden Kotzen sehen. Ich war froh,
> das ich die Rückfahrt nicht mit einem herkömmlichen Schiff
> geplant hatte, das wäre unangenehmer geworden.

In der Tat hängt Seekrankheit auch bedeutend von der Einwirkungszeit ab.

hajo

Ralf R. Radermacher

unread,
Feb 21, 2001, 8:22:12 PM2/21/01
to
Hans-Joachim Zierke <Usen...@Zierke.com> wrote:

> In der Tat hängt Seekrankheit auch bedeutend von der Einwirkungszeit ab.

Außerdem spielt bei Katamaranen die Fahrtrichtung in Relation zur
Richtung der Wellen eine große Rolle.

Wellen quer zur Fahrtrichtung (also von vorn) gehen bis zu einer
gewissen Höhe ganz gut, weil die beiden schmalen Rümpfe sozusagen
durchpflügen.

Häßlich wird's hingegen z.B. auf den Seacats im engl. Kanal, die im
übrigen sehr häufig von Bahnreisenden benutzt werden (ha!), wo der
Seegang in der Regel von der Seite kommt. Das kann auch bei Ws. 5 oder 6
schon ausgesprochen widerlich werden.

Ralf

--
Ralf R. Radermacher - DL9KCG - Köln/Cologne, Germany
private homepage at: http://www.free-photons.de
picture galleries - classic and mechanical cameras
Contarex - Kiev - Horizon - P6 mount lens table

Stefan Zickenrott

unread,
Feb 22, 2001, 1:05:07 AM2/22/01
to
Hans-Joachim Zierke schrieb:

> > Tragflächenboote sind für hohen Seegang ungeeignet?
>
> So ist es.

Kommt aber auch ein bisschen auf die Bauweise an, die üblichen mit den
selbststabilisierenden Flossen bekommen bei Seegang sehr schnell
Probleme, es gibt aber auch die mit voll getauchten Flügeln, die
dürfen da etwas mehr vertragen.

> Bei jeder Art guten Seegangs bleibt Cat No. 1 mit Sicherheit im Hafen.

Ist ein Wavepiercer eigentlich grundsätzlich eher für kräftigen
Seegang geeignet?

mfg
Stefan


Michael Kauffmann

unread,
Feb 22, 2001, 5:39:22 AM2/22/01
to
Hans-Joachim Zierke wrote:

> Bei richtigem Seegang hätten die Wellen bei dieser Geschwindigkeit und
> diesem kleinen Schiff oben über die Kommandobrücke drübergeschlagen. Diese
> Fahrweise wenden nur militärische Schiffe (manchmal) an.

Nicht auch Rettungsschiffe? Die sollen sogar Durchkentern vertragen.

Michael Kauffmann

Jan Marco Funke

unread,
Feb 22, 2001, 6:33:24 AM2/22/01
to
"Hans-Joachim Zierke" <Usen...@Zierke.com> schrieb:
>
> Jan Marco Funke schrieb:

>
> > Kann ich nicht beurteilen, erstaunt mich aber. Man braucht
> > aber nicht unbedingt richtige Schiffe bei Seegang, auch
> > Katamarane kommen damit teilweise sehr gut zurecht. Ich war
> > letzten Spätsommer mal auf Helgoland (inkl. zwei
> > Übernachtungen dort), zurück hatte es doch einen guten
> > Seegang (Windstärke 7 oder 8).
>
> Der Seegang hat wenig mit der Windstärke zu tun. Du brauchst
> erstens Wind, zweitens eine lange Anlaufstrecke für die
> Windeinwirkung und drittens eine ordentliche Einwirkungszeit,
> auf jeden Fall über 6 Stunden.
>
Der Wind war schon seit gut zwei Tagen konstant stark gewesen,
aber halt aus Osten.

> Bei jeder Art guten Seegangs bleibt Cat No. 1 mit Sicherheit im
> Hafen. Selbst unter Ostseebedingungen bleibt die "Delphin",
> gleicher Hersteller, fast doppelte Größe, so manches Mal zu
> Hause. Als simple Faustregel kannst Du davon ausgehen, daß man
> eine Wellenlänge, die der Schiffslänge entspricht, den
> Passagieren nicht zumutet.
>

Mag sein, speziell bei Helgoland hat man ja z.B. nach Cuxhaven
immer noch die Alternative, mit der "Wappen von Hamburg"
(siehe http://www.frs.de/see/flotte_3.htm) zu fahren. Bis zu
welcher Windstärke fährt ein Schiff solcher Größenordnung wohl
noch?


> > Der Katamaran (noch ziemlich neues Luxusmodell, in Australien
> > gebaut) hat die Fahrt Helgoland - Cuxhaven aber trotz hoher
> > Wellen pünktlich (mit 70 km/h) in 1 Stunde 15 Min
> > zurückgelegt.
>
> Bei richtigem Seegang hätten die Wellen bei dieser
> Geschwindigkeit und diesem kleinen Schiff oben über die
> Kommandobrücke drübergeschlagen. Diese
> Fahrweise wenden nur militärische Schiffe (manchmal) an.
>

Wir sind zumindest 3 - 4 mal während der Fahrt ganz gut auf eine
Welle aufgelaufen, man merkte richtig die Bremswirkung. Der
Kapitän bat darum, die ersten 20 Minuten ab Helgoland sitzen zu
bleiben. Einmal hat der Kellner hinter der Bar auch einen
Filmreifen Satz von 2 - 3 Meter von der einen auf die andere
Seite des Schiffs gemacht (selbst Schuld, wenn er nicht auf
seinen Chef hört :-).


> > War trotz allem eine sehr ruhige Fahrt, ich habe niemanden
> > Kotzen sehen. Ich war froh, das ich die Rückfahrt nicht mit
> > einem herkömmlichen Schiff geplant hatte, das wäre
> > unangenehmer geworden.
>
> In der Tat hängt Seekrankheit auch bedeutend von der
> Einwirkungszeit ab.
>

Das geschaukel war eigentlich eher angenehm, so ähnlich wie in
einer Hängematte. Man wurde auf mal so müde (gähn). Liegt
wahrscheinlich (wie in einem anderen Posting vermutet) an der
Richtung, aus der man auf die Wellen zufährt. Wenn die Wellen von
der Seite kommen, ist das vermutlich nicht so toll.

Um wieder halbwegs on-Topic zu werden: Hafas nennt in Cuxhaven
vom Anleger (Alte Liebe) zum Bahnhof einen Fußweg von 15 Minuten
und 1.200 Meter Fußweg. Wir hatten 20 Minuten und trotz schnellen
Gehschrittes und ohne sich zu Verlaufen (wir kannten den Weg
nicht so genau) haben wir den Zug so gerade noch bekommen. Ich
empfehle in CUX für den Transfer (bei knapper Übergangszeit) doch
das Taxi.

Ralf R. Radermacher

unread,
Feb 22, 2001, 7:07:10 AM2/22/01
to
Jan Marco Funke <jmf...@web.de> wrote:

> Bis zu
> welcher Windstärke fährt ein Schiff solcher Größenordnung wohl
> noch?

Ich bin schon bei Ws. 10 mit Orkanböen über den engl. Kanal gekommen.
Bei einem Wendemanöver vor dem Hafen von Calais ist dann allerdings die
gesamte Bordbar mit allen Flaschen zu Boden gegangen.

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 22, 2001, 6:31:39 AM2/22/01
to

Stefan Zickenrott schrieb:


> Kommt aber auch ein bisschen auf die Bauweise an, die üblichen mit den
> selbststabilisierenden Flossen bekommen bei Seegang sehr schnell
> Probleme, es gibt aber auch die mit voll getauchten Flügeln, die
> dürfen da etwas mehr vertragen.

Wenn Du unter Wasser Auftriebskörper anbringst, im Bereich der Wasserlinie
aber dünn bist wie ein Tragflächenboot, ist das Ergebnis in der Tat
erstaunlich wellenresistent. Nennt sich SWATH (Samll Waterplane Area Twin
Hull).


> Ist ein Wavepiercer eigentlich grundsätzlich eher für kräftigen
> Seegang geeignet?

Ja, klar, ein Wavepiercer ist ja das Gegenteil eines Tragflächenbootes.
ABER:
Nimm doch einfach mal den Weg über Oostende, so lange es die D-Züge noch
gibt. Auf dem Weg nach Großbritannien wirst Du feststellen, daß Wavepiercer
eine gute Sache sind. Auf dem Weg zurück wirst Du u.U. feststellen, daß sie
keine so gute Sache sind.

Das Problem ist einfach, daß man Wellen prima unterschneiden kann, wenn sie
von vorn kommen. Kommen sie von hinten, klappt das logischerweise weit
weniger gut. Dann hilft nur das, was immer schon geholfen hat: Man muß
länger sein als die Welle.

Bei den Oostende-Booten kommst Du damit ziemlich schnell in den
Problembereich. Die sind 81m lang, aber nur 66m in der Wasserlinie. Leider
ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, im Ärmelkanal Wellen zu erleben, die
ebenfalls 66m lang sind (bzw. so ungefähr). Dann kannst Du bei Wellen von
hinten das studieren, was die Schiffbauer "Resonanzfrequenz" nennen.


hajo

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 22, 2001, 6:55:54 AM2/22/01
to

Michael Kauffmann schrieb:


> Nicht auch Rettungsschiffe?

Ja, richtig, die auch.


> Die sollen sogar Durchkentern vertragen.

Vo allem müssen sie nicht hinterher zum Reparieren in die Werft, wie es bei
militärischen Schiffen bei solchen Übungen gelegentlich vorkommen soll,
weil das Duell Blanker Hans gegen Abdichtung der Elektronik oder
Befestigung von Anbauten mal wieder für den Blanken Hans gelaufen ist.

;-)
hajo

Ulf Kutzner

unread,
Feb 22, 2001, 9:18:05 AM2/22/01
to
On 22 Feb 2001, Hans-Joachim Zierke wrote:

> Bei den Oostende-Booten kommst Du damit ziemlich schnell in den
> Problembereich. Die sind 81m lang, aber nur 66m in der Wasserlinie. Leider
> ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, im Ärmelkanal Wellen zu erleben, die
> ebenfalls 66m lang sind (bzw. so ungefähr). Dann kannst Du bei Wellen von
> hinten das studieren, was die Schiffbauer "Resonanzfrequenz" nennen.

Man sollte also vor Reiseantritt die Wellenvorhersage studieren...

Gruß, ULF
--
________________________________________________________________________
Ulf Kutzner Backhaushohl 46 D-55128 Mainz
________________________________________________________________________


H.J.Schulz

unread,
Feb 22, 2001, 11:35:49 AM2/22/01
to

Jan Marco Funke schrieb:


>
> Um wieder halbwegs on-Topic zu werden: Hafas nennt in Cuxhaven
> vom Anleger (Alte Liebe) zum Bahnhof einen Fußweg von 15 Minuten
> und 1.200 Meter Fußweg. Wir hatten 20 Minuten und trotz schnellen
> Gehschrittes und ohne sich zu Verlaufen (wir kannten den Weg
> nicht so genau) haben wir den Zug so gerade noch bekommen. Ich
> empfehle in CUX für den Transfer (bei knapper Übergangszeit) doch
> das Taxi.

es gibt kostenlose bustransfers.


hjs

Stefan Zickenrott

unread,
Feb 22, 2001, 12:56:32 PM2/22/01
to
Hans-Joachim Zierke schrieb:

> > Die sollen sogar Durchkentern vertragen.
>
> Vo allem müssen sie nicht hinterher zum Reparieren in die Werft,

Zumindest bei den Einheiten der DGzRS kommt es schon öfter vor das die
nach einem Durchkentern einige Schäden davontragen.

mfg
Stefan


Stefan Zickenrott

unread,
Feb 22, 2001, 1:00:13 PM2/22/01
to
Jan Marco Funke schrieb:
> "Wappen von Hamburg"

> Bis zu
> welcher Windstärke fährt ein Schiff solcher Größenordnung wohl
> noch?

Hat mit der Größenordnung nichts zu tun, es gibt auch sehr kleinen
Boote die uneingeschränkt bei jedem Wetter fahren können (nur
gemütlich ist es dann an Bord nicht :-)

mfg
Stefan

Jan Marco Funke

unread,
Feb 22, 2001, 2:41:52 PM2/22/01
to
"H.J.Schulz" <hans-juer...@archit.uni-weimar.de> schrieb:
So? Ich habe keinen gesehen. Auf den Fahrplänen an der
Bushaltestelle am Anleger war auch nichts vermerkt. Vermutlich
gibt es das nur in der Hauptsaison, oder meinst Du diese komische
Kinder-Bimmelbahn?
Warum kennt Hafas den Bustransfer nicht? In der
Touristen-Zentrale auf Helgoland wußte man von einem Bustransfer
auch nichts.

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 22, 2001, 12:56:17 PM2/22/01
to

Jan Marco Funke schrieb:

> Der Wind war schon seit gut zwei Tagen konstant stark gewesen,
> aber halt aus Osten.

Also keine Anlaufstrecke.

> (siehe http://www.frs.de/see/flotte_3.htm) zu fahren. Bis zu
> welcher Windstärke fährt ein Schiff solcher Größenordnung wohl
> noch?

"Windstärke" ist ein völlig ungeeignetes Maß, weil Starkwind eine
notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für hohe Wellen ist.

Windstärke ist nur dann ein Problem, wenn der Wind beim Anlegen in Richtung
Anleger drückt.


> Wir sind zumindest 3 - 4 mal während der Fahrt ganz gut auf eine
> Welle aufgelaufen, man merkte richtig die Bremswirkung.

Das bedeutet nichts weiter, als daß der erhöhte Mittelrumpf eingetaucht
ist. Ab 2 Meter Wellenhöhe der Fall.


Schnelles Fahren bei richtigen Wellen sieht ungefähr so
http://www.agerholm.com/agerh1.htm
aus, wobei zu berücksichtigen ist, daß das abgebildete Schiff mehr als
doppelt so lang ist, wie die Cat No. 1.

hajo

Jan Marco Funke

unread,
Feb 23, 2001, 5:02:58 AM2/23/01
to
"Stefan Zickenrott" <zick...@stud.fh-hannover.de> schrieb:
Heißt das, das Helgoland bei jedem Wetter angefahren wird? Ich
habe gerade mal im Kursbuch nachgeschlagen, auf den Linien
Norddeich - Norderney und auch auf dem Bodensee steht etwas von
Wind/Wetter abhängig, fahrten können notfalls ganz ausfallen.
Bei den Helgoland-Fähren steht nicht dergleichen...

Stefan Zickenrott

unread,
Feb 23, 2001, 8:56:01 AM2/23/01
to
Jan Marco Funke schrieb:

> > > Bis zu
> > > welcher Windstärke fährt ein Schiff solcher Größenordnung
> > > wohl noch?
> >
> > Hat mit der Größenordnung nichts zu tun, es gibt auch sehr
> > kleinen Boote die uneingeschränkt bei jedem Wetter fahren
> > können (nur gemütlich ist es dann an Bord nicht :-)
> >
> Heißt das, das Helgoland bei jedem Wetter angefahren wird?

Nein, das heißt nur das was ich da geschrieben hab.

mfg
Stefan

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 23, 2001, 8:14:40 AM2/23/01
to

Jan Marco Funke schrieb:


> > Hat mit der Größenordnung nichts zu tun, es gibt auch sehr
> > kleinen Boote die uneingeschränkt bei jedem Wetter fahren
> > können (nur gemütlich ist es dann an Bord nicht :-)
> >
> Heißt das, das Helgoland bei jedem Wetter angefahren wird?


Natürlich nicht.

Fast alle erwähnten Schiffe _können_ bei jedem Wetter unterhalb eines
Taifuns fahren. In solchen Fällen wird der Besatzung verordnet, das Schiff
seefest zu machen, was die solide Befestigung aller losen Gegenstände
beinhaltet, die Prüfung aller Dichtungen, Luken, etc. Hat das Schiff offene
Decks, werden Taue gespannt, die das Überqueren des Decks durch die Crew in
gesicherter Form erlauben (Feuerwehr-Bergungsgurt).

Dies heißt aber nicht, daß sie mit Passagieren _wollen_. Der Preis dafür
wären vermutlich mehrere verletzte Passagiere, typischerweise
Kopfplatzwunden, Armbrüche, Oberschenkelhalsbrüche bei Älteren.
Als Faustregel gilt, daß man im Hafen bleibt, wenn mehr als 10% seekranke
Passagiere zu befürchten sind.

Weiterhin können diese Schiffe zwar bei jedem Wetter fahren, das aber heißt
nicht, daß sie auch anlegen können. Die Eisenbahnfähre (uff!) Theodor Heuss
hat mal einen ganzen Tag vor Puttgarden gekreuzt.

hajo

Joerg Winkel

unread,
Feb 23, 2001, 12:27:48 PM2/23/01
to
On 23 Feb 2001 13:14:40 GMT, Usen...@Zierke.com (Hans-Joachim
Zierke) wrote:


>>Die Eisenbahnfähre (uff!) Theodor Heuss hat mal einen ganzen Tag vor Puttgarden gekreuzt.

^^^^^

Wieso "uff"?

H.J.Schulz

unread,
Feb 23, 2001, 12:30:52 PM2/23/01
to

Jan Marco Funke schrieb:
>
> "H.J.Schulz" <hans-juer...@archit.uni-weimar.de> schrieb:


> >
> > es gibt kostenlose bustransfers.
> >
> So? Ich habe keinen gesehen. Auf den Fahrplänen an der
> Bushaltestelle am Anleger war auch nichts vermerkt. Vermutlich
> gibt es das nur in der Hauptsaison, oder meinst Du diese komische
> Kinder-Bimmelbahn?
> Warum kennt Hafas den Bustransfer nicht? In der
> Touristen-Zentrale auf Helgoland wußte man von einem Bustransfer
> auch nichts.

auf fahrplantafeln brauchst du gar nicht schauen, das wird an bord (hier
ist jetzt natürlich das schiff gemeint!) kurz vor ankunft durchgesagt.
als ich letztes jahr dort war, gab aber hafas die verbindung MIT bus
zum/vom anleger raus. vielleicht hast du das verkehrsmittel bus
ausgeschaltet gehabt bei der suche?


hjs

Reinhard Greulich

unread,
Feb 23, 2001, 4:11:47 PM2/23/01
to
On Thu, 22 Feb 2001 18:56:32 +0100, Stefan Zickenrott
<zick...@stud.fh-hannover.de> wrote:

>Zumindest bei den Einheiten der DGzRS kommt es schon öfter vor das die
>nach einem Durchkentern einige Schäden davontragen.

Die schwimmen wie ein Korken auf dem Wasser; natürlich geht bei einem
Durchkentern unter Umständen was kaputt, denn schließlich ist dies
nicht im Normalbetrieb vorgesehen und kommt, weil die Leute an Bord
ihr Handwerk verstehen, wirklich nur in seltenen Ausnahmesituationen
vor. Aber seetüchtig bleiben diese Schiffe unter allen Umständen. Wenn
die Mannschaften sich auf ihr Schiff unbedingt verlassen können, ist
eben bei der Rettung mehr möglich. Bei den Dingern setzt eher die
Belastbarkeit der Menschen an Bord die Grenze, aber auch die ist
erheblich. Allerdings sind die natürlich bei solchen Ereignissen
extrem gefährdet - es gab da wohl mal einen tragischen Unfall ("Adolph
Bermpohl" war es, glaube ich), bei dem die Mannschaft bei einem
Durchkentern von der offenen Brücke gespült wurde, so daß das Schiff
anschließend ohne Besatzung, aber mit laufenden Maschinen treibend
aufgefunden wurde.

Gerd Knuepfer

unread,
Feb 23, 2001, 3:54:14 PM2/23/01
to
On Fri, 23 Feb 2001 17:27:48 GMT, Joerg....@epost.de (Joerg Winkel)
wrote:

>Die Eisenbahnfähre (uff!) Theodor Heuss hat mal einen ganzen Tag vor
>Puttgarden gekreuzt.^^^^
>

>Wieso "uff"?

Er hat den Bogen zum Thema Eisenbahn gerade noch gekriegt...


Gruß, Gerd

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 23, 2001, 3:29:58 PM2/23/01
to

Joerg Winkel schrieb:


> >>Die Eisenbahnfähre (uff!) Theodor Heuss hat mal einen ganzen Tag vor Puttgarden gekreuzt.
> ^^^^^
>
> Wieso "uff"?


On-topic!

;-)
hajo


Stefan Zickenrott

unread,
Feb 23, 2001, 5:13:27 PM2/23/01
to
Reinhard Greulich schrieb:

> >Zumindest bei den Einheiten der DGzRS kommt es schon öfter vor das die
> >nach einem Durchkentern einige Schäden davontragen.
>
> Die schwimmen wie ein Korken auf dem Wasser;

Nicht wirklich, zwar ist bisher noch kein einziger gesunken, aber
theoretisch ist das bei den DGzRS Booten leichter möglich als bei den
Dänischen Fahrzeugen, die weitgehend ausgeschäumt sind.

> es gab da wohl mal einen tragischen Unfall ("Adolph
> Bermpohl" war es, glaube ich), bei dem die Mannschaft bei einem
> Durchkentern von der offenen Brücke gespült wurde, so daß das Schiff
> anschließend ohne Besatzung, aber mit laufenden Maschinen treibend
> aufgefunden wurde.

Nicht ganz, der Unfall wird sich nie wirklich klären lassen, weil die
Besatzung der Bermpohl und des nebenherfahrenden Tochterbootes (plus
ein paar aufgenommener Schiffbrüchiger) offenbar gleichzeitig von
ihren Booten gerissen wurden. Die wahrscheinlichste Theorie lautet daß
das Tochterboot von einer Welle gegen den Aufbau des Mutterschiffs
geschleudert wurde und dabei beide Besatzungen über Bord gingen.
Gefunden wurde die Bermpohl mit laufender Maschine und kleiner Fahrt
voraus und das Tochterboot Kieloben treibend.

1990 büßte der Kreuzer "Vormann Steffens" bei einer fast Kenterung
mehrere Fenster des Aufbaus ein und nahm einige Tonnen Wasser über,
konnte sich aber ohne fremde Hilfe in Sicherheit bringen.

1995 wurden zwei Rettungsmänner trotz Sicherungsleinen über Bord
gespült und der Rettungkreuzer Alfried Krupp beim Durchkentern an
Aufbauten und Takelage schwer beschädigt.

Soweit meine (sehr unvollständigen) Unterlagen.

mfg
Stefan

Wolfgang Broeker

unread,
Feb 25, 2001, 3:26:54 AM2/25/01
to
Hans-Joachim Zierke schrub[tm]:

> > Was das interessante bei meiner Fahrt war: Die Windstärke 8 kam
> > aus Osten, nicht (wie sonst üblich) aus westlichen Richtungen.
>
> Also doch kein richtiger Seegang.

Wie man es nimmt. Beaufort 8 ist definiert als stürmischer Wind
mit einer Geschwindigkeit von 34 - 40 Knoten. Das sind 17,2 bis
20,7 m/s oder 62 bis 74,5 km/h. Mit Windstärke 8 beginnen die
Sturmstärken der Beaufortskala, und auch die darunterliegenden
Werte 6 und 7 werden bereits als Starkwind bezeichnet, auf die
vor den Seewettervorhersagen besonders hingewiesen wird.

Die Auswirkungen auf die See werden u.a. so beschrieben, dass
von den Kanten der Kämme die Gicht abzuwehen beginnt und der
Schaum sich in gut ausgeprägten Streifen in die Windrichtung
legt.

Zwar ist in der Deutschen Bucht bei östlichem Wind wegen der
geringen Wirkstrecke (Fetch) der Einfluss auf den Seegang nicht
so stark wie bei westlichen Winden, worauf Du wohl anspieltest.
Dafür überlagern die Windseen aber die oft noch vorhandene alte
westliche Dünung und es kommt zu den gefüchteten kreuzlaufenden
Seen.

Sportboote bleiben bei diesen Windstärken in aller Regel lieber
im Hafen und genießen dort ihr DB (uff :-)

Gruß - Wolfgang

--
*** a sig isn't spam, but an accepted way of blah blah ***
*** - aus uk.rec.sailing - ***
*** Sun, 25 Feb 2001 09:04 +0100 ***

Mathias Boelckow

unread,
Feb 25, 2001, 7:22:57 AM2/25/01
to
Usen...@Zierke.com (Hans-Joachim Zierke) schrieb/wrote uns/us:

>> Haben nicht die Norweger einen Kat im Sturm zwischen Starvanger und
>> Bergen im zerlegt?
>
>Schiffe vertragen es ganz allgemein nicht gut, geradewegs in voller Fahrt
>auf ein Riff gesetzt zu werden. Das gilt nicht nur für kleine Katamarane.

Nagut, das zu überstehen wäre wirklich zuviel verlangt.

>Beschädigung durch Seegang ist bei Schnellfähren meines Wissens erst einmal
>vorgekommen: Als Stena Line mit 70 km/h in eine ca. 10 Meter hohe Welle
>gekachelt ist, hat man damit Kunststoffteile aus der Front herausgebrochen.

Sicher, dass es eine 10m hohe Welle war? Hört sich für mich etwas nach
dem Drehbuch zu "Der Sturm" an. Eine 10m Welle hat nach der heutigen
Zeitung gerade beim Kreuzfahrer "MS Bremen" ein Brückenfenster
rausgeschlagen, weswegen Teile der Elektronik mit Wasserschaden
ausfielen. Mit so einem Kat bei 70km/h in eine 10m Welle zu brettern
dürfte nur für angeschnallte Passagiere ohne Prellung durchstehbar zu
sein.


Gruß, Mathias Bölckow

Hans-Joachim Zierke

unread,
Feb 25, 2001, 9:49:30 AM2/25/01
to

Mathias Boelckow schrieb:


> Sicher, dass es eine 10m hohe Welle war? Hört sich für mich etwas nach
> dem Drehbuch zu "Der Sturm" an.

Das Schiff ist darauf ausgelegt, 8m hohe Wellen ohne
Geschwindigkeitsminderung durchfahren zu können, so steht es wohl im
Lastenheft, wird kolportiert. Deshalb ja auch die eher an Panzer als an
Schiffe erinnernde häßliche Formgebung.
(Laut Regelwerk durfte man aber nur 4,50m, das Regelwerk ist an große
Schnellfähren ja noch nicht angepaßt.)

Insoweit kann man sich höchstens darüber streiten, ob Aker schlecht gebaut
hat oder die Welle wirklich 10m hoch war. Die Wahrscheinlichkeit ist aber
hoch, daß es stimmt.


> Eine 10m Welle hat nach der heutigen
> Zeitung gerade beim Kreuzfahrer "MS Bremen" ein Brückenfenster
> rausgeschlagen, weswegen Teile der Elektronik mit Wasserschaden
> ausfielen.

Die Stena Discovery hat ja sogar eine Fensterfront vorn. Diese und die
Brücke sieht unbeschädigt aus, vermutlich wird dafür aber alles andere als
normales Glas verwendet.

An der vorderen Kante, mit der das Schiff in die Welle reinhaut (und die so
ca, 6 m über Wasserlinie liegen dürfte) waren auf ganzer Schiffsbreite an
der Unterseite Ausbrüche aus dem Rumpf zu sehen, na ja, eher Einbrüche.
Also wirklich Zellenfestigkeit gröblichst überschritten, wobei es wohl
nicht die Aluzelle, sondern den darin eingesetzten Kunststoff betroffen
haben soll.

Mit so einem Kat bei 70km/h in eine 10m Welle zu brettern
> dürfte nur für angeschnallte Passagiere ohne Prellung durchstehbar zu
> sein.

Kunststoffbestandteile wurden aus dem Bug gerissen, mehrere Tonnen Wasser
drangen ein, Vorderteil des Schiffes wurde evakuiert, Steuermann machte
Vollbremsung (Kapitän nicht auf der Brücke), Schiff wurde ohne fremde Hilfe
vorsichtig in den Hafen geschaukelt, was bei den gegebenen
Wetterbedingungen mit offenem Bug auf ein halbwegs anständig gebautes
Schiff und eine nicht vertrottelte Besatzung deutet. Keine Toten oder
Schwerverletzten.

hajo

HC Ahlmann

unread,
Feb 26, 2001, 6:23:52 AM2/26/01
to
Jan Marco Funke <jmf...@web.de> wrote:

> Heißt das, das Helgoland bei jedem Wetter angefahren wird? Ich
> habe gerade mal im Kursbuch nachgeschlagen, auf den Linien
> Norddeich - Norderney und auch auf dem Bodensee steht etwas von
> Wind/Wetter abhängig, fahrten können notfalls ganz ausfallen.
> Bei den Helgoland-Fähren steht nicht dergleichen...

Helgoland kann zwar bei nahezu jedem Wetter angelaufen werden, aber den
Bäderschiffen (Wappen v. Hamburg, Alte Liebe, Wilhelmshaven etc.) nützt
das gar nichts, da sie nicht anlegen dürfen sondern ihre Passagiere
ausbooten müssen.

Munterbleiben
HC
--
Vieles auf der Welt wäre uninteressant,
wenn es nicht verboten wäre.
Jean Paul Sartre

Jan Marco Funke

unread,
Feb 26, 2001, 9:34:15 AM2/26/01
to
"H.J.Schulz" <hans-juer...@archit.uni-weimar.de> schrieb:
Nein, es ist folgendermaßen: Ich habe gerade noch mal den alten
Sommerfahrplan von Hafas aus dem letzten Jahr angeworfen. Bei
Ankunft mit dem Schiff gibt Hafas den Hinweis "Übergang 15
Minuten, weiter mit Bus" zum Bahnhof heraus. Bei Ankunft mit dem
Katamaran gibt Hafas den Hinweis "Übergang 15 Minuten, Fußweg
1.200 Meter" heraus. Daraus kann man wohl schließen, das der Bus
in der Tat nur auf das Schiff abgestimmt ist und zu den
Ankunftszeiten der Katamarane keine Busse fahren. Wobei der
Übergang von 15 Minuten für den Fußweg zu knapp ist, so wie auch
der Fuweg etwas mehr als 1.200 Meter betragen dürfte.
Was man bei Hafas noch verbessern könnte: Die Busse von den
Bahnhöfen zu den Häfen (auch in Bremer- und Wilhelmshaven) mit in
den Fahrplänen aufnehmen. Der Hinweis "weiter mit Bus" ist nicht
sehr beruhigend, wenn man die genauen Fahrzeiten der Busse nicht
kennt.

Jan Marco Funke

unread,
Feb 26, 2001, 9:32:21 AM2/26/01
to
"Stefan Zickenrott" <zick...@stud.fh-hannover.de> schrieb:

> Reinhard Greulich schrieb:
>
> > >Zumindest bei den Einheiten der DGzRS kommt es schon öfter
> > >vor das die nach einem Durchkentern einige Schäden
> > >davontragen.
> >
> > Die schwimmen wie ein Korken auf dem Wasser;
>
> Nicht wirklich, zwar ist bisher noch kein einziger gesunken,
> aber theoretisch ist das bei den DGzRS Booten leichter möglich
> als bei den Dänischen Fahrzeugen, die weitgehend ausgeschäumt
> sind.
>
Ich habe mal vor Jahren mal im Radio gehört, das Helgoland Schiff
habe ein Rettungsschiff der DGzRS im Hafen von Büsum versenkt.
Beim Rückwärtseinparken hat man dieses wohl übersehen oder zuviel
Fahrt drauf gehabt. Die Besatzung des Rettungsschiffes habe sich
aber noch rechtzeitig vor dem Untergehen retten können :-).

Jan Marco Funke

unread,
Feb 26, 2001, 11:28:19 AM2/26/01
to
"HC Ahlmann" <hc.ah...@gmx.de> schrieb:

> Jan Marco Funke <jmf...@web.de> wrote:
>
> > Heißt das, das Helgoland bei jedem Wetter angefahren wird?
> > Ich habe gerade mal im Kursbuch nachgeschlagen, auf den
> > Linien Norddeich - Norderney und auch auf dem Bodensee steht
> > etwas von Wind/Wetter abhängig, fahrten können notfalls ganz
> > ausfallen. Bei den Helgoland-Fähren steht nicht
> > dergleichen...
>
> Helgoland kann zwar bei nahezu jedem Wetter angelaufen werden,
> aber den Bäderschiffen (Wappen v. Hamburg, Alte Liebe,
> Wilhelmshaven etc.) nützt das gar nichts, da sie nicht anlegen
> dürfen sondern ihre Passagiere ausbooten müssen.
>
Als es noch keine Katamarane auf der Verbindung gab, legten
einzelne Schiffe auch bereits im Hafen an. Wir sind so um 1990
auf einer Klassenfahrt von Cuxhafen auf Tagesfahrt nach Helgoland
gefahren und das Schiff (wenn ich mich recht errinere war es die
"Funny Girl") legte planmäßig im Südhafen (oder wie heißt der?
Dort wo jetzt die Cat's anlegen) an. Vermutlich kam das direkte
Anlegen im Hafen der Reederei teurer als ausbooten, aber es geht
auch etwas schneller.
Theoretisch müßte es also machbar sein, aber wer fährt bei Sturm
schon mit? Die Fahrten wären wohl kaum rentabel...

Wolfgang Schürmann

unread,
Feb 26, 2001, 12:58:49 PM2/26/01
to
HC Ahlmann schrieb:
...

> das gar nichts, da sie nicht anlegen dürfen sondern ihre Passagiere
> ausbooten müssen.
>
Hi,
pure Arbeitsplatzsicherung der "Ausbooter". Laster werden nämlich nicht
ausgebootet.
mfg
WS
-KBS824-, ohne Ausbooter-

Stefan Zickenrott

unread,
Feb 26, 2001, 1:05:05 PM2/26/01
to
Jan Marco Funke schrieb:

> Ich habe mal vor Jahren mal im Radio gehört, das Helgoland Schiff
> habe ein Rettungsschiff der DGzRS im Hafen von Büsum versenkt.
> Beim Rückwärtseinparken hat man dieses wohl übersehen oder zuviel
> Fahrt drauf gehabt. Die Besatzung des Rettungsschiffes habe sich
> aber noch rechtzeitig vor dem Untergehen retten können :-).

Na ja, ich schrieb ja auch "gesunken", nicht "versenkt worden" AFAIR
ist das Boot aber wieder in Betrieb.
Das problem ist einfach das die DGzRS Boote zur aufnahme von
unglaublich vielen geretteten ausgerichtet sind, so das es keinen
platz für ausschäumbare Hohlräume gibt. Der Doppelwandige Rumpf
beherbergt Trimmzellen, Tanks und Kühler. Und der Innenraum ist
praktisch überall zugänglich. wenn man also genug Löcher rein macht
oder eins das groß genug ist gehen die auch unter. Bei den Dänischen
muß da mindestens noch ein kräftiger Brand dazukommen damit der
Hartschaum verschwindet.

mfg
Stefan


Claus Eberhard

unread,
Feb 26, 2001, 8:03:40 PM2/26/01
to
"Wolfgang Schürmann" <zi...@t-online.de> wrote:
>HC Ahlmann schrieb:

>> das gar nichts, da sie nicht anlegen dürfen sondern ihre Passagiere
>> ausbooten müssen.
>Hi,
>pure Arbeitsplatzsicherung der "Ausbooter". Laster werden nämlich nicht
>ausgebootet.


Da faellt mir doch der alte Helgoland-Spruch ein:


Ausbooten - ausbeuten - einbooten


MfG, Claus

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