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Linksverkehr

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clau...@my-deja.com

unread,
Sep 5, 2000, 5:23:31 PM9/5/00
to
Hallo!
Kann mir jemand erklaeren, warum die Zuege in einigen europaeischen
Staaten (z. B. Frankreich und Italien) auf der linken Seite fahren,
obwohl doch eigentlich Rechtsverkehr herrscht?
Viele Gruesse,
Claudia


Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Before you buy.

Joachim Schmid

unread,
Sep 5, 2000, 5:56:48 PM9/5/00
to
clau...@my-deja.com schrieb:

>
> Kann mir jemand erklaeren, warum die Zuege in einigen europaeischen
> Staaten (z. B. Frankreich und Italien) auf der linken Seite fahren,
> obwohl doch eigentlich Rechtsverkehr herrscht?

Bahn- und Straßenverkehr haben sich unabhängig entwickelt. In einigen
Ländern wurde beim Aufbau des Eisenbahnnetzes mit der ganzen Technik
auch gleich der Linksverkehr aus England übernommen. In anderen Ländern
überlegte man sich von vornherein, dass der Heizer sinnvollerweise links
stehen sollte, damit er mit der rechten Hand ungehindert die Kohle ins
Feuerloch schaufeln kann. Also kam der Lokführer zwangsläufig nach
rechts. Damit er die an der Außenseite des Bahndamms aufgestellten
Signale sehen kann, musste nun ebenso zwangsläufig rechts gefahren
werden. Diese Entscheidung fiel bereits, als auf der Straße noch fast
überall Linksverkehr üblich war.

In Österreich herrrschte ziemliches Durcheinander beim Eisenbahnbau.
Jede Bahnverwaltung hat sich für eine andere Seite des Fahrens
entschieden. Später - nach dem "Anschluss" an Duetschland - wurde
versucht, das österreichische Netz einheitlich auf den deutschen
Rechtsbetrieb umzubauen, aber da kam der 2. Weltkrieg dazwischen.
Deswegen gibt es in Österreich bis heute keine einheitliche Fahrseite.

In der Schweiz hatte man schon den englischen Linksbetrieb, als das
Problem mit dem Heizer auffiel. Flugs wechselte das Lokpersonal die
Seiten (Lokführer rechts), mit einigen bizarren Folgen für die
Signalaufstellung. Erst ab 1947 hatten die Loks dann wieder den
Führersitz auf der linken Seite.

In Frankreich wird im Elsaß abweichend vom restlichen Land rechts
gefahren, ein Überbleibsel aus der Zeit, als diese Region deutsch war
(1870 - 1918).

Joachim

Marco Wegener

unread,
Sep 5, 2000, 5:59:08 PM9/5/00
to

<clau...@my-deja.com> schrieb in im Newsbeitrag:
8p3o81$fia$1...@nnrp1.deja.com...

> Hallo!
> Kann mir jemand erklaeren, warum die Zuege in einigen europaeischen
> Staaten (z. B. Frankreich und Italien) auf der linken Seite fahren,
> obwohl doch eigentlich Rechtsverkehr herrscht?

hä, wer sagt denn sowas?
Ich denke mal, das ist so wie im Straßenverkehr: Es gibt keine "richtige"
Seite. In Europa wird AFAIK größtenteils links gefahren, kann mich aber auch
irren. Beim Straßenverkehr was "links" in Europa ja auch mal Standard, ist
aber schon ganz ganz lange her.
Allerdings ist bei der Eisenbahn der Wechsel vom Links- zum Rechtsverkehr
nicht ganz so problematisch wie beim Straßenverkehr. (Mehr Probleme bereiten
da die Stromsysteme, und erst recht die Spurweiten).
Übrigens gibt es auch Unterschiede innerhalb eines Staates: Die Metro in
Paris fährt nämlich rechts, aber das gehört wohl eher in d.e.b.s.

Marco


Joachim Schmid

unread,
Sep 5, 2000, 6:36:18 PM9/5/00
to
Marco Wegener schrieb:

>
> Allerdings ist bei der Eisenbahn der Wechsel vom Links- zum Rechtsverkehr
> nicht ganz so problematisch wie beim Straßenverkehr.

Da täuschst du dich. Sämtliche Signalanlagen und Stellwerke müssen
umgebaut, viele Weichenstraßen verändert werden. Nicht ohne Grund haben
die Franzosen bei der Übernahme des Elsass darauf verzichtet.

> Übrigens gibt es auch Unterschiede innerhalb eines Staates: Die Metro in
> Paris fährt nämlich rechts, aber das gehört wohl eher in d.e.b.s.

Die Metro ist ja auch keine Eisenbahn, sodnern eine U-Bahn. In
Deutschland würde man sagen: BOStrab statt EBO.

Joachim

Peter Klinke

unread,
Sep 6, 2000, 1:58:55 AM9/6/00
to
Marco Wegener schrieb:

> Ich denke mal, das ist so wie im Straßenverkehr: Es gibt keine "richtige"
> Seite. In Europa wird AFAIK größtenteils links gefahren, kann mich aber auch
> irren.

Na ja, für die meisten Autobahnen dürfte das stimmen :)

Gruß, Peter

Ulrich Erdmannsdorffer

unread,
Sep 6, 2000, 2:44:26 AM9/6/00
to

"Joachim Schmid" <joachim...@freenet.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39B57562...@freenet.de...

> Marco Wegener schrieb:
> >
> > Allerdings ist bei der Eisenbahn der Wechsel vom Links- zum
Rechtsverkehr
> > nicht ganz so problematisch wie beim Straßenverkehr.
>
> Da täuschst du dich. Sämtliche Signalanlagen und Stellwerke müssen
> umgebaut, viele Weichenstraßen verändert werden.

Ich glaube Marco meinte nicht die Umstellung der Eisenbahnsysteme, sondern
die Überleitung der Züge. Bei spurgeführten Fahrzeugen muß der Tf dabei nur
beachten, daß die Signale möglicherweise auf der anderen Seite stehen.
Andere Unterschiede (Form und Bedeutung der Signale,
Sicherheitseinrichtungen) sind da viel gravierender.
Die meisten Übergangsbahnhöfe sind Grenzbahnhöfe, und da wird (noch?)
meistens der Tf gewechselt.
Deutschland ist eines der wenigen Länder, in denen bei allen
Verkehrssystemen grundsätzlich Rechtsverkehr herrscht. In England fahren
zwar Autos und Eisenbahnen links, bei den Rolltreppen der Londoner U-Bahn
herrscht aber Rechtsverkehr.

Grüße
Ulrich


Volker Blees

unread,
Sep 6, 2000, 3:45:59 AM9/6/00
to
Joachim Schmid schrieb:

>
> clau...@my-deja.com schrieb:
> >
> > Kann mir jemand erklaeren, warum die Zuege in einigen europaeischen
> > Staaten (z. B. Frankreich und Italien) auf der linken Seite fahren,
> > obwohl doch eigentlich Rechtsverkehr herrscht?

[sehr schöne Erklärung der historischen Entwicklung gelöscht]

Ist das nicht ein Fall für Holger Metschulats FAQ?

regt
Volker
an

Philipp Stein

unread,
Sep 6, 2000, 4:48:33 AM9/6/00
to

"Marco Wegener" <marco....@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:8p3qdh$paj$1...@nets3.rz.RWTH-Aachen.DE...

Braucht man nicht um Links- und Rechtsverkehr zu unterscheiden zweigleisige
Strecken? Hat nicht Die Bahn gerade erst eingeführt, dass es nur noch
paralell geführte eingleisige Strecken gibt?

Philipp


Philipp Stein

unread,
Sep 6, 2000, 4:47:07 AM9/6/00
to
Der Rechtsverkehr auf der Strasse wurde meines Wissens nach von Napoleon
eingeführt. Davor galt auch in Kontinentaleuropa Linksverkehr. Schweden
hatte ja auch noch bis 1951 Linksverkehr. Es kam dann in der Nacht der
Umstellung zu ganz bösen Unfällen.

Philipp


Wolfgang Hauser

unread,
Sep 6, 2000, 3:32:00 AM9/6/00
to
Joachim Schmid schrieb:

> In Österreich herrrschte ziemliches Durcheinander beim
> Eisenbahnbau. Jede Bahnverwaltung hat sich für eine andere Seite
> des Fahrens entschieden.

Das war in Deutschland nicht anders, um 1880 herum wurde dann auf
einheitlichen Rechtsverkehr umgestellt.

> In der Schweiz hatte man schon den englischen Linksbetrieb, als das
> Problem mit dem Heizer auffiel. Flugs wechselte das Lokpersonal die
> Seiten (Lokführer rechts), mit einigen bizarren Folgen für die
> Signalaufstellung. Erst ab 1947 hatten die Loks dann wieder den
> Führersitz auf der linken Seite.

Weltweit ist eigentich Rechtsverkehr die Ausnahme. England ist
übrigens auch im Straßenverkehr entgegen weitverbreiteter Annahme
keineswegs das einzige Land, wo man links fährt.

Michael Kauffmann

unread,
Sep 6, 2000, 5:16:46 AM9/6/00
to
Philipp Stein wrote:

> Braucht man nicht um Links- und Rechtsverkehr zu unterscheiden zweigleisige
> Strecken? Hat nicht Die Bahn gerade erst eingeführt, dass es nur noch
> paralell geführte eingleisige Strecken gibt?

Von denen viele nur in eine Richtung befahrbar sind?
Sie baut zwar fleißig GWB, aber doch noch nicht überall, oder?
Aber auch dann fährt man bevorzugt auf einem bestimmten Gleis für jede
Richtung.

Michael Kauffmann

Michael Kauffmann

unread,
Sep 6, 2000, 5:17:29 AM9/6/00
to
Philipp Stein wrote:
>
> Der Rechtsverkehr auf der Strasse wurde meines Wissens nach von Napoleon
> eingeführt. Davor galt auch in Kontinentaleuropa Linksverkehr.

Gab es damals schon so viel Straßenverkehr und Vorschriften dafür?

Michael Kauffmann

Ralf R. Radermacher

unread,
Sep 6, 2000, 5:27:11 AM9/6/00
to
Michael Kauffmann <NOS...@koben.DE> wrote:

> Sie baut zwar fleißig GWB, aber doch noch nicht überall, oder?
> Aber auch dann fährt man bevorzugt auf einem bestimmten Gleis für jede
> Richtung.

Siehe Belgien. 'Vorzugsseite' links, aber beide Seiten signalisiert.
Links Dauerlicht, rechts blinkend. Ausnahme: Montzen - Aachen.

Gruß,
Ralf

--
Ralf R. Radermacher - DL9KCG - Köln/Cologne, Germany
Ralf's Cologne Tram Page - www.netcologne.de/~nc-radermra

e-mail from trash accounts (deja, yahoo) automatically rejected

Michael Oberseider

unread,
Sep 6, 2000, 6:03:45 AM9/6/00
to

Wolfgang Hauser schrieb:

> Joachim Schmid schrieb:


>
>
> Das war in Deutschland nicht anders, um 1880 herum wurde dann auf
> einheitlichen Rechtsverkehr umgestellt.
>

Wurde im KPEV-Land nicht schon immer rechts gefahren.
Baden fuhr bis 1875 einheitlich links, dann wurde schrittweise zur
Verinheitlichung im Reich auf Rechtsverkehr umgestellt.
In Bayern stellte sich das Problem erst nach 1890, da erst zu diesem
Zeitpunkt die Strecke München - Ingolstadt - Nürnberg - Lichtenfels - Hof
als erste zweigleisig ausgebaut wurde.

>
> > In der Schweiz hatte man schon den englischen Linksbetrieb, als das
> > Problem mit dem Heizer auffiel. Flugs wechselte das Lokpersonal die
> > Seiten (Lokführer rechts), mit einigen bizarren Folgen für die
> > Signalaufstellung. Erst ab 1947 hatten die Loks dann wieder den
> > Führersitz auf der linken Seite.
>

Welches waren eigentlich die ersten Schweizer Doppelspurabschnitte.
(Zürich - Baden - Olten - Aarburg-Oftringen?) Denn zwischen Basel und
Olten wurde ja zwischen 1857 und 1890 rechts gefahren.

Gruß, Michael


h.-j. schulz

unread,
Sep 6, 2000, 6:11:37 AM9/6/00
to

Joachim Schmid schrieb:


>
> Bahn- und Straßenverkehr haben sich unabhängig entwickelt. In einigen

straßenverkehr gabs ja schließlich auch schon wesentlich früher. da war an
eisenbahnen nicht zu denken.

> Ländern wurde beim Aufbau des Eisenbahnnetzes mit der ganzen Technik
> auch gleich der Linksverkehr aus England übernommen. In anderen Ländern
> überlegte man sich von vornherein, dass der Heizer sinnvollerweise links
> stehen sollte, damit er mit der rechten Hand ungehindert die Kohle ins
> Feuerloch schaufeln kann. Also kam der Lokführer zwangsläufig nach

wie denn, einhändig? zum schaufeln brauch er beide hände, da ist es egal auf
welcher seite er steht.

> rechts. Damit er die an der Außenseite des Bahndamms aufgestellten
> Signale sehen kann, musste nun ebenso zwangsläufig rechts gefahren

signale könnten auch an der jeweils linken seite des bahndamms stehen.


hjs

Holger Kötting

unread,
Sep 6, 2000, 6:13:35 AM9/6/00
to
In article <39b60...@news2.prserv.net>,

"Philipp Stein" <philip...@iname.com> writes:
|> Braucht man nicht um Links- und Rechtsverkehr zu unterscheiden zweigleisige
|> Strecken?

Nein. Es macht zum Beispiel einen himmelweiten Unterschied, ob an einer
eingleisigen Strecke Signale links oder rechts des Gleiskoerpers stehen.

|> Hat nicht Die Bahn gerade erst eingeführt, dass es nur noch
|> paralell geführte eingleisige Strecken gibt?

Nein. Wenn Du auf Gleiswechselbetrieb anspielst: das ist was voellig anderes
als zwei nebeneinanderliegende eingleisige Strecken.

Beim GWB hast Du naemlich die Signalisierung:

O--| |--O
----------------------------

----------------------------
O--| |--O

Bei zwei eingleisgen Strecken wird so signalisiert:

O--|
----------------------------
O--| |--O
----------------------------
|--O

(Von Ausnahmen wie ueblich abgesehen)

Gruss,

Holger K. aus D.

--
Streckenstillegung? Nein, es wird nur nichts bestellt!

E-Mail: Holger....@gmx.de
Homepage: http://www.student.informatik.tu-darmstadt.de/~koetting

Andreas Pavlik

unread,
Sep 6, 2000, 6:36:40 AM9/6/00
to
On Wed, 06 Sep 2000 12:11:37 +0200, "h.-j. schulz"
<SCHU...@larry.scc.uni-weimar.de> wrote:

>Joachim Schmid schrieb:
>>
>> Bahn- und Straßenverkehr haben sich unabhängig entwickelt. In einigen
>
>straßenverkehr gabs ja schließlich auch schon wesentlich früher. da war an
>eisenbahnen nicht zu denken.

Allerdings machte man sich damals auch nicht viele Gedanken bezüglich
einheitlichem rechts oder links fahren. Lediglich wo es dichten
Verkehr gab, erließen örtliche Behörden Verordnungen, daß bei
Gegenverkehr nach links bzw. nach rechts ausgewichen werden mußte. Als
Folge dieser uneinheitlichen Regelungen gab es bei uns bis 1938
Bundesländer mit Links- und solche mit Rechtsverkehr.

> Feuerloch schaufeln kann. Also kam der Lokführer zwangsläufig nach
>
>wie denn, einhändig? zum schaufeln brauch er beide hände, da ist es egal auf
>welcher seite er steht.

Versuch es einmal. Für Linkshänder geht beim rechts stehen das
Schaufeln besser, für Rechtshänder beim links stehen.

>signale könnten auch an der jeweils linken seite des bahndamms stehen.

Ja, nur sieht sie dann ein (Dampflok)führer, der auf der rechten Seite
der Lokomotive steht, schlechter.

Andreas
--
Andreas Pavlik
Wien(Vienna), Austria

Hans Pesserl

unread,
Sep 6, 2000, 6:40:56 AM9/6/00
to
Hallo,

Philipp Stein schrieb:

> Der Rechtsverkehr auf der Strasse wurde meines Wissens nach von Napoleon
> eingeführt. Davor galt auch in Kontinentaleuropa Linksverkehr.

In Oesterreich war bis 1938 linksverkehr auch auf den strassen. Die
umstellung war dem allgemeinen rechtsruck zu verdanken...

Ob in den ganzen nachfolgestaaten der k&k monarchie nicht auf die selbe art
umgestellt wurde.

Bahnmessig ist heutzutage auf hauptstrecken sowieso gleiswechselbetrieb das
normale. In Oesterreich ist dann die gleisnummerierung verschieden. Je
nachdem entscheidet es sich ob gleis 1 rechts oder links ist. Trotzdem
bleibt dann das im normalbetrieb verwendet gleis das alte...

In Wien faehrt die Schnellbahn im linksverkehr, die U-bahn im rechtsverkehr.
Die stadtbahn war auch linksbetrieb, erst mit der umstellung auf
rechtsbetrieb wurde sie zur U6.

> Schweden hatte ja auch noch bis 1951 Linksverkehr. Es kam dann in der
> Nacht der Umstellung zu ganz bösen Unfällen.

1967! Und mit diesem datum wurde die Tramway in Stockholm eingestellt.

Liebe gruesse

Hans

Volker Eichmann

unread,
Sep 6, 2000, 6:42:52 AM9/6/00
to
Hallihallo!

Philipp Stein schrieb:

In Schweden wurde erst 1967 von Links auf Rechts umgestellt. Und es gab
auch keine Nacht der Umstellung, vielmehr wurde am Umstellungstag ein
einmaliges und absolutes 24stuendiges Fahrverbot verhaengt (nur Verkehr
fuer Notfaelle war zugelassen). Waehrend dieser 24 Stunden hatten alle
Strassenmeisterein Schwedens Hochbetrieb und montierten Schilder, Ampeln
etc. um (natuerlich waren bspw. Ampelmasten usw. schon in den Wochen und
Monaten davor vorbereitet worden).
Und in Goeteborg (um halbwegs wieder OT zu werden) wurden die
Einrichtungs-Strassenbahnen so umgebaut, dass man zum Umstellungstag
ziemlich genau die Haelfte der Bahnen noch fuer den Linksverkehr
vorraetig hatte. Da die Grossraumwagen dort immer in Doppeltraktion
fuhren, bestanden halt die Zuege immer aus einem Wagen fuer Links- und
einem fuer Rechtsbetrieb, jeweils so gekoppelt, dass die Tueren beider
Wagen auf der selben Seite waren. Nur dass halt nach dem Umstellungstag
nicht mehr der Linkswagen, sondern der Rechtswagen vorne war ...

Gruss, Volker

--
Volker Eichmann, Lehrstuhl fuer Verkehrsoekologie, TU Dresden
-------------------------------------------------------------------------
Die Ueberschwemmung an der Oder war für die Menschen im Osten unserer
Heimat
die schlimmste Katastrophe nach der Wiedervereinigung (Helmut Kohl)

Peter Klinke

unread,
Sep 6, 2000, 6:43:19 AM9/6/00
to
h.-j. schulz schrieb:

> wie denn, einhändig? zum schaufeln brauch er beide hände, da ist es egal auf
> welcher seite er steht.

Aber bei Rechtshändern dient die linke Hand nur zum "tragen" der
Schaufel. Die
rechte, kräftigere, Hand führt die Schaufel vom Tender zum Feuerloch.
Dabei
muss zwangsläufig eine Linksdrehung vollzogen werden. Ansonsten musst Du
nach
der Rechtsdrehung noch einen Schritt auf die linke Seite machen, damit
Du die
Schaufel in das Feuerloch bekommst.

Bei Linkshändern ist es natürlich genau "spiegelverkehrt". Es gibt aber
mehr
Rechts- als Linkshänder.

Es ist schlecht zu beschreiben. Am besten probierst Du das mal aus ;)

Gruß, Peter

h.-j. schulz

unread,
Sep 6, 2000, 6:44:36 AM9/6/00
to

Andreas Pavlik schrieb:

ja, deswegen wäre ein linksbetrieb für den meister kein problem, wenn er links
steht (wie die signale auch).

bei linksbetrieb - meister links sowie rechtsbetrieb- meister rechts, gibts
keine gründe das ein- oder andere zu bevorzugen.

hjs

Hans Pesserl

unread,
Sep 6, 2000, 6:46:56 AM9/6/00
to
Hallo,

Michael Kauffmann schrieb:

>[Napoleon]

> Gab es damals schon so viel Straßenverkehr und Vorschriften dafür?

Sicher sogar, ich denke sogar die Roemer hatten dafuer schon vorschriften,
sonst waere das chaos in staedten perfekt gewesen. Wenn man an alte fotos und
filme denkt, wo zwar noch keine autos dafuer massenhaft pferdefuhrwerke
unterwegs waren...

Liebe gruesse

Hans

Martin Bienwald

unread,
Sep 6, 2000, 8:08:55 AM9/6/00
to
Ulrich Erdmannsdorffer <x...@iabg.de> wrote:

> Deutschland ist eines der wenigen Länder, in denen bei allen
> Verkehrssystemen grundsätzlich Rechtsverkehr herrscht.

Wird nicht in der Binnenschiffahrt links gefahren?

... Martin

Martin Bienwald

unread,
Sep 6, 2000, 8:10:04 AM9/6/00
to

Nicht 1951, sondern 1967. Was man leider zum Anlaß nahm, die Straßenbahnen
in Stockholm (weitestgehend) und Helsingborg stillzulegen.

... Martin

Kai Garlipp

unread,
Sep 6, 2000, 7:52:51 AM9/6/00
to

Michael Kauffmann wrote:
>
> > Der Rechtsverkehr auf der Strasse wurde meines Wissens nach von Napoleon
> > eingeführt. Davor galt auch in Kontinentaleuropa Linksverkehr.
>
> Gab es damals schon so viel Straßenverkehr und Vorschriften dafür?

Verkehr mit Kutschen, Reitern und kriegerischen Armeen gab es schon
damals.

Ob die Geschichte stimmt kann ich nicht sagen (klingt aber logisch),
aber der Linksverkehr soll daher kommen, daß man mit der rechten Hand
(die meisten sind nunmal Rechtshänder) vom Pferde aus besser kämpfen
oder verteidigen konnte und deshalb auf der linken Seite ritt.

Bye Kai


Andreas Pavlik

unread,
Sep 6, 2000, 8:30:21 AM9/6/00
to
On Wed, 06 Sep 2000 10:40:56 GMT, Hans Pesserl
<hans.p...@chello.at> wrote:

>In Oesterreich war bis 1938 linksverkehr auch auf den strassen.

Nicht in ganz Österreich

>Die umstellung war dem allgemeinen rechtsruck zu verdanken...

Das Datum; die Umstellung in den Bundesländern mit Linksverkehr war
bereits geplant.

Michael Kauffmann

unread,
Sep 6, 2000, 8:41:16 AM9/6/00
to
Kai Garlipp wrote:
> Michael Kauffmann wrote:
> >
> > > Der Rechtsverkehr auf der Strasse wurde meines Wissens nach von Napoleon
> > > eingeführt. Davor galt auch in Kontinentaleuropa Linksverkehr.
> >
> > Gab es damals schon so viel Straßenverkehr und Vorschriften dafür?
>
> Verkehr mit Kutschen, Reitern und kriegerischen Armeen gab es schon damals.

Was aber nicht besagt, daß es auch eine festgelegte Straßenseite geben
mußte.
Fußgängerverkehr ist bis heute ungeregelt.

Michael Kauffmann

Joachim Schmid

unread,
Sep 6, 2000, 10:04:10 AM9/6/00
to
"h.-j. schulz" schrieb:

>
> bei linksbetrieb - meister links sowie rechtsbetrieb- meister rechts, gibts
> keine gründe das ein- oder andere zu bevorzugen.

Doch: Die Rücksicht auf die Arbeit des Heizers. Probier mal als
Rechtshänder, links zu schaufeln.

Joachim

Joachim Schmid

unread,
Sep 6, 2000, 10:02:28 AM9/6/00
to
Michael Oberseider schrieb:

>
> Baden fuhr bis 1875 einheitlich links, dann wurde schrittweise zur
> Verinheitlichung im Reich auf Rechtsverkehr umgestellt.

Also anlässlich des Umbaus von badischer Breit- auf Normalspur.

> In Bayern stellte sich das Problem erst nach 1890, da erst zu diesem
> Zeitpunkt die Strecke München - Ingolstadt - Nürnberg - Lichtenfels - Hof
> als erste zweigleisig ausgebaut wurde.

Nanu?? Die alte Ludwigs-Nord-Süd-Bahn war doch von Anfang an zweispurig?

Und die Donaubrücke in Ulm (welche von der K.Bay.Sts.B. betrieben wurde)
auch. M.W. auch der anschließende Abschnitt bis Augsburg.

Joachim

Joachim Schmid

unread,
Sep 6, 2000, 10:11:07 AM9/6/00
to
Philipp Stein schrieb:

>
> Der Rechtsverkehr auf der Strasse wurde meines Wissens nach von Napoleon
> eingeführt.

Eine leider unausrottbare und dennoch falsche Mär. Auch auf dem
Kontinent war Linksverkehr bis in unser Jahrhundert weitverbreitet.

Napoleon hatte zwar ständig Streit mit England, aber deswegen den
Linksverkehr abschaffen? Zumal der mehr Gewohnheit als rechtlich
geregelt war.

Joachim

Joachim Schmid

unread,
Sep 6, 2000, 10:08:06 AM9/6/00
to
Martin Bienwald schrieb:

>
> Wird nicht in der Binnenschiffahrt links gefahren?

Nein. Die Regeln sind dort sehr verzwickt. Grundsätzlich wird bevorzugt
rechts gefahren (schau dir mal den Betrieb auf dem Rhein an.). Jedoch
hat der Talfahrer das Recht, sich die Seite auszusuchen. Manchmal tut er
sich links wegen Strömungen usw. leichter. Auf der Donau haben die
Schiffe sogar Blinklichter auf den Brückennocken, um dies den
Bergfahrern anzuzeigen (wobei nicht in die eigene Fahrtrichtung geblinkt
wird wie beim Straßenverkehr, sondern das Blinken die Seite angibt, nach
der ausgewichen werden soll).

Joachim

Andreas Pothe

unread,
Sep 6, 2000, 12:22:40 PM9/6/00
to
Michael Kauffmann schrieb in <39B63B6C...@koben.DE>:

>Was aber nicht besagt, daß es auch eine festgelegte Straßenseite geben
>mußte.
>Fußgängerverkehr ist bis heute ungeregelt.

Ich würde Fußgängerverkehr nicht unbedingt mit Autoverkehr
vergleichen...

Abgesehen davon scheinst du noch nicht in Paris gewesen zu sein,
zumindest nicht an den richtigen Stellen. Da gibt es nämlich
"Einbahnfußgängerwege", d. h. du darfst nur in eine Richtung gehen, ein
Umkehren ist verboten. Erlebt z. B. auf einer großen Metrostation, mir
ist leider der Name entfallen.

Gruß
Andreas

--
http://www.pothe.de * http://www.modellbahnverwaltung.de

Michael Kauffmann

unread,
Sep 6, 2000, 1:00:19 PM9/6/00
to
Andreas Pothe wrote:
>
> Michael Kauffmann schrieb in <39B63B6C...@koben.DE>:
>
> >Was aber nicht besagt, daß es auch eine festgelegte Straßenseite geben
> >mußte.
> >Fußgängerverkehr ist bis heute ungeregelt.
>
> Ich würde Fußgängerverkehr nicht unbedingt mit Autoverkehr
> vergleichen...

Ich habe ihn mit


>>> Kutschen, Reitern und kriegerischen Armeen

verglichen.



> Abgesehen davon scheinst du noch nicht in Paris gewesen zu sein,

Doch.

> zumindest nicht an den richtigen Stellen.

Scheint so.

> Da gibt es nämlich
> "Einbahnfußgängerwege", d. h. du darfst nur in eine Richtung gehen, ein
> Umkehren ist verboten. Erlebt z. B. auf einer großen Metrostation,

Interessant.

Michael Kauffmann

Andreas Krey

unread,
Sep 6, 2000, 1:37:25 PM9/6/00
to
Holger Kötting <koet...@rbg.informatik.tu-darmstadt.de> wrote:
>In article <39b60...@news2.prserv.net>,
...

>
>Nein. Wenn Du auf Gleiswechselbetrieb anspielst: das ist was voellig anderes
>als zwei nebeneinanderliegende eingleisige Strecken.
>
>Beim GWB hast Du naemlich die Signalisierung:
>
> O--| |--O
>----------------------------
>
>----------------------------
> O--| |--O
...

>
>(Von Ausnahmen wie ueblich abgesehen)
>
Die Ausnahmen sind einerseits Stellen, wo die Signalanordnung zu
Verwechslungen fuehren kann (viergleisige Strecken, etwa Minden
Richtung Loehne) und dann diejenigen, wo GWB eingebaut wurde,
bevor die heutige Normalanordnung offiziell zugelassen wurde.

Habe ich welche vergessen?

Andreas

Andreas Krey

unread,
Sep 6, 2000, 1:37:24 PM9/6/00
to
Es gibt auch Gelegenheiten, an denen der GWB wieder abgebaut wird.
Muenster-Hamm (sinnigerweise nur vom ersten bis letzten
Unterwegsbahnhof -- Veraenderungssperre in Hamm und MS selbst?) und
Worms-Biblis fallen mir ein.

Ist es eigentlich richtig, dass man mit KS-Signalen mehr oder weniger
zwangsweise GWB einbauen muss, weil es dafuer kein Falschfahrsignal gibt?

Andreas

Ulf Kutzner

unread,
Sep 6, 2000, 1:43:13 PM9/6/00
to
Hans Pesserl wrote:

> Bahnmessig ist heutzutage auf hauptstrecken sowieso gleiswechselbetrieb das
> normale. In Oesterreich ist dann die gleisnummerierung verschieden. Je
> nachdem entscheidet es sich ob gleis 1 rechts oder links ist. Trotzdem
> bleibt dann das im normalbetrieb verwendet gleis das alte...

Bei den Tschechen ist es wegen K&K wohl auch etwas unübersichtlich.

Gruß, ULF
--
________________________________________________________________________
Ulf Kutzner Backhaushohl 46 D-55128 Mainz
________________________________________________________________________

Ulf Kutzner

unread,
Sep 6, 2000, 1:46:02 PM9/6/00
to
Holger Kötting wrote:

> Beim GWB hast Du naemlich die Signalisierung:
>
> O--| |--O
> ----------------------------
>
> ----------------------------
> O--| |--O
>
> Bei zwei eingleisgen Strecken wird so signalisiert:
>
> O--|
> ----------------------------
> O--| |--O
> ----------------------------
> |--O
>
> (Von Ausnahmen wie ueblich abgesehen)

Beliebte Ausnahmen sind offenbar ältere GWB.

Michael Suda

unread,
Sep 6, 2000, 12:54:45 PM9/6/00
to

Andreas Pavlik <apa...@netscape.net> schrieb in im Newsbeitrag:
4rdcrsgp5l9ti07p3...@4ax.com...

> On Wed, 06 Sep 2000 10:40:56 GMT, Hans Pesserl
> <hans.p...@chello.at> wrote:
>
> >In Oesterreich war bis 1938 linksverkehr auch auf den strassen.
>
> Nicht in ganz Österreich
>
> >Die umstellung war dem allgemeinen rechtsruck zu verdanken...
>
> Das Datum; die Umstellung in den Bundesländern mit Linksverkehr war
> bereits geplant.

2. April 1930: Umstellung in Vorarlberg, Nordtirol und Salzburg;
15. Juni 1935: Umstellung in Kärnten und Osttirol;
1. Juli 1938: Umstellung in Oberösterreich und der Steiermark;
19. September 1938: Umstellung in Wien und dem Rest von Ex-Österreich.

Das Burgenland war bei der Umstellung 1938 schon auf die damaligen
Reichsgaue Niederdonau und Steiermark aufgeteilt.
--
Michael Suda
A-1150 Wien, Oesterreich/Austria/Autriche
michae...@blackbox.net


Michael Suda

unread,
Sep 6, 2000, 12:36:19 PM9/6/00
to

<clau...@my-deja.com> schrieb in im Newsbeitrag:
8p3o81$fia$1...@nnrp1.deja.com...
> Hallo!
> Kann mir jemand erklaeren, warum die Zuege in einigen europaeischen
> Staaten (z. B. Frankreich und Italien) auf der linken Seite fahren,
> obwohl doch eigentlich Rechtsverkehr herrscht?

Weil die Eisenbahn keiner dogmatischen Fahrordnung folgen muss, um die
Sicherheit der Züge gewährleisten zu können, während das auf der Straße
eine ganz grundlegende Vorschrift ist. Züge pflegen nämlich nicht bei
Unaufmerksamkeit oder Unentschlossenheit des "Lenkers" von einem Gleis
auf das andere zu wechseln. Das immer wiederkehrende Auftauchen dieser
Frage zeugt davon, dass die Menschheit automatisch in MIV-Kategorien zu
denken pflegt.

Manchmal ist es für die Betriebsführung zum Beispiel vorteilhafter, wenn
die eine Strecke mit Links- und die andere mit Rechtsfahren in einen
Bahnhof mündet. Unter anderem deshalb wird in Österreich einmal das
linke, dann wieder das rechte Gleis als Regelgleis benutzt.

Den Rest der Diskussion kann man auch unter www.deja.com nachschlagen.

Robert Weemeyer

unread,
Sep 6, 2000, 2:06:53 PM9/6/00
to
H[ans]-J[uergen] Schulz schrieb:

> bei linksbetrieb - meister links sowie rechtsbetrieb - meister rechts, gibts


> keine gründe das ein- oder andere zu bevorzugen.

Was Joachim über den Heizer schrieb, klingt mir aber ganz vernünftig.
Denn die meisten Heizer sind sicherlich Rechtshänder. Wenn der Heizer
links vom Feuerloch steht, kann er mit der rechten Hand oben und mit
der linken unten die Kohlenschaufel halten.

Achte mal drauf, wenn du den Garten umgräbst. Deine "starke" Hand wird
oben sein.

Robert Weemeyer, Berlin

Marco Wegener

unread,
Sep 6, 2000, 2:38:50 PM9/6/00
to

Joachim Schmid <joachim...@freenet.de> schrieb in im Newsbeitrag:
39B57562...@freenet.de...
> Marco Wegener schrieb:
> >
> > Allerdings ist bei der Eisenbahn der Wechsel vom Links- zum
Rechtsverkehr
> > nicht ganz so problematisch wie beim Straßenverkehr.
>
> Da täuschst du dich. Sämtliche Signalanlagen und Stellwerke müssen
> umgebaut, viele Weichenstraßen verändert werden.

Ich meinte auch nicht den "zeitlichen" Wechsel, sondern eher den
"räumlichen" Wechsel, d. h. also an den Grenzen zwischen Links- und
Rechtssystem. (Wenn ein Zug von Deutschland nach Frankreich fährt, müssen
eben nicht direkt alle Signalanlagen, Stellwerke und Weichenstraßen umgebaut
werden!). Entweder wird im Grenzbahnhof einfach höhengleich gekreuzt, oder
es gibt ein Überwerfungsbauwerk (z. B. Aachen Bildchen). Man stelle sich mal
die ganzen Überwerfungsbauwerke im Straßenverkehr vor, wenn England, Japan
und Australien keine Inseln wären (mal abgesehen von dem Chaos, das
irgendwann mal auf Afrikas Straßen herrschen wird).

>
> > Übrigens gibt es auch Unterschiede innerhalb eines Staates: Die Metro in
> > Paris fährt nämlich rechts, aber das gehört wohl eher in d.e.b.s.
>
> Die Metro ist ja auch keine Eisenbahn, sodnern eine U-Bahn. In
> Deutschland würde man sagen: BOStrab statt EBO.
>
Das ist mir schon klar, daher ja auch der Hinweis auf d.e.b.s. Trotzdem ist
auch eine U-Bahn ein Schienenverkehrsmittel mit Links- bzw. Rechtsverkehr,
und daher in diesem Zusammenhang durchaus richtig. Und das war halt das
einzige Beispiel, das mir auf die Schnelle eingefallen ist.

Marco


Michael Oberseider

unread,
Sep 6, 2000, 3:26:40 PM9/6/00
to

Joachim Schmid schrieb:

Ersteres definitiv nein. Die Strecke Augsburg - Donauwörth - Treuchtlingen ist
erst seit 1907 zweigleisig.
Übrigens war der Doppelspurausbau der Auslöser für die neue Strecke Donauwörth
- Treuchtlingen, da ein zweigleisiger Ausbau über Nördlingen kaum billiger
gewesen wäre als der gleich zweigleisige Neubau über Otting-Weilheim. Heute
erinnert noch die einerseits von Augsburg bis bis Nördlingen durchlaufende
Kilometrierung und andererseits die in Donauwörth bei Null beginnende
Kilometrierung an die alten Verhältnisse.

Ob die Strecke München - Augsburg - Ulm schon wesentlich eher zweigleisig
ausgebaut wurde oder ob es vielleicht bereits einige kurze Mehrgleisabschnitte
gab kann ich jetzt nicht genau sagen, aber das große "Doppelspurprogramm"
begann erst 1890 mit den Strecken von München nach Ingolstadt - Nürnberg - Hof
(ca. 1895 vollendet), Regensburg, Kempten - Lindau (1899), Kufstein (1907)

Gruß, Michael


Michael Rademacher

unread,
Sep 6, 2000, 3:22:02 PM9/6/00
to

"Andreas Krey" <a.k...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:8p5vck$c47fh$1...@ID-26497.news.cis.dfn.de...

> Ist es eigentlich richtig, dass man mit KS-Signalen mehr oder weniger
> zwangsweise GWB einbauen muss, weil es dafuer kein Falschfahrsignal gibt?
>
> Andreas

Nicht mehr oder weniger .
Immer , Gleiswechselbetrieb bei Strecken mit KS -Signalen

Michael Rademacher
Tf Bh EE
Michael.R...@epost.de


Michael Rademacher

unread,
Sep 6, 2000, 3:28:01 PM9/6/00
to

"Ulf Kutzner" <kutz...@mail.uni-mainz.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39B682...@mail.uni-mainz.de...

> Holger Kötting wrote:
>
> > Beim GWB hast Du naemlich die Signalisierung:
> >
> > O--| |--O
> > ----------------------------
> >
> > ----------------------------
> > O--| |--O
> >
> > Bei zwei eingleisgen Strecken wird so signalisiert:
> >
> > O--|
> > ----------------------------
> > O--| |--O
> > ----------------------------
> > |--O
> >
> > (Von Ausnahmen wie ueblich abgesehen)
>
> Beliebte Ausnahmen sind offenbar ältere GWB.
>

Alte Lokführerweisheit :
Die Signale stehen links wenn sie nicht rechts stehen . :-))

Michael Rademacher
Michael.R...@epost.de


Holger Kötting

unread,
Sep 7, 2000, 1:01:07 AM9/7/00
to
Andreas Krey wrote:
> Ist es eigentlich richtig, dass man mit KS-Signalen mehr oder weniger
> zwangsweise GWB einbauen muss, weil es dafuer kein Falschfahrsignal gibt?

Machbar waere es aber. Man will es anscheinend nicht. Macht eigentlich
auch nicht viel Sinn. Fuer den SFB brauchst Du eine Zughilfsstrasse
mit allem Drum und Dran. Das einzige, was gegenueber dem GWB fehlt,
sind bestimmte Blockbedingungen. Dann kann man auch gleich den geringen
Mehraufwand fuer GWB betreiben...

Falschfahrbetrieb mit ESTWs waere trotzdem moeglich. Zumindest ist
der Befehl FE,<Signal> vorgesehen. Bei Altanlagen sollte es wohl
auch Anwendungen geben.

Gruss,

Holger K. aus D.

--
Streckenstillegung? Nein, es wird nur nichts bestellt!

E-Mail: Holger....@gmx.de
Homepage: http://www.student.informatik.tu-darmstadt.de/~koetting

Sven Herzfeld

unread,
Sep 6, 2000, 5:24:50 PM9/6/00
to
Joachim Schmid <sch...@fh-duesseldorf.de> schrieb:

> Martin Bienwald schrieb:
>>
>> Wird nicht in der Binnenschiffahrt links gefahren?

> Nein. Die Regeln sind dort sehr verzwickt. Grundsätzlich wird bevorzugt
> rechts gefahren (schau dir mal den Betrieb auf dem Rhein an.). Jedoch
> hat der Talfahrer das Recht, sich die Seite auszusuchen. Manchmal tut er

Der Talfahrer hat zwar "Vorfahrt", weil er schlechter manövrierfähig
ist, die Entscheidung über die Seite zum Ausweichen trifft aber der
Bergfahrer.

> sich links wegen Strömungen usw. leichter. Auf der Donau haben die
> Schiffe sogar Blinklichter auf den Brückennocken, um dies den

Das ist keine Besonderheit der DonauSchPVO, sondern steht allgemein
in der BinSchStrO, gilt aber nur für Großschiffahrt. Die Fahrzeuge
haben Steuerbord eine blaue Tafel, deren einzelne Elemente wie bei
einer Jalousie waagerecht geklappt werden können. Dazu kommt ein
weißes Blinklicht. Notfalls ist auch eine blaue Flagge zulässig.

Backbord ist die Tafel nicht erforderlich, da Ausweichen nach
Steuerbord die Regel ist.

In welchem Land stehen bei Rechtsverkehr die Signale links?

Sven

Hans Pesserl

unread,
Sep 6, 2000, 6:20:45 PM9/6/00
to
Hallo,

Robert Weemeyer schrieb:

> Was Joachim über den Heizer schrieb, klingt mir aber ganz vernünftig.
> Denn die meisten Heizer sind sicherlich Rechtshänder. Wenn der Heizer
> links vom Feuerloch steht, kann er mit der rechten Hand oben und mit
> der linken unten die Kohlenschaufel halten.

Also auch bei oesterreichischen dampfmaschinen ist die fuehrerseite rechts und die
heizerseite links. Warum, weiss ich nicht, ist aber so. Der heizer war sicher
genauso fuer die signalbeobachtung zustaendig, wie der fuehrer. Alleine aus
sicherheitsgruenden schon, weil es immerhin keine SIFA gab. Ein heizer hat ein
bisschen mehr verantwortung als kohleschaufeln. Alleine eine kesselwaerterpruefung
ist nicht zum spassen, er hat die verantwortung, dass der kessel nicht in die luft
fliegt!

Liebe gruesse

Hans

Andreas Krey

unread,
Sep 6, 2000, 11:38:54 PM9/6/00
to
Andreas Pothe <po...@gmx.de> wrote:
...
>
>Abgesehen davon scheinst du noch nicht in Paris gewesen zu sein,
>zumindest nicht an den richtigen Stellen. Da gibt es nämlich
>"Einbahnfußgängerwege", d. h. du darfst nur in eine Richtung gehen, ein
>Umkehren ist verboten. Erlebt z. B. auf einer großen Metrostation, mir
>ist leider der Name entfallen.
>
Das macht auch nichts. Die Einbahnwege sind in der Pariser Metro
an allen groesseren (insbesondere Umsteige-)stationen System.

Teilweise gibt es auch getrennte Ein- und Ausgaenge zur Oberflaeche,
wobei das dann an den Ein- und Auslasssperren liegt.

Andreas

Joachim Schmid

unread,
Sep 7, 2000, 3:16:37 AM9/7/00
to
Michael Kauffmann schrieb:

>
> Was aber nicht besagt, daß es auch eine festgelegte Straßenseite geben
> mußte.
> Fußgängerverkehr ist bis heute ungeregelt.

Interessanterweise haben die Fußgänger aber als bevorzugte
Ausweichrichtung die im Straßenverkehr übliche Seite angenommen. Man
muss zum Studium dieses Verhaltens nicht unbedingt nach London gehen. In
Düsseldorf gibt es eine starke japanische Kolonie, und deren Mitglieder
marschieren im Fußgängerverkehr meist gegen den Strom. Ebenso die
Angehörigen der Rest der englischen Besatzungsmacht.

Joachim

Joachim Schmid

unread,
Sep 7, 2000, 3:12:52 AM9/7/00
to
Sven Herzfeld schrieb:

>
> Der Talfahrer hat zwar "Vorfahrt", weil er schlechter manövrierfähig
> ist, die Entscheidung über die Seite zum Ausweichen trifft aber der
> Bergfahrer.

Warum sollte er?

> > sich links wegen Strömungen usw. leichter. Auf der Donau haben die
> > Schiffe sogar Blinklichter auf den Brückennocken, um dies den
>
> Das ist keine Besonderheit der DonauSchPVO, sondern steht allgemein
> in der BinSchStrO, gilt aber nur für Großschiffahrt. Die Fahrzeuge
> haben Steuerbord eine blaue Tafel, deren einzelne Elemente wie bei
> einer Jalousie waagerecht geklappt werden können. Dazu kommt ein
> weißes Blinklicht. Notfalls ist auch eine blaue Flagge zulässig.

Sorry, aber auf der Donau (zumindest ab Passau abwärts, hätte ich
villeicht dazu sagen sollen, aber für mich ist die Schiffahrt auf dem
deutschen Teil der Donau nach wie vor eine Alibiveranstaltung) gibt es
nur _gelbe_ Blinklichter, weder Tafeln noch Flaggen.

Joachim

Wolfgang Hauser

unread,
Sep 7, 2000, 3:11:00 AM9/7/00
to
Joachim Schmid schrieb:

>> Baden fuhr bis 1875 einheitlich links, dann wurde schrittweise zur
>> Verinheitlichung im Reich auf Rechtsverkehr umgestellt.
> Also anlässlich des Umbaus von badischer Breit- auf Normalspur.

Die Umspurung erfolgte bereits 1854-55, nachdem die Versuche,
Württemberg die Breitspur aufzuzwingen, gescheitert waren. Etwa 500 km

umfaßte zu dem Zeitpunkt das Streckennetz. Der südliche Teil der
Rheintalstrecke Karlsruhe - Basel z.B. wurde von Anfang an
normalspurig ausgeführt.

Ulrich Erdmannsdorffer

unread,
Sep 7, 2000, 4:06:20 AM9/7/00
to

"Andreas Pothe" <po...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:8p621h.3...@news.pothe.com...

>
> Abgesehen davon scheinst du noch nicht in Paris gewesen zu sein,
> zumindest nicht an den richtigen Stellen. Da gibt es nämlich
> "Einbahnfußgängerwege", d. h. du darfst nur in eine Richtung gehen, ein
> Umkehren ist verboten. Erlebt z. B. auf einer großen Metrostation, mir
> ist leider der Name entfallen.
>
Im Prinzip gibt es das auch bei uns in vielen Supermärkten, wo Ein- und
Ausgang verschiedene Türen haben. Da gibt es welche, da ist der Eingang
rechts und der Ausgang links, bei anderen ist es umgekehrt.

Grüße
Ulrich


Christian Gruber

unread,
Sep 8, 2000, 11:08:21 AM9/8/00
to
Joachim Schmid wrote:

> In der Schweiz hatte man schon den englischen Linksbetrieb, als das
> Problem mit dem Heizer auffiel. Flugs wechselte das Lokpersonal die
> Seiten (Lokführer rechts), mit einigen bizarren Folgen für die
> Signalaufstellung. Erst ab 1947 hatten die Loks dann wieder den
> Führersitz auf der linken Seite.

Was ja eigentlich unsinnig ist, denn auf der E-Lok ist es technisch
gesehen egal, auf welcher Seite der Lokfuehrer sitzt. Wenn links
gefahren wird, hat er jedoch von der rechten Seite aus einen etwas
besseren Blickwinkel auf die links stehenden Signale, die ja teilweise
von den Fahrleitungsmasten verdeckt werden*.

chg

* Das kenne ich auch von Railsim. Ich hielt es zunaechst fuer
unrealistisch, bis ich mal einen ehemaligen Lokfuehrer zu Besuch hatte
und ihm Railsim vorfuehrte. Den Fahrwiderstand hielt er fuer zu hoch,
das Geschwindigkeitsgefuehl realistisch, ausserdem meinte er nach
einigen Minuten Fahrt, das sei in Echt auch so, dass man auf
elektrifizierten Strecken die Signale fuer das Gegengleis besser sehen
kann als die fuer's Regelgleis.

Sven Manias

unread,
Sep 8, 2000, 12:28:02 PM9/8/00
to
Wolfgang Hauser <Wolfgan...@bland.fido.de> wrote:
> Joachim Schmid schrieb:

>> Also anlässlich des Umbaus von badischer Breit- auf Normalspur.

> Die Umspurung erfolgte bereits 1854-55, nachdem die Versuche,
> Württemberg die Breitspur aufzuzwingen, gescheitert waren. Etwa 500 km
> umfaßte zu dem Zeitpunkt das Streckennetz. Der südliche Teil der
> Rheintalstrecke Karlsruhe - Basel z.B. wurde von Anfang an
> normalspurig ausgeführt.

Jepp, aber - von Mannheim ueber Heidelberg--Karlsruhe bis irgendwo in
die Gegend von Freiburg, von mir aus auch bis kurz vor Basel, dazu noch
der Abzweig von Appenweier nach Kehl, mehr umfasste das badische
Breitspurnetz nicht - das sind aber ueber den Daumen allenfalls 250 km.
Oder war die Strecke von Anfang an zweigleisig, und es war Gleislaenge
gemeint?

Sven
--
Sven Manias * Karlsruhe * Germany
E-Mail: sven....@gmx.de * WWW: http://home.pages.de/~Sven.Manias/

Wolfram Krail

unread,
Sep 8, 2000, 9:56:19 AM9/8/00
to
Am Wed, 06 Sep 2000 09:32:00 +0200, schrieb
Wolfgan...@bland.fido.de (Wolfgang Hauser) :

>Joachim Schmid schrieb:
>
>> In Österreich herrrschte ziemliches Durcheinander beim
>> Eisenbahnbau. Jede Bahnverwaltung hat sich für eine andere Seite
>> des Fahrens entschieden.
In Österreich gab es auch noch in einigen Teilen bis zum deutschen
Einmarsch Linksverkehr auf den Straßen.
>
>

>
>Weltweit ist eigentich Rechtsverkehr die Ausnahme. England ist
>übrigens auch im Straßenverkehr entgegen weitverbreiteter Annahme
>keineswegs das einzige Land, wo man links fährt.

Wo gibt es in Deutschland noch fahrplanmäßigen Linksverkehr? Ich
kenne nur die Strecke München-Ostbahnhof - Giesing.


Grüße
Wolfram

Joachim Schmid

unread,
Sep 8, 2000, 5:01:50 PM9/8/00
to
Christian Gruber schrieb:

>
> > In der Schweiz hatte man schon den englischen Linksbetrieb, als das
> > Problem mit dem Heizer auffiel. Flugs wechselte das Lokpersonal die
> > Seiten (Lokführer rechts), mit einigen bizarren Folgen für die
> > Signalaufstellung. Erst ab 1947 hatten die Loks dann wieder den
> > Führersitz auf der linken Seite.
>
> Was ja eigentlich unsinnig ist, denn auf der E-Lok ist es technisch
> gesehen egal, auf welcher Seite der Lokfuehrer sitzt. Wenn links
> gefahren wird, hat er jedoch von der rechten Seite aus einen etwas
> besseren Blickwinkel auf die links stehenden Signale, die ja teilweise
> von den Fahrleitungsmasten verdeckt werden*.

Die BLS hat bis etwa 1975 den Führerplatz in der Tat rechts gelassen und
erst dann geändert, teilweise sogar umgebaut. Grund hierfür soll nach
Angabe von BLS-Personal eine Reihe von Kollissionen mit verrutschten
Ladungen von Gegenzügen gewesen sein, bei denen es mehrere tote und
schwerverletzte Tf gegeben hat. Kann jemand diese Story bestätigen?

Joachim

Volker Hüttenrauch

unread,
Sep 9, 2000, 3:54:30 AM9/9/00
to
Moin,

> Wo gibt es in Deutschland noch fahrplanmäßigen Linksverkehr? Ich
> kenne nur die Strecke München-Ostbahnhof - Giesing.

S-Bahn in Hamburg, zwischen Altona und Holstenstraße.

MfG Volker


Fred Sonnenrein

unread,
Sep 9, 2000, 6:29:12 AM9/9/00
to
Holger Kötting <koet...@rbg.informatik.tu-darmstadt.de> schrieb am
Wed, 06 Sep 2000 22:01:07 -0700:

>Andreas Krey wrote:
>> Ist es eigentlich richtig, dass man mit KS-Signalen mehr oder weniger
>> zwangsweise GWB einbauen muss, weil es dafuer kein Falschfahrsignal gibt?
>
>Machbar waere es aber. Man will es anscheinend nicht. Macht eigentlich
>auch nicht viel Sinn. Fuer den SFB brauchst Du eine Zughilfsstrasse
>mit allem Drum und Dran. Das einzige, was gegenueber dem GWB fehlt,
>sind bestimmte Blockbedingungen. Dann kann man auch gleich den geringen
>Mehraufwand fuer GWB betreiben...
>
>Falschfahrbetrieb mit ESTWs waere trotzdem moeglich. Zumindest ist
>der Befehl FE,<Signal> vorgesehen. Bei Altanlagen sollte es wohl
>auch Anwendungen geben.
>

SFB scheitert bei neuen ESTW vorallem an den Vorgaben, dass
1. nur noch Ks-Signale einzusetzen sind
2. bei Ks-Signalen nur noch das "neue" Zs 1 (ein weißes Blinklicht)
einzubauen ist (sofern nicht Zs 7 Vorsichtssignal eingebaut wird)
3. Das Falschfahrauftragssignal (Zs 8) die Lichtpunkte des "alten" Zs1
(drei weiße Lichter im Dreieck) benutzt

Natürlich wäre es prinzipiell möglich, neben dem "neuen" Zs1 die
Lichtpunkte des Zs8 in einen Ks-Signalschirm einzubauen, die DB hat
sich jedoch grundsätzlich dagegen entschieden.

--
Fred Sonnenrein
Braunschweig

Sven Manias

unread,
Sep 9, 2000, 10:04:47 AM9/9/00
to
Sven Manias <ua...@rz.uni-karlsruhe.de> wrote:

> Jepp, aber - von Mannheim ueber Heidelberg--Karlsruhe bis irgendwo in
> die Gegend von Freiburg, von mir aus auch bis kurz vor Basel, dazu noch
> der Abzweig von Appenweier nach Kehl, mehr umfasste das badische
> Breitspurnetz nicht - das sind aber ueber den Daumen allenfalls 250 km.

Inzwischen habe ich mich schlauer gemacht. Das badische Breitspurnetz
umfasste bei seiner groessten Ausdehnung 1854 die Strecken Mannheim--
Haltingen (ok, tatsaechlich kurz vor Basel) sowie die Zweigstrecken
Oos--Baden-Baden und Appenweier--Kehl, mit einer Gesamtlaenge von
282 km. Gleichzeitig gab es auf badischem Staatsgebiet seit 1853 die
Normalspurstrecke (Bietigheim--)Landesgrenze bei Ruit--Bruchsal der
wuerttembergischen Staatsbahn.

Den letzten Anlass zur Umspurung lieferte nicht die anhaltende
Ablehnung der Wuerttemberger, ihre Strecken auf Breitspur umzuruesten,
sondern der Schweizer Entscheid, die Bahnlinie Basel--Liestal in
Normalspur auszufuehren, womit die Isolation der badischen Breitspur
endgueltig besiegelt war. Ironischerweise sollte es aber noch lange
dauern, bis eben jene Strecke direkt an das badische Netz angeschlossen
wurde, die erste Verbindung zwischen dem badischen und dem
schweizerischen Eisenbahnnetz war ja dann die Strecke Waldshut--Koblenz.

Quellen:
EJ-Sonderausgabe I/95, Eisenbahn im suedlichen Schwarzwald
Historischer Atlas von Baden-Wuerttemberg, Karte: Entwicklung des
Eisenbahnnetzes

Matthias Doerfler

unread,
Sep 9, 2000, 3:45:45 PM9/9/00
to
Am 9 Sep 2000 14:04:47 GMT schrieb Sven Manias:

> umfasste bei seiner groessten Ausdehnung 1854 die Strecken Mannheim--
> Haltingen (ok, tatsaechlich kurz vor Basel) sowie die Zweigstrecken
> Oos--Baden-Baden und Appenweier--Kehl, mit einer Gesamtlaenge von
> 282 km.

Davon laut Kuntzemüller 79 km ein- und 203 km zweigleisig.

> Gleichzeitig gab es auf badischem Staatsgebiet seit 1853 die
> Normalspurstrecke (Bietigheim--)Landesgrenze bei Ruit--Bruchsal der
> wuerttembergischen Staatsbahn.

Hier fehlt das Kondominium der Main-Neckar-Bahn; eröffnet 1.8.1846.
Das Breitspurgleis Mannheim - Heidelberg lag südlich; das
Normalspurgleis Friedrichsfeld - Heidelberg bzw. Mannheim nördlich.

mfg Matthias Dörfler

Martin Schmidt

unread,
Sep 9, 2000, 2:06:59 PM9/9/00
to

"Sven Manias" schrieb im Newsbeitrag

Das finde ich interessant, da ich vorher nicht wusste das es in Deutschland
mal Bahnen mit anderer als Normalspur gab. (Von Schmalspurbahnen abgesehen.)
Mich würde jetzt nur interessieren, wie breit war denn eigentlich diese
Badische Breitspur? Nach Überresten denke ich, brauche ich nicht zu fragen,
dass ist doch bestimmt eh alles schon weg.

Martin.

_____
I H I
_H___I H I
O_________I
o-o-o-o
--------------------------------------------------------------------------
Losung für 09.09.2000:

Noah tat alles,
was ihm Gott gebot.
1. Mose 6,22

Stellt euch nicht dieser Welt gleich,
sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes,
damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist.
Römer 12,2

Matthias Doerfler

unread,
Sep 10, 2000, 1:02:08 PM9/10/00
to
Am Sat, 9 Sep 2000 20:06:59 +0200 schrieb Martin Schmidt:

> Mich würde jetzt nur interessieren, wie breit war denn eigentlich diese
> Badische Breitspur?

5 1/3 badische Fuß oder 5 Fuß 2,9993 Zoll englisch oder auch 1,6
Mètres; so schrieben es die Vorväter in die "Geschäfts-Nachweisung der
gr badischen Verwaltung des Eisenbahnbaues"

> Nach Überresten denke ich, brauche ich nicht zu fragen,
> dass ist doch bestimmt eh alles schon weg.

Tja, mit dem Denkmalschutz war da noch nichts.

Eine Bitte noch: zitiere aus dem vorausgegangen Posting etwas
sparsamer; also nur das, was zum Verständnis nötig ist.

mfg Matthias Dörfler

Wolfgang Hauser

unread,
Sep 10, 2000, 1:45:00 PM9/10/00
to
Martin Schmidt schrieb:

> Mich würde jetzt nur interessieren,
> wie breit war denn eigentlich diese Badische Breitspur?

1600 mm.

> Nach
> Überresten denke ich, brauche ich nicht zu fragen, dass ist doch
> bestimmt eh alles schon weg.

Beim Rollmaterial wurde offenbar ein Teil umgespurt, der Rest
verschrottet.

Meine Quelle (Scharf, Die Eisenbahn am Hochrhein. Band 1) erwähnt noch

einen Staatsvertrag mit Hessen, wonach beide Länder dieselbe Spurweite

verwenden sollten, und entsprechende Anfragen aus Karlsruhe in
Darmstadt und Frankfurt bzgl. der Breitspur.
Weiß evtl. jemand, was dort daraus wurde?


BTW: Dein Quotestil und Deine Signatur sind schwer
verbesserungsbedürftig.

Michael Kauffmann

unread,
Sep 11, 2000, 5:29:03 AM9/11/00
to
Wolfram Krail wrote:

> Wo gibt es in Deutschland noch fahrplanmäßigen Linksverkehr? Ich
> kenne nur die Strecke München-Ostbahnhof - Giesing.

Die Stecke von Treuchtlingen überwirfst sich irgendwo vorher und mündet als
Linksverkehrsstrecke in Nürnberg ein.

Michael Kauffmann

Matthias Doerfler

unread,
Sep 11, 2000, 12:42:28 PM9/11/00
to
Am Sun, 10 Sep 2000 19:45:00 +0200 schrieb Wolfgang Hauser:

> einen Staatsvertrag mit Hessen, wonach beide Länder dieselbe Spurweite
> verwenden sollten, und entsprechende Anfragen aus Karlsruhe in
> Darmstadt und Frankfurt bzgl. der Breitspur.

Das müsste der (auch noch mit der freien Stadt Frankfurt/Main als
dritter Partei geschlossene) Ursprungsvertrag vom 10.01.1838 bezüglich
der Main-Neckar-Bahn gewesen sein, den Kuntzemüller nur ganz knapp
dahingehend abhandelt, dass er bereits durch den vom 25.02.1843
abgelöst wurde. Danach erhielt diese Bahn dann Regelspur.

mfg Matthias Dörfler

Sven Herzfeld

unread,
Sep 11, 2000, 4:20:49 PM9/11/00
to
Joachim Schmid <sch...@fh-duesseldorf.de> schrieb:

> Sven Herzfeld schrieb:
>>
>> Der Talfahrer hat zwar "Vorfahrt", weil er schlechter manövrierfähig
>> ist, die Entscheidung über die Seite zum Ausweichen trifft aber der
>> Bergfahrer.

> Warum sollte er?

Frag mich nicht ...

> Sorry, aber auf der Donau (zumindest ab Passau abwärts, hätte ich
> villeicht dazu sagen sollen, aber für mich ist die Schiffahrt auf dem
> deutschen Teil der Donau nach wie vor eine Alibiveranstaltung) gibt es
> nur _gelbe_ Blinklichter, weder Tafeln noch Flaggen.

Ich bilde mir ein, auch da die normale Signalisierung gesehen zu
haben, aber das war auch schon 1989. Im Bilderarchiv kann ich
kein Großfahrzeug von Steuerbord finden.

Sven

Martin Schmidt

unread,
Sep 11, 2000, 11:32:34 AM9/11/00
to

"Wolfgang Hauser" schrieb im Newsbeitrag

> > Mich würde jetzt nur interessieren,
> > wie breit war denn eigentlich diese Badische Breitspur?
>
> 1600 mm.

Danke. Doch schon etwas breiter als die Normalspur.

> BTW: Dein Quotestil und Deine Signatur sind schwer
> verbesserungsbedürftig.

Ich arbeite noch an einem angemessenen Stil.

Martin.


___
I H I
_H___I H I
O_________I
o-o-o-o
--------------------------------------------------------------------------

Für alle die keine langen Signaturen wünschen.


Martin Schmidt

unread,
Sep 11, 2000, 11:30:17 AM9/11/00
to

"Matthias Doerfler" schrieb im Newsbeitrag

> > Mich würde jetzt nur interessieren, wie breit war denn eigentlich diese
> > Badische Breitspur?
>
> 5 1/3 badische Fuß oder 5 Fuß 2,9993 Zoll englisch oder auch 1,6
> Mètres; so schrieben es die Vorväter in die "Geschäfts-Nachweisung der
> gr badischen Verwaltung des Eisenbahnbaues"

Danke.

Bleibt mir nur noch die Frage, ob es noch andere Bahnen in Deutschland gab,
deren Spurweite größer 1435 mm war?

Martin.

___
I H I
_H___I H I
O_________I
o-o-o-o
--------------------------------------------------------------------------

Will Berghoff

unread,
Sep 12, 2000, 4:57:07 PM9/12/00
to
"Martin Schmidt" <MSch_Va...@addcom.de> schrieb im Newsbeitrag
news:8plf8u$ath$1...@riker.addcom.de...
...

> Bleibt mir nur noch die Frage, ob es noch andere Bahnen in
Deutschland gab,
> deren Spurweite größer 1435 mm war?

Straßenbahn in Leipzig ? (Na gut, keine Eisenbahn und auch nur minimal
breiter, eben sächsisch breit...)

Gruß
Will

Ulf Kutzner

unread,
Sep 13, 2000, 3:00:00 AM9/13/00
to
Martin Schmidt wrote:

> Bleibt mir nur noch die Frage, ob es noch andere Bahnen in Deutschland gab,
> deren Spurweite größer 1435 mm war?

Die DB betreibt nach meiner Kenntnis immerhin Breitspurloks.

Gruß, ULF

--
________________________________________________________________________
Ulf Kutzner Backhaushohl 46 D-55128 Mainz
________________________________________________________________________

Philipp Stein

unread,
Sep 13, 2000, 3:00:00 AM9/13/00
to

"Ulf Kutzner" <kutz...@mail.uni-mainz.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39BFC9...@mail.uni-mainz.de...

> Martin Schmidt wrote:
>
> > Bleibt mir nur noch die Frage, ob es noch andere Bahnen in Deutschland
gab,
> > deren Spurweite größer 1435 mm war?
>
> Die DB betreibt nach meiner Kenntnis immerhin Breitspurloks.

Der Fährhafen Mukran ist ja auch mit russischer Spurweite ausgerüstet.

Philipp

Reinhard Greulich

unread,
Sep 13, 2000, 3:00:00 AM9/13/00
to
On 11 Sep 2000 20:20:49 -0000, Sven Herzfeld
<herz...@maschsee.han.de> wrote:

>Ich bilde mir ein, auch da die normale Signalisierung gesehen zu
>haben, aber das war auch schon 1989. Im Bilderarchiv kann ich
>kein Großfahrzeug von Steuerbord finden.

Da fahren ja wohl kaum Schiffe, deren Verkehrsgebiet auf die Donau
beschränkt ist. Von daher wird sich die Signalisierung auch nicht
unterscheiden und ich kann mir auch nicht vorstellen, daß die
unterwegs ihr weißes Blinklicht auf "gelb" umbauen.

Ansonsten kommen gelbe Lichter auf Binnenschiffen eigentlich kaum vor.
Nur in exotischen Fällen (habe nachgesehen), z.B. führt ein
Schubverband, der geschleppt wird, nachts drei gelbe Hecklichter.

Es gibt allerdings offenbar, um wieder zum Topic zurückzukommen, auf
der Donau Strecken mit regulärem Linksverkehr. Ist mir in Wien
aufgefallen. Das läßt sich in der Binnenschiffahrt ja einfach per
Verordnung regeln; dies wird in Österreich kaum anders sein.

Gruß - Reinhard.
--
052°22,79'N
009°48,81'E

Christian Gruber

unread,
Sep 14, 2000, 3:00:00 AM9/14/00
to
Sven Herzfeld wrote:

> In welchem Land stehen bei Rechtsverkehr die Signale links?

(Das bezog sich jetzt nicht mehr auf die Binnenschiffahrt?)

Mir faellt nur ein Land ein, wo sie bei Linksverkehr rechts stehen:
Oesterreich (zumindest in den Bahnhoefen, auf der Strecke stehen sie
dann links, oder irre ich mich?).

Bei der Berliner U-Bahn stehen die Signale im Tunnel i.d.R. links, weil
zwischen den Gleisen eine Luecke ist, in die ein Signal reinpasst, neben
den Gleisen dagegen nicht.

In Schweden (Linksverkehr) fiel mir auf eingleisigen Strecken auf, dass
die Signale irgendwie zufaellig mal links, mal rechts standen, einen
Sinn konnte ich darin nicht entdecken. Das einzige Foto von einem
schwedischen Signal, das ich habe, zeigt ein Signal, das rechts vom
Gleis steht, allerdings im Bahnhofsbereich.

chg

h.-j. schulz

unread,
Sep 14, 2000, 3:00:00 AM9/14/00
to

Robert Weemeyer schrieb:
>
> H[ans]-J[uergen] Schulz schrieb:
>
> Was Joachim über den Heizer schrieb, klingt mir aber ganz vernünftig.
> Denn die meisten Heizer sind sicherlich Rechtshänder. Wenn der Heizer
> links vom Feuerloch steht, kann er mit der rechten Hand oben und mit
> der linken unten die Kohlenschaufel halten.
>
> Achte mal drauf, wenn du den Garten umgräbst. Deine "starke" Hand wird
> oben sein.

hihi, ich bin linkshänder...;-)

wie war das denn dann in den ländern mit linksbetrieb zu dampflokzeiten?


hjs

Hans Pesserl

unread,
Sep 14, 2000, 3:00:00 AM9/14/00
to
Hallo,

"h.-j. schulz" schrieb:

> wie war das denn dann in den ländern mit linksbetrieb zu dampflokzeiten?

In Oesterreich ist genauso die heizerseite links und die fuehrerseite
rechts. Die umsteuerung ist auch rechts, eh klar. Wie ich schon mal
geschrieben habe, ein heizer macht mehr als kohlenschaufeln, wozu ist sonst
einer bei oelgefeuerten drauf? Mindestens kesselwaerter ist er mal, und die
signalbeobachtung ist genauso sein job.

Liebe gruesse

Hans

Michael Suda

unread,
Sep 14, 2000, 3:00:00 AM9/14/00
to

Christian Gruber <chg0...@linux.zrz.TU-Berlin.DE> schrieb in im
Newsbeitrag: 39C0F8AA...@linux.zrz.TU-Berlin.DE...

> (Das bezog sich jetzt nicht mehr auf die Binnenschiffahrt?)
>
> Mir faellt nur ein Land ein, wo sie bei Linksverkehr rechts stehen:
> Oesterreich (zumindest in den Bahnhoefen, auf der Strecke stehen sie
> dann links, oder irre ich mich?).

[Rest gekürzt]

Du irrst Dich für heutige Verhältnisse wohl nicht.

Ansonsten darf ich an das von mir vor einigen Tagen gebrachte Beispiel
der Blockstelle Rekawinkel 1 "Sonnleithen" verweisen .......
--
Michael Suda
A-1150 Wien, Oesterreich/Austria/Autriche
michae...@blackbox.net


Philipp Stein

unread,
Sep 15, 2000, 3:00:00 AM9/15/00
to

"Hans Pesserl" <hans.p...@chello.at> schrieb im Newsbeitrag
news:39C13F4D...@chello.at...

Die Englische Transportgewerkschaft hat ja sogar durchgesetzt (gehabt), dass
auch auf Dieselloks Heizer mitfuhren, und die bedienten nicht die
Kraftstoffpumpe sondern waren nur für die Streckenbeobachtung da.

Philipp

Michael Kauffmann

unread,
Sep 15, 2000, 3:00:00 AM9/15/00
to
Philipp Stein wrote:

> Die Englische Transportgewerkschaft hat ja sogar durchgesetzt (gehabt), dass
> auch auf Dieselloks Heizer mitfuhren, und die bedienten nicht die
> Kraftstoffpumpe sondern waren nur für die Streckenbeobachtung da.

Gab es anderswo auch und wurde Beimann genannt.
Manche Lokomotiven brauchten auch ständige Betreuung während der Fahrt.
Auch bei Mehrfachtraktion oder Wendezug mußte dann ein Maschinist in den
ferngesteuerten Loks mitfahren.
Z.B. mußte die Taigatrommel erst mit zurätzlichen Überwachungseinrichtungen
versehen werden, um einmännig besetzt werden zu können.

Michael Kauffmann

Ulf Kutzner

unread,
Sep 15, 2000, 3:00:00 AM9/15/00
to
Michael Kauffmann wrote:

> > Die Englische Transportgewerkschaft hat ja sogar durchgesetzt (gehabt), dass
> > auch auf Dieselloks Heizer mitfuhren, und die bedienten nicht die
> > Kraftstoffpumpe sondern waren nur für die Streckenbeobachtung da.
>
> Gab es anderswo auch und wurde Beimann genannt.

Ehedem auf allen DB-Tfz für tatsächlich zu fahrende 160 km/h
(H/V-geführt).

Philipp Stein

unread,
Sep 15, 2000, 3:00:00 AM9/15/00
to

"Ulf Kutzner" <kutz...@mail.uni-mainz.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39C23D...@mail.uni-mainz.de...

> Michael Kauffmann wrote:
>
> > > Die Englische Transportgewerkschaft hat ja sogar durchgesetzt
(gehabt), dass
> > > auch auf Dieselloks Heizer mitfuhren, und die bedienten nicht die
> > > Kraftstoffpumpe sondern waren nur für die Streckenbeobachtung da.
> >
> > Gab es anderswo auch und wurde Beimann genannt.
>
> Ehedem auf allen DB-Tfz für tatsächlich zu fahrende 160 km/h
> (H/V-geführt).

Ja, bis zur einführung der LZB80 wurde ja auch trotz LZB zu zweit über 160
gefahren. Aber das waren ja dann zwei Lokführer. Und nicht ein Lokführer und
ein Heizer wie bei den Briten auf den Dieselloks.
Philipp

Ulf Kutzner

unread,
Sep 15, 2000, 3:00:00 AM9/15/00
to
Philipp Stein wrote:

> Ja, bis zur einführung der LZB80 wurde ja auch trotz LZB zu zweit über 160
> gefahren. Aber das waren ja dann zwei Lokführer. Und nicht ein Lokführer und
> ein Heizer wie bei den Briten auf den Dieselloks.

Der Beinmann mußte komplette Lokführerausbildung haben?

Holger Metschulat

unread,
Sep 15, 2000, 3:00:00 AM9/15/00
to
Volker Blees <bl...@verkehr.tu-darmstadt.de> schrieb:
> [sehr schöne Erklärung der historischen Entwicklung gelöscht]
> Ist das nicht ein Fall für Holger Metschulats FAQ?

Nein, weil man sich hier noch nicht einigen konnte, woher die Fahrseite
kommt/kam. Das mit dem Heizer ist eine mögliche Erklärung, aber ist es auch
die einzige/richtige?

--
Gruss * Holger Metschulat
Holger * e-mail: ho...@stellwerke.de
* http://www.sgs.wh.tu-darmstadt.de/homer
** "Verstaerker schwingen immer, Oszillatoren nie!" (Murphy) **

Holger Metschulat

unread,
Sep 15, 2000, 3:00:00 AM9/15/00
to
Joachim Schmid <sch...@fh-duesseldorf.de> schrieb:

>> Der Talfahrer hat zwar "Vorfahrt", weil er schlechter manövrierfähig
>> ist, die Entscheidung über die Seite zum Ausweichen trifft aber der
>> Bergfahrer.

> Warum sollte er?

Weil er gegen die Strömung fährt und sich dabei die Seite aussuchen kann,
bei der am wenigsten Gegenströmung herrscht (besonders in Biegungen).

Philipp Stein

unread,
Sep 16, 2000, 3:00:00 AM9/16/00
to

"Ulf Kutzner" <kutz...@mail.uni-mainz.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39C253...@mail.uni-mainz.de...

> Philipp Stein wrote:
>
> > Ja, bis zur einführung der LZB80 wurde ja auch trotz LZB zu zweit über
160
> > gefahren. Aber das waren ja dann zwei Lokführer. Und nicht ein Lokführer
und
> > ein Heizer wie bei den Briten auf den Dieselloks.
>
> Der Beinmann mußte komplette Lokführerausbildung haben?

STOPP! Da hat man mich mal wieder beim soliden Halbwissen ertappt. Ich
dachte bisher einfach immer dass das so gewesen ist, (ich war damals noch
sehr klein) aber jetzt hast du mich wieder in eine wissenskrise gestürzt.
Jedenfalls war es kein Heizer :-)))

Philipp

Karl Rannenberg

unread,
Sep 16, 2000, 3:00:00 AM9/16/00
to

> > Der Beinmann mußte komplette Lokführerausbildung haben?

> STOPP! Da hat man mich mal wieder beim soliden Halbwissen ertappt. Ich
> dachte bisher einfach immer dass das so gewesen ist, (ich war damals noch
> sehr klein) aber jetzt hast du mich wieder in eine wissenskrise gestürzt.
> Jedenfalls war es kein Heizer :-)))

> Philipp

Der Beimann mußte nur wissen, wie man im Notfall den Zug zum halten bringt
und wie man telefoniert.
Daher auch die scherzhafte bezeichnung "Sandsack" für den Beimann.
Zweckmäßigerweise wurden dafür Fahrdienstuntauglich gewordene Lokführer
eingestzt.Auch Lokführer die planmäßig Fahrgastfahrten hätten, wurden als
Beimann eingesetzt.
Grüße Kalli


Ulf Kutzner

unread,
Sep 16, 2000, 3:00:00 AM9/16/00
to
Andrew Price wrote:

> >5 1/3 badische Fuß oder 5 Fuß 2,9993 Zoll englisch oder auch 1,6
> >Mètres; so schrieben es die Vorväter in die "Geschäfts-Nachweisung der
> >gr badischen Verwaltung des Eisenbahnbaues"
>

> Also, wie in Irland und Australien.

Und, wie ich einer allerdings sehr zweifelhaften Liste aus einer
französischen Zeitschrift entnehme, Brasilien.

Möchte es sein, daß jedenfalls für Irland die 5 Fuß 3 Zoll nicht
abgerundet wurden?

Wolfgang Hauser

unread,
Sep 16, 2000, 3:00:00 AM9/16/00
to
Karl Rannenberg schrieb:

> Daher auch die scherzhafte bezeichnung "Sandsack" für den Beimann.
> Zweckmäßigerweise wurden dafür Fahrdienstuntauglich gewordene
> Lokführer eingestzt.

Kannst Du mal näher erläutern, wann man schon untauglich zum
Lokführer, aber noch tauglich zum Beimann ist?


Torsten Schneider

unread,
Sep 16, 2000, 3:00:00 AM9/16/00
to
Ulf Kutzner <kutz...@mail.uni-mainz.de> wrote:

[2. Lokführer auf der Lok]

> Ehedem auf allen DB-Tfz für tatsächlich zu fahrende 160 km/h
> (H/V-geführt).

Bei welcher Geschwindigkeit lag denn die "Schallmauer", die dies
ewrforderte? Kann mich noch dunkel an den "Lokführer Hentschel"
erinnern, irgendwo über 100, oder?


Ulf Kutzner

unread,
Sep 16, 2000, 3:00:00 AM9/16/00
to

Ich kannte es mit 140.

Horst Ebert

unread,
Sep 17, 2000, 3:00:00 AM9/17/00
to
>> > wie war das denn dann in den ländern mit linksbetrieb zu dampflokzeiten?

In Schweden Lokführer links, Heizer rechts. Die Gebraucht-Pazifiks der
Reihe F wurden beim Export nach Dänemark (dort E) auf Rechtssteuerung
usw. umgebaut.
--
Horst Ebert
D-Hamburg

KretzschmarR

unread,
Sep 17, 2000, 3:00:00 AM9/17/00
to

Vermutlich wenn man noch nicht so blind ist, daß man bemerken kann, wenn der
Lokführer tot umgefallen ist ;-)

MfG Ronald Kretzschmar

http://members.aol.com/KretzschmarR/dr1990.html


Matthias Doerfler

unread,
Sep 17, 2000, 3:00:00 AM9/17/00
to
Am Fri, 15 Sep 2000 18:50:19 +0200 schrieb Ulf Kutzner:
> Philipp Stein wrote:
>
> > Ja, bis zur einführung der LZB80 wurde ja auch trotz LZB zu zweit über 160
> > gefahren.

Das ist theoretisch nach wie vor nicht um ein Deut anders.

> > Aber das waren ja dann zwei Lokführer.
> > Und nicht ein Lokführer und
> > ein Heizer wie bei den Briten auf den Dieselloks.
>

> Der Beinmann mußte komplette Lokführerausbildung haben?

Nein; im Gegenteil dürften einige Obertriebwagenführer der Fach-
richtung Heizerdienst ihre Karriere als Beimann beendet haben.
Die Tätigkeit des Tfz-Begleiters erfordert nicht einmal die Quali-
fikation des Heizers; sie kann auch von nicht-technisch/-fachlich
ausgebildeten Mitarbeitern ausgeübt werden.
Die frühere EBO-Vorschrift, nach der ausdrücklich der Dienst des
Beimanns von einem Mitarbeiter des Zub ausgeübt werden konnte, bei v >
140 km/h jedoch nur nach besonderer Ausbildung, ist mit der Novelle
1991 als überflüssig abgeschafft und die Bezeichnung "Beimann" in
"Triebfahrzeugbegleiter" geändert worden.

mfg Matthias Dörfler

Sven Herzfeld

unread,
Sep 17, 2000, 3:00:00 AM9/17/00
to
Christian Gruber <chg0...@linux.zrz.tu-berlin.de> schrieb:

> Sven Herzfeld wrote:

>> In welchem Land stehen bei Rechtsverkehr die Signale links?

> (Das bezog sich jetzt nicht mehr auf die Binnenschiffahrt?)

Nein ;-)

Die Antwort ist: China. Obwohl die da nicht selbst nicht so
recht wissen, ob sie rechts oder links fahren, habe ich manchmal
das Gefühl.

> Bei der Berliner U-Bahn stehen die Signale im Tunnel i.d.R. links, weil
> zwischen den Gleisen eine Luecke ist, in die ein Signal reinpasst, neben
> den Gleisen dagegen nicht.

Bei der üstra hängen sie meistens rechts, links eigentlich nur
in Abstellanlagen am linken Gleis.

Sven

Sven Herzfeld

unread,
Sep 17, 2000, 3:00:00 AM9/17/00
to
Reinhard Greulich <reinhard...@gmx.de> schrieb:

> Es gibt allerdings offenbar, um wieder zum Topic zurückzukommen, auf
> der Donau Strecken mit regulärem Linksverkehr. Ist mir in Wien
> aufgefallen. Das läßt sich in der Binnenschiffahrt ja einfach per
> Verordnung regeln; dies wird in Österreich kaum anders sein.

Verordnung? Einfach Schilder aufstellen. Im Gegensatz zur Bahn
muss man da nicht mal so viele Signale umstellen. Gibt es auch
auf anderen Flüssen.

Da fällt mir ganz was anderes ein: wie machen das die Schweizer
eigentlich mit den Integra-Magneten bei Fahrten in Gegenrichtung,
werden die dann abgeschaltet oder werden die nur am Zielsignal
geschärft?

Sven

Oliver Wileczelek

unread,
Sep 17, 2000, 3:00:00 AM9/17/00
to
Hallo,

Sven Herzfeld a *crit :


>
> Da fällt mir ganz was anderes ein: wie machen das die Schweizer
> eigentlich mit den Integra-Magneten bei Fahrten in Gegenrichtung,
> werden die dann abgeschaltet oder werden die nur am Zielsignal
> geschärft?

- die Magnete gelten nur für eine Fahrtrichtung (sie sind nicht
symmetrisch in der Gleisachse
eingebaut)
- bei signalmässigen Einspurbetrieb (fahrt auf dem rechten Gleis mit
Beobachtung der Signale vom
linken Gleis) sind beide Gleise mit Magneten ausgerüstet.

Cordialement

Oliver
____________________________________________________________
Arielle, Coline & Oliver Wileczelek
mailto:du...@freesurf.ch

Notre page perso : http://www.citeweb.net/dudul/
____________________________________________________________

Michael Kauffmann

unread,
Sep 18, 2000, 3:00:00 AM9/18/00
to
Philipp Stein wrote:
> "Ulf Kutzner" <kutz...@mail.uni-mainz.de> schrieb im Newsbeitrag
> > Philipp Stein wrote:
> >
> > > Aber das waren ja dann zwei Lokführer. Und nicht ein Lokführer
> > > und ein Heizer wie bei den Briten auf den Dieselloks.
> >
> > Der Beinmann mußte komplette Lokführerausbildung haben?
>
> Jedenfalls war es kein Heizer :-)))

Einwurf: Viele Heizer hatten noch die Lokführerausbildung gemacht, kamen
aber nicht mehr auf Dampfloks zum Einsatz. Es könnten auch solche
dabeigewesen sein.

Michael Kauffmann

Ulf Kutzner

unread,
Sep 18, 2000, 3:00:00 AM9/18/00
to
Michael Kauffmann wrote:

> > > Der Beinmann mußte komplette Lokführerausbildung haben?
> >
> > Jedenfalls war es kein Heizer :-)))
>
> Einwurf: Viele Heizer hatten noch die Lokführerausbildung gemacht, kamen
> aber nicht mehr auf Dampfloks zum Einsatz. Es könnten auch solche
> dabeigewesen sein.

Und gab es denn Heizer, die nicht zum Lokführer befördert wurden und
doch als Beimann fuhren?

Ulf Kutzner

unread,
Sep 18, 2000, 3:00:00 AM9/18/00
to
Sven Herzfeld wrote:

> > Es gibt allerdings offenbar, um wieder zum Topic zurückzukommen, auf
> > der Donau Strecken mit regulärem Linksverkehr. Ist mir in Wien
> > aufgefallen. Das läßt sich in der Binnenschiffahrt ja einfach per
> > Verordnung regeln; dies wird in Österreich kaum anders sein.
>
> Verordnung? Einfach Schilder aufstellen. Im Gegensatz zur Bahn
> muss man da nicht mal so viele Signale umstellen. Gibt es auch
> auf anderen Flüssen.

An der Loreley findest Du Lichtsignale ;-)

Hans Pesserl

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
Hallo,

Philipp Stein schrieb:

> Die Englische Transportgewerkschaft hat ja sogar durchgesetzt (gehabt), dass
> auch auf Dieselloks Heizer mitfuhren, und die bedienten nicht die
> Kraftstoffpumpe sondern waren nur für die Streckenbeobachtung da.

Bevor die SIFA bei den E-loks eingebaut wurde, war immer ein 2. mann auf der
maschine. Sollte eine SIFA untauglich sein muesste heute genauso jemand rauf,
gar keine frage. Also wurde der "heizer" durch die SIFA ersetzt. Hm
"SIFA-beimann" kenn ich zwar jetzt als ausdruck, aber wie man den beimann vor
SIFA-zeiten nannte, frag ich mich jetzt auch.

Falls ein Tfzf. keine streckenkenntnis hat, muesste ein "lotse" mitfahren. Vor
einigen jahren war es jedenfalls so. Ich denke nicht, dass die
sicherheitsvorschriften schon derart aufgeweicht sind, dass solche bestimmungen
nicht mehr gelten. Umgekehrt muss natuerlich jeder eine eigene pruefung fuer
jede einzelne loktype ablegen.

Liebe gruesse

Hans


Hans Pesserl

unread,
Sep 19, 2000, 3:00:00 AM9/19/00
to
hallo,

Philipp Stein schrieb:

> Ja, bis zur einführung der LZB80 wurde ja auch trotz LZB zu zweit über 160

> gefahren. Aber das waren ja dann zwei Lokführer. Und nicht ein Lokführer und


> ein Heizer wie bei den Briten auf den Dieselloks.

Und die muessen beide alle pruefungen fuer die entsprechende lok haben? Gilt
einer nicht als beimann? Sonst wuerden die ja streiten, wer welchen hebel
betaetigt...

Liebe gruesse

Hans

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