Stefan Ranguelov <rang...@gmx.net> tortured the keyboard
on Sat, 14 Aug 1999 13:42:14 +0200 with:
>Meine Name ist Dietmar Wischmeyer und dies ist das Logbuch
>einer Reise durch das Land der Bekloppten und Bescheuerten.
>Hier ist mein Bericht:
>
>Langsam, unpünktlich, häßlich! Na, wer fällt einem da ein?
>Richtig! Die Bahn. Wer nicht gerade im ICE auf einer
>Neubaustrecke unterwegs ist, zuckelt wie weiland der Kaiser
>durch's Reich. Von der mitteleuropäischen Zeitmessung hat
>man sich auch weitgehend emanzipiert. Bester Witz: Bis zu
>fünf Minuten Verspätung gelten bahnbetrieblich noch als
>pünktlich. Nun überlegt man, an allen Bahnhofsuhren die
>großen Zeiger abzuschaffen, um den Kunden nicht weiter zu
>irritieren. Statt sich um die eigentliche Aufgabe zu sorgen
>- nämlich Menschen zuverlässig von A nach B zu verfrachten -,
>widmet sich der kranke Mann auf dem Gleisbett lieber der
>ästhetischen Irritation seiner Kundschaft. Unvergessen sind
>die dünnschiß-farbenen Polstergruppen in der ersten Intercity-
>Generation. Geradezu ein Klassiker widerwärtiger
>Inneneinrichtung wurde das Bistro im Interregio. Stilsicher
>ist die Kontaktzone einer thailändischen Striptease-Bar
>nachgebildet. Niemanden würde es wundern, träte die
>Zugbegleiterin im Stringtanga ins Coupé und schubberte ihren
>Venushügel an einer der vielen Messing-stangen im Raum.
>Weitere Kennzeichen dieser zeitlosen Ästhetik des gewollt
>Modischen sind die witzigen Tischlein überall, an denen man
>sich je nach Montagehöhe die Rippen oder das Gemächte stauchen
>kann. Das gesamte polygone Mobiliar inklusive goldbedampfter
>Spiegelscherben ist so zusammengeschraubt, daß es einem
>Höchstmaß an Vibrationen ausgesetzt ist. Das Bistro-Design der
>Bahn AG wurde oft kopiert - jedes zweite Hotelzimmer im Lande
>sieht mittlerweile so aus -, echt ist es aber nur, wenn alles
>vor sich hinrappelt. Auch nicht von schlechten Eltern ist die
>Außenhaut des rollen-den Materials. Zwei Prinzipien scheinen
>den Colorgestalter der Züge zu regieren. Erstens: Jede Farbe
>muß in sich schon richtig scheiße aussehen: Schlüpferblau,
>Lungendurchschußrot oder Schimmelgrün sind da die Favoriten.
>Und zweitens: Das Farbkonzept muß so oft geändert werden,
>daß kein Wagen zum andern paßt geschweige denn zur knallroten
>Spielzeuglok. Endziel ist der komplette Zug als unaufgeräumter
>Tuschkasten. Das ist fast erreicht, also kann man sich dem
>Bahnsteig zuwen-den. Wo früher der Fahrplan in der schlichten
>Glasvitrine seine knallharten Infos rüberbrachte, steht nun
>ein überlebens-großer Alleinerziehender aus Eisen mit Zettel
>im Bauch. Hahaha, ist ja auch viel lustiger, hat sozusagen mehr
>Fun. Warum da nicht gleich einen Plastiksaurier auf den Perron
>gestellt. Und wenn man wissen will, wann der Zug fährt, glotzt
>man dem Iguanodon ins Arschloch rein. Das ist doch noch lustiger
>und eventmäßiger, oder nicht, liebe Bahn AG? Als Krönung der
>ganzen Retusche werden schlußendlich die Bahnhöfe selbst ins
>Ballaballa-Design überführt. Aus den Kathedralen der Technik
>sollen Zug um Zug so eine Art Pennymärkte mit Gleisanschluß
>werden. Ist das erst erreicht, kommt die Bahn noch
>unpünktlicher, um die Verweildauer im Shoppingcenter zu
>erhöhen. Und irgendwann fährt gar kein Zug mehr ab vom Bahnhof
>und niemandem fällt es auf.
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Gordon
--
=== Gordon Shumway === gshu...@gmx.net ===
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> Langsam, unpünktlich, häßlich! Na, wer fällt einem da ein?
> Richtig! Die Bahn.
Drastische Worte, starker Tobak. Aber im Grunde gibt der Text, den Du da
zitierst, vieles wieder, was man im Bahnalltag ständig erlebt.
Bei solchen Postings wünsche ich mir immer wieder, dass hier auch ein paar
DB-Verantwortliche mitlesen. Wäre eine gute "Marktforschung" für die...
Gruß
Frank
Wo ist er denn hingefahren? Nach Wakaluba etwa?
Dietmar Wischmeyer aka Kurt und Oliver Kalkofe aka Guergen:
K: Lass, aehwuerg, lass uns naaaach, nach Wakaluba fahn!
Zack, eben noch aufrappeln und wech, saaa ich!
G: Wo liegt den Wakaluba?
K: Mieeer doch egal, Ferkelgeschwuer!
Da gehn' wir einfach zu der Bundesbahnkrampe hin und sagen:
"Hey, Eisenarsch, zweimal einfach Wakaluba!"
G: Und Du bist Dir sicher, dass es Wakaluba im Streckennetz
der Deutschen Bundesbahn gibt?
K: Was meinste'n, wozu wir die ganzen, ganzen neuen
Bundeslaender 'zugepachtet haben, wenn da nich ma
Wakaluba bei iss? Leeeeeeipzig, den Gammel, unn unn
Petersburg, den Scheisshaufen!"
G: Du, Petersburg, ne, Petersburg liegt gar nicht in
Deutschland, noch immer in Russland. Usw, usf. (Der
Iwan schraubt deutsche Ortseingangsschilder ab und
benennt Moskau in "Eingeschraenktes Lichtraumprofil" um,
Kurt und Guergen haben Angst vorm Iwan und der Iwan
macht kurze' Prozess mit Brettermeier, der eine gelbe
Hose anhat und den 43er vermackelt hat. Nach Wakaluba
muessen sie, weil Brettermeier dort an einer Atombome
baut, die er auffe Gertrud schmeissen will und dann is'
aus mit Bier und Tsatsiki. Sie muessen Brettermeier
aufspueren und vernichten. Aber das gehoert wohl nach d.t.b.)
Ja, gibt es Wakaluba im Streckennetz der Deutschen Bundesbahn?
Nein, aber die DBAG hat's. Es liegt, wie vermutet, in Neufuenfland,
ist ein Landkreis mit Kennzeichen WAK. Hauptstadt ist Wakaluba City,
auch als Basa bekannt und mit drei Juedelstellwerken versehen.
Was kostet zweimal einfach 2. Kl von Bremen Hbf nach Bad Salzungen?
--
Martin Balser http://www.rz.uni-frankfurt.de/~mbalser
Nach Versuchsende schrauben Sie die Fehlerquelle bitte
wieder in den zugehörigen Bleimantel.
> Gefunden in de.alt.fan.fruehstyxradio.
> [.......]
> read you
> Gordon
> --
> === Gordon Shumway === gshu...@gmx.net ===
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Glaub mir,
was du da geschreiben hast, mag zwar recht interessant gewesen sein, ich
habe es aber nicht gelesen. Mit deinem Namen paßt du sicherlich in das
Pro7-Vorabendprogramm oder in jeden beliebigen Chatroom. Aber im Usenet
haben Preudonyme NICHTS verloren.
Also alles auf Anfang und noch mal mit Real-Name.
Nix für ungut und grüß mit Willy und Kate.
Jürgen
--
"Wir wußten nur, daß wir verändert wurden und zu einem Teil ihrer Welt
gemacht worden waren. Wir wußten nicht, zu welchem Zweck, aber wir waren
sicher, man würde es uns eines Tages sagen."
http://home.t-online.de/home/j.w.hoffmann