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Achszählerstörung

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Bettina Melzer

unread,
Oct 22, 1999, 3:00:00 AM10/22/99
to
Hallo zusammen,

folgendes Prozedere ist bei einer Achszählerstörung (im Bahnhof) laut
Vorschrift (bzw. Modul) notwendig.

Bleibt nach Zugfahrt eine Rotausleuchtung, dann durch Augenschein prüfen,
daß der betroffene Abschnitt frei von Fahrzeugen ist.
Anschließend darf man dann ja die Achzählgrundstellungstaste bedienen.
Geht nun aber die Rotausleuchtung nicht weg, sagt die Vorschrift daß der
nächste Zug Befehl C-Fahren auf Sicht- für diesen Abschnitt benötigt
(in der Regel ab Asig).

Nun die schlaue Frage: Warum ist der Befehl nötig, da ich mich doch
persönlich überzeugt habe, daß nichts im Gleis ist???

Für alle Antworten dankbar

Christoph

Folke Brockmann

unread,
Oct 22, 1999, 3:00:00 AM10/22/99
to

Bettina Melzer <bettina...@allgaeu.org> schrieb in im Newsbeitrag:
7uq4n8$k97$1...@janeway.allgaeu.org...

Vereinfacht gesacht: Der Befehl "C" (Vorsichtsbefehl=Fahren auf Sicht) ist
deswegen nötig weil
der Fdl ja nicht so gute Augen hat um einen mehrere Kilometer langen
Abschnitt augenscheinlich zu prüfen, der benachbarte Fahrdienstleiter müßte
ihm den Zugschluß melden, dass ist aus Zeitgründen etc. aber nicht immer
möglich, diese Situation tritt aber in der Regel nur bei Dr-Stw'n und
Selbstblock auf, bei der alten Technik (mechanisches/elektromechanisches
STW) muß vom Wärter/Fdl generell der Zug beobachtet werden, dazu gehört auch
die Zugschlußbeobachtung (Scheiben oder rote Lichter), sonst ist die
Freigabe der zurückliegenden Strecken-/Blockabschnitte durch Rückblocken
oder Rückmeldung nicht möglich!
--
Grüße von Folke aus Wattenscheid
http://home.t-online.de/home/efwitten/efwa0196.htm (ehem. Fdl Stw. Bhf
Bochum HBF und Lpf Bf Bochum-Langendreer, z. Zt. in Verwendungsausbildung
zum Tf bei R&T)

Stefan Rueckwald

unread,
Oct 23, 1999, 3:00:00 AM10/23/99
to
Hallo Bettina /Christoph,
BM> Bleibt nach Zugfahrt eine Rotausleuchtung, dann durch Augenschein
pruefen,
BM> dass der betroffene Abschnitt frei von Fahrzeugen ist.
Wenn man hingucken kann...
BM> Anschliessend darf man dann ja die Achzaehlgrundstellungstaste bedienen.
Aber nur wenn ein Fahrzeug beide Zaehlpunkte befahren oder
einen Zaehlpunkt in beiden Richtungen befahren hat, sonst
ist die Bedienung wirkungslos. Eine wirkungslose Bedienung der
AzGrT muss vermieden werden, da die Gleisfreimeldeanlage sonst
zwingend als "gestoert" betrachtet werden muss.

BM> Geht nun aber die Rotausleuchtung nicht weg, sagt die Vorschrift dass der
BM> naechste Zug Befehl C-Fahren auf Sicht- fuer diesen Abschnitt benoetigt
BM> (in der Regel ab Asig).
Du meinst wohl ab Einfahrsignal, da es ja in den Bf hineingeht.

BM> Nun die schlaue Frage: Warum ist der Befehl noetig, da ich mich doch
BM> persoenlich ueberzeugt habe, dass nichts im Gleis ist???
Hier liegt ein Widerspruch der Technik gegen die Feststellung
des Bedieners vor: Es wird zur sicheren Seite hin gearbeitet.
Das mag in oertlichen Einzelfaellen uebertrieben sein, man
hat sich jedoch bei der Dr-Technik aus grundsaetzlichen Erwaegungen
fuer diese strikte Regel entschieden: Der Zug erhaelt auch dann
Befehl C, wenn es sich um einen Abschnitt handelt, der vor dem
Fenster des Fahrdienstleiters liegt. Punkt.
(Bei den ESTW geht das ja noch weiter: Es gibt (soviel ich weiss)
bloss noch Fahrten auf Hauptsignal oder Zs7)

Meist hat man ja auch bei Dr-Stw Zs 7 an Einfahr- und Zwischensignalen.
Zs7 kann die Pruefung durch Augenschaun ersetzen, wenn es in
den oertlichen Richtlinien zugelassen ist.

Nochmal:
Die Gleisfreimeldeanlage gilt als "gestoert", wenn nach
Pruefung durch Augenschein eine Bedienung der Achszaehlgrund-
stellungstaste erfolglos war.
Eine formelle "Stoerung" muss durch den Signaldienst beseitigt
werden, bevor das Gleis wieder normal benutzt werden darf und
zwar auch dann, wenn zwischenzeitlich wieder eine Freianzeige
vorliegt! Das kann dauern und muss vermieden werden.
Deshalb soll auch eine "Rotausleuchtung ohne Zugfahrt" (z.B.
Blitzschlag) zunaechst immer von einem Zug durchfahren werden,
bevor die AzGrT bedient wird.
Das gilt auch auf der freien Strecke, damit man kein Rpz
einfuehren muss.

MfG Stefan

--- Yuppie! v2.12

Stefan Rueckwald

unread,
Oct 23, 1999, 3:00:00 AM10/23/99
to
FB> diese Situation tritt aber in der Regel nur bei Dr-Stw'n und
FB> Selbstblock auf, bei der alten Technik (mechanisches/elektromechanisches
FB> STW) muss vom Waerter/Fdl generell der Zug beobachtet werden
Das ist bei Dr-Stw generell nicht anders.

FB> (ehem. Fdl Stw. Bhf
FB> Bochum HBF und Lpf Bf Bochum-Langendreer, z. Zt. in Verwendungsausbildung
FB> zum Tf bei R&T)
Wie kommt denn das ?

Siegfried Ohlmeier

unread,
Oct 23, 1999, 3:00:00 AM10/23/99
to

>>>>>>>>>>>>>>>>>> Ursprüngliche Nachricht <<<<<<<<<<<<<<<<<<

Am 22.10.99, 18:49:11, schrieb "Bettina Melzer"
<bettina...@allgaeu.org> zum Thema Achszählerstörung:


> Hallo zusammen,

> folgendes Prozedere ist bei einer Achszählerstörung (im Bahnhof) laut
> Vorschrift (bzw. Modul) notwendig.

> Bleibt nach Zugfahrt eine Rotausleuchtung, dann durch Augenschein
prüfen,
> daß der betroffene Abschnitt frei von Fahrzeugen ist.
> Anschließend darf man dann ja die Achzählgrundstellungstaste bedienen.
> Geht nun aber die Rotausleuchtung nicht weg, sagt die Vorschrift daß
der
> nächste Zug Befehl C-Fahren auf Sicht- für diesen Abschnitt benötigt


> (in der Regel ab Asig).

> Nun die schlaue Frage: Warum ist der Befehl nötig, da ich mich doch


> persönlich überzeugt habe, daß nichts im Gleis ist???

> Für alle Antworten dankbar

> Christoph

Folgende Erläuterung (ich glaube aus DB Praxis) habe ich in meiner bis
25.9.99 gültigen DS 408 gefunden:

„Die genannten Bestimmungen wurden aus folgenden Gründen in die DS 408
aufgenommen:
Der für Signalanlagen notwendige Sicherheitsnachweis erfordert, daß
sich Störungen „failsafe“ auswirken, d.h. Bei Störungen zwar die
Betriebsflüssigkeit hemmende, jedoch keine gefährlichen Zustände
entstehen.
Sofern Hilfseinrichtungen vorhanden sind, mit denen bei bestimmten
Störungen deren Auswirkungen (in vorliegendem Fall: Achszähler nicht
in Grundstellung) beseitigt werden können, geht man bei dieser
Betrachtungsweise zusätzlich davon aus, daß eine Hilfsbedienung
unmittelbar zum Erfolg führt.
Sofern diese Bedienung nicht wirksam ist, entsteht zunächst ein
Widerspruch zwischen dem tatsächlichen Betriebszustand (Achszählkreis
wurde durch Durchführung einer Abschnittsprüfung auf freisein geprüft)
und dem angezeigten Betriebszustand (Achszähler nicht in
Grundstellung). Aus diesem Grund ist es auch erforderlich, daß nach
einem vergeblichen Versuch zur Grundstellung der nächste Zug auf dem
betroffenen Abschnitt auf Sicht fährt.
Weiterhin muß angenommen werden, daß die sichere Funktion der
Signalanlage dann nicht mehr in allen Fällen gewährleistet ist, die
Anlage demzufolge als gestört gilt und somit die Mitwirkung der
Fachkraft LST (Ermittlung der Störungsursache, Prüfung der Anlage auf
ordnungsgemäße Funktion) erforderlich ist.“

Gruß
Siegfried


F.Do...@alcatel.de

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Oct 25, 1999, 3:00:00 AM10/25/99
to
AzGrT-Bedienung (bzw. bei ESTW AZG) macht einen Abschnitt frei,
wenn weniger als 2 Achsen eingezählt sind und der letzte Achszählvorgang
ein Auszählen war.
Die Bedienung wird gezählt (Protokoll).

Sind mehr falsche Achsen eingezählt gelten bauartbedingt
unterschiedliche Regelungen.

Es gibt Achszähler, bei denen ein Techniker für die Grundstellung sorgen
kann,
bei anderen ist ein "aufbügeln" möglich. Dazu muß die AzGrT bedient
(die Bedienung wird gezählt) und eine Zugfahrt per Vorsichtbefehl
durchgeführt werden, der Zählerstand muß Null ergeben
und der Zugschluß muß beobachtet werden.

Die AzGrT ist also eine Teilung der Verantwortung: die Technik
muß sich als funktionstüchtig erweisen. Der Fahrdienstleiter (Fdl)
muß die Vollständigkeit der Zugfahrt bestätigen.

> Aber nur wenn ein Fahrzeug beide Zaehlpunkte befahren oder
> einen Zaehlpunkt in beiden Richtungen befahren hat, sonst

Bei den (etwas besseren Achzzählern - Vorsicht Schleichwerbung!)
AZ's von SEL Alcatel müssen zwei verschiedene Schienenkontakte (SK)
befahren werden! Ein SK muß dabei einzählen, ein anderer auszählen.
Der Software wird der geografische Zusammenhang bekannt gemacht.

> ist die Bedienung wirkungslos. Eine wirkungslose Bedienung der
> AzGrT muss vermieden werden, da die Gleisfreimeldeanlage sonst
> zwingend als "gestoert" betrachtet werden muss.

Ein wirkungslose Bedienung kann der Fahrdienstleiter nicht vermeiden,
wenn ein AZ oder Sk defekt ist. Ein Abschnitt wird dann nicht frei.
Dieser Vorgang dient zu Fehleroffenbarung von techn. Fehlern.


> BM> Nun die schlaue Frage: Warum ist der Befehl noetig, da ich mich doch
> BM> persoenlich ueberzeugt habe, dass nichts im Gleis ist???

wie oben gesagt: zur Protekollierung, zum Anstoß zur Verfolgung (durch
die Technik) eines korrekten Ein- und Auszählens und zur Bestätigung
einer vollständigen Zugfahrt durch den Fdl.

AWG
falk domzig

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