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Awanst, Anschlussabzweigstelle

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Martin Balser

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Aug 14, 1999, 3:00:00 AM8/14/99
to
Liebe Fahrdienstleiter, Signaltechniker und Betriebsstrategen,
besonders im Gueltigkeitsbereich der D*V* 408!

Beim genaueren Durchdenken des Betriebsablaufes auf einer
Ausweichanschlussstelle habe ich bei mir eine Wissenluecke entdeckt.
Nehmen wir mal eine eingleisige Strecke mit Felderblock Form C.
Klar ist:
- Fuer die Bedienungsfahrt (Sperrf) muss die Strecke gesperrt werden
- Der Schluessel zur Anschlussweiche muss so unter Verschluss
liegen, dass die Ausfahrsignale des Bedienungsbahnhofes
nur bei eingeschlossenem Schluessel stellbar sind
- Es gibt Blockfelder "Anschlussfreigabe"

Ich dachte immer, das liefe so ab:
- Strecke sperren, Erl muss beim Bedienungsbf sein
- Schluessel aus dem Hebelbankschloss entnehmen, dem Zf geben,
Sperrf auf Befehl raus, natuerlich keine Streckenblockbedienung
- Zf schliesst mit Schl die Weichen auf, schliesst sich ein,
meldet, dass die Strecke geraeumt ist, steckt den Schluessel
in sein Blockfeld, blockt
- Fdl hebt Sperrung auf
- Ww bekommt sein Blockfeld entblockt, entnimmt Schluessel,
steckt ihn anstelle des vorhin entnommenen Schluessels ins
Hebelbankschloss, kann jetzt also Asig stellen und Zuege ablassen

Fuer die Rueckkehr:
- Zf beantragt Rueckkehr
- wenn Strecke frei => Fdl sperrt Strecke, Erl beim Bedienungsbf
- besagtes Blockfeld wird geblockt, Zf bekommt Schluessel frei,
schliesst sich aus, faehrt zum Bedienungsbf
- Zf bestaetigt, die Strecke geraeumt zu haben und gibt Schluessel
an Ww zurueck
- Ww steckt Schluessel in Hebelbankschloss und stellt Grundstellung
her, Fdl kann Sperrung aufheben

Nun hoerte ich, das sei gar nicht so, vielmehr nehme der
Zf den Schluessel nicht mit, sondern er fahre bis zur Awanst,
melde sich beim Ww, der ihm dann die "Afr" (Anschlussfreigabe)
blocke, so dass er den Schluessel freibekommt.

Wie ist es denn nun?

Ausserdem faellt mir da eine Sicherheitsluecke auf:
Wenn ich einen Zug mit Signal- und Streckenblockbedienung
fahren lasse, kann ich doch nach Aufloesen der Ausfahrstrasse
die Anschlussfreigabe blocken und so "unterm rollenden Rad"
den Schluessel fuer die Anschlussweiche freigeben?

Schliesslich, wie wird eine Awanst gesichert, wenn sie an
einer Strecke mit Selbstblock liegt?

Und, weiss jemand etwas zum mysterioesen Begriff der
"Anschlussabzweigstelle", zu finden in der Anweisung Nr. 5
zur Bau- und Betriebsordnung fuer Anschlussbahnen (BOA)
der DDR, Abschnitt 2.3.4? Sind Bk Helbra Awanschl [Klostermansfeld-
Blankenheim Tr], Abzw Harsleben [Halberstadt Hbf - Hab=Spieglesberge]
und Abzw Ludwig [Foerderstedt - Stassfurt] so etwas?

Gruesse
Martin Balser, der jetzt auch einen Anschlussbahnkomplex hat
--
Martin Balser http://www.rz.uni-frankfurt.de/~mbalser
Nach Versuchsende schrauben Sie die Fehlerquelle bitte
wieder in den zugehörigen Bleimantel.

Holger Metschulat

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Aug 14, 1999, 3:00:00 AM8/14/99
to
Martin Balser <Martin...@cern.ch> schrieb:

> Nun hoerte ich, das sei gar nicht so, vielmehr nehme der
> Zf den Schluessel nicht mit, sondern er fahre bis zur Awanst,
> melde sich beim Ww, der ihm dann die "Afr" (Anschlussfreigabe)
> blocke, so dass er den Schluessel freibekommt.

Das ist wahrscheinlich die Vorgehensweise beim Selbstblock gewesen. Gut, daß
man noch alte Bücher hat, z.B. "Das mechanische Stellwerk" von Heinrich
Warninghoff. Dort ist auf Seite 256 genau dieser Fall beschrieben:
Ausweichanschlußstelle an eingleisigen Strecken mit Streckenblockung Bauform
C:

1. Anschlußstellenschlüssel im Stellwerk aus dem As-Schloß nehmen
2. Als Sperrfahrt mit Schlüssel zur Awanst
3-4. Dort im Schlüsselwerk einschließen, man bekommt die Schlüssel für die
Anschlußweichen.
4-5. Nach der Einfahrt und Räumung der Strecke werden die Weichenschlüssel
wieder verschlossen, und man bekommt den Anschlußschlüssel wieder frei
7-8. Der Schlüssel wird in die Anschlußsperre eingeschlossen und dieses Feld
geblockt, wodurch im Stellwerk die Anschlußfreigabe entblockt wird.
9-10. Der Hilfsschlüssel aus der Afr wird frei, damit kann man das As-Schloß
wieder aufschließen.

Rückehr entsprechend umgekehrt, der Anschlußstellenschlüssel wird wieder mit
zurückgenommen.

> Ausserdem faellt mir da eine Sicherheitsluecke auf:
> Wenn ich einen Zug mit Signal- und Streckenblockbedienung
> fahren lasse, kann ich doch nach Aufloesen der Ausfahrstrasse
> die Anschlussfreigabe blocken und so "unterm rollenden Rad"
> den Schluessel fuer die Anschlussweiche freigeben?

Unsere Vorväter waren nicht dumm. Das mechanische Stellwerk ist (bis auf die
Gleisfreimeldung) genauso sicher wie die heutigen Stellwerke. Im
Blockstromkreis der Anschlußfreigabe sind eine Menge Kontakte eingebaut, die
diverse Voraussetzungen prüfen. Unter anderem ist ein Riegelstangenkontakt
des Anfangsfeldes, des Erlaubnisfeldes, sowie zwei andere Kontakte, deren
Schaltzeichen ich nicht kenne. Allerdings frage ich mich hier, wie die
Wiederholungssperre in diesen Kreis einbezogen wird, denn die müßte ja auch
noch geprüft werden. Das geht sonst wohl nur mit einer Rückgabesperre ?
Vielleicht weiß da jemand anderes eine Antwort drauf?

Während im As-Schloß kein Schlüssel steckt (weder der As-Schlüssel, noch der
Hilfsschlüssel), werden Die Fahrstraßenfestlegefelder sowie Anfangs-,
Erlaubsnis- und Rückgabesperrenfeld durch eine Schubstange gesperrt.

> Schliesslich, wie wird eine Awanst gesichert, wenn sie an
> einer Strecke mit Selbstblock liegt?

Selbstblock gibt es aber nur im Bereich der D*S* 408. Dort hat der Fdl. ein
entsprechendes Anschlußstellenfeld auf dem Stellpult. Eine Bedienungsfahrt
läuft auf Hauptsignal, und zwar dient als Ziel die Taste der Awanst. Dort
wird dann die Awanst-Kennung eingespeichert (Bezeichnungsfeld leuchtet). Ist
der Zug dort, drückt der Rangierer dort die Anforderungstaste, wodurch auf
dem Stelltisch der Schlüsselüberwachungsmelder (Slüm) weiß blinkt). Der Fdl.
bedient dann die WGT und die Weichentaste, wodurch der Slüm weißes
Standlicht bekommt und der Schlüssel frei wird. Ist der Schlüssel
herausgenommen, wird der Slüm rot. Jetzt kann der Rangierer die Weichen
aufschließen und in die Awanst reinfahren. Ist er drin, stellt er alle
Weichen wieder auf Durchfahrt und schließt den Schlüssel wieder ein und
drückt die Fertigtaste. Dadurch wird der Schlüssel festgelegt und die
Strecke ist wieder frei.

--
Gruss * Holger Metschulat
Holger * e-mail: ho...@sgs.wh.tu-darmstadt.de
* http://www.sgs.wh.tu-darmstadt.de/homer
** "Verstaerker schwingen immer, Oszillatoren nie!" (Murphy) **

KaiLudwig

unread,
Aug 14, 1999, 3:00:00 AM8/14/99
to
Martin Balser <Martin...@cern.ch> schrieb:

>- Fuer die Bedienungsfahrt (Sperrf) [zutreffende Schilderung]

>Nun hoerte ich, das sei gar nicht so, vielmehr nehme der
>Zf den Schluessel nicht mit, sondern er fahre bis zur Awanst,
>melde sich beim Ww, der ihm dann die "Afr" (Anschlussfreigabe)
>blocke, so dass er den Schluessel freibekommt.

Das Afr-Feld ist in Grundstellung *ge*blockt. Noch Fragen, Hauser?

>Ausserdem faellt mir da eine Sicherheitsluecke auf:
>Wenn ich einen Zug mit Signal- und Streckenblockbedienung
>fahren lasse, kann ich doch nach Aufloesen der Ausfahrstrasse
>die Anschlussfreigabe blocken und so "unterm rollenden Rad"
>den Schluessel fuer die Anschlussweiche freigeben?

Sowas probiert man aber tunlichst nicht aus...

>Und, weiss jemand etwas zum mysterioesen Begriff der
>"Anschlussabzweigstelle", zu finden in der Anweisung Nr. 5
>zur Bau- und Betriebsordnung fuer Anschlussbahnen (BOA)
>der DDR, Abschnitt 2.3.4?

Eine Abzweigstelle, an der eben keine andere Strecke, sondern nur eine
Anschlußbahn abzweigt.

>Sind Bk Helbra Awanschl [Klostermansfeld-
>Blankenheim Tr],

Ist ja keine Abzw...

>Abzw Harsleben [Halberstadt Hbf - Hab=Spieglesberge]
>und Abzw Ludwig [Foerderstedt - Stassfurt] so etwas?

Die genannten offenkundig ja. Weitere Beispiele wären an der Strecke Horka --
Roßlau die Abzw Kahla (zwischen Plessa und Elsterwerda-Biehla) und die Abzw
Mollgraben (zwischen Fermerswalde und Annaburg), inzwischen nicht mehr existent
ist Abzw Wendel kurz vor Wittenberg. Ebenfalls geschleift ist mittlerweile Abzw
Gorden zwischen Rückersdorf und Hur^w Hohenleipisch (Strecke Berlin --
Dresden).

-kl

Martin Balser

unread,
Aug 14, 1999, 3:00:00 AM8/14/99
to
Holger Metschulat wrote:

[Vorgehensweise bei Ausweichanschlusstellen unter Felderblock C]

> Gut, daß man noch alte Bücher hat, z.B. "Das mechanische Stellwerk"
> von Heinrich Warninghoff.

Band 87/I der Eisenbahnlehrbuecherei des Josef Keller-Verlags
Starnberg, steht leider 650 km entfernt von mir im Regal :-(
Aber ich konne mit meine Frage nicht aufsparen, bis ich
wieder zuhause bin. Ausserdem war da ja noch dieses Zonenkonstrukt
von "Anschlussabzweigstelle", das dort bestimmt nicht auftaucht!

[Beschreibung geloescht - also hatte ich das richtig gelernt]

> > Ausserdem faellt mir da eine Sicherheitsluecke auf:
> > Wenn ich einen Zug mit Signal- und Streckenblockbedienung
> > fahren lasse, kann ich doch nach Aufloesen der Ausfahrstrasse
> > die Anschlussfreigabe blocken und so "unterm rollenden Rad"
> > den Schluessel fuer die Anschlussweiche freigeben?

> Unsere Vorväter waren nicht dumm.

Nur die Studenten von heute, die ihre Buecher zuhause vergessen ;-)

> Das mechanische Stellwerk ist (bis auf die Gleisfreimeldung)
> genauso sicher wie die heutigen Stellwerke.

Aber es faellt nicht so sicher aus wie die neueren ;-)

> Im Blockstromkreis der Anschlußfreigabe sind eine Menge
> Kontakte eingebaut, die diverse Voraussetzungen prüfen.

[Aufzaehlung der Kontakte]

> Allerdings frage ich mich hier, wie die Wiederholungssperre
> in diesen Kreis einbezogen wird, denn die müßte ja auch
> noch geprüft werden. Das geht sonst wohl nur mit einer
> Rückgabesperre ?

Du meinst zunaechst die *Strecken*wiederholungssperre. Richtig,
die muesste man auch abpruefen, denn die allein sichert den Zug ja
bis zum Vorbocken. Es gibt allerdings keinen Weg, die Stellung
der Stelze an der Blocksperre des Anfangsfeldes weiter
auszuwerten. Vielleicht kann man sich mit einem Stuetzrelais
helfen, das durch Signalhebel(sperren)kontakte in Wirkstellung
gebracht und vom Anfangsfeld-Riegelstangenkontakt zurueckgesetzt
wird. Dann muesste natuerlich, um alles wasserdicht zu machen, das
Erreichen der Wirkstellung betriebsmaessig gepruft werden und
der Signalhebel bis dahin gesperrt blieben.

Wenn Rueckgabesperre vorhanden ist (gehoert ja zur
*Bahnhofs*wiederholungssperre, dann kein Problem. Ist aber
auf Bahnhoefen mit nur einem Stellwerk nicht da.

Die beiden Awanst, die ich naeher kannte, waren die in
Bueches-Duedelsheim und Ranstadt, beides ehemalige Bf.
Die Afr dafuer befand sich in Stockheim(Oberhess) auf den
Stellwerken "Sf" bzw. "Sn", die aber fuer sich schon wieder
besonders sind, da Bauart Willmann. Da gibt es keine Strecken-
blocksperren, so dass die Streckenblockfelder mechanisch
unabhaengig (auf "Sn" ist echt nur Luft drunter) sind und
nur durch Tastensperre ("blau") in Abhaengigkeit sind.
Da ist die Streckenwiederholungssperre definitiv ein
Steutzrelais, also einfach abzupruefen. Leider sind beide
Awanst jetzt rueckgebaut und ich bezweifle, einen Plan auftreiben
zu koennen. Ausserdem haette mich die Einheitsloesung
interessiert ...

> Vielleicht weiß da jemand anderes eine Antwort drauf?

Muss ich wohll doch zu einem realen Beispiel hinfahren und
mir die Schaltplaene geben lassen :-) Irgendwelche Ideen,
wo ich rund um Ffm fuendig werde? Was gibt's denn noch?
Industriestammgleis Friedberg und HL Rosbach haengen am E43
in Friedberg, scheidet aus (obwohl fuer sich auch interessant,
da haben sie statt Afr-Blockfeld IIRC eine Schluesselsperre.)
Auf Giessen-Gelnhausen ist alles rueckgebaut. Fritzlar hat
keinen Streckenblock. Grossen-Buseck ist E43. Verdammt!

> Während im As-Schloß kein Schlüssel steckt (weder der

> As-Schlüssel, noch der Hilfsschlüssel), werden die


> Fahrstraßenfestlegefelder sowie Anfangs-,
> Erlaubsnis- und Rückgabesperrenfeld durch eine
> Schubstange gesperrt.

Ff ist klar, da du keinen Fahrstrassenhebel rum bekommst, weil
die Verschlusstuecke am Hebelbankschloss wie bei eriner Weiche sind.
Aber die Erlaubnis? Kannst Du das praezisieren?

> > Schliesslich, wie wird eine Awanst gesichert, wenn sie an
> > einer Strecke mit Selbstblock liegt?

> Selbstblock gibt es aber nur im Bereich der D*S* 408.

Bin mit Blokbauarten ausser Felderblock in DV 408-Land nicht
vertraut, bezog mich aber auch mit dieser Frage auf DS 408-Land.

> Dort hat der Fdl. ein entsprechendes Anschlußstellenfeld
> auf dem Stellpult. Eine Bedienungsfahrt läuft auf Hauptsignal,
> und zwar dient als Ziel die Taste der Awanst. Dort wird dann
> die Awanst-Kennung eingespeichert (Bezeichnungsfeld leuchtet).

Aha. Damit wird also verhindert, dass der Schluessel freigegeben
werden kann, wenn es nicht genau fuer diesen Zug beabsichtigt ist.
Klaert eines meiner Bedenken, die ich noch hatte.

> Ist der Zug dort, drückt der Rangierer dort die
> Anforderungstaste, wodurch auf dem Stelltisch der
> Schlüsselüberwachungsmelder (Slüm) weiß blinkt). Der Fdl.
> bedient dann die WGT und die Weichentaste, wodurch der Slüm weißes
> Standlicht bekommt und der Schlüssel frei wird. Ist der Schlüssel
> herausgenommen, wird der Slüm rot. Jetzt kann der Rangierer
> die Weichen aufschließen und in die Awanst reinfahren. Ist er
> drin, stellt er alle Weichen wieder auf Durchfahrt und schließt
> den Schlüssel wieder ein und drückt die Fertigtaste.
> Dadurch wird der Schlüssel festgelegt und die Strecke ist wieder
> frei.

Bis auf die Sache mit dem Einspeichern war das klar. Nur:
Wenn das Freigeben des Schluessels davon abhaengt, dass man
eingepeichert hat, kommt die Bedienungsfahrt wieder zurueck?
Die Einspeicherung ist doch jetzt geloescht, nachdem normale
Zuege dran vorbeigefahren sind. Wie bekommt man sie wieder?

Gruesse,
Martin Balser

Martin Balser

unread,
Aug 14, 1999, 3:00:00 AM8/14/99
to
KaiLudwig wrote:

> >Nun hoerte ich, das sei gar nicht so, vielmehr nehme der
> >Zf den Schluessel nicht mit, sondern er fahre bis zur Awanst,
> >melde sich beim Ww, der ihm dann die "Afr" (Anschlussfreigabe)
> >blocke, so dass er den Schluessel freibekommt.
>
> Das Afr-Feld ist in Grundstellung *ge*blockt. Noch Fragen, Hauser?

Ja, Kienzle. Zu dem zweiten Szenario stelle man sich vor:
Afr im Stellwerk in Grdst *entblockt*, auf der Awanschl
(um Deiner Heimat im D*V* 408 Land Genuege zu tun, oder
ist das mittlerweile "harmonisiert" ?) dann *geblockt* und
den As haltend. Dann wurdest Du die Bedienungsfahrt ablassen
und erst, wenn sie an der Awanschl ist, Deinen Schluessel
von der Hebelbank nehmen, dein Afr aufschliessen und blocken,
so dass die Awanschl den Schluessel freibekommt. Aber irgendwie
macht das keinen Sinn. Ich glaube, ich sollte demjenigen,
der mir diese Beobachtung hoch und heilig versichert hat,
mal ein gutes Buch zu Weihnachten schenken ... ;-)


> >Ausserdem faellt mir da eine Sicherheitsluecke auf:

[Beschreibung Terrorszenario geloescht]

> Sowas probiert man aber tunlichst nicht aus...

Signaltechnik ist dazu da, uns auch am Ausprobieren zu hindern :-)

> >Und, weiss jemand etwas zum mysterioesen Begriff der
> >"Anschlussabzweigstelle", zu finden in der Anweisung Nr. 5
> >zur Bau- und Betriebsordnung fuer Anschlussbahnen (BOA)
> >der DDR, Abschnitt 2.3.4?
>
> Eine Abzweigstelle, an der eben keine andere Strecke, sondern nur eine
> Anschlußbahn abzweigt.

Armin Muehl hat das aus der BOA folgendermassen zitiert:
<quote>
2.3.4 Anschlussabzweigstelle
Anschlussabzweigstellen sind Bahnanlagen der freien Strecke, wo
Zuege ein Gleis unter Freigabe desselben fuer einen anderen
Zug verlassen oder in ein solches Gleis einfahren koennen.
Eine Anschlussabzweigstelle wird zur Ausweichanschlussstelle,
wenn ihre sicherungstechnischen Anlagen Signalmaessige
Ein- und Ausfahrten in die Anschlussbahn und umgekehrt zulassen.
</quote>

Meinst Du nicht auch, im ersten Teil des zweiten Satzes muesste es
heissen:
"Eine Ausweichanschlussstelle wird zur Anschlussabzweigstelle, ..."
oder?

> >Abzw Harsleben [Halberstadt Hbf - Hab=Spieglesberge]
> >und Abzw Ludwig [Foerderstedt - Stassfurt] so etwas?

> Die genannten offenkundig ja.

Wobei Harsleben auch noch ein "richtiger" Abzweig ist, da
geht naemlich die Kurve nach Halberstadt Rbf Hof ab, mit der
man Zuege von Blankenburg nach Wegeleben - Aschersleben
fahren lassen kann. Ist Dein "offenkundig" auf Ortskenntnis
gegruendet?

> Weitere Beispiele [Messer gewetzt]
> Abzw Kahla
> Abzw Mollgraben
> Abzw Wendel
> Abzw Gorden

Da ich mich bisher noch nicht tief in die ehemalige Rbd Cottbus
getraut habe, kenne ich die alle noch nicht. Kannst Du dazu
angeben, wozu die betreffenden Anschlussbahnen dienten und
wie gross die waren - vielleicht fuer Braunkohle ? <gier>

Besten Dank bis dahin, Martin Balser

Armin Muehl

unread,
Aug 14, 1999, 3:00:00 AM8/14/99
to
On Sat, 14 Aug 1999 23:57:12 +0200, Martin Balser
<Martin...@cern.ch> wrote:

[Abteilung Sicherungstechnik geloescht]


>> Sowas probiert man aber tunlichst nicht aus...
>
>Signaltechnik ist dazu da, uns auch am Ausprobieren zu hindern :-)

Martin, der Schrecken alles Fahrdienstleiter :-))


>2.3.4 Anschlussabzweigstelle
>...


>Eine Anschlussabzweigstelle wird zur Ausweichanschlussstelle,

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^


>Meinst Du nicht auch, im ersten Teil des zweiten Satzes muesste es
>heissen:
>"Eine Ausweichanschlussstelle wird zur Anschlussabzweigstelle, ..."
>oder?

Oh, kleiner Dreher!
Richtig ist natuerlich:

Eine Ausweichanschlussstelle wird zur Anschlussabzweigstelle, ...

>Wobei Harsleben auch noch ein "richtiger" Abzweig ist, da
>geht naemlich die Kurve nach Halberstadt Rbf Hof ab, mit der
>man Zuege von Blankenburg nach Wegeleben - Aschersleben
>fahren lassen kann. Ist Dein "offenkundig" auf Ortskenntnis
>gegruendet?

Wie wird dann so etwas eingestuft?
Ist das dann Anschlussabzweigstelle und Abzweig oder nur Abzweig oder
gleich ein Bahnhof?

>> Weitere Beispiele [Messer gewetzt]

Weiss jemand, wo man so eine Abzweiganschlussstelle in der naeheren
Umgebung der Autobahn 4 (Bereich Eisenach-Chemnitz) finden kann?
Ich koennte mir vorstellen, dass es derartiges doch auch sicher bei
der Wismut-Bahn gibt.
Martin, wenn da was zu finden ist, muss das erkundet werden :-)

Armin

--
Armin Muehl

http://www.muenster.de/~amuehl (Muehl privat)

http://home.t-online.de/home/muehl.armin/mfm.htm
(Muensterlaendisches Feldbahnmuseum e.V.)

Martin Balser

unread,
Aug 15, 1999, 3:00:00 AM8/15/99
to
Armin Muehl wrote:

> [Abteilung Sicherungstechnik geloescht]

> Martin, der Schrecken alles Fahrdienstleiter :-))

Wieso?
Du wuerdest Dich ja nie alleine trauen zu fragen, ob
man Dich hochlaesst. Mach erstmal Deine Hausaufgaben
und geh' nach Rpf.

[Berichtigung zur Kenntnis genommen]

[Harsleben hat Gleisanschluesse und ist richtiger Abzw]
> Wie wird dann so [ein Objekt] eingestuft?


> Ist das dann Anschlussabzweigstelle und Abzweig oder nur
> Abzweig oder gleich ein Bahnhof?

Zunaechst ist festzustellen, dass der Begriff "Anschlussabzweigstelle"
in keiner der Fahrdienstvorschriften der Deutschlands auftaucht,
sondern nur in der BOA(Ost) (BOA(West) kenne ich nicht).

Dann ist es in der Tat eine gute Frage, warum das nach FV
nicht gleich ein Bahnhof ist, denn das fragliche Objekt genuegt
ja der sattsam bekannten Definition "Ein Bahnhof ist eine
Bahnanlage mit mindestens einer Weiche, auf der Züge beginnen,
enden, kreuzen, einander überholen oder mit Gleiswechsel wenden
dürfen." (-kl auf der FAQ).

Ich wuerde behaupten, dass auf einer "Anschlussabzeigstelle"
Zuege enden und beginnen. Auf einer ordinaeren Anst/Awanst
bzw Anschl/Awanschl ist das anders: Da muss die Bedienungsfahrt
wieder raus, und zwar unter der gleichen Zugnummer! Sonst
haette da ja ein Zug geendet und der Anschluss waere ein Bf.
Das wollte mir ein gestandener Zugfuehrer nicht glauben ;-)

> Ich koennte mir vorstellen, dass es derartiges doch auch sicher bei
> der Wismut-Bahn gibt.

Dieses Reitzhain oder wie auch immer das heisst bei Ronneburg
ist IIRC ein Bahnhof. Aber wie steht's mit Abzw Poppenwald
irgendwo bei Aue?

> Martin, wenn da was zu finden ist, muss das erkundet werden :-)

Das ist auch nicht aufregender als Holthausen. ;-)
Wie ist denn dort eigentlich das PCK angeschlossen? Das
ist doch auch eine "Anschlussabzweigstelle" und an der
Emsbruecke in Rheine war's doch auch so?

Gruesse
-mb

KaiLudwig

unread,
Aug 15, 1999, 3:00:00 AM8/15/99
to
Martin Balser <Martin...@cern.ch> schrieb:

>Ich glaube, ich sollte demjenigen,
>der mir diese Beobachtung hoch und heilig versichert hat,
>mal

...fragen, wo das sein soll.

>Signaltechnik ist dazu da, uns auch am Ausprobieren zu hindern :-)

Aber dann kann man auch gleich sagen, der Zugführer kann einem erzählen, im
Himmel ist Jahrmarkt. Mehr als die Anschlußweiche unter Signalabhängigkeit zu
bringen wird sich nicht erreichen lassen.

>Armin Muehl hat das aus der BOA folgendermassen zitiert:
><quote>
>2.3.4 Anschlussabzweigstelle
>Anschlussabzweigstellen sind Bahnanlagen der freien Strecke, wo
>Zuege ein Gleis unter Freigabe desselben fuer einen anderen
>Zug verlassen oder in ein solches Gleis einfahren koennen.

>Eine Anschlussabzweigstelle wird zur Ausweichanschlussstelle,

>wenn ihre sicherungstechnischen Anlagen Signalmaessige
>Ein- und Ausfahrten in die Anschlussbahn und umgekehrt zulassen.
></quote>
>

>Meinst Du nicht auch, im ersten Teil des zweiten Satzes muesste es
>heissen:
>"Eine Ausweichanschlussstelle wird zur Anschlussabzweigstelle, ..."
>oder?

Das habt Ihr ja schon geklärt, ebenso wie den Sachverhalt, daß dies
fahrdienstlich Abzweigstellen wie alle anderen auch sind. In der Praxis gehört
ferner auf zweigleisigen Strecken auch eine Weichenverbindung ins andere
Streckengleis dazu (oder für das Gleis, an dem die Anschlußbahn abzweigt, ist
Erlaubniswechsel eingerichtet; gibt es das irgendwo?).

So, und das hatte ich eigentlich schon befürchtet, daß jetzt die Diskussion
losbricht, diese Abzw wären ja eigentlich Bahnhöfe, weil dort Züge beginnen und
enden...

Es gibt in der Tat einen Übergangsbereich, in dem es im Grunde eine eher
willkürliche Festlegung vom grünen Tisch ist, ob eine bestimmte Betriebsstelle
noch eine bzw. mehrere Abzw oder schon ein Bf ist. Zum Bleistift gibt es
zwischen Senftenberg und Cottbus die drei Abzweigstellen Sornower Buden
West/Ost/Nord, wo man mit den Abzweigen schon wie auf einem Bahnhof arbeiten
kann, andererseits hat man auf dem Bf Leuthen beim zweigleisigen Wiederausbau
die Weichen des Nordkopfes herausgerissen, womit sich die Möglichkeiten im
wesentlichen auf Überleitungen zwischen den Streckengleisen nebst der Bedienung
des Anschlusses reduzieren.

Die zur Rede stehenden Abzw befinden sich aber sicher nicht in dieser Grauzone,
denn Kreuzen und Überholen geht dort nur per Umsetzen in den Anschluß. Unter
einem Bahnhof stellt man sich schon etwas anderes vor.

>> >Abzw Harsleben [Halberstadt Hbf - Hab=Spieglesberge]
>> >und Abzw Ludwig [Foerderstedt - Stassfurt] so etwas?
>

>> Die genannten offenkundig ja.

>
>Wobei Harsleben auch noch ein "richtiger" Abzweig ist, da
>geht naemlich die Kurve nach Halberstadt Rbf Hof ab, mit der
>man Zuege von Blankenburg nach Wegeleben - Aschersleben
>fahren lassen kann.

Dann zählt sie natürlich nicht unter diese Kategorie.

>> Abzw Kahla

Zwei Anschlußbahnen. Einmal Müller mit seiner uralten Investitionsruine, dem
sog. Bertzit-Turm (das sollte ein geniales Verfahren zur Trocknung
minderwertiger Blumentopferde werden, ist aber nie realisiert worden, nur der
Torso des Trocknungsturmes steht halt bis heute herum), der aber nur noch
Straßenabsatz im Nahbereich macht. Zum anderen das ACZ wie Agrochemisches
Zentrum, die bekommen nach wie vor Stickstoff o.dgl.

>> Abzw Mollgraben

Truppenübungsplatz Annaburg.

>> Abzw Wendel

Ehemals Ausfahrt Bw Wittenberg.

>> Abzw Gorden

Ehemals Truppenübungsplatz Hohenleipisch.

-kl

Joern Pachl

unread,
Aug 15, 1999, 3:00:00 AM8/15/99
to
On 15 Aug 1999 13:54:06 GMT, kail...@aol.com (KaiLudwig) wrote:

>Das habt Ihr ja schon geklärt, ebenso wie den Sachverhalt, daß dies
>fahrdienstlich Abzweigstellen wie alle anderen auch sind. In der Praxis gehört
>ferner auf zweigleisigen Strecken auch eine Weichenverbindung ins andere
>Streckengleis dazu

Nein, Gleisverbindungen zwischen Streckengleisen derselben Strecke
sind nach EBO Ueberleitstellen (wenngleich im Bereich der ex DR solche
Betriebsstellen frueher als Abzweigstellen bezeichnet wurden).

>So, und das hatte ich eigentlich schon befürchtet, daß jetzt die Diskussion
>losbricht, diese Abzw wären ja eigentlich Bahnhöfe, weil dort Züge beginnen und
>enden...

Beginnen und enden duerfen Zuege auch in Haltepunkten. Wenn diese mit
einer Abzw verbunden sind, handelt es sich um Haltestellen, nicht
jedoch um Bahnhoefe.

Siehe zu diesen Begriffen auch die Definitionen in meinem
online-Glossar, die den gesetzlichen Definitionen der EBO entsprechen:

http://www.ivev.bau.tu-bs.de/~pachl/glossar.htm

Gruss

Joern Pachl


--
http://www.ivev.bau.tu-bs.de/~pachl


Matthias Doerfler

unread,
Aug 15, 1999, 3:00:00 AM8/15/99
to
Am Sun, 15 Aug 1999 02:27:54 +0200 schrieb Martin Balser
<Martin...@cern.ch> :

>Zunaechst ist festzustellen, dass der Begriff "Anschlussabzweigstelle"
>in keiner der Fahrdienstvorschriften der Deutschlands auftaucht,
>sondern nur in der BOA(Ost) (BOA(West) kenne ich nicht).

<korinthe>BOA ist Ländersache. Wir müßten also über bis zu 16 BOAs
diskutieren + die BOA DDR 1983 (vom 13.05.1982) und vom 02.06.1972
noch dazu. </korinthe>
Können wir das vereinfachen auf Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und
DDR 1983? Die habe ich wenigstens im Zugriff <g>.

Zu meiner Verwunderung muss ich konstatieren, auch beim dritten
Durchgang des Textes DDR 1983 den Begriff "Anschlussabzweigstelle"
nicht gefunden zu haben. Entweder brauche ich jetzt auch eine
Lesebrille, oder ich bin nicht mehr fit genug. Wo steht denn das nicht
mehr Gequotete?



>Dann ist es in der Tat eine gute Frage, warum das nach FV
>nicht gleich ein Bahnhof ist, denn das fragliche Objekt genuegt

>ja der sattsam bekannten Definition (-kl auf der FAQ)
[bewusst umgestellt und EBO-Text als höherrangiges Recht darunter
geschrieben]



>"Ein Bahnhof ist eine Bahnanlage mit mindestens einer Weiche,

Bahnhöfe sind Bahnanlagen " " " " ,

> auf der Züge beginnen, enden, kreuzen, einander überholen

wo " " , " , ausweichen

> oder mit Gleiswechsel wenden dürfen."

oder " können.

Wobei immer wieder übersehen wird, dass § 4 Abs. 2 EBO noch einen
zweiten Satz hat. Der lautet - rechtlich nicht ganz befriedigend
formuliert: "Als Grenze zwischen den Bahnhöfen und der freien Strecke
gelten im allgemeinen die Einfahrsignale oder Trapeztafeln, sonst die
Einfahrweichen."

Damit haben wir ein entscheidendes weiteres denklogisches Kriterium:
Der Bahnhof ist eine flächige Bahnanlage, die
1. nicht freie Strecke ist
2. auf einer Seite an die freie Strecke oder einen anderen Bahnhof
angrenzt *und* auf den anderen Seiten an die freie Strecke, einen
anderen Bahnhof oder an eine Nicht-Bahnanlage angrenzt.

Die Ableitung aus der Umkehrung der Auslegung des Begriffs "Bahnhof"
ergibt hingegen, dass Abzweigstellen und Anschlussstellen eine
"juristische Längenausdehnung" von Null haben.



>Ich wuerde behaupten, dass auf einer "Anschlussabzeigstelle"
>Zuege enden und beginnen.

Das dürfte so ein, aber ich würde doch lieber erst eine Definition
gelesen haben.

>Auf einer ordinaeren Anst/Awanst
>bzw Anschl/Awanschl ist das anders: Da muss die Bedienungsfahrt
>wieder raus, und zwar unter der gleichen Zugnummer!

So sehen es die mir bekannten diversen Fahrdienstvorschriften vor,
aber die sind nicht Gesetz. Maßgeblich ist eigentlich nur, was der
Gesetzgeber unter einem "Zug" versteht. Um jetzt nicht extra auf
Roberts Website zu verweisen, § 34 Abs. 1 Satz 1:
"Züge sind die auf die freie Strecke übergehenden, aus Regelfahrzeugen
bestehenden, durch Maschinenkraft bewegten Einheiten und einzeln
fahrenden Triebfahrzeuge."

Da steht nicht, dass Züge zwingend auf einem Bahnhof beginnen oder
enden müssen. Kriterium ist bloss das Übergehen auf die freie Strecke.

Wo zwei Bahnhöfe direkt aneinander grenzen, können zwischen diesen
beiden Bahnanlagen untereinander streng genommen keine Züge aufkommen.

>Das ist auch nicht aufregender als Holthausen. ;-)
>Wie ist denn dort eigentlich das PCK angeschlossen?

Aua.
Habe ich nicht genau genug hingeschaut.

Im Geltungsbereich der DS 408 heisst so etwas normalerweise schlicht
Abzweigstelle, z.B. zur Dampflokzeit Hanekenfähr oder m.W. immer noch
Heidenhof.

mfg Matthias Dörfler

Holger Metschulat

unread,
Aug 15, 1999, 3:00:00 AM8/15/99
to
Martin Balser <Martin...@cern.ch> schrieb:

> Wenn Rueckgabesperre vorhanden ist (gehoert ja zur
> *Bahnhofs*wiederholungssperre, dann kein Problem. Ist aber
> auf Bahnhoefen mit nur einem Stellwerk nicht da.

Was Du meinst ist der Rückgabe*zwang*. Die Rückgabe*sperre* ist die
Ausführung der Streckenwiederholungssperre als eigenes Blockfeld.
Warninghoff schreibt dazu:

Auf Seite 191 [Beschreibung Felderblock Bauform A] wurde bereits erwähnt,
daß die Rückgabesperre ein Wechselstromblockfeld besonderer Art ist, das
durch einen vom Signalhebel gesteuerten Antrieb geblockt wird und deshalb
keine Blocktaste besitzt. Der im Blockuntersatz untergebrachte Antriebshebel
der Rückgabesperre wird von der Signalschubstange bewegt und drückt beim
Umlegen des Signalhebels die im oberen Teil gezahnte Antriebsstange nach
oben. Diese Bewegung wird durch ein Zahnrad auf die ebenfalls gezahnte
Zugstange übertragen, so daß beim Umlegen des Signalhebels die Riegelstange
nach unten gezogen wird. Gleichzeitig wird die Rechenlagerschiene durch den
in einem Ausschnitt gleitenden Führungsstift seitwärts nach links bewegt.

Hierdurch entfernen sich die Zähne des Rechens so weit von der Hemmung, daß
sich der Rechen durch sein Eigengewicht nach unten bewegt. Am Blockfenster,
das in der Grundstellung Rot zeigt, erscheint jetzt die weiße Farbscheibe.
Der Riegelstangenkontakt, der in der Grundstellung des Blcokfeldes
geschlossen war, ist jetzt geöffnet und unterbricht die vom
Erlaubnisempfangsfeld zum Erlaubnisabgabefeld des Nachbarbahnhofs führende
Blockleitung.

Die Rückgabesperre wird nach Ausfahrt des Zuges beim Blocken des
Anfangsfeldes entblockt.

Ein Kontakt der Rückgabesperre ist dabei in die Blockleitung zur Awanst
geschleift.

Ddie Sache mit dem Stützrelais kann natürlich auch sein. In der Schaltung
ohne Rückgabesperre sind zwei Relaiskontakte drin, und zwar einmal ein Kreis
mit einem waagerechten Strich obendrüber, untendrunter und in der Mitte,
sowie ein Quadrat mit senkrechtem Strich in der Mitte.

> mir die Schaltplaene geben lassen :-) Irgendwelche Ideen,
> wo ich rund um Ffm fuendig werde? Was gibt's denn noch?

Bahnhof Nieder=Roden an der Strecke Offenbach - Ober=Roden. Ich weiß aber
nicht, ob das eine Anst. oder eine Awanst. ist, ich glaube jedoch
letzteres. Auch wenn nicht, lohnt sicht die Strecke trotzdem. Vielleicht
weiß ein mitlesender SEL-Mensch Bescheid, Ober=Roden ist vor einem Jahr auf
ESTW umgebaut worden und per Relaisblock an Nieder=Roden angepaßt worden.

> Ff ist klar, da du keinen Fahrstrassenhebel rum bekommst, weil
> die Verschlusstuecke am Hebelbankschloss wie bei eriner Weiche sind.
> Aber die Erlaubnis? Kannst Du das praezisieren?

Damit man nicht die Erlaubnis abgeben kann, wenn die Sperrfahrt auf der
Strecke ist und somit ein anderer Zug von dem Bahnhof auf der anderen Seite
der Strecke abgelassen werden kann. Die Erlaubnis muß auch vorhanden sein,
bevor man den As-Schlüssel aus dem Hebelbankschloß herausbekommt.

> Bis auf die Sache mit dem Einspeichern war das klar. Nur:
> Wenn das Freigeben des Schluessels davon abhaengt, dass man
> eingepeichert hat, kommt die Bedienungsfahrt wieder zurueck?
> Die Einspeicherung ist doch jetzt geloescht, nachdem normale
> Zuege dran vorbeigefahren sind. Wie bekommt man sie wieder?

Keine Ahnung! Auf jeden Fall kann man nach der Anforderung den Schlüssel mit
der WGT immer freigeben (wenn kein Zug auf der Strecke ist), auch wenn keine
Anschlußkennung eingespeichert ist. Die Anschlußkennung verschließt dann
wohl die anderen Anschlußstellen? Die Bedeutung der Anschlußkennung ist mir
auch noch nicht ganz klar.

Armin Muehl

unread,
Aug 15, 1999, 3:00:00 AM8/15/99
to
On Sun, 15 Aug 1999 20:54:59 GMT, thas...@dialup.nacamar.de (Matthias
Doerfler) wrote:

><korinthe>BOA ist Ländersache. Wir müßten also über bis zu 16 BOAs
>diskutieren + die BOA DDR 1983 (vom 13.05.1982) und vom 02.06.1972
>noch dazu. </korinthe>
>Können wir das vereinfachen auf Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und
>DDR 1983? Die habe ich wenigstens im Zugriff <g>.

Ja, das reicht erstmal :-)
Mir liegt uebrigens die BOA DDR vom 13.5.1982 vor.

>Zu meiner Verwunderung muss ich konstatieren, auch beim dritten
>Durchgang des Textes DDR 1983 den Begriff "Anschlussabzweigstelle"
>nicht gefunden zu haben. Entweder brauche ich jetzt auch eine
>Lesebrille, oder ich bin nicht mehr fit genug. Wo steht denn das nicht
>mehr Gequotete?

In der BOA selber steht es nicht (hatte ich Martin aber auch per PM
geschrieben), sondern in der Anweisung Nr.5 zur BOA, Signalanlagen.
Ich habe das auch mehr durch Zufall gesehen. Woanders steht auch nach
meiner Meinung keine Definition der Bezeichnungen drin.


>2. auf einer Seite an die freie Strecke oder einen anderen Bahnhof
>angrenzt *und* auf den anderen Seiten an die freie Strecke, einen
>anderen Bahnhof oder an eine Nicht-Bahnanlage angrenzt.

Was ist denn eine "Nichtbahnanlage"?

Armin Muehl

unread,
Aug 15, 1999, 3:00:00 AM8/15/99
to
On Sun, 15 Aug 1999 02:27:54 +0200, Martin Balser
<Martin...@cern.ch> wrote:

>> Martin, der Schrecken alles Fahrdienstleiter :-))
>
>Wieso?
>Du wuerdest Dich ja nie alleine trauen zu fragen, ob
>man Dich hochlaesst.

Das habe ich schon oft genug gemacht, wenn ich alleine unterwegs bin.

>Mach erstmal Deine Hausaufgaben
>und geh' nach Rpf.

Da ist doch alles tot :-(
GB Schotterwueste hat zugeschlagen...


>Ich wuerde behaupten, dass auf einer "Anschlussabzeigstelle"

>Zuege enden und beginnen. Auf einer ordinaeren Anst/Awanst

>bzw Anschl/Awanschl ist das anders:

Dazu schweigt sich die BOA, bzw. die Anweisung Nr.5 zur BOA aus :-(

>Da muss die Bedienungsfahrt

>wieder raus, und zwar unter der gleichen Zugnummer! Sonst
>haette da ja ein Zug geendet und der Anschluss waere ein Bf.
>Das wollte mir ein gestandener Zugfuehrer nicht glauben ;-)

War das jemand aus dem Raum Bodensee, denn ich auch kenne?


>Dieses Reitzhain oder wie auch immer das heisst bei Ronneburg
>ist IIRC ein Bahnhof. Aber wie steht's mit Abzw Poppenwald
>irgendwo bei Aue?

Ich habe im Strassenatlas einen Abzweig zwischen Hartenstein und
Schlemma unt. Bf. gefunden, der noerdlich der Bruecke ueber die
Zwickauer Mulde liegt. Ist der das?
Daneben sind Bergwerke eingezeichnet

>> Martin, wenn da was zu finden ist, muss das erkundet werden :-)
>

>Das ist auch nicht aufregender als Holthausen. ;-)

Holthausen ist doch DB-Land ;-)


>Wie ist denn dort eigentlich das PCK angeschlossen? Das
>ist doch auch eine "Anschlussabzweigstelle" und an der
>Emsbruecke in Rheine war's doch auch so?

Emsbruecke (Eb) ist ein Abzweig. Dort zweigte (bis 1998) die
Umgehungskurve zwischen den Strecken Osnabrueck-Muenster und die
Werksbahn (genaue Definition nicht bekannt) der Textilfabrik FAK ab.
Die Besonderheit war, dass auch diese Werksbahn ein eigenes Signal
hatte.
Stark vereinfacht sah das so aus:

| Ems|
| Ems|
Rheine Pbf================= Osnabrueck
/ | Ems| _\_
/ | Ems| \
Rheine Rbf \ FAK
(Muenster)

Martin Balser

unread,
Aug 16, 1999, 3:00:00 AM8/16/99
to
Holger Metschulat wrote:

> Was Du meinst ist der Rückgabe*zwang*. Die Rückgabe*sperre* ist[..]

Ja, mein Fehler. Warum mussen die Dinger auch so aehnlich heissen?
Wird das gleiche Blockfeld fuer R.zwang und R.sperre benutzt?
(nicht das *selbe*!)

> Warninghoff schreibt dazu:

Danke an das selbsttaetig postende Signaltechniklexikon :-)

> Ddie Sache mit dem Stützrelais kann natürlich auch sein.
> In der Schaltung ohne Rückgabesperre sind zwei Relaiskontakte
> drin, und zwar einmal ein Kreis mit einem waagerechten Strich
> obendrüber, untendrunter und in der Mitte,
> sowie ein Quadrat mit senkrechtem Strich in der Mitte.

Heisst ersteres nicht "Hilfsrelais"? Ich kann da nur allerwildeste
Vermutungen antellen, denn die ZMS von 1956 habe ich nach
Verleihen nicht wiedergesehen und die von 1936 liegt zuhause,
wo sie nach den Erfahrungen mit der '56er auch bleibt :-(

[FORD-FNRD danke fuer den Tip, das ist doch TN oder??]

> > Bis auf die Sache mit dem Einspeichern war das klar. Nur:
> > Wenn das Freigeben des Schluessels davon abhaengt, dass man
> > eingepeichert hat, kommt die Bedienungsfahrt wieder zurueck?
> > Die Einspeicherung ist doch jetzt geloescht, nachdem normale
> > Zuege dran vorbeigefahren sind. Wie bekommt man sie wieder?
>

> Keine Ahnung! Auf jeden Fall kann man nach der Anforderung
> den Schlüssel mit der WGT immer freigeben (wenn kein Zug
> auf der Strecke ist), auch wenn keine Anschlußkennung
> eingespeichert ist. Die Anschlußkennung verschließt dann
> wohl die anderen Anschlußstellen? Die Bedeutung der
> Anschlußkennung ist mir auch noch nicht ganz klar.

Aber: Wenn die Sperrfahrt vom Bf kommt und den Schluessel an der
Awanst anfordert, ist das Gleis durch die Sperrf _besetzt_
==> dient die Anschlusskennung dazu, in diesem Fall trotzdem den
Schluessel freizugeben.
Schluessel_darf_frei_werden :=
(Gleis_frei AND SchlAnfT AND NOT Kennung_eingespeichert)
OR (NOT Gleis_frei AND SchlAnfT AND Kennung_eingespeichert)
oder nach Umformung und Codierung in C++ vielleicht kuerzer,
aber schlechter verstaendlich ;-)

Logisch genug, um wahr zu sein?

Martin Balser

unread,
Aug 16, 1999, 3:00:00 AM8/16/99
to
Armin Muehl wrote:

> >Mach erstmal Deine Hausaufgaben
> >und geh' nach Rpf.

> Da ist doch alles tot :-(
> GB Schotterwueste hat zugeschlagen...

Wieso? Ist Rheine Pbf auch schon auf Jerxheim-Niveau rueckgebaut?
Liegen die Schienen jetzt beim MFM? Ist das ESTW schon fertig?

> >[...] Aber wie steht's mit Abzw Poppenwald


> >irgendwo bei Aue?

> Ich habe im Strassenatlas einen Abzweig zwischen Hartenstein und

> Schlehma unt. Bf. gefunden, der noerdlich der Bruecke ueber die


> Zwickauer Mulde liegt. Ist der das?

So muesste es sein.

[Holthausen]

> >Wie ist denn dort eigentlich das PCK angeschlossen?

Bitte um Antwort!



> Emsbruecke (Eb) ist ein Abzweig. Dort zweigte (bis 1998) die
> Umgehungskurve zwischen den Strecken Osnabrueck-Muenster und die
> Werksbahn (genaue Definition nicht bekannt) der Textilfabrik FAK ab.
> Die Besonderheit war, dass auch diese Werksbahn ein eigenes Signal
> hatte.

... womit man sie der BOA DDR eine Anschlussabzeigstelle ist ...

KaiLudwig

unread,
Aug 16, 1999, 3:00:00 AM8/16/99
to
thas...@dialup.nacamar.de (Matthias Doerfler) schrieb:

>Wo zwei Bahnhöfe direkt aneinander grenzen, können zwischen diesen
>beiden Bahnanlagen untereinander streng genommen keine Züge aufkommen.

Die R 408 vertritt hingegen neuerdings die Ansicht, daß Züge sogar innerhalb
eines Bahnhofes verkehren können.

>Im Geltungsbereich der DS 408 heisst so etwas normalerweise schlicht
>Abzweigstelle

Zu Zeiten des "Direktionsbereiches Cottbus" (= Rbd Cs in Liquidation) las man
zeitweilig "Uest Anst Kahla". Aber solange niemand den Malermeister
rausschickt, um die "Abzweigstelle" übertünchen zu lassen...

-kl

Klaus Koeblich

unread,
Aug 18, 1999, 3:00:00 AM8/18/99
to
Tach,

auch auf die Gefahr hin, mich als Nichtkenner gegenwärtiger Verhältnisse zu
enttarnen:

Matthias Doerfler schrieb:

> Damit haben wir ein entscheidendes weiteres denklogisches Kriterium:
> Der Bahnhof ist eine flächige Bahnanlage, die
> 1. nicht freie Strecke ist

> 2. auf einer Seite an die freie Strecke oder einen anderen Bahnhof
> angrenzt *und* auf den anderen Seiten an die freie Strecke, einen
> anderen Bahnhof oder an eine Nicht-Bahnanlage angrenzt.
>

Nach meinem Sachverständnis (welches allerdings 1990 nicht mehr
weiterentwickelt wurde) stoßen in DR-Land nie zwei Bahnhöfe aneinander,
sondern es gibt immer freie Strecke dazwischen. Stichwort ESig?

> Wo zwei Bahnhöfe direkt aneinander grenzen, können zwischen diesen
> beiden Bahnanlagen untereinander streng genommen keine Züge aufkommen.

Ja, eben drum!

Klaus

Ulf Kutzner

unread,
Aug 18, 1999, 3:00:00 AM8/18/99
to
KaiLudwig wrote:

> >Wo zwei Bahnhöfe direkt aneinander grenzen, können zwischen diesen
> >beiden Bahnanlagen untereinander streng genommen keine Züge aufkommen.
>

> Die R 408 vertritt hingegen neuerdings die Ansicht, daß Züge sogar innerhalb
> eines Bahnhofes verkehren können.

Also darf man jetzt Züge von Rüsselsheim nach Opelwerk fahren lassen ;-)

Gruß, ULF

--
________________________________________________________________________
Ulf Kutzner Backhaushohl 46 D-55128 Mainz
________________________________________________________________________

Joern Pachl

unread,
Aug 18, 1999, 3:00:00 AM8/18/99
to
On Wed, 18 Aug 1999 09:53:24 +0200, Klaus Koeblich
<Klaus.K...@gmx.de> wrote:

>Nach meinem Sachverständnis (welches allerdings 1990 nicht mehr
>weiterentwickelt wurde) stoßen in DR-Land nie zwei Bahnhöfe aneinander,
>sondern es gibt immer freie Strecke dazwischen. Stichwort ESig?

Ich habe da aus dem Bereich der DR zwar kein konkretes Beispiel parat,
der Fall, dass zwei Bahnhoefe ohne zwischenliegede freie Strecke
direkt aneinandergrenzen, war im Regelwerk der DR aber sogar besonders
vorgesehen. In der DR-Vorschrift "Grundsaetze fuer die Ausgestaltug
der Sicherungsanlagen auf Hauptbahnen und den mit mehr als 60 km/h
befahrenen Nebenbahnen" war der Fall zugelassen, dass bei dicht
nebeneinander liegenden Bahnhoefen ein Ausfahrsignal zugleich als
Einfahrsignal des naechsten Bahnhofs gelten kann. Damit liegt zwischen
beiden Bahnhoefen keine freie Strecke, die Bahnhoefe ueberlappen sich
sogar gegenseitig.

Im heutigen Regelwerk ist in der R 819 eine aehnliche Regel enthalten,
sowie die ergaenzende Regel, dass ein Einfahrsignal fuer einzelne
Fahrstrassen auch als Blocksignal einer Abzweigstelle gelten kann. In
solchen Faellen (fuer die es eine ganze Reihe von Beispielen gibt),
liegt zwischen dem Bahnhof und der benachbarten Abzweigstelle
ebenfalls keine freie Strecke.

Matthias Doerfler

unread,
Aug 18, 1999, 3:00:00 AM8/18/99
to
Am Sun, 15 Aug 1999 23:07:54 GMT schrieb armin...@gmx.de:

>On Sun, 15 Aug 1999 20:54:59 GMT, thas...@dialup.nacamar.de (Matthias
>Doerfler) wrote:

>>[BOA von Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und DDR 1983 zu Grunde legen?]

>Ja, das reicht erstmal :-)
>Mir liegt uebrigens die BOA DDR vom 13.5.1982 vor.

Also reden wir wenigstens über den selben Verordnungstext. Gut.

>>[Im Text DDR 1983 Begriff "Anschlussabzweigstelle" nicht gefunden]

>In der BOA selber steht es nicht (hatte ich Martin aber auch per PM
>geschrieben), sondern in der Anweisung Nr.5 zur BOA, Signalanlagen.

Die hat der Staatsverlag der DDR leider nicht des Abdruckes für würdig
befunden. Schlecht.

Womit sich für mich die Frage nach der Rechstnormqualität der
Anweisungen zur BOA und der Möglichkeit ihrer Fortgeltung nach irgend
welchen Massgaben des Einigungsvertrages stellt. Da wollte ich
eigentlich nicht landen, als ich in diesen Faden eingestiegen bin.
Werde ich trotzdem mal drüber nachdenken.

>Ich habe das auch mehr durch Zufall gesehen. Woanders steht auch nach
>meiner Meinung keine Definition der Bezeichnungen drin.

Schade.

>>2. auf einer Seite an die freie Strecke oder einen anderen Bahnhof
>>angrenzt *und* auf den anderen Seiten an die freie Strecke, einen
>>anderen Bahnhof oder an eine Nicht-Bahnanlage angrenzt.
>

>Was ist denn eine "Nichtbahnanlage"?

Deine Badewanne, mein Kühlschrank ... :-)
Schlicht: jedes Grundstück (oder Grundstückszubehör), das nicht als
Bahnanlage gewidmet ist. Aber z.B. auch: das ehemalige Empfangsgebäude
im Bahnhof Maulbronn (weil's entwidmet wurde).

mfg Matthias Dörfler

Armin Muehl

unread,
Aug 18, 1999, 3:00:00 AM8/18/99
to
On Wed, 18 Aug 1999 19:22:07 GMT, thas...@dialup.nacamar.de (Matthias
Doerfler) wrote:

>>In der BOA selber steht es nicht (hatte ich Martin aber auch per PM
>>geschrieben), sondern in der Anweisung Nr.5 zur BOA, Signalanlagen.
>
>Die hat der Staatsverlag der DDR leider nicht des Abdruckes für würdig
>befunden. Schlecht.

Bei mir ist die BOA zusammen mit den Anweisungen in einem Buch
vereint. Vom Staatsverlag der DDR kommt das auch.
Die BOA geht bis Seite 48 und dann kommen die Anweisungen bis Seite
261, sowie drei Anhaenge.
Das ganze ist der Sonderdruck Nr. 1080 vom 31.12.1982.


>>Was ist denn eine "Nichtbahnanlage"?
>
>Deine Badewanne, mein Kühlschrank ... :-)
>Schlicht: jedes Grundstück (oder Grundstückszubehör), das nicht als
>Bahnanlage gewidmet ist. Aber z.B. auch: das ehemalige Empfangsgebäude
>im Bahnhof Maulbronn (weil's entwidmet wurde).

Man lernt nie aus ;-)

Martin Balser

unread,
Aug 19, 1999, 3:00:00 AM8/19/99
to
Joern Pachl wrote:

[unvermittelter Zusammenstoss zweier Bf :-)]

> Ich habe da aus dem Bereich der DR zwar kein konkretes
> Beispiel parat, der Fall, dass zwei Bahnhoefe ohne
> zwischenliegede freie Strecke direkt aneinandergrenzen,
> war im Regelwerk der DR aber sogar besonders
> vorgesehen. In der DR-Vorschrift "Grundsaetze fuer die
> Ausgestaltug der Sicherungsanlagen auf Hauptbahnen und
> den mit mehr als 60 km/h befahrenen Nebenbahnen" war der
> Fall zugelassen, dass bei dicht nebeneinander liegenden
> Bahnhoefen ein Ausfahrsignal zugleich als Einfahrsignal
> des naechsten Bahnhofs gelten kann.

Ich wiess nicht, ob das jetzt ein gutes Beispiel wird,
da ich nicht belegen kann, dass Stassfurt Pbf und Gbf
zwei getrennte Bahnhoefe waren/sind, aber es sieht so aus:
Ve2- S3-
_21_<<_______/"W3" L- ..________/_________<_>_3__
_20_<<______/__________________/____ "B2" S2-
_19_<<_>>__/ . / -Vx \________ \__________<__2__
-K . / Po"C" \___________>__1__
.2..(<)......... /
_1_<_>__________/
-J
Stassfurt Gbf <--+--> Stassfurt Pbf

Die Zeichen -J usw. sollen Hauptsignale sein, - ist der
Mast und J die Signalbezeichnung. -Vx ist das Ausfahrvorsignal
Richtung Schoenebeck. Das Signal L steht ziemlich mitten
in der Weiche, die da liegt, und am selben Standort steht
auch das Ausfahrvorsignal Ve2 Richtung Guesten.
Einfahrten von Gbf, Gl 1 nach Pbf, Gl 1 werden also
auf Signal J durchgefuehrt, das also die von Joern beschriebene
Rolle erfuellt. Bei der Fahrt Pbf, Gl 2 - Gbf, Gl 1 wird's
nun vertrackt. Ich habe es (noch!) nicht genau beobachtet,
aber es muesste zuerst Signal L auf Fahrt kommen und dann
S in Folgeabhaengigkeit, weil L ja nicht durch ein Vorsignal
angekuendigt wird. Als Einnfahrsignalk fuer den Gbf ist L
wohl kaum anzusprechen, es hat eher den Charakter eines
Wegesignals, denn hier verzweigen sich Fahrstrassen in
verschiedene Gleise des Gbf. Um die Sonderbarkeit der
Anordnung perfekt zu machen: Wenn L Hf 1 zeigt, liegt die
Weiche krumm, wenn es Hf 2 zeigt, liegt sie gerade. Irre :-)
Optisch unterstuuetzt wird das Ensemble noch durch die
wannenfoermige Bergsenkung in Hoehe Posten "C".



> Im heutigen Regelwerk ist in der R 819 eine aehnliche Regel
> enthalten, sowie die ergaenzende Regel, dass ein Einfahrsignal
> fuer einzelne Fahrstrassen auch als Blocksignal einer
> Abzweigstelle gelten kann. In solchen Faellen (fuer die es
> eine ganze Reihe von Beispielen gibt),


Bf X-leben
_______>___
Str1__ _________/_______>___
-O \
^ \ |Ende des Bf
Anfang Bf=Esig \________>_______________________ Str2
/
Str2________________________________/ Abzw Y-roda
freie Strecke -O
Bksig

Etwa so?
Wo gibt's das denn in Echt? <man nannte ihn Mr. Sonderfall>

Joern Pachl

unread,
Aug 19, 1999, 3:00:00 AM8/19/99
to
On Thu, 19 Aug 1999 00:38:06 +0200, Martin Balser
<Martin...@cern.ch> wrote:

> Bf X-leben
> _______>___
>Str1__ _________/_______>___
> -O \
> ^ \ |Ende des Bf
> Anfang Bf=Esig \________>_______________________ Str2
> /
>Str2________________________________/ Abzw Y-roda
> freie Strecke -O
> Bksig
>
>Etwa so?

Nicht ganz. Das Gleis von Str1 nach Str2 muss als Streckengleis
gelten. Sonst wuerde es sich nur um einen Bahnhof ohne Ausfahrsignal
handeln.

>Wo gibt's das denn in Echt? <man nannte ihn Mr. Sonderfall>

Einen typischen Fall wird es in Kuerze in Zusammenhang mit dem ESTW
Kiel in Kiel-Meimersdorf geben:

Bf Meimersdorf
________________
/________________
/_________________
/
Neu- _____________________/_________________________
muenster ____________________/__________________________ Kiel
|-0 Abzw
Meimersdorf

Das eingezeichnete Blocksignal, das die Abzw Meimersdorf in
spitzbefahrener Richtung deckt, gilt zugleich als Einfahrsignal des Bf
Meimersdorf.

Ulf Kutzner

unread,
Aug 19, 1999, 3:00:00 AM8/19/99
to
Matthias Doerfler wrote:

> Schlicht: jedes Grundstück (oder Grundstückszubehör), das nicht als
> Bahnanlage gewidmet ist. Aber z.B. auch: das ehemalige Empfangsgebäude
> im Bahnhof Maulbronn (weil's entwidmet wurde).

Ist eigentlich der Frankfurter Hauptgüterbahnhof entwidmet? Wenn ja,
könnte das Grundstück doch ans BEV gehen.

Harald Schaefer

unread,
Aug 19, 1999, 3:00:00 AM8/19/99
to
Joern Pachl schrieb:

>
> On Wed, 18 Aug 1999 09:53:24 +0200, Klaus Koeblich
> <Klaus.K...@gmx.de> wrote:
>
> >Nach meinem Sachverständnis (welches allerdings 1990 nicht mehr
> >weiterentwickelt wurde) stoßen in DR-Land nie zwei Bahnhöfe aneinander,
> >sondern es gibt immer freie Strecke dazwischen. Stichwort ESig?
>
> Ich habe da aus dem Bereich der DR zwar kein konkretes Beispiel parat,

Die Bahnhöfe Magdeburg Hbf und Magdeburg Sudenburg sind ein Beispiel
fuer dicht aneinanderliegende Bahnhoefe. Jeder Bahnhof hat zwar ein
eigenes Einfahrsignal, die ca. 20m voneinander entfernt (mit den
Rückseiten zueinander) stehen, die freie Strecke hat also die Länge
-20m. Anders formuliert, der Bereich zwischen den Einfahrsignalen (die
stehen) gehört zu beiden Bahnhöfen, wenn man die Definition der
Bahnhofsgrenzen strict am Einafhrsignal festmacht.

Maximilian Gauger

unread,
Aug 19, 1999, 3:00:00 AM8/19/99
to
Matthias Doerfler wrote:

> >Was ist denn eine "Nichtbahnanlage"?
>
> Deine Badewanne, mein Kühlschrank ... :-)

> Schlicht: jedes Grundstück (oder Grundstückszubehör), das nicht als
> Bahnanlage gewidmet ist. Aber z.B. auch: das ehemalige Empfangsgebäude
> im Bahnhof Maulbronn (weil's entwidmet wurde).

[OT]
Matthias, weisst Du, was da jetzt drin ist?

Ciao,

Max

--
************************************************** Maximilian Gauger *
* Life is like a box of chocolates: * Zeltweg 62 *
* You never know what you'll get. (Forrest Gump) * CH-8032 Zuerich *
************************************************** mga...@gmx.net *

Matthias Doerfler

unread,
Aug 19, 1999, 3:00:00 AM8/19/99
to
Am Wed, 18 Aug 1999 19:51:13 GMT schrieb Armin Muehl:

>Die BOA geht bis Seite 48 und dann kommen die Anweisungen bis Seite
>261, sowie drei Anhaenge.
>Das ganze ist der Sonderdruck Nr. 1080 vom 31.12.1982.

Danke für das Inhaltsverzeichnis: Ich brauche doch eine Lesebrille.
Muss ich bei Gelegenheit studieren.

mfg Matthias Dörfler

Matthias Doerfler

unread,
Aug 19, 1999, 3:00:00 AM8/19/99
to
Am Thu, 19 Aug 1999 12:25:57 +0200 schrieb Maximilian Gauger
<mga...@gmx.net> :

>>> Was ist denn eine "Nichtbahnanlage"?

>> Deine Badewanne, mein Kühlschrank ... :-)
>> Schlicht: jedes Grundstück (oder Grundstückszubehör), das nicht als
>> Bahnanlage gewidmet ist. Aber z.B. auch: das ehemalige Empfangsgebäude
>> im Bahnhof Maulbronn (weil's entwidmet wurde).

> [OT]
> Matthias, weisst Du, was da jetzt drin ist?

In meinem Kühlschrank? Weiss ich, aber das wird nicht gepostet.
Im ehemaligen Maulbronner Stadtbahnhofsgebäude: Nutzung als Wohnhaus,
so wurde es jedenfalls verkauft. Ob und inwieweit es im Inneren - vor
allem im Erdgeschoss - umgebaut wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.

mfg Matthias Dörfler

Holger Metschulat

unread,
Aug 19, 1999, 3:00:00 AM8/19/99
to
Martin Balser <Martin...@cern.ch> schrieb:

> Heisst ersteres nicht "Hilfsrelais"? Ich kann da nur allerwildeste
> Vermutungen antellen, denn die ZMS von 1956 habe ich nach

Keine Ahnung, auf jeden Fall wird die Wiederholungssperre da irgendwie
anders eingebunden.

> [FORD-FNRD danke fuer den Tip, das ist doch TN oder??]

Was heißt "TN" ?

> ==> dient die Anschlusskennung dazu, in diesem Fall trotzdem den
> Schluessel freizugeben.

Ist eine gute Begründung. Zumindest im 600er-Stellwerk kann man die Kennung
auch manuell rauslöschen, der Zug fährt dann so weiter. Der Schlüssel kann
mit der WHT zu jedem Zeitpunkt freigegeben werden.

tobias b koehler

unread,
Aug 20, 1999, 3:00:00 AM8/20/99
to
On 19 Aug 1999 23:18:13 GMT, Holger Metschulat <ho...@sgs.wh.tu-darmstadt.de> wrote in de.etc.bahn.eisenbahn:

> Was heißt "TN" ?

Neckarsulm? :)

--
tobias benjamin köhler _______________ t...@rcs.urz.tu-dresden.de
__________<_ ______________ ______________ ______________
,''=0==========||===0=========0||=====0========||0=========0===|
`-oo--------oo-'`-oo--------oo-'`-oo--------oo-'`-oo--------oo-'

Martin Balser

unread,
Aug 20, 1999, 3:00:00 AM8/20/99
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Holger Metschulat wrote:

> Martin Balser <Martin...@cern.ch> schrieb:

> > [FORD-FNRD danke fuer den Tip, das ist doch TN oder??]

> Was heißt "TN" ?

Bitte vielmals um Entschuldigung, das ist in der Tat kryptisch.
Sollte heissen: Taugt Nichts - aeh, Telefonbau und Normalzeit.

Gruesse aus dem ObusundStrabdrahtverhau von Genf

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