Nach meiner Zeit bei der Marine (noch bis 09/2000). möchte ich, wenn
alles andere nicht klappen sollte, gerne den Beruf des
Triebfahrzeugführers ergreifen. Erstmal hätte ich da allerdings ein paar
Fragen :
1. Wird zentral ausgebildet, oder kann man auch in "seiner" Region
bleiben ?
2. Wie sieht´s mit den Durchfallquoten aus ?
3. Was muß ich überhaupt an Voraussetzungen mitbringen ?
4. Wie läuft die Ausbildung im allgemeinen ab ?
5. das wichtigste : Wieviel verdient man in diesem Job ?
6. Ist es wirklich so schlimm mit den Überstunden ?
Danke schon mal !!
MfG
Jan Böttcher
(Feivel)
NMS, Schleswig-Holstein
> 1. Wird zentral ausgebildet, oder kann man auch in "seiner" Region
> bleiben ?
Kommt drauf an, in welchem Unternehmen Du anfängst: ZugBus, oder
Reise&Touristik. Oder S-Bahn Hamburg.
> 2. Wie sieht´s mit den Durchfallquoten aus ?
Liegt an Dir und Deiner Einstellung.
> 3. Was muß ich überhaupt an Voraussetzungen mitbringen ?
Inzwischen wird oftmals auch keine metall/elektro-Ausbildung gefordert.
Diese Info erteilt Dir aber jeder potentielle Unternehmer.
> 4. Wie läuft die Ausbildung im allgemeinen ab ?
siehe oben
> 5. das wichtigste : Wieviel verdient man in diesem Job ?
Der Verkehrsmarkt ist im Umbruch, Du wirst langfrisitg sicher ziwschen
den Bereichen Mittel- /Kleinverdiener angesiedelt werden. Die Zeiten von
1988, wo vom Vorstand der DB eingeräumt wurde, daß Lokführer
unterbezahlt seien, man was dran tun müsste, sind vorbei. Heute zählen
die "Altlasten" als überbezahlt. So ändern sich die Zeiten.
Ich bin für mich seit 1991 in einem Verkehrsbetrieb beschäftigt
(Hamburger Hochbahn, Betrieb U-Bahn), zu meinem Beginn dort war von der
Umwälzung des Marktes kaum etwas zu spüren. Inzwischen stellt sich die
Situation komplett anders da.
Es machen praktisch alle Unternehmen einen Schnitt und stufen
Neueinsteiger in neuorientierte Tarifverträge ein, gewähren dem
Altbestand wohl noch ca. 10-15 Jahre einen politischen
Besitzstandsschutz.
Die Schraube des Status des Bahnbeschäftigten wird in den kommenden
Jahren immer weiter nach unten gedreht. Für mich gibt derzeit nur zwei
Argumente, welche mich vor Frustration schützen:
- In allen Wirtschaftsbereichen sieht es genauso aus. Dort werden
plötzlich Betriebe verlegt, geschlossen oder nur unter großen Mühen
gehalten mit derben Verzichten der Mitarbeiter.
- Das alles kann mir nicht passieren. Die U-Bahn in Hamburg muß immer
fahren, egal welcher Betreiber sie fährt - und: U-Bahnfahrer gibt es
nicht auf der Straße einzukaufen.
Viele Grüße
Jan Borchers
> Ich bin für mich seit 1991 in einem Verkehrsbetrieb beschäftigt
> (Hamburger Hochbahn, Betrieb U-Bahn), zu meinem Beginn dort war von der
> Umwälzung des Marktes kaum etwas zu spüren. Inzwischen stellt sich die
> Situation komplett anders da.
> Es machen praktisch alle Unternehmen einen Schnitt und stufen
> Neueinsteiger in neuorientierte Tarifverträge ein, gewähren dem
> Altbestand wohl noch ca. 10-15 Jahre einen politischen
> Besitzstandsschutz.
>
> Die Schraube des Status des Bahnbeschäftigten wird in den kommenden
> Jahren immer weiter nach unten gedreht. Für mich gibt derzeit nur zwei
> Argumente, welche mich vor Frustration schützen:
>
> - In allen Wirtschaftsbereichen sieht es genauso aus. Dort werden
> plötzlich Betriebe verlegt, geschlossen oder nur unter großen Mühen
> gehalten mit derben Verzichten der Mitarbeiter.
>
> - Das alles kann mir nicht passieren. Die U-Bahn in Hamburg muß immer
> fahren, egal welcher Betreiber sie fährt - und: U-Bahnfahrer gibt es
> nicht auf der Straße einzukaufen.
>
> Viele Grüße
>
> Jan Borchers
Danke, Du machst mir richtig Mut !! Dann werde ich meine
Bewerbungsanstrengungen doch lieber der Computerbranche zuwenden. Trotzdem
danke.
Und immer eine Handbreit Schiene unterm Radsatz .. ;-)
Feivel
> > Die Schraube des Status des Bahnbeschäftigten wird in den kommenden
> > Jahren immer weiter nach unten gedreht. Für mich gibt derzeit nur zwei
> > Argumente, welche mich vor Frustration schützen:
> >
> Danke, Du machst mir richtig Mut !! Dann werde ich meine
> Bewerbungsanstrengungen doch lieber der Computerbranche zuwenden. Trotzdem
> danke.
>
> Und immer eine Handbreit Schiene unterm Radsatz .. ;-)
>
Hallo Jan,
was würde es Dir bringen, wenn ich den Beruf des Lokführers/Zugfahrers
in rosaroten Tönen widergeben würde?
Um nicht nach 5 Jahren unsanft aus den idealistischen Träumen geweckt zu
werden, ist diese Schilderung notwendig, um die Du selbst gebeten hast.
Auch wenn die von mir geschilderten Rahmenerscheinungen nicht besonders
schön sein sein mögen, dennoch habe ich es bis heute nicht einen
einzigen Tag bereut, bei der Hochbahn angefangen zu haben.
Trotz allem kann ich bei Fahrtantritt die Tür hinter mir zu machen und
fortan mein eigener Boß sein. Mein Boß kann mir nur etwas mit
Paragraphen anhaben, ich ich kann ihn genauso mit Paragraphen
niedermachen. Und er muß sich das gefallen lassen.
Kein Boß kann seine Machtgelüste ungerechtfertigt an mir auslassen. Und
ich kann nebenbei meinem Hobby nachgehen.
Dann habe ich noch eine geregelte Schichtwoche 5/3, d.h. 5 Tage Dienst,
3 Tage frei. Einmal früh, einmal spät. Zu ungünstigen Zeiten sorgt die
Hochbahn für den Transport. Überstunden machen mir keine Sorgen, sie
werden ausschließlich auf freiwilliger Basis gegen Freizeitausgleich
oder Bezahlung geleistet.
*Ich* bin mit meinem Job zufrieden, doch weiß ich, daß dies draußen
nicht immer der Fall ist, und darauf weise ich hin.
Viele Grüße
Jan Borchers
<schnipp>
> *Ich* bin mit meinem Job zufrieden, doch weiß ich, daß dies draußen
> nicht immer der Fall ist, und darauf weise ich hin.
>
Du glücklicher Mensch. Wenigstens das ist Dir geblieben und es sei Dir
von Herzen gegönnt.
mfg
Andre Brandily
Wunderbar. W u n d e r b a r ! Ganz allerliebst. :-)))
mfg
Andre
Jan Borchers schrieb:
> Inzwischen wird oftmals auch keine metall/elektro-Ausbildung gefordert.
Heißt das, wenn ich bei R&T anfange, brauche ich u.U. keine
m/e-Ausbildung mehr ? Wer will dann kleinere Schäden an der Lok, die
früher vom gut geschulten Personal repariert wurden, nun beseitigen ?
Ruft der Lokführer einfach die Hotline an ? ;-)
Grüße
MhD
--
* Martin H. Duffner (MhD) Fax (49) 7722 3605
* 78098 Nussbach (Schwarzwaldbahn)
*
* Die Schwarzwaldbahn-Page: http://members.xoom.com/Bahn
* << Fordere viel von Dir selbst und erwarte wenig von anderen -
* dann bleibt Dir mancher Ärger erspart ! >> (Konfuzius)
Was soll dabei die Hotline???? ;-)
Dem Lokführer wird heute ganz einfach keine Möglichkeit mehr gegeben,
Kleinstreparaturen auszuführen.
Z.B. erfährst Du bei der 101-Ausbildung NICHTS genaues über die Technik
der Lok. Wenn Du nicht etwas technisches Interesse mitbringst, hat Dir
alles, was im Maschienenraum vorgeht, egal zu sein.
Die Technik heutiger Lokmotiven ist zudem so Komplex, daß eine tiefgehende
Ausbildung schon einem Studium gleichkommen würde. Andererseits ist das
Verständnis zur genauen Funktion für das Fahren unerheblich.
Und ob die früher übliche "Bastellei" im Maschienenraum sinnvoll war???
Ich finde nicht.....
Tschüß
GERD
--
Forth (F-PC) für Anfänger, VGA-Grafikprogrammierung: "Brettis Forth Ecke"
und auch Eisenbahn/Modellbahn in: BBS Chat Noir, 030/382 26 99
G.Brets...@TMB.in-berlin.de
Tel. 030-6734583
## CrossPoint v3.11 R ##
>Heißt das, wenn ich bei R&T anfange, brauche ich u.U. keine
>m/e-Ausbildung mehr ? Wer will dann kleinere Schäden an der Lok, die
>früher vom gut geschulten Personal repariert wurden, nun beseitigen ?
>Ruft der Lokführer einfach die Hotline an ? ;-)
0190'er Nummer auf eigene Kosten? ;)
--
bye
Heiko
Ich pflege dann immer "Hals- und Schienenbruch" zu wünschen...
Uli.
--
Uli Maschek
http://www.cryogen.com/u.maschek
"In die Personenwagen dürfen auch kleinere Tiere - ausgenommen Ferkel -
mitgenommen werden."
Ausführungsbestimmung von 1960 zum § 21 der Eisenbahn-Verkehrsordnung
vom 8.10.1938
Ja, Cargo und R&T haben eine Hotline.
Bei mir (S-Bahn Stuttgart) ist von Mo-Fr 5-19Uhr am Hauptbahnhof ein
Störlokführer vorhanden, den man per Zugfunk erreichen kann und um Hilfe
bitten kann. Bei bedarf fährt er mit und beseitigt Störungen während der
Fahrt oder organisiert mit dem Bh eien Fahrzeugtausch.
Falls jemand noch lust hat die BR420 und später 423 zu fahren, in Plochingen
(Bh der S-Bahn) werden immer neue Tf gesucht.
Einfach mal anrufen. Zuständiger Personalleiter ist ein Herr Haug.
Gruß Bernd Müller aus der ZNL TP
>Und ob die früher übliche "Bastellei" im Maschienenraum sinnvoll war???
Denkt man da an Pankower Taigatrommeln? Da erzählt man Sachen von
Unterlegscheiben oder von Hochspannungskammern, die ...
-kl
> > Dem Lokführer wird heute ganz einfach keine Möglichkeit mehr gegeben,
> > Kleinstreparaturen auszuführen.
>
> Thyristor-Sicherungen zu wechseln, ist eine Art von Kleinstreperatur,
> die für das weitere Fortkommen des Zuges von höchster Bedeutung ist,
> oder soll dafür ein Hilfslok bestellt werden ?
>
> Der Lokführer hat in so einem Fall nicht nur die Möglichkeit, sondern
> auch die Pflicht, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um das Tfz. wieder
> in Gang zu bekommen.
Das würde ich weniger als "Kleinreparatur" bezeichnen, es ist ganz einfach
ein vorgegebener Weg, Störungen zu beseitigen.
Es ist doch vielmehr so, das ich eine Lok zur Reparatur stellen muß, nur
weil womöglich ein Draht lose ist, den ich selber in einer Minute fest-
geschraubt hätte.
> > Z.B. erfährst Du bei der 101-Ausbildung NICHTS genaues über die
> > Technik der Lok. Wenn Du nicht etwas technisches Interesse mitbringst,
> > hat Dir alles, was im Maschienenraum vorgeht, egal zu sein.
>
> Grundsätzlich, sollte bei jeder Lok-Ausbildung techn. Interesse vorhanden
> sein. Das es bezüglich der technischen Verständlichkeit, hier gwisse Grenzen
> gibt, dürfte auch klar sein, besonders bei der kurzen Ausbildung.
Genau diese Form der Ausbildung mißfällt mir! Natürlich ist es "modern",
mit Kopfhöhrer am PC durch ein Lernprogramm zu Klicken. Es ist aber die
Qualität dieses Lernprogrammes, die mich nachdenklich macht! Da sitzen
qualifizierte Kollegen und müssen sich erklären lassen, das man mit dem
Taster für die Stromabnehmer den Stromabnehmer hebt, klicken womöglich
etwas daneben und höhren den sinnigen Spruch "DAS WAR FALSCH".
> Ich hatte in Berlin-Schöneweide nicht den Eindruck, daß man nichts genaues
> von der Technik vermittelt bekommt. Das hier nicht jedes ASG in seinen
> Einzelteilen dargestellt wird, dürfte verständlich sein.
Das erwarte ich auch nicht. Die Technik ist einfach zu komplex. Aber man
könnte mehr allgemeines zu der Technik sagen. Was macht so ein Vier-Qua-
dranten-Steller? Welche Prinzipien liegen der Leittechnik zu Grunde?
Wenn man sich etwas mit Antriebstechnik beschäftigt, kann man sich diese
Fragen selber beantworten, was macht aber jemand, der mit Computern und
Elektronik überhaupt nichts am Hut hat?
> Im Maschinenraum der 101 gibt es genügend Baugruppen, wo der Lokführer
> auch heute noch gefordert ist. Mit "egal", währe ich hier vorsichtig.
Er darf prinzipiell nirgendwo eingreifen. Alles, was er machen DARF,
schreibt ihm der Rechner vor. Ansonsten hat der Lokführer kaum Möglich-
keiten, Störungen überhaupt zu erkennen.
> > Und ob die früher übliche "Bastellei" im Maschienenraum sinnvoll war???
> > Ich finde nicht.....
>
> Es ist immer dann sinnvoll, wenn die Bastellei zum Erfolg führt.
Zwischen "Bastellei" und sinnvollen Eingriffen in die Technik (wie sie
z.B. ein Störsuchplan vorsieht) sollte man da unterscheiden. Wärend
meiner E-Lok-Ausbildung wurde z.B. noch das Unterkeilen von MTS ge-
lehrt. Jede Lok besaß zu diesem Zweck Keile. Sinnvoll oder gefährlich?
Natürlich fährt eine Lok auch mit unterkeilten Trennschützen, womöglich
sogar besser als vorher - aber kann derjenige, der Unterkeilt, ein-
schätzen, welche Auswirkungen sein Tun hat? Oder die "Bastelstrippen",
die früher zum Gepäck des Lokführers gehöhrten? Vor Jahren auf der
Berliner Lokfahrschule hatten wir mal eine Diskussion um das Thema
"Unterkeilen von Steuerrelais" (Eine beliebte - und gefährliche - Methode,
um nahezu jeden technischen Fehler zu umgehen.). Auf die Frage, ob der
Lehrer je schon mal diese Technik SINNVOLL angewendet hat, mußte er
passen.
> Einen Fahrmotor abzuschalten - eine Kraftstoffanlage zu entlüften -
> das auf Stufe stehengebliebene Schaltwerk wieder in Nullstellung
> zu bringen - Thyrister-Sicherungen des Hochspannungsschaltwerk zu
> wechseln - den Dampfkessel der BR215 nach Störung wieder anzuschalten-
> den Schutzschalter des Hilfsbetriebeumrichters (ET420/403) wieder
> einzuschalten - Wendegetriebe beim VT628 auf Mitte legen - usw.
> sind durchaus sinnvolle Tätigkeiten, wenn bei Störungen schnelles
> Handeln erforderlich ist. Je besser der Lokführer hier sein Handwerk
> versteht, um so eher kommt der Fahrgast an sein Ziel, wenn es nunmal
> zur techn. Störung gekommen ist. Auch das ist "Kundendienst".
Sehe ich ganz genau so!
Um diese Handlungen ausführen zu können, muß der Lokführer sein Fahrzeug
kennen! Aber genau diese Kentnisse werden bei der heutigen Ausbildung
nicht mehr vermittelt. Was soll man davon halten, wenn man eine Lok
(143/112) übernimmt, die ohne Grund auf Ersatzsicherungen geschaltet ist?
Merkt das keiner (mehr)? Immerhin bekommt man gesagt "bei mir ist alles
gelaufen".....
Genau deshalb halte ich die Einführung der Hotlines für eine Entmündigung
des Lokführers. Die dort gebotene "Unterstützung" kann eine fundierte
Ausbildung nicht ersetzen.
> Du stellst im prinzip Deinen Beruf in Frage, wenn Dir diese "Bastellei"
> für nicht sinnvoll erscheint.
Ich habe in den letzten Jahren als ausbildungsbeteiligter Lokführer
etlichen Kollegen neben dem Fahren auch die technischen Kniffe beige-
bracht, die einfach zur Beherschung einer Lok dazugehöhren. Darunter
waren Kollegen mit technischem Interesse und Leute, denen man die Hand
bei den ersten Bremsungen führen mußte. Jeden habe ich vor Bastelleien
gewarnt! Man kann an so einer Lok viel (unerlaubtes) machen, wenn man
genau weiß, wie es funktioniert. Dagegen verwehre ich mich - nicht gegen
die sinnvollen Eingriffe, die der Störsuchplan vorsieht!
rim...@gmx.de quälte ihre/seine Tastatur,um folgenden Text zu schreiben:
rim...@gmx.de pijnigde haar/zijn toetsenbord,om volgende tekst te schrijven:
> Wenn der 611 nach dem Zusammenkuppeln nicht mehr will hilft eine
> m/e-Ausbildung auch nicht mehr.
Vielleicht ein Ctrl+Alt+Del ? :-)
Doei ! ||_______________ Tot het volgende briefje
||| |
Dennis ||| Haarlem | PGP-Request: betref "##"
|||_____________|
|| ICQ: 8093515
||
___Z_________ __________________________ ____________________________
| o o | | DEN...@FUNLINE.GUN.DE | | http://members.aol.com/ |
| NS N.V. |-| DEN...@DENNIS.WMB.DE |-| DennisXXXX of fahrplaene |
°-o=o---o=o-° °-o=o------o==o------o=o-° °-o=o----o=o----o=o----o=o-°
=========================================================================
De trein naar Vlissingen hebt een vertraging van ongeveer tien minuten.
Herhaling: De trein naar Vlissingen hebt een vertraging van ongeveer tien
minuten.
Sicher werden diese "Hotlines" in Zukunft angesichts der abgespeckten
Ausbildung zum Standard werden. Der Lokführer wird zum Bediener werden.
Bei Pannen hilft ihm entweder ein hochgerüsteter Leitrechner auf dem Tfz
oder die anzuwählende Hotline.
Bei uns ist dies die Leitstelle, wo aufgrund der Karriereleiter
ausschließlich frühere Zugfahrer sitzen, die über Stellwerk,
Betriebsaufsicht zur Leitstelle kamen (jüngst wird diese Leiter
verwaschen, aber anderes Thema...).
Während ich meine drei Zugtypen DT2-DT4 im Schlaf beherrsche und jede
Macke von denen kenne, ergo ich kurze und bündige Störmeldungen an die
Leitstelle gebe, gerate ich in den Sog der "Hotline": Warum, wieso,
weshalb, machen Sie doch mal das. Da muß ich mich immer ziemlich
beherrschen.
Ergebnis, Du hast keine Lust, anspruchsvolle Störungen zu melden und
lässt die Kiste bis zum Exess so laufen. Weil Du mußt erstmal erklären,
warum du das gemerkt hast. Sonst merkt das doch keiner... Dummhalten der
Leute...
Jeder Tf entwickelt ein Geschwindigkeitsgefühl, so hatte ich heute einen
fehlerhaften Tacho. Melde den mal der "Hotline"...
"Was meinen Sie mit: Tacho zeigt falsch an?" Grrr...
Da musst Du Erklärungen suchen wie: "Sonst kommt der Zug immer den Berg
rauf, heute nicht" Oder "ich kann mit dem DT2 "80" fahren, kann ich
sonst nicht." Der falsche Leitstellenmitarbeiter will Dich dann gleich
aus dem Fahrdienst nehmen.
Solche Zustände werden euch bei der Bahn AG sicher auch bevorstehen. Und
die "Profis" unter den Lokführern werden sich entsprechend verkohlt
fühlen...
Viele Grüße
Jan Borchers
Optimist! Wenn ich die Stellenanzeigen sehe, mit denen eine Privatbahn
offenbar verhinderte Kapitaene der Landstrasze sucht, um sie in einem
Crashkurs zu Triebwagenbedienern zu machen, die dann aber nicht auf der
Privatbahn rumfahren, sondern auf komplizierten DB-Strecken, leuchtet
mir nicht ein, warum sowas bei der U-Bahn in Hamburg nicht auch
passieren koennen soll.
Michael Kauffmann
kennst du auch ein paar eurer Tf-Lehrlinge, speziell 2. Lehrjahr ?
Gruß Tobi
Sofern ein neuer Betreiber kommen sollte, ist er genötigt, den
vorhandenen Mitarbeiterstamm zu übernehmen, will er den Betrieb
weiterfahren. Er muß lediglich dafür sorgen, daß unter Umständen
abspringende Mitarbeiter ersetzt werden. Diese hat er dann im erwähnten
Crash-Kurs zu ersetzen. Aber 450 Zugfahrer mal eben ersetzen...
Das Eisenbahnsystem ist ein offenes System, d.h. die DB zieht ihre
Lokführer zurück und die Privatbahn muß natürlich auf dem Markt sich
neue Lokführer besorgen. Und für Lokführer gibt es einen Markt...
Viele Grüße
Jan Borchers
Ohhh - nicht nur! ;-)
Es gibt da 232, die hat auch eine Hochspannungskammer. Und eine
109/142 - mit einem ganzen Maschienenraum voller Spielzeug......
Und die kleinen Töffels erst! ;-))))
> Danke, Du machst mir richtig Mut !! Dann werde ich meine
> Bewerbungsanstrengungen doch lieber der Computerbranche zuwenden. Trotzdem
> danke.
Laß Dir nichts erzählen. Tfs leben nämlich im Paradies.
Niemand erwartet von Dir eine 18-Stunden-Schicht. Niemand macht Dir Deine
Mittagspause streitig. Niemand fordert Dich auf, zwischendurch einen
Güterwaggon abzuladen und den Vorgang als Erholungspause zu deklarieren.
Niemand erklärt Dir, wie man ein Aufzeichnungsgerät so manipuliert, daß
Sozialvorschriften angeblich eingehalten werden. Niemand gibt Dir
Fahrzeiten vor, die nur mit Überschreiten der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit zu halten sind. Dein Unternehmen hat gar einen
Betriebsrat.
Also bitte: Nach wie vor gelten die im Transportgewerbe üblichen
Umgangsformen für Tfs keineswegs.
hajo
[....]
> Das würde ich weniger als "Kleinreparatur" bezeichnen, es ist ganz einfach
> ein vorgegebener Weg, Störungen zu beseitigen.
Man kann sich über Begriffe und deren Definition streiten. Für mich ist das
Wechseln von Sicherungen, eine Art von Kleinstreperatur, wodurch die
Störung beseitigt werden kann.
> Es ist doch vielmehr so, das ich eine Lok zur Reparatur stellen muß, nur
> weil womöglich ein Draht lose ist, den ich selber in einer Minute fest-
> geschraubt hätte.
Du stellst die Lok zur Reperatur ab, weil Dir das Werkzeug fehlt, oder
weil es zeitlich einfach nicht möglich ist. Wenn ich einen Schraubenzieher
dabei habe, ist es für mich kein Akt, selber das defekte Spitzenlicht zu
wechseln. Bei der BR101 dürfte das allerdings schwierig werden.;-)
[....]
> > Grundsätzlich, sollte bei jeder Lok-Ausbildung techn. Interesse vorhanden
> > sein. Das es bezüglich der technischen Verständlichkeit, hier gwisse Grenzen
> > gibt, dürfte auch klar sein, besonders bei der kurzen Ausbildung.
>
> Genau diese Form der Ausbildung mißfällt mir! Natürlich ist es "modern",
> mit Kopfhöhrer am PC durch ein Lernprogramm zu Klicken. Es ist aber die
> Qualität dieses Lernprogrammes, die mich nachdenklich macht! Da sitzen
> qualifizierte Kollegen und müssen sich erklären lassen, das man mit dem
> Taster für die Stromabnehmer den Stromabnehmer hebt, klicken womöglich
> etwas daneben und höhren den sinnigen Spruch "DAS WAR FALSCH".
Meine Begeisterung bezüglich dieser Art von Ausbildung, hält sich auch
in Grenzen, wobei ich fast noch weniger erwartet habe. Das Programm ist
ansich nicht so schlecht aufgebaut, wobei es für die Leute, die noch
nie etwas mit einem PC zutun gehabt haben, nicht unbedingt leichter
wird, was diese Ausbildungspraxis angeht. Hier gehen die Meinungen jedoch
weit auseinander.
> > Ich hatte in Berlin-Schöneweide nicht den Eindruck, daß man nichts genaues
> > von der Technik vermittelt bekommt. Das hier nicht jedes ASG in seinen
> > Einzelteilen dargestellt wird, dürfte verständlich sein.
>
> Das erwarte ich auch nicht. Die Technik ist einfach zu komplex. Aber man
> könnte mehr allgemeines zu der Technik sagen. Was macht so ein Vier-Qua-
> dranten-Steller? Welche Prinzipien liegen der Leittechnik zu Grunde?
> Wenn man sich etwas mit Antriebstechnik beschäftigt, kann man sich diese
> Fragen selber beantworten, was macht aber jemand, der mit Computern und
> Elektronik überhaupt nichts am Hut hat?
Richtig !
Wer nicht selber eigeninteresse mitbringt, fällt ggf. ins Bodenlose.
Ich finde es immer erstaunlich, wenn die techn. Unterlagen der
Gewerkschaften für die einzelnen Triebfahrzeuge, ausführlicher
sind, als wie die des Arbeitgebers.
> > Im Maschinenraum der 101 gibt es genügend Baugruppen, wo der Lokführer
> > auch heute noch gefordert ist. Mit "egal", währe ich hier vorsichtig.
>
> Er darf prinzipiell nirgendwo eingreifen. Alles, was er machen DARF,
> schreibt ihm der Rechner vor. Ansonsten hat der Lokführer kaum Möglich-
> keiten, Störungen überhaupt zu erkennen.
Im prinzip schreibt der Rechner das vor, was sonst die Störliste
vorgibt. Hier sehe ich keinen so großen Unterschied.
Es geht mir nicht alleine nur um Störungsbeseitung, sondern auch
um die Dinge, die zb. am Luftgerüst gemacht werden müssen, wenn der
Fall der Fälle eintritt, oder wenn geerdet werden muß.
> > Es ist immer dann sinnvoll, wenn die Bastellei zum Erfolg führt.
>
> Zwischen "Bastellei" und sinnvollen Eingriffen in die Technik (wie sie
> z.B. ein Störsuchplan vorsieht) sollte man da unterscheiden. Wärend
> meiner E-Lok-Ausbildung wurde z.B. noch das Unterkeilen von MTS ge-
> lehrt. Jede Lok besaß zu diesem Zweck Keile. Sinnvoll oder gefährlich?
> Natürlich fährt eine Lok auch mit unterkeilten Trennschützen, womöglich
> sogar besser als vorher - aber kann derjenige, der Unterkeilt, ein-
> schätzen, welche Auswirkungen sein Tun hat? Oder die "Bastelstrippen",
> die früher zum Gepäck des Lokführers gehöhrten? Vor Jahren auf der
> Berliner Lokfahrschule hatten wir mal eine Diskussion um das Thema
> "Unterkeilen von Steuerrelais" (Eine beliebte - und gefährliche - Methode,
> um nahezu jeden technischen Fehler zu umgehen.). Auf die Frage, ob der
> Lehrer je schon mal diese Technik SINNVOLL angewendet hat, mußte er
> passen.
Ich habe unter "Bastellei" auch nur das Verstanden, was die Störliste
zur Behebung vorschreibt, oder das was ich selber verantworten kann,
wenn ich die Funktion des Bauteiles genau kenne, wie zb. das von Dir
erwähnte Steuerrelais. Den Fall mit dem defekten Steuerrelais, hatten
wir kürzlich mal bei einer BR111.
> > Einen Fahrmotor abzuschalten - eine Kraftstoffanlage zu entlüften -
> > das auf Stufe stehengebliebene Schaltwerk wieder in Nullstellung
> > zu bringen - Thyrister-Sicherungen des Hochspannungsschaltwerk zu
> > wechseln - den Dampfkessel der BR215 nach Störung wieder anzuschalten-
> > den Schutzschalter des Hilfsbetriebeumrichters (ET420/403) wieder
> > einzuschalten - Wendegetriebe beim VT628 auf Mitte legen - usw.
> > sind durchaus sinnvolle Tätigkeiten, wenn bei Störungen schnelles
> > Handeln erforderlich ist. Je besser der Lokführer hier sein Handwerk
> > versteht, um so eher kommt der Fahrgast an sein Ziel, wenn es nunmal
> > zur techn. Störung gekommen ist. Auch das ist "Kundendienst".
>
> Sehe ich ganz genau so!
Dann sind wir in den meißten Punkten auch einer Meinung.:-)
Ich war der Auffassung, daß Du unter "Bastellei" die von mir als
Beispiel aufgeführten Störungsfälle, als nicht sinnvolle Tätigkeiten
einstufen würdest. Wir würden uns wahrhaftig selber disqualifizieren,
und unseren Beruf in Frage stellen, wenn es anders währe.
> Um diese Handlungen ausführen zu können, muß der Lokführer sein Fahrzeug
> kennen! Aber genau diese Kentnisse werden bei der heutigen Ausbildung
> nicht mehr vermittelt. Was soll man davon halten, wenn man eine Lok
> (143/112) übernimmt, die ohne Grund auf Ersatzsicherungen geschaltet ist?
> Merkt das keiner (mehr)? Immerhin bekommt man gesagt "bei mir ist alles
> gelaufen".....
:-)
Das war ein gutes Beispiel, mit dem Sicherungsumschalter. :-)
Wenn es beim Aufrüsten nicht so klappt wie es soll, ist die Hand
schnell an der falschen Stelle. Zumindest sollte man nach
Fehldiagnose, diesen Umschalter wieder in seine Grundstellung bringen,
nur wie geht das, wenn man es bei der Ausbildung nicht gezeigt bekommen
hat. Beim Fahren "sollte" man aber merken, wenn auf Ersatzsicherung
geschaltet ist.;-)
> Genau deshalb halte ich die Einführung der Hotlines für eine Entmündigung
> des Lokführers. Die dort gebotene "Unterstützung" kann eine fundierte
> Ausbildung nicht ersetzen.
Ansich bin ich für jeden Ansprechpartner dankbar, der mir im Notfall
weiterhelfen kann, nur bin ich auch der Meinung, daß eine gute
Aus -und Fortbildung die beste Grundlage für einen reibungslosen
Betrieb ist. Scheinbar bestimmt aber immer mehr, der momentane
Kostenfaktor den Weg . :-(
Gruß
Wolfgang
> Jan Böttcher schrieb:
>
>
> > Danke, Du machst mir richtig Mut !! Dann werde ich meine
> > Bewerbungsanstrengungen doch lieber der Computerbranche zuwenden. Trotzdem
> > danke.
>
>
> Laß Dir nichts erzählen. Tfs leben nämlich im Paradies.
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Da frage ich mich nur, warum die Bundesbahn frührer immer
schwierigkeiten hatte, Handwerker aus den eigenen Reihen
für den Beruf des Lokführers zu gewinnen. Mit Beamtenstatus
und daraus resultierender Ueberversorgung, wie der Volksmund
und gewisse Interessengruppen es gerne verbreiten, hätte
der Andrang überwältigend sein müßen.
Zum Traum aller Schwiegermüter, wirst Du bei dem Beruf nicht.;-)
Ich wollte kein LKW-Fahrer sein, nur Zuckerschlecken ist der
Beruf des Lokführers auch nicht.
Gruß
Wolfgang
> Ich wollte kein LKW-Fahrer sein, nur Zuckerschlecken ist der
> Beruf des Lokführers auch nicht.
Die spannende Frage für die nächsten Jahre ist, ob es der EU-Kommission
tatsächlich gelingt, den neuen Fahrtenschreiber für LKW in der geplanten
Form durchzusetzen: Weitgehend fälschungssicher, mit Datenspeicher pro
Fahrer und pro Fahrzeug.
Mag off-topic klingen, ist aber eine der wichtigsten Fragen bez.
Konkurrenzfähigkeit von DB Cargo.
hajo