Marcel Mueller schrieb:
>Am 21.12.21 um 12:30 schrieb Detlef Wirsing:
...
>> Jedenfalls habe ich Audacity mit ffmpeg nicht
>> richtig zum Laufen gebracht. Der Aufwand stand in keinem Verhältnis
>> zum Zeitgewinn.
>
>Es hätte auch nichts gebracht. Audacity kann nur /dekodierte/ PCM-Daten
>verarbeiten. Es hätte also nur dazu geführt, dass die Daten dekodiert
>werden. Und beim Speichern hätte man einen Export machen müssen. Dabei
>wird dann neu encodet.
Ja. Aber dann kann ich mir aussuchen, ob ich WAV oder FLAC nehme, also
verlustfrei. Dekodiert wird immer. Bevor man MP2, MP3 oder AC3 hören
kann, muss es dekodiert werden.
>> Weiter mit MpegVCR oder was auch immer zu schneiden,
>> war einfacher. Durch die Umstellung der ARD von MP2 auf AAC und AC3
>> ist das aber nicht mehr so. Deshalb suche ich jetzt sozusagen ein
>> MP3DirectCut für AC3.
>
>Brauchst du an der Stelle 5.1?
Das kann ich nicht sagen. Vermutlich wird das wie bisher sein.
Manchmal kommt DD 2.0, mal 5.1. 5.1 speichern wir als AC3 ab wie
gesendet. Bei AC3 mit DD 2.0 nehmen wir die parallel gesendete
MP2-Spur, weil AC3 hier keinen Vorteil bringt, nur Nachteile. MP2 wird
aber inzwischen gar nicht mehr von der ARD gesendet, soweit ich es
mitbekommen habe.
>Ansonsten: falls die Bitrate von dem AC3-Strom hinreichend hoch ist -
>bei den Öffis durchaus üblich - wäre eine Transkodierung in ein anderes
>Format wie AAC zwar nicht verlustfrei aber doch extrem verlustarm. AC3
>halte ich für kein sonderlich geeignetes Format für Radioaufzeichnungen,
>zumal etliche kleine Geräte es nicht abspielen können.
Mein Freund Stephan und ich nehmen alle Hörspiele im deutschsprachigen
DVB-Radio auf, die wir noch nicht haben. Die werden geschnitten und
als unveränderter DVB-Stream in einem Archiv weggebunkert. Da möchten
wir möglichst keine Kodierungsverluste reintragen. Andererseits müssen
wir die Aufnahmen schneiden können, ohne 10 Minuten pro Hörspiel zu
brauchen. Seit der Umstellung der ARD auf AAC ist das schwierig
geworden. Die AAC-Streams sind kleiner geworden. Ob die frühere
Qualität durch die Vorteile des moderneren AAC gegenüber MP2 trotz
kleiineren Streams erreicht werden, müssen Berufenere als ich
beurteilen. Tatsache ist, dass wir keine Wahl haben. MP2 ist bei der
ARD abgeschaltet.
>Wenn es natürlich explizit Sendungen mit Raumklang sind, dann kann das
>Sinn ergeben. Die Frage ist, ob Programme wie Avidemux es dann schneiden
>können.
>
>Ich weiß auch nicht, in wie weit sich AC3 für verlustfreies Schneiden
>eignet. Ich habe mich mit den Internas des AC3 Bitstream noch nicht
>näher beschäftigt.
Und ich hab mal nach Interna gesucht und keine gefunden, die ich
verstanden habe. Zu dem Zeitpunkt interessierte mich, ob ich bei AC3
wie bei MP3 die Lautstärke verlustfrei erhöhen kann. MP3 macht das,
indem nur ein Flag jedes Frames verändert wird, soweit ich mich
erinnere. Die eigentliche Aufnahme wird dabei nicht angetastet.
>Bereits bei MP3 geht es ja schon nur noch schwierig, weil das
>Bit-Reservoir fast immer Referenzen auf vorausgehende Frames enthält.
>Man braucht also immer zwei, drei Frames Vorlauf, bevor man mit der
>Wiedergabe eines MP3-Datenstroms beginnen kann. Dann stimmt natürlich
>die Startposition nicht mehr.
Wenn an den Schnittstellen rekodiert wird, ist das kein Problem. In
meinen Augen ist das der bestmögliche Kompromiss. Entweder ich
schneide ungenau, oder ich rendere die Frames um die beiden Schnitte
herum neu. Das ist bei Video ja nicht anders. Hohl ist nur, wegen
zweier Schnitte _alles_ neu zu rendern, was lange Zeit Standard war
(ist?).