Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Zeichen für Geburt/Tod bei Biographien?

543 views
Skip to first unread message

Magnus Warker

unread,
Dec 8, 2012, 9:24:41 AM12/8/12
to
Hallo,

wie setzt man in TeX am besten Zeichen für Geburt und Tod bei
Biographien, d. h. den Stern und das Kreuz, wie z. B. hier:

* 23. September 1883; † 28. November 1956

bzw.

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Gundel

Tipps wären super.

Magnus

Christine Roemer

unread,
Dec 8, 2012, 9:55:58 AM12/8/12
to
Am 08.12.2012 15:24, schrieb Magnus Warker:

> wie setzt man in TeX am besten Zeichen f�r Geburt und Tod bei
> Biographien, d. h. den Stern und das Kreuz, wie z. B. hier:
>
> * 23. September 1883; � 28. November 1956
>
> bzw.
>
> http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Gundel
>
> Tipps w�ren super.

Wie man dies am besten setzt, wei� ich nicht.
Es gibt daf�r spezielle Symbolbefehle in textcomp.sty:
\textborn
\textdied

Christine


N. Lindenhayn

unread,
Dec 8, 2012, 10:00:12 AM12/8/12
to
Hallo Magnus,

paar Ideen aus dem Stegreif:

\documentclass{scrartcl}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage{tgpagella,mnsymbol}

\begin{document}
* 23. September 1883; � 28. November 1956 \\
oder
\textsuperscript{+}1956\\
\textsuperscript{$\bigplus$}1956\\
\textsuperscript{$\filledstar$}1956\\
\textsuperscript{$\star$}1956
etc.
\end{document}

Asterisk sowieso, aber auch das Kreuz sollten beide ohne weiteres Zutun
funktionieren (erste Zeile). Wie sie dann aussehen, h�ngt nat�rlich von
der gew�hlten Schrift ab, aber enthalten sollten sie erstmal in fast
jeder sein.

Das mit dem hochgestellten Plus finde ich immer eine ganz gute Idee, da
es auch besser zum hochgestellten Stern passt. Leider wird den
Mathezeichen von Seiten der Schriftgestalter nicht so viel
Aufmerksamkeit zuteil. Ein ansprechendes Plus zu finden, kann daher evt.
etwas dauern.

viele Gr��e
Nils.

--
http://lindenhayn.com
mehl at lindenhayn dot com

Magnus Warker

unread,
Dec 8, 2012, 10:12:47 AM12/8/12
to
Danke, genau sowas habe ich gesucht!

Mir f�llt auf, dass man die Leerzeichen ausgleichen muss, z. B. so:
\textborn\ 28.5.1884

Das ist mir bei \texteuro schon aufgefallen.
Warum ist das eigentlich so?

Magnus

Christine Roemer

unread,
Dec 8, 2012, 10:35:09 AM12/8/12
to
Am 08.12.2012 16:12, schrieb Magnus Warker:

> Mir f�llt auf, dass man die Leerzeichen ausgleichen muss, z. B. so:
> \textborn\ 28.5.1884
>
> Das ist mir bei \texteuro schon aufgefallen.
> Warum ist das eigentlich so?

TeX verschluckt bei Symbolen wohl in der Regel das nachfolgende
Leerzeichen, warum das so ist, hat Heiko Oberdiek schonmal erkl�rt.
Ich habe es leider wieder vergessen. Mit dem dem Makro xspace kann man
die Befehle umdefinieren und dies verhindern.

Christine



Magnus Warker

unread,
Dec 8, 2012, 10:42:55 AM12/8/12
to
Danke und sch�nen Tag noch!

Ulrich D i e z

unread,
Dec 9, 2012, 1:00:44 PM12/9/12
to
Christine Roemer schrieb:

> Am 08.12.2012 16:12, schrieb Magnus Warker:
>
> > Mir f�llt auf, dass man die Leerzeichen ausgleichen muss, z. B. so:
> > \textborn\ 28.5.1884
> >
> > Das ist mir bei \texteuro schon aufgefallen.
> > Warum ist das eigentlich so?
>
> TeX verschluckt bei Symbolen wohl in der Regel das nachfolgende
> Leerzeichen

\textborn ist eine Kontrollsequenz, genauer gesagt
ein Kontrollwort.

Kontrollsequenzen lassen sich in zwei Kategorien einteilen:

1. Kontrollsymbole. Ihr Name besteht aus einem Zeichen, welches
nicht den Kategoriecode 11 hat. Zum Beispiel \. oder \\ oder \@ .

2. Kontrollw�rter. Zum Beispiel: \A oder \TeX oder \WeissDerGeier .

Wenn der Leseapparatus von TeX ein Kontrollwort aus dem
Quelltext einliest, schaltet er in den Modus "S", d.h.
"skipping blanks", und im Quelltext hinter dem Kontrollwort
stehende Leerzeichen werden beim Einlesen "verschluckt".

Leerzeichen hinter Kontrollsymbolen und hinter Character
werden hingegen beim Einlesen und Tokenizen des Quelltextes
nicht verschluckt, sondern zu Space-Token.

Steht alles irgendwo im TeXBook.

Mit dem Makro

\newcommand\Foo[1]{#1} %Foo= First of one

k�nnte man auch schreiben:

\Foo{\textborn} 28.5.1884
{\textborn} 28.5.1884
\textborn{} 28.5.1884

Grund: Die schliessende geschweifte Klammer wird beim Einlesen
des Quelltextes als ein Character-Token "getokenized". Da schaltet
der Leseapparatus nicht auf S (skipping blanks) und das im Quelltext
folgende Leerzeichen wird als Space-Token "getokenized".

Bzw, wenn man zwischen dem Zeichen und dem Datum
keinen Zeilenumbruch zulassen will, was ich empfehlenswert
finde, kann man "tie marks" verwenden:

\textborn~28.5.1884



Zwischen normalen Leerzeichen ( ), control space (\ )
und tie mark (~) gibt es noch einen subtilen Unterschied:

Wenn man \nonfrenchspacing verwendet, will man zwischen
S�tzen bzw hinter Satzzeichen gr�ssere Leerr�ume haben
als zwischen Worten.
Wenn man \nonfrenchspacing verwendet, rechnet TeX
deshallb bei dem f�r ein Leerzeichen einzuf�genden
horizontalen Leerraum noch den sog. "Space Factor"
des vor dem Leerzeichen stehenden Zeichens drauf.
ZB ist der Space Factor beim Punkt anders als der
Space Factor bei einem Kleinbuchstaben.
Das funktioniert aber nur bei normalen Leerzeichen.
Bei control space und tie mark wird immer ein Zwischenraum
so erzeugt als w�re der Space Factor des davorstehenden
Zeichens gleich 1000.
Deshalb ist im folgenden Beispiel nur in der obersten Zeile
die L�cke zwischen "Satzende." und "Satzanfang" etwas
gr�sser, was man sieht, wenn man beim Betrachten einen
stark vergr�ssernden Zoom einstellt:

\documentclass{article}
\nonfrenchspacing
\parindent=0pt
\begin{document}
\Huge
Satzende. Satzanfang.\\
Satzende.\ Satzanfang.\\
Satzende.~Satzanfang.\\
\end{document}


Was auch lustig ist:

Wenn man ein Kontrollwort unexpandiert in eine
externe Datei schreiben l�sst, dann h�ngt TeX
beim Schreiben immer ein Leerzeichen hinter
den Namen des Kontrollwortes.
TeX geht wohl davon aus, dass beim eventuell
irgendwann mal erfolgenden Einlesen der
externen Datei, wenn daraus das besagte
Kontrollwort eingelesen wird, der Leseapparatus
eh wieder auf "S" �gestellt und somit das
eingef�gte Leerzeichen ignoriert wird.

Beispiel dazu:

\newwrite\mywrite
\immediate\openout\mywrite MeinText.txt
\immediate\write\mywrite{%
\noexpand\TeX\noexpand\relax\noexpand\undefiniert%
\noexpand\\\noexpand\.\noexpand\@\noexpand\,%
}
\immediate\closeout\mywrite
\bye

Im entstehenden MeinText.txt stehen jeweils Leerzeichen
hinter den Kontrollw�rtern, aber nicht hinter den
Kontrollsymbolen.

Ulrich
0 new messages