ich verwende typearea mit Bindekorrektur, um mir einen hübschen
Satzspiegel zu erzeugen. Nun enthält mein LaTeX-Dokument auch die Seite,
die später sozusagen auf den "Buchdeckel" gedruckt wird. Dort möchte ich
keine Bindekorrektur haben, damit der Text wirklich zentriert ist.
Wie löst man das halbwegs elegant? Von Aufrufen von "\typearea" mitten
im Dokument wird ja mittels Warnung abgeraten. Ich möchte eigentlich
auch vermeiden, für den "Buchdeckel" ein eigenes Dokument aufzusetzen,
wie es z.B. in <http://www.siart.de/typografie/latextipps.xhtml#titel>
steht.
Minimalbeispiel mit übertriebener Bindekorrektur:
% --- Start
\documentclass[a4paper, BCOR20mm]{scrreprt}
\begin{document}
{
\centering
\Large Hier bitte keine Bindekorrektur \\
}
\newpage
\chapter{Ein Kapitel}
Ab hier wieder Bindekorrektur. Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer
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\end{document}
% --- Ende
Christian
--
Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net
WWW: http://www.chzsoft.com.ar/
PGP/GnuPG-Key-ID: 0x6DA025CA
> ich verwende typearea mit Bindekorrektur, um mir einen hübschen
> Satzspiegel zu erzeugen. Nun enthält mein LaTeX-Dokument auch die
> Seite, die später sozusagen auf den "Buchdeckel" gedruckt wird. Dort
> möchte ich keine Bindekorrektur haben, damit der Text wirklich
> zentriert ist.
Das ist genau der falsche Ansatz. Der Buchdeckel ist nunmal im
Allgemeinen anders gestaltet, als der Buchblock. Er gehört daher nicht
zum Buchblock, sondern in ein eigenes Dokument. Verrenkungen zur
Änderung des Satzspiegels sind genau die Folge dieser falschen
Denkweise.
Verwechsle auch nicht Titelseite und Buchdeckel. Die Titelseite ist Teil
des Buchblocks und sie hat auch den gleichen Satzspiegel. Die Titelseite
ist /nicht/ der Aufdruck auf dem Buchdeckel.
--
Uwe
> Das ist genau der falsche Ansatz. Der Buchdeckel ist nunmal im
> Allgemeinen anders gestaltet, als der Buchblock. Er gehört daher nicht
> zum Buchblock, sondern in ein eigenes Dokument. Verrenkungen zur
> Änderung des Satzspiegels sind genau die Folge dieser falschen
> Denkweise.
Ich möchte mir meinen Ansatz, meine Denkweise aber eher ungern von LaTeX
vorschreiben lassen.
> Verwechsle auch nicht Titelseite und Buchdeckel. Die Titelseite ist Teil
> des Buchblocks und sie hat auch den gleichen Satzspiegel. Die Titelseite
> ist /nicht/ der Aufdruck auf dem Buchdeckel.
Es geht mir aber - wie erwähnt - ausdrücklich um den Aufdruck auf dem
Buchdeckel. Und die Erstellung eines zweiten Dokuments ist die Option,
die ich unbedingt vermeiden will.
Es muss doch da einen Weg geben.
Christian,
der sich schon wieder auf das übliche "Mit Word geht das ganz einfach"
seiner Kollegen freut, wenn er ein zweites Dokument anlegen muss...
Es gibt ja durchaus Fälle, wo es sinnvoll ist, innerhalb eines
Dokumentes den Satzspiegel zu ändern. M.E. gehört dein Fall aber
eigentlich nicht dazu. Denn der Buchdeckel und der Buchblock sind zwei
so verschiedene Paar Schuhe, dass es hier überaus sinnvoll ist, dafür
zwei Dokumente anzulegen. Das hat ja auch etwas damit zu tun, dass ein
Buchdeckel in der Regel ein ganz anderes Format hat als der Buchblock
(und das Format des Schutzumschlages bei einem gebundenen Buch sähe dann
noch einmal anders aus).
Wenn Du trotzdem Buchdeckel und Buchblock in einem Dokument vereinen
willst, musst Du entweder schlechten Gewissens (und voller Hoffnung,
dass das auch zukünftig noch funktionieren wird) auf die Warnunge von
\typearea verzichten. Als alternative Möglichkeit gäbe es noch, den
Buchdeckel als eigenes Dokument anzulegen und das Ergebnis via pdfpages
einzubinden.
Gruß, Christian.
--
Pfr. Christian Justen, Feckweilerstr. 5, 55765 Birkenfeld/Nahe
Tel. 06782/983477 email: ma...@christian-justen.de
\begin{titlepage}
...
\end{titlepage}
%----------------------------
(nicht aktuell getestet)
...Rolf
% titlepage-Umgebung neu definieren, sodass die gesamte Seitengröße
% zur Verfügung steht.
\renewenvironment{titlepage}{%
\cleardoublepage
\if@twocolumn
\@restonecoltrue\onecolumn
\else
\@restonecolfalse\newpage
\fi
\thispagestyle{empty}%
\parindent=\z@
\if@compatibility\setcounter{page}{0}\fi
\setlength\@tempdima{-\topmargin-1in-\headheight-\headsep-\topskip}%
\vspace*{\@tempdima}%
\setlength\@tempdima{\paperheight-\textheight-1in-\headsep}
\enlargethispage{\@tempdima}%
\setlength\@xdim{-\oddsidemargin-1in}%
\if@twoside
\setlength\@ydim{-\evensidemargin-1in}%
\else
\setlength\@ydim{\textwidth+\oddsidemargin+1in-\paperwidth}%
\fi
\addmargin[\@xdim]{\@ydim}%
% Korr. li. Rand Korr. re. Rand
}{%
\endaddmargin%
\if@restonecol\twocolumn \else \newpage \fi
}
...Rolf
> Ich möchte mir meinen Ansatz, meine Denkweise aber eher ungern von
> LaTeX vorschreiben lassen.
Deine Denkweise schreibt dir niemand vor. Du wirst dich aber mit der
Tatsache auseinandersetzen müssen, dass die große Mehrheit in der
typografischen Fachwelt anders denkt als du.
> Und die Erstellung eines zweiten Dokuments ist die Option, die ich
> unbedingt vermeiden will.
Ich kann nicht nachvollziehen, was daran so schlimm ist. Jede Druckerei,
die dir deinen Buchdeckel herstellt, wird ihn in einer eigenen Datei
haben wollen. Wenn du es nicht so lieferst, wird es die Druckerei
splitten, da es ziemlich blöd ist, wenn beim Drucken des Buchdeckels das
ganze Dokument aus der Maschine kommt.
> Es muss doch da einen Weg geben.
Möglich. Aber wahrscheinlich keinen richtig sauberen:
<http://www.tex.ac.uk/cgi-bin/texfaq2html?label=chngmargonfly>
--
Uwe
> Hallo,
>
> ich verwende typearea mit Bindekorrektur, um mir einen hübschen
> Satzspiegel zu erzeugen. Nun enthält mein LaTeX-Dokument auch die Seite,
> die später sozusagen auf den "Buchdeckel" gedruckt wird. Dort möchte ich
> keine Bindekorrektur haben, damit der Text wirklich zentriert ist.
>
> Wie löst man das halbwegs elegant?
> Minimalbeispiel mit übertriebener Bindekorrektur:
>
> % --- Start
> \documentclass[a4paper, BCOR20mm]{scrreprt}
>
> \begin{document}
>
> {
> \centering
> \Large Hier bitte keine Bindekorrektur \\
> }
\noindent\hspace*{-10mm}\parbox{\textwidth}{\centering dein Text}?
--
Ulrike Fischer
> Ich kann nicht nachvollziehen, was daran so schlimm ist. Jede Druckerei,
> die dir deinen Buchdeckel herstellt, wird ihn in einer eigenen Datei
> haben wollen.
Ich hatte Buchdeckel absichtlich in Anführungszeichen gesetzt. Die
"Druckerei" ist der Laserdrucker in meinem Büro, der alles - inkl.
erster Seite / Buchdeckel auf das selbe Papier druckt. Das Binden
besteht im einfachsten Fall darin, dass alles am Rand getackert wird.
Da - und auch für elektronische Nutzung - ist ein einziges Dokument
schon sinnvoll. Klar, kann ich auch zwei Postscript-Dateien/PDFs
erstellen und sie hinterher zusammenfügen, aber das ist auch umständlich.
> Möglich. Aber wahrscheinlich keinen richtig sauberen:
Ulrikes Weg oder auch der passende Einsatz von \hoffset scheint mir noch
am einfachsten.
Deinen Link und Rolfs redefinierte Titlepage-Umgebung werde ich mir
trotzdem gut aufheben, wer weiß, ob ich sie nicht doch noch brauche.
Danke an alle,
Christian
> Ich hatte Buchdeckel absichtlich in Anführungszeichen gesetzt. Die
> "Druckerei" ist der Laserdrucker in meinem Büro, der alles - inkl.
> erster Seite / Buchdeckel auf das selbe Papier druckt. Das Binden
> besteht im einfachsten Fall darin, dass alles am Rand getackert wird.
Also ich will jetzt nicht rechthaberisch wirken, aber in dem Fall
braucht entweder /jede/ Seite eine Bindekorrektur (auch der Buchdeckel)
- oder gar keine.
Entweder du klammerst den Stapel nur links oben, dann brauchst du
überhaupt keine Bindekorrektur. Weder im Dokument noch am Deckel. Dann
ist auch ein zweiseitiger Satzspiegel eine Farce, weil die Seiten
niemals aneinander zu liegen kommen.
Oder du machst irgendetwas, das an der linken Kante entlangläuft
(mehrere Klammern, Spiralbindung, Klebebindung), dann wird diese Bindung
ganz sicher auch einen Teil deines Buchdeckels fressen, der deswegen -
genauso wie der Rest - auch eine Bindekorrektur braucht.
Buchdeckel ohne Bindekorrektur, der Rest des Dokuments aber schon - das
trifft nur dann zu, wenn die Bindung nichts vom Buchdeckel verdeckt. So
etwas machst du aber deinen Angaben zufolge gar nicht. Insofern besteht
dein Problem gar nicht und du kannst in LaTeX alles so lassen, wie es
ist.
Anders gesagt: Du machst in der Tat gar keinen Buchdeckel, sondern nur
die Titelseite. Und du heftest anschließend nur den Buchblock zusammen.
Einen Buchdeckel gibt deine Bindetechnik nämlich gar nicht her.
--
Uwe
Ich hatte mal ein ähnliches /Problem/. Und zwar eine Art von Spiralbindung.
Im Heft hatte ich ein zweiseitiges Layout hat. Allerdings, die /erste/
Seite, oder was als »erste« Seite im Dokument stand, das hat mich
zusammengeklappt meistens durch eine Deckfolie angestarrt.
Hier brauchte ich für das, was ich als typographischer Laie als »erste
Seite« bezeichnen möchte, ein einseitiges Layout.
Wobei natürlich hier gerade nicht die »Bindekorrektur« mein /Problem/
war. (Da das aber für mich privat war, habe ich das so schräg stehen
lassen.)
Vielleicht meinte Christian etwas ähnliches.
> Vielleicht meinte Christian etwas ähnliches.
Möglich. »Ganzes Dokument zweiseitig, nur erste Seite einseitig« könnte
ich in seinem Fall verstehen, »ganzes Dokument mit Bindekorrektur, nur
erste Seite ohne Bindekorrektur« aber nicht.
--
Uwe
Ich kann dieser Argumentation nur insofern folgen, dass sehr wohl der
Buchdeckel andersartig zum Rest des Dokumentes ist. Ob selbiger aber in
eine Extradatei hinein muss oder nicht hängt ganz von den folgende
Verarbeitungsschritten zur Herstellung des Druckerzeugnisses ab. Es kann
so günstig oder auch ungünstig sein. Für den verbreiteten Fall einer
Diplom- oder Doktorarbeit halte ich es für günstig alles in einer Datei
zu haben und wäre dafür, die von Dir verschmähten "Verrenkungen"
durchzuführen (siehe dazu meinen anderen Beitrag). Mag sein, dass man es
gelegentlich auch für solche Dokumente anders macht. Eine prinzipielle
Entscheidung ist aber unangebracht.
...Rolf
> Ich kann dieser Argumentation nur insofern folgen, dass sehr wohl der
> Buchdeckel andersartig zum Rest des Dokumentes ist. Ob selbiger aber
> in eine Extradatei hinein muss oder nicht hängt ganz von den folgende
> Verarbeitungsschritten zur Herstellung des Druckerzeugnisses ab. Es
> kann so günstig oder auch ungünstig sein. Für den verbreiteten Fall
> einer Diplom- oder Doktorarbeit halte ich es für günstig alles in
> einer Datei zu haben und wäre dafür, die von Dir verschmähten
> "Verrenkungen" durchzuführen (siehe dazu meinen anderen Beitrag).
Auch eine vollständige Diplomarbeit hat beides: eine Titelseite und
einen Buchdeckel. LaTeX erzeugt aber nicht beides sondern nur die
Titelseite. Wenn man jetzt die Titelseite zum Buchdeckel umfunktioniert,
dann hat man zwar einen Buchdeckel in der Datei, aber keine Titelseite
mehr.
Deswegen finde ich, man sollte die Titelseite das sein lassen, was sie
ist und den Buchdeckel gesondert erzeugen. Entweder in einem gesonderten
Dokument oder gar mit einem Grafikprogramm.
Natürlich /kann/ man die Verrenkungen machen. Meiner Ansicht nach kommt
dabei aber etwas heraus, das irgendwo nicht konsistent ist und dessen
saubere Lösung anders aussieht.
--
Uwe
Ich schreibe meine Diplomarbeit mit dem KOMA-Skript und habe als
Buchdeckel (oder Schmutztitelseite) ein eigenes Kapitel, in dem ich die
allererste Seite selbst gestalte, praktisch eine verkürzte Titelseite.
Der Code dazu sieht ungefähr so aus:
\documentclass[...]{scrbook}
% packages etc...
\begin{document}
\chapter*{Schmutztitelseite}
Hier wird der Buchdeckel erstellt...
\begin{titlepage}
Alles für die Titelseite...
\end{titlepage}
\maketitle
\frontmatter
\tableofcontents % Inhaltsverzeichnis
\listoftables % Tabellenverzeichnis
\listoffigures % Abbildungsverzeichnis
\mainmatter
Der eigentliche Text...
\end{document}
Nach diesem "Rezept" bekommt man einen Buchdeckel. Ist mein Vorgehen
irgendwie verwerflich?
Gruß, Stefan
--
Stefan Offermann
student of geoinformatic, ifgi, wwu, muenster (westf.), germany
personal webpage: http://ifgi.uni-muenster.de/~offermann/
> \chapter*{Schmutztitelseite}
> Hier wird der Buchdeckel erstellt...
Nur zur Info: Schmutztitel und Buchdeckel sind nicht identisch. Der
Schmutztitel soll den Haupttitel (die Titelseite) vor Verschmutzung
schützen. Er ist relativ schmucklos gestaltet, ist aber auf das gleiche
Papier und im gleichen Satzspiegel gedruckt, wie der Rest des Dokuments
- und er gehört zum Buchblock. Der Buchdeckel ist aus Karton und kommt
auf den Schmutztitel.
Durch den Buchdeckel hat der Schmutztitel zwar seine Funktion verloren.
Trotzdem ist er in vielen Büchern noch enthalten.
> Nach diesem "Rezept" bekommt man einen Buchdeckel. Ist mein Vorgehen
> irgendwie verwerflich?
Immerhin hast du dann einen Buchdeckel /und/ eine Titelseite, nicht nur
eines von beiden. Der Buchdeckel erfordert halt in der Regel einen
anderen Satzspiegel (das war das Ausgangsproblem in diesem Thread) und
das erreichst du mit deinem Beispiel auch nicht.
--
Uwe
Wenn da nur drei Tackeklammern sind und nicht z.B. ein schwarzes
Klebeband, das den Rücken abdeckt, ist IMHO genau das der Fall.