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XeLaTeX und eigene Schriften (DS Offenbacher Schwabacher)

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Friedrich Vosberg

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Dec 1, 2011, 9:40:32 AM12/1/11
to
Moin.

Ich habe mir die DS Offenbacher Schwabacher Fraktur[1] gekauft.

Hierzu habe ich drei Fragen, die mir der Entwickler nicht beantworten
kann, weil er die Verwendung der Schriften in (XeLa)TeX nicht kennt.

1. Wie verwende ich deren Schnitte in XeLaTeX?
2. Wie kann ich die Tastaturbelegung von einzelnen Zeichen
ändern?
3. Verwendet XeLaTeX automagisch die in den Schnitten
mitgelieferten Ligaturen?

Gruß. Friedrich

[1] http://www.delbanco-frakturschriften.de/

N. Lindenhayn

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Dec 1, 2011, 10:04:01 AM12/1/11
to
Hallo Friedrich,

> Hierzu habe ich drei Fragen, die mir der Entwickler nicht
> beantworten kann, weil er die Verwendung der Schriften in (XeLa)TeX
> nicht kennt.

die Antwort vor allem auf deine erste Frage hängt vor allem davon ab,
welches Format deine Schriften haben: TrueType, OpenType, Type1, etc.
Leider liefert auch die Seite des Anbieters, soweit ich sehe, keine
Infos darüber -- was in etwa so ist, als wüsste man nicht, ob das
gekaufte Auto mit Diesel, Benzin oder Wasserstoff fährt :)

Falls du die fonts also schon vorliegen hast, gib doch mal deren Format
durch... im Idealfall reicht ein einfaches \usepackage{fontspec} und ein
\setmainfont{Offenbachersoundso}.

Grüße
Nils.




--
http://lindenhayn.com
mehl at lindenhayn dot com

Friedrich Vosberg

unread,
Dec 1, 2011, 2:45:59 PM12/1/11
to
N. Lindenhayn <meh...@lindenhaynDOT.com> wrote:

> die Antwort vor allem auf deine erste Frage hängt vor allem davon ab,
> welches Format deine Schriften haben:

Ich habe sie sowohl in TrueType als auch in Postscript Type 1

Gruß. Friedrich

Friedrich Vosberg

unread,
Dec 2, 2011, 3:30:26 AM12/2/11
to
Friedrich Vosberg <fvos...@me.com> wrote:

> Ich habe sie sowohl in TrueType als auch in Postscript Type 1

Allerdings haben die PS Schriften gar keinen Suffix, und die TT Schriften
enden auf .suit. Außerdem gibt's zu jedem Font noch einen Bitmap-Font.

Gruß. Friedrich


--
Ein Trinkgefäß, sobald es leer, macht keine rechte Freude mehr. (Wilhelm
Busch)

Ulrike Fischer

unread,
Dec 2, 2011, 4:18:09 AM12/2/11
to
Am 2 Dec 2011 08:30:26 GMT schrieb Friedrich Vosberg:

> Friedrich Vosberg <fvos...@me.com> wrote:
>
>> Ich habe sie sowohl in TrueType als auch in Postscript Type 1
>
> Allerdings haben die PS Schriften gar keinen Suffix, und die TT Schriften
> enden auf .suit. Außerdem gibt's zu jedem Font noch einen Bitmap-Font.

.suit ist für Mac (ist aber imho veraltet).
http://www.sharpened.net/extensions/file/suit


Insgesamt habe ich den Eindruck, dass nicht nur die Schriften selbst
ziemlich alt sind. Auch die Schriftformate sind nicht auf dem
neuesten Stand.

Wenn du eine der Schriften in deinem System installieren und in
einer anderen Anwendung nutzen kannst, kannst du versuchen, wie Nils
schon schrieb, sie mit fontspec zu laden. Ob xelatex sie mag, kann
man nur durch ausprobieren feststellen. Dinge wie "automatisch
Ligaturen" werden nicht gehen, dafür brauchst du eine
OpenType-Schrift.

Daneben gibt es nur noch die Möglichkeit (wenn du die pfb +
afm-Dateien hast), die Postscriptschriften ganz normal mit fontins
in dein TeX-System zu installieren.


--
Ulrike Fischer

N. Lindenhayn

unread,
Dec 2, 2011, 4:25:32 AM12/2/11
to
> Allerdings haben die PS Schriften gar keinen Suffix, und die TT
> Schriften enden auf .suit. Außerdem gibt's zu jedem Font noch einen
> Bitmap-Font.

Hoffen wir, dass du einen Mac hast :)
http://www.fileinfo.com/extension/suit

...wenn nicht, würde ich den Anbieter kontaktieren. Es kann nicht sein,
dass der Schriften verkauft, ohne anzugeben, in welchem Format und für
welches Betriebssystem. Der soll dir, wenn nötig, die Fonts (z.B.) als
reguläre TrueTypes zur Verfügung stellen; das Konvertieren dürfte für
ihn kein Problem sein. Vielleicht generiert er dir ja sogar OpenType,
was betriebssystemübergreifend nutzbar und, wenn du so willst, das
angemessenste Format für Xe- oder LuaLaTeX ist.

Wenn du das passende Fontformat zu deinem Betriebssystem hast, wäre die
Vorgehensweise die, dass du die Fontdateien dorthin schiebst, wo auch
sonst deine Systemfonts liegen, also im Windows-Falle meist
c:\windows\fonts; beim Mac weiß ich's nicht. Ab da läuft die Fontauswahl
dann prinzipiell so:

\documentclass{scrartcl}
\usepackage{fontspec,blindtext}
\setmainfont{Comic Sans MS}
\begin{document}
\blindtext
\end{document}

Was die Ligaturen angeht: wenn die von Herstellerseite korrekt in den
Font eingebaut sind, setzt XeTeX sie automatisch, ja.

Thema Tastaturbelegung: du willst also z.B. "x" schreiben, und im PDF
soll "u" stehen? Auch das ist machbar, auf diversen Wegen; bei OpenType
hättest du z.B. die Möglichkeit, Ersetzungsregeln ("SUB") zu definieren.

HTH und schöne Grüße,

Friedrich Vosberg

unread,
Dec 2, 2011, 9:10:57 AM12/2/11
to
Ulrike Fischer <ne...@nililand.de> wrote:

> .suit ist für Mac (ist aber imho veraltet).
> http://www.sharpened.net/extensions/file/suit
>
> Wenn du eine der Schriften in deinem System installieren und in
> einer anderen Anwendung nutzen kannst, kannst du versuchen, wie Nils
> schon schrieb, sie mit fontspec zu laden. Ob xelatex sie mag, kann
> man nur durch ausprobieren feststellen.

Offenbar mag es die .suit-Fonts nicht.

> Daneben gibt es nur noch die Möglichkeit (wenn du die pfb +
> afm-Dateien hast),

Hab ich nicht.

Gruß. Friedrich

Friedrich Vosberg

unread,
Dec 2, 2011, 9:10:57 AM12/2/11
to
N. Lindenhayn <meh...@lindenhaynDOT.com> wrote:

> Hoffen wir, dass du einen Mac hast :)

Ja, klar.

> Wenn du das passende Fontformat zu deinem Betriebssystem hast, wäre die
> Vorgehensweise die, dass du die Fontdateien dorthin schiebst, wo auch
> sonst deine Systemfonts liegen

Die sind, wo sind hingehören: /Library/Fonts

> Was die Ligaturen angeht: wenn die von Herstellerseite korrekt in den
> Font eingebaut sind, setzt XeTeX sie automatisch, ja.

Die Ligaturen liegen auf bestimmten Tastenkombinationen. Der Entwickler
hat mir eine schöne Tabelle mitgeschickt, wo ich genau sehen kann, auf
welcher Ebene welcher Taste welches Zeichen liegt.

> Thema Tastaturbelegung: du willst also z.B. "x" schreiben, und im PDF
> soll "u" stehen? Auch das ist machbar, auf diversen Wegen; bei OpenType
> hättest du z.B. die Möglichkeit, Ersetzungsregeln ("SUB") zu definieren.

Open Type habe ich nicht. Geht's auch mit Type-1- oder TT-Schriften?

Gruß. Friedrich

Friedrich Vosberg

unread,
Dec 3, 2011, 11:47:26 AM12/3/11
to
So. Jetzt liegt mir auch eine otf-Datei, eine afm- und eine vfb-Datei
vor.

Was mache ich nun damit, um die Schrift in (Xe)LaTeX zu verwenden?

Danke für Eure Hilfe im Voraus!

Gruß. Friedrich
--
Kinderlärm ist Zukunftsmusik.

vatolin (at) me (dot) com

Ulrike Fischer

unread,
Dec 3, 2011, 12:21:03 PM12/3/11
to
Am Sat, 3 Dec 2011 17:47:26 +0100 schrieb Friedrich Vosberg:

> So. Jetzt liegt mir auch eine otf-Datei, eine afm- und eine vfb-Datei
> vor.

> Was mache ich nun damit, um die Schrift in (Xe)LaTeX zu verwenden?

Installiere die otf-Datei sodaß du sie mit einer "normalen"
Textverarbeitung benutzen kannst.

Deinstalliere zur Sicherheit alle anderen Versionen der Schrift
(xelatex kann durcheinander kommen, wenn eine Schrift mehrmals im
System existiert).

Danach benutze einfach

\usepackage{fontspec}
\setmainfont{<Name der Schrift>}

(Es ist manchmal nicht ganz einfach den korrekten Schriftnamen zu
finden. Versuche es als erstes mit dem Namen, der in einem normalen
Schriftauswahldialog erscheint. Also sowas wie "Arial" "Linux
Libertine O". Notfalls kann man den Dateinamen benutzen, siehe Doku
von fontspec.)


--
Ulrike Fischer

N. Lindenhayn

unread,
Dec 3, 2011, 1:35:57 PM12/3/11
to
> (Es ist manchmal nicht ganz einfach den korrekten Schriftnamen zu
> finden. Versuche es als erstes mit dem Namen, der in einem normalen

es gibt ein Paket namens lcdftypetools, das ist gerade für den Umgang
mit OpenType-Fonts ganz praktisch. Wenn du das installiert hast, kannst
du das Programm otfinfo mit dem Parameter "-a" und dem fontnamen
aufrufen und erhälst den offiziellen Namen der Schrift:

> otfinfo -a minionpro-regular.otf
> Minion Pro

Die anderen Parameter sind teilweise auch ganz praktisch, z.B. listet -f
alle features des jeweiligen fonts auf.

Rolf Niepraschk

unread,
Dec 3, 2011, 3:54:24 PM12/3/11
to
Am 03.12.2011 19:35, schrieb N. Lindenhayn:
>> (Es ist manchmal nicht ganz einfach den korrekten Schriftnamen zu
>> finden. Versuche es als erstes mit dem Namen, der in einem normalen
>
> es gibt ein Paket namens lcdftypetools, das ist gerade für den Umgang
> mit OpenType-Fonts ganz praktisch. Wenn du das installiert hast, kannst
> du das Programm otfinfo mit dem Parameter "-a" und dem fontnamen
> aufrufen und erhälst den offiziellen Namen der Schrift:
>
> > otfinfo -a minionpro-regular.otf
> > Minion Pro
>
> Die anderen Parameter sind teilweise auch ganz praktisch, z.B. listet -f
> alle features des jeweiligen fonts auf.
>
...
Siehe
==> http://www.lcdf.org/type/

Das gibt es auch was für den Mac.

...Rolf
--
|| Rolf Niepraschk, email: Rolf (.) Niepraschk (at) gmx (.) de
|| Berlin, Germany

Daniel von Wachter

unread,
Dec 5, 2011, 7:48:43 PM12/5/11
to
Am 01.12.2011 11:40, schrieb Friedrich Vosberg:

> Ich habe mir die DS Offenbacher Schwabacher Fraktur[1] gekauft.

Habe ich mir auch vor kurzem bestellt, ist aber noch nicht angekommen.

Ich schätze, daß es das Einfachste und Beste ist, diese Schrift mit
LaTeX als Postscript-Type-1-Schrift mit den Anpassungen von Herrn
Gährken zu verwenden:
http://www.gaehrken.de/fraktur/
Da hat man die Metriken und die Ligaturen. Als OpenType bietet Delbanco
die Schrift nicht an, und ob man mit OpenType die Ligaturen irgendwie
herstellen kann, weiß ich nicht. Das wüßte ich auch gerne.

> 1. Wie verwende ich deren Schnitte in XeLaTeX?

a) die Truetype-Schrift im System installieren
b) tex-Datei mit UTF-8 erstellen.
c)
\documentclass{scrartcl}
\usepackage{xltxtra}
\setmainfont{doffenba} %Eventuell mit [Mapping=tex-text]
\begin{document}

Dann xelatex.

Weitere Informationen findest Du vielleicht auf
http://www.frakturschriften.de/frakturschrift/bruchschrift/digitaler-fraktur-schriftensatz-und-drucken/325-frakturschriften-in-latex-verwenden/

oder
http://www.frakturschriften.de/frakturschrift/bruchschrift/alles-%C3%BCber-schriften-im-fraktur-charakter/579-neue-ot-frakturschrift-gratis/index2.html
Daniel

Friedrich Vosberg

unread,
Dec 11, 2011, 10:46:25 AM12/11/11
to
Daniel von Wachter <abfa...@arcor.de> wrote:

> Ich schätze, daß es das Einfachste und Beste ist, diese Schrift mit
> LaTeX als Postscript-Type-1-Schrift mit den Anpassungen von Herrn
> Gährken zu verwenden:

Hab ich gemacht. Leider funktioniert folgendes Min.-Bsp. nicht:

\documentclass{scrartcl}
\usepackage{frakturx}
\usepackage[LF2]{fontenc}
\usepackage[default]{doffenba}
\begin{document}
Dieser Text sollte in Fraktur gesetzt sein.
\end{document}

Folgender Fehler wird an der Konsole ausgegeben:

LaTeX Font Warning: Font shape `LF2/error/m/n' undefined
(Font) using `LF2/error/m/n' instead on input line 100.

! Corrupted NFSS tables.
wrong@fontshape ...message {Corrupted NFSS tables}

Was kann ich tun, um den Fehler abzustellen?

Danke im Voraus und Gruß. Friedrich

Daniel von Wachter

unread,
Dec 15, 2011, 9:29:21 AM12/15/11
to Friedrich Vosberg
> Hab ich gemacht. Leider funktioniert folgendes Min.-Bsp. nicht:

Kannst Du die Datei doffenba-kant.tex aus
http://www.gaehrken.de/fraktur/dnrmlfr-kant.zip kompilieren?
Falls nicht, hast Du texhash (oder Entsprechendes bei Miktex) ausgeführt?

> \documentclass{scrartcl}
> \usepackage{frakturx}
> \usepackage[LF2]{fontenc}
> \usepackage[default]{doffenba}
> \begin{document}
> Dieser Text sollte in Fraktur gesetzt sein.
> \end{document}

Wie kommst Du auf "\usepackage{frakturx}"? Wo hast Du das in der
Anleitung gelesen?
Daniel
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