Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Q: Langzeit Informationen ueber TeX/LaTeX?

7 views
Skip to first unread message

Karl Heinz Marbaise

unread,
Nov 4, 1998, 3:00:00 AM11/4/98
to
Hallo Alle!

Ich möchte hier mal eine Frage stellen, ob langzeit Informationen existieren
bzw. ob diese jamand hat.

Mit welchem Aufwand könnte beispielsweise ein Dokument von vor z.B. 6-8 Jahren
auf einem heutigen LaTeX übersetzt werden. Und welche Probleme gibt es dabei.
Oder anders herum, wie müßte ein Dokument Heute erstellt werden, um
Beispielsweise in 6-8 Jahren noch mit LaTeX Verwendung zu finden(Ohne es neu
zuschreiben versteht sich).

Ich habe da ein paar leute, die schon M$-Hasser sind, aber leider noch probleme
mit alten Texten haben, die Heute wieder richtig ausdrucken zu können bzw. die
Daten in e-Form weiter zu geben.


Ich wollte denen mal LaTeX empfehlen.


In Erwartung zahlreicher Antworten


Danke...


Jabba dabba dooohhh e-mail: ka...@hippo.fido.de
Auf wiedermailen. Internet: http://www.fido.de/~kama/
Karl Heinz 7:-) Fidonet: 2:2452/110.18

Stephan Lehmke

unread,
Nov 4, 1998, 3:00:00 AM11/4/98
to
In article <MSGID_2=3A2452=2F110.18=40FidoNet...@fidonet.org>,

Karl_Hein...@hippo.fido.de (Karl Heinz Marbaise) writes:
> Hallo Alle!
>
> Ich möchte hier mal eine Frage stellen, ob langzeit Informationen existieren
> bzw. ob diese jamand hat.
>
> Mit welchem Aufwand könnte beispielsweise ein Dokument von vor z.B. 6-8 Jahren
> auf einem heutigen LaTeX übersetzt werden. Und welche Probleme gibt es dabei.
> Oder anders herum, wie müßte ein Dokument Heute erstellt werden, um
> Beispielsweise in 6-8 Jahren noch mit LaTeX Verwendung zu finden(Ohne es neu
> zuschreiben versteht sich).

Nimm TeX :-)

Nach dem heutigen Stand der Information kann man nahezu garantieren,
dass solange es ueberhaupt noch einen Rechner gibt, auf dem ein
TeX-Executable ausfuehrbar ist, dieses ein Dokument, das heute nach
einer aktuellen Ausgabe des TeXbook erstellt wurde, so wiedergeben
wird, wie es auch heute wiedergegeben wird.

Bei LaTeX hat es beim Uebergang von 2.09 zu 2e (im Jahr '94) ein paar
Syntaxaenderungen gegeben, aber es gibt einen Kompatibilitaetsmodus,
mit dem sich ein Dokument, das _streng_ nach dem damaligen LaTeX-
Handbuch von Lamport erstellt wurde, auch heute noch uebersetzen
lassen sollte.

Aehnliches erwarte ich auch fuer nach der aktuellen Ausgabe des
Handbuchs erstellte Dokumente mit zukuenftigen LaTeX-Versionen.

Wichtig ist hier die Bedingung, sich _streng_ an das Handbuch von
Lamport zu halten. Wer Zusatzpakete benutzt oder Features, die
z.B. auf der Verwendung von PostScript basieren, kann schon eher Pech
haben. Fuer die meisten Packages gibt es keine Kompatibilitaet mit
alten Versionen. Wenn man also nicht ein altes System `einfriert',
kann man da Inkompatibilitaeten erleben.

Gruss
Stephan

--
Stephan Lehmke Stephan...@cs.uni-dortmund.de
Fachbereich Informatik, LS I Tel. +49 231 755 6434
Universitaet Dortmund FAX 6555
D-44221 Dortmund, Germany

Hans Steffani

unread,
Nov 4, 1998, 3:00:00 AM11/4/98
to
Karl_Hein...@hippo.fido.de (Karl Heinz Marbaise) writes:

>Mit welchem Aufwand könnte beispielsweise ein Dokument von vor z.B. 6-8 Jahren
>auf einem heutigen LaTeX übersetzt werden. Und welche Probleme gibt es dabei.
>Oder anders herum, wie müßte ein Dokument Heute erstellt werden, um
>Beispielsweise in 6-8 Jahren noch mit LaTeX Verwendung zu finden(Ohne es neu
>zuschreiben versteht sich).

Wie gross der Portierungsaufwand einer LaTeX-Quelle ist, haengt
sehr davon, wie sauber bzw. tricky diese erstellt war und wie drin-
gend das alte Layout ist.
Falls man eine dvi-Datei hat, sollte der Ausdruck, einen geeigneten
Treiber und Drucker vorrausgesetzt kein Problem sein.

Ich musste mal Teile meiner Diplarbeit ausdrucken (1993) was kein
Problem war.

h.f.s.
--
Hans Friedrich Steffani
Institut fuer Elektrische Maschinen und Antriebe, TU Chemnitz
mailto:hans.s...@e-technik.tu-chemnitz.de
http://www.tu-chemnitz.de/~hfst/

René Scholz

unread,
Nov 4, 1998, 3:00:00 AM11/4/98
to
Karl Heinz Marbaise <Karl_Hein...@hippo.fido.de> wrote:
>Oder anders herum, wie müßte ein Dokument Heute erstellt werden, um
>Beispielsweise in 6-8 Jahren noch mit LaTeX Verwendung zu finden(Ohne es neu
>zuschreiben versteht sich).

Ich habe hier eingeführt, daß in einem Latex-Dokument alle benutzten
Macro-Pakete innerhalb eines Verzeichnisses Macros/ abgelegt werden.

Das sollte zumindest den größten Teil der zu erwartenden Probleme erledigen
(allerdings ändern sich auch einige andere Dinge: def fd cls clo con ldf
zb., die nicht noch extra gespeichert werden.)

rené
--
"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen,
der wird am Ende beides verlieren" (Benjamin Franklin)
==> Voland @IRC <== 2048/0xF11D6871 2A8D 3F92 4EB8 E55C 3605 D571 38C8 E2B8
m...@informatik.uni-jena.de http://www2.informatik.uni-jena.de/~mrz/

Konrad Holzbauer

unread,
Nov 4, 1998, 3:00:00 AM11/4/98
to
In article <71pnl8$qb4$1...@fbi-news.cs.uni-dortmund.de>,
Stephan...@cs.uni-dortmund.de (Stephan Lehmke) writes:
>
> Nimm TeX :-)
>
> [...]

>
> Wichtig ist hier die Bedingung, sich _streng_ an das Handbuch von
> Lamport zu halten. Wer Zusatzpakete benutzt oder Features, die
> z.B. auf der Verwendung von PostScript basieren, kann schon eher Pech
> haben. Fuer die meisten Packages gibt es keine Kompatibilitaet mit
> alten Versionen. Wenn man also nicht ein altes System `einfriert',
> kann man da Inkompatibilitaeten erleben.
>
Hallo erstmal,

diese "Inkompatibilitäten" dürften sich in der Regel auf Feinheiten im Layout
beschränken, aber die wirklich wichtigen Teile wie Fußnoten, Bibliographie
und anderes kommt vielleicht dann in einer anderen Schrift aber es kommt
korrekt!

Exkurs:

Eben die Fußnoten machen bei Word ja das größte Problem. Ich hab mir mal so ein
File im HexEditor angeschaut und es hat mir gegraust:

- Die Fußnoten sind nur so was wie Textmarken im Text
- der Fußnotentext ist am Ende der Datei und auch nur mit solchen Textmarken
von anderen Fußnoten getrennt.
Dabei scheint es einen Zähler zu geben, der das ganze wieder zusammenbringt.
Wehe wenn da mal was schiefgeht -> FAQ in de.comp.text.word! "hilfe, meine Fuß-
noten sind weg!"

Ich hab auch mal ein File von 1990 neu auf meinem frisch installierten Linux-
Rechner mit TeteX übersetzt - und es kam korrekt bis auf ein fehlendes Bild, das
nicht in PS beilag.

Konrad

--

------------------------------------------------------------
Konrad Holzbauer konrad.h...@spa.schulen.regensburg.de
http://mail.schulen.regensburg.de
------------------------------------------------------------

Sven-S. Porst

unread,
Nov 5, 1998, 3:00:00 AM11/5/98
to
Karl Heinz Marbaise <Karl_Hein...@hippo.fido.de> wrote:

> Mit welchem Aufwand könnte beispielsweise ein Dokument von vor z.B. 6-8 Jahren
> auf einem heutigen LaTeX übersetzt werden.

> Oder anders herum, wie müßte ein Dokument Heute erstellt werden, um
> Beispielsweise in 6-8 Jahren noch mit LaTeX Verwendung zu finden(Ohne es neu
> zuschreiben versteht sich).

Das älteste LaTeX-Dokument, das ich noch finden konnte ist von Ende '91
und dürfte einer meiner ersten Schritte mit LaTeX auf meinem alten Atari
gewesen sein. Der Zeitaufwand es neu zu übersetzen lag bei unter einer
Minute (ca. 30 Sekunden suchen, 5 Sekunden zum Konvertieren von Atari
Zeilenenden zu Mac Zeilenenden, einen Moment, um es auf das TeX Programm
zu ziehen und wenige Sekunden zum durchTeXen (ist nur eine Seite lang)).

Dieses Dokument war allerdings sehr simpel. Also habe ich es mal mit
einem etwas komplizierteren versucht - folgende Styles:

\documentstyle[german,multicol,12pt,twoside,titlepage,8bitdefs,
schuster,ifthen,supertab,longtable,jb]{article}

Hierfür brauchte ich unter 20 Minuten. Ca. 5 Minuten gingen dafür drauf,
daß ich ein paar der Styles zusammensuchen mußte, die ich heute nicht
mehr verwende. Die nächsten 10 Minuten gingen auf Kosten eines
Telephonats. Dann war noch eine der ge\inputeten Dateien kaputt. Statt
sie von einem Backup zusammenzusuchen habe ich sie einfach
auskommentiert. Bei einem Umfang von knapp 200 Seiten lag das Ergebnis
nach 3 TeX-Durchläufen mit korrekten Querverweisen und
Inhaltsverzeichnis vor.

Tendenzielle Probleme beim Verarbeiten alter Dateien stellen also vor
allem alte Style-Files dar. In manchen Situationen könnte es auch
sinnvoll sein, noch ein altes Format-File zu haben (wie ist es mit
SliTeX Dokumenten?) Ein Problem bei neuen Format Files könnten
theoretisch auch neue, eingebundene Trennmuster sein. Es lohnt sich
also, bei wichtigen Projekten die Styles mit den Dateien zu archivieren.
Das obengenannte knapp 200 seitige Dokument hatte ich übrigens
vorsichtshalber auch noch als DVI-Datei gesichert, die 350 KB groß ist
und heute noch genausogut funktioniert wie damals, was zum reinen
Ausdrucken vollkommen reicht.

Ein weiteres Problem können eingebundene Bilder sein. Mit Lindner-TeX
auf dem Atari konnte ich .IMG Bilder einbinden. Diese eingebundenen
Bilder kann ich heute auf meinem Mac nicht mehr mit ausdrucken. (Aber
vor dem Einbinden solcher Bilder wurde auch damals schon im Hinblick auf
die Kompatibilität gewarnt)

Grüße

Sven, der mal in seinen alten Dokumente wühlte

------------------------------------------------------------------------
Sven-S. Porst ss...@gmx.net
PGP Key ID 0x5E4FC159 http://www.stud.uni-goettingen.de/~sporst
------------------------------------------------------------------------

Stephan Lehmke

unread,
Nov 5, 1998, 3:00:00 AM11/5/98
to
In article <ccsp17...@spa.schulen.regensburg.de>,

konrad.h...@spa.schulen.regensburg.de (Konrad Holzbauer) writes:
> In article <71pnl8$qb4$1...@fbi-news.cs.uni-dortmund.de>,
> Stephan...@cs.uni-dortmund.de (Stephan Lehmke) writes:
>>
>> Nimm TeX :-)
>>
>> [...]
>>
>> Wichtig ist hier die Bedingung, sich _streng_ an das Handbuch von
>> Lamport zu halten. Wer Zusatzpakete benutzt oder Features, die
>> z.B. auf der Verwendung von PostScript basieren, kann schon eher Pech
>> haben. Fuer die meisten Packages gibt es keine Kompatibilitaet mit
>> alten Versionen. Wenn man also nicht ein altes System `einfriert',
>> kann man da Inkompatibilitaeten erleben.
>>
>
> diese "Inkompatibilitäten" dürften sich in der Regel auf Feinheiten im Layout
> beschränken,

Nee Nee, was ich meinte ist die Art von Inkompatibilitaet, bei der
ein LaTeX-Lauf nur eine Fehlermeldung und _kein_ Dokument produziert,
und dieses Problem auch nicht ohne Aufwand zu beseitigen ist.

(Beispiel: Bei meinen alten selbstgeschriebenen Packages wurde das
`Nachladen' anderer Packages durch Modifikation von \@optionlist
oder so realisiert. Dieses Makro existiert bei LaTeX2e auch im
Kompatibilitaetsmodus nicht)

Packages, die es jemals auf CTAN geschafft haben, duerften nicht
soo sehr betroffen sein, hier gibt es meist neue Versionen oder
Reimplementierungen (obwohl manchmal die Syntax anders ist).
Es gibt aber auch eine Menge `lokale' Packages, die irgendwann
mal von irgendwem geschrieben wurden, der jetzt nicht mehr in der
Firma ist, die immer funktioniert haben, die abr niemand mehr
versteht.

Weiteres Beispiel: amslatex fuer LaTeX2.09 kannte ein environment
Sb...

Und noch eins: Erinnert sich noch jemand an mslatex (also LaTeX2.09
mit NFSS1)? Das habe ich ueber Jahre benutzt, und es ist was
die Fontauswahl angeht ziemlich inkompatibel sowohl zu
LaTeX2.09 als auch zu LaTeX2e.

> aber die wirklich wichtigen Teile wie Fußnoten, Bibliographie
> und anderes

Fussnoten, Bibliographie und das meiste `andere' sind aber auch
Bestandteil des im Handbuch dokumentierten Sprachumfangs und somit
von meinen Bemerkungen nicht betroffen.

>
> Ich hab auch mal ein File von 1990 neu auf meinem frisch installierten Linux-
> Rechner mit TeteX übersetzt - und es kam korrekt bis auf ein fehlendes Bild, das
> nicht in PS beilag.

Das ist doch schoen - dann hielt es sich syntaxmaessig sicher eng an
das Handbuch.

Martin Schroeder

unread,
Nov 5, 1998, 3:00:00 AM11/5/98
to
In <71rsa5$95f$2...@fbi-news.cs.uni-dortmund.de> Stephan...@cs.uni-dortmund.de (Stephan Lehmke) writes:
>Und noch eins: Erinnert sich noch jemand an mslatex (also LaTeX2.09
>mit NFSS1)? Das habe ich ueber Jahre benutzt, und es ist was
>die Fontauswahl angeht ziemlich inkompatibel sowohl zu
>LaTeX2.09 als auch zu LaTeX2e.

NFSS1 und NFSS2 waren IIRC immer als Beta bezeichnet. Use at your own risk. :-)

Gru"s
Martin

--
Martin Schr"oder, M...@Dream.KN-Bremen.DE
- If I start up a C shell and put it up to my ear, what will I hear?
- You'd hear the sound of the C, of course, as it repeatedly crashes
on the silicon beach. (The Usenet Oracle, Jan 1993)

Martin Schroeder

unread,
Nov 5, 1998, 3:00:00 AM11/5/98
to
In <c9a7lxa...@cis.uni-muenchen.de> Stefan Ulrich <ulr...@cis.uni-muenchen.de> writes:
>Ich würde mir Dokumente, bei denen es wichtig ist, daß sie *seitengenau*
>wieder ausgedruckt werden können, als .dvi-File (oder gar als .ps-File?)
>aufheben. Ansonsten würde ich das File ans aktuelle LaTeX anpassen (geht
>in der Regel gut, wenn keine allzu wilden Sachen gemacht worden sind)
>und neu LaTeX-en.

Als PS. Im schlimmsten Fall ändern sich zwischenzeitlich die CM-Fonts.
Alles schon vorgekommen (zwar nur die pks, nicht die tfms -- aber das
kann reichen).
Wenn man wirklich _sicher_ sein will, daß das Dokument auch in zehn
Jahren noch _pixelgenau_ wieder zu erstellen ist, hilft nur eine
Komplettsicherung des verwendeten TeX-Systems inklusive Betriebssystem
und aller Tools.

>Wenn man gegenwärtig Dateien `fürs Archiv' schreiben möchte, lohnt
>es sich wohl, auf `sauberen Stil' zu achten (keine \defs, stattdessen
>\newcommands usw. - also all das, was ohnehin immer in dieser Gruppe
>empfohlen wird).

Sowieso. 100% Pure LaTeX halt. :-)

Gruß

Stephan Lehmke

unread,
Nov 5, 1998, 3:00:00 AM11/5/98
to
In article <y-eQ2A3...@dream.kn-bremen.de>,

m...@dream.kn-bremen.de (Martin Schroeder) writes:
> In <71rsa5$95f$2...@fbi-news.cs.uni-dortmund.de> Stephan...@cs.uni-dortmund.de (Stephan Lehmke) writes:
>>Und noch eins: Erinnert sich noch jemand an mslatex (also LaTeX2.09
>>mit NFSS1)? Das habe ich ueber Jahre benutzt, und es ist was
>>die Fontauswahl angeht ziemlich inkompatibel sowohl zu
>>LaTeX2.09 als auch zu LaTeX2e.
>
> NFSS1 und NFSS2 waren IIRC immer als Beta bezeichnet. Use at your own risk. :-)

Hgnnnni...

Das meine ich doch!

Wer features verwendet, die so nicht im Handbuch dokumentiert
sind, muss mit Inkompatibilitaeten rechnen!

Gruss
Stephan

Oliver Bandel

unread,
Nov 5, 1998, 3:00:00 AM11/5/98
to

Karl Heinz Marbaise <Karl_Hein...@hippo.fido.de> wrote:
> Hallo Alle!

> Ich möchte hier mal eine Frage stellen, ob langzeit Informationen existieren
> bzw. ob diese jamand hat.

> Mit welchem Aufwand könnte beispielsweise ein Dokument von vor z.B. 6-8 Jahren


> auf einem heutigen LaTeX übersetzt werden. Und welche Probleme gibt es dabei.

> Oder anders herum, wie müßte ein Dokument Heute erstellt werden, um
> Beispielsweise in 6-8 Jahren noch mit LaTeX Verwendung zu finden(Ohne es neu
> zuschreiben versteht sich).

Wenn packages geändert werden, kann sich schon mal das Layout verschieben.
Wenn mich nicht alles täuscht, ist mir das mal bei latex2kurz passiert,
ich will's aber nicht beschwören....

Wenn es sicher sein soll, kannst Du ja mit TeX arbeiten (also plain TeX,
nicht LaTeX). Oder Du legst den alten Texten ganz einfach auch die
alten Styles bei, die damals verwendet wurden. Dann kannst Du ohne
Dich in TeX einarbeiten zu müssen LaTeX nutzen und hast auch nach
Jahrzehnten noch die gleichen Ergebnisse.

Das ist wohl sicherlich die betse Lösung: Lege eben Deine LaTeX-Dokumente
mit allen notwendigen Styles ab. Die benötigen ja garnicht so viel Platz,
sind es ja ohnehin Textfiles.

Tschüß,
Oliver

Oliver Bandel

unread,
Nov 5, 1998, 3:00:00 AM11/5/98
to

René Scholz <m...@isun34.inf.uni-jena.de> wrote:
> Karl Heinz Marbaise <Karl_Hein...@hippo.fido.de> wrote:
>>Oder anders herum, wie müßte ein Dokument Heute erstellt werden, um
>>Beispielsweise in 6-8 Jahren noch mit LaTeX Verwendung zu finden(Ohne es neu
>>zuschreiben versteht sich).

> Ich habe hier eingeführt, daß in einem Latex-Dokument alle benutzten


> Macro-Pakete innerhalb eines Verzeichnisses Macros/ abgelegt werden.

> Das sollte zumindest den größten Teil der zu erwartenden Probleme erledigen
> (allerdings ändern sich auch einige andere Dinge: def fd cls clo con ldf
> zb., die nicht noch extra gespeichert werden.)

Na, das kann man ja machen, wenn man seine fertigen Dokumente
für eine Langzeitarchivierung beiseite legt.
Auf dem DANTE-Treffen in Berlin hatte jemand die vortreffliche Idee,
die CD-ROMS zu archivieren. Man sollte eben nicht alles gleich zum
Sondermüllverwerter geben, nur weil es ein paar Wochen alt ist.
Das kann man mit aol-Werbe-CD-ROMs machen, aber nicht gerade mit
TeX-CDs.

Tschüß,
Oliver

René Scholz

unread,
Nov 5, 1998, 3:00:00 AM11/5/98
to
Oliver Bandel <oli...@first.in-berlin.de> wrote:
>Wenn packages geändert werden, kann sich schon mal das Layout verschieben.
>Wenn mich nicht alles täuscht, ist mir das mal bei latex2kurz passiert,
>ich will's aber nicht beschwören....

Manchmal passiert es auch, daß irgendwelche Bugs in LaTeX korrigiert werden ...

Ein Prof. war mal richtig sauer, als sich ein Dokument nach einem
tetex-Update nicht mehr fehlerfrei übersetzen ließ --> \~ funktionierte
nicht mehr zur Erzeugung einer Tilde.


Wir speichern hier in etwa folgendes ab:

[Documents/V-Rahn:IFS-96] WOPR> ds
total 15
drwxr-x--- 7 texpro pvs-tex 512 Nov 3 09:45 ./
drwxrwxr-x 221 texpro pvs-tex 8192 Okt 19 19:51 ../
drwxrwx--- 2 texpro pvs-tex 512 Nov 3 09:45 BibTex/
drwxr-x--- 2 texpro pvs-tex 512 Nov 3 09:45 Figures/
drwxrwx--- 2 texpro pvs-tex 512 Nov 3 09:45 Kapitel/
drwxrwx--- 2 texpro pvs-tex 512 Nov 3 09:45 Macros/
-rwxrwxr-x 1 texpro pvs-tex 857 Jul 31 1997 README.sh*
drwxrwxr-x 2 texpro pvs-tex 512 Nov 3 09:45 maketex/

[Documents/V-Rahn:IFS-96] WOPR> ds Macros/
total 59
drwxrwx--- 2 texpro pvs-tex 512 Nov 3 09:45 ./
drwxr-x--- 7 texpro pvs-tex 512 Nov 3 09:45 ../
-rw-rw-r-- 1 texpro pvs-tex 3246 Feb 11 1997 epsfig.sty
-rw-rw-r-- 1 texpro pvs-tex 25285 Feb 11 1997 german.sty
-rw-rw-r-- 1 texpro pvs-tex 23 Feb 11 1997 graphics.cfg
-rw-rw-r-- 1 texpro pvs-tex 13602 Feb 11 1997 graphics.sty
-rw-rw-r-- 1 texpro pvs-tex 7575 Feb 11 1997 graphicx.sty
-rw-rw-r-- 1 texpro pvs-tex 1570 Feb 11 1997 keyval.sty
-rw-rw-r-- 1 texpro pvs-tex 2866 Feb 11 1997 trig.sty

[Documents/V-Rahn:IFS-96] WOPR> ds maketex/
total 331
drwxrwxr-x 2 texpro pvs-tex 512 Nov 3 09:45 ./
drwxr-x--- 7 texpro pvs-tex 512 Nov 3 09:45 ../
-rw-rw-r-- 1 texpro pvs-tex 452 Feb 11 1997 DVI.LOG
-rw-rw-r-- 1 texpro pvs-tex 1876 Feb 11 1997 TEX.LOG
-rw-rw-r-- 1 texpro pvs-tex 12024 Feb 11 1997 V-Rahn:IFS-96.dvi
-rw-rw-r-- 1 texpro pvs-tex 305718 Feb 11 1997 V-Rahn:IFS-96.ps.gz
-rw-rw-r-- 1 texpro pvs-tex 456 Apr 9 1997 V-Rahn:IFS-96.tex

Ein perlscript (von mir) ermittelt dabei, was so alles gesichert werden muß:

[Documents] texpro> texpro-check-completeness.pl V-Rahn:IFS-96/

Fixing file permissions in [V-Rahn:IFS-96].
Found [README.sh].

Found all Figures in [Figures].

Now copying files from /local/tex[-local]/ to [Macros]
copy file: /local/tex/texmf/tex/latex/graphics/graphics.sty
copy file: /local/tex/texmf/tex/latex/graphics/keyval.sty
copy file: /local/tex/texmf/tex/generic/misc/german.sty
copy file: /local/tex/texmf/tex/latex/graphics/trig.sty
copy file: /local/tex/texmf/tex/latex/graphics/graphicx.sty
copy file: /local/tex/texmf/tex/latex/graphics/epsfig.sty

Now please do: (cd V-Rahn:IFS-96; ./README.sh)
and run texpro-check-completeness.pl V-Rahn:IFS-96 again.

usw. (anschließend wird noch eine HTML-Seite generiert, um das Dokument auf
den Webserver zu bringen).

Marcus Ohlhaut

unread,
Nov 5, 1998, 3:00:00 AM11/5/98
to
>Mit welchem Aufwand könnte beispielsweise ein Dokument von vor z.B. 6-8
>Jahren auf einem heutigen LaTeX übersetzt werden. Und welche Probleme

Das mache ich hier mehr oder minder regelmäßig. Ich verwende heut noch
Texte, die schon auf einem Atari ST geschrieben, eine Zeit lang unter
DOS/emTeX bearbeitet und mittlerweile unter Linux gehandhabt werden.

Hin und wieder ist sowas wie recode ibmpc:latin1 nötig (dem kann man aus
dem Weg gehen, in dem man sich auf 7Bit-Quellfiles beschränkt, die die
jeweiligen Editor temporär in human-readable-Form bringen); und auch die
eine oder andere Anpassung an die neue Installation (Pfadname von
\include oder \includegraphics etc.) sind nötig.

Alles in allem aber problemlos, und die Gewähr ist, daß die Dokumente
immer noch gleich aussehen.

- Marcus [PGP]

--
GPT TeX @M2: 089-345737 @BA:0951-4078029

Sven-S. Porst

unread,
Nov 7, 1998, 3:00:00 AM11/7/98
to
Stefan Ulrich <ulr...@cis.uni-muenchen.de> wrote:

> Ich würde mir Dokumente, bei denen es wichtig ist, daß sie *seitengenau*
> wieder ausgedruckt werden können, als .dvi-File (oder gar als .ps-File?)
> aufheben.

Ich bevorzuge DVI, da es nicht nur auf ein Diskette paßt, sondern man
sich im Gegensatz zu PS noch nicht auf eine bestimmte Auflösung und
einen bestimmten Drucker festlegt. Nachteil ist hierbei natürlich, daß
die verwandten .mf Dateien auch weiterhin vorhanden sein müssen.

Grüße

Sven

Andreas Scherer

unread,
Nov 9, 1998, 3:00:00 AM11/9/98
to
Karl Heinz Marbaise wrote:
>
> Mit welchem Aufwand könnte beispielsweise ein Dokument von vor z.B.
> 6-8 Jahren auf einem heutigen LaTeX übersetzt werden.
Auch wenn Du explizit nach LaTeX fragst ... am vergangenen Wochenende
habe ich eine richtige "success story" mit meiner Mathe-DA von 1990
erlebt.

Zur Vorgeschichte: Damals hatten wir VAX/VMS-TeX 2.0 (plainTeX) ohne
deutsche Trennmuster oder "germany.sty", die Eingabe erfolgte auf einem
Grünmonitor an einer HP-Workstation, die Übersetzung lief dann (per
telnet) auf der VAX "im Keller". Wie nicht anders zu erwarten, gab's
natürlich kein geeignetes "Malprogramm", so daß die 21 Abbildungen mit
Pascal-Programmen auf der Basis von "starbase" erstellt und direkt an
den Plotter geschickt wurden. Das Einfügen in die TeX-Ausdrucke war dann
echtes "Cut-and-Paste". :-(

Jetzt kommt aber der Clou: Dank MetaPost/PostScript/dvips lassen sich
die Abbildungen jetzt völlig neu (und besser) gestalten und "direkt" in
den TeX-Text einbinden, ***___ohne___*** daß sich auch nur am
***___Zeilenumbruch___*** etwas ändert.

[Word 97 ist noch heute nicht in der Lage, auch nur den Seitenumbruch
beizubehalten, wenn man von Farb-DeskJet auf S/W-LaserJet umstellt. Noch
Fragen, Hauser?!]

-- Andreas

SED_COMMAND = 'sed -n "/^ac_include/s%ac_include[ ]**\(.**\)%'
SED_COMMAND = SED_COMMAND || '\\\@^&@r \1\+' || NL || '\\\@^&@d%p"'

0 new messages