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Kapitelbeginn auf linker Seite in {book}

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Sven Kroboth

unread,
Sep 26, 2002, 4:35:45 AM9/26/02
to
Hallo,

gibt es eine Möglichkeit, in der documentclass {book} EIN EINZELNES
Kapitel (konkret das Inhaltsverzeichnis) ausnahmsweise auf einer
linken/geraden Seite beginnen zu lassen?

Die "openany"-Deklaration ist mir bekannt, aber dann müßte ich ja bei
allen anderen Kapiteln manuell mittels "cleardoublepage" am Ende des
Kapitels davor dafür sorgen, daß diese nach vor auf rechten/ungeraden
Seiten beginnen.

Danke,
Sven

Markus Kohm

unread,
Sep 26, 2002, 4:44:14 AM9/26/02
to
Sven Kroboth wrote:

> gibt es eine Möglichkeit, in der documentclass {book} EIN EINZELNES
> Kapitel (konkret das Inhaltsverzeichnis) ausnahmsweise auf einer
> linken/geraden Seite beginnen zu lassen?

Das ist nicht sinnvoll, da es zu Inkonsistenz führt und daher den Leser
verwirrt. Außerdem fangen Inhaltsverzeichnisse in Büchern rechts an.

Markus
--
Fragen zu LaTeX? --> http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/
Fragen zu KOMA-Script? --> scrguide
Lust zur Mitarbeit? --> http://koma-script.net.tf
Fragen zur Person? --> http://kohm.de.tf

Hans-Christoph Wirth

unread,
Sep 26, 2002, 6:24:56 AM9/26/02
to
Markus Kohm <marku...@gmx.de> wrote:
>
> > gibt es eine Möglichkeit, in der documentclass {book} EIN EINZELNES
> > Kapitel (konkret das Inhaltsverzeichnis) ausnahmsweise auf einer
> > linken/geraden Seite beginnen zu lassen?
>
> Das ist nicht sinnvoll,

Es gibt sehr wohl sinnvolle Anwendungen. Wenn etwa die Arbeit so
beschaffen ist, dass das Inhaltsverzeichnis genau zwei Seiten einnimmt,
kann der Leser die gesamte Arbeit auf *einen* Blick erfassen.

> da es zu Inkonsistenz führt und daher den Leser verwirrt.

Die Verwirrung durch Inkonsistenzen wird sich bei einem durchschnittlich
intelligenten Menschen in Grenzen halten; der Vorteil durch den Gewinn
an Übersichtlichkeit wegen des wegfallenden Umblätterns überwiegt.

> Außerdem fangen Inhaltsverzeichnisse in Büchern rechts an.

Millionen Fliegen ...

hcw

Matthias Schwaiger

unread,
Sep 26, 2002, 6:00:45 AM9/26/02
to
Hallo,

Hans-Christoph Wirth schrieb:


> Markus Kohm <marku...@gmx.de> wrote:
>
>>
>>
>>>gibt es eine Möglichkeit, in der documentclass {book} EIN EINZELNES
>>>Kapitel (konkret das Inhaltsverzeichnis) ausnahmsweise auf einer
>>>linken/geraden Seite beginnen zu lassen?
>>
>>
>> Das ist nicht sinnvoll,
>
>
> Es gibt sehr wohl sinnvolle Anwendungen. Wenn etwa die Arbeit so
> beschaffen ist, dass das Inhaltsverzeichnis genau zwei Seiten einnimmt,
> kann der Leser die gesamte Arbeit auf *einen* Blick erfassen.

Die Zeit, die ich spare, weil ich da nicht umblättern muss, vergeude ich
damit, dass ich den Anfang des Inhaltsverzeichnisses suchen muss.
Ausserdem blättert man bei so einem kurzem Inhaltsverzeichnis
normalerweise auch nicht ewig rum, sondern überfliegt es gezielt. Ich
sehe es daher auch nicht als sinnvoll an.

>>da es zu Inkonsistenz führt und daher den Leser verwirrt.
>
> Die Verwirrung durch Inkonsistenzen wird sich bei einem durchschnittlich
> intelligenten Menschen in Grenzen halten; der Vorteil durch den Gewinn
> an Übersichtlichkeit wegen des wegfallenden Umblätterns überwiegt.

Sicherlich: Man wird es als einigermassen intelligenter Mensch finden
und sich dann fragen, wer denn das verbrochen hat...

Nichtsdestotrotz mal eine Vorgehensweise (ungestestet), und zwar über
die Umänderung der entsprechenden Definitionen in book.cls, was aber
unter Umständen einige Seiteneffekte nach sich zieht (je nach
verwendeten packages)

------------8<-------------
\newcommand\tocchapter{\clearpage%
\thispagestyle{plain}%
\global\@topnum\z@
\@afterindentfalse
\secdef\@chapter\@schapter}
\renewcommand\tableofcontents{%
\if@twocolumn
\@restonecoltrue\onecolumn
\else
\@restonecolfalse
\fi
\tocchapter*{\contentsname
\@mkboth{%
\MakeUppercase\contentsname}{\MakeUppercase\contentsname}}%
\@starttoc{toc}%
\if@restonecol\twocolumn\fi
}
-----------8<-------------

Am Besten in eine eigene .sty-Datei schreiben und vor anderen packages
laden...

Matthias

Sven Kroboth

unread,
Sep 26, 2002, 6:06:23 AM9/26/02
to

Hans-Christoph Wirth schrieb:


>
> Markus Kohm <marku...@gmx.de> wrote:
> >
> > > gibt es eine Möglichkeit, in der documentclass {book} EIN EINZELNES
> > > Kapitel (konkret das Inhaltsverzeichnis) ausnahmsweise auf einer
> > > linken/geraden Seite beginnen zu lassen?
> >
> > Das ist nicht sinnvoll,
>
> Es gibt sehr wohl sinnvolle Anwendungen. Wenn etwa die Arbeit so
> beschaffen ist, dass das Inhaltsverzeichnis genau zwei Seiten einnimmt,
> kann der Leser die gesamte Arbeit auf *einen* Blick erfassen.

Genau darum geht's mir - wie ich es erreiche, weiß ich nun aber immer
noch nicht...

Sven

Markus Kohm

unread,
Sep 27, 2002, 4:13:23 AM9/27/02
to
Hans-Christoph Wirth wrote:

> Wenn etwa die Arbeit so beschaffen ist, dass das Inhaltsverzeichnis
> genau zwei Seiten einnimmt, kann der Leser die gesamte Arbeit auf

> einen Blick erfassen.

Eine tolle Begründung dafür, dem Leser das Auffinden des
Inhaltsverzeichnisses zu erschweren.

> Millionen Fliegen ...

Bevor man mit solchem Scheiß antwortet, sollte man sich erstmal überlegen,
wie es wohl kommt, dass Typografen nach einigen hundert Jahren Buchdruck
übereinstimmend dazu gekommen sind, dass Kapitel auf rechten Seiten
anfangen und Verzeichnisse wie Kapitel behandelt werden. Wohlgemerkt, ich
betrachte hier zwar in erster Linie wissenschaftliche Bücher, aber auch in
anderen ist einheitliches Vorgehen von hocher Wichtigkeit. Also entweder
alle Kapitelanfänge rechts oder alle beliebig.

Wenn man aber statt zu denken lieber rumpöbeln will, sollte man die
Schnautze halten oder sich in der nächsten Kneipe an den Stammtisch setzen.

Hendrik van Hees

unread,
Sep 27, 2002, 4:37:29 AM9/27/02
to
Markus Kohm wrote:

> Bevor man mit solchem Scheiß antwortet, sollte man sich erstmal überlegen,
> wie es wohl kommt, dass Typografen nach einigen hundert Jahren Buchdruck
> übereinstimmend dazu gekommen sind, dass Kapitel auf rechten Seiten
> anfangen und Verzeichnisse wie Kapitel behandelt werden. Wohlgemerkt, ich
> betrachte hier zwar in erster Linie wissenschaftliche Bücher, aber auch in
> anderen ist einheitliches Vorgehen von hocher Wichtigkeit. Also entweder
> alle Kapitelanfänge rechts oder alle beliebig.

Sei doch nicht gleich so knatschig. Wenn Du Typographie so magst, warum sind
(oder waren?) dann defaultmäßig in Deinem KOMA-Skript die Überschriften sf?
Allein dies hat mich davon abgehalten, diese Klassen je wieder anzurühren.


>
> Wenn man aber statt zu denken lieber rumpöbeln will, sollte man die
> Schnautze halten oder sich in der nächsten Kneipe an den Stammtisch
> setzen.

Wie gesagt, sei doch nicht gleich so knatschig ;-)).

--
Hendrik van Hees Fakultät für Physik
Phone: +49 521/106-6221 Universität Bielefeld
Fax: +49 521/106-2961 Universitätsstraße
http://theory.gsi.de/~vanhees/ D-33615 Bielefeld

Hans-Christoph Wirth

unread,
Sep 27, 2002, 6:15:12 AM9/27/02
to
Markus Kohm <marku...@gmx.de> wrote:
>
> Bevor man mit solchem Scheiß antwortet, sollte man sich erstmal überlegen,
> wie es wohl kommt, dass Typografen nach einigen hundert Jahren Buchdruck
> übereinstimmend dazu gekommen sind, dass ...

Nach einigen hundert Jahren Buchdruck gab es auch Zeiten, wo man
übereinstimmend dazu gekommen war, Bleilettern aneinanderzureihen ...

> Wenn man aber statt zu denken lieber rumpöbeln will, sollte man die
> Schnautze halten oder sich in der nächsten Kneipe an den Stammtisch setzen.

Ich meine, gedankenloses Rumpöbeln hat durchaus auch seinen Plaz in
dieser Newsgroup :-)

hcw

Markus Kohm

unread,
Sep 27, 2002, 5:21:19 AM9/27/02
to
Hendrik van Hees wrote:

> Wenn Du Typographie so magst, warum sind
> (oder waren?) dann defaultmäßig in Deinem KOMA-Skript die Überschriften
> sf?

- Das steht in der Anleitung.
- In der Anleitung steht auch, wie man das mit einem ganz einfachen Befehl
ändert.
- Schon Jan Tschichold sieht in großen fetten serifenbehafteten
Überschriften Nachteile.
- Serifenlosen haben nach Auffassung verschiedener Typografen nur oder
hauptsächlich für Überschriften eine Berechtigung.
- Serifenlose in in der Typografie umstritten aber längst nicht mehr tabu.

Was ich bei den Voreinstellungen von KOMA-Script bzgl. der Schriftwahl viel
schlimmer finde, sind übrigens die Kolumnentitel. Aber es wäre noch viel
schlimmer, die Voreinstellungen einfach so ändern. Die Geschichte dieser
Voreinstellun ghabe ich übrigens schon so oft erzählt, dass ich mir das
sparen werde. Wer die immernoch nicht kennt, hat ohnehin so wenig Ahnung
von KOMA-Script, dass es überhaupt nichts nützt, die Gründe für die
Voreinstellungen zum tausendundersten Mal zu erläutern.

> Allein dies hat mich davon abgehalten, diese Klassen je wieder anzurühren.

Klassen, deren Haupteigenschaft ihre Konfigurierbarkeit ist, abzulehnen,
weil eine einzige Voreinstellung nicht gefällt, ist absurd. Ich bin aber
dankbar, wenn jeder, der diese Einstellung hat, sich danach verhält. Denn
die Erfahrung zeigt, dass solche Anwender letztlich nur Arbeit und Verdruss
bereiten.

> sei doch nicht gleich so knatschig

Solange es dummes Geschwätz gibt, bin ich auch knatschig, wenn es mir auf
das bißchen Geist, das ich habe, geht.

Markus Kohm

unread,
Sep 27, 2002, 5:40:41 AM9/27/02
to
Hans-Christoph Wirth wrote:

> Nach einigen hundert Jahren Buchdruck gab es auch Zeiten, wo man
> übereinstimmend dazu gekommen war, Bleilettern aneinanderzureihen ...

Ja, klar, und Äpfel sind auch das gleiche wie Birnen. Du hast recht und ich
hoffentliche jetzt meine Ruhe.

Bernd Moeller

unread,
Sep 27, 2002, 6:01:25 AM9/27/02
to
Markus Kohm wrote:
> Was ich bei den Voreinstellungen von KOMA-Script bzgl. der Schriftwahl viel
> schlimmer finde, sind üuebrigens die Kolumnentitel.

Was wuerdest du daran aendern? Da du wohl doch einige Ahnung von
Typografie hast, was wuerdest du bei einer mathematischen Arbeit
waehlen, um die lebende Kolumnentitel mehr vom Textbereich abzugrenzen:
Eine Linie unter der Kopfzeile, eine kleinere Schriftgroesse oder
kursive Schrift? Alle 3 Moeglichkeiten habe ich schon in meiner
Fachliteratur gesehen, kann mich aber nicht entscheiden was "besser"
ist.

Gruss
Bernd

Ulf Mazurek

unread,
Sep 27, 2002, 6:12:37 AM9/27/02
to

Hi Sven,

wenn ich Dich richtig verstehe, geht es darum, dem Leser einen schnellen
Ueberblick ueber den Inhalt des Buches (oder der Broschuere oder ...) zu
geben. Leider ist das Inhaltsverzeichnis aber zu lang, um noch auf eine
Seite zu passen.

Was haeltst Du von einer "Inhaltsuebersicht", die nur die Eintraege fuer
die Kapitel hat, und einem anschliessenden "Inhaltsverzeichnis", das nicht
nur die Kapitel, sondern auch die Abschnitte, Unterabschnitte usw. (das
bliebe ganz Dir ueberlassen) bringt?

In amerikanischen Buechern findet man das gelegentlich, in meinen Augen
ist es hilfreich. Beide Verzeichnisse koennen auf der rechten (ungera-
den) Seite beginnen, und die "Inhaltsuebersicht" passt vielleicht auf
eine Seite.

Die ganze Sache hat leider einen Haken: Ich weiss im Moment nicht, wie
man sie in LaTeX erreichen koennte. Vielleicht wissen die Fachleute
hier Rat.

Von der Idee, das Inhaltsverzeichnis, um es auf einer Doppelseite unter-
zubringen, als einzige Kapitel des gesamten Buches auf der linken (gera-
den) Seite beginnen zu lassen, bin ich nicht so recht begeistert. Wie
Markus wuerde ich mich sehr wundern, bekaeme ich das Buch in die Haende.

Viel Erfolg
ulf

Markus Kohm

unread,
Sep 27, 2002, 8:58:41 AM9/27/02
to
Ulf Mazurek wrote:

> Die ganze Sache hat leider einen Haken: Ich weiss im Moment nicht, wie
> man sie in LaTeX erreichen koennte.

Das ist nicht weiter schwer:

\newcommand*{\shorttableofcontents}{%
\begingroup


\if@twocolumn
\@restonecoltrue\onecolumn
\else
\@restonecolfalse
\fi

\setcounter{tocdepth}{1}%
\chapter*{\shortcontentsname
\@mkboth{\shortcontentsname}{\shortcontentsname}}%
\@parskipfalse\@parskip@indent%
\makeatletter
\@input{\jobname.#1}%
\makeatother
\@nobreakfalse
\@starttocnoerase{toc}%
\if@restonecol\twocolumn\fi
\endgroup
}

Der Aufruf muss unbedingt _vor_ \tableofcontents erfolgen. Bezüglich `@' in
den Makronamen siehe FAQ.

Markus Kohm

unread,
Sep 27, 2002, 8:52:28 AM9/27/02
to
Bernd Moeller wrote:

> Was wuerdest du daran aendern?

Ich würde nicht eine verschrägte, sondern ggf. eine kursive Schrift nehmen.
Noch lieber würde ich wohl eine kleinere Schrift nehmen.

> was wuerdest du bei einer mathematischen Arbeit waehlen, um die
> lebende Kolumnentitel mehr vom Textbereich abzugrenzen

Hast du Formelzeichen in der Überschrift? Dann wirde ich eine kleinere
Schrift (eine Stufe kleiner, also \small) nehmen. Hast du keine
Formelzeichen drin, dann kannst du eine kursive Schrift nehmen. Du kannst
auch beides kombinieren.

Allerdings: Nie die Seitenzahl schräg oder kursiv setzen.

Das ist meine persönliche Meinung, und wenn das wieder jemand nicht einsehen
will, ist mir das schnurz-piep-egal. Wenn wieder einer glaubt, er müsse
dagegen pöbeln, dann soll er mir mal bei Neumond im Dunkeln begegnen.

Markus Kohm

unread,
Sep 27, 2002, 9:09:53 AM9/27/02
to
Ulf Mazurek wrote:

> Die ganze Sache hat leider einen Haken: Ich weiss im Moment nicht, wie
> man sie in LaTeX erreichen koennte.

Das ist nicht weiter schwer:

\newcommand*{\shorttableofcontents}{%
\begingroup
\if@twocolumn
\@restonecoltrue\onecolumn
\else
\@restonecolfalse
\fi
\setcounter{tocdepth}{1}%
\chapter*{\shortcontentsname
\@mkboth{\shortcontentsname}{\shortcontentsname}}%
\@parskipfalse\@parskip@indent%
\makeatletter
\@input{\jobname.#1}%
\makeatother
\@nobreakfalse

\if@restonecol\twocolumn\fi
\endgroup
}

Der Aufruf muss unbedingt _vor_ \tableofcontents erfolgen. Bezüglich `@' in
den Makronamen siehe FAQ.

Markus

PS: Falls jemand die erste Version des Artikels gelesen hat, dort war ein
offensichtlicher Fehler drin.

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