hat jemand eine elegante Lösung für Tabellen, die einen Titel obendrüber
stehen haben und untendrunter eine Quellenangabe? Die Quellenangabe
könnte natürlich einfach in eine letzte Zeile, die alle Spalten
überspannt, verlängert bei tabular aber die Breite der gesamten Tabelle
und bei tabularx ist sie so lang wie die Tabelle. Ich suche ein Verhalten
wie beim Titel (caption), dh. unabhängig von der Breite der Tabelle,
evtl. einfach in Textbreite unter der Tabelle (evtl. in kleinerer
Schrift), aber bei floating tables nie getrennt von der Tabelle.
Ben
Schau dir mal longtable an und head und endlastfoot: Die Caption geht in
den header und deine Quellenangabe in den letzten footer. Man muss ja
nicht über zwei Seiten gehen.
Bernhard
Longtable endlastfood setzt dann aber auch die Tabelle auf die Länge der
Quellenangabe, dann kann ich es auch gleich in eine eigene Zeile setzen.
Es scheint aber über eine minipage zu gehen, in die man die Tabelle
steckt. Allerdings sieht das Ergebnis gar nicht gut aus, da bei einer
schmalen Tabelle die Quellenangabe breit über die ganze Seite geht.
Jedenfalls bei zentriert in der Mitte stehenden Tabellen passt das nicht.
Muss mir also was anderes ausdenken.
Ben
Ersetze das \rule durch deine Tabelle:
\documentclass[captions=tableheading]{scrartcl}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage{lmodern}
\begin{document}
\begin{table}
\caption{Die Tabellenüberschrift}
{\centering\rule{7cm}{4cm}\par}
\footnotesize
Quelle: Eine Quelleangabe, die sich über die Textbreite erstreckt, im Blocksatz
gesetzt wird und die wegen der ungebenden Gleitumgebung nicht von der Tabelle
getrennt wird.
\end{table}
\end{document}
--
Uwe
> hat jemand eine elegante Lösung für Tabellen, die einen Titel obendrüber
> stehen haben und untendrunter eine Quellenangabe?
Zunächst einmal kannst Du die einfach als Text setzen. Du hast da alle
Freiheiten, beispielsweise:
\documentclass{scrartcl}
\usepackage[ngerman]{babel}
\usepackage{blindtext}
\newcommand*{\Quelle}[1]{%
\par\vskip\abovecaptionskip
\noindent{\small
\hspace*{\fill}\parbox{.66\textwidth}{%
\csname @hangfrom\endcsname{Quelle: }% nur als Vorschlag
#1\par}}%
}
\begin{document}
\begin{table}
\centering
\captionabove[Test]{Test.\blindtext}%
\begin{tabular}{ll}\hline
Das ist die linke Spalte. & Das ist die rechts Spalte \\\hline
Das ist die linke Spalte. & Das ist die rechts Spalte \\
Das ist die linke Spalte. & Das ist die rechts Spalte \\
Das ist die linke Spalte. & Das ist die rechts Spalte \\
Das ist die linke Spalte. & Das ist die rechts Spalte \\
Das ist die linke Spalte. & Das ist die rechts Spalte \\\hline
\end{tabular}
\Quelle{Test.\blindtext}
\label{tab:test}
\end{table}
\end{document}
> Ich suche ein Verhalten wie beim Titel (caption)
Auch das ist kein Problem:
\documentclass{scrartcl}
\usepackage[ngerman]{babel}
\usepackage{blindtext}
\makeatletter% --> De-TeX-FAQ
\newcommand*{\ext@Quelle}{dummy}% Dateierweiterung für das dummy-Verzeichnis
\newcommand*{\fnum@Quelle}{Quelle}
\newcounter{Quelle}
\newcommand*{\Quelle}[1]{%
\begingroup
% Hier beliebige Einstellungen vornehmen, beispielsweise:
\setkomafont{caption}{\footnotesize}%
% Dann noch den Typ auf "Quelle" umstellen:
\def\@captype{Quelle}%
\captionbelow[]{#1}% Ins dummy-Verzeichnis wird nichts geschrieben.
\endgroup
}
\makeatother
\begin{document}
\listoftables
\begin{table}
\centering
\captionabove[Test]{Test\blindtext}
\begin{tabular}{ll}\hline
Das ist die linke Spalte. & Das ist die rechts Spalte \\\hline
Das ist die linke Spalte. & Das ist die rechts Spalte \\
Das ist die linke Spalte. & Das ist die rechts Spalte \\
Das ist die linke Spalte. & Das ist die rechts Spalte \\
Das ist die linke Spalte. & Das ist die rechts Spalte \\
Das ist die linke Spalte. & Das ist die rechts Spalte \\\hline
\end{tabular}
\Quelle{Test\blindtext}
\label{tab:test}
\end{table}
\end{document}
\captionabove und \captionbelow (ebenso wie das beispielhaft verwendete
\setkomafont{caption}{\footnotesize}) benötigt eine KOMA-Script-Klasse.
Eine Anpassung an andere Klassen ist aber durchaus möglich. Mit KOMA-Script
ist es eben nur etwas einfacher.
Gruß
Markus
--
Gruppenhinweise (auch Minimalbeispiel) --> http://www.latex-einfuehrung.de
Fragen zu LaTeX? --> http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/
Fragen zu KOMA-Script? --> http://www.komascript.de
Danke, das gibt das gewünschte Verhalten, auf die Minipage kann man da
verzichten. Ich hatte es zunächst so versucht, muss nur irgendeinen
Fehler gemacht haben, den ich nicht mehr nachvollziehen kann, bei dem die
Quellenangabe dann plötzlich auf einer anderen Seite stand.
Gruß
Ben
Da gefällt mir die nach rechts eingerückte Anordnung der Quellenangabe,
vielen Dank, Markus.
Das gibt bei mir, wenn ich es richtig sehe, das gleich Ergebnis wie in
Uwes Vorschlag, einfach Text unter die Tabelle zu schreiben, oder habe
ich was übersehen?
>
> \captionabove und \captionbelow (ebenso wie das beispielhaft verwendete
> \setkomafont{caption}{\footnotesize}) benötigt eine KOMA-Script-Klasse.
> Eine Anpassung an andere Klassen ist aber durchaus möglich. Mit
> KOMA-Script ist es eben nur etwas einfacher.
Dein wunderbares KOMA-Script benutze ich sowieso, auch dafür noch mal
meinen Dank, den man ja nicht oft genug wiederholen kann!
>
> Gruß
> Markus
Gruß
Ben
> Das gibt bei mir, wenn ich es richtig sehe, das gleich Ergebnis wie in
> Uwes Vorschlag, einfach Text unter die Tabelle zu schreiben, oder habe
> ich was übersehen?
Na ja, Markus' Makro ist schon ein bisschen sauberer. Hab's jetzt nicht
ganz abgecheckt, aber es folgt wahrscheinlich allen Einstellungen, die
du in KOMA für die caption vornimmst (Font, Einzug, etc.).
--
Uwe
> Das gibt bei mir, wenn ich es richtig sehe, das gleich Ergebnis wie in
> Uwes Vorschlag, einfach Text unter die Tabelle zu schreiben, oder habe
> ich was übersehen?
Ja. Du kannst hier für \Quelle alle Möglichkeiten nutzen, die KOMA-Script
(oder auch ein Paket wie caption) für \caption bietet und hast automatisch
den gleichen Abstand wie bei \caption.
> Ja. Du kannst hier für \Quelle alle Möglichkeiten nutzen, die
> KOMA-Script (oder auch ein Paket wie caption) für \caption bietet und
> hast automatisch den gleichen Abstand wie bei \caption.
Damit es auch bei den Fonts flexibel ist, sollte man noch in der
Makrodefinition von \Quelle \addtokomafont{caption}{\footnotesize}
anstelle von \setkomafont{caption}{\footnotesize} benutzen, oder?
--
Uwe
> Damit es auch bei den Fonts flexibel ist, sollte man noch in der
> Makrodefinition von \Quelle \addtokomafont{caption}{\footnotesize}
> anstelle von \setkomafont{caption}{\footnotesize} benutzen, oder?
Ich würde mal schlicht sagen, dass es darauf ankommt, was man erreichen
will. Ich wollte die Schrifteinstellung für \Quelle unabhängig von der von
\caption haben und habe sie deshalb in der Definition von \Quelle per
\setkomafont vorgenommen. Idealerweise würde ich noch einen Schritt weiter
gehen, ein eigenes Font-Element definieren:
\newkomafont{Quelle}{\normalfont\normalcolor\footnotesize}
und dann in der Definition von \Quelle
\setkomafont{caption}{\usekomafont{Quelle}}
verwenden. Anschließend kann man ganz nach belieben \setkomafont{Quelle
{...} oder \addtokomafont{Quelle}{...} verwenden.
\newkomafont ist in der aktuellen Anleitung in Kapitel 14 zu finden.
Man kann aber auch dann, wenn \Quelle nicht auf \caption basiert (also bei
der ersten Variante in meinem ersten Kommentar), ein Font-Element dafür
definieren. Man muss dann nur an geeigneter Stelle \usekomafont{Quelle} in
seine Definition einbauen.
> \newkomafont{Quelle}{\normalfont\normalcolor\footnotesize}
>
> und dann in der Definition von \Quelle
>
> \setkomafont{caption}{\usekomafont{Quelle}}
>
> verwenden. Anschließend kann man ganz nach belieben
> \setkomafont{Quelle {...} oder \addtokomafont{Quelle}{...} verwenden.
Wäre das jetzt nicht ein Makro, das den Sprung in KOMA-Script schaffen
könnte? Quellenangaben bei Abbildungen und Tabellen sind ja eine fast
alltägliche Sache.
--
Uwe
... das kann ich nur unterstützen. Wäre super.
Schöne Grüße,
Andreas
>
> Wäre das jetzt nicht ein Makro, das den Sprung in KOMA-Script schaffen
> könnte? Quellenangaben bei Abbildungen und Tabellen sind ja eine fast
> alltägliche Sache.
Und jeder will sie anders gesetzt haben. Du kannst ja mal eine Umfrage
starten, wie ein- und mehrzeilige Quellenangaben konkret gesetzt werden
sollen. Du wirst bei drei Antworten zehn Meinungen erhalten. Wenn man da
für alles Konfigurationsmöglichkeiten bietet, wird das schwerer zu
verstehen, als ein rasches \newcommand{\Quelle}. Vor allem weil natürlich
auch die Ansicht vertreten werden wird, dass die Quellenangabe am Objekt
(Tabelle oder Abbildung) ausgerichtet werden soll und nicht an der Breite
der Spalte oder des Textbereichs.
Ganz schnell kommt dann auch einer, der dafür einen Mechanismus wie \cite
(mit allen Variationsmöglichkeiten) und \bibliography haben will - in
diesem Fall dann aber bitte optional noch mit Rückverweisen aus dem
Verzeichnis auf alle Objekte einer Quelle.
Und der nächste will dann zusätzlich mit gleicher Berechtigung eine Legende
haben, für die es ebensoviele Variantionsmöglichkeiten gibt.
Dazu die Problematik, allein das Wort "Quelle" in 20 Sprachen anzubieten.
Bisher ist scrlttr2 die einzige KOMA-Script-Klasse, die sich mit
Sprachproblemen herumschlagen muss. Obwohl ich nur Sprachspenden von
Muttersprachlern angenommen habe, beschwert sich regelmäßig jemand über
eine Implementierung. Zuletzt gab es eine Beschwerde über das numerische
Datumsformat in dutch. Bei dieser Sprache gibt es übriges sogar Streit
darüber, wie sie heißt. Ein Reiseführer, ein Niederländer und eine
niederländisch stämmige Deutsche haben mir erklärt, dass die angegebene
Sprache - durchaus politisch korrekt - als "Holländisch" zu bezeichnen sei
(es gibt weitere Sprachen in den Niederlanden, AFAIR auch insgesamt zwei
Amtssprachen), während ein anderer Niederländer mich extra angeschrieben
hat, weil er möchte, dass in der deutschen Anleitung die
Bezeichnung "Niederländisch" verwendet wird. Nationale und regionale
Rücksichten sind im Satz eine aufwändige Angelegenheit, die manchmal auch
politische Ursachen haben kann.
Und wenn ich all das gelöst habe, kommt einer und will wissen, wie er das
bitte ohne KOMA-Script machen kann, weil er sich nicht an KOMA-Script
herantraut oder aus ebenso unerfindlichen Gründen kein KOMA-Script
verwenden darf.
Ich persönliche würde übrigens nur:
\newcommand*{\Quelle}[1]{%
\par\vskip-\parskip
{\normalfont\footnotesize\raggedleft
\mbox{(Quelle: \ignorespaces #1)}\par}}
verwenden. Das taugt ausschließlich für einzeilige Quellenangaben, reicht
mir aber völlig. Allerdings wäre dabei eine Breitenbeschränkung auf die
Breite der Tabelle oder Abbildung durchaus sinnvoll (siehe oben). Die
wiederum funktioniert nur, wenn man das Objekt in einen Container packt,
der die Breite feststellt. Der eigentliche Aufwand steckt dann tatsächlich
in diesem Container. Bei einer Tabelle wäre deshalb dann eine
\multicolumn-Anweisung die einfachere Lösung.
Fazit: Wenn überhaupt, dann ein Paket. Besser wäre aber, wenn jeder sich
selbst die Quellenangabe definiert, die er selbst haben will. Diverse
Möglichkeiten sind gezeigt.
> Und jeder will sie anders gesetzt haben. Du kannst ja mal eine Umfrage
> starten, wie ein- und mehrzeilige Quellenangaben konkret gesetzt
> werden sollen. Du wirst bei drei Antworten zehn Meinungen erhalten.
> Wenn man da für alles Konfigurationsmöglichkeiten bietet, wird das
> schwerer zu verstehen, als ein rasches \newcommand{\Quelle}. [...]
>
> Fazit: Wenn überhaupt, dann ein Paket. Besser wäre aber, wenn jeder
> sich selbst die Quellenangabe definiert, die er selbst haben will.
> Diverse Möglichkeiten sind gezeigt.
Schnief. Ok.
--
Uwe
> Uwe Siart wrote:
>
>> Wäre das jetzt nicht ein Makro, das den Sprung in KOMA-Script schaffen
>> könnte? Quellenangaben bei Abbildungen und Tabellen sind ja eine fast
>> alltägliche Sache.
Das wollte ich auch unterstützen, zumal ich mich gewundert hatte, dass
ich bei google nichts dazu gefunden hatte. Ich dachte schon, ich sei der
erste, der die Problematik hat. Jetzt gibt es immerhin diesen Thread mit
Euren guten Vorschlägen. Vielleicht kannst Du einen Hinweis in die KOMA-
Script Anweisung aufnehmen. Auf eine Diskussion über die "richtige" oder
typographisch schönste Form der Quellenangabe hatte ich ein bisschen
gehofft, da ich selbst unschlüssig bin. Bei breiten Tabellen sieht die
Ausrichtung an der Breite der Tabelle gut aus, bei ganz schmalen Tabellen
geht das nicht. Bei zentrierten schmalen Tabellen sieht es aber auch
seltsam aus, wenn der Quellentext ganz links anfängt und über die ganze
Zeile geht. Und die Tabellen scheinen die meisten zentriert zu setzen,
was wohl auch schöner aussieht.
> Dazu die Problematik, allein das Wort "Quelle" in 20 Sprachen
> anzubieten. Bisher ist scrlttr2 die einzige KOMA-Script-Klasse, die sich
Daran habe ich auch gedacht, zumal mein Text zweisprachig ist. Am
einfachsten ist es für mich, "Quelle" bzw. "source" mit in die
Quellenangabe zu schreiben. Der Automatisierungsgewinn wäre nur sehr
gering, meines Erachtens.
Danke noch mal für Eure Vorschläge,
Ben
> Das wollte ich auch unterstützen, zumal ich mich gewundert hatte, dass
> ich bei google nichts dazu gefunden hatte. Ich dachte schon, ich sei der
> erste, der die Problematik hat. [...]
Ich brauche das eher selten und habe das bisher einfach mit \multicolumn
gelöst. Wenn's mehrzeilig wird, muss man mit entsprechenden Spaltentypen
arbeiten und dann, was die Breite angeht, experimentieren, was
zugegebenermaßen nicht sehr komfortabel ist. Aber ich könnte mir
vorstellen, dass viele das bisher so gelöst haben. Genau das hätte ich
Dir auch geantwortet, wäre Markus nicht mit seiner sehr ausgeklügelten
Variante schneller gewesen.
Grüße
Christoph
--
(La)TeX-FAQ: http://www.dante.de/faq/ +++ Minimalbeispiel erstellen
und Einführung in de.comp.text.tex: http://www.latex-einfuehrung.de/
+++ Veraltete Befehle, Pakete und andere Fehler:
ftp://ftp.dante.de/tex-archive/info/l2tabu/german/l2tabu.pdf
+++ Typografie-Regeln: http://zvisionwelt.de/downloads.html (1.6)