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TeX, LaTeX, DANTE e.V.: FAQ - Fragen und Antworten (Part 1 of 11)

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DE-TeX-FAQ-Maintainer

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Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
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Archive-name: de-tex-faq/part1
Posting-Frequency: monthly
Copyright-Notice: siehe Abschnitt 1.1/see Section 1.1
URL: http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/


Fragen und Antworten (FAQ) über

das Textsatzsystem TeX und
~~~~~~~~~~~~~~~~~~
DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

(Version 37 vom März 1998)


Dieser Text enthält häufig gestellte Fragen und passende
Antworten zum Textsatzsystem TeX und zu DANTE e.V.

Er kann über beliebige Medien frei verteilt werden, solange er
unverändert bleibt (inkl. diesem Hinweis) und keine Gebühr
für das Verteilen verlangt wird.

Anregungen, Ergänzungen, Kommentare und Bemerkungen per E-Mail
an `dete...@dante.de'

Bernd Raichle/Thomas Hafner


Inhalt:
~~~~~~~

Teil 1: Allgemeines

*1.1) Über diese FAQ
1.2) Newsgroups und Diskussionslisten
1.3) Mitwirkende an dieser FAQ

Teil 2: TeX-Anwendervereinigungen, TeX-Literatur

2.1) DANTE e.V.
2.2) Wie werde ich Mitglied bei DANTE e.V.?
2.3) TeX User Groups: TUG, NTG, GUTenberg, UKTUG, GUST, ...
*2.4) Literatur

Teil 3: Textsatzsystem TeX - Übersicht

3.1) Was ist TeX, METAFONT, TDS, ...?
3.2) Welche TeX-Formate gibt es? Was ist LaTeX?
3.3) Welche TeX-Weiterentwicklungen gibt es?

Teil 4: Textsatzsystem TeX - Bezugsquellen

4.1) Wie bekomme ich ein TeX-System?
4.2) CTAN, das `Comprehensive TeX Archive Network'
*4.3) TeX-Implementierungen
4.4) Editoren, Frontend-/GUI-Programme

Teil 5: TeX, LaTeX, Makros etc. (I)

5.1) LaTeX2e -- Grundlegendes
5.2) LaTeX2e -- Probleme beim Umstieg von LaTeX 2.09
5.3) (Silben-)Trennung, Absatz-, Seitenumbruch
5.4) Seitenlayout, Layout allgemein, Kopf- und Fußzeilen

Teil 6: TeX, LaTeX, Makros etc. (II)

6.1) Abbildungen und Tafeln
6.2) Fußnoten, Endnoten etc.
6.3) Grafiken, Bilder, Farbe und andere Effekte

Teil 7: TeX, LaTeX, Makros etc. (III)

7.1) Gliederung, Inhalts-, Abbildungs- und andere Verzeichnisse
7.2) Literaturzitate, -verzeichnis, BibTeX
7.3) \verb-Anweisung, verbatim- und Kommentar-Umgebungen
7.4) Zerbrechliche Anweisungen in `moving arguments'

Teil 8: TeX, LaTeX, Makros etc. (IV)

8.1) Mathematischer Formelsatz
8.2) Verschiedene sonstige Zeichen
8.3) Chemischer Struktur- und Formelsatz
8.4) Verschiedenes

Teil 9: Metafont und Schriften

9.1) METAFONT und METAFONT-Tools
*9.2) Schriften -- allgemein

Teil 10: Metafont und Schriften (Fortsetzung)

10.1) Die EC-Schriftfamilie und andere T1-kodierte Schriften
10.2) PostScript-Schriften

Teil 11: Tools und Utilities

11.1) Tools zur Manipulation von dvi-Dateien
11.2) Syntax-Checker
11.3) Dokument-Konverter von bzw. in das (La)TeX-Markup-Format
11.4) TeX-Benutzungsoberflächen und Editoren
11.5) dvi-Treiber - Druckertreiber und Previewer
11.6) Zeichenprogramme


Neu hinzugekommene Abschnitte oder Abschnitte mit neuen Fragen und
Antworten sind durch ein Plus-Zeichen (+), Abschnitte mit geänderten
Fragen und Antworten sind durch ein Sternchen (*) markiert.
Geringfügige Textänderungen durch Korrektur von Ausdrucks- oder
Rechtschreibfehlern sind nicht markiert.

=== Teil 1 -- Allgemeines ==


*1.1) Über diese FAQ:
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Diese deutschsprachige FAQ (`frequently asked questions' = Liste mit
den häufig gestellten Fragen und Antworten) wurde durch die in der
Newsgroup `de.comp.tex', dem Vorgänger von `de.comp.text.tex',
regelmäßig auftauchende Fragen ``Was ist DANTE e.V., was ist `Die
TeXnische Komödie', wie kann ich Mitglied werden, was kostet eine
Mitgliedschaft?'' geboren. Aus diesem Grund besteht ein Teil der FAQ
aus Fragen über DANTE e.V. und den entsprechenden Antworten. Aus der
ca. 14KB großen, zweiteiligen ersten Version vom 6. November 1995 ist
innerhalb von zwei Monaten zuerst eine vier-, dann eine achtteilige,
ca. 90KB große FAQ-Liste entstanden, die mittlerweile auf eine Größe
von ca. 210-220KB Text in nunmehr elf Teilen (ab Oktober 1996)
angewachsen ist.
Im Oktober 1997 hat Rolf Niepraschk den Text der FAQ zur weiteren
Verarbeitung mit Hyperlatex umgesetzt, so daß daraus sowohl eine
HTML-, eine LaTeX- als auch eine Textversion der FAQ erstellt werden
kann. Die Hyperlatex-Eingabe wurde in den Folgemonaten von Fehlern
befreit und erste HTML-Testversionen ab Februar 1998 veröffentlicht.


Erscheinungsweise:

Sie wird regelmäßig monatlich zum Monatsbeginn in die Newsgroup
`de.comp.text.tex', `de.answers', `news.answers' gepostet.
Die FAQ besteht aus mehreren Teilen, wobei jeder Teil ohne
News-Header nicht länger als ca. 32K ist.


Copyright: (C) 1995-1998 Bernd Raichle und Thomas Hafner.

Dieser Text kann über beliebige Medien frei verteilt werden,
solange er vollständig und unverändert bleibt (inkl. diesem
Hinweis) und keine Gebühr für das Verteilen verlangt wird.

Die Autoren bitten um Zusendung von mindestens drei
Belegexemplaren. Danke!


Archivierung:

Eine Kopie kann man über das World-Wide-Web (WWW) in

http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/

finden.

Die FAQ wird in die Newsgroups `de.answers' und `news.answers'
gepostet, so daß man die neueste Version auf dem weltweiten
FAQ-Archiv ftp://rtfm.mit.edu/pub/usenet/news.answers/de-tex-faq/
und allen Spiegeln dieses Archivs (u.a. den ftp-Servern des CTAN in
help/de-tex-faq/) finden kann. Die Dateien auf diesen ftp-Servern
kann man sich auch mit Hilfe eines ftp-Mailer über E-Mail zuschicken
lassen.

Verwendete Kodierung:

Die Autoren erstellen den Text in ISO Latin-1 (ISO 8859-1) und
verschicken ihn mit entsprechendem MIME-Mail-Header, so daß er von
korrekt konfigurierten Programmen problemlos und automatisch in
andere Kodierungen konvertiert werden kann.
Erhalten Sie diesen Text mit unlesbaren Umlauten und trägt ein
fehlerhaft konfiguriertes Gateway die Schuld daran, könnten Sie dies
zum Anlaß nehmen, die Verwalter der Gateways zu überreden, deren
Konfiguration zu korrigieren. Und bitte vorher überprüfen, ob nicht
die eigene Software, beispielsweise der eigene Newsreader an den
unlesbaren Umlauten Schuld trägt! Einen Artikel mit fehlerhaft
kodierten Umlauten kann man mit Hilfsprogrammen, wie `recode' (in
jedem guten GNU-Archiv zu finden) oder `charconv' in vielen Fällen
korrigieren. Dazu folgt hier eine Referenzliste der Umlaute+ss:

Ae Oe Ue ae oe ue ss ('e 'i 'o)
Ä Ö Ü ä ö ü ß ( é í ó)


Weitere FAQ-Listen:

- TeX-FAQ der Newsgroup `comp.text.tex' (in englisch)
Erhältlich in allen `news.answers'-Archiven in der Datei
.../usenet/news.answers/tex-faq. Diese FAQ ist mittlerweile
hoffnungslos veraltet und sollte daher nur unter Vorbehalt gelesen
werden. Die UK TUG TeX-FAQ ist eine erweiterte und überarbeitete
Version dieser FAQ.

- UK TUG TeX FAQ - Your 100+x Questions answered (in englisch),
von der UK TUG neu bearbeitet zur Veröffentlichung in `Baskerville',
dvi-, ps- und pdf-Dateien sind in CTAN:usergrps/uktug/faq/ zu
finden (jedoch nicht immer die neueste Version), außerdem gibt es
eine HTML-Version, die nach Begriffen durchsucht werden kann:
http://www.cogs.susx.ac.uk/cgi-bin/texfaq2html?introduction=yes

- Oft gestellte Fragen und deren Antworten (OGFUDA)
Von Michael Hoppe (Version 1.0 vom 1. Februar 1993), in der einige
der oft gestellten Fragen zu LaTeX 2.09 aufgegriffen und
beantwortet werden. Die OGFUDA stellt einen Vorläufer einer
deutschen FAQ in einer etwas ungewöhnlichen Form dar. Der Inhalt
der OGFUDA wird mittlerweile durch das Buch `Der LaTeX-Begleiter'
von Goossens, Mittelbach und Samarin und durch diese FAQ
abgedeckt. (CTAN: info/ogfuda/)

- LaTeX-FAQ der Newsgroup `fr.comp.text.tex' (in französich)
Diese FAQ wird monatlich gepostet und ist ca. 150KB groß. Sie
wird (noch) nicht nach `*.answers' crossgepostet, man kann sie
daher nicht in den FAQ-Archiven finden. Über WWW und CTAN ist
aber eine Kopie verfügbar: http://www.loria.fr/tex/divers.html
CTAN: help/LaTeX-FAQ-francaise/FAQ_LaTeX_francaise_V<x>.<y>

- Seminar-FAQ (englisch)
Oft gestellte Fragen zum LaTeX-Paket seminar, welches eine
Vielzahl von Möglichkeiten zum Erstellen von Folien bietet.
(http://tug.cs.umb.edu/applications/Seminar/)


1.2) Newsgroups und Diskussionslisten
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

1.2.1) Was ist `de.comp.text.tex' (bzw. dessen Vorgänger `de.comp.tex')?

`de.comp.text.tex' ist die Newsgroup im deutschsprachigen Teil des
Usenet (bitte nicht mit Internet verwechseln!) zur Diskussion über
TeX. Sie dient für Diskussionen, für den Erfahrungsaustausch und für
Fragen zum Satzsystem TeX. Die Newsgroup `de.comp.text.tex' wird in
anderen Netzen (durch sogenannten Import) auch angeboten. Um
entsprechende Rücksichtname (keine Binaries, kurze Postings u.ä.)
wird gebeten. Die Newsgroup `de.comp.tex' war der Vorgänger von
`de.comp.text.tex' und wurde von dieser Anfang Dezember 1996 abgelöst
und Anfang Januar 1997 gelöscht.


1.2.2) Was ist TeX-D-L?

TeX-D-L ist die deutschsprachige E-Mail-Diskussionsliste, die von
DANTE e.V. zur Kommunikation zwischen Benutzern des Satzsystems TeX
vor Jahren eingerichtet wurde und seitdem verwaltet wird.

Man kann sich auf dieser Diskussionsliste mit einer E-Mail an

list...@vm.gmd.de

eintragen. Diese Mail sollte die Zeile

subscribe tex-d-l <Vorname> <Nachname>

enthalten, wobei man für <Vorname> <Nachname> den eigenen Namen
mitteilen muß. Die Diskussionsliste kann man verlassen, indem man in
einer Mail die Zeile `unsubscribe tex-d-l' an die Adresse
`list...@vm.gmd.de' schickt. Eine kurze Befehlsübersicht erhält man
mit der Zeile `help', eine längere Beschreibung mit `info'.


1.2.3) Gibt es noch weitere interessante Newsgroups oder
Diskussionslisten zum Satzsystem TeX?

Ja, darunter sind solche, die sich nur mit dem Satzsystem TeX
beschäftigen oder sich nur auf eine bestimmte Implementierung,
Verteilung oder einen bestimmten Teil konzentrieren. Weiterhin gibt
es natürlich Diskussionslisten und Newsgroups, die auf das engere und
weitere Umfeld, wie z.B. Schriften, PostScript, Design, Desktop
Publishing (DTP) etc., eingehen (in allen unten genannten Newsgroups
und Diskussionslisten wird in englscih geschrieben).

Satzsystem TeX:
Newsgroups:
comp.text.tex
Diskussionslisten:
CTAN-Ann - Comprehensive TeX Archive Network announcements
(list...@urz.uni-heidelberg.de)
TeX-Euro - europäische TeX-Diskussionsliste
(list...@urz.uni-heidelberg.de)
TeXhax - TeX-Diskussionsliste in Digest-Form
(TeXhax-...@tex.ac.uk -- subscribe texhax)
Archiviert u.a. unter
http://www.tex.ac.uk/tex-archive/digests/hyper/
LaTeX-L - über die Entwicklung von LaTeX3, jedoch _nicht_
für Fragen zu LaTeX2e oder gar LaTeX 2.09!
(list...@urz.uni-heidelberg.de)
Metafont - Metafont, MetaPost and meta-fonts
(list...@ens.fr)
mutex - Notensatz mit TeX (MuTeX, MusicTeX, MusiXTeX, ...)
(majo...@gmd.de)
ntg-context - ConTeXt-Forum: Fragen, Ankündigungen, Fehler
(majo...@ntg.nl)
ntg-ppchtex - Chemischer Formelsatz mit PPCHTeX
(majo...@ntg.nl)
NTS-L - über die Idee eines `New Typesetting System', einem
Nachfolger des TeX-Systems
(list...@urz.uni-heidelberg.de)
Omega - über Omega, ein weiterer TeX-Nachfolger
(list...@ens.fr)

TeX-Implementierungen und -Verteilungen:
Diskussionslisten:
emtex-user - Discussions about emTeX
(Majo...@Physik.TU-Berlin.de)
4TeX - 4TeX/4allTeX: a TeX workbench for MS-DOS PC's
(list...@nic.surfnet.nl)
oztex-info - OzTeX, a TeX System for Apple Macintosh
(majo...@maths.adelaide.edu.au)
oztex-announce - OzTeX: nur Ankündigungen neuer Versionen
(majo...@maths.adelaide.edu.au)
tetex - teTeX Users: Announcements, Questions & Answers
(majo...@informatik.uni-hannover.de)
tetex-announce - teTeX Users: nur Ankündigungen, keine Diskussion,
besonders geeignet für diejenigen, die ohnehin schon
genug Mail bekommen, bzw. Fragen und Antworten lieber in
Newsgroups wie `de.comp.(text.)tex' diskutieren möchten.
(majo...@informatik.uni-hannover.de)
ntex - NTeX, a TeX System for Linux and other Unix Systems
(ntex-r...@machnix.mathematik.uni-stuttgart.de)
tex-k - Support für web2c/kpathsea/xdvik/dvipsk/dviljk Users
(tex-k-r...@cs.umb.edu)

Umfeld:
Newsgroups:
comp.fonts, comp.programming.literate,
comp.lang.postscript, comp.text.sgml

und vieles mehr.

In die angegebenen Diskussionslisten trägt man sich mit einer Mail mit
`subscribe <Listenname> <Vorname> <Nachname>' an die angegebene
Adresse ein, falls dies ein `listserv@...' ist. Für Adressen der Art
`majordomo@...' muß die Angabe des eigenen <Vornamen> und <Nachnamen>
unterbleiben, in Ihrer Mail sollte also nur die Zeile `subscribe
<Listenname>' stehen. Aus einer Liste kann man sich mit der Mail
`unsubscribe <Listenname>' an die Adresse `listserv@...'
bzw. `majordomo@...' austragen. Achtung: Diese Anweisungen nicht an
die Liste selbst schreiben!


1.2.4) Was sollte ich gelesen haben, bevor ich eine Frage in
`de.comp.text.tex' oder der Diskussionsliste TeX-D-L stelle?

Zuerst: Die Kenntnis der `Netiquette' wird vorausgesetzt; sie ist in
`de.newusers.infos', `de.newusers.questions' oder ersatzweise bei
Ihrem Provider zu erhalten.
Die Abschnitte `Bücherliste' und `frei verfügbare (La)TeX-
Einführungen' (siehe Abschnitt 2.4.1 und 2.4.2) enthalten einige
Empfehlungen für Bücher und kostenfrei erhältliche Einführungen und
Übersichten, die sehr viele der häufig gestellten Fragen beantworten.
Wenn Sie sich vorläufig keine Bücher zulegen wollen, sollten Sie
dieses Angebot der kostenfrei erhältlichen Artikel nutzen!
Jedes TeX-System enthält einen Satz Dokumentation, in dem meist nur
sehr kurz ein Überblick über das Satzsystem TeX gegeben wird, bevor
auf spezifische Besonderheiten dieses TeX-Systems eingegangen wird.
Bevor Sie Fragen zu Problemen mit diesem speziellen System stellen,
sollten Sie sicherstellen, ob diese nicht schon durch die
mitgelieferte Dokumentation beantwortet werden. Für einige
TeX-Systeme, wie beispielsweise emTeX, 4TeX/4allTeX (beide OS/2,
MS-DOS, Windows), teTeX, NTeX, web2c/kpathsea (Unix/Linux u.a.) gibt
es eigene Diskussionslisten. Haben Sie ein spezielles Problem mit
einem dieser Systeme, sollten Sie Ihre Frage in der zugehörigen
Diskussionsliste stellen.
Bei Problemen mit LaTeX(2e) sollten Sie vorher auf alle Fälle den
`User Guide' gelesen haben, der als Datei ``usrguide.tex'' jedem
LaTeX2e-Paket beiliegen muß. Auch die anderen im LaTeX2e-Paket
enthaltenen `Guides' enthalten wertvolle Informationen über das
sogenannte NFSS zur Schriftauswahl und Einbindung neuer Schriften
(`LaTeX2e font selection', Datei ``fntguide.tex''), die Erstellung und
Änderung von Klassen und Paketen (`LaTeX2e for class and package
writers', Datei ``clsguide.tex''), die Konfiguration (`Configuration
options for LaTeX2e', Datei ``cfgguide.tex'') und erlaubten Änderungen
und Anpassungen (`Modifying LaTeX2e', Datei``modguide.tex'), weitere
Pakete und Neuerungen (`LaTeX News', Dateien ``ltnews*.tex'').
Für LaTeX(2e) finden Sie außerdem noch sehr viele Informationen und
Hinweise auf Makro-Pakete im Buch `Der LaTeX-Begleiter' von Goossens,
Mittelbach und Samarin (siehe Abschnitt 2.4.1) bzw. dem englischen
Original `The LaTeX Companion'. Schlagen Sie bitte zuerst dort nach
-- Sie werden feststellen, daß sich dadurch sehr viele Fragen
beantworten lassen. Neben dem Buch `The LaTeX Companion' gibt es auch
`The LaTeX Graphics Companion', in dem Sie wertvolle Hinweise zu
Graphikeinbindung, PostScript-Graphiken, Verwendung von Farbe, der
Einbindung von PostScript-Schriften und Paketen wie XY-Pic oder
PSTricks nachlesen können.
Finden Sie in der verfügbaren Literatur keine Antwort, vergessen Sie
nicht, in Ihrer Frage an die Newsgroup bzw. die Diskussionsliste auch
Ihr Rechnersystem, Betriebssystem, Name der TeX-Implementierung bzw.
-Verteilung, Version der verwendeten Programme, Makros u.ä. zu nennen.
Halten Sie Ihre Frage kurz. Geben Sie ein kurzes, aber vollständiges
Eingabebeispiel, das nur auf die notwendigsten Dateien zugreift.
Entfernen Sie z.B. in einem LaTeX-Dokument prinzipiell _alle_ Pakete;
belassen Sie dabei nur die Pakete, mit denen Ihr Problem auftritt;
verwenden Sie möglichst nur Standard- oder weit verbreitete Pakete.
So kann man Ihr Problem mit möglichst geringem Aufwand nachvollziehen,
und damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, daß Ihre Frage auch
beantwortet wird!


1.3) Mitwirkende an dieser FAQ:
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

1.3.1) Dank an alle Mitwirkende

Aktiv mitgewirkt haben bisher (neben dem FAQ-Duo selbst):

Luzia Dietsche, Ulrik Vieth, Matthias G. Berberich, Olaf Kummer,
Michael Wolf, Martin Schröder, Markus Kohm, Marion Neubauer, em,
Petra Humann, Ulrich Kuckert, Martin Mattel, Wilfried Hennings,
Karl Eichwalder, Anselm Lingnau, Jörg Knappen, Werner Icking,
Heinz Kusznier, Alexander Bugl, Ulrich Kuckert, Jürgen Dollinger,
Tilmann Böß, Sebastian Kirsch, Ralph Schleicher, Marcus Otto,
Ralf Gärtner, Rolf Herzog, Reinhard Zierke, Klaus Höppner,
Rainer Dorsch, Marcus Ohlhaut, Günter Partosch, Andreas Schlechte,
Heiko Nock, Tilman Raible, Hartmut Goebel, Werner Liebscher,
Lutz Pogrell, Hartmut Schirmer, Andreas Frick, Tobias Burnus,
Walter Schmidt, Christine Waigl, Helmut Geyer, Karl F. Banke,
Heinrich Goetzger, Peter Wyzlic, Rolf Niepraschk, Björn Lorenz,
Ronald G. Wichern, Thomas Behrens.

Herzlichen Dank für die bisher eingesandten Fragen und Korrekturen!
Wir hoffen, daß wir niemanden vergessen haben. Dank auch an
diejenigen, die uns etwas geschickt haben und die ihre Einsendung noch
nicht in dieser FAQ wiederfinden. Wir bitten dafür um Verständis; wir
haben leider nie die notwendige Zeit, sofort alle Einsendungen zu
bearbeiten.


1.3.2) >>>>>>>>>> Aufruf zur Mitarbeit <<<<<<<<<<

Eine FAQ ist nie fertiggestellt, es gibt immer etwas zu tun:

- Korrekturlesen
Finden Sie falsche, fehlerhafte oder fehlende Querbezüge oder
Verweise auf ftp-Server, Literatur u.ä, korrigieren Sie fehlerhafte
oder unvollständige Antworten, verbessern Sie Rechtschreib- und
Ausdrucksfehler.

- Neuerungen/Updates
Überprüfen und ergänzen Sie die Listen, wie beispielsweise die
Übersicht der verfügbaren TeX-CD-ROM-Angebote, der
TeX-Implementierungen etc. Stimmen die Angaben, gibt es neuere
Versionen oder neue Angebote, sind Angebote veraltet bzw. vom Markt
genommen worden?

- Erweiterungen
Haben Sie eine neue Frage und die dazugehörige Antwort? Haben Sie
einen Vorschlag, wie man eine Antwort kürzer bzw. knapper
formulieren kann? Hinweise auf andere FAQs, Artikel, Übersichten
etc.

Bitte senden Sie uns _keine_ Fragen ohne Antworten! Wir bekommen
relativ häufig Fragen zu verschiedenen Dingen zugeschickt, da einige
Leser hoffen, daß wir diese beantworten können. Meist lautet unsere
Antwort: ``Wende Dich an `de.comp.text.tex' oder eine der vielen
anderen Newsgroups oder Diskussionslisten!''. Es ist auch keine
Lösung, uns dann zu bitten, diese Frage weiterzuleiten -- dies kann
jeder ebensogut selbst tun.


Anregungen, Ergänzungen, Korrekturen, Verbesserungsvorschläge, neue
Frage und Antworten per E-Mail bitte an

dete...@dante.de

Danke schon jetzt im voraus!

Bernd Raichle
Thomas Hafner
E-Mail: dete...@dante.de

--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 1 ---

DE-TeX-FAQ-Maintainer

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
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Posted-By: auto-faq 3.3 beta (Perl 5.003)
Archive-name: de-tex-faq/part3

Posting-Frequency: monthly
Copyright-Notice: siehe Abschnitt 1.1/see Section 1.1
URL: http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/


Fragen und Antworten (FAQ) über

das Textsatzsystem TeX und
~~~~~~~~~~~~~~~~~~
DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

(Version 37 vom März 1998)

=== Teil 3: Textsatzsystem TeX - Übersicht ==


3.1) Was ist TeX, METAFONT, TDS, ...?

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

3.1.1) Was ist TeX?

TeX ist ein Textsatzsystem, das von Prof. Dr. Donald E. Knuth
entwickelt wurde.
Der Unterschied zu einer Textverarbeitung ist, daß hier Text nicht
nur verarbeitet, sondern auch gesetzt wird. Dies wird z.B. durch das
tiefergestellte E in dem Logo von TeX symbolisiert. Diese Möglichkeit
wird in dem vorliegenden Text durch das kleingeschriebene `e'
angedeutet. Außerdem dient die Schreibweise TeX zur Unterscheidung
von TEX.
Aussprache: TeX wird nicht so ausgesprochen, wie es geschrieben
wird! Aufgrund der griechischen Wurzel `tau epsilon chi' spricht man
das `X' in TeX wie ein ch- oder k-Laut, niemals wie ein x-Laut. Man
spricht: `tech' wie in Technik.
Persönliche Informationen über Donald E. Knuth, über seine Pläne und
wichtige Hinweise für die Benutzer von TeX kann man auf Knuths
WWW-Seite

http://www-cs-faculty.stanford.edu/~knuth/

finden.


3.1.2) Was ist METAFONT?

METAFONT ist wie TeX von Prof. Dr. Donald E. Knuth entwickelt worden.
Es erlaubt die Beschreibung einer Schrift oder einer Schriftfamilie
durch ein Programm, den sogenannten Meta-Font. Aus diesem Meta-Font
kann METAFONT nach Wahl verschiedener Parameter Schriften generieren,
die TeX verwenden kann.
Um mit TeX zu arbeiten, ist METAFONT nicht zwingend erforderlich. Es
ist auch möglich, zum Beispiel mit PostScript-Schriften zu arbeiten.
TeX benötigt von einer Schrift nur die Maße der einzelnen Zeichen und
weiterer schriftabhängiger Parameter, wie beispielsweise die Breite
eines Wortzwischenraumes. Diese Informationen entnimmt TeX einer
TeX-Font-Metric-(tfm)-Datei.
MetaPost ist ein aus METAFONT abgeleitetes Programm zum Erstellen
von PostScript-Zeichnungen (siehe Abschnitt 9.1.4).


3.1.3) Worin besteht der Unterschied zwischen IniTeX und VirTeX
bzw. zwischen IniMF und VirMF? Was ist eine sogenannte
Format-, was eine Base-Datei?

IniTeX und VirTeX sind beides Varianten des Programmes TeX, wobei
IniTeX Code für zusätzlich Initialisierungsroutinen und erweiterte
-datenstrukturen enthält, um beispielsweise Trennmusterdateien zu
laden und in kompakter Form wieder abzuspeichern oder eine Formatdatei
zu erzeugen. IniTeX wird dazu verwendet, die TeX-internen
Datenstrukturen zu initialisieren -- daher der Name --, größere
Makropakete wie LaTeX, Schriftdateien und Trennmuster zu laden und in
einer kompakten, schnell wieder ladbaren Form in der sogenannten
Formatdatei abzuspeichern. Formatdateien haben die Dateiendung `.fmt'
und den Vorgang, eine Formatdatei mit IniTeX zu erzeugen, nennt man
auch `ein Format dumpen'.
Die zusätzlichen Routinen und Datenstrukturen sind beim normalen
Gebrauch von TeX nicht notwendig, so daß diese in der VirTeX-Variante
nicht vorhanden sind. Dadurch kann man in VirTeX, dem `virgin' oder
jungfräulichem TeX, Speicherplatz sparen oder diesen für andere Zwecke
einzusetzen. VirTeX wird in den meisten TeX-Implementierungen unter
dem Namen `tex' aufgerufen, IniTeX entweder als `initex' oder über
eine spezielle Kommandozeilenoption wie `tex -i' oder `tex -ini'.
Analog zu IniTeX und VirTeX gibt es auch von METAFONT zwei
Programmvarianten namens IniMF und VirMF. Statt Formatdatei heißt die
von IniMF erzeugte Datei Basedatei und besitzt die Dateiendung `.base'
(oder `.bas').
Der Aufbau der Format- und Basedateien ist nicht standardisiert! Er
ist sowohl von der Implementierung, von der TeX- und MF-Version als
auch für diesselbe TeX- und MF-Version von verschiedenen Compile-Zeit-
Parametern abhängig. Diese Dateien sollen von TeX bzw. MF möglichst
schnell geladen werden können, so daß Implementierer hier betriebs-
system- und implementierungsabhängige Optimierungen vornehmen können.


3.1.4) Was ist eine dvi-Datei, was ist ein dvi-Treiber, was ist der
DVI-Treiberstandard?

TeX erzeugt als wichtigste Ausgabe eine dvi-Datei. Das Akronym `dvi'
steht für `DeVice-Independent', d.h. der interpretierte Inhalt dieser
Datei kann auf fast jedem möglichen Ausgabegerät ausgegeben werden.
Ein dvi-Treiber, ein spezielles Programm, liest eine dvi-Datei und
wandelt die in ihr enthaltenen Informationen in Steuerinformationen
für einen speziellen Drucker (z.B. in PostScript oder in PCL) oder zur
Anzeige am Bildschirm für ein spezieller Fenstersystem (wie X11) oder
Bildschirmtreiber.
Besonders hervorzuheben ist an TeX, daß _jede_ TeX-Implementierung
für dieselbe Eingabe (also Dokument, verwendete Makros, Schriften,
Trennmuster etc.) _unabhängig_ vom Ausgabegerät und dessen Auflösung
_immer_ dieselbe dvi-Datei erzeugt. TeX wählt also immer denselben
Absatz- und Seitenumbruch und dieselbe Plazierung von Zeichen, Linien
usw. auf der Seite.
dvi-Dateien enthalten alle Informationen, die zum Ausdruck oder zur
Anzeige der erzeugten Seiten notwendig sind. Jedoch sind in einer
dvi-Datei nicht die tatsächlichen Lettern der verwendeten Schriften
und das mit \special-Anweisungen eingebunde Material, wie Grafiken,
enthalten. Diese müssen vom dvi-Treiber aus anderen Quellen, wie z.B.
pk-Dateien bei Schriften, gelesen und an das Ausgabegerät geschickt
werden. dvi-Dateien verwenden die TeX-interne Zeichenkodierung. So
liegt beispielsweise der Argumenttext einer \special-Anweisung in der
dvi-Datei als eine in ASCII kodierte Zeichenkette vor.
Die dokumentierte Source des Programms `dvitype' dient gleichzeitig
als Referenzbeschreibung des dvi-Formats. Eine bessere, weil mit den
Mindestanforderungen an einen dvi-Treiber versehene Referenz ist der

DVI-Treiberstandard, Level 0

den man in CTAN: dviware/driv-standard/level-0/ finden kann. In
diesem Standard findet man im Anhang neben einer Kopie der
dvi-Beschreibung aus `dvitype' noch die entsprechenden Beschreibungen
des tfm-, gf- und pk-Formates. Weitere Papiere, Berichte, Vorschläge
etc. findet man in CTAN: dviware/driv-standard/{papers,verification}/.


3.1.5) Wozu dienen Dateien mit Endung `.xyz'?

Die einzelnen Programme und TeX-Formate des Textsatzsystems TeX
verwenden sehr viele Dateien mit unterschiedlichen Endungen. Damit
auch ein Anfänger relativ schnell einen Überblick erhält, folgt hier
eine Auflistung der häufigsten/wichtigsten Dateiendungen, sortiert
nach Programmen, TeX-Formaten und weitverbreiteten Implementierungen.

(Plain-)TeX:

.tex Standarddateiendung für alle Arten von TeX-Eingabedateien,
einige Makropakete wie LaTeX verwenden andere Endungen, um
zwischen Dokument- und den notwendigen Makrodefinitions-
dateien zu unterscheiden
.fmt TeX-Formatdatei (siehe Abschnitt 3.1.3)
.dvi TeX-Ausgabedatei, enthält formatiertes Dokument (siehe
Abschnitt 3.1.4)

.pool `String-Pool'-Datei, wird von IniTeX oder IniMF benötigt
.log
.list Protokolldatei eines TeX- oder MF-Laufs

METAFONT und Tools:

.mf MF-Eingabedatei
.base MF-Formatdatei (siehe Abschnitt 3.1.3)
.tfm MF-Ausgabe: TeX Font Metric (siehe Abschnitt 9.1.2)
.*gf MF-Ausgabe: `generic font' (siehe Abschnitt 9.1.2)
.*pk `packed raster' (siehe Abschnitt 9.1.2)
.*pxl `pixel' (siehe Abschnitt 9.1.2): veraltetes, durch
`.*pk'-Dateien abgelöstes Font-Bitmap-Format

MetaPost:

.mp MetaPost-Eingabedatei
.mem MetaPost-Formatdatei (analog zu .fmt bzw. .base)

BibTeX:

.bst BibTeX-Style, enthält Anweisungen an BibTeX, wie die
Literaturangaben aus der .bib-Datei in die .bbl-Datei
geschrieben werden sollen
.bib BibTeX-Datenbank
.blg Protokolldatei eines BibTeX-Laufs
.bbl BibTeX-Ausgabe, meist in einer Form, die von LaTeX eingelesen
werden kann

MakeIndex:

.ist MakeIndex-Style, enthält Anweisungen, wie aus den Einträgen
in der .idx/.glo-Datei die .ind/.gls-Datei generiert werden
soll
.idx Index-Datei, enthält die unsortierten Indexeinträge
.ind MakeIndex-Ausgabe: fertig erstellter Index
.glo Glossar-Datei, enthält analog zur .idx-Datei die unsortierten
Glossareinträge
.gls MakeIndex-Ausgabe: fertig erstelltes Wörterverzeichnis/Glossar
.ilg Protokolldatei eines MakeIndex-Laufs

Texinfo (TeX-Format):

.texi
.texinfo
.txi GNU-Texinfo-Dokumentquelldatei

docstrip-Archive (nicht nur für LaTeX2e-Makropakete verwendbar):

.dtx docstrip-Archivdatei, kann mit dem in TeX geschriebenem
Utility `docstrip' entpackt werden.
(docstrip: CTAN: macros/latex/base/docstrip.{dtx,ins})
Historisch: Diese Archive hatten anfänglich die Endung .doc
.ins Instruktionsdatei zum Entpacken eines docstrip-Archivs;
zum Entpacken reicht der Aufruf ``tex filename.ins'',
näheres bitte der mitgelieferten Dokumentation entnehmen!
.drv `Treiber'-Datei, für einige .dtx-Dateien zur Formatierung
der Dokumentation mit LaTeX verwendet

.fdd docstrip-Archiv der LaTeX2e-.fd-Dateien
.mbs docstrip-Archiv der Master-Bibliography-BibTeX-Styles des
`custom-bib'-Pakets

LaTeX(2e) (TeX-Format):

.aux Hilfsdatei, enthält Querverweise etc.
.toc Inhaltsverzeichnis
.lof Verzeichnis der Abbildungen
.lot Verzeichnis der Tafeln

.ltx Dokumentquelldatei, alternativ zur Endung .tex
(auch für LaTeX2e-Kernel-Dateien)

.cls
.clo TeX-Eingabedatei mit Definitionen für die Dokumentenklasse
und der entsprechenden Klassen-Optionen

.sty TeX-Eingabedatei mit Definitionen eines LaTeX2e-Pakets;
in LaTeX 2.09 wurde diese Endung sowohl für Styles (in 2e:
Klassen) als auch Style-Options (in 2e: Pakete) benutzt

.fd TeX-Eingabedatei mit Font-Definition, enthält Tabellen, mit
denen die LaTeX2e-Spezifikation einer Schrift mittels
Encoding, Family, Series und Shape in den Namen einer
.tfm-Datei abgebildet wird.
Der Name der .fd-Datei besteht aus Encoding und Family.

.def Runtime-Module des LaTeX2e-Kernels, die bei Bedarf geladen
werden (`latex209.def' für Kompatibilitätsmodus,
`slides.def' für SliTeX), ebenso für einige Pakete, wie
beispielsweise für `inputenc', `fontenc' und `graphics'.

.cfg TeX-Eingabedatei mit Konfigurationeninformation

.ldf TeX-Eingabedatei mit der Language-Definition für eine
Sprache mit ihren Dialekten des babel-Pakets.
(Historisch: in älteren Babel-Versionen in .sty-Dateien)

TeX-Implementierungen und Gerätetreiber:

.tcp TeX-Code-Page-Definition (emTeX).
.tcx TeX-Code-Page-Definition (web2c v7.0, noch im Teststadium!)
.enc Encoding-Dateien für PostScript-Schriften (dvips)
.map Zuordnungstabellen für Fontnamen

Eine zwangsläufig unvollständige Liste von Dateiendungen kann man auch
im Buch `Der LaTeX-Begleiter' bzw. `LaTeX Companion' und im Buch
`Making TeX Work' (siehe Abschnitt 2.4.1) und in `The Components of
TeX' von Joachim Schrod (siehe Abschnitt 2.4.2) finden.


3.1.6) Was ist TDS, die `TeX Directory Structure'?

Hauptfunktion von TDS ist die Festlegung einer Grundstruktur für ein
TeX-System. In dieser kann TeX samt Hilfswerkzeugen, Makropaketen,
Fonts etc. systematisch geordnet -- und damit für _alle_
Installationen und Systeme gleich und einheitlich -- untergebracht
werden. Somit können implementierungsunabhängige Teile beispielsweise
auch über NFS-Mounts oder von CD-ROM für alle Systeme zur Verfügung
gestellt werden. Die von TDS festgelegte Grundstruktur ist offen,
kann also jederzeit für weitere Applikationen erweitert werden.
Der TDS-Standard richtet sich primär an TeX-Systemadministratoren
und Personen, die TeX-Distributionen zusammenstellen. Wenn Entwickler
eines TeX-Pakets von einer generell gültigen Verzeichnisstruktur
ausgehen können, kann auch die Installation eines Pakets leichter
automatisiert oder zumindest mit sehr präzisen Anweisungen versehen
werden. Für Endbenutzer ist eine solche wohldefinierte Systemstruktur
ebenfalls von Interesse, wenn sie sich mit der Ausstattung des
Systems, das sie benutzen, näher vertraut machen wollen.
Der aktuelle TDS-Vorschlag ist in verschiedenen Dateiformaten (DVI,
PostScript, HTML, Texinfo etc.) in CTAN: tds/ zu finden. Eine
exemplarische Implementierung des Standards stellt die CD-ROM ``TeX
Live'' dar.

TDS: CTAN: tds/draft-standard/tds/


3.1.7) Welche TeX-/METAFONT-/MetaPost-Version ist z.Zt. aktuell?

Mit Stand Mai 1996 sind die folgenden Versionen aktuell:

TeX: 3.14159 (seit März 1995)
plain.tex: 3.141592 (seit April 1996)

MF: 2.718 (seit März 1995)
plain.mf: 2.71 (seit Juni 1993)

MetaPost: 0.631 (Oktober 1995)
dvitomp.web: 0.63 (April 1995)
plain.mp: 0.62 (Januar 1995)

CM-Fonts: -- (wichtige Änderungen 1992,
kleinere Änderungen März 1995)

Neue Versionen von TeX und METAFONT werden von Donald E. Knuth nur
noch in immer größer werdenden zeitlichen Abständen erstellt, so daß
man ältere Versionen auf alle Fälle durch die neueste Version ersetzen
sollte.
Leider hat Knuth für die CM-Fonts keine Versionsnummer vergeben, so
daß es schwieriger ist, die Versionen mit den meist nur geringen
Änderungen auseinanderzuhalten. Da Knuth umfangreichere Änderungen an
den CM-Fonts im Frühjahr 1992 durchgeführt hat, sollte man alle
älteren CM-Font-Versionen auf die neue Version bringen. Erkennbar
sind die alten Versionen beispielweise am horizontalen Querstrich am
Fuß des großen kalligraphischen T `$\mathcal{T}$' (bzw `$\cal T$'),
der in der neuen Version fehlt oder an der rundlicheren, s-förmigeren
Form des kleinen Deltas `$\delta$', da in neueren Versionen der obere
Bogen nun etwas winkliger ausgeführt wurde.
ACHTUNG: TeX-Pakete, wie emTeX, vergeben meist noch eine eigene
Versionsnummer für TeX und MF. Man sollte die oben angegebene,
offizielle Versionsnummer nicht mit diesen verwechseln/vermischen.

3.2) Welche TeX-Formate gibt es? Was ist LaTeX?

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

3.2.1) Was ist ein (TeX-)Format?

Das Programm TeX besteht aus einem Teil, mit dem Text und
mathematische Formeln gesetzt, Absätze umbrochen und alles zu Seiten
zusammenmontiert wird, und aus einem Makroprozessor. Dieser
Makroprozessor stellt eine mächtige, wenn auch für die meisten eine
eher ungewohnte Programmiermöglichkeit dar, mit der man den sehr
einfachen Befehlssatz von TeX durch eigene benutzerfreundlichere
Makros ergänzen kann. Einen abgeschlossenen Satz von solchen Makros
nennt man Format. Eine Formatdatei ist eine mit IniTeX durch `Dumpen'
erzeugte Datei, die diese Makros enthält (siehe Abschnitt 3.1.3).
Meist wird der Formatname auch für das Programm VirTeX verwendet, wenn
man die zugehörige Formatdatei lädt, so daß man bei Verwendung des
Formatnamens diese Mehrdeutigkeit bedenken sollte.
Ohne vom Benutzer definierte Makros besitzt TeX nur ca. 300
primitive `control sequences', davon sind ungefähr die Hälfte
Anweisungen, die andere Hälfte Parameter. Für einen Autor sind diese
Anweisungen alleine zu einfach und dürftig, so daß es ratsam ist, als
Autor mächtigere und damit einfacher benutzbarere Anweisungen in Form
von Makros zu verwenden.


3.2.2) Was ist Plain-TeX?

Donald E. Knuth hat für TeX ein Makropaket namens Plain-TeX erstellt
und diese Makros im Buch `The TeXbook' beschrieben. Dabei stellt
Plain-TeX einen minimalen Satz an Makros dar, um TeX sinnvoll
verwenden zu können. Zusätzlich enthält Plain-TeX einige Makros, wie
`\beginsection' oder `\proclaim', die man als Beispiel für komplexere
Anweisungen ansehen kann.
Wenn jemand sagt, daß er ``TeX programmiert'', so meint er
normalerweise, daß er in TeX und den Plain-TeX-Makros programmiert.


3.2.3) Was ist LaTeX bzw. LaTeX2e?

LaTeX ist ein in den Jahren 1982-1986 von Leslie Lamport geschriebenes
Makropaket für TeX. Es erlaubt dem Autor eines Dokuments, die
einzelnen Teile gemäß ihrer logischen Bedeutung, wie z.B.
`Überschrift', `Aufzählung', `Aufzählungspunkt' usw., zu markieren.
Anhand dieser Markierungen, dem sogenannten `Markup' oder der
Text-Auszeichnung, kann (La)TeX das Dokument unter Verwendung eines
vorgefertigten Layouts in Buchdruck-Qualität setzen und mittels
sogenannter Geräte-Treiber ausdrucken.
Fast 10 Jahre war LaTeX in der Version 2.09 aktuell, wobei es in den
letzten Jahren immer mehr inkompatible Erweiterungen gab. Seit dem
Juni 1994 ist LaTeX2e die aktuelle Version. Diese wird regelmäßig im
Juni und Dezember jeden Jahres auf den neuesten Stand gebracht.


3.2.4) Welche (La)TeX-Makropakete gibt es?

Es gibt mehrere unterschiedlich umfangreiche und gewartete Übersichten
über (La)TeX-Makropakete, die im folgenden in beliebiger Reihenfolge
ohne Wertung aufgezählt werden:

- The LaTeX Catalogue
CTAN: help/Catalogue/catalogue.html
- LaTeX Navigator
http://www.loria.fr/tex/german/index.html
- LaTeX-Paketliste von Harald Axel Sommerfeldt
http://www.ang-physik.uni-kiel.de/~axel/LaTeX/about_g.html
- Liste von Kerstin Schiebel
http://www.gsi.de/computing/TeX/latexsty.html
- Die Bücher ``Der LaTeX-Begleiter''/``The LaTeX Companion'' und
``The LaTeX Graphics Companion'' stellen viele Pakete vor, die
jedoch naturgemäß nicht aktuell und vollständig sein kann.


3.2.5) Was ist AMS-TeX, AMS-LaTeX und LAMSTeX? Was sind die
AMS-Fonts?

AMS-TeX ist ein in den Jahren 1983-1985 von Michael D. Spivak für die
American Mathematical Society (AMS) geschriebenes Makropaket, das auf
Plain-TeX basiert. Es erweitert Plain-TeX um sehr viele für den
mathematischen Formelsatz notwendige Konstrukte. Dieses Makropaket
wird im Buch `The Joy of TeX' von Michael Spivak (2.Auflage, AMS,
1990, ISBN 0-821-82997-1) beschrieben.
Mit der weiteren Verbreitung von LaTeX entwickelt die AMS seit 1990
mehrere auf LaTeX basierende Makropakete, die unter dem Namen
AMS-LaTeX zusammemgefaßt werden. Diese LaTeX-Pakete stellen einem
Autor einen Großteil der in AMS-TeX enthaltenen Konstrukte zur
Verfügung.
LAMSTeX nennt sich Michael Spivaks Anpassung von AMS-TeX an LaTeX,
die jedoch nur einen sehr kleinen Nutzerkreis hat und nicht weit
verbreitet ist.
Für den mathematischen Formelsatz fehlen den von Donald E. Knuth
erstellten Schriften weitere dringend notwendige Zeichen. Diese
werden durch die AMS-Fonts zur Verfügung gestellt, die u.a. weitere
CM-Schriften, Euler-, `msam'-, `msbm'- und kyrillische Schriften
enthalten.


3.2.6) Was ist Texinfo?

Texinfo ist ein Dokumentationssystem, das zur Dokumentation der
GNU-Sofware verwendet wird. Die Dokumentation wird dabei in einer
Quelldatei mit der Dateiendung `.texi' (oder `.txi' bzw. `.texinfo')
abgelegt, aus der einerseits sogenannte `info'-Dateien, einem on-line
mit dem GNU-Emacs oder dem Programm `info' lesbarer Hypertext, erzeugt
werden kann. Andererseits stellt die Quelldatei eine TeX-Datei dar,
zu deren Formatierung mit Plain-TeX zu Beginn das Texinfo-Makropaket
``texinfo.tex'' automatisch hinzugeladen wird.
Texinfo basiert auf Plain-TeX.


3.2.7) Was ist ConTeXt?

ConTeXt ist ein von Hans Hagen geschriebenes Makropaket für TeX. Es
erlaubt, ähnlich wie LaTeX, das Erstellen von Texten mit Hilfe von
Strukturmakros (Überschrift u.ä.). Bei der Erstellung wurde auf eine
leichte Benutzbarkeit und Flexibilität geachtet, zudem wird die
Erstellung interaktiver Texte unterstützt. Eine Besonderheit ist die
multilinguale Schnittstelle, die z.Z. niederländisch, englisch und
deutsch unterstützt, sowie das Setzen von multilingualen
Unterschriften (`Tabelle' statt `Table' u.ä.).

ConTeXt: CTAN: /tex-archive/macros/context
(die aktuelle Version ist unter http://www.ntg.nl/context/
verfügbar)

3.3) Welche TeX-Weiterentwicklungen gibt es?

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

3.3.1) Was ist TeX-XeT bzw. TeX--XeT?

Donald E. Knuth und Pierre MacKay entwickelten eine TeX-Erweiterung
namens TeX-XeT, die es erlaubt, Texte, die von links nach rechts
geschrieben werden, mit Texten, die von rechts nach links (Bsp:
arabisch, hebräisch) geschrieben werden, beliebig zu mischen. TeX-XeT
erzeugt jedoch sogenannte ivd-Dateien, d.h. dvi-Dateien mit
zusätzlichen dvi-Codes, die von üblichen dvi-Treibern nicht verstanden
werden und damit zu Fehlern oder zum Abbruch des dvi-Treibers führen.
Diese ivd-Dateien benötigen daher spezielle dvi-Treiber oder sie
können mit dem Programm `ivd2dvi' in gewöhnliche dvi-Dateien
konvertiert werden. Die TeX-Änderungen für TeX-XeT wurden in einem
Artikel in TUGboat 8, 1987 (S. 14-15) veröffentlicht.
TeX--XeT ist eine TeX-XeT-Reimplementierung von Peter Breitenlohner.
Im Unterschied zu TeX-XeT erzeugt TeX--XeT gewöhnliche dvi-Dateien,
die somit von jedem dvi-Treiber gelesen werden können. Die neueste,
verbesserte Version von TeX--XeT ist in e-TeX Version 1 (siehe
Abschnitt 3.3.3) integriert.

TeX--XeT: CTAN: systems/knuth/tex--xet/ (veraltet!)
ivd2dvi: CTAN: dviware/ivd2dvi/


3.3.2) Was ist MLTeX?

MLTeX ist eine TeX-Erweiterung von Michael J. Ferguson, die es
ermöglicht, daß auch mit den üblichen CM-Schriften Trennmuster mit
akzentuierten Zeichen verwendet und damit Wörter mit akzentuierten
Zeichen getrennt werden können. In Standard-TeX ist dies nicht
möglich, da es notwendig ist, daß die verwendete Schriften diese
akzentuierten Zeichen enthalten (siehe Abschnitt 5.3.1). In MLTeX
wird vorgegaukelt, daß die akzentuierten Zeichen in den Schriften
existieren, diese aber dann durch sogenannte `character
substitutions', die mit dem neuen Primitiv \charsubdef definiert
werden, durch tatsächlich in der Schrift vorhandene Zeichen
zusammengebaut. Bei Verwendung von T1-kodierten Schriften, wie
z.B. die EC-Schriften, ist MLTeX nicht mehr notwendig.
MLTeX hat sich aus verschiedenen Gründen hauptsächlich im
französischsprachigen Raum verbreitet. Aktuell ist Version 2.2 vom
Dezember 1995. Ältere Versionen haben verschiedene Programmfehler,
die u.a. zu Problemen führen, falls MLTeX mit nichtlateinischen
Schriften (z.B. mit ArabTeX) verwendet werden. Mit `mltextst.tex'
gibt es eine Testdatei, um eine MLTeX-Implementierung auf die
bekannten Fehler zu testen.

MLTeX: CTAN: systems/generic/mltex/
mltextst.tex: CTAN: systems/generic/mltex/mltextst.tex


3.3.3) Was ist NTS, e-TeX?

TeX, METAFONT und die anderen Programme von Prof. Knuth wurden von ihm
in ihrem jetzigen Zustand eingefroren. Es werden nur noch Fehler
entfernt, jedoch wird es keine grundlegenden Änderungen und
Weiterentwicklungen dieser Programme geben. Momentan gibt es zwei
Gruppen, die die Weiterentwicklung des Textsatzsystems TeX zum Ziel
haben.
`NTS' (oder das `New Typesetting System') wird von der NTS-Gruppe
unter Leitung von Phil Taylor geplant. NTS ist eine radikale
Neuentwicklung eines Textsatzsystems, das jedoch weiterhin einen
TeX-Kompatibilitätsmodus haben wird. Die Realisierung von NTS ist
langfristig über mehrere Jahre angelegt, da hierzu größere Ressourcen
notwendig sind und erst beschafft werden müssen. Daher existiert NTS
momentan nur als Konzept und eine Liste von Anforderungen und
Erweiterungswünschen.
In der Zwischenzeit wird unter dem Namen `e-TeX' (extended/enhanced
TeX) von der NTS-Gruppe TeX um dringend benötigte Erweiterungen
ergänzt, wobei dies im Rahmen und natürlich auch den Beschränkungen
der aktuellen TeX-WEB-Source geschieht. Bei dieser Erweiterung ist
ein wichtiges Ziel von e-TeX, weiterhin 100% kompatibel zu TeX zu
bleiben, solange die Erweiterungen nicht benutzt werden. Die erste
Version von e-TeX wurde im Oktober 1996 auf der Mitgliederversammlung
von DANTE e.V. in Hamburg veröffentlicht. Fertig benutzbare
Implementierungen sind u.a. für VMS, MS-DOS (PublicTeX), Windows 95/NT
(Win32-Web2c), Amiga (AmiWeb2C) und Unix (Web2c v7.0 mit Patches zur
Integration von e-TeX) verfügbar.

e-TeX: CTAN: systems/e-tex/


3.3.4) Was ist Omega?

Omega ist neben NTS/e-TeX das zweite Projekt, das sich mit der
Weiterentwicklung von TeX beschäftigt.
`Omega' wird von John Plaice und Yannis Haralambous entwickelt und
ist Anfang Dezember 1995 in einer zweiten Version veröffentlicht
worden. Als Basis von Omega dient der Quellcode von TeX und METAFONT,
wobei beide Programme um die Möglichkeit erweitert wurden, intern
Zeichen in UNICODE zu repräsentieren (pro Zeichen 16 bit statt 8 bit).
Durch die Verwendung von UNICODE und von sogenannten Ein- und Ausgabe-
Filtern wird eine Anpassung an verschiedene Sprachen sehr einfach. So
kann beispielsweise durch Wahl von entsprechenden Filtern ein Dokument
sehr einfach in arabischer Schrift gesetzt werden, in der ein
einzelnes Zeichen abhängig vom Kontext in bis zu vier möglichen
Darstellungen gesetzt wird.

Omega: CTAN: systems/omega/


3.3.5) Was ist TeX2PDF, was ist PDFTeX?

TeX2PDF bzw. dessen neuer Name PDFTeX ist eine Erweiterung von TeX,
mit der man sowohl die üblichen DVI-Dateien als auch direkt Dateien in
Adobes Portable-Document-Format, kurz PDF, erzeugen kann. Um die
zusätzlichen Möglichkeiten, wie Hyperlinks, Anmerkungen etc., die PDF
bietet, auch nutzen zu können, wurden weitere PDF-Primitive dem
Makroprogrammierer zur Verfügung gestellt. Das Makropaket `hyperref'
unterstützt bereits in der neuesten Version TeX2PDF/PDFTeX, indem man
die Option ``pdftex'' angibt.
TeX2PDF/PDFTeX wurde von Thanh the Hanh entwickelt und Ende Februar
1997 in ersten Testversionen veröffentlicht. Daß die Testversion noch
nicht stabil ist, sich die Syntax und die Semantik der neuen Primitive
ändern können und noch Bugs existieren, sollte jeder Anwender von
TeX2PDF/PDFTeX bedenken!

PDFTeX: CTAN: systems/pdftex/
(Source für Web2c v7.0, Binaries für einige Systeme)
hyperref: CTAN: macros/latex/contrib/supported/hyperref/

--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 3 ---

DE-TeX-FAQ-Maintainer

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

Posted-By: auto-faq 3.3 beta (Perl 5.003)
Archive-name: de-tex-faq/part2

Posting-Frequency: monthly
Copyright-Notice: siehe Abschnitt 1.1/see Section 1.1
URL: http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/


Fragen und Antworten (FAQ) über

das Textsatzsystem TeX und
~~~~~~~~~~~~~~~~~~
DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

(Version 37 vom März 1998)

=== Teil 2: TeX-Anwendervereinigungen, TeX-Literatur ==


2.1) DANTE e.V.
~~~~~~~~~~~~~~~

2.1.1) Was ist DANTE e.V.?

DANTE e.V. steht für Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX.
Dies ist der Zusammenschluß von deutschsprachigen TeX-Anwendern,
TeXies, TeXnikern und sonstigen TeX-Arbeitern in einer Gemeinschaft.
Der Verein wurde am 14. April 1989 in Heidelberg gegründet, ist
in das Vereinsregister eingetragen und vom Finanzamt als
gemeinnützig anerkannt worden.


2.1.2) Wie erreiche ich DANTE e.V.?

Post: DANTE, Deutschsprachige Anwendervereingung TeX e.V.
Postfach 10 18 40
69008 Heidelberg
Telefon: (0 62 21) 2 97 66
Fax: (0 62 21) 16 79 06
E-Mail: da...@dante.de

Am einfachsten wird es wohl via E-Mail gehen. Unter der angegebenen
Telefonnummer meldet sich in den meisten Fällen ein Anrufbeantworter.
Es gibt aber feste Zeiten, zu denen man jemanden sprechen kann. Diese
Zeiten werden auch über den Anrufbeantworter bekanntgegeben.


2.1.3) Welchen Zweck hat DANTE e.V.?

Dazu sagt die Satzung von DANTE e.V.:
Zweck des Vereins ist es, alle Interessenten in geeigneter Weise bei
der Anwendung von TeX-Sofware zu unterstützen, insbesondere durch
Erfahrungsaustausch mit den Anwendern. Ferner soll die weitere
Entwicklung von TeX unterstützt werden. Hierzu gehören (a) die
Beratung und Zusammenarbeit mit Anwendern der TeX-Software, (b) die
Unterbreitung von Mitgliedervorschlägen für zukünftige Versionen und
Komponenten der TeX-Software, (c) die Zusammenarbeit mit anderen
nationalen und internationalen Benutzerorganisationen, (d) die
Förderung von Literatur, die TeX betrifft, (e) die Vertretung
nationaler Belange in der TeX Users Group, (f) die Organisation von
Schulungen.

2.2) Wie werde ich Mitglied bei DANTE e.V.?

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

2.2.1) Wieso sollte ich Mitglied bei DANTE e.V. werden?

Natürlich kann niemand gezwungen werden, bei DANTE e.V. Mitglied zu
werden. Es sollte aber bedacht werden, daß die Dienstleistungen
von DANTE e.V. nur erbracht werden können, weil es Leute gibt, die
DANTE e.V. unterstützen.
Neben diesem eher ideellen Grund hat eine Mitgliedschaft bei DANTE
e.V. auch viele Vorteile:

- Informationen aus erster Hand durch

* die viermal im Jahr erscheinende Vereinszeitung
`Die TeXnische Komödie'
* die Möglichkeit, Bücher über TeX, LaTeX, PostScript etc. über
DANTE e.V. zu beziehen
* `elektronische' Medien in Form von E-Mail-Diskussionslisten
wie TeX-D-L, die archiviert über die Software-Verteilung
bezogen werden können
* den WWW-Server http://www.dante.de/

- Bezug von Software, wie kompletten TeX-Versionen für Ihr
Rechnersystem, von Makropaketen und Schriften über

* CTAN, an dessen Aufbau und Verwaltung Mitglieder von
DANTE e.V. maßgeblich beteiligt waren und sind und dessen
deutscher Knoten von DANTE e.V. finanziert wird
* eine vereinseigene Mailbox mit einer Kopie des CTAN-Inhalts
(per Telefon und Modem erreichbar; Standort: Heidelberg)
* eine Software-Verteilung auf CD-ROM und Disketten (und
teilweise auch auf anderen Medien, wie DAT und MO) für Personen
ohne Netzzugang

- Beratung und Schulung, wie beispielsweise

* Telefon-Hotline
* Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene
* Tutorien

- Kontaktmöglichkeiten über

* nationale und internationale Tagungen
* Mitgliederversammlungen (halbjährlich)
* regionale Stammtische (monatlich)

- usw.

Einige dieser Leistungen können auch von Nicht-Mitgliedern genutzt
werden. In der Regel stehen sie jedoch nur Mitgliedern im
vollen Umfang zur Verfügung!


2.2.2) Wie werde ich Mitglied?

Mitglied bei DANTE e.V. zu werden, ist einfach: Mitgliedsantrag
ausfüllen und unterschrieben an

DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.

Postfach 10 18 40
D-69008 Heidelberg

schicken. Den Mitgliedsbeitrag sollten Sie auf das auf dem Antrag
angegebene Konto überweisen. Bitte keine andere DANTE e.V. gehörende
Kontonummer verwenden, dies würde die Bearbeitung verzögern! Nach dem
Eingang Ihres Antrags und des Mitgliedsbeitrags erhalten Sie eine
Bestätigung Ihrer Mitgliedschaft, eine Vereinssatzung, die in diesem
Jahr bisher erschienenen Ausgaben der Vereinszeitschrift und weitere
Informationen, wie z.B. über die Mailbox von DANTE e.V., Software und
Bücher.

Einen Mitgliedsantrag erhalten Sie

- per ftp://ftp.dante.de/tex-archive/usergrps/dante/antrag.dvi bzw.
per ftp://ftp.dante.de/tex-archive/usergrps/dante/antrag.ps als
dvi- oder als PostScript-Datei,

- per Post: Fordern Sie über obige Adresse ein Antragsformular an.


Der Mitgliedsbeitrag gilt für das laufende Kalenderjahr (1.1.-31.12.)
und beträgt

- Einzelbeitrag für Privatpersonen: 80,- DM
- Ermäßigter Einzelbeitrag für Schüler/innen, Studierende,
Rentner/innen, Arbeitslose, Zivil- und Wehrdienstleistende
(entsprechende Bescheinigung nötig!): 60,- DM
- für Institutionen des öffentlichen Rechts und
Forschungseinrichtungen: 120,- DM
- für Firmen, die TeX anwenden: 300,- DM
- für Firmen, die Produkte in Verbindung mit TeX
anbieten: 500,- DM


2.2.3) Ich habe den Mitgliedsantrag vor 2-3 Wochen abgeschickt, den
Beitrag gleich danach auf das Konto überwiesen und bisher noch
nichts erhalten. Ist dies normal?

Ja, 2-4 Wochen sind normal. Ein Mitgliedsantrag wird zügig
bearbeitet, sobald der Antrag per Post im Büro von DANTE e.V.
eintrifft und überprüft werden konnte, daß der Mitgliedsbeitrag auf
dem Konto eingegangen ist. Man sollte dabei nicht die optimistischen,
sondern die üblichen Laufzeiten für Briefe und Geldüberweisungen
zugrundelegen. Außerdem ist es wichtig, daß (a) der Beitrag auf das
angegebene Konto und nicht auf eines der anderen Konten von DANTE e.V.
überwiesen wurde und (b) bei einer ermäßigter Mitgliedschaft die
entsprechende Bescheinigung beigelegt wurde. Beides verursacht sonst
weitere Verzögerungen durch notwendige Umbuchungen und Rückfragen.
Die Arbeiten im Büro von DANTE e.V. werden von Mitgliedern
ehrenamtlich, d.h. in ihrer Freizeit und unbezahlt, durchgefuhrt. Zur
Unterstützung helfen außerdem noch einige bezahlte Studierende für
wenige Stunden pro Woche. Daher kann es insbesondere vor und nach
Feiertagen, zur allgemeinen Urlaubszeit und vor und nach den Tagungen
und Mitgliederversammlungen, die DANTE e.V. ausrichtet, zu größeren
Verzögerungen kommen.

2.3) TeX User Groups: TUG, NTG, GUTenberg, UKTUG, GUST, ...

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

2.3.1) TeX-Anwendervereinigungen

Neben DANTE e.V. gibt es noch weitere TeX-Anwendervereinigungen.
Als erstes ist hier die TUG zu nennen, die internationale `TeX Users
Group'. Sie ist die erste und damit die älteste TeX-Anwender-
vereinigung.

TeX Users Group
P.O. Box 1239
Three Rivers CA 93271-1239, USA
Tel.: +1 209 561-0112
Fax: +1 209 561-4584
E-Mail: t...@mail.tug.org

Weitere Informationen über die TUG finden Sie auf CTAN im Verzeichnis
``usergrps/tug/'' oder dem WWW-Server ``http://www.tug.org/''.

Neben TUG und DANTE e.V. gibt es weitere nationale Anwender-
vereinigungen. Als Auswahl seien folgende Vereine genannt:

NTG Nederlandstalige TeX Gebruikersgroep (Niederlande)
GUST Grupa Uzytkowników Systemu TeX (Polen)
GUTenberg Groupe francophone des Utilisateurs de TeX
(französischsprachige Länder)
CsTUG Ceskoslovenské sdruzení uzivatelu TeXu
(Tschechische/Slowakische Republik)
UK TUG UK TeX Users' Group (Großbritannien)

Über einige dieser nationalen Anwendervereinigungen können Sie
weitere Informationen, Antragsformulare, Ankündigungen u.ä. auf CTAN
in den Verzeichnissen unter ``usergrps/'' finden.

Außerdem finden Sie über die Seite ``http://www.dante.de/'' im `World
Wide Web' (WWW) weitere Informationen zu DANTE e.V., TUG, Verweise zu
den WWW-Seiten der anderen TeX-Anwendervereinigungen, einen Tagungs-
und Veranstaltungskalender und vieles mehr.


2.3.2) Mitgliedszeitschriften der TeX-Anwendervereinigungen

Jede der `großen' TeX-Anwendervereinigungen gibt eine
Mitgliedszeitschrift und Vereinsnachrichten heraus:

- Die TeXnische Komödie
Mitgliedszeitschrift von DANTE e.V., erscheint
vierteljährlich, deutsch

- TUGboat
Mitgliedszeitschrift der TUG, erscheint vierteljährlich (ein
Band ist Konferenzband der TUG-Konferenz), englisch, enthält
viele informative Artikel über TeX, METAFONT und Fonts

- TeX and TUG News (TTN) -- Erscheinen eingestellt
Ehemalig separat herausgegebene Vereinsnachrichten der TUG,
erschien vierteljährlich, englisch, enthält aktuellere
Informationen über Vereinsinterna, Tips, Berichte etc.;
nach Ausgabe Vol. 4 No. 2 ist TTN in TUGboat integriert

- Minutes And APendices (MAPS)
Mitgliedszeitschrift der NTG, erscheint halbjährlich,
niederländisch und englisch, enthält häufig Vorabdrucke und
Nachdrucke aus anderen Mitgliedszeitschriften, wie TUGboat,
Baskerville etc.

- Baskerville
Mitgliedszeitschrift der UK TUG, erscheint 4-6mal jährlich
(eine davon ist die UK TUG TeX FAQ), englisch, enthält einige
Nachdrucke aus anderen Zeitschriften und Proceedings

- Cahiers GUTenberg
Veröffentlichung der GUTenberg, erscheint dreimal jährlich,
französisch

- Lettre GUTenberg
Vereinsnachrichten der GUTenberg, erscheint ???, französisch


2.3.3) Tagungen und Veranstaltungen

Die TeX-Anwendervereinigungen führen regelmäßig Tagungen, Tutorien,
Mitgliederversammlungen etc. durch:

- DANTE e.V.

Jährliche Tagung, Mitgliederversammlung und Tutorien (3 bis
3 1/2 Tage) im Frühjahr; meist im Februar oder März.

Jährliche Mitgliederversammlung mit Tutorien (1 bis 1 1/2
Tage) im Herbst; meist im September oder Oktober.

- Europäische Anwendervereinigungen

Jährliche europäische Tagung; meist im September; entfällt im
allgemeinen in den Jahren, in denen die TUG in Europa eine
Tagung ausrichtet.

- TUG
Jährliche weltweite Tagung; meist Ende Juli, Anfang August; im
Wechsel an einem Ort der Westküste der USA, der Ostküste und
in Europa.


Auch Personen, die noch nicht Mitglied bei einer Anwendervereinigung
sind, können an den Tagungen teilnehmen.
Tutorien, die DANTE e.V. vor oder nach einer Mitgliederversammlung
durchführt, sind frei und können kostenlos besucht werden.


2.4) Literatur
~~~~~~~~~~~~~~

2.4.1) Bücherliste

Es wird hier nur eine kleine Auswahl von hauptsächlich
deutschsprachigen Büchern vorgestellt. Am besten selbst in der
Bibliothek oder Buchhandlung schmökern, was für einen das Beste ist.

Detig, Christine: Der LaTeX Wegweiser.
Int'l Thompson Publ., 1997, ISBN 3-8266-0256-0, DM 29,80
Anm.: leichtverständliche Einführung in LaTeX2e mit den wichtigsten
LaTeX-Erweiterungspaketen und Hilfswerkzeugen, für Anfänger

Abdelhamid, Rames: Das Vieweg LaTeX2e Buch.
Vieweg Verlag Wiesbaden 1995, ISBN 3-528-25145-X, DM 44,--
Anm.: für Anfänger

Knappen, Jörg: Schnell ans Ziel mit LaTeX2e.
Oldenbourg-Verlag, 1997, ISBN 3-486-24199-0, DM 48,--
Anm.: enthält Kapitel über Feinheiten des Text- und Formelsatzes
sowie einen Index vom Formelsymbol bis zu Befehlsnamen, für
Anfänger und Fortgeschrittene

Lamport, Leslie: Das LaTeX Handbuch.
Verlag Addison-Wesley, 1995, ISBN 3-89319-826-1, DM 69,90
Anm.: _die_ LaTeX(2e)-Referenz, für Anfänger

Goossens, Michel u.a.: Der LaTeX-Begleiter.
Verlag Addison-Wesley, 1995, ISBN 3-89319-646-3, DM 79,90
Anm.: Tips, Tricks, viele LaTeX(2e)-Makropakete,
für Fortgeschrittene und fortgeschrittene Anfänger,
aufgrund des Titelbildes das sog. `Bernhardiner-Buch'

Goossens, Michel; Rahtz, Sebastian; Mittelbach, Frank:
The LaTeX Graphics Companion (englisch).
Verlag Addison-Wesley-Longman, 1997, ISBN 0-201-85469-4
Anm.: ergänzt den LaTeX-Begleiter um alles, was mit Graphik-
einbindung, Farbe und PostScript-Schriften zu tun hat

Katzenbeisser, Stefan: Von der Idee zum Dokument - Einführung in TeX
und LaTeX.
Oldenbourg-Verlag, 2. Auflage, 1997, ISBN 3-486-24182-6, DM 68,--
Anm.:

Maurer: Textverarbeitung mit LaTeX2e unter Unix.
Carl Hanser Verlag, München, ISBN 3-446-18909-2, DM 49,80
Anm.:

Schwarz, Stefan; Potucek, Rudolf: Das TeXikon - Referenzhandbuch für
TeX, LaTeX und LaTeX2e.
Verlag Addison-Wesley, 1997, ISBN 3-89319-690-0, DM 69,90
Anm.:

Heilmann, Axel: LaTeX-Vademecum, Ein Kompaktführer für Einsteiger
und Fortgeschrittene. Verlag Springer, ISBN 3-540-60522-3, DM 38,--
Anm.: kleines und praktisches Nachschlagewerk, kann und will nicht
den LaTeX-Begleiter ersetzen, ist aber eine gute Ergänzung

Dietsche, Luzia; Lammarsch, Joachim: LaTeX zum Loslegen.
Springer-Verlag, 1994, ISBN 3-540-56545-0, DM 39,--
Anm.: Schnellkurs in LaTeX 2.09, für Anfänger

Wonneberger, R.: Kompaktführer LaTeX.
Verlag Addison-Wesley, 1993, ISBN 3-89319-589-0, DM 29,80
Anm.: Name sagt alles, LaTeX 2.09, für den knappen Geldbeutel

Sowa, Friedhelm: TeX/LaTeX und Graphik, ein Überblick über die
Verfahren. Springer-Verlag, 1994, ISBN 3-540-56468-3, DM 39,--
Anm.: der `Nothelfer', wenn es um TeX und Graphik geht

Schwarz, Norbert: Einführung in TeX.
Oldenbourg-Verlag, 1991, ISBN 3-486-24349-7, DM 69,--
Anm.: TeX & plain-TeX, kein LaTeX(!), für Fortgeschrittene

Kopka, Helmut: LaTeX, Band 1: Einführung.
Verlag Addison-Wesley, 2., überarbeitete Auflage, 1996,
ISBN 3-8273-1025-3, DM 69,90
Anm.: Ab der 2. Auflage auch LaTeX2e, im Anhang gute
Befehlsübersicht, für Anfänger

Kopka, Helmut: LaTeX, Band 2: Ergänzungen.
Verlag Addison-Wesley, 2. überarbeitete Auflage, 1997,
ISBN 3-8273-1229-9, DM 69,90
Anm.: Name sagt alles, die 1. Auflage enthielt noch LaTeX2e-Einführung

Kopka, Helmut: LaTeX, Band 3: Erweiterungen.
Verlag Addison-Wesley, 1996, ISBN 3-89319-666-8, DM 69,90
Anm.: Interna von LaTeX2e und 2.09 sowie Low-Level-TeX-Befehle

Kopka, Helmut und Daly, Patrick W.: A Guide to LaTeX2e (englisch).
Verlag Addison-Wesley, 2. Aufl., 1995, ISBN 0-201-42777-X, ca. DM ???
Anm.: Englische Übersetzung des ``Kopka'' mit vielen Überarbeitungen
und Anpassungen für englischsprachige Benutzer

Walsh, Norman: Making TeX Work (englisch).
Verlag O'Reilly&Associates Inc., 1994, ISBN 1-56592-051-1, ca. DM 60,--
Anm.: Gute Einführung und Übersicht; Fundgrube für Tools, Makro-
pakete, Schriften; teilweise mit genauerer Beschreibung

Hinweise: Als LaTeX-Anfänger sollte man sich ein ausführliches
Lehrbuch (z.B. `Detig', `Abdelhamid', `Knappen', `Lamport',
`Kopka'/Band 1, `Kopka/Daly') besorgen. Frei verfügbare Literatur,
wie die LaTeX2e-Kurzbeschreibung (siehe Abschnitt 2.4.2), reicht
Anfängern mit Computer-Vorkenntnissen eventuell auch aus. Sobald man
als LaTeX-Anwender die ersten Schritte gemacht hat, ist der
`LaTeX-Begleiter' und der `LaTeX Graphics Companion' eine wahre
Fundgrube. Muß oder will man sein eigenes TeX-System selbst
installieren und verwalten, gibt der wenn auch mittlerweile veraltete
`Walsh' eine gute Erklärung und Übersicht der einzelnen Teile des
Textsatzsystems TeX und darüber hinaus viele Hinweise und eine
Auswahl, was es sonst noch an Umgebungen, Hilfsprogrammen, Schriften
etc. gibt.
Das Standardwerk für TeX-Anfänger und alle Makroautoren ist Knuths
`TeXbook', das man sich auch zulegen sollte, wenn man zuerst mit Hilfe
des in Deutsch geschriebenen `Schwarz (N.)' einsteigen will.


*2.4.2) Frei verfügbare (La)TeX- und METAFONT-Einführungen

Diese Dokumente sind von den Autoren als (La)TeX-Eingabedateien auf
CTAN zur freien Verfügung gestellt worden. Sie finden diese und
weitere Dokumente meist im Directory ``info/'' auf CTAN. Folgende
Liste stellt eine kleine Auswahl dar:

Knappen, Jörg; Partl, Hubert et al.: LaTeX2e-Kurzbeschreibung
CTAN: info/LaTeX2e-Kurzbeschreibung/
Anm.: zum Einstieg in LaTeX(2e) völlig ausreichend, für Anfänger

Partl, Hubert; Kielhorn, Axel: Layout-Änderungen mit LaTeX
CTAN: macros/latex/contrib/supported/refman/
Anm.: Wie verändere ich X? Anhand von Beispielen aus `refman.sty'

Schrod, Joachim: The Components of TeX (englisch)
CTAN: info/components-of-TeX/
Anm.: Übersicht über die Teile und der von diesen Teilen angefaßten
Dateien eines TeX-Systems

Warbrick, Jon: Essential LateX (englisch)
CTAN: info/latex-essential/
Anm.: LaTeX 2.09, ganz kurz gefaßt.

Doob, Michael: A Gentle Introduction to TeX (englisch)
CTAN: info/gentle.tex
Anm.: Kurzbeschreibung von TeX, nicht LaTeX!

Tobin, Geoffrey: METAFONT for Beginners (englisch)
CTAN: info/metafont-for-beginners.txt
Anm.: Enthält das Wichtigste, um mit METAFONT aus vorhandenen
mf-Sources Fonts zur Nutzung mit TeX zu generieren.

Reckdahl, Keith: Using Imported Graphics in LaTeX2e (englisch)
CTAN: info/epslatex.ps
CTAN: info/epslatex.pdf
Anm.: Was Sie schon immer über die Einbindung von Encapsulated-
PostScript-(EPS)-Bildern, BoundingBox, die Benutzung des
`graphics'-Pakets und weiterer LaTeX-Umgebungen und -Pakete
wie `PSfrag' wissen wollten.


2.4.3) Typographie-Bücher

Tschichold, Jan: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie:
eine Fibel für jedermann.
Maro-Verlag, Augsburg, 2. Auflage 1992, ISBN 3-87512-403-0, DM 32,--
Anm.: allgemeiner Überblick, Elementarkenntnisse

Tschichold, Jan: Ausgewählte Aufsätze über Fragen der Gestalt des
Buches und der Typographie.
Birkhäuser-Verlag, Basel, 2. Aufl. 1987, ISBN 3-7643-1946-1, DM 58,--
Anm.: Eines der wichtigsten Bücher über typographische Prinzipien
beim Buchsatz, Sammlung von Tschicholds `klassischen' Artikel

Tschichold, Jan: Die neue Typographie.
Brinkmann und Bose, 3. Auflage 1995, ISBN 3-922660-23-1, DM 80,--

Aicher, Otl: Typographie.
Ernst-Verlag, Lüdenscheid, 1988, ISBN 3-433-03090-6

Spiekermann, Erik: Ursache & Wirkung: ein typografischer Roman.
Verlag H. Schmidt, Mainz, faksimilierter Nachdruck, 1994,
ISBN 3-87439-307-0, DM 38,--

Simoneit, Manfred: Typographisches Gestalten.
Polygraph-Verlag, Frankfurt/M., 4. Auflage, 1993,
ISBN 3-87641-253-6, 256 S., DM 144,--

Luidl, Philipp: Typografie.
Schlütersche Verlagsanstalt, 6. Auflage, 1989,
ISBN 3-87706-290-3, 146 S., DM 79,--

Sauthoff, Daniel u.a.: Schriften erkennen: eine Typologie der
Satzschriften für Studenten, Grafiker, Setzer, Kunsterzieher und
alle PC-User.
Verlag H. Schmidt, Mainz, Neuausgabe, 1996,
ISBN 3-87439-373-9, DM 24,80
Anm.: Grundlage, Geschichte und einfacher Einstieg in die
Klassifikation von Schriften

Willberg, Hans Peter; Forssman, Friedrich: Lesetypographie.
Verlag H. Schmidt, Mainz, 1997, ISBN-3-87439-375-5, DM 168,--
Anm.: Handbuch, das Anregungen geben will, Lösungsmöglichkeiten für
typographische Probleme vergleichend vorstellt, eher für
jemand, der schon Grundkenntnisse hat


2.4.4) Schriftenkataloge

Sauthoff, Daniel u.a.: Schriften erkennen: eine Typologie der
Satzschriften für Studenten, Grafiker, Setzer, Kunsterzieher und
alle PC-User.
Verlag H. Schmidt, Mainz, Neuausgabe, 1996,
ISBN 3-87439-373-9, DM 24,80
Anm.: siehe Abschnitt 2.4.3., für Einsteiger

Kern, Michael; Koch, Sieghart (Hrsg.): ÜberSicht.
Verlag H. Schmidt, Mainz, 1991,
ISBN 3-87439-230-9, 429 S., DM 148,-
Anm.: 3 Indizes: Blindtextprobe, Zeichenvorrat der Schriften,
Buchstabenverzeichnis (alle ``M'' auf einen Blick).


2.4.5) Ich hab im Buch ``Der LaTeX Begleiter'' bzw. ``The LaTeX
Companion'' ein interessantes Paket gefunden. Wo kann ich es
auf CTAN finden?

Die Datei ``companion.ctan'' zählt alle im Buch erwähnten Pakete auf.

companion.ctan: CTAN: tex-archive/info/companion.ctan


--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 2 ---

DE-TeX-FAQ-Maintainer

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

Posted-By: auto-faq 3.3 beta (Perl 5.003)
Archive-name: de-tex-faq/part4

Posting-Frequency: monthly
Copyright-Notice: siehe Abschnitt 1.1/see Section 1.1
URL: http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/


Fragen und Antworten (FAQ) über

das Textsatzsystem TeX und
~~~~~~~~~~~~~~~~~~
DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

(Version 37 vom März 1998)

=== Teil 4: Textsatzsystem TeX - Bezugsquellen ==


4.1) Wie bekomme ich ein TeX-System?

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Es gibt verschiedene Wege, wie Sie ein TeX-System beziehen können.
Falls Sie die notwendige Unterstützung (durch Hotline, Schulungen,
Updates u.ä.) sicherstellen wollen oder müssen, sollten Sie sich an
einen kommerziellen Anbieter wenden.
Beachten Sie bei den nachfolgenden Angeboten bitte, daß Sie bei frei
verfügbaren TeX-Versionen, Programmen und Schriften, die `Shareware'
sind, geringe Lizenzgebühren an die Autoren zu entrichten haben.
Außerdem dürfen einige Programme, Makrodateien, Schriften etc. nicht
oder nur nach Lizenzierung oder einer individuellen Freigabe durch den
Autor zu kommerziellen Zwecken eingesetzt oder vertrieben werden.
An frei verfügbare TeX-Implementierungen können Sie per 1) ftp
(Internet), 2) E-Mail, 3) Modem/Telefon, 4) CD-ROM oder 5) als
Bestandteil eines anderen Software-Paketes kommen. Als Mitglied bei
DANTE e.V. stehen Ihnen noch weitere und evtl. günstigere Angebote zur
Auswahl (siehe Abschnitt 4.1.5).


4.1.1) Wie bekomme ich ein TeX-System über ftp/Internet und E-Mail?

CTAN, das `Comprehensive TeX Archive Network', und dessen `Spiegel'
können über ftp oder durch den ftp-Mailer auch über E-Mail erreicht
werden (siehe Abschnitt 4.2).


4.1.2) Wie bekomme ich ein TeX-System über Modem/Telefon?

Teile des CTAN-Inhalts können Sie in vielen Mailbox-Netzen auf einigen
`Knoten' erhalten, die ein TeX-Archiv anbieten. Informieren Sie sich
bitte bei anderen Benutzern des entsprechenden Mailbox-Netzes oder
einer Ansprechperson für dieses Netz.


4.1.3) Wie bekomme ich ein TeX-System auf CD-ROM?

Mittlerweile sind verschiedene CD-ROM-Angebote mit TeX-Software über
CD-ROM-Versender und in immer mehr Buchhandlungen zu finden. Bei
TeX-CD-ROMs kann man grob zwei Typen unterscheiden:

1) CD-ROMs, die einen kompletten Abzug oder Teile des CTAN-Inhalts
enthalten (Einzel- oder Doppel-CD; meist komprimiert und gepackt,
damit auf eine CD mehr paßt und Datei- und Verzeichnisnamen auf
ISO-9660-CD-ROM nicht beliebig lang und nur eine beschränkte
Menge von Zeichen enthalten dürfen),
2) CD-ROMs, die eine Ready-to-Run-Installation eines mehr oder
weniger kompletten TeX-Systems enthalten, das sogar ohne
Installation von der CD selbst lauffähig ist.

Weiter sollte man auf die Aktualität des Inhalts/CTAN-Abzugs achten
und auf die mitgelieferte teils knappe, teils sehr ausführliche
Dokumentation. Besonders bei Ready-To-Run-Installationen ist letztere
sehr wichtig!

Achtung: teilweise werden noch alte Auflagen von CD-ROMs (ohne
einen kräftigen Preisnachlaß) verkauft. CD-ROMs mit CTAN-Kopien,
deren Inhalt älter als ein Jahr ist, sollte man liegenlassen!

Die folgende Übersicht ist aus den gesammelten Postings entstanden und
hat weder den Anspruch auf Korrektheit, Vollständigkeit, noch auf
Aktualität. `Stand' gibt bei CTAN-Abzügen nicht das Erscheinungsdatum,
sondern soweit möglich das Datum des Abzuges an. Neue CD-ROM-Angebote,
Korrekturen der kurzen Inhaltsbeschreibungen und Preise u.ä. bitte an
die Autoren dieser FAQ!

CD-ROMs mit Ready-To-Run-Installation:

* CD "TeX Live" (früher in dieser Liste als "TDS/Unix-CD" bezeichnet)
2. Auflage, Einzel-CD mit Dokumentation
Stand: März 1997
Preis: US-$ 20 für Mitglieder einer TeX-Benutzervereinigung,
US-$ 40 für Nichtmitglieder
(über DANTE e.V.: Mitglieder von DANTE e.V. DM 5,--
plus DM 5,-- Porto und Verpackung)
Bezug über die TUG, UK TUG, eingeschränkt auch über GUTenberg, NTG,
DANTE e.V., CsTUG
URL: http://www.tug.org/texlive.html
zusätzliche Infos in ftp://ftp.dante.de/info/texlive/
Enthält von CD-ROM lauffähiges TeX-System für viele Unix-Plattformen
(Linux, Solaris >=2.3, SunOS 4.1.3 u.v.m.) und in der 2. Auflage
auch für Windows 95 und NT und mit Binaries für MetaPost, e-TeX und
PDFTeX, basierend auf dem teTeX-Paket und web2c v7.0, mit sehr
vielen Makro-/Schrift-Packages inkl. Dokumentation. Zusätzlich
sind die Original-Verteilungen von CMacTeX, OzTeX (beide Apple
Macintosh), emTeX (OS/2, MS-DOS) und MikTeX (Windows 95/NT) auf der
CD-ROM. Als CD-ROM-Dateisystemstandard wurde ISO 9660 mit den
Rock-Ridge-Erweiterungen benutzt, so daß der nach dem
TeX-Directory-Standard (TDS) geordnete TeX-Baum durch die langen
Dateinamen in gemischter Groß-Klein-Schreibung einfacher verwendet
werden kann -- auch für andere Plattformen!

* 4allTeX - The ultimate TeX resource
3.Auflage, Doppel-CD mit ausführlichem engl. Handbuch
Stand: Juni/Juli '95
Preis im Buchhandel: ca. DM 80,-- bis 90,--
(über die NTG: 60 niederl. Gulden)
URL: http://www.ntg.nl/ntg/4allcd/4alltex.html
Enthält von CD-ROM lauffähiges emTeX-System für OS/2, MS-DOS (wobei
das auf der CD befindliche emTeX-Paket leider auch noch aus Teilen
der alten beta-Test-emTeX-Version besteht)

* Amiga MaxonTeX
Doppel-CD
Stand: ???
Preis: DM 99,--
URL: http://www.maxon-computer.com/
Enthält auf der ersten CD das kommerzielle AmigaTeX, das auch
direkt von CD läuft. Auf der zweiten CD befindet sich ein für den
Commodore Amiga relevanten Teil-Abzug des CTAN sowie der komplette
Amiga-Pool von DANTE e.V. Updates sind auf Anfrage erhältlich.

* Meeting-Pearls IV
Stand: 1. Juli 1996 (Update sind geplant)
Preis: DM 14,95
URL: http://home.pages.de/~olk/texmf.html
URL: http://home.pages.de/~mp/
Enthält eine ready-to-run-Version von PasTeX v1.4 (für Amiga),
sowie die DC-Fonts v1.3pl2 (vorberechnet), LaTeX2e vom Juni 1996
und viele Packages von CTAN.


CD-ROMs mit einem Komplett- oder Teil-Abzug des CTAN-Inhalts:

* DANTE-CTAN-CD-ROM
Doppel-CD, Stand: 14. Dezember 1996
Preis: DM 10,-- bis DM 40,-- (inkl. Porto+Verpackung)
Achtung: Diese CD ist ausverkauft!
Enthält fast kompletten CTAN-Abzug, teils komprimiert, teils
unkomprimiert auf zwei CDs. Für Mitglieder von DANTE e.V. lag ein
Exemplar der Ausgabe 3/1996 der Mitgliedszeitschrift kostenlos bei.

Ein Exemplar einer Update-CD-ROM mit den Änderungen des
CTAN-Inhalts zwischen Dezember 1996 und dem 12. Mai 1997 lag der
Ausgabe 2/1997 der Mitgliedszeitschrift kostenlos bei.

* CTAN-CD-ROM des Franzis-Verlags
4er-CD, Stand: Dezember 1996 + Update-CD 12. Mai 1997
Preis: DM 49,--
Enthält einen fast kompletten, unkomprimierten CTAN-Abzug auf drei
CDs vom Dezember 1996 und eine Update-CD mit allen Änderungen bis
zum 12. Mai 1997.


CD-ROMs mit einem Komplett- oder Teil-Abzug des CTAN-Inhalts, der
länger als ein Jahr zurückliegt (siehe hierzu obige Anmerkung!):

* CTAN/3 - Das TeX-/LaTeX-Archiv von DANTE e.V. (Addison-Wesley)
Buch (dt.) mit CD-ROM von J.Lammarsch und H.Schoppmann, 128 S.,
1996, ISBN 3-89319-794-X, Stand: November '95
Preis im Buchhandel: DM 49,90 (Preisbindung!)
* Hobbes CD-ROM für OS/2 (Walnut Creek)
Stand: Dezember '95
Preis im Buchhandel: US-$ 24.95 (ca. DM 30,--)
* InfoMagic CD-ROM
Doppel-CD, Stand: September '95
Preis im Buchhandel: US-$ 35 (DM 49,--)
* TeX CD-ROM des Franzis-Verlags
(Diese `neue' TeX-CD mit einem Copyright 1996 entspricht der
InfoMagic Doppel-CD vom September '95!)
* Walnut Creek TeX CD-ROM
Doppel-CD, Stand: ca. April '95
Preis im Buchhandel: US-$ 39,95 (DM 49,--)
* Prime Time TeXcetera
Doppel-CD, Stand: Juli/August 1994
Preis im Buchhandel: US-$ 60 (DM 134,--)


4.1.4) Wie bekomme ich ein TeX-System ... aus anderen Software-Paketen?

Teilweise enthalten verschiedene Software-Pakete bereits eine
lauffähige TeX-Implementierung. So ist z.B. bei jedem Linux ein
komplettes TeX-System enthalten (teTeX bei S.u.S.e, Caldera OpenLinux,
RedHat Linux, jurix linux, ab Version 1.3 auch Debian Linux, ab
Version 3.1.0 auch Slackware; bei Slackware sollte man darauf achten,
daß man die Version 3.1 vom August 1996 mit den nicht veränderten
CM-Schriften erhält!).


4.1.5) Wie bekomme ich ein TeX-System als Mitglied von DANTE e.V?

Als Mitglied bei DANTE e.V. stehen Ihnen folgende weitere Angebote zur
Auswahl (siehe Abschnitt 2.4, wenn Sie wissen wollen, wie Sie Mitglied
werden können):

- Modem/Telefon:

DANTE e.V. unterhält in Heidelberg eine Mailbox, auf der Mitglieder
den gesamten CTAN-Inhalt finden können. Als Mitglied von DANTE e.V.
erhalten Sie automatisch Informationen, wie Sie auf diese Mailbox
zugreifen können.

- CD-ROM:

* DANTE-CTAN-CD-ROM -- Doppel-CD, CTAN-Kopie vom 14. Dezember 1996
... ist ausverkauft und wird daher nicht mehr angeboten!
Mitglieder von DANTE e.V. haben diese Doppel-CD mit Ausgabe
3/1996 der Mitgliederzeitschrift erhalten, eine Update-CD vom
12. Mai 1997 lag Ausgabe 2/1997 bei. Updates der wichtigsten
Neuerungen sind für Mitglieder auf Disketten oder MO-Medien
erhältlich.

* CD "TeX Live" (früher in dieser Liste als "TDS/Unix-CD" bezeichnet)
Mitglieder von DANTE e.V. können die 2. Auflage dieser CD-ROM von
DANTE e.V. zu einem Preis von DM 5,-- (plus DM 5,--
Versandkosten) beziehen.
Bei Bezug über die TUG oder UK TUG gelten für Mitglieder
ebenfalls die ermäßigten Preise.

* 4allTeX - The ultimate TeX resource
DANTE e.V. kann die CD-ROM `4allTeX' der niederländischen
Anwendervereinigung NTG sehr günstig an seine Mitglieder abgeben.
Preis: DM 35,-- + DM 5,-- für Porto und Verpackung

* CTAN/3 - Das TeX-/LaTeX-Archiv von DANTE e.V.
...ist veraltet (November 1995) und wird nicht mehr angeboten.

- Disketten und andere Medien per Post:

Für Mitglieder ohne Internet-Anschluss bietet DANTE e.V. den
Service an, TeX-Software per Disketten oder auf anderen Medien zu
verteilen.

Außerdem hat DANTE e.V. für einige Shareware-Angebote Sonderregelungen
für seine Mitglieder vereinbart. So wurde beispielsweise für das
TeX-Paket `OzTeX' für Macintosh-Rechner die Shareware-Gebühren
pauschal für alle Mitglieder bezahlt.

4.2) CTAN, das `Comprehensive TeX Archive Network'

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

4.2.1) Was ist CTAN?

CTAN steht für `Comprehensive TeX Archive Network'. Dies ist ein
Verbund von z.Zt. drei Rechnern im Internet. Hierauf ist alles, was
mit TeX zu tun hat, zu finden. Die Server gleichen ihre Dateien
untereinander ab, so daß Sie auf jedem der drei Rechner dieselben
Dateien finden können. Dadurch ist es gleichgültig, wo Sie die
Dateien holen. Sie sollten aber bedenken, daß es am günstigsten ist,
die Dateien bei dem Server zu holen, der Ihnen am nächsten ist. Dies
ist für den deutschsprachigen Raum der von DANTE e.V. finanzierte
ftp-Server

ftp.dante.de /tex-archive/ (Heidelberg)

Die beiden anderen ftp-Server sind

ftp.tex.ac.uk /tex-archive/ (Cambridge, UK)
und
tug2.cs.umb.edu /tex-archive/ (Massachusetts, USA)


Neben diesen drei Rechnern, die das Rückgrat des CTAN bilden,
existieren viele weitere ftp-Server, die den kompletten CTAN-Inhalt
oder Teile davon `spiegeln'. Die aktuelle Liste dieser ftp-Server
finden Sie in der Datei ``CTAN.sites'' auf einem der CTAN-Server im
Verzeichnis ``/tex-archive/''.

Im deutschsprachigen Raum sind dies u.a. (Stand: Dezember 1995):

ftp.univie.ac.at /packages/tex/ (Wien, A)
ftp.uni-bielefeld.de /pub/tex/ (Bielefeld)
ftp.tu-dresden.de /tex/tex.dante/ (Dresden)
ftp.gwdg.de /pub/dante/ (Göttingen)
ftp.mpi-sb.mpg.de /pub4/tex/mirror/ftp.dante.de/ (Saarbrücken)
ftp.uni-stuttgart.de /pub/tex/ (Stuttgart)
ftp.leo.org /pub/comp/typesetting/tex/ (München)
ftp.uni-augsburg.de /tex-archive/ (Augsburg)


4.2.2) Wieso liegen auch Dateien, die zum einem Paket gehören, auf
CTAN als Einzeldateien und nicht in gepackten Archivdateien?

Die ftp-Server des CTAN und einige der ftp-Server, die den Inhalt von
CTAN spiegeln, sind in der Lage, alle Dateien eines Verzeichnisses
zusammenzupacken und `on-the-fly' zu komprimieren. Um alle Dateien
des Verzeichnisses ``tex-archive/macros/latex/base/'' zu bekommen,
reicht es, in das übergeordnete Verzeichnis zu wechseln und eine
Endung wie ``.tar'', ``.tar.gz'' oder ``.zip'' an den Namen des
Verzeichnisses zu hängen. Um alle Dateien im Verzeichnis als tar-
oder ZIP-Datei zu erhalten:

cd tex-archive/macros/latex
bin
get base.tar.gz
oder
get base.zip


4.2.3) Wie suche ich auf CTAN nach der Datei `XYZ'? Ich kann ein
Paket mit Endung `.sty' nicht finden.

Um nach einer Datei zu suchen, die im Namen beispielsweise `multicol'
enthält, kann man bei den ftp-Servern des CTAN (und einigen
Spiegel-ftp-Server) in der ftp-Sitzung die Anweisung

quote site index multicol

eingeben. Der Suchbegriff ist dabei ein regulärer Ausdruck, d.h. alle
besonderen Zeichen, wie das Zeichen `.', müssen mit einem doppelten
Backslash gequotet werden. Will man beispielsweise nach der Datei
`caption.sty' suchen,so sollte man

quote site index /caption\\.

eingeben. Der führende Slash `/' und abschließende gequotete Punkt
`.' schränkt die Ergebnisliste stark ein. Außerdem führt die Suche
nach LaTeX-Paketen mit `.sty' nicht immer zum Ziel, da neuere Pakete
meist in docstrip-Archivdateien mit der Dateiendung `.dtx' eingepackt
vorliegen. Weitere Informationen findet man auf CTAN in den Dateien
``README.archive-features'' und ``README.site-commands''.


4.2.4) Wie kann ich ohne Internet-Anschluß auf CTAN zugreifen?

Falls Sie keinen Internet-Anschluß haben, können Sie auf den
ftp-Server auch Uber E-Mail mit Hilfe eines sogenannten `ftp-Mailer'
zugreifen. Beachten Sie bitte, daß bei unachtsamer Nutzung sehr große
Datenmengen verschickt werden können und die dazu notwendigen
Ressourcen (Übertragungszeit, Speicherplatz) zur Verfügung stehen
müssen. Außerdem sollten Sie daran denken, daß eventuell die
Betreiber von `Zwischenknoten', über die Ihre E-Mail weitergeleitet
wird, für Ihre übertragene Datenmenge mitzahlen müssen! Die Nutzung
eines ftp-Mailer ist im Maus-Netz nicht gestattet.
Weitere Informationen über den ftp-Mailer und die zu benutzenden
Anweisungen erhalten Sie mit einer E-Mail an `ftp...@dante.de' mit
dem Inhalt `help'.

4.3) TeX-Implementierungen
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

4.3.1) Ich suche für das Betriebssystem XYZ ein möglichst komplettes,
leicht installierbares TeX-System.

Auf CTAN findet man TeX-Systeme teils fertig installierbar, teils nur
als Sources in den Verzeichnissen unter ``systems/''. Einige Systeme
kann man auch auf CD-ROMs finden (siehe Abschnitt 4.1), davon sind
einige sehr einfach installierbar und dokumentiert, also für Anfänger
ideal. Da es der Platz hier nicht zuläßt, auf alle Systeme genauer
einzugehen, folgt in den Abschnitten 4.3.2ff eine unvollständige
Aufzählung für verschiedene Betriebssysteme mit einer sehr knappen
Beschreibung.


4.3.2) OS/2, MS-DOS:

emTeX: CTAN: systems/os2/emtex/ (oder: systems/msdos/emtex/)
systems/msdos/4alltex/
vollständiges System mit vielen Tools, leicht installierbar,
viele Erweiterungen (z.B. GUI) von fremden Autoren
verfügbar; findet man auf der CD-ROM `4allTeX' in einer von
der CD-ROM lauffähigen Version!

PubliC (e-)TeX/MF/MP: CTAN: systems/msdos/dostp21/
Minimal-Ausstattung an Programmen, Makros und Fonts, dafür
voll TDS-kompatibel, enthält e-TeX, leicht installierbar.

SbTeX: CTAN: systems/msdos/sbtex/

web2c-OS/2: CTAN: systems/os2/web2c/
Portierung des `web2c-6.1'-Pakets (siehe Unix) für OS/2 (ab
Version 2.0), unvollständiges System, enthält `nur' den Kern
eines TeX-Systems

web2c: ftp://ftp.simtel.net/pub/simtelnet/gnu/djgpp/v2/v2apps/tex
Portierung von web2c 7.0 für MS-DOS, basiert auf
gcc-Portierung von D.J. Delorie, benötigt Teile des
DJGPP-Runtime-Pakets, das auch auf OS/2 und Windows 95/NT
läuft.

OS/2 TeX: http://www.student.informatik.th-darmstadt.de/~kleinboe/german.html
Shareware (Registrierungsgebühr DM 50,--), einfach zu
installierendes System mit eigenem Installationsprogramm,
TeX-Shell mit einfachem Syntax-Highlighting, PM
DVI-Previewer, Schriftarten-Server, unterstützt jeden
installierten OS/2-Druckertreiber

4allTeX Workbench: siehe Frage 4.4.3


*4.3.3) Windows 3.x/95:

WinEmTeX (ehemals: tex4win) - emTeX für Windows:
http://infaut.et.uni-magdeburg.de/~werner/winemtex.htm
Komplette TeX-Distribution für Windows mit allen notwendigen
Teilen des emTeX-Paketes zusammen mit Ghostscript und dem
Editor WinEdit von Wilson Windowware, durch Installations-
skript sofort funktionsfähig installierbar; durch
Skriptsprache des Editors sind alle TeX-Funktionen
(übersetzen, Vorschau usw.) per Menu oder Tastaturkürzel
aufrufbar, Syntax-Hervorhebung durch Farbe; integrierte
BibTeX-Oberfläche, kontextsensitive LaTeX-Hilfe,
automatische Fontgenerierung; momentan nur Dokumentation in
deutsch. (Die unregistrierte Shareware-Version des Editors
ist auf Textlängen von 1000 Zeilen beschränkt!)

MikTeX: CTAN: systems/win32/miktex/
für Windows 95 und NT (auch Versionen für Power-PC),
genaueres unter http://www.snafu.de/~cschenk/miktex/ und
http://www.esat.kuleuven.ac.be/~minten/NTTeXing/NTTeXing.html

Eine Installationsbeschreibung eines TeX-Gesamtsystems aus
MikTeX, Ghostview und WinEdt für Einsteiger findet man unter
http://www.gap.baynet.de/members/werdenfels.gym/tex/

emTeX: siehe OS/2, MS-DOS

web2c (Win32-Port):
basiert auf Web2c Version 7.0
CTAN: systems/win32/web2c/

web2c 7.0 (DJGPP-Port): siehe OS/2, MS-DOS

gTeX: CTAN: systems/msdos/gtex/
basiert auf altem web2c-6.1 (ohne kpathsea-2.6), deshalb
etwas unflexibel hinsichtlich `Path-Searching'

TrueTeX: http://idt.net/~truetex/
kommerzielles TeX-System

Scientific Word/Scientific WorkPlace:
kommerzielles TeX-System für Windows, Pseudo-WYSIWYG


4.3.4) Unix (inkl. Linux):

web2c: CTAN: systems/web2c/
unvollständiges System, enthält `nur' den Quellcode der
wichtigsten Programme eines TeX-Systems ((ML)TeX, Metafont
MetaPost, TeX+MF+WEB-Tools, BibTeX, dvicopy); TeX-System ist
mit Hilfe von `web2c' relativ einfach auf alle Systeme mit
C-Compiler und Unix-ähnlicher C-Library portierbar, wobei
die aktuelle Version 7.0 schon Amiga-, OS/2- und Windows NT-
Unterstützung enthält.

teTeX: CTAN: systems/unix/teTeX/
vollständiges System, über Skripte automatisch und sehr
einfach compilier- und installierbar, für viele
weitverbreitete Unix-Systeme auch fertige Binaries
verfügbar, teTeX v0.3 basiert auf der veralteten `web2c'
Version 6.1, benötigt in der Basisausstattung inkl. pk-Fonts
ca. 15-20 MB, mit weiteren Paketen 35-40 MB.
Auf der 2. Auflage der CD-ROM `TeX Live' findet man eine
Variante von teTeX, die auf web2c v7.0 basiert, in einer von
der CD-ROM lauffähigen Version für viele Unix-Versionen!
Momentan ist teTeX Version 1.0 im Test, die auf web2c v7.0
basiert (Stand: August 1997).

NTeX: CTAN: systems/unix/linux/ntex
vollständiges System, wesentlich umfangreicher als teTeX,
enthält viele landesprachliche Anpassungen, auch für
weniger verbreitete Sprachen, in neueren Versionen werden
neben Linux auch andere Plattformen unterstützt.
NTeX v1.x enthält unrechtmäßig veränderte, inkompatible
CM-Schriften, daher möglichst sofort auf v2.x umsteigen!


4.3.5) OpenVMS (DEC VAX und Alpha AXP):

DECUS-TeX: CTAN: systems/OpenVMS/
Dieses Verzeichnis enthält Zip-Archive der Quellen
sowie der vorkompilierten Images für OpenVMS (Alpha&VAX).
Makrodateien, Schriften etc. sind aus den anderen Teilen
(macros/, fonts/, languages/) des CTAN-Archivs zu besorgen.

DECUS-TeX ist eine vollständige, Ready-to-Run-Verteilung
für OpenVMS (Alpha & VAX). Die Images sind dieselben, wie
sie auch von CTAN erhältlich sind. Daneben enthält die
Verteilung die gängigen Formate (Plain, LaTeX, AMSTeX),
sowie XDVI, DVIPS, TEXINDEX und einige andere Programme.
Weiterhin sind alle Standard-Schriften (CM, LaTeX, AMSTeX,
DC v1.1) enthalten. Der gesamte Umfang beträgt ca. 200MB
(inkl. Quellen). DECUS-TeX kann von DECUS München e.V.,
Freischützstr. 91, 81927 München gegen einen Unkostenbeitrag
auf folgenden Medien bezogen werden: Magnetband 6250 Bpi,
TK50, DAT.

DECUS München e.V. hat die Distribution an DECUS U.S. zur
Aufnahme in die DECUS-Library weitergegeben, die seit
einiger Zeit zweimal jährlich auf CD erscheint.
Darüberhinaus hat DECUS U.S. die Distribution an DEC als
Beitrag für die Freeware 2.0 CD weitergeben. Die Freeware
2.0 CD wird an Kunden zusammen mit der `Consolidated Binary
Distribution' ausgeliefert. Daneben ist die Freeware 2.0 CD
im Internet auf dem FTP Server von DEC verfügbar.
Einstiegspunkte sind beispielsweise http://www.digital.de/
und http://www.digital.com/. In Europa ist die Freeware 2.0
CD auch auf dem ftp-Server ftp.dct.ac.uk erhältlich.


4.3.6) Apple Macintosh:

Eine gute Übersicht über alle Implementierungen von TeX-Systemen und
Teilen davon (BibTeX etc.) für den Macintosh findet man unter
http://www.esm.psu.edu/mac-tex/

OzTeX: CTAN: systems/mac/{oztex,oztex-german}/
OzTeX-Homepage: http://www.kagi.com/authors/akt/oztex.html
CMacTeX: CTAN: systems/mac/cmactex/
CMacTeX-Homepage: http://www.math.tamu.edu/~tkiffe/cmactex.html
DirectTeX: CTAN: systems/mac/directtex/
teils Shareware, bitte mitgelieferte README-Dateien
beachten! (OzTeX-Gebühr wurde für Mitglieder von DANTE e.V.
bereits pauschal bezahlt.)

Textures:
kommerzielles TeX-System, Pseudo-WYSIWYG


4.3.7) Amiga:

PasTeX: CTAN: systems/amiga/pastex/
vollständiges TeX-System, wegen Zeitmangel des Autors
z.Zt. nicht mehr weiterentwickelt.

AmiWeb2C: CTAN: systems/amiga/amiweb2c/
beruht auf Web2c-7.0, enthaelt MetaPost und e-TeX v1.1

AmigaTeX:
kommerzielles TeX-System


4.3.8) Atari ST:

Lindner-TeX/Birkhahn-MF: CTAN: systems/atari/lindner-tex-packed-disks/

CS-TeX: CTAN: systems/atari/cs-tex/
veraltetes TeX-System von 1992, neuere Version als MultiTeX
kommerziell vertrieben (jedoch mittlerweile auch veraltet)

4.4) Editoren, Frontend-/GUI-Programme
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

4.4.1) Welche Editoren soll ich verwenden? Gibt es graphische
Benutzungsoberflächen, die den Aufruf der einzelnen Programme
vereinfachen oder automatisieren?

Grundsätzlich sollte man den Editor verwenden, mit dem man am besten
arbeiten kann. Denn: Man verbringt die meiste Zeit im Editor, nicht
nur zum Erstellen von (La)TeX-Dokumenten, sondern beim Erstellen jedes
Textes.

Die Listen in den Abschnitten 4.4.2ff stellen eine unvollständige
Auswahl von verfügbaren Bedienumgebungen und Editoren mit
(La)TeX-Unterstützung dar. Für die nicht explizit genannten Systeme
(Amiga, Atari ST) gibt es ebenso an diese Systeme angepaßte
Bedienumgebungen.


4.4.2) Unix (inkl. Linux):

- GNU-Emacs mit AUCTeX-Mode
Unter X11 und GNU-Emacs 19.* (bzw. XEmacs) hat man Menüs,
Klammerungstest, sehr mächtige Eingabe-Shortcuts, mit `hilit' oder
`font-lock' Hervorhebung durch Farbe, Syntax-Check, Aufruf von
TeX, Previewer und weiterer Tools etc.
- xtem
Eine in Tcl/Tk geschriebene, unter X11 laufende Bedienoberfläche,
von der aus die wichtigsten Programme eines TeX-Systems integriert
werden kann; leicht konfigurierbar und wegen Verwendung von Tcl
auch selbst relativ einfach erweiterbar.

AUCTeX: CTAN: support/auctex/
xtem: CTAN: support/xtem_texmenu/

4.4.3) MS-DOS

- GNU-Emacs mit AUCTeX-Mode
einen vollwertigen GNU Emacs 19.34 mit Pull-Down-Menüs,
Mausunterstützung und Faces gibt es auch für MS-DOS; nähere
Beschreibung siehe unter `Unix'.
- 4allTeX Workbench (auf der CD-ROM bzw. im Paket `4allTeX')
bietet eine einfache, ausreichende Umgebung, in die man sehr
einfach den eigenen Editor und andere Programme einbinden kann.
- Eddi4TeX
ist ein spezieller Editor mit Klammerungstest, Syntax-Checks,
Online-Hilfe, Hervorhebung durch Farbe etc., der durch eine
umfangreiche Makrosprache angepaßt und erweitert werden kann.
- TeXshell
ist eine einfache, einfach anpaßbare Umgebung, in die der eigene
Editor eingebunden werden kann.

4allTeX: CTAN: systems/msdos/4alltex/ (oder auf CD-ROM)
Eddi4TeX: CTAN: systems/msdos/e4t/
TeXshell: CTAN: systems/msdos/texshell/

4.4.4) Windows 3.*/95/NT:

- GNU-Emacs mit AUCTeX-Mode (siehe Abschnitt 4.4.3)
- NTemacs - Emacs für Windows NT
http://www.esat.kuleuven.ac.be/~minten/NTTeXing/NTTeXing.html
- WinEdt - Editor für Windows 3.11/95/NT
Shareware, hat Syntax-Highlighting, stellt Templates etc. für
LaTeX bereit, ist sehr gut auf Nutzerbedürfnisse anzupassen,
Support durch den Autor.

WinEdt: CTAN: systems/win32/winedt/

4.4.4) OS/2

- GNU-Emacs mit AUCTeX-Mode
Einen vollwertigen GNU Emacs 19.33 mit Pull-Down-Menüs,
Mausunterstützung und Faces gibt es auch für OS/2; nähere
Beschreibung siehe unter `Unix'.

- EPM (`Erweiterter Editor', ist bei OS/2 dabei)
PM-Anwendung, z.T. schon an TeX angepaßt (z.B. Syntax-
Highlighting). Zusätzliche Pakete erweitern den Editor zu einer
integrierten TeX-Umgebung und sind für emTeX vorbereitet:
- epmTeX: Menüunterstützung für TeX, DVI-Treiber usw.,
LaTeX-Syntaxassistent, vielfältige Optionen.
- EPM TeX Front End: weiterentwickelte, neuere Variante von
epmTeX, unterstützt PostScript, einfache Installation und
Handhabung, deutschsprachige Anleitung.
- FSS TeXeditor
WPS/PM-Programm, für die Verwendung von emTeX (optional zusammen
mit dvips/Ghostscript) vorkonfiguriert, verwaltet mehrere
TeX-Konfigurationen, mehrere Dateifenster, TeX-Befehle über Menüs
verfügbar, Textbausteine, eigene Makros erstellbar etc.
(Shareware, Gebühr einmalig DM 60,-; die unregistrierte Version
ist mit funktionellen Einschränkungen benutzbar.)

epmTeX: CTAN: systems/os2/epmtex/
EPM TeX Front End: CTAN: systems/os2/epmtfe/
FSS TeXeditor: CTAN: systems/os2/texed/


4.4.5) Macintosh:

- Alpha
ist ein Texteditor mit sehr guter Unterstützung für LaTeX

Alpha: CTAN: systems/mac/support/alpha/
(im Unterverzeichnis `contrib/' findet man viele nützliche
Dinge und Anpassungen für Alpha)


4.4.6) Gibt es ein WYSIWYG-Frontend für TeX? Ist damit ein
interaktives Gestalten möglich?

Schon seit Jahren gibt es `Textures' auf Macintosh-Rechner. Mit
`Scientific Word' kam vor einiger Zeit ein Äquivalent für Windows (PC)
auf den Markt. Beide Systeme haben gemein, daß sie kommerziell
vertrieben werden und daß Dokumente, Fonts u.ä. mit wenigen
Einschränkungen mit anderen TeX-Systemen ausgetauscht werden können.

a) Lyx:

Seit ca. Herbst 1995 ist `Lyx' über ftp-Server für Linux und weitere
Systeme mit dem X11 Window System frei erhältlich. Lyx befindet sich
momentan noch in steter Weiterentwicklung. Es benötigt neben X11R6
(oder X11R5) das XForms-X11-Toolkit, von dem z.Zt. keine Source,
sondern nur fertige Libraries frei verteilt werden.
Lyx verwendet und legt Dokumente in normalen Textdateien ab. Es
verwendet einen eigenen Markup-Stil mit eigenen Markup-Anweisungen,
die als LaTeX2e-Paket in der Datei ``lyx.sty'' mitgeliefert werden.
Lyx-Dokumente können deshalb auch mit (La)TeX übersetzt und Teile
daraus in eigene Dokumente eingebunden werden. Mehr Informationen,
Source bzw. Binaries für `Lyx' und `XForms' über die WWW-Seiten
http://www-pu.informatik.uni-tuebingen.de/users/ettrich
(oder http://wsiserv.informatik.uni-tuebingen.de/~ettrich/)
http://www.uni-sw.gwdg.de/~pit/Linux/LyX.html
http://www.via.ecp.fr/lyx/
oder
http://www.lehigh.edu/~dlj0/LyriX.html
Unter
http://la1ad.uio.no/lyx/
findet man unter anderem auch die jeweils neueste Entwicklerversion,
die häufig ohne größere Probleme benutzbar ist.

b) Cicero

Cicero is ein Wordprocessor, der in C++ in Verbindung mit TCL/TK
geschrieben ist und unter X11R6 läuft, Ausgabe kann in LaTeX und
SGML-Tools aka Linuxdoc-SGML erfolgen. Läuft unter Linux, evtl. auch
auf anderen Unix-Systemen. Cicero ist momentan noch im
Entwicklungsstadium. Mehr Informationen auf der WWW-Seite
http://zeus.informatik.uni-frankfurt.de/~weis/cicero.html

c) SciTeXt

SciTeXt ist ein Wordprocessor, der unter X/Motif läuft und für
Linux/x86, Solaris 1+2 und weitere Unix-Systeme verfügbar ist.
Geplant bzw. implementiert sind Schnittstellen zu Gnuplot, Maple und
MuPAD, Ausgabe erfolgt in `möglichst' gutem TeX. Befindet sich
ebenfalls im Entwicklungsstadium. Mehr Informationen auf der
WWW-Seite
http://www.uni-paderborn.de/~SciTeXt/

--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 4 ---

DE-TeX-FAQ-Maintainer

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

Posted-By: auto-faq 3.3 beta (Perl 5.003)
Archive-name: de-tex-faq/part11

Posting-Frequency: monthly
Copyright-Notice: siehe Abschnitt 1.1/see Section 1.1
URL: http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/


Fragen und Antworten (FAQ) über

das Textsatzsystem TeX und
~~~~~~~~~~~~~~~~~~
DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

(Version 37 vom März 1998)

=== Teil 11: Tools und Utilities ==


11.1) Tools zur Manipulation von dvi-Dateien

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

11.1.1) Ich möchte aus DIN A4-Papier durch doppelseitigen Druck und
entsprechende Faltung eine Broschüre in DIN A5 erstellen.

Mit `dvidvi' oder `dvibook' lassen sich die Seiten in einer dvi-Datei
so umordnen, daß auf einem Papierbogen die entsprechenden Seiten
doppelseitig gedruckt werden können. Neben diesen dvi-Manipulations-
programmen können auch einige dvi-Gerätetreiber die Seiten so gedreht
und sortiert ausgeben, daß man diese zu einer Broschüre bzw. die
einzelnen Bogenpäckchen zu einem dickeren Buch binden kann. Beispiele
für solche Treiber sind `dvidrv' (emTeX, OS/2&MS-DOS) `dvi_dot'
(MultiTeX, Atari ST), DVI 3.00 (Atari ST). Hilfreich ist hierbei
neben der Fähigkeit, die Seiten ensprechend anzuordnen, daß man die
Signaturgröße, d.h. die Größe eines Heftchens, über einen Parameter
angeben kann (Bsp: `section-count' bei den emTeX-Treibern).
Verwendet man PostScript, so kann man mit `psbook' (aus den
PostScript-Utilities) statt der Seiten in der dvi-Datei auch die
Seiten in der aus der dvi-Datei erzeugten PostScript-Datei umordnen.
Dabei sollte man darauf achten, daß die PostScript-Dateien sogenannte
`strukturierte Kommentare' enthalten, da `psbook', andere PostScript-
Utilities und beispielsweise auch `ghostview' diese Kommentare
benötigen, um den Vorspann und die einzelnen Seiten voneinander
trennen zu können. (In `dvips' darf man die Option -N, `No structured
comments', daher _nicht_ verwenden!)

Lösungsbeispiel mit `dvidvi' und `dvips':

# Vorderseiten:
dvidvi -m '4:-1,2(148.5mm,0mm)' datei.dvi tmp.dvi
dvips -t landscape -x 707 tmp1.dvi
#
# Rückseiten:
dvidvi -m '4:-3,0(148.5mm,0mm)' datei.dvi tmp.dvi
dvips -t landscape -x 707 tmp2.dvi
#
# danach zuerst die Vorderseiten in `tmp1.ps' ausdrucken, diese in
# den Drucker so einlegen, daß die letzte Vorderseite zuerst
# eingezogen wird, und dann die Rückseiten in `tmp2.ps' ausdrucken.

Lösungsbeispiel mit `psbook', `pstops' und `dvips':

# Ausgabe im Querformat und auf DIN A5 (= 1/sqrt{2}) verkleinert
dvips -t landscape -x 707 -o tmp.ps datei.dvi
# Sortieren der Seiten der PS-Datei, Signaturgröße: je 16 Seiten
# ergibt 4 Bögen (doppelseitig und gefaltet)
psbook -s16 tmp.ps tmp-sorted.ps
# Zusammenfassen auf eine DIN A4-Seite
pstops '2:0(7.44mm,7.44mm)+1(7.44mm,-141.06mm)' tmp-sorted.ps datei.ps


dvidvi: CTAN: dviware/dvidvi/
dvibook: CTAN: dviware/dvibook/
psbook: CTAN: support/psutils/

(in anderen Verzeichnissen unter systems/ findet man
Binaries dieser Programme für verschiedene Systeme)


11.1.2) Ist es möglich, zwei dvi-Dateien zu einer zusammenzumontieren?
Kann ich einzelne Seiten aus einer dvi-Datei in eine dvi-Datei
schreiben?

`dviconcat' von Chris Torek, das im `dvibook'-Paket von Angus Duggan
enthalten ist, hängt dvi-Dateien aneinander. Mit `dviselect' aus
demselben Paket kann man einzelne Seiten bzw. Folgen von Seiten aus
einer dvi-Datei extrahieren.

dvibook: CTAN: dviware/dvibook/

11.2) Syntax-Checker
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

11.2.1) Ich möchte ein LaTeX-Dokument möglichst schnell auf Fehler
überprüfen.

In LaTeX2e gibt es das Paket `syntonly', das durch die Anweisung
`\syntaxonly' in der Dokumentpräambel einige LaTeX-Interna so
umdefiniert, daß kein oder nur spärlich dvi-Code erzeugt und so der
Übersetzungslauf beschleunigt wird. Dabei werden weiterhin die
meisten Fehler, insbesonders syntaktische, von TeX gemeldet. Jedoch
können auch weitere Fehler gemeldet werden, wenn Makros von den intern
jetzt nicht mehr erzeugten Strukturen abhängen. `syntonly' benötigt
die tfm-Datei für den Font `dummy'.

dummy: CTAN: fonts/ams/amsfonts/sources/dummy.mf
fonts/ams/amsfonts/tfm/dummy.tfm


11.2.2) Gibt es auch noch Syntax-Checker, die schneller sind?

Externe Syntax-Checker, wie `lacheck', `ChkTeX' oder `texchk', sind
schneller, jedoch kann es vorkommen, daß sie z.B. bei `verbatim'-
ähnlichen Umgebungen sehr viele Fehler melden, obwohl keine
existieren. Meist ignorieren diese Programme auch \input- und
\include-Anweisungen, so daß die einzelnen Dokumentdateien separat
getestet werden müssen. Sie sind jedoch schnell und ideal zum Finden
von Fehlern durch inkorrekte Schachtelung von Gruppen/Umgebungen.

lacheck: CTAN: support/lacheck/
C/lex-Source von `lacheck' (früher im AucTeX-Paket enthalten).
ChkTeX: CTAN: support/chktex/
Sources und Binaries für verschiedene Architekturen.
texchk: CTAN: systems/msdos/4alltex/disk05/texcheck.zip
Binary ist im emTeX- und damit auch im 4allTeX-Paket
enthalten.

11.3) Dokument-Konverter von bzw. in das (La)TeX-Markup-Format

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

11.3.1) Ich habe ein Dokument für XYZ vorliegen und möchte es in
(La)TeX umwandeln. Gibt es ein Konvertierungsprogramm?

Für relativ viele Dokumentformate gibt es Programme, die diese in eine
(La)TeX-Eingabedatei mit entsprechendem Markup umwandeln. Leider
können die meisten dieser Programme nur eine a) unvollständige
Konvertierung durchführen, b) ein (La)TeX-Dokument mit schlechtem
Markup erzeugen oder c) brechen mit Fehlern ab oder stürzen im
schlimmsten Fall ab. Dies liegt an unterschiedlichen Gründen, wie
z.B. daran, daß die Markup-Möglichkeiten des anderen Programms nicht
mächtig genug sind oder daß das Dateiformat nicht offiziell
dokumentiert vorliegt und daher nur unvollständig und fehlerhaft
`re-engineered' wurde. Es ist daher besser, wenn Sie nicht allzu viel
von diesen Konvertierungsprogrammen erwarten und sich darauf
einstellen, daß sie noch nacharbeiten müssen.
Konvertierungsprogramme, die (La)TeX-Dokumente erzeugen, existieren
für Word/WordPerfect/RTF, SGML, HTML, troff, Scribe u.v.a.m.


11.3.2) Ich habe ein (La)TeX-Dokument vorliegen und möchte es in eine
Form für XYZ umwandeln. Gibt es ein Konvertierungsprogramm?

Es existieren relativ viele Konvertierungsprogramme, um ein
LaTeX-Dokument in eine Form zu wandeln, um das Dokument oder Teile
daraus in anderen Programmen weiterzuverwenden. Auch hier muß man
mehr oder weniger Abstriche machen, wenn ein Dokument a) nicht
strukturiert eingegeben und konsistent mit LaTeX-Markup versehen
wurde, b) spezielle LaTeX-Pakete und -Erweiterungen verwendet, c)
mathematische Formeln, Tabellen und Grafiken mit der `picture'-
Umgebung enthält oder d) das Konvertierungsprogramm spezielle
Markup-Deklarationen benötigt. Sie müssen daher auch hier entweder
das entstandene Ergebnis nachbearbeiten oder ihr LaTeX-Dokument vorher
entsprechend anpassen.
Konvertierungsprogramme, die aus (La)TeX-Dokumenten ein anderes
Format erzeugen, existieren für RTF (Word/WordPerfect), gewöhnlichen
ASCII-Text, HTML, Portable Document Format (PDF) von Adobe u.v.a.m.


11.3.3) Konvertierungsprogramme für MS WORD (for Windows), WordPerfect
(for Windows), allgemein für `Rich Text Format' (RTF) sowie
für weitere Formate?

[Die folgenden Informationen sind den folgenden Quellen entnommen:
* Marion Neubauer, Conversion from WORD/WordPerfect to LaTeX,
Proceedings of the Eighth European TeX Conference, EuroTeX'94,
September 1994, Gdansk/Polen, S. 115-119.
* `Liste von Konvertern zwischen RTF/Word/WordPerfect und LaTeX' von
Wilfried Hennings; regelmäßig gepostet in die Newsgroup
`comp.text.tex'
]

LaTeX zwingt den Autor, sein Dokument in strukturierter Form
einzugeben, während Textverarbeitungsprogramme wie Word und
WordPerfect auch die unstrukturierte Eingabe eines Dokuments erlauben,
was leider auch die meisten Autoren tun. Daher ist es nur sehr schwer
und mit viel Aufwand möglich, ein unstrukturiertes Dokument
automatisch in eine strukturierte LaTeX-Eingabe umzusetzen.
Für die Textverarbeitungsprogramme existieren jedoch auch sogenannte
Style-Sheets. Werden vom Autor eines Dokuments die zusätzlichen
Strukturierungsmöglichkeiten eines solchen Style-Sheet `sauber' und
konsistent verwendet, ist eine automatische Umsetzung in eine klar
strukturierte LaTeX-Eingabedatei über einen `internen' Konverter
(z.B. durch Makros des Textverarbeitungsprogrammes) möglich.

Eine Übersicht über eine Vielzahl von Konvertierungsprogrammen
zwischen (La)TeX-Dokumenten und RTF-/Word/WP-Dokumenten hat Wilfried
Hennings in seiner FAQ unter
http://www.kfa-juelich.de/isr/1/texconv.html
veröffentlicht, die man auch unter
CTAN: help/wp-conv/
finden kann. Dieser FAQ wird regelmäßig nach `comp.text.tex'
gepostet. Im folgenden sind diese Programme daher nur knapp
aufgezählt.

RTF/WORD/WordPerfect => LaTeX (nichtkommerziell):
-----------------------------

RTF (WORD/WordPerfect) => LaTeX
- rtf2TeX CTAN: support/rtf2tex/
- rtf2LaTeX CTAN: support/rtf2latex/
- rtfLaTeX CTAN: support/rtflatex/
- w2latex CTAN: support/w2latex/

WinWord 2.0 und 6.0 => LaTeX
- WINW2LTX CTAN: support/winw2ltx/
(Style-Sheets, interner Konverter!)

WordPerfect => LaTeX
- WP2LaTeX CTAN: support/{wp2latex-5_1,wp2latex}/
- TeXPerfect CTAN: support/texperf/
- WP2x

WORD => LaTeX
- word_tex CTAN: support/word_tex/
(Style-Sheets, interner Konverter!)
- WORD2TeX CTAN: support/word2tex/
- WD2LaTeX


RTF/WORD/WordPerfect => LaTeX (kommerziell):
-----------------------------

- ``Publishing Companion'' (WORD/WordPerfect => (La)TeX)
von K-Tak Communications Inc.
URL: http://www.ktalk.com
ftp://ftp.infinet.com/pub/ktalk

- Scientific Word/Scientific WorkPlace (enthält RTF inkl. math => LaTeX)
von TCI Software Research

- MathType Formeleditor (math => Plain-TeX)
von Design Science
URL: http://www.mathtype.com/mathtype/
ftp://ftp.mathtype.com/


EXCEL-Tabellen => LaTeX (nichtkommerziell):
-----------------------

- Excel2Latex
http://www.jam-software.com/software.html#X2

- Tabular
http://www.hsh.no/~ag/tabular/


LaTeX => RTF/WORD/WordPerfect (nichtkommerziell):
-----------------------------

- TeX2RTF 1.47 (LaTeX => RTF, Windows Help RTF, HTML, wxHelp)
CTAN: support/tex2rtf/
URL: ftp://ftp.aiai.ed.ac.uk/pub/packages/tex2rtf/
http://web.ukonline.co.uk/julian.smart/tex2rtf/
- latex2rtf (LaTeX => RTF)
CTAN: support/latex2rtf/

LaTeX => RTF/WORD/WordPerfect (kommerziell):
-----------------------------

- TexPort (TeX/LaTeX => WordPerfect/Word)
URL: http://www.ktalk.com
ftp://ftp.infinet.com/pub/ktalk


11.3.4) Konvertierungsprogramme zwischen HTML und LaTeX?

Eine Übersicht über eine Vielzahl von Konvertierungsprogrammen
zwischen (La)TeX- und HTML-Dokumenten hat Günter Partosch in seiner
Liste ```Gleichzeitiges' Publizieren in HTML und LaTeX'' unter
http://www.uni-giessen.de/~g029/converters.html
veröffentlicht.

11.4) TeX-Benutzungsoberflächen und Editoren
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

11.4.1) Emacs: Wie kann ich erreichen, daß für deutsche Texte
das Doublequote nicht durch `` bzw. '' ersetzt wird?

In vielen, wenn auch nicht allen Fällen erkennt AucTeX, eine
empfehlenswerte Erweiterung des Emacs-TeX-Mode, durch die Verwendung
des Pakets `german' in der Dokumentpräambel, daß dieses Verhalten
ausgeschaltet werden soll. Gibt man zwei Doublequotes ein, so erhält
man immer einen Doublequote.
Ansonsten kann man dieses Verhalten abschalten oder ändern, in dem
man in die Startup-Datei `.emacs' die Zeilen

(add-hook 'TeX-mode-hook
(function (lambda ()
;;
;; 1. gesonderte Behandlung von " ganz abschalten
; (local-set-key "\"" 'self-insert-command)
;;
;; 2. je ein " statt ``...'' einfügen:
(setq TeX-open-quote "\"")
(setq TeX-close-quote "\"")
;;
;; 3. "`..."' statt ``...'' einfügen:
; (setq TeX-open-quote "\"`")
; (setq TeX-close-quote "\"'")
)))

einfügt und je nach Wunsch eine der drei Varianten auskommentiert
läßt. Achtung: Für den TeX-Mode der Standard-Emacs-Verteilung muß der
Teil ``TeX-'' in den Symbolen als ``tex-'' kleingeschrieben werden.
Ab AucTeX v9.x kann man auch in der Datei `.emacs' einfach

(setq TeX-quote-after-quote t)

schreiben, um dieses Verhalten abzuschalten.


11.4.2) Emacs: Ich will direkt Umlaute verwenden können, jedoch
sollten diese in `\"a' oder `"a' umgewandelt werden, damit ich
sie problemlos weitergeben kann.

Die Emacs-Library-Datei `iso-cvt' wandelt automatisch beim Laden und
Speichern eines Textes die Umlaute von bzw. in die entsprechenden TeX-
bzw. German-Style-Makro-Notation.
Soll Emacs bei Eingabe eines Umlauts für den Umlaut statt eines
einzelnen Zeichens direkt die TeX-Makro-Notation erzeugen, so kann man
dies durch Änderung der entsprechenden `Key-Map' erreichen.
Beispielsweise durch

(add-hook 'TeX-mode-hook
(function (lambda ()
(local-set-key [228]
(function (lambda () (interactive)
(insert "\"a")
;; oder
; (insert "\\\"a")
)))
;; dto. für die anderen Umlaute und das scharfe s
)))

Wenn man dies verwendet, wäre es noch ratsam mit etwas zusätzlichem
Emacs-Lisp-Code beim Löschen eines so erzeugten `Umlautes' nicht nur
ein Zeichen, sondern alle Zeichen des kompletten Makros zu entfernen.
Achtung: Für den TeX-Mode der Standard-Emacs-Verteilung muß statt dem
Symbol ``TeX-mode-hook'' das kleingeschriebene Symbol
``tex-mode-hook'' verwendet werden.


11.5) dvi-Treiber - Druckertreiber und Previewer

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

11.5.1) Wieso zeigt Xdvi das polnische L oder für \sqrt[n]{2} das `n'
nicht an, obwohl es beim Ausdruck auf einem Drucker korrekt
vorhanden ist?

Xdvi sollte in diesem Fall die Warnung ``Note: overstrike characters
may be incorrect.'' ausgeben. Bei Zeichen, die aus mehreren,
übereinander gesetzten Einzelzeichen erzeugt werden, löscht Xdvi zur
schnelleren Ausgabe Teile des bzw. der darunterliegenden
Einzelzeichen. In den Manual-Seiten zu Xdvi findet man dazu mehr im
Abschnitt zu den Optionen "-thorough/-copy". (Nicht vergessen: Xdvi
ist nur ein Previewer für niedrigstauflösende Ausgabegeräte mit
ca. 90-100dpi!)
Mit `xdvi +copy file.dvi' (oder mit `-thorough -nogrey') sollte man
das `n' in obiger Wurzel erhalten, ohne diese Optionen erscheint nur
die Wurzel.


11.5.2) Benutze ich das neue Ghostscript 4.0 zur Anzeige von
PostScript-Grafiken in Xdvi erhalte ich den Fehler
``/undefinedfilename in --file--''. Abhilfe?

Dies ist ein inzwischen gut bekannter Fehler. Die momentan einfachste
Abhilfe besteht darin, mindestens Version 4.03 oder neuer zu benutzen.
Ist dies nicht möglich, kann man in der Zwischenzeit an die
Ghostscript-Datei `gs_init.ps' die Zeile
$error /newerror false put
anzuhängen. In kurzer Zeit dürfte auch eine neue xdvi-Version
erscheinen (bzw. ist schon erschienen), die diesen Fehler beseitigt.


11.5.3) Wieso weisen Satzbelichter meine mit `dvips' oder den
`psutils' erzeugten PostScript-Dateien mit der Meldung zurück,
daß diese kein korrektes PostScript konform zu DSC 3.0 wären?

Kommentare in einer PostScript-Datei sollen den Konventionen für
`Structured Comments', den sogenannten `Document Structuring
Conventions' (DSC), genügen. Ältere Versionen von `dvips' und den
Programmen `pstops', `psbook', `psselect' etc. der PostScript-
Utilities erzeugen jedoch beispielsweise einen nicht ganz korrekten
Kommentar für ``%%Pages:''. Hier darf nur _eine_ einzige Zahl folgen,
die die Seitenzahl angibt. Ältere Versionen von `dvips' und der
PostScript-Utilities geben jedoch noch eine zweite Zahl aus, so daß
Software, die den `Document Structuring Conventions' Version 3.0
strikt folgt, solche PostScript-Dateien, die mit

%!PS-Adobe-3.0

beginnen, als fehlerhaft zurückweist.


11.5.4) Wie kann ich mein Dokument so nach PostScript wandeln, daß
alle Seiten gespiegelt erzeugt werden?

Durch die Option -h kann man mit `dvips' noch zusätzlichen PostScript-Code
in einer sogenannten Header-Datei hinzuladen. Zum Spiegeln sämtlicher Seiten
existiert die Header-Datei `mirr.hd', die man durch

dvips -h mirr.hd document.dvi

hinzuladen kann.

mirr.hd: CTAN: /tex-archive/macros/generic/TeX-PS/mirr.hd

11.6) Zeichenprogramme
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

11.6.1) Wie bringe ich XFig dazu, beim Exportieren von Graphiken nach
(La)TeX Formeln nicht auszukommentieren, sondern so zu
übernehmen?

Über das Menü `Text Flags' (ab XFig Version 3) muß man für diese Texte
das sogenannte Special-Flag setzen, damit diese ohne jede Änderung in
die (La)TeX-Datei exportiert werden. Dies kann man bei schon
gezeichneten Textobjekten auch nachträglich über den Menüpunkt `Edit'
ändern.
Das Special-Flag kann man auch beim Aufruf von XFig über die Option
`-sp[ecialtext]' oder über die X11-Resource `Fig*specialtext' setzen.


--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 11 ---

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Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
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Fragen und Antworten (FAQ) über

das Textsatzsystem TeX und
~~~~~~~~~~~~~~~~~~
DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

(Version 37 vom März 1998)

=== Teil 9: Metafont und Schriften ==


9.1) METAFONT und METAFONT-Tools
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

9.1.1) Was ist ein Meta-Font?

Um die einzelnen Zeichen einer Schrift, eines Font, auf Papier zu
bringen, muß man wissen, an welchen Stellen das Papier mit
Druckerfarbe geschwärzt werden soll und an welchen nicht. Diese
Information kann auf verschiedene Arten repräsentiert werden:
Die einfachste Form ist die `Bitmap' bzw. `Pixelmap', d.h. jedes
Zeichen wird gerastert und für jeden einzelnen Punkt im Raster (=
Pixel) wird abgespeichert, ob diese Stelle geschwärzt werden soll.
Eine Bitmap-Repräsentation hat jedoch den Nachteil, daß man diese
nicht ohne weiteres vergrößern, verkleinern oder die Rasterung an eine
andere Auflösung eines Ausgabegeräts anpassen kann, da man in den
meisten Fällen unerwünschte Seiteneffekte bekommt (Stufen,
Moiré-Effekte, dünnere Linien verschwinden bei Verkleinerung, als
regelmäßig oder unregelmäßige Muster sichtbare Rasterung u.ä.).
Man verwendet zur Beschreibung der Ausmaße und der Form eines
Zeichens daher besser eine rasterungs-, also auflösungsunabhängige
Repräsentation. Dazu gibt es nun mehrere Verfahren:
In METAFONT legt man Linienzüge durch Punkte und durch diese Punkte
festgelegte Spline-Kurven fest und zieht diese mit einem vorher
definierten ``Pinsel'' nach. Durch die Form und die Lage des
verwendeten Pinsels können mit denselben Kurven sehr unterschiedliche
Zeichenformen erzeugt werden. Nachdem das Zeichen aus einzelnen
Kurvenzügen definiert und mit unterschiedlichen Pinseln gezeichnet
wurde, rastert METAFONT die dadurch eingefärbten Flächenteile und
erzeugt daraus einen Font in Form einer Bitmap. Da METAFONT zur
Programmierung einer solchen Font-Beschreibung eine Programmiersprache
definiert, kann ein Font-Designer einer Font-Beschreibung beliebig
viele Parameter mitgeben, die die Form und Ausmaße der einzelnen
Zeichen der erzeugten Schrift in unterschiedlichen Richtungen
verändern. Wegen dieser Möglichkeit, aus einer einzigen Beschreibung
durch Wahl verschiedener Parameter viele verschiedene Schriften
erzeugen zu können, nennt man diese Font-Beschreibungen auch
`Meta-Font'. Man kann also durch Wahl der in einem Meta-Font
definierten Parameter unterschiedliche Fonts in verschiedenen Größen
erzeugen. Durch Angabe der gewünschten Auflösung und weiterer
Parameter des Ausgabegeräts kann wiederum für einen solchen Font eine
optimal an das jeweilige Ausgabegerät angepaßte Bitmap-Wiedergabe
dieses Fonts erzeugt werden.
Neben dieser von METAFONT verwendeten Beschreibung eines Fonts in
Form von mit Pinseln gezeichneten Spline-Kurven kann man die Form
eines Zeichens auch durch die Angabe des Umrisses der zu schwärzenden
Fläche beschreiben. Auch hier werden wiederum Spline-Kurven zur
Beschreibung der Umrisse eines Zeichens verwendet. Diese Beschreibung
in Form eines sogenannten `Outline' wird beispielsweise in
PostScript-Schriften verwendet.


9.1.2) Was sind tfm-, pl-, gf-, pk-, pxl-Dateien?

Neben dem Aussehen der einzelnen Zeichen in einem Font werden noch
weitere Informationen über jedes einzelne Zeichen und über
schrift-globale Parameter benötigt: Von jedem Zeichen muß TeX die
Ausmaße in Form von Breite, Höhe und Tiefe in Bezug zur Grundlinie
wissen. Zu bildende Ligaturen (z.B. f+f => ff), das Kerning zwischen
zwei Zeichen (z.B. Unterschneidung bei `Ta') und beispielsweise der zu
verwendende Wortabstand sind weitere Informationen, die über einen
Font abgelegt sein müssen, da sie von TeX benötigt werden.
Diese Informationen liest TeX aus der `TeX Font Metric' oder kurz
tfm-Datei. Die Tools `pltotf' und `tftopl' wandeln die Informationen
in einer tfm-Datei in eine lesbare Form, die `Property List' oder kurz
pl-Datei um.
In den gf- (Generic Font), pxl- (Pixel) und pk- (Packed Pixel)
Dateien sind die Bitmap-Repräsentationen jedes Zeichens einer Schrift
abgelegt. Da pk- und pxl-Dateien genau dieselben Informationen
enthalten, die pxl-Dateien jedoch mehr Platz benötigen, werden diese
heutzutage nicht mehr verwendet und unterstützt. Mit den Tools
`gftopk' und `pktogf' können die Bitmap-Repräsentationen ineinander
umgewandelt werden. Da gf-Dateien in der Lage sind, in einer Bitmap
neben den einzelnen Pixeln noch weitere Informationen zu enthalten
(z.B. `special'-Anweisungen), können bei dieser Umwandlung
Informationen verloren gehen. Da jedoch nur sehr wenige Tools und
Gerätetreiber diese zusätzlichen Informationen verwenden und die
pk-Darstellung viel kompakter ist, sind gf-Dateien normalerweise nur
für METAFONT wichtig.

METAFONT erzeugt aus einer mf-Source eine tfm-Datei mit der
auflösungs_un_abhängigen `TeX Font Metric' und eine auflösungs-
abhängige gf-Datei. Aus der gf-Datei wird üblicherweise mit `gftopk'
eine pk-Datei erzeugt.
TeX verwendet nur die Informationen in der tfm-Datei, die Bitmap in
der gf- bzw. der pk-Datei wird von TeX _nicht_ gelesen. Ein
Gerätetreiber, der eine dvi-Datei druckt oder darstellt, verwendet die
pk-Dateien und in einigen Fällen auch die tfm-Datei.


9.1.3) Was sind virtuelle Fonts, was vpl-, vf-Dateien?

Ein virtueller Font ist, wie der Name schon sagt, eine Schrift, die
keine real (in Form einer Bitmap) existierenden Zeichen enthält.
Stattdessen wird in einem virtuellen Font auf andere Schriften und die
dort enthaltene Zeichen verwiesen. Durch diesen `Trick' kann man
beispielsweise die Kodierung der Zeichen in einer Schrift umdefinieren
oder eine Schrift aus Zeichen mehrerer Schriften zusammensetzen, um so
z.B. einzelne Zeichen durch andere zu ersetzen. Darüber hinaus kann
man in virtuellen Fonts auch einzelne Zeichen aus mehreren Zeichen
zusammensetzen, indem man beispielsweise fertig akzentuierte Zeichen
aus dem entsprechenden Akzent- und Basiszeichen bildet. Eine weitere
Anwendung für virtuelle Fonts ist die Verwendung einer Ersatzschrift
für eine nicht verfügbare Schrift, die dieser möglichst nahekommt und
dieselben TeX-Font-Metric-Informationen besitzt.
Eine vf-Datei enthält die Definition eines solchen virtuellen Fonts
in binärer, sehr kompakter Form. Dieser vf-Datei muß eine tfm-Datei
zugeordnet sein, in der TeX die `TeX Font Metric' für diese Schrift
finden kann. Eine vpl-Datei ist eine für den Menschen lesbare
Darstellung der vf- und tfm-Datei in Form von `Property Lists'. Mit
dem Tool `vptovf' kann aus einer vpl-Datei eine vf- und die zugehörige
tfm-Datei erzeugt werden, mit `vftovp' bekommt man aus diesen beiden
Dateien wieder die vpl-Datei.
TeX `weiß' nichts von virtuellen Fonts. TeX liest keine
vf-Dateien, sondern benötigt nur die zugehörige tfm-Datei, aus der
nicht ersichtlich ist, ob dies ein `realer' oder ein virtueller Font
ist. vf-Dateien werden nur von den Gerätetreibern verwendet. Für
Treiber, die (noch) keine virtuellen Fonts unterstützen, kann das Tool
`dvicopy' verwendet werden, um eine dvi-Datei in eine dvi-Datei
umzuwandeln, in der alle virtuellen Fonts `aufgelöst' worden sind,
also nur noch `reale' Fonts verwendet werden. Achtung: Die meisten
verfügbaren virtuellen Fonts sind unabhängig vom Ausgabegerät, sie
können jedoch auch abhängig vom Ausgabegerät sein!


9.1.4) Was ist MetaPost?



MetaPost ist ein aus METAFONT abgeleitetes Programm zum Erstellen von

PostScript-Zeichnungen, das von John Hobby, einem ehemaligen
Mitarbeiter von Donald E. Knuth, entwickelt wurde. Die MetaPost-
Sprache ist sehr eng verwandt mit METAFONT, unterstützt aber einige
zusätzliche Features, wie beispielsweise das Beschriften von
Abbildungen in TeX über einen Präprozessor (dies setzt den dvi-Treiber
`dvips' voraus).
Um eine Zeichnung zu erstellen, muss man ein MetaPost-Programm
schreiben und compilieren. Diese Arbeitsweise ähnelt METAFONT, ist
somit eben ganz anders als die sonst gewohnten Grafik-/Malprogramme.
MetaPost ist dafür aber gut für berechnete Zeichnungen geeignet oder
zum Plotten von Funktionen oder Datenwerten. Knuth benutzt es selbst
für Zeichnungen in seinen Büchern.
Das Programm ist erst seit Anfang 1995 frei erhältlich ist, vorher
nur nach Abschluß eines `non-disclosure agreements'. Implementierungen
von MetaPost existieren mittlerweile für sehr viele Plattformen:

- Web2c: CTAN: systems/web2c/
Web2c enthält ab Version 7.0 MetaPost-Sources, wobei Web2c
mittlerweile neben Unix auch Amiga, OS/2 und Windows 95/NT
unterstützt.
- teTeX: CTAN: systems/unix/teTeX/
Ab teTeX-0.4 ist MetaPost enthalten.
- Amiga: CTAN: systems/amiga/amiweb2c/ (Andreas Scherer)
Siehe auch Web2c.
- OS2: Siehe Web2c.
- Windows 95/NT: Siehe Web2c.
- DOS: CTAN: systems/msdos/metapost/ (Piet van Oostrum)
paßt zu emTeX
CTAN: systems/msdos/dostp21/ (Peter Breitenlohner)
integriert in PubliC-(e-)TeX/MF/MP, TDS-kompatibel


9.1.5) Beim Übersetzen einer mf-Datei erhalte ich immer eine gf-Datei
mit Endung `.2602gf' (bzw. `.260' bei Filesystemen, die nur
drei Zeichen als Datei-Extension zulassen). Wieso?

Zur Erzeugung einer Schrift für ein bestimmtes Ausgabegerät benötigt
METAFONT eine Beschreibung in Form einer `Mode Definition' (kurz:
`mode_def'), in der u.a. die Auflösung des Ausgabegeräts festgelegt
wird. METAFONT wird meist mit

mf \mode:=<Mode-Name>; mag:=<Magnification>; input <Font-Filename>

aufgerufen (unter Unix Quote-Zeichen ' um die Argumente im MF-Aufruf
nicht vergessen!), wobei mit <Mode-Name> der Namen einer solchen
`mode_def' anzugeben ist. Wird kein `mode' angegeben oder ist
<Mode-Name> unbekannt, verwendet METAFONT den Proof-Mode, der einen
Korrekturabzug der Schrift erstellt. Damit die Zeichen in diesem
Korrekturabzug groß genug sind, verwendet METAFONT dazu die Auflösung
2602 dpi (= `dots per inch'). Falls dies nicht erwünscht war, sollte
man überprüfen, ob der `mode' korrekt gesetzt wurde, ob <Mode-Name>
beispielsweise korrekt angegeben wurde (Schreibfehler!) und ob
<Mode-Name> bei der Erstellung der base-Datei (`Dumpen' der Datei
``plain.mf'') mit `mode_def' definiert wurde.


9.1.6) Wozu benötige ich für jeden Druckertyp eine andere Anpassung in
Form einer `mode_def'? Wo finde ich für den Drucker XYZ eine
solche Anpassung?

Jedes Ausgabegerät hat unterschiedliche Charakteristiken. Zum einen
unterscheiden sie sich in der Auflösung, zum anderen beispielsweise
auch in der Größe eines gezeichneten Pixels. So wird bei einem
Tintenstrahldrucker im Vergleich zu einem Laserdrucker in den meisten
Fällen ein einzelner Punkt etwas größer ausfallen. Sehr große
Unterschiede treten prinzipbedingt beim Vergleich von sogenannten
`schwarz'- und `weiß'-schreibenden Laserdruckern auf. Auch wird beim
Schnitt zweier Kurven (z.B. in der Mitte des Zeichens `X') die
geschwärzte Fläche etwas größer ausfallen, da die Druckerfarbe
abhängig vom Druckprinzip und vom Druckwerk mehr oder weniger
ineinander verlaufen kann. Damit METAFONT all diese und weitere
Eigenschaften eines Ausgabegeräts bei der Erzeugung der Bitmap-
Rasterung eines Zeichens in Betracht ziehen kann, werden die einzelnen
Parameterwerte für ein Ausgabegerät in einer `Mode Definition' mit der
Anweisung `mode_def' abgelegt.
Da die Erstellung einer neuen `Mode Definition' für ein Ausgabegerät
einiges an Arbeit (Testdruck, überprüfen, anpassen, Testdruck usw.)
bedeutet, wurden von Karl Berry alle bisher für verschiedene
Ausgabegeräte gefundenen `Mode Definitions' in der Datei ``modes.mf''
gesammelt. Da ``modes.mf'' neben den `Mode Definitions' noch dafür
sorgt, daß man verschiedene Informationen (z.B. `coding scheme') über
einen Font setzen kann und diese korrekt abgelegt werden, ist diese
Datei jedem empfohlen.

modes.mf: CTAN: fonts/modes/modes.mf
(Hinweis: seit November 1996 gibt es die Version 3.2 mit
Voreinstellungen für neuere Drucker)


9.1.7) Kann ich aus einer vorhandenen tfm-Datei die mf-Source
erzeugen? Gibt es dafür ein Tool?

Nein. tfm-Dateien enthalten keine Bitmap- oder ähnliche Information
über das Aussehen der Zeichen in einer Schrift. Daher kann aus einem
tfm-File weder eine pk-Datei noch die mf-Source restauriert werden.
Es ist jedoch möglich, aus einer pk- und der tfm-Datei einer
Schrift eine mf-Source zu erstellen. Dabei ist das entstehende
Resultat jedoch kein _Meta_-Font mehr, sondern `nur' noch ein
mf-Programm für genau diese Schrift. Das Ergebnis ist je nach Aufwand
mehr oder weniger gut und verlangt in den meisten Fällen noch einiges
an Handarbeit, so daß sich der Aufwand nur in seltenen Fällen lohnt.


9.1.8) Wie kann ich nur die tfm-Dateien einer Schrift erzeugen?

In der Datei ``modes.mf'' ist dafür die Mode-Definition `nullmode'
gedacht, in der neben der tfm- zwar auch eine gf-Datei erzeugt wird,
jedoch in einer Auflösung von 101dpi, so daß dies schneller als mit
300dpi oder 600dpi geschieht.

9.2) Schriften -- allgemein
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

9.2.1) Gibt es eine Schrift XYZ? Wo finde ich diese?

Als erste Informationsquelle sollte man die Liste `metafont-list' der
verfügbaren METAFONT-Schriften nach der gesuchten Schrift durchsehen.
Diese Liste enthält eine kurze Beschreibung und Klassifikation der
meisten Schriften, die man auf CTAN im Verzeichnis ``fonts/'' finden
kann.
Beschränkt man sich nicht nur auf in METAFONT-Quellen vorhandene
Schriften, kann man auch Schriften in PostScript-Type-1- oder
Type-3-Form, PCL-Schriften u.a. auf verschiedenen ftp-Servern finden.
Existieren für diese Schriften Font-Metriken, die man in eine
tfm-Datei umwandeln kann, sind sie sehr einfach unter (La)TeX
verwendbar (evtl. nach Umkodierung mittels virtueller Fonts).
Verschiedene Tools dafür findet man auf CTAN im Verzeichnis
``fonts/utilities/'', fertige Anpassungen findet man für
weitverbreitete Schriften ebenso unter ``fonts/''.

metafont-list: CTAN: info/metafont-list


9.2.2) Gibt es eine Schönschrift/Handschrift?

Mit `calligra' gibt es eine kalligraphische Schrift, eine schön
ausgeführte Schmuckschrift, die leider noch kleinerer Verbesserungen
(falsche Abstände vor Großbuchstaben und ß, fehlender Bindestrich)
bedürfte. `calligra' verwendet die Kodierung `T1'. Um korrekte
Akzente und Umlaute zu erhalten, muß man in LaTeX2e deshalb auf
\fontencoding{T1} wechseln!

Eine weitere Schrift ist die `twcal', die ursprünglich auf der
vereinfachten Ausgangsschrift `va' basiert, jedoch durch viele
Änderungen und Ligaturen weichere, durchgezogene Übergänge erhalten
hat.

calligra: CTAN: fonts/calligra/
twcal: CTAN: fonts/twcal/


*9.2.3) Ich suche eine Sütterlin, Fraktur, Schwabacher, Gotische
Schrift.

Yannis Haralambous hat einen Satz dieser altdeutschen Schriften auf
der Tagung EuroTeX'91 in Cork/Irland vorgestellt. Neben den reinen
Brotschriften hat er auch noch mit der Schrift `yinit' große Initialen
als Schmuckschrift hinzugefügt. Die Einbindung dieser Schriften ist
für LaTeX2e im Paket `oldgerm', das Bestandteil von `mfnfss' ist,
enthalten. Mit dem Paket `yfonts' existiert eine Alternative, die mit
german.sty funktioniert und diese Schriften trotz ihrer
unkonventionellen Kodierung in LaTeX2e einbindet; ein Makro ermöglicht
es, einen Absatz mit einer eingezogenenen Zierinitiale zu schmücken.
Zu der Sütterlin-Schrift `suet14' und ihrer schräggestellten
Variante `schwell' wurde in der Newsgroup `de.comp.tex' (dem damaligen
Vorgänger von `de.comp.text.tex') angemerkt: ``Die Fonts sehen
wirklich klasse aus. Allerdings hat das kleine `a' keinen Kringel
(Schleifchen) rechts oben, was es nach Brockhaus und alten
Schulunterlagen haben sollte. Auch das `k' scheint etwas
abzuweichen.''

Y.H.: CTAN: fonts/gothic/{yfrak,yswab,ygoth,yinit}/
mfnfss: CTAN: macros/latex/packages/mfnfss/ (LaTeX2e)
yfonts: CTAN: macros/latex/contrib/supported/yfonts/
cmfrak: CTAN: fonts/gothic/cmfrak/
sueterlin/schwell: CTAN: fonts/gothic/sueterlin/


9.2.4) Gibt es die lateinische bzw. die vereinfachte Ausgangsschrift,
mit der man das Schreiben in der ersten Klasse begonnen hat?

la: CTAN: fonts/la/
va: CTAN: fonts/va/


9.2.5) Welche Alternativen gibt es als METAFONT-Quelle zu der
normalerweise benutzten Computer-Modern-Schriftfamilie?

Nachfolgend sind einige METAFONT-Schriftfamilien mit `normalem'
lateinischen Zeichensatz aufgeführt, die es neben der CM-Familie gibt
und die als Grundschrift eines Dokuments verwendet werden kann.
Varianten der CM-Schriften, die sich durch die Kodierung
unterscheiden, wie EC- und FC-Schriften, sind nicht berücksichtigt.

Concrete:
Eine serifenbetonte Roman-Schrift; die Grundschrift von Donald E.
Knuths Buch `Concrete Mathematics; aus der CM-Familie abgeleitet,
paßt zu den Euler-Schriften aus dem AMS-Schriftpaket optisch besser
als die CM-Schriften (Paket für Plain-TeX ``gkpmac.tex'', Pakete für
LaTeX in macros/latex/contrib/supported/beton/ und euler/).
In den Kodierungen OT1, T1 und TS1 (Text-Companion) verfügbar;
alle Mathematikschriften für (La)TeX inkl. der AMS-Fonts sind
vorhanden.

Pandora:
Schriftfamilie mit Roman-, Sans-Serif- und
Schreibmaschinen-Schriften. Etwas auffällig und verspielt.
Nur in OT1-Kodierung, keine T1- oder TS1-Kodierung, keine
mathematischen Schriften.

Malvern:
Eine Familie von serifenlosen Schriften, stilistisch eine `Jüngere
Grotesk', aber mit stark geometrischen Elementen.
In den Kodierungen OT1 und T1 (T1 benötgt `virtual fonts')
verfügbar, keine TS1-Kodierung, keine Mathematikschriften.

Computer Modern Bright:
Eine Familie von serifenlosen Schriften, die mit Rücksicht auf gute
Lesbarkeit in fortlaufenden Texten entworfen wurde. Größere x-Höhe
(ähnlich Helvetica/Arial) und helleres Schriftbild als CM Sans
Serif.
In den Kodierungen OT1, T1 und TS1 verfügbar; alle
Mathematikschriften für (La)TeX inkl. der AMS-Fonts sind vorhanden.

Concrete: CTAN: fonts/concrete/, fonts/ecc/, fonts/concmath/
(MF-Quellen und tfm-Dateien in OT1-, T1-, TS1-Kodierung)
CTAN: macros/latex/contrib/supported/ccfonts/
(LaTeX-Paket, .fd-Dateien)
Pandora: CTAN: fonts/pandora/
CTAN: macros/latex/packages/mfnfss/ (LaTeX-Paket)
Malvern: CTAN: fonts/malvern/
CM-Bright: CTAN: fonts/cmbright/

--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 9 ---

DE-TeX-FAQ-Maintainer

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

Posted-By: auto-faq 3.3 beta (Perl 5.003)
Archive-name: de-tex-faq/part6

Posting-Frequency: monthly
Copyright-Notice: siehe Abschnitt 1.1/see Section 1.1
URL: http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/


Fragen und Antworten (FAQ) über

das Textsatzsystem TeX und
~~~~~~~~~~~~~~~~~~
DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

(Version 37 vom März 1998)

=== Teil 6: TeX, LaTeX, Makros etc. (II) ==


6.1) Abbildungen und Tafeln
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

6.1.1) Wieso werden die meisten meiner Abbildungen an das Ende des
Kapitels oder Dokuments verschoben?

Das optionale Argument der `figure'- oder `table'-Umgebung _schränkt_
die Plazierungsmöglichkeiten auf die angegebenen Orte ein. Mit dem
optionalen Argument gibt man also _nicht_, wie oft fälschlich geglaubt
und weiterverbreitet wird, die Plazierung für weitere Orte an.
Deshalb nie Plazierungsangaben nur auf [h] einschränken, sondern
mindestens einen weiteren Ort mit angeben! Grund: Kann die Abbildung
nicht `h'ier plaziert werden, darf sie nirgendwo anders gesetzt werden
und wird nach hinten an das Ende des Kapitels bzw. des Dokuments
geschoben. Da LaTeX die Reihenfolge der Abbildungen bzw. der Tafeln
nicht verändert, werden alle nachfolgenden Abbildungen bzw. Tafeln mit
dieser nicht plazierbaren Abbildung oder Tafel nach hinten verschoben.
Genau dasselbe kann passieren, wenn die Plazierungsbeschränkung mit
[p] angegeben wird, das Bild kleiner als \floatpagefraction ist und
das nächste Bild nicht zusammen mit diesem auf eine Seite paßt.
Ebenso bei einer Beschränkung auf [t] und einem Bild, das größer als
\textfraction ist, dto. für [b] und \bottomfraction.

Tip: Lassen Sie zu Beginn das optionale Argument der figure- oder
table-Umgebung weg -- es ist nicht ohne Grund ein _optionales_
Argument dieser Umgebungen! Fügen Sie später für eine Endfassung
Ihres Dokuments nur an den Stellen ein optionales Argument mit
Plazierungseinschränkungen ein, wenn z.B. eine bestimmte Abbildung
oder Tafel auf einer eigenen Seite oder auf einer Seite oben
erscheinen sollte.


6.1.2) Wie kann ich die Default-Plazierungseinschränkungen ändern?
Ich möchte meine Abbildungen auch `h'ier plazieren, ohne
jedesmal das optionale Argument angeben zu müssen.

In LaTeX werden diese Angaben, die sogenannten `float placement
specifier' für die figure- und table-Umgebungen in den Makros
\fps@figure und \fps@table abgelegt. Durch die Redefinitionen

\renewcommand{\fps@figure}{htbp}
\renewcommand{\fps@table}{htbp}

(Zeilen mit \makeatletter...\makeatother klammern oder in eine
sty-Datei schreiben!) fügt man noch die `h'ier-Plazierung hinzu.
Die Standard-LaTeX-Klassen setzen die Default-Plazierungen auf
`tbp', untersagen also die `h'ier-Plazierung einer Abbildung
bzw. Tafel. Dies ist in den meisten Fällen auch sinnvoll, da
Abbildungen und Tafeln nur dazu dienen, die Aussagen im Text durch
beispielsweise eine anschaulichere Darstellung oder kompakte Übersicht
zu unterstützen. Die Abbildung oder Tafel ist damit _nicht_
integraler Bestandteil des Textes, sondern ein dem Text noch
zusätzlich zugeordneter Bestandteil des Dokuments. Daher sollte diese
den Text nicht unterbrechen, was eine `h'ier-Plazierung zweifellos tun
würde. Somit ist der Default `tbp' in den meisten Fällen sinnvoll.


6.1.3) Wie muß ich die `float'-Parameter ändern, so daß die
Abbildungen und Tabellen dort erscheinen, wo ich will?

Der Plazierungsalgorithmus von LaTeX erledigt diese Aufgabe eigentlich
sehr gut, wenn man einmal selbst durchzuspielen versucht, wohin man
selbst unter den gegebenen Bedingungen und Wechselwirkungen eine
Abbildung oder eine Tabelle hinsetzen bzw. schieben würde. Ist man
mit dem Ergebnis dennoch nicht ganz zufrieden, kann man einmal
folgendes probieren:
Zuerst sollte man die Plazierungsbeschraenkungen an allen `figure'-
und `table'-Umgebungen entfernen. Anschließend kann man die Parameter
des Plazierungsalgorithmus ändern:

\renewcommand{\floatpagefraction}{.6}% voher: .5

Eine oder mehrere Abbildungen kommen erst auf eine eigene Seite, eine
sogenannte `float page', wenn diese mindestens 60% der Seite
einnehmen. Damit gibt es weniger `float pages', die nur halbvoll
sind. Empfehlenswert ist ein Wert zwischen 50% und 80%, je nachdem
wie viele Abbildungen existieren, wie groß und wie unterschiedlich
groß diese Abbildungen sind.

\renewcommand{\textfraction}{.15} % vorher: .2

Von einer Seite muß neben den Abbildungen, die `h'ere, `t'op und
`b'ottom plaziert werden, noch mindestens 15% Text erscheinen. Diesen
Wert sollte man nicht zu klein wählen, um nicht nur Seiten zu
erzeugen, bei denen man den Text suchen muß. Bei vielen Bildern
lieber den Wert von \floatpagefraction kleiner wählen. Empfehlenswert
ist ein Wert zwischen 10% und 30%.

\renewcommand{\topfraction}{.8} % vorher: .7
\renewcommand{\bottomfraction}{.5} % vorher: .3

Maximaler Anteil der Seite, die für Abbildungen, die `t'op
bzw. `b'ottom plaziert werden, verwendet werden darf. Diese Werte
sollte man nicht zu groß wählen, bei vielen Abbildungen lieber den
Wert von \floatpagefraction kleiner wählen. Insbesondere
\bottomfraction sollte man klein halten, da Abbildungen gewöhnlich auf
einer Seite oben vermutet werden. Empfehlenswert sind Werte zwischen
50% und 85% für \topfraction und 20%-50% für \bottomfraction. Einer
dieser beiden Werte sollte stets größer als \floatpagefraction sein!
(\topfraction sollte nie auf 1.0, \textfraction nie auf 0.0 gesetzt
werden!)

\setcounter{topnumber}{3} % vorher: 2
\setcounter{bottomnumber}{1} % vorher: 1
\setcounter{totalnumber}{5} % vorher: 3

Maximale Anzahl der Abbildungen und Tabellen, die auf einer Seite
`t'op bzw. `b'ottom bzw. insgesamt auf der Seite plaziert werden. Hat
man viele kleine Abbildungen sollte man diese Werte erhöhen. Will man
Abbildungen möglichst auf eine `float page' setzen, sollte man
`topnumber' und `bottomnumber' auf 0 setzen und \floatpagefraction bis
auf 0.01 erniedrigen.
Nachdem man mit den geänderten Plazierungsparametern ein
zufriedenstellendes Ergebnis erziehlt hat, kann man durch gezielten
Einsatz des optionalen Arguments der `figure'- bzw. `table'-Umgebung
einzelne ungünstig plazierte Abbildungen und Tabellen entsprechend
verschieben. Hierbei sollte man nur die nicht erwünschte Plazierung
entfernen, also z.B. [bp] angeben, falls eine `t'op-Plazierung
ungünstig ist.

6.1.4) Wie kann ich die Fehlermeldung `! LaTeX Error: Too many
unprocessed floats.' vermeiden?

LaTeX allokiert für alle `floats', also figure- und table-Umgebungen,
eines Dokuments 18 Insertion-Registertupel. Der genannte Fehler
taucht auf, wenn alle 18 Registertupel belegt sind. Eigentlich sollte
der Speicherplatz für 18 noch zu plazierende `floats' für alle
Gegebenheiten ausreichen, so daß dieser Fehler nur auftreten kann,
wenn a) ein `float' beispielsweise aufgrund von zu restriktiven
Plazierungsangaben (siehe Abschnitt 6.1.1) nicht auf eine Seite
gesetzt werden kann oder b) sehr viele, meist unterschiedlich große
`floats' mit sehr wenig Text auftreten. In Fall a) kann man durch
andere Plazierungseinschränkungen oder Änderungen der `float'-
Parameter den Überlauf vermeiden. Für Fall b) kann man mehr
erläuternden Text schreiben, eine eigene nicht fließende Umgebung
definieren (da ja die Abbildungen im Vordergrund stehen und eher der
Text zwischen die Abbildungen `fließt') oder das Paket `morefloats'
verwenden. Letzteres allokiert weitere 18 Insertion-Registertupel, so
daß man jetzt insgesamt 36 `floats' zwischenspeichern kann, bevor der
Fehler auftritt. Leider hat man dadurch 18 Savebox-, Zähler-, Längen-
und Glue-Register weniger, so daß man jetzt evtl. auf den Fehler `No
room for a new ...' stößt.

morefloats.sty: CTAN: macros/latex209/contrib/misc/morefloats.sty


6.1.5) Wie kann ich es erreichen, daß zwei Abbildungen nicht auf
verschiedenen Seiten, sondern möglichst direkt untereinander
plaziert werden?

In eine einzige figure- bzw. table-Umgebung können auch mehrere
Abbildungen oder Tafeln gesetzt und mit eigenen Unterschriften
versehen werden:

\begin{figure}
erstes Bild
\caption{erstes Bild}
\vspace{\floatsep} % zusätzlicher Abstand zwischen zwei `floats'
zweites Bild
\caption{zweites Bild}
\end{figure}

Alle Abbildungen oder Tafeln einer Umgebung werden dann nicht mehr
getrennt. Aus diesem Grund sollte man auch darauf achten, daß eine
figure- oder table-Umgebung durch zu viele Abbildungen und Tafeln
nicht zu hoch wird.


6.1.6) Wie kann ich in einer Abbildung zwei Bilder nebeneinander
setzen?

Man kann zum Beispiel zwei `minipage'-Umgebungen verwenden, wobei man
dann auch mit deren optionalem Argument die Ausrichtung der beiden
Bilder angeben kann:

\begin{figure}
\begin{minipage}[b]{.4\linewidth} % [b] => Ausrichtung an \caption
Bild links
\caption{Bildunterschrift links}
\end{minipage}
\hspace{.1\linewidth}% Abstand zwischen Bilder
\begin{minipage}[b]{.4\linewidth} % [b] => Ausrichtung an \caption
Bild rechts
\caption{Bildunterschrift rechts}
\end{minipage}
\end{figure}


6.1.7) Wie kann ich eine Abbildung (`figure') und eine Tafel (`table')
nebeneinander setzen?

Dies funktioniert leider nicht ohne einen nicht ganz ``sauberen''
Trick. Man benötigt die folgende Definition

\newcommand{\setfloattype}[1]{\renewcommand{\@captype}{#1}}

die man wegen des internen Makronamens `\@captype' in eine .sty-Datei
schreiben oder im Dokumentkopf mit \makeatletter...\makeatother
klammern muß. Danach kann man mit

\begin{figure}
\begin{minipage}{.5\linewidth}
Abbildung
\caption{Abbildung}
\end{minipage}%
\begin{minipage}{.5\linewidth}
\setfloattype{table} %% <<===
Tafel
\caption{Tafel}
\end{minipage}
\end{figure}

eine Abbildung und eine Tafel nebeneinander setzen, wobei die
Unterschriften auch in das jeweilige Verzeichnis gelangen.


6.1.8) Gibt es bei der Option `twocolumn' die Möglichkeit,
Abbildungen (`figure') und Tafeln (`table') über beide Spalten,
also die gesamte Textbreite einer Seite zu setzen?

Statt `figure'- die `figure*'-, statt `table'- die `table*'-Umgebung
verwenden.


6.1.9) Wieso bekomme ich den Fehler `! LaTeX Error: Not in outer par
mode.', wenn ich z.B. die Breite einer Abbildung begrenzen will?

Eine `figure'- oder `table'-Umgebung ist ein sogenannter `float',
d.h. der Inhalt `fließt' an eine andere Stelle. Deshalb darf diese
Umgebung nicht innerhalb einer anderen, wie `minipage', \parbox, o.ä.
verwendet werden. Die Eingabe

\begin{minipage}{5cm} %% FALSCH!
\begin{figure}
Bild
\caption{text}
\end{figure}
\end{minipage}

ist daher falsch und erzeugt den in der Frage genannten Fehler.
Korrekt und auch logisch einsichtiger ist es, wenn man den Inhalt der
`figure'-Umgebung in eine `minipage' packt, also diese _in_ die
`figure'-Umgebung setzt:

\begin{figure}
\begin{minipage}{5cm} %% KORREKT!
Bild
\caption{text}
\end{minipage}
\end{figure}


6.1.10) Wie kann ich das Layout der Bildunterschriften (\caption)
verändern?

LaTeX verwendet die interne Anweisung \@makecaption{Bild Nr}{Text}, um
die Bildunterschrift inkl. Bildnummer zu setzen. Durch Umdefinieren
dieser Anweisung, die in der Dokumentklasse definiert wird, kann man
das Layout ändern. Will man nur die Bildnummer (z.B. ``Abbildung 1'')
ändern, so reicht es oftmals aus, die interne Anweisung \fnum@figure
bzw. für Tafeln \fnum@table entsprechend umzudefinieren.
Zur Erleichterung gibt es einige leicht zu verwendende Pakete:
`caption' bzw. `caption2' haben viele Optionen; diese Pakete
ermöglichen die Variation der Schriftart und -größe und des Layouts
(zentriert, überhängend, Absatz mit Einrückung usw.). Beispiel:

\usepackage[bf]{caption2}
\renewcommand{\captionfont}{\small\itshape}

für einen etwas kleineren und kursiv gesetzten Unterschriftentext,
wobei die Bildnummer weiterhin fett gesetzt wird.
Speziellere Lösungen existieren natürlich auch oder sind teilweise
in einigen Dokumentklassen enthalten. So enthalten die BTG-Klassen
beispielsweise Befehle, um alle Fonts (Sections, Captions, Running
Heads) zu verändern.

caption(2): CTAN: macros/latex/contrib/supported/caption/
NTG-Klassen: CTAN: macros/latex/contrib/supported/ntgclass/
hangcaption: CTAN: macros/latex209/contrib/misc/hangcaption.sty
isucaption: CTAN: macros/latex209/contrib/misc/isucaption.sty


6.1.11) Wie kann man neue Typen von Gleitumgebungen (`floats') z.B.
für weitere Arten von Tabellen oder Programm-Code erzeugen?

Prinzipiell muß man für einen neuen Typ von Gleitumgebung einige
Makros definieren. Beispielsweise sind für die zu definierenden
Umgebungen `faqtable' und `faqtable*' die folgenden Anweisungen (in
eine .sty-Datei schreiben, da interne Anweisungen!) notwendig,

\newcounter{faqtable}[section]
%\renewcommand{\thefaqtable}{\thesection.\arabic{table}}
\renewcommand{\fps@faqtable}{tp} % nicht `h' bzw. `b'
\renewcommand{\ftype@faqtable}{4} % type is a power of two!
\renewcommand{\ext@faqtable}{lot} % Endung der Hilfsdatei
\renewcommand{\fnum@faqtable}{FAQ-Tabelle~\thefaqtable}
\newenvironment{faqtable}{\@float{faqtable}}{\end@float}
\newenvironment{faqtable*}{\@dblfloat{faqtable}}{\end@dblfloat}

wobei damit noch keine Anpassungen des Inhaltsverzeichnisses, ein
eigenes Inhaltsverzeichnis oder sonstige Anpassungen des Layouts
durchgeführt sind. Mehr Informationen dazu findet man im Buch `Der
LaTeX-Begleiter'.
Sehr viel einfacher geht dies mit dem `float'-Paket, mit dem
z.B. obiges auch der normale LaTeX-Benutzer mit der simplen Anweisung
\newfloat{faqtable}{tp}{lot}[section] definieren kann. Daneben sind
auch schon einige `float'-Layouts vordefiniert und können ebenso
einfach verwendet werden.

float.sty: CTAN: macros/latex/contrib/supported/float/


6.1.12) Abbildungen und Tafeln sollen _immer_ nach dem ersten Verweis
auf sie gesetzt werden. Wie? Es ist möglich, daß LaTeX sie vor
der Abschnittsüberschrift plaziert. Wie unterbinde ich das?

Mit dem LaTeX2e-Paket `flafter' werden Abbildungen und Tafeln nie vor
dem Text plaziert, in dem sie im Dokument angegeben werden. Damit
LaTeX2e sie also nie vor dem ersten Verweis plaziert, schiebt man die
entsprechende `figure'- bzw. `table'-Umgebung einfach hinter die erste
\ref- bzw. \pageref-Anweisung.

flafter: CTAN: macros/latex/{base,unpacked}/ (LaTeX2e-Verteilung)


6.1.13) Gibt es eine einfache Möglichkeit, eine Abbildung oder Tafel
innerhalb des normalen Textes zu setzen, sie also mit dem
normalen Text umfließen zu lassen?

Hierfür gibt es mittlerweile eine große Anzahl von Paketen mit
unterschiedlichen Beschränkungen und Vor- und Nachteilen, die Piet van
Oostrum in einer Liste, die er unregelmäßig nach `comp.text.tex'
postet, aufzählt:

`flow', `floatflt' (für LaTeX2e, Vorgänger `floatfig' ist für LaTeX
2.09), `picinpar' (veraltet), `picins', `window', `wrapfig'.

Empfohlen werden: `picins' (funktioniert auch in Listen-Umgebungen),
`floatflt' und `wrapfig' (unterstützen neben `figure'- auch `table'-
Umgebungen), da diese am meisten können und die wenigsten Fehler
aufweisen.

picins: CTAN: macros/latex209/contrib/picins/
floatflt: CTAN: macros/latex/contrib/other/floatflt/
wrapfig: CTAN: macros/latex/contrib/other/misc/wrapfig.sty


6.1.14) Wieso erhalte ich bei einigen Abbildungen falsche
Querverweise, obwohl ich doch die \label-Anweisung innerhalb
der `figure'-Umgebung verwendet habe?

Die \label-Anweisung muß _nach_ der Anweisung folgen, die für die
Numerierung und damit auch für die ``Verankerung'' des Verweises
sorgt. Solche Verankerungsanweisungen sind z.B. \section oder
\caption, die `figure'-Umgebung dagegen ist keine. Daher muß das
\label _nach_ der entsprechenden \caption folgen:

\begin{figure}
... Abbildung ...
\caption{Dies ist eine Abbildung}
\label{fig:beispielabbildung}
\end{figure}


6.1.15) Wie erhalte ich eine Fußnote innerhalb einer `figure' oder
`table'? Es erscheint zwar eine Markierung, aber kein
Fußnotentext.

In Gleitumgebungen funktionieren keine Fußnoten, da diese mitgleiten
müßten, was ohne sehr viel Aufwand nicht möglich ist. Abhilfe kann
man dadurch schaffen, daß man Fußnoten innerhalb einer \caption
vermeidet und den Fußnotentext in die Unterschrift mit einbindet.
Ansonsten kann man die Abbildung oder Tafel in eine
`minipage'-Umgebung einklammern, so daß der Fußnotentext mit in die
Gleitumgebung gesetzt wird und somit mitgleiten kann. Die dann meist
störende Abgrenzungslinie kann man \renewcommand{\footnoterule}
innerhalb der `minipage'-Umgebung vermeiden.

\begin{figure}
\begin{minipage}{\linewidth}
\renewcommand{\footnoterule}{}
... Abbildung mit \footnote{...} ...
\end{minipage}
\caption{ ... }
\end{figure}

6.2) Fußnoten, Endnoten etc.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

6.2.1) Die Fußnoten sollen gesammelt am Ende des Kapitels erscheinen.

endnotes: CTAN: macros/latex209/contrib/misc/endnotes.sty


6.2.2) Ich möchte meine Fußnoten auf jeder Seite neu beginnend
durchzählen, d.h. auf jeder Seite soll mit `1' begonnen werden.

footnpag: CTAN: macros/latex/contrib/supported/footnpag/


6.2.3) Ich möchte den maximal von den Fußnoten eingenommenen Platz auf
10 Zeilen beschränken. Wie?

Das Längenregister \dimen\footins gibt die maximale Höhe der Box mit
den Fußnoten für eine Seite an. Nach
\setlength{\dimen\footins}{10\baselineskip}
wird dieser Platz von normalerweise 8 Inch (ca. 20,5 cm) auf ca. 10
Zeilen beschränkt.


6.2.4) Wie erreiche ich eine andere Formatierung der Fußnoten?

Mit dem Paket `footmisc' von Robin Fairbairns (hatte bis Januar 1998
noch den Namen `footnote') kann man sehr einfach einige andere
Formatierungen auswählen. Ansonsten findet man im Buch `Der
LaTeX-Begleiter' nähere Informationen.

footmisc: CTAN: macros/latex/contrib/supported/footmisc/

6.3) Grafiken, Bilder, Farbe und andere Effekte

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

6.3.1) Wie kann ich eine Tabelle mit Unterschrift um 90 Grad drehen,
die Kopf- und Fußzeile der Seite sollen aber ihre Ausrichtung
behalten?

Dokumentteile können nur gedreht werden, wenn dies auch vom
verwendeten dvi-Gerätetreiber unterstützt wird.
Das LaTex2e-Package `graphics' enthält das Paket `lscape', das eine
`landscape'-Umgebung zur Verfügung stellt. Der Inhalt dieser Umgebung
wird um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht und auf eine eigene
Seite plaziert. Zu Beginn und am Ende der Umgebung wird ein
\clearpage ausgeführt:

\usepackage{lscape}
% etc.
\begin{landscape}
\begin{figure}
gedrehte Abbildung
\caption{gedrehte Unterschrift}
\end{figure}
% evtl. noch weitere Abbildungen/normaler Text/etc.
\end{landscape}
% etc.

Will man nicht ganze Seiten drehen oder stören die implizit
ausgeführten \clearpage-Anweisungen, so kann man auch nur die
Anweisung \rotatebox aus dem `graphics'-Package verwenden:

\usepackage{graphics} % oder `graphicx'
% etc.
\begin{figure}
\rotatebox{90}{%
\begin{minipage}{.6\textheight}
gedrehte Abbildung
\caption{gedrehte Unterschrift}
\end{minipage}%
}
\end{figure}

Das `rotating'-Paket bietet statt der einfachen \rotatebox-Anweisung
mit all ihren Nachteilen (Stichwort: `verbatim'!) die Umgebungen
`rotate', `turn' und `sideways', innerhalb der man (fast) beliebigen
Text plazieren kann. Für den Spezialfall, daß eine Abbildung
bzw. Tafel wie mit der `landscape'-Umgebung eine komplette Seite füllt
und um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden soll, gibt es
die den `figure'- und `table'- entsprechenden `sidewaysfigure'- und
`sidewaystable'-Umgebungen. Außerdem ist eine ältere Version dieses
Pakets auch für LaTeX 2.09 verfügbar.
Mehr über diese Pakete findet man in der Dokumentation
`grfguide.tex' des `graphics'-Package, der mit `rotating'
mitgelieferten Dokumentation und dem Buch `Der LaTeX-Begleiter'.

graphics/
lscape.sty: CTAN: macros/latex/package/graphics/
rotating.sty: CTAN: macros/latex/contrib/supported/rotating/
CTAN: macros/latex209/contrib/rotating/ (für LaTeX 2.09)


6.3.2) Wie kann ich mit TeX farbigen Text setzen?

Das LaTeX2e-Package `graphics' enthält das Paket `color', das Befehle
zur Verfügung stellt, mit denen man Textteile einfärben, eine Box oder
den Hintergrund einer Seite farbig hinterlegen kann. Dies
funktioniert natürlich nur, wenn das Ausgabegerät (Drucker,
Bildschirm) dazu in der Lage ist und der dvi-Treiber die dazu
notwendige Funktionalität hat, entsprechende \special-Anweisungen mit
den Farbbefehlen auszuwerten.
Um das Paket `color' an verschiedene Ausgabegeräte und dvi-Treiber
anzupassen, muß eine entsprechende Definitionsdatei für den jeweiligen
Treiber vorhanden sein bzw. noch erstellt werden. Auf jedem System
sollte in der Datei ``color.cfg'' eine dvi-Treiber-Definition als
Default angegeben sein. Das Paket `color' läßt sich dann wie folgt
verwenden:

\usepackage{color}

Will man in einem Dokument eine vom Default abweichenden dvi-Treiber
verwenden, so kann man den Namen der dvi-Treiber-Definition als
Paket-Option angeben:

\usepackage[dvips]{color}

erzeugt eine dvi-Datei mit farb-\special-Anweisungen für den
dvi-PostScript-Treiber `dvips'. Danach kann man die entstehende
dvi-Datei auch mit anderen dvi-Treibern übersetzen bzw. ausdrucken,
jedoch werden in den meisten Fällen die Farb-\special-Anweisungen
nicht erkannt und mit einer Warnung ignoriert.
Eine genauere Beschreibung der einzelnen Anweisungen und der
vorhandenen Definitionsdateien findet man in der Anleitung `grfguide'
im Package `graphics'.

graphics/
color.sty: CTAN: macros/latex/package/graphics/


6.3.3) Bei mit XFig erstellten und exportierten Zeichnungen erhalte
ich bei der Einbindung in LaTeX den Fehler, daß \SetFigFont
nicht definiert ist. Was ist falsch?

Das Programm `fig2dev', das XFig zum Wandeln und Exportieren von
Fig-Bildern aufruft, hat in den Versionen vor Version 3.1pl1 einen
Fehler, der dazu führt, daß das Makro \SetFigFont nicht immer
definiert ist. Nach einem Update des Paketes `Transfig', das
`fig2dev' enthält, verschwindet der Fehler. Kann man auf den Update
nicht warten, bietet sich auch als Einfachstlösung die Definition
\newcommand{\SetFigFont}[3]{} in der Dokumentpräambel an.

transfig/
fig2dev: CTAN: graphics/transfig/


6.3.4) Bei Verwendung von PiCTeX erhalte ich die Meldung `No room for
a new \dimen'. Wie kann ich das vermeiden?

PiCTeX verwendet sehr viele von TeXs Zähler- und Längenregistern und
wenn noch weitere Pakete hinzugeladen werden, die ebenso Register
benötigen, gehen die jeweils 256 vorhandenen, von denen LaTeX bereits
nicht wenige benötigt, aus.
Die erste Lösung besteht in der Verwendung des ConTeXt-Moduls
`m-pictex' von Hans Hagen, das beim Laden von PiCTeX dafür sorgt, daß
statt Längen- an einigen Stellen Glue-Register verwendet werden.
Eine alternative Lösung besteht in der Verwendung des Paketes
`pictexwd', einer von Andreas Schrell veränderten PiCTeX, das weniger
Längenregister benutzt.

m-pictex: CTAN: macros/context/pictex/
pictexwed: CTAN: graphics/pictex/addon/

--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 6 ---

DE-TeX-FAQ-Maintainer

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

Posted-By: auto-faq 3.3 beta (Perl 5.003)
Archive-name: de-tex-faq/part5

Posting-Frequency: monthly
Copyright-Notice: siehe Abschnitt 1.1/see Section 1.1
URL: http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/


Fragen und Antworten (FAQ) über

das Textsatzsystem TeX und
~~~~~~~~~~~~~~~~~~
DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

(Version 37 vom März 1998)

=== Teil 5: TeX, LaTeX, Makros etc. (I) ===


5.1) LaTeX2e -- Grundlegendes
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

5.1.1) Was benötige ich, wenn ich von LaTeX 2.09 auf LaTeX2e umsteigen
bzw. eine neuere LaTeX2e-Version installieren will?

Grundsätzlich sollte man sich beim Umstieg von 2.09 oder beim Update
einer älteren 2e-Version immer die komplette LaTeX2e-Distribution im
Verzeichnis ``base'' besorgen und installieren, nie einzelne Dateien
oder nur einzelne Class-Dateien. Nach dem Entpacken der Distribution
und Installation der einzelnen Dateien ist ein neues Format zu
generieren. Die Anleitung ``base/install.txt'' enthält genauere
Informationen und wichtige Hinweise -- bitte durchlesen!

Notwendig:
- alle Dateien im Verzeichnis ``base''.
- die zusätzlichen CM-Schriften `cmmib' und `cmbsy' in den
Designgrößen 5, 6, 7, 8 und 9 Punkt.

Optional, da schon in ``base'' enthalten:
- Will man sich, insbesondere auf langsameren Rechnern, das Entpacken
der dtx-Dateien in ``base'' sparen, benötigt man noch zusätzlich
die Dateien im Verzeichnis ``unpacked''.
- Ebenso befindet sich im Verzeichnis ``doc'' die schon formatierte
Dokumentation, also die Dateien ``base/???guide.tex''.

Empfohlen:
- Standard-Zusatzpakete, in ``packages/tools''
- Graphics-Paket zur Einbindung von externen Grafiken, in
``packages/graphics''
- weitere Pakete im Verzeichnis ``packages''

base: CTAN: macros/latex/base/
CTAN: macros/latex/unpacked/ (optional)
CTAN: macros/latex/doc/ (optional)
packages: CTAN: macros/latex/packages/
line/lcircle/lasy: CTAN: fonts/latex/{mf,tfm}/
cmmib/cmbsy: CTAN: fonts/ams/amsfonts/{sources/extracm,tfm}/
CTAN: fonts/cm/sauter23/


5.1.2) Ich habe gehört, daß es für meine LaTeX2e-Versionen Patches
gibt. Welche Dateien benötige ich, was muß ich tun?

Für jeden LaTeX2e-Patch benötigt man immer zumindest die Datei
`patches.txt'. Sie beschreibt genau, welche weitere Dateien man noch
zu einem _kompletten_ Patch benötigt. In vielen Fällen gibt es neben
der Datei `ltpatch.ltx', die LaTeX2e-Kernel-Patches enthält, noch neue
Versionen weiterer Dateien! Näheres in `patches.txt'.
Nachdem man die Dateien geholt und installiert hat, muß ein neues
Format erstellt und installiert werden, damit die Patches in
`ltpatch.ltx' aktiv werden. Zur Kontrolle: Danach sollte beim
Formatieren eines Dokuments nach der Meldung `LaTeX2e <1997/12/01>'
noch der Zusatz `patch level X' erscheinen, wobei `X' mit dem
installierten Patch übereinstimmen muß.

patches.txt: CTAN: macros/latex/base/patches.txt


5.1.3) Was kann ich mit einer Datei mit Endung `.dtx' anfangen?
Benötige ich dazu auf alle Fälle LaTeX2e?

Dateien mit `.dtx' sind sogenannte `docstrip archive files', also ein
Archiv, aus dem man mit dem Tool `docstrip' verschiedene Dateien
entpacken kann. Zum Entpacken benötigen Sie nur die Datei
`docstrip.tex' oder `docstrip.dtx' und das Programm TeX. `docstrip.tex'
können Sie mit LaTeX 2.09, LaTeX2e und auch mit Plain-TeX verwenden.
Wie Sie eine `.dtx'-Datei entpacken müssen, sollten Sie aus einer
Beschreibung zu Beginn der `.dtx'-Datei oder einer separaten
README-Datei entnehmen können. Existiert eine gleichnamige Datei mit
Endung `.ins', so können Sie in den meisten Fällen das `.dtx'-Archiv
``file.dtx'' mit ``tex file.ins'' entpacken. Näheres entnehmen Sie
bitte der Beschreibung des Archivs.
Die Dokumentation eines Pakets und der Makros sind ebenso in einem
`.dtx'-Archiv enthalten. Zum Formatieren dieser Dokumentation
benötigen Sie jedoch ein installiertes LaTeX2e -- für einige ältere
Archive reicht auch noch das alte LaTeX 2.09. Was Sie genau tun
müssen (Formatieren, Indexerstellung etc.), um eine Dokumentation zu
erhalten, entnehmen Sie bitte auch der mitgelieferten Beschreibung des
Archivs.

Hinweis: Mit LaTeX2e ab Dezember 1995 wurde eine Version des Tool
`docstrip.dtx' verteilt, das gleichzeitig mehrere Dateien aus einem
Archiv entpacken kann und damit um einiges schneller ist. Deshalb
lohnt es sich, wenn Sie eine ältere Version benutzen, diese durch die
neue Version zu ersetzen.

docstrip: CTAN: macros/latex/base/docstrip.{dtx,ins}
(Bestandteil von LaTeX2e, kann aber auch mit Plain-TeX
verwendet werden!)

5.2) LaTeX2e -- Probleme beim Umstieg von LaTeX 2.09

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

5.2.1) Anweisungen wie \tenrm, \twlrm, \fivrm etc., die von einigen
Paketen wie PiCTeX verwendet werden, sind nicht mehr definiert.
Was muß ich da ändern?

Diese Namen für Schriften wurden nie dokumentiert und sollten im alten
LaTeX 2.09 nur LaTeX-intern verwendet werden. Da das
Fontauswahlschema namens NFSS2 in LaTeX2e komplett neu geschrieben
wurde, sind diese ehemals internen Namen nicht mehr vorhanden. Es ist
daher am besten, diese alten Pakete so umzuschreiben, daß diese
internen Schriftnamen nicht mehr verwendet werden. In der
Zwischenzeit kann man mit Hilfe des Paketes `rawfonts' diese Namen
nachdefinieren, wie z.B. mit

\usepackage[only,fivrm]{rawfonts}

für PiCTeX.

rawfonts.sty: CTAN: macros/latex/packages/tools/


5.2.2) Beim Umstieg von LaTeX 2.09 mit NFSS (Version 1) auf LaTeX2e
ändert sich auch das Verhalten der Anweisungen \rm, \bf, \it
etc. auf das Verhalten des Original-LaTeX 2.09. Wie bekomme
ich das alte, inkompatible Verhalten von NFSS Version 1?

Mit dem Paket `newlfont' erhält man das Verhalten von NFSS v1, ohne
daß man in den meisten Fällen das Dokument ändern muß:

\usepackage{newlfont}

Für neue Dokumente sollte man jedoch besser gleich die neuen
Anweisungen \textrm{...}, \textbf{...}, \textit{...} etc. verwenden.
Diese Anweisungen haben darüber hinaus den Vorteil, daß eine eventuell
notwendige `italic correction' automatisch eingefügt wird.

newlfont.sty: CTAN: macros/latex/packages/tools/


5.2.3) Einige mathematische Symbole (\Box, \lhd, \leadsto, \Join,
\mho, \sqsubset etc.) sind nicht mehr definiert -- wieso?

Die LaTeX-Symbolschriften `lasy10' und `lasyb10' enthalten nur sehr
wenige, relativ selten benutzte Symbole. Daher werden diese Schriften
in LaTeX2e nicht mehr per Default mitgeladen, sondern müssen vom
Benutzer explizit mit

\usepackage{latexsym}

dazugeladen werden.


5.2.4) Kann es sein, daß es in LaTeX2e den Parameter \footheight und
die internen Parameter \@maxsep und \@dblmaxsep nicht mehr
gibt? Gibt es einen Ersatz?

Der Parameter \footheight und die internen Parameter \@maxsep und
\@dblmaxsep wurden in LaTeX 2.09 nie ausgewertet. Deshalb wurden sie
in LaTeX2e entfernt, um die dadurch gesparten Längenregister für
andere Zwecke einsetzen zu können. Zur Anpassung von alten
Dokumentstilen an LaTeX2e kann man daher eine Zuweisung an diese
Parameter einfach ersatzlos streichen.


5.2.5) Mit älteren Dokumentklassen bekomme ich den Fehler `! Undefined
control sequence.' oder `! LaTeX Error: \mit undefined.' für
die Schriften \mit und \cal. Wieso?

Bis LaTeX2e <1994/12/01> wurden \cal und \mit im Kernel definiert.
Weil diese Definitionen aber in jeder Standard-Dokumentklasse durch
robustere Varianten ersetzt werden, hat das LaTeX2e-Team sich
entschlossen, \cal und \mit nicht mehr im Kernel vorzudefinieren.
Damit ist es aber erforderlich, daß alle Dokumentklassen, die \cal
und \mit nicht definieren oder mit \renewcommand umdefinieren,
angepaßt werden müssen. Bei den Standard-Dokumentklassen hat das
niemand bemerkt, da die notwendigen Anpassungen dieser Dateien
automatisch mit einer neuen LaTeX2e-Version mitinstalliert werden.

5.3) (Silben-)Trennung, Absatz-, Seitenumbruch
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

5.3.1) Warum trennt (La)TeX Worte mit Umlauten nicht oder nicht
korrekt?

Wie TeX Worte mit Umlauten trennt, hängt davon ab, ob die verwendete
Schrift Umlaute als eigene Lettern enthält und ob man auf diese
Lettern durch entsprechende Paket-Deklarationen beim Setzen eines
Textes auch zugreift.
Bei den alten CM-Schriften muß TeX Umlaute aus einem Buchstaben und
einem Akzent zusammenbasteln, da diese keine Lettern für Umlaute
enthalten. Diese Akzent-Konstruktion irritiert TeXs Trennalgorithmus,
und so trennt TeX nur den Wortteil bis zum ersten Umlaut. In
`german.sty' und einigen(!) Babel-Versionen wird durch einen aus dem
TeXbook (Anhang D, S. 394, \allowhyphens) entnommenen Trick erreicht,
daß alle Wortteile zwischen den Umlauten einzeln getrennt werden. Bei
dieser Vorgehensweise werden nicht alle Trennstellen gefunden oder es
treten teilweise falsche Trennungen (Bsp.: "ubert-ragen statt
"uber-tra-gen) auf.
Abhilfe schaffen nur Schriften wie die EC-Schriftfamilie (siehe
Abschnitt 10.1), da in diesen die Umlaute als einzelne Lettern
enthalten sind. Unter neueren Versionen von LaTeX2e und `german.sty'
bzw. Babel lassen sich die EC-Schriften (oder die veraltete
Testversion DC-Schriften) recht einfach durch die Deklaration

\usepackage[T1]{fontenc}

(in der Präambel des Dokuments) verwenden.


5.3.2) Wie kann ich Trennungsausnahmen mit Umlauten in \hyphenation
verwenden?

Auch hier gilt, daß man in \hyphenation in den Trennungsausnahmen nur
Zeichen verwenden kann, für die auch Lettern in der momentan benutzten
Schrift existieren (siehe Abschnitt 5.3.1). Da mit CM-Schriften die
Umlaute aus zwei Lettern zusammengesetzt werden müssen, kann man für
Wörter mit Umlauten keine Trennungsausnahmen angeben. Erst bei
Verwendung von T1-kodierten Schriften, wie der EC-Schriftfamilie, oder
auch von Schriften in einer entsprechenden anderen Kodierung, die
eigene Lettern für Umlaute enthalten, kann man Trennungsausnahmen
angeben.

Hier ist ein einfaches Beispiel (`german.sty' ist hier nur zum
Umschalten auf die deutschen Trennmuster `ghyph31.tex' notwendig):

\documentclass{article}
\usepackage{german}
\usepackage[T1]{fontenc}
\hyphenation{Ver-st\"ar-ker-aus-gang}
\begin{document}
\showhyphens{Verst\"arkerausgang}
% ohne Trennausnahme: Ver-st^^e4r-ke-r-aus-gang
% mit Trennausnahme: Ver-st^^e4r-ker-aus-gang
\end{document}


5.3.3) Wie kann ich `Hurenkinder' (engl. widows), also einzelne
Zeilen eines Absatzes am Kopf von Buchseiten, bzw.
`Schusterjungen/Waisenkinder' (engl. clubs), einzelne
Absatzzeilen auf der Seite unten, verhindern?

TeX kennt die Parameter \widowpenalty und \clubpenalty, mit denen man
die `Strafpunkte' festlegen kann, falls ein Hurenkind bzw. ein
Schusterjunge beim Seitenumbruch entstehen sollte. Außerdem gibt es
noch den Parameter \displaywidowpenalty für Hurenkinder nach einer
abgesetzten mathematischen Formel. Da TeX den Wert 10000 als
unendlich große Strafe interpretiert, kann man mit den Zeilen

\clubpenalty = 10000
\widowpenalty = 10000 \displaywidowpenalty = 10000

Hurenkinder und Schusterjungen komplett unterdrücken. (Das Paket
`schuster' enthält genau diese Zeilen.)
Man sollte jedoch bedenken, daß man bei einem Satzspiegel mit fester
Höhe (\flushbottom) und registerhaltigem Satz Hurenkinder und
Schusterjungen nur schwerlich verhindern kann -- insbesondere wenn man
dies bei zweiseitigem Druck für jede Doppelseite beachten muß. Hier
ist es oft besser, die einzelne Zeile zuzulassen oder zu versuchen,
einen Absatz durch geringfügige Umformulierung eine Zeile länger oder
kürzer zu machen.
Weiterhin gibt es die Möglichkeit, Absätze, die schon sehr voll
sind, mit \looseness=1 um eine Zeile zu dehnen oder Absätze, die recht
leer sind, mit \looseness=-1 um eine Zeile zu kürzen. Manchmal führt
dies jedoch zu merklichen Änderungen des Grauwerts des Absatzes.
(Achtung: Der Wert von \looseness gilt nur für den aktuellen Absatz.)


5.3.4) Wie muß in LaTeX2e die Datei `hyphen.cfg' aussehen, um die
deutschen Trennmuster `ghyph31.tex' in das LaTeX-Format
einzubinden?

Eine Anleitung zur Installation der deutschen Trennmuster enthält
`germdoc', die Kurzbeschreibung des German-Styles vom Mai 1997.
Diese Anleitung beschreibt auch die Installation der Trennmuster in
Plain-TeX und LaTeX 2.09. Beispiel von `hyphen.cfg' für LaTeX2e:

%% Konfigurationsdatei -- Trennmuster: `hyphen.cfg'
\message{== Loading hyphenation patterns:}

\chardef\l@USenglish=\language
\chardef\l@english=\l@USenglish %% british english als `Dialekt'
\input hyphen

\newlanguage\l@german \language=\l@german
\chardef\l@austrian=\l@german
\input ghyph31

%% weitere Sprachen nach folgendem Schema:
% \newlanguage\l@SPRACHE \language=\l@SPRACHE
% \chardef\l@DIALEKT=\l@SPRACHE
% \input SPRACHhyphen

%% Default-Trennmuster: USenglish
\language=\l@USenglish \lefthyphenmin=2 \righthyphenmin=3
\endinput

Hinweis: Einige Distributionen (z.B. teTeX) benutzen stillschweigend
die Datei `hyphen.cfg' aus dem Babel-Paket. Außerdem wurde meist
`hyphen.tex' in `ushyph1.tex' umbenannt, um unter dem Namen
`hyphen.tex' die Datei `hyphen.cfg' aus Babel auch für Plain-TeX
einbinden zu können. In diesem Fall führt ein ``\input hyphen'', wie
im obigen Beispiel beschrieben, zu einer Endlosschleife!

germdoc: CTAN: language/german/germdoc.tex


5.3.5) Wieso werden Texte in `typewriter'-Schriften nicht getrennt?
Gibt es eine Möglichkeit, daß doch getrennt werden kann?

TeX trennt nur, wenn die aktuell verwendete Schrift einen Divis
(Trennungsstrich) besitzt. Dazu ist jeder Schrift ein Divis durch den
Parameter \hyphenchar<font> zugeordnet, der bei den meisten Schriften
auf den Wert `\-, also auf das Zeichen ``-'', gesetzt ist. Bei den
`typewriter'-Schriften ist dieser Wert aber auf -1 gesetzt, d.h. auf
ein nicht vorhandenes Zeichen. Damit ist die Trennung für diese
Schriften unterdrückt, was in den meisten Fällen auch sinnvoll ist.
Will man dennoch, daß TeX einen in `typewriter' gesetzten Textteil
automatisch trennt, so muß man den \hyphenchar für diese Schriften auf
`\- setzen. Dies geht in LaTeX2e am einfachsten, wenn man die
Anweisung \ttfamily umdefiniert:

\newcommand{\origttfamily}{}% sollte noch nicht definiert sein!
\let\origttfamily=\ttfamily % alte Definition von \ttfamily sichern
\renewcommand{\ttfamily}{\origttfamily \hyphenchar\font=`\-}

Man könnte alternativ dazu auch die Dateien `*cmtt*.fd' ändern und die
Anweisung \hyphenchar\font\m@ne in \DeclareFontFamily entfernen. Dies
ist jedoch nicht ratsam, wenn man Texte an andere weitergeben will, da
man dann nicht vergessen darf, die so geänderten `*.fd'-Dateien
mitzugeben.
Für LaTeX 2.09 (oder analog auch für Plain-TeX) muß das Makro \tt
umdefiniert werden:

\newcommand{\origtt}{}
\let\origtt=\tt
\renewcommand{\tt}{\origtt \hyphenchar\font=`\-}

Wichtiger Hinweis: TeX kann eine Schrift unter unterschiedlichen
Namen laden, wobei TeX alle diese Schriften nur ein einziges Mal lädt
und für die anderen Schriften nur `Aliases' anlegt. Daher gibt es
\hyphenchar<font> nur einmal pro `echten' Font und \hyphenchar<font>
ist wie auch \fontdimen<font> ein besonderer Parameter: Alle
Zuweisungen an \hyphenchar<font> werden _immer_ global ausgeführt.
Außerdem sieht sich TeX diesen Parameter erst am Absatzende beim
Umbruch dieses Absatzes an, so daß mit obiger Änderung nicht möglich
ist, die Trennung für einen in `typewriter' gesetzten Textteil zu
ermöglichen, für einen anderen im selben Absatz zu verbieten.

5.4) Seitenlayout, Layout allgemein, Kopf- und Fußzeilen

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

5.4.1) Gibt es neben den Standard-LaTeX-Klassen auch Klassen mit einem
`europäischeren' Design?

Die NTG hat verschiedene Klassen entwickelt, die im Vergleich zum
Layout der Standard-LaTeX-Klassen kleinere Überschriften und eine
einheitlichere Einrückung der Absätze und Listen definieren.
Das KOMA-Script-Paket für LaTeX2e ist eine Weiterentwicklung des
Script-Paketes. Letzteres wird nicht mehr gepflegt und kann nur unter
LaTeX 2.09 verwendet werden (es existiert eine LaTeX2e-`Anpassung').

ntgclass: CTAN: macros/latex/contrib/supported/ntgclass/
koma: CTAN: macros/latex/contrib/supported/koma-script/
script: CTAN: macros/latex209/contrib/script/
macros/latex/contrib/other/script/

5.4.2) Ich suche eine Klasse für Briefe, die weitgehend die
uverschiedenen DIN-Normen und deutschen Gepflogenheiten
berücksichtigt.

Unter LaTeX 2.09 ist `dinbrief' weit verbreitet, der von anderen
Autoren auch für LaTeX2e verfügbar gemacht wurde. Darüber hinaus
findet man im KOMA-Script-Paket die Klasse `scrlettr' und es gibt mit
`g-brief' und `akletter' noch weitere Beispiele für angepaßte Klassen.

dinbrief: CTAN: macros/latex/contrib/supported/dinbrief/ (für LaTeX2e)
macros/latex209/contrib/letters/dinbrief/ (für 2.09)
koma: CTAN: macros/latex/contrib/supported/koma-script/
g-brief: CTAN: macros/latex/contrib/supported/g-brief/
akletter: CTAN: macros/latex/contrib/supported/akletter/
(Anm.: `akletter' hieß in früheren Version `myletter', ein
schlechter, weil häufig gewählter Name.)


5.4.3) Gibt es eine bequemere Möglichkeit, ein Seitenlayout anzugeben,
als dadurch, die Parameter wie \textheight alle einzeln zu
verändern?

Mit dem Paket `typearea' aus dem KOMA-Script-Paket kann man den Anteil
des Textbereichs an der Gesamtseite abhängig von der Schriftgröße nach
Tschicholds n-Teilung der Seite berechnen lassen

\documentclass[a4paper,11pt]{...} % Ausgangspapiergröße
% BCOR1cm: zusätzlich 1cm Rand fuer die Bindung.
% DIV10: für 11pt-Schrift wird 10-Teilung verwendet, bei `oneside'
% nimmt der Text 7/10 der Restseite ein.
\usepackage[BCOR1cm]{typearea}

Die Verteilung der Ränder erfolgt dabei automatisch nach
typographischen Gesichtspunkten. Diverse Papiergrößen sowie Hoch- und
Querformat werden unterstützt, zusätzliche Formate können definiert
werden, und auch die Option `twoside' wird korrekt behandelt. Das
Paket funktioniert mit LaTeX2e, im alten Script-2.0-Paket gibt es
eine Version, die mit LaTeX 2.09 funktioniert.
Mit diesem Paket, das einem die Berechnung eines wohldefinierten
Satzspiegels abnehmen kann, kann man auch die LaTeX-Parameter für den
Textbereich durch eine einfache Schnittstelle setzen:

\documentclass[a4paper]{...} % Ausgangspapiergröße
\usepackage{typearea}
\areaset[1cm]% % Zusätzlicher Rand für die Bindung
{18cm}{25cm} % Textbreite und Höhe

Neben `typearea' gibt es mit `vmargin', `anysize' und `geometry' drei
weitere Pakete, mit denen man die LaTeX-Parameter leichter setzen
kann. Bei `vmargin' und `anysize' haben die Makroaufrufe eine
festgelegte Parameterreihenfolge, `geometry' dagegen benutzt das Paket
`keyval', mit dem die Parameter in beliebiger Reihenfolge angegeben
werden können:

\usepackage{vmargin}
\setpapersize{A4}
\setmargins{1.5cm}{1.5cm}% % linker & oberer Rand
{18cm}{25cm}% % Textbreite und -höhe
{12pt}{25pt}% % Kopfzeilenhöhe und -abstand
{0pt}{30pt}% % \footheight (egal) und Fußzeilenabstand

\usepackage{geometry}
\geometry{left=1.5cm,textwidth=18cm,top=1.5cm,textheight=25cm}

koma: CTAN: macros/latex/contrib/supported/koma-script/
script: CTAN: macros/latex209/contrib/script/
vmargin: CTAN: macros/latex/contrib/other/misc/vmargin.sty
geometry: CTAN: macros/latex/contrib/supported/geometry/


5.4.4) Gibt es einen einfachen Weg, die Seitennummer als `Seite 1 von
16' anzugeben?

Dies geht mit dem Paket `lastpage' am einfachsten, man bekommt dann
mit ``\pageref{LastPage}'' die Nummer der letzten Seite. Eine noch
mit LaTeX 2.09 laufenden Version ist im Paket `fancyheadings'
enthalten. Mit diesem Paket oder mit `scrpage' aus dem KOMA-Script-
Paket kann man dann die Kopf- oder Fußzeile einer Seite mit der Angabe
`1 von 16' ohne große Mühen umdefinieren.

lastpage: CTAN: macros/latex/contrib/other/lastpage/ (LaTeX2e)
fancyhdr: CTAN: macros/latex/contrib/supported/fancyhdr/ (LaTeX2e)
fancyheadings: CTAN: macros/latex209/contrib/fancyheadings/ (LaTeX 2.09)
koma: CTAN: macros/latex/contrib/supported/koma-script/


5.4.5) Wie kann ich den Kolumnentitel, die Kopfzeile der Seite, nach
meinen Wünschen, z.B mit einem Strich versehen?

Mit dem Paket `scrpage' und den Klassen aus dem KOMA-Script-Paket oder
mit dem Paket `fancyhdr' kann man die Kopf- und Fußzeile einer Seite
fast beliebig festlegen. Beide Pakete enthalten eine ausführliche
Dokumentation, die auch auf andere Probleme eingeht und dafür Lösungen
und Tips hat. Das Paket `fancyhdr' ist die neueste Version des
Paketes `fancyheadings' für LaTeX2e, das auf CTAN nurmehr für LaTeX
2.09 verfügbar ist.

koma: CTAN: macros/latex/contrib/supported/koma-script/
fancyhdr: CTAN: macros/latex/contrib/supported/fancyhdr/ (LaTeX2e)
fancyheadings: CTAN: macros/latex209/contrib/fancyheadings/ (LaTeX 2.09)


5.4.6) Innerhalb des optionalen Arguments von \twocolumn[...] führen
eckige Klammern [...], beispielsweise eines optionalen
Arguments einer anderen Anweisung, zu Fehlern. Wie kann ich
das verhindern?

Im Unterschied zu den geschwungenen Klammern {...}, die immer
paarweise und korrekt geschachtelt werden müssen, sucht LaTeX bei
eckigen Klammern einfach nach der nächsten schließenden eckigen
Klammer ], ohne auf korrekte Schachtelung dieser Klammern zu achten.
Um dies zu erreichen, muß man einfach innerhalb der eckigen Klammern
[...] ein geschweiftes Klammerpaar einfügen:

\twocolumn[{ ... \sqrt[3]{x^2} ... }]


5.4.7) Wie kann ich verhindern, daß der Beginn eines Absatzes
eingezogen wird? Ich will Absätze stattdessen mit zusätzlichem
Durchschuß markieren.

Meist kommt auf diese Frage ``\setlength{\parskip}{\baselineskip}
\setlength{\parindent}{0pt}'' als Antwort, jedoch fügt LaTeX \parskip
auch an verschiedenen anderen Plätzen ein, u.a. auch zu Beginn und am
Ende einer Liste und zwischen den Listenelementen. Dies kann man mit
dem Paket `parskip' von H. Partl zum Teil verhindern, wenn auch nicht
komplett.
Außerdem enthalten die NTG-Klassen Varianten mit verschiedenen
Layouts, darunter eine Variante (`artikel3', `rapport3', `boek3') mit
zusätzlichem Durchschuß und ohne Einzug. In diesen Varianten wird wie
mit dem Paket `parskip' zusätzlicher Abstand verhindert.
Ob man nun den Beginn eines neuen Absatzes mit einem Einzug oder mit
einem zusätzlichen Durchschuß markiert, ist immer wieder Anlaß zu mehr
oder weniger ausgiebigen Diskussionen. Um einen weitverbreiteten
Irrtum auszuräumen: Der einzuglose Satz hat im ``deutschen Buchsatz''
keine Tradition. Einzugloser Satz, ob nun mit oder ohne zusätzlichen
Durchschuß, ist im Zeitungs- und Zeitschriftensatz weit verbreitet, so
daß er manchen vertrauter erscheint als der traditionelle Buchsatz mit
Einzug. Letztendlich sollte man bei der Wahl, ob mit oder ohne
Einzug, an den Leser denken; wie einfach dieser einen neuen Absatz,
den Beginn eines neuen Teils der niedergeschriebenen Gedankenfolge,
immer klar und deutlich erkennen kann.

parskip.sty: CTAN: macros/latex209/contrib/misc/parskip.sty
NTG-Klassen: CTAN: macros/latex/contrib/supported/ntgclass/

--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 5 ---

DE-TeX-FAQ-Maintainer

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
to

Posted-By: auto-faq 3.3 beta (Perl 5.003)
Archive-name: de-tex-faq/part10

Posting-Frequency: monthly
Copyright-Notice: siehe Abschnitt 1.1/see Section 1.1
URL: http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/


Fragen und Antworten (FAQ) über

das Textsatzsystem TeX und
~~~~~~~~~~~~~~~~~~
DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

(Version 37 vom März 1998)

=== Teil 10: Metafont und Schriften (Fortsetzung) ==


10.1) Die EC-Schriftfamilie und andere T1-kodierte Schriften

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

10.1.1) Wozu benötige ich neben der Computer-Modern-Schriftfamilie
noch eine weitere Familie, die genau dasselbe Aussehen hat?

Die Schriften der Computer-Modern-(CM)-Familie enthalten nur jeweils
128 verschiedene Zeichen. Es fehlen daher beispielsweise Umlaute und
alle akzentuierten Zeichen anderer europäischer Sprachen. Diese
Zeichen müssen bei Verwendung der CM-Schriften durch eine
Box-Konstruktion aus Einzelzeichen zusammengebaut werden. Da TeX zur
Trennung von Wörtern die Codes der Zeichen in der jeweiligen Schrift
verwendet, werden Wörter mit Umlauten nur unvollständig, fehlerhaft
oder überhaupt nicht getrennt.
Diese Nachteile vermeiden die EC-Schriften, indem sie in die bisher
ungenutzten 128 Zeichenpositionen akzentuierte Zeichen legen.
Außerdem wurden die Positionen der `unteren' 128 Zeichen im Vergleich
zu den CM-Schriften klarer strukturiert. So wurden die Positionen,
die in den CM-Schriften mit den griechischen Großbuchstaben belegt
sind, die für den mathematischen Formelsatz genutzt werden, in den
EC-Schriften mit Lettern für gewöhnlichen Text belegt. So werden die
Zeichen für Text- und mathematischen Formelsatz sauber in
entsprechende Fonts voneinander getrennt, um die dadurch auftretenden
Seiteneffekte zu vermeiden und um Schriften einfacher kombinieren zu
können.


10.1.2) Was ist die Kodierung `T1'?

Die Kodierung der EC-Schriften, die auf der TeX-Tagung TUG'90 in
Cork/Irland festgelegt wurde, wird in LaTeX2e als `T1'-Kodierung
bezeichnet. Diese Kodierung entspricht im wesentlichen dem Code ISO
8859-1 (Latin-1) mit dem Unterschied, daß das scharfe s zu den anderen
akzentuierten Kleinbuchstaben auf Position 255 gesetzt wurde und daß
die in ISO Latin-1 mit Control-Zeichen belegten Bereiche 0-31 mit
Akzenten, Anführungszeichen und Ligaturen bzw. 128-159 mit Lettern aus
ISO Latin-2 (für die osteuropäischen Sprachen) belegt wurden. Eine
Kodierungstabelle findet man beispielsweise in `dcdoc.tex', der
Dokumentation der T1-kodierten EC-Schriftfamilie.
Hinweis: Mit LaTeX2e kann man mit Hilfe des standardmäßig
enthaltenen Pakets `fontenc' sehr einfach mit

\usepackage[T1]{fontenc}

T1-kodierte Schriften verwenden, falls wie bei den EC-Schriften die
zugehörigen .fd-Dateien vorhanden sind. (Mit dem Paket `inputenc'
kann man die verwendete Kodierung der (La)TeX-Eingabedatei festlegen;
diese hat jedoch mit der Kodierung der Schrift _nichts_ zu tun!)

dcdoc.tex: CTAN: fonts/jknappen/ec/mf/dcdoc.tex


10.1.3) Was sind die EC-Schriften? Was sind die DC-Schriften?
Wo liegt der Unterschied zwischen DC- und EC-Schriften?

Bis Mitte Januar 1997 gab es die DC-Schriften `nur' als Testversion,
von denen die Versionen 1.0, 1.1, 1.2 und 1.3, teilweise in mehreren
Patchleveln, veröffentlicht wurden. Diese Testversionen hatten noch
den einen oder anderen Fehler und die Schriftdefinitionen wurden
verändert und weiterentwickelt, so daß die tfm-Dateien der einzelnen
Versionen untereinander inkompatibel sind. Es kann also sein, daß ein
Dokument, das DC-Schriften verwendet, mit einer neuen Version der
DC-Schriften bzw. den EC-Schriften einen anderen Umbruch haben wird.
Die endgültige, ausgetestete, stabile Version der DC-Schriften heißt
European/Extended-Computer-Modern-(EC)-Schriften. Sie ist ab Mitte
Januar 1997 verfügbar und wird ab dem LaTeX2e-Release vom Dezember
1996 unterstützt (siehe Abschnitt 10.1.4). Die EC-Schriften sollen
ebenso stabil wie die CM-Schriften sein, d.h. die tfm-Dateien dieser
Schriftfamilien sollte sich nicht mehr ändern.


10.1.4) Wie kann ich mit LaTeX2e die neuen EC-Schriften verwenden?
...oder muß ich dazu gar alle .fd-Dateien selbst ändern?

Um mit LaTeX2e die EC-Schriften ohne viel Aufwand benutzen zu können,
benötigt man die LaTeX2e-Version vom Dezember 1996 oder neuer. Mit
dieser muß nurmehr in der Präambel die Zeile
\usepackage[T1]{fontenc}
eingefügt werden.
Ab LaTeX2e vom Juni 1997 werden die EC-Schriften automatisch als die
T1-kodierten CM-Schriften deklariert, so daß keine weiteren
Installationsschritte notwendig sind. Mit der älteren Version vom
Dezember 1996 werden die .fd-Dateien so konfiguriert, daß die
DC-Schriften v1.2/1.3 verwendet werden. Damit stattdessen die
EC-Schriften verwendet werden, muß zusätzlich mit Hilfe der Datei
``ec.ins'' die entsprechenden .fd-Dateien ausgepackt werden. Näheres
dazu findet man in der Datei ``install.txt'' im LaTeX2e-Paket.


10.1.5) Wozu dienen die `tc'-Schriften? Was ist die Kodierung `TS1'?

Es gibt mehr als 256 Zeichen, die man in einem Text verwenden will.
Deshalb werden selten benötigte, jedoch nützliche Zeichen, die nicht
mehr in der T1-Kodierung Platz fanden, in einer sogenannten `text
companion'-Schrift in der Kodierung `TS1' zusammengefaßt. Diese
Schriften sind passend zur Hauptschrift entworfen und können daher
problemlos mit dieser verwendet werden. Die endgültigen Menge von
Lettern einer Text-Companion-Schrift und deren Kodierung `TS1' ist
z.Zt. noch nicht vollständig festgelegt und kann sich in späteren
Versionen ändern.
Die Text-Companion-(tc)-Schriften sind im EC-Schrift-Pakets
enthalten. Unter LaTeX2e gibt es zur einfachen Einbindung das
`textcomp'-Package in einer Alphatest-Version. Eine Kodierungstabelle
der Text-Companion-Schriften findet man in `dcdoc.tex', der
Dokumentation der EC-Schriftfamilie. Das Paket `mathcomp' stellt
einige ausgewählte Zeichnen aus den TC-Schriften zur Benutzung im
Math-Modus zur Verfügung, darunter \tcohm, \tccentigrade, \tcmu (mu),
\tcperthousend, \tcpertenthousend, \tcdigitoldstyle{0-9}.
Will man PostScript-Schriften in TS1-Kodierung benutzen, so sollte
man sich die aktuellsten PostScript-Anpassungen besorgen. Seit
Februar 1997 gibt es zumindest für die Standard-PostScript-Schriften
entsprechende virtuelle Fonts und .fd-Dateien für LaTeX2e.

tc-Fonts: CTAN: fonts/jknappen/ec/
dcdoc.tex: CTAN: fonts/jknappen/ec/mf/dcdoc.tex
textcomp: CTAN: fonts/psfonts/ts1/ (momentan nur als Test-Version!)
mathcomp: CTAN: macros/latex/contrib/supported/mathcomp/
psfonts: CTAN: fonts/psfonts/adobe/ (Standard-PS-Schriftanpassungen)


10.1.6) LaTeX2e verlangt `ecrm1000' oder `dcr1000', ich kann diesen
Font aber nicht finden und habe nur Fonts wie `dcr10'. Was
mache ich falsch?

Die aktuellste Version der DC-Schriften ist EC v1.0, man sollte nur
noch diese einsetzen.
Ab der Version 1.2 der DC-Schriften, die Jörg Knappen Anfang
September 1995 veröffentlichte, werden für die DC- und EC-Schriften
ein anderes Schema zur Benennung der Dateinamen verwendet. Dieses
löste das alte Schema für die Version 1.1 ab, die im März 1992(!)
erstellt wurden.
Folgte die Version 1.1 dem CM-Vorbild und fügte dem Basisnamen der
Schrift noch die Entwurfsgröße in Punkt, also z.B. `dcr' + 10 =>
``dcr10'', so wird ab Version 1.2 die Entwurfsgröße in 1/100 Punkt und
immer vierstellig angegeben, wie z.B. `dcr' + 10*100 => ``dcr1000''.
Dadurch können nun auch nicht ganzzahlige Entwurfsgrößen
unproblematisch erfaßt werden. Beispielsweise hat `dcr' in der
Entwurfsgröße 17.28 pt den Namen ``dcr1728''.
Zur Veröffentlichung der EC-Schriften Mitte Januar 1997 wurde dieses
Namensschema nochmals leicht geändert. Der Basisnamen ist nun immer
vier Zeichen lang, beispielsweise `ecrm' statt `dcr'.
Mit den neuen Versionen wurden neben dieser Nomenklatur auch sehr
viele Dinge im Aussehen der einzelnen Zeichen, den Ligaturen und den
Unterschneidungen (`Kerning') geändert, so daß ein Umstieg auf die
EC-Schriften angebracht ist.


10.1.7) Ich habe bisher die DC-Schriften Version 1.1, 1.2 oder 1.3
verwendet und habe sehr viele Dokumente. Wie kann ich jetzt
am einfachsten auf die EC-Schriften umsteigen?

LaTeX2e unterstützt seit der Version vom Dezember 1996 die neuen
EC-Schriften (siehe Abschnitt 10.1.4), daher sollte diese oder eine
neuere LaTeX2e-Version installiert werden. Ist ein Dokument als
LaTeX-Eingabedatei vorhanden, übersetzt man dieses einfach mit der
neuen LaTeX2e-Version nochmals.
Für andere (La)TeX-Dokumente oder dvi-Dateien, von denen man den
Quelltext nicht besitzt, gibt es momentan folgende Möglichkeiten:

* Für die Version 1.3pl4 der DC-Schriften gibt es virtuelle Fonts,
die alle Zugriffe auf die DC-Schriften auf die entsprechenden
EC-Schriften, die installiert sein müssen, abbilden. Die
virtuellen Fonts stellen einen vollwertigen Ersatz dar, sind klein,
können für alle Ausgabegeräte verwendet werden und man kann daher
die pk-Dateien der DC-Schriften für alle Ausgabegeräte löschen.
Das Druckergebnis ist nicht unterscheidbar.
Für Version 1.2 und 1.3 kleiner Patchlevel 4 können die virtuellen
Fonts für Version 1.3pl4 verwendet werden. Die dabei auftretenden
Prüfsummenfehler (`checksum error') der dvi-Treiber kann ignoriert
werden. Die Unterschiede im Druckergebnis ist minimal.
Alte Dokumente, die als dvi-Datei vorliegen, kann man mit dem Tool
`dvicopy' und diesen virtuellen Fonts in dvi-Dateien wandeln, die
nur die EC-Schriften referenzieren.

* Für die Version 1.1 der DC-Schriften gibt es momentan noch keinen
einfachen Weg. Ein einfaches Umbenennen (oder Setzen eines `links'
unter Unix) von beispielsweise ``ecrm1000.tfm'' nach ``dcr10.tfm''
ergibt andere Druckergebnisse durch die stärkeren Unterschiede in
den Maßen der Lettern und deren Positionierung zwischen der EC- und
dieser sehr alten DC-Version, sollte aber für Korrekturausdrucke
ausreichen.
Eventuell wird es auch für die Version 1.1 der DC-Schriften
virtuelle Fonts geben, die diese auf die EC-Schriften abbilden.

vf-dc13: CTAN: fonts/dc/


10.1.8) Gibt es die zu den EC-Schriften gehörenden Schriften für den
mathematischen Formelsatz?

Nein, leider noch nicht. Zur Zeit existiert ein gemeinsames LaTeX3-/
TUG-Technical-Working-Group-(TWG)-Projekt; Barbara Beeton,
Herausgeberin des TUGboat und Mitarbeiterin bei der American
Mathematical Society (AMS), ist Vorsitzende dieser TWG. Die
Arbeitsgruppe hat die nicht-triviale Aufgabe, alle benötigten
mathematischen Zeichen zusammenzutragen und entsprechende
Schriftkodierungen festzulegen. Informationen über die bisher
erarbeiteten Konzepte kann man in CTAN: info/ltx3pub/l3d007.tex
finden.


10.1.9) Wieso werden bei Verwendung von EC-Schriften noch die alten
CM-Schriften geladen? Ich dachte, daß die EC- die CM-
Schriften vollständig ersetzen können?

Da noch keine mathematischen Schriften speziell für die EC-Schriften
existieren, werden die der CM-Schriften verwendet. Die
CM-Textschriften enthalten jedoch die großen griechischen Buchstaben
für den mathematischen Formelsatz, so daß auch weiterhin diese
Textschriften zusätzlich zu den EC-Textschriften geladen werden
müssen.


10.1.10) Nach dem Umstieg von DC-Fonts v1.1 auf v1.2/1.3 fehlt in der
Ausgabe das kleine scharfe s (\ss), das grosse \SS
funktioniert dagegen. Wieso?

Die Datei `dxbase.mf', mit der man eine neue METAFONT-Base-Datei
erstellen kann, hat sich geändert. Wenn man noch die alte Datei aus
v1.1 zur Erzeugung der neuen DC-Fonts v1.2/1.3 verwendet, hat man u.a.
den Fehler, daß das kleine \ss nicht korrekt erzeugt wird.
Abhilfe: Grundsätzlich keine spezielle Base-Datei für die EC- oder
DC-Fonts verwenden, sondern die normale `plain'-Base verwenden. (Der
Zeitgewinn von ca. einer Sekunde pro Font, der früher sehr viel größer
war, geht durch Probleme wie das hier beschriebene wieder verloren.)
Hat man solch `kaputte' EC- oder DC-Fonts, muß man diese danach
nochmals komplett neu berechnen.


10.1.11) Beim Umstieg auf DC-Fonts v1.3 erhalte ich nur Fehlermeldung
von Metafont (`Incomplete if ...') oder ich erhalte den
Hinweis, daß die Versionen meines Metafont/plain.mf zu alt
ist.

Die Metafont-Quellen setzen die Benutzung einer relativ neuen
Metafont- Version voraus und verwenden Definitionen aus der Datei
`plain.mf', die in `plain.mf' v2.0 noch nicht enthalten waren.
Deshalb ist es ratsam, diese Gelegenheit zu nutzen und eine möglichst
neue Version zu installieren (siehe Abschnitt 3.1.7).
Ansonsten sollte man bei der Generierung der DC-Fonts darauf achten,
daß die Dateien

plain.mf
modes.mf % oder eine lokale `Mode-Definition'-Datei

in allen Fällen _vor_

dxbase.mf

geladen wird. (Am besten ist es, wenn man sich _keine_ spezielle
dx-Base-Datei erzeugt, sondern die normale plain-Base-Datei verwendet,
da die DC-Fonts dann `dxbase.mf' automatisch bei Bedarf nachladen.)


10.1.12) Mit den neuen DC-Fonts 1.3 von Juni 1996 und `modes.mf' 3.x
gibt es für einen 300dpi-Drucker keine Probleme. Bei einem
360dpi-Drucker (nechi, lqhires) schreibt Metafont aber statt
*.360gf-Dateien nur *.300gf-Dateien erzeugt.

Ein Fehler der DC-Fonts Version 1.3 Patchlevel 0 bzw. 1 in der Datei
`dxbase.mf' bei Verwendung von `modes.mf' v3.x führt zu diesem
Verhalten, wenn ein `mode_def' wie `nechi' einen anderen `mode_def'
verwendet und dabei nur einige Parameter anders setzt. Er tritt also
nur bei einigen `mode_def' auf.
Dieser Fehler ist durch DC-Fonts 1.3 Patchlevel 2 (von Anfang Juli
1996) behoben. Danach wurden noch weitere Fehler im Zusammenhang mit
dem `compound word mark' behoben, so daß man möglichst auf die
aktuellste Version in Form der EC-Schriften umsteigen sollte.


10.1.13) Gibt es eine Schrift mit Mediävalziffern/Minuskelziffern und
wie kann ich alle Zahlen in einem Dokument in Mediävalziffern
ausgeben?

Mediävalziffern erhält man in Plain-TeX durch \oldstyle{1234567890},
in LaTeX2e mit mit \oldstylenums{1234567890}, da TeXs Math-Italic-
Schriften diese Ziffernform bereits enthalten.
Will man alle Zahlen in einem Dokument in Mediävalziffern ausgeben,
ohne diese explizit mit \oldstyle bzw. \oldstylenums auszeichnen zu
müssen, so benötigt man spezielle Text-Fonts, in denen die meist
üblichen Versalziffern durch Mediävalziffern ersetzt wurden. Dies ist
in den ECO-Schriften der Fall, die auf den EC-Schriften basieren und
die als ``virtuelle Schriften'' die Ziffernformen ersetzen.

ECO-Fonts: CTAN: fonts/eco/ (virtuelle Schrift mit LaTeX-Paket)

10.2) PostScript-Schriften
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

10.2.1) Gibt es die CM-Fonts auch als PostScript-(Type-1)-Schriften?

Die Knuth'sche Computer-Modern-(CM)-Familie, die zusätzlichen
LaTeX-CM-Fonts, die aus der CM-Familie entstandene kyrillische
CMCYR-Familie und die AMS-Fonts zum mathematischen Formelsatz sind im
Type-1- und True-Type-Format in den beiden Schriftpaketen `Bakoma' und
`Paradissa' zu finden. Außerdem wurden die kommerziellen Umsetzungen
von Bluesky und Y&Y der CM-Familie der Öffentlichkeit zur Verfügung
gestellt, wobei die Rechte und Weiterentwicklung weiterhin bei einem
Konsortium verbleibt, in dem auch die AMS mitwirkt.
Da die kommerzielle Umsetzung ein besseres Ergebnis liefert, wird
empfohlen, dieses statt der Bakoma- und Paradissa-Pakete zu
installieren. Einige der in den Bluesky-Schriften fehlenden
CM-Schriften und die Schriften aus dem AMS-Font-Paket sind seit Herbst
1997 ebenso im Type-1-Format verfügbar.
Das Paket `type1cm' von David Carlisle enthält außerdem geänderte
LaTeX2e-fd-Dateien für die PostScript-CM-Schriften, in denen die
üblichen festen Größenabstufungen durch Bereiche abgedeckt werden, da
diese PostScript-Schriften skalierbar sind. Die mit diesen fd-Dateien
erzeugten dvi-Dateien können daher unübliche Schriftgrößen verwenden,
so daß die Weitergabe an andere problematischer sein kann.

Bluesky: CTAN: fonts/cm/ps-type1/bluesky/
AMS-Fonts: CTAN: fonts/amsfonts/ps-type1/
Bakoma: CTAN: fonts/cm/ps-type1/bakoma/
Paradissa: CTAN: fonts/cm/ps-type1/paradissa/
type1cm: CTAN: macros/latex/contrib/supported/type1cm/


10.2.2) Gibt es die EC-Fonts auch als PostScript-(Type-1)-Schriften?

Nein, leider gibt es von den EC-Fonts bislang noch keine Version in
Type-1-Format. Eine Möglichkeit besteht darin, die im Type-1-Format
existierende total veraltete Version 1.1 der DC-Fonts, die Testversion
der EC-Fonts, zu verwenden, die unter dem Namen `Bakoma-DC' verfügbar
sind. Eine andere Möglichkeit besteht darin, T1-kodierte virtuelle
Fonts zu benutzen, die die Schriften der Computer-Modern-(CM)-Familie
verwenden. Solche virtuelle Schriften sind unter dem Namen
Almost-European-(AE)-Schriften verfügbar.

AE-Fonts: CTAN: fonts/ae/
DC-1.1-Type-1: CTAN: fonts/dc1.1-obsolete/


10.2.3) Wie installiere ich mit `dvips' eine neue PostScript-Schrift,
so daß ich diese unter (La)TeX verwenden kann?

Schritt 0 -- Dokumentation lesen:
Zuerst sollte man sich die Dokumentation zum `dvips' durchlesen.
Diese beschreibt die wichtigsten Schritte, auch wenn die dort
beschriebenen Dateinamen und die Kodierungen für die PS-Schriften
veraltet sind (gilt zumindest für die Doku bis dvips Version 5.58).
Außerdem sollte man Karl Berrys Fontname, `Filenames for TeX fonts',
in der Version 2.0 (oder neuer) durchlesen, in dem ein für alle
TeX-Systeme verwendbares, einheitliches Namensschema bschrieben wird.

Schritt 1 -- TeX-Anpassungen besorgen oder selbst erstellen:
Gibt es im `psfonts'-Verzeichnis bereits fertige Anpassungen? Wenn
ja, sollte man diese verwenden. Wenn nein, sollte man sich das Tool
`fontinst' besorgen, mit dem man relativ einfach aus der mit dem
PostScript-Font mitgelieferten afm-Datei die notwendigen virtuellen
Fonts (vf-Dateien) mit den entsprechenden Fontkodierungen und
Font-Definitions-(fd)-Dateien für LaTeX2e erzeugen lassen kann. Für
Textschriften sollten zumindest vf-Dateien für OT1-Kodierung, besser
auf noch für T1-Kodierung erzeugt werden.

Schritt 2 -- PS- und TeX-Font-Dateien installieren:
Nach Schritt 1 sollten beispielsweise für die Schrift `URW Antiqua
Regular Roman Condensed' bzw. nach Berrys Namenschema `uaqr...c...'
folgende Dateien vorhanden sein:

PS-Schrift und zugehörige Font-Metrik:
uaqr8ac.{pfb,afm}

virtueller Font, zugehörige TeX-Font-Metriken und PS-Reencoding:
uaqrrc.{vpl,vf,tfm} Roman (`raw, 7-bit')
uaqr7tc.{vpl,vf,tfm} TeX-Text-/OT1-/CM-Encoding (`7-bit')
uaqr8rc.{vpl,vf,tfm} TeX Base-1 Encoding (`raw, 8-bit')
uaqr8tc .{vpl,vf,tfm} Cork-TeX-Text-/T1-/EC-Encoding (`8-bit')
8r.enc PS-Reencoding, in `fontname' enthalten

LaTeX2e-Font-Definition-Files:
ot1uaq.fd (vormals: OT1uaq.fd)
t1uaq.fd (vormals: T1uaq.fd)
antiqua.sty

und noch einige weitere Dateien für die `slanted'- und `small caps'-
Varianten, die man mit `fontinst' erzeugen kann.
Diese Dateien werden nun in folgende Verzeichnisse gelegt:

*.fd, *.sty ==> TEXINPUTS (TeX)
*.tfm ==> TEXFONTS bzw. `T'-Eintrag (TeX + dvips)
*.vf ==> `V'-Eintrag oder VFFONTS (dvips)
*.pfb/pfa ==> `H'-Eintrag oder DVIPSHEADERS (dvips)

Schritt 3 -- Map-Datei des PS-Fonts für `dvips' erstellen:
Map-Datei für `dvips' erstellen, in der die Zuordnung des
Font-Namens in TeX zu dem in PS verwendeten festgelegt wird und
evtl. die zu ladenden pfb-/pfa- und PS-Reencoding-Dateien angegeben
werden. In unserem Beispiel enthält die Map-Datei `uaq.map' die Zeile

uaqr8rc URWAntiquaT-RegularCondensed "TeXBase1Encoding ReEncodeFont"
<8r.enc <uaqr8ac.pfb

(dies muss eine einzige Zeile sein, sie wurde hier nur umbrochen, um
eine zu lange Zeilen zu vermeiden!) und evtl. noch Zeilen für weitere
Schriften und Varianten.
Diese Map-Datei in ein Verzeichnis legen, in dem `dvips' nach
PS-Header-Dateien sucht (DVIPSHEADERS bzw. `H'-Eintrag in `config.ps').

Schritt 4 -- `dvips'-Konfigurationsdatei anpassen:
Konfigurationsdatei `config.ps' des `dvips' ändern: Die in Schritt 3
erstellte Map-Datei durch die in `config.ps' neu einzutragende Zeile

p +uaq.map

zusätzlich zur Standard-Map-Datei `psfonts.map' laden. (Ältere
`dvips'-Versionen verstehen das `+' nicht; bei diesen muß man den
Inhalt der Map-Datei `uaq.map' an die Datei `psfonts.map' anhängen und
die obige Zeile in `config.ps' ist wegzulassen.) Außerdem sollte man
noch überprüfen, ob das Verzeichnis, in dem die Map-Datei und die
pfb-/pfa-Dateien zu finden sind, im Suchpfad nach PS-Header-Dateien
enthalten ist (DVIPSHEADERS bzw. `H'-Eintrag in `config.ps').

Schritt 5 -- Anpassungen testen und verwenden:
Mit LaTeX2e kann man unsere Beispielschrift einfach mittels des
Packages `antiqua' verwenden, da diese Schrift damit als \rmdefault-
Schrift verwendet wird. Ohne dieses Package kann man auch durch die
Anweisung ``\usefont{OT1}{uaq}{m}{n}'' diese Schrift kurz austesten.
LaTeX2e müßte dazu die fd- und tfm-Dateien finden und einlesen können.
`dvips' benutzt dann die angepaßte Konfigurationsdatei, die virtuellen
Schriften `uaqr*.vf', die Map-Datei `uaq.map', die eigentliche
PS-Schrift `uaqr8ac.pfb' und schließlich noch `8r.enc'.
Unter plain-TeX kann man diese Schrift relativ einfach z.B. durch
die Anweisung \font\rmantiqua=uaqr7tc laden und anschließend
verwenden. Zur Verwendung der T1-kodierten Variante `uaqr8tc' sind,
wie bei der Verwendung der EC-/DC-Schriften unter plain-TeX, noch
einige Anpassungen notwendig.
Unter LaTeX 2.09 gilt dasselbe wie für plain-TeX, nur sollte man
hier besser \newfont{\rmantiqua}{uaqr7tc} verwenden. Will man diese
Schrift und deren Varianten statt den CM-Schriften in einem Dokument
verwenden, so sind größere Änderungen notwendig, die den Rahmen dieser
FAQ sprengen würden. Am einfachsten ist ein Umstieg auf LaTeX2e!

dvips.tex: CTAN: dviware/dvips/
fontname: CTAN: info/fontname/
8r.enc: CTAN: info/fontname/8r.enc
psfonts: CTAN: fonts/psfonts/...
fonts/psfonts/urw/antiqua/ (unsere Beispielschrift)
fontinst: CTAN: fonts/psfonts/tools/finst/ (neuere Version)
fonts/utilities/fontinst/ (enthält contrib/-Verzeichnis)

--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 10 ---

DE-TeX-FAQ-Maintainer

unread,
Mar 6, 1998, 3:00:00 AM3/6/98
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Copyright-Notice: siehe Abschnitt 1.1/see Section 1.1
URL: http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/


Fragen und Antworten (FAQ) über

das Textsatzsystem TeX und
~~~~~~~~~~~~~~~~~~
DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

(Version 37 vom März 1998)

=== Teil 7: TeX, LaTeX, Makros etc. (III) ==


7.1) Gliederung, Inhalts-, Abbildungs- und andere Verzeichnisse

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

7.1.1) Beim Formatieren des \tableofcontents erhalte ich sehr viele
Meldungen mit ``overfull \hbox''. Woran liegt das?

Die Seitennummer wird in eine Box der Breite \@pnumwidth gesetzt. Der
in den Standardklassen hierfuer verwendete Wert von 1.55em kann in
manchen Situationen (Seitennummer>=1000, breiterer Font) zu klein
sein. Abhilfe:

\renewcommand{\@pnumwidth}{2em}% statt `2em' evtl. größerer Wert

Eventuell muß man dann auch den Wert im Makro \@tocrmarg anpassen.
Längere Abschnittsnummern können eine andere Ursache dieses Fehlers
sein. Hier muß man in den Definitionen der Makros \l@<type>, wie
z.B. \l@section, im Aufruf des Makros \@dottedtocline das dritte
Argument entsprechend vergrößern. Näheres hierzu im Buch ``Der
LaTeX-Begleiter''.


7.1.2) Bei einem Artikel mit sehr vielen Abschnitten und
Unterabschnitten ``klebt'' die Überschrift im `toc' direkt
hinter der Abschnittsnummer. Kann man den Platz verbreitern?

In der Datei der verwendeten Klasse wird das Aussehen einer Zeile in
den Verzeichnissen durch ein Makro namens `\l@<typ>' festgelegt. Für
eine \subsection ist dies das Makro \l@subsection, das z.B. in
`article.cls' durch

\newcommand{\l@subsection}{\@dottedtocline{2}{1.5em}{2.3em}}

Die Länge 1.5em gibt an, wie breit der Einschub vom linken Rand ist,
die Länge 2.3em, wie breit der Platz für die Abschnittsnummer sein
soll. Will man diese vergrößern, kann man dies beispielsweise mit

\renewcommand{\l@subsection}{\@dottedtocline{2}{1.5em}{3.3em}}

in einer .sty-Datei oder mit \makeatletter...\makeatother geklammert
in der Dokumentpräambel. Mehr dazu findet man im Buch ``Der LaTeX-
Begleiter''.


7.1.3) Warum werden die durch \subsubsection angegebenen Abschnitte
nicht mehr numeriert?

Jeder Gliederungsebene ist in LaTeX eine Nummer zugeordnet:

-1 part 1 section 3 subsubsection 5 subparagraph
0 chapter 2 subsection 4 paragraph

Bei der Klasse 'article' existiert der Befehl \chapter nicht,
und \part erhält die Nummer 0 zugeordnet.
Die Gliederungsebene, bis zu der numeriert wird, legt der Zähler
`secnumdepth' fest. Die Standardklassen setzen diesen Zähler auf den
Wert 2, also bis \subsection. Um auch für tieferliegende Ebenen eine
Numerierung zu erhalten, muß der Zähler entsprechend erhöht werden.
Mit ``\setcounter{secnumdepth}{4}'' werden die Überschriften der
Ebenen bis \paragraph mit einer Nummer versehen, auch wenn dies nur in
den allerwenigsten Fällen sinnvoll ist.


7.1.4) Wie erreiche ich, daß Abschnittsüberschriften zentriert werden?

Die LaTeX-Anweisungen \section, \subsection etc. werden in den
Klassendateien wie z.B. ``article.cls'' definiert. (In LaTeX 2.09
wurden sie dagegen in den Hilfsdateien wie z.B. ``art10.sty''
definiert.) Die Definitionen verwenden dabei die allgemeinere
Anweisung \@startsection, in deren sechstem Argument man
Formatieranweisungen angeben kann. Zur Änderung kopiert man sich die
Definition aus ``article.cls'' bzw. die entsprechende Klassendatei in
eine .sty-Datei, ändert \newcommand (bzw. \def) zu \renewcommand und
fügt die Anweisung \centering zu den bestehenden Formatieranweisungen
hinzu:

\renewcommand{\section}{%
\@startsection {section}{1}{\z@}%
{-3.5ex plus -1ex minus -.2ex}%
{2.3ex plus.2ex}%
{\normalfont\Large\bfseries \centering}}

Man vergesse nicht, diese Definition mit \makeatletter ...
\makeatother zu klammern oder in eine .sty-Datei zu schreiben.


7.1.5) Wie kann ich verhindern, daß z.B. \subsection usw. im Anhang in
das Inhaltsverzeichnis aufgenommen werden?

Der Zähler `tocdepth' wird nur beim \tableofcontents ausgewertet, also
nur beim Satz und nicht bei der Erstellung der `.toc'-Datei. Daher
hat eine Änderung von `tocdepth' nach dem Befehl \appendix keine
Wirkung. Stattdessen muß man dafür sorgen, daß die Änderung von
`tocdepth' mit \addtocontents in die `.toc'-Datei gelangt:

\documentclass{article}
%
\newcommand{\settocdepth}[1]{%
\addtocontents{toc}{\protect\setcounter{tocdepth}{#1}}}
%
\begin{document}
\tableofcontents
\section{Abschnitt}
\subsection{Unterabschnitt}
blabla
%
\appendix
\settocdepth{1}
%
\section{Abschnitt}
\subsection{Unterabschnitt}
\subsubsection{Unterunterabschnitt}
blabla
\end{document}


7.1.6) Wie kann ich erreichen, daß Literatur-, Abbildungs-, Tabellen-
und sonstige Verzeichnisse in das Inhaltsverzeichnis mit
aufgenommen werden?

Diese Verzeichnisse werden normalerweise nicht in das
Inhaltsverzeichnis aufgenommen. Wenn dies dennoch notwendig ist oder
erwünscht wird, kann man dies am einfachsten mit den Dokumentklassen
des KOMA-Script-Paketes erreichen, da diese Klassen die hierfür
gedachten Optionen `liststotoc', `bibtotoc' bzw. `bibtotocnumbered'
und `idxtotoc' kennen.
Mit anderen Klassen muß hierfür die Definition der Umgebung
`thebibliography' (für das Literaturverzeichnis), der Anweisungen
\listoffigures bzw. \listoftables (für das Abbildungs- bzw.
Tafelverzeichnis) oder der Umgebung `theindex' (für das
Schlagwortverzeichnis) geändert werden. Hierzu muß die benutzte
Makro- bzw. Umgebungsdefinition, die man beispielsweise in
`article.cls' finden kann, neu definiert werden und dabei innerhalb
des Arguments der Anweisung \section* die Zeile

\protect\addcontentsline{toc}{section}{\refname}

ergänzt werden. Wird statt \section* die Anweisung \chapter*
verwendet, muß in der Zeile `section' durch `chapter' ersetzt werden.
Statt \refname muß natürlich der entsprechende Name, wie \bibname,
\listfigurename, \listtablename oder \indexname eingetragen werden.
Diese Änderung vereinfacht sich, wenn das Verzeichnis auch noch
durchnumeriert werden soll. Die Ergänzung der Zeile ist dann nicht
mehr notwendig; es reicht aus, in der Neudefinition den Asterisk `*'
nach \section bzw. \chapter zu entfernen.

koma: CTAN: macros/latex/contrib/supported/koma-script/

7.2) Literaturzitate, -verzeichnis, BibTeX
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

7.2.1) Wie kann ich im Text mit dem Autor/Jahreszahl o.ä. zitieren?

Hierfür gibt es eine größere Anzahl von Paketen, wie `natbib',
`theapa' oder `cite', die dies erlauben.

natbib: CTAN: macros/latex/contrib/supported/natbib/ (LaTeX2e)
CTAN: macros/latex209/contrib/natbib/ (LaTeX 2.09, veraltet!)
theapa: CTAN: macros/latex209/contrib/theapa/
cite: CTAN: macros/latex/contrib/supported/cite/


7.2.2) Wie kann ich das BibTeX-Stylefile xyz.bst so abändern, daß an
Stelle X ein/kein Komma/Punkt erscheint, daß der Eintrag Y
anders formatiert wird etc.?

Die Programmiersprache von BibTeX, in der die .bst-Dateien geschrieben
sind, ist in der Datei `btxhak.tex' beschrieben, die jedem BibTeX-
Paket beiliegen sollte. Bevor man diese für die meisten ungewohnte
Sprache lernt, sollte man zuerst überprüfen, ob die eigenen Wünsche
schon durch das Paket `custom-bib' abgedeckt werden können. Dieses
Paket enthält ein menügesteuertes, in TeX selbst geschriebenes
Erzeugungsprogramm, das aus einer Master-bst-Datei eine bst-Datei mit
den ausgewählten Eigenschaften erzeugt.

custom-bib: CTAN: macros/latex/contrib/supported/custom-bib/ (LaTeX2e)
btxdoc/btxhak: CTAN: biblio/bibtex/distribs/doc/


7.2.3) Gibt es an's Deutsche angepaßte .bst-Dateien?

Ja, zum Beispiel kann man mit dem unter 4.4.2 genannten Paket
`custom-bib' .bst-Dateien für verschiedene Sprachen, darunter auch
Deutsch, generieren.
Unter http://www.fh-hamburg.de/pers/Lorenzen/bibtex/ findet man in
`abbrvdin.zip', `alphadin.zip', `plaindin.zip' und `unsrtdin.zip' an
DIN angepaßte BibTeX-Style-Dateien.
Außerdem gibt es folgende angepaßte .bst-Dateien und -Pakete (ohne
Gewähr, unvollständig, Reihenfolge ist _keine_ Wertung):

abstyles: CTAN: biblio/bibtex/contrib/abstyles/
dinalpha: CTAN: biblio/bibtex/contrib/dinalpha.bst
geralpha: CTAN: biblio/bibtex/contrib/geralpha/
germbib: CTAN: biblio/bibtex/contrib/germbib/


7.2.4) Wie kann ich statt der eckigen Klammern [1] im Text bzw. im
Literaturverzeichnis runde Klammern (1) oder Schrägstriche /1/
verwenden?

Für die Form der Labels im Text ist die interne Anweisung \@cite, für
die Form im Literaturverzeichnis die interne Anweisung \@biblabel
anzupassen. Deren Standarddefinitionen lauten:
\newcommand{\@cite}[2]{[{#1\if@tempswa , #2\fi}]}
\newcommand{\@biblabel}[1]{[#1]}

Will man statt der eckigen Klammern Schrägstriche, so lauten die
Redefinitionen
\renewcommand{\@cite}[2]{/{#1\if@tempswa , #2\fi}/}
\renewcommand{\@biblabel}[1]{/#1/}

Nicht vergessen: Redefinitionen von internen Anweisungen (= enthalten
ein `@' im Namen) müssen entweder in ein .sty-File geschrieben oder in
der Präambel des Dokuments durch \makeatletter...\makeatother
geklammert werden!

Die Pakete `cite' und `overcite' definieren Befehle, wie \citeleft und
\citeright, die die Klammern erzeugen und die der Benutzer mit
\renewcommand sehr einfach umdefinieren können. Nach
\usepackage{cite}
\renewcommand{\citeleft}{(}
\renewcommand{\citeright}{)}
bekommt man statt eckiger Klammern [1] runde Klammern (1).

cite,overcite: CTAN: macros/latex/contrib/supported/cite/


7.2.5) Wie kann ich verhindern, daß die Wörter im Titel eines
.bib-Eintrages kleingeschrieben werden?

Entweder den Titel komplett oder alle groß zu schreibenden Wörter
einzeln noch einmal klammern, also in der .bib-Datei statt
title = {Fragen und Antworten}
einfach
title = {{Fragen und Antworten}}
oder
title = {{Fragen} und {Antworten}}
eingeben.

Eine alternative Lösung (oder besser: Ergänzung der Klammerung) ist
die Änderung oder die Verwendung einer entsprechend geänderten
bst-Datei, in der bei der Formatierung des Titels und anderer Teile
eines Eintrages die BibTeX-Anweisung `change.case$' _nicht_ ausgeführt
wird. Dies sollte bei den an das Deutsche angepaßten bst-Dateien
(siehe 7.2.3) bereits der Fall sein, im Paket `custom-bib' (siehe
7.2.2) kann die Umwandlung über einen Menüpunkt ausgewählt werden.


7.2.6) Bei Labels wie [Rai95], die aus Teilen des Autorennamens
gebildet werden, treten Fehler bei Autorennamen mit Umlauten
auf, wie kann ich das verhindern?

Damit BibTeX die Konstruktion `\"a' für Umlaute als ein einzelnes
Zeichen korrekt erkennen kann, muß der Umlaut mit einer zusätzlichen
Klammerung im Eintrag in der .bib-Datei eingegeben werden, also als
`{\"a}' oder `{\ss}'. Tip: BibTeX-Dokumentation lesen!


7.2.7) Kann ich Umlaute direkt in einer .bib-Datei verwenden?

Jein. Einige neuere BibTeX-Implementierungen erlauben die Ein- und
Ausgabe von Umlauten und anderen akzentuierten Zeichen. Will man
diese Dateien jedoch an Personen auf anderen Rechnersystemen und
anderen BibTeX-Implementierungen weitergeben, sollte man sich auf die
Standard-Kodierung mit `{\"a}' etc. beschränken.

Im Schlüssel eines Verweises, also dem Argument von \cite bzw. dem
ersten Wort eines .bib-Eintrages, sollte man sich auf die 2*26 Klein-
und Großbuchstaben, die 10 Ziffern und die Satzzeichen beschränken.
Dieser Schlüssel muß von (La)TeX an BibTeX übergeben werden und ein
Schlüssel mit Umlauten kann auf diesem Wege eventuell zu einer anderen
Zeichenkette expandiert werden, die im BibTeX-Lauf mit keinem
Schlüssel in der .bib-Datei übereinstimmt. Dadurch kann dann der
Eintrag von BibTeX bzw. von (La)TeX nicht gefunden werden.


7.2.8) Wie kann ich erreichen, daß für Zitate im Text statt der
eckigen Klammern [1] hochgestellte Ziffern verwendet werden?

overcite: CTAN: macros/latex/contrib/supported/cite/overcite.sty


7.2.9) Wie kann ich erreichen, daß mehrere Zitate [1,3,5,7,6] zu
[1,2,5-7] sortiert und zusammengefaßt werden?

Je nach Art der bevorzugten Darstellung der Zitate im Text erreicht
mit diese mit dem Paket `cite' oder `overcite'.

cite: CTAN: macros/latex/contrib/supported/cite/cite.sty
overcite: CTAN: macros/latex/contrib/supported/cite/overcite.sty

7.3) \verb-Anweisung, verbatim- und Kommentar-Umgebungen

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

7.3.1) Wieso kann ich \verb nicht im Argument einer anderen Anweisung
wie \footnote, \parbox u.ä. verwenden? Wieso geht dies mit
LaTeX2e nicht mehr, obwohl es mit LaTeX 2.09 ging?!

Dies ging in LaTeX 2.09 auch nur, solange innerhalb des Arguments von
\verb keine Zeichen mit besonderer Bedeutung verwendet wurden. Für
diese Fälle hätte ein einfaches {\tt ...} auch ausgereicht. Die
Eingabe ``\footnote{\verb+\cite+}'' liefert auch mit LaTeX 2.09 Fehler
mit einer sehr kryptischen Fehlermeldung, deshalb wird diese falsche
Benutzung in 2e mit der aussagekräftigeren Fehlermeldung
! LaTeX Error: \verb illegal in command argument.
verhindert.


7.3.2) Wie kann ich eine eigene verbatim-Umgebung definieren?

Die intuitive Definition

\newenvironment{myverbatim}{%
\begin{verbatim}%
}{%
\end{verbatim}%
}

einer solchen Umgebung ist nicht möglich, da verbatim `festverdrahtet'
nach der Zeichenkette `\end{verbatim}' sucht, so daß die neue Umgebung
das `\end{myverbatim}' nicht als Ende erkennen kann.
Um dennoch verbatim-ähnliche Umgebungen definieren zu können, gibt
es zwei Pakete:
a) `alltt' beläßt die drei Zeichen \, { und } in ihrer besonderen
Bedeutung, ist daher keine vollständige verbatim-Umgebung.
b) `verbatim' (von Rainer Schöpf et al.) erlaubt die Definition
eigener verbatim-Umgebungen, wie z.B.

\newenvironment{myverbatim}{%
\verbatim % <== nicht \begin{verbatim} !
}{%
\endverbatim % <== nicht \end{verbatim} !
}

alltt.sty: Das Package ist Bestandteil der LaTeX2e-Verteilung seit
LaTeX2e <94/12/01>


CTAN: macros/latex/{base,unpacked}/ (LaTeX2e-Verteilung)

CTAN: macros/latex209/contrib/misc/alltt.sty (für LaTeX 2.09)
verbatim.sty: CTAN: macros/latex/packages/tools/


7.3.3) Wie kann ich eine Datei (z.B. mit Programmcode) innerhalb einer
`verbatim'-Umgebung einbinden?

`verbatim' (von Rainer Schöpf et al.) stellt für diese Zwecke die
Anweisung \verbatiminput{<filename>} zur Verfügung.


7.3.4) Gibt es eine Kommentar-/comment-Umgebung, mit der ich größere
Textteile auskommentieren kann?

Um Teile eines Textes auszukommentieren, kann man entweder zwei sehr
einfache TeX-Konstrukte verwenden, oder man bedient sich spezieller
Pakete, die unterschiedlich mächtige Kommentar-Umgebungen anbieten.
Zu den einfachen Konstrukten, die TeX selbst anbietet, zählt zum
einen die Einklammerung des zu ignorierenden Textes mit den TeX-
Primitiven \iffalse...\fi:

\iffalse
Kommentartext, wird sehr schnell überlesen
\fi

Hier sollten im Kommentartext keine `\if..'-, `\else'- und `\fi'-
Tokens (bzw. diese müssen korrekt geschachtelt sein), keine `outer'-
Makros oder unerlaubte Zeichen auftauchen, da diese zu einem Fehler
oder vielleicht zu doch nicht auskommentierten Textteilen führen
können.
Ein anderes, einfaches Verfahren ist die Verwendung eines Makros,
wobei der auszukommentierende Text in dessen Argument geschrieben
wird:

\newcommand{\kommentar}[1]{}
% ...
\kommentar{%
Kommentartext, wird als Argument gelesen und ignoriert
}%

Auch hier sollten die oben genannten Tokens nicht im Kommentartext
auftauchen, außerdem darf der Kommentartext nicht zu lang sein, da
sonst TeXs `main memory' überlaufen könnte.
Spezielle Kommentar-Umgebungen beseitigen diese Einschränkungen --
und haben meist selbst eigene Einschränkungen. `verbatim' aus dem
`tools'-Paket definiert eine sehr einfache `comment'-Umgebung, die man
jedoch nicht schachteln kann. Weiterhin gibt es noch `xcomment' (von
T. van Zandt, eine speziell an die Erfordernisse des Paketes `seminar'
angepaßte und abgespeckte Version des `verbatim'. Mit `comment' (von
V. Eijkhout) kann man neue Kommentar-Umgebungen definieren, die mit
\includecomment- und \excludecomment-Deklarationen aus- und
eingeblendet werden können.

verbatim.sty: CTAN: macros/latex/packages/tools/
xcomment.sty: CTAN: macros/latex/contrib/other/seminar/
CTAN: macros/latex209/contrib/misc/xcomment.sty
comment.sty: CTAN: macros/latex209/contrib/misc/comment.sty


7.3.5) Ich will \verb z.B. für Dateinamen und E-Mail-Adressen
verwenden. Wie schaffe ich es, dass innerhalb von \verb an
geeigneten Stellen getrennt wird?

Für einige Anwendungen, wo man evtl. \verb benutzen könnte, gibt es
auch spezielle Lösungen, die fuer den Anwendungszweck besser geeignet
sind. So gibt es beispielsweise die Pakete `path' und `url' für
Dateinamen, für E-Mail- und WWW-Adressen, bei denen nur an bestimmten
Stellen umbrochen werden darf.

path.sty: CTAN: macros/latex209/contrib/misc/path.sty
url.sty: CTAN: macros/latex/contrib/other/misc/url.sty

7.4) Zerbrechliche Anweisungen in `moving arguments'

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

7.4.1) Was sind `fragile commands'/zerbrechliche Anweisungen, was
sind `moving arguments'?

Der Text, den ein Autor im Argument von Anweisungen wie \caption,
\section etc. angibt, kann an mehreren Stellen in einem Dokument
gesetzt werden. Der Argumenttext von \section wird z.B. als
Kapitelüberschrift gesetzt und taucht evtl. nochmals im
Inhaltsverzeichnis oder im Seitenkopf/-fuß auf. Diese Argumente nennt
man daher `moving arguments'.
Die korrekte Ausführung von `zerbrechlichen Anweisungen' hängt
intern von Zuweisungen ab. Innerhalb eines `moving arguments' werden
diese Zuweisungen jedoch nicht durchgeführt, so daß solche Anweisungen
`zerbrechen'. Zu den zerbrechlichen Anweisungen zählen unter anderem
\cite, \ref, \pageref für Literatur- und Querverweise, \footnote, die
Anweisungen \small, \large etc. zur Wahl der Schriftgröße,
mathematische Formelzeichen wie \sqrt, \notin, \overbrace und viele
mehr (siehe Abschnitt 7.4.2, Bemerkung am Ende).


7.4.2) Wie kann ich innerhalb des Arguments von \caption, \section
etc. Anweisungen wie \cite, \ref und \pageref verwenden, ohne
Fehler wie `! Argument of \@sect has an extra }.' zu erhalten?

Zerbrechliche Befehle wie \cite müssen im `moving argument' der
Anweisung \caption mit \protect geschützt werden, d.h. statt

\caption{Bildunterschrift~\cite{PartlKnappen95}}

ist ein \protect direkt und ohne(!) geschweifte Klammern vor die zu
schützende Anweisung zu setzen:

\caption{Bildunterschrift~\protect\cite{PartlKnappen95}}

Anweisungen wie \caption, \section etc. haben außerdem noch die
Möglichkeit, in einem optionalen Argument den zu `verschiebenden
Argumenttext' anzugeben. Das heißt, obiges könnte auch in

\caption[Bildunterschrift]%
{Bildunterschrift~\cite{PartlKnappen95}}

umformuliert werden. Jetzt ist das optionale Argument in []-Klammern
das `moving argument', in dem Sie zerbrechliche Anweisungen mit
\protect schützen müssen!
Beginnend mit LaTeX2e vom Dezember 1995 sind Anweisungen wie \cite
und Anweisungen mit optionalem Argument, wie \sqrt, nicht mehr
zerbrechlich und benötigen damit kein \protect mehr. Dennoch sollten
Sie diese Anweisungen weiterhin mit \protect schützen, wenn Sie Ihre
Dokumente anderen zukommen lassen wollen.

--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 7 ---

DE-TeX-FAQ-Maintainer

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Fragen und Antworten (FAQ) über

das Textsatzsystem TeX und
~~~~~~~~~~~~~~~~~~
DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

(Version 37 vom März 1998)

=== Teil 8: TeX, LaTeX, Makros etc. (IV) ==


8.1) Mathematischer Formelsatz
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

8.1.1) Für Zahlenbereiche möchte ich die Symbole für N, Z, Q, R, C
mit Doppelstrich verwenden. Wie bekomme ich diese Zeichen?

Ursprünglich wurden diese Symbole mit fetten Buchstaben geschrieben.
Da dies mit Kreide auf einer Tafel (`blackboard') sehr umständlich
wäre, hat man die Schreibweise mit den Doppelstrichen erfunden.
Die einfachste Möglichkeit ist daher, die Symbole einfach fett zu
drucken, also \mathbf{N} (bzw. {\bf N} in plain-TeX/LaTeX 2.09).
So auf die Schnelle ist auch die `poor man's solution' mit
\(\mathsf{I\!\!\:N}\) ausreichend. Jedoch wird diese Lösung
spätestens für die ganzen, rationalen und komplexen Zahlen (Z, Q, C)
schwieriger.
Ansonsten könnte man auch auf \mathcal (\cal in LaTeX 2.09) und bei
Verwendung von AMS-(La)TeX auf \mathbb bzw. \Bbb ausweichen.

Es gibt aber auch folgende Schriften, die Buchstaben mehr oder
weniger so wie `an der Tafel geschrieben' enthalten:

- bbold (von Alain Jeffrey)
ohne Serifen, zwei dünne Striche, vollständiger Zeichensatz
- doublestroke (von Olaf Kummer)
mit Serifen (ein dicker und ein dünner Strich) und in neuer Version
ohne Serifen (gleichmäßige Dicke), nur Großbuchstaben und 1, k, h
- bbm (von Gilles F. Robert)
sollte allen Wünschen gerecht werden, alle Varianten, wie fett,
mit oder ohne Serifen etc.

Die Auswahl einer dieser Schriften ist reine Geschmackssache.

bbold: CTAN: fonts/bbold/
mathbbol: CTAN: macros/latex/contrib/supported/jknappen/
definiert AMS-(La)TeXs \mathbb-Anweisung so um, daß statt
der Original-AMS- die `bbold'-Schriften verwendet werden
doublestroke: CTAN: fonts/doublestroke/
bbm: CTAN: fonts/cm/bbm/
(bzw. fonts/cm/sauter23/holin/bbm/)
macros/latex/contrib/supported/bbm/


8.1.2) Für Lagrange-Dichten hätte ich gern ein geschwungenes L,
\mathcal{L} ist nicht das, was ich wünsche?

Schreibschriftbuchstaben für den Mathematiksatz (nur Großbuchstaben)
sind in den rsfs-Schriften (Ralph Smith Formal Script) enthalten. Sie
können mit dem Paket `mathrsfs' und dem Befehl \mathscr{L} eingebunden
werden. Das Paket `calrsfs' ergibt Schreibschriftbuchstaben anstelle
der kalligraphischen Buchstaben mit dem Befehl \mathcal{L}.

rsfs: CTAN: fonts/rsfs/
CTAN: fonts/cm/sauter23/holin/rsfs/b-rsfs.mf
mathrsfs: CTAN: macros/latex/contrib/supported/jknappen/
calrsfs: CTAN: macros/latex/contrib/other/calrsfs/


8.1.3) Ich suche das Zeichen ... für den Formelsatz, und kann es nicht
in den Standardfonts finden?

Zeichen, die in den CM-Fonts fehlen, sind mit wirklich sehr großer
Wahrscheinlichkeit in den AMS-Fonts `msam' oder `msbm' vorhanden. Die
Einbindung in LaTeX erfolgt mit dem Paket `amsfonts', die Einbindung
in plain-TeX mit `\input amssym.tex'.

amsfonts: CTAN: fonts/ams/amsfonts/...
amssym: CTAN: fonts/ams/amsfonts/plaintex/amssym.tex


8.1.4) Warum fügt TeX in einer mathematischen Formel hinter einem
Dezimalkomma einen kleinen Zwischenraum ein?

Die meisten TeX-Makropakete und -Formate gehen davon aus, daß man
einen Dezimalpunkt statt eines -kommas verwendet. Für den
Dezimalpunkt, der in einer mathematischen Formel die Bedeutung eines
`Ordinary'-Symbols hat, wird daher zwischen Ziffern kein zusätzlicher
Zwischenraum eingefügt. Das Komma hat in Formeln die Bedeutung eines
`Punctuation'-Symbols, man kann es daher als Trennzeichen in einer
Aufzählung verwenden, da TeX mit einem kleinen Zwischenraum dafür
sorgt, daß Formeln wie `f(x, y)' gut aussehen.

Das Problem des falschen Abstandes für ein Dezimalkomma kann man auf
verschiedene Arten beheben. Für einzelne Fälle mag es reichen, das
Komma einfach mit {...} zu klammern, da geklammerte Formelteile
diesselben Abstände wie ein `Ordinary'-Symbol bekommen:

$\pi = 3{,}1415\ldots$

Eine andere Methode erklärt das Komma zu einem `Ordinary'-Symbol statt
eines Trennzeichens:

%%%% alte Definition:
%% \mathcode`\,="613B
%%%% neue Definition:
\mathcode`\,="013B

und wenn man statt der \mathcode-Zuweisung die Anweisung
\DeclareMathSymbol in LaTeX2e verwendet:

%%%% alte Definition:
%% \DeclareMathSymbol{,}{\mathpunct}{letters}{"3B}
%%%% neue Definition:
\DeclareMathSymbol{,}{\mathord}{letters}{"3B}

Der Preis hierfür ist natürlich, daß in `f(x,y)' der zusätzliche
Zwischenraum fehlt. Aber auch das läßt sich in den Griff bekommen,
etwa mit Definitionen wie

% make ',' an ordinary Symbol in decimal numbers
\mathchardef\CommaOrdinary="013B
\mathchardef\CommaPunct ="613B
\mathcode`,="8000 % , im Math-Mode aktiv ("8000) machen
{\catcode`\,=\active
\gdef ,{\obeyspaces\futurelet\next\CommaCheck}}
\def\CommaCheck{\if\space\next\CommaPunct\else\CommaOrdinary\fi}

Hiermit ist es möglich, zwischen `3,1415' und `f(x, y)' zu
unterscheiden; steht hinter dem Komma ein Leerzeichen, ist das
Trennzeichen gemeint, sonst das Dezimalkomma.


8.1.5) AMS-LaTeX: Was ist der Unterschied zwischen dem `amstex'- und
dem `amsmath'-Paket?

Dies wird in der Datei `diff12.tex' des AMS-LaTeX-Packages erläutert:
In AMS-LaTeX Version 1.0 und 1.1, beide nur für LaTeX 2.09, war
`amstex.sty' das Hauptpaket, das mehr oder weniger direkt aus Michael
Spivaks AMS-TeX-Makros entstanden ist. AMS-LaTeX Version 1.2 für
LaTeX2e enthält nun neben `amstex.sty' ein neues Paket namens
`amsmath.sty', das nun unabhängig von `amstex.sty' weiterentwickelt
werden kann. `amstex.sty' kann dadurch eingefroren werden, so daß
alte Dokumente weiterhin unverändert formatiert werden können. Für
neue Dokumente sollte man `amsmath.sty' verwenden, da nur noch dieses
Paket unterstützt und weiterentwickelt wird. Die Unterschiede
zwischen `amsmath.sty' und `amstex.sty' sind der Dokumentation in der
Datei `diff12.tex' zu entnehmen.

amslatex: CTAN: macros/latex/packages/amslatex/
diff12.tex: CTAN: macros/latex/packages/amslatex/math/diff12.tex


8.1.6) AMS-Fonts: Ein altes Dokument benutzt die Fonts `msxm' und
`msym'. Wo kann ich diese finden?

Die Fonts `msxm' und `msym' sind veraltet und wurden vor einigen
Jahren durch die Fonts namens `msam' und `msbm' ersetzt. Beide Fonts
sind im AMS-Font-Paket enthalten.
Selbst wenn man die Quellprogramme für die beiden veralteten Fonts
`msxm' und `msym' hätte, könnte man aus diesen keine gf- oder
pk-Dateien erzeugen, da die Fonts `msxm' und `msym' mit dem Vorgänger
des aktuellen METAFONT-Programmes namens `MF79' in der Sprache `SAIL'
geschrieben waren. Aus diesem Grund wurden die beiden Fonts auch nur
als pxl- oder pk-Dateien verteilt.

msxm/msym: CTAN: fonts/vf-files/msx2msa/
(enthält virtuelle Fonts für `msxm' und `msym', die die
realen Fonts `msam' und `msbm' verwenden)


8.1.7) Das Integral- und Summationszeichen ist für in 11pt und
besonders für in 12pt gesetzte Dokumente zu klein.

Den Math-Extension-Font `cmex10', aus dem die `großen' Symbole
stammen, sollte man nicht einfach vergrößern, da einige Parameter
dieses besonderen Fonts den mathematischen Formelsatz in TeX
bestimmen. Da es bisher für 11pt und 12pt keine speziellen
Math-Extension-Fonts gibt, verwendet LaTeX2e für alle Schriftgrößen
den 10pt-Font `cmex10'.
Mit dem Paket `exscale' verwendet LaTeX2e skalierte `cmex10'-Fonts
und paßt die Anweisungen \big, \bigg etc. entsprechend an.

exscale.sty: CTAN: macros/latex/{base,unpacked}/ (LaTeX2e-Verteilung)

8.2) Verschiedene sonstige Zeichen
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

8.2.1) Wie bekomme ich ein Gradzeichen?

Das Gradzeichen erhält man am einfachsten mit LaTeX2e mittels

\newcommand{\grad}{\ensuremath{^\circ}}

Da die Anweisung \ensuremath in LaTeX 2.09 nicht existiert, muß man
hier den konventionellen Weg wählen (der auch in LaTeX2e
funktioniert):

\newcommand{\grad}{\mbox{\(\mathsurround=0pt{}^\circ\)}}

Hat man schon die Text-Companion-Schrift der EC-Schriftfamilie
installiert, kann man auch mit dem Paket `textcomp' auf ein
Gradzeichen mit \textdegree und auf ein fertig zusammengesetztes
Grad-Celsius-Zeichen mit \textcentigrade zugreifen.

ec-fonts,
tc-fonts: CTAN: fonts/jknappen/ec/
textcomp: CTAN: fonts/psfonts/ts1/ (momentan als Testversion!)


8.2.2) Wo finde ich ein Promillezeichen? Ich möchte endlich
1,1\,Promille statt 0,11\,\% eingeben können.

`Die TeXnische Komödie' vom Dezember 1993 enthielt folgende Lösung,
die auf der TeXbook-Lösung zu Übung 11.6, S. 67+311, basiert (an
LaTeX2e angepaßt [br]):

\newcommand{\promille}{%
\relax\ifmmode\promillezeichen
\else\leavevmode\(\mathsurround=0pt\promillezeichen\)\fi}
\newcommand{\promillezeichen}{%
\kern-.05em%
\raise.5ex\hbox{\the\scriptfont0 0}%
\kern-.15em/\kern-.15em%
\lower.25ex\hbox{\the\scriptfont0 00}}

Die zusätzliche \(..\)-Umgebung im Makro \promille ist für LaTeX2e
zwingend notwendig, da sonst in einigen Fällen Zeichen fehlen könnten.
(Man könnte auch die Anweisung \ensuremath aus LaTeX2e verwenden.)
Leider paßt das erzeugte Promillezeichen von der Form her nicht zum
Prozentzeichen.

Ein viel bessere Lösung in Form von fertigen Lettern bieten die
`wasy'- und die Text- bzw. Text-Companion-Schriften der EC-Schriften:

Promillezeichen aus den `wasy'-Schriften:
\usepackage{wasysym}
\permil

Promillezeichen aus der Text-Companion-(tc)-Schrift der EC-Schriften:
\usepackage{textcomp}
\textperthousand

Diese Lösungen haben den Vorteil, daß sie auch von der Form zum
üblichen Prozentzeichen passen.

wasy: CTAN: fonts/wasy2/
wasysym: CTAN: macros/latex/contrib/supported/wasysym/
ec-fonts,
tc-fonts: CTAN: fonts/jknappen/ec/
textcomp: CTAN: fonts/psfonts/ts1/ (momentan als Testversion!)


8.2.3) Ich benötige einen liegenden bzw. gedrehten `dagger' oder
ein ähnliches liegendes Zeichen. Wie?

Entweder sucht man nach einem fertigen Font mit einem solchen Symbol
oder ändert die Quelle eines Fonts, falls dieser beispielweise als
mf-Datei vorliegt, und fügt in die Quelle eine Operation zum Drehen
eines Zeichens ein.
Falls der dvi-Gerätetreiber in der Lage ist, Teile der Ausgabe zu
drehen, kann man unter LaTeX2e die Anweisung \rotatebox aus dem
`graphicx'-Package verwenden:

\rotatebox[origin=c]{90}{\(\dagger\)}

graphicx: CTAN: macros/latex/packages/graphics/


8.2.4) Wie erzeuge ich ein Zeichen für `trademark' (TM),
`registered trademark' (R) oder `copyright' (C)?

Diese Zeichen durch Box-Konstruktionen zusammenzubauen, ergibt in den
meisten Fällen sehr unbefriedigende Ergebnisse. Unter LaTeX2e hat man
mit der Anweisung \textcircled{<Zeichen>} eine sehr einfache
Möglichkeit dafür, jedoch erhält man nur für einzelne Zeichen, wie für
das `c' im Copyright-Zeichen \copyright, ein einigermaßen gutes
Ergebnis. Eine erste Näherung für das Trademark-Zeichen (TM) ist
\DeclareRobustCommand{\trademark}{\ensuremath{^{\mathrm{TM}}}}.
Sehr viel einfacher und besser sind die fertigen Zeichen, wie
\texttrademark, aus den Text-Companion-Fonts `tc...' aus dem
EC-Schrift-Paket. Unter LaTeX2e gibt es zur einfachen Einbindung das
`textcomp'-Package.
Beginnend mit LaTeX2e von Dezember 1995 gibt es standardmäßig neben
der Definition für das Copyright-Zeichen auch Definitionen für die
Zeichen `trademark' und `registered trademark' (\texttrademark,
\textregistered).

tc-Fonts: CTAN: fonts/jknappen/ec/
textcomp: CTAN: fonts/psfonts/ts1/ (momentan nur als Betatest-Version!)

8.3) Chemischer Struktur- und Formelsatz

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

8.3.1) Wie kann ich chemische Strukturformeln mit LaTeX setzen?

Die folgenden Pakete sind eine unvollständige Auswahl (Freiwillige?!).
Ob sie unter LaTeX2e, LaTeX 2.09 oder Plain-TeX verwendbar sind, muß,
falls dies nicht vermerkt ist, selbst getestet werden.

- PPCHTeX: Typesetting Chemical Formulas in TeX,
von J. Hagen und A.F. Otten

Auf PiCTeX oder PSTricks basierendes Paket, mittlerweile das
flexibelste und umfangreichste Paket. PPCHTeX ist für das bisher
nur in Teilen veröffentlichte TeX-Format ConTeXt entwickelt worden,
kann aber auch mit Plain-TeX und LaTeX (2e und 2.09) eingesetzt
werden. Eine ältere Version ist in den Proceedings of the 9th
European TeX Conference EuroTeX'95, Arnhem, S. 197--222 und TUGboat
17(1), März 1996, S. 54-66 beschrieben. Für PPCHTeX gibt es eine
mail-basierte Diskussionsliste, siehe Frage 1.2.3.

- XymTeX: A Macro Package for Typsetting Chemical Structural
Formulas, von Shinsaku Fujita

Dieses System ist nach PPCHTeX das umfangreichste. Es verwendet
vorgefertigte Molekülklassen, in denen die Atompositionen vom
Anwender belegt werden können. Durch die `Kondensation' solcher
Klassen lassen sich so ziemlich alle denkbaren Moleküle zaubern.
Ohne Handbuch (127 Seiten) und Zeit aber eher unbrauchbar, weil
sehr kompliziert. Eine Beschreibung findet sich auch in der
Tugboat 16/1, S. 81--88.

- Chemstruct: Chemische Strukturformeln mit TeX, von Michael Ramek

Hier gibt man im wesentlichen von einem Bezugsatom ausgehend die
Art und die Himmelrichtung der Bindung an und gelangt so recht
schnell zu brauchbaren Ergebnissen. So hangelt man sich von Atom
zu Atom... (Handbuch mit 18 S.)

- ChemTeX: Typsetting Chemical Equations using LaTeX

Scheint auch mit Molekülklassen zu arbeiten, wenn auch längst nicht
so komplex wie XymTeX, damit anwendungsfreundlicher, aber auch nur
für einen begrenzten Satz an Strukturen geeignet...
(Handbuch mit 42 S.)

- Chemsym -- Chemical Symbols, von Mats Dahlgren

Vereinfacht die Eingabe und den Satz von chemischen
Reaktionsformeln, indem eine große Menge von chemischen Symbolen
vordefiniert werden. Für LaTeX2e, mit Dokumentation.

Daneben gibt es noch Programme wie ChemDraw, ChemWindow o.ä., bei
denen man die erstellte Strukturformel als PS-Datei ausgeben und dann
in (La)TeX einbinden kann.

PPCHTeX: CTAN: macros/context/ppchtex/
xymtex: CTAN: macros/latex209/contrib/xymtex/
chemstruct: CTAN: macros/latex209/contrib/chemstruct/
chemtex: CTAN: macros/latex209/contrib/chemtex/
chemsym: CTAN: macros/latex/contrib/other/chemsym/


8.3.2) Bei der Verwendung des Paketes `chemtex' mit LaTeX2e erhalte
ich bei der Zuweisung \textfont1=\tenrm einen Fehler. Abhilfen?

\tenrm ist ein alter, nur intern in LaTeX 2.09 zu verwendender Name
eines Font (siehe auch Teil ``LaTeX2e -- Probleme beim Umstieg'').
Mit dem Package `rawfonts' kann man diese Namen (nach-)definieren:

\usepackage[only,tenrm]{rawfonts}

rawfonts: CTAN: macros/latex/packages/tools/


8.3.3) Das Makro \chemical, das u.a. auch in Helmut Kopka, ``LaTeX --
eine Einführung'' beschrieben wird, funktioniert ebenso nicht
mehr. Was muß man ändern?

Der im Makro (das aus dem TeXbook stammt!) verwendete Name \tensy des
Math-Symbol-Font ist nur in plain-TeX und LaTeX 2.09 definiert.
LaTeX2e lädt darüber hinaus die für den mathematischen Formelsatz
notwendigen Fonts erst zu Beginn der ersten zu setzenden Formel, so
daß man auch durch Nachdefinition mit Hilfe des Packages `rawfonts' in
bestimmten Situationen einen Fehler bekommen kann.
Hier ist eine für LaTeX2e verwendbare Definition von \chemical (die
man in eine .sty-Datei schreiben oder mit \makeatletter...\makeatother
klammern muss):

\DeclareRobustCommand{\chemical}[1]{%
{\(\m@th
\edef\resetfontdimens{\noexpand\)%
\fontdimen16\textfont2=\the\fontdimen16\textfont2
\fontdimen17\textfont2=\the\fontdimen17\textfont2\relax}%
\fontdimen16\textfont2=2.7pt \fontdimen17\textfont2=2.7pt
\mathrm{#1}%
\resetfontdimens}}

8.4) Verschiedenes
~~~~~~~~~~~~~~~~~~

8.4.1) Wie kann ich in einer tabular-Umgebung eine Spalte speziell
setzen, ohne dies in jedem Eintrag zu wiederholen?

Das Paket `array' erweitert die array- und tabular-Umgebung um weitere
Deklarationen, wie > und <, in der Tabellenpräambel. So wird mit

\begin{tabular}{c>{\scshape}cc}

die zweite der drei Spalten in Kapitälchen gesetzt.

array: CTAN: macros/latex/packages/tools/


8.4.2) Wieso kann ich in einer tabular-Umgebung die letzte Spalte
nicht mit \raggedright rechtsbündig setzen?

\raggedright definiert die Anweisung \\ um, die in der tabular- und
array-Umgebung zur Markierung des Zeilenendes benutzt wird. In
LaTeX2e und den Paketen `array' und `longtable' existiert daher seit
Dezember 1994 die neue Anweisung \tabularnewline, die man für diesen
Zweck anstelle von \\ verwenden kann.
Für andere Pakete und ältere Versionen kann man auch folgenden Trick
aus dem Buch `Der LaTeX-Begleiter' anwenden:

\newcommand{\PreserveBackslash}[1]{\let\temp=\\#1\let\\=\temp}

Statt einem einfachen \raggedright verwendet man in einer Tabelle dann
\PreserveBackSlash{\raggedright}.


8.4.3) Wie kann ich die Standard-Brotschrift durch eine andere,
beispielsweise CM-Sans-Serif, ersetzen?

Mit LaTeX2e geht dies einfach durch

\renewcommand{\familydefault}{cmss}

oder, falls man stattdessen die Sans-Serif-Variante der aktuellen
Schrift verwenden will, mit

\renewcommand{\familydefault}{\sfdefault}

in der Präambel des Dokuments.
Genauso einfach kann man die Schriftfamilie fuer \rmdefault,
\sfdefault und \ttdefault ersetzen. Falls die PostScript-Anpassungen
installiert sind, ersetzt man beispielsweise durch

\renewcommand{\rmdefault}{ptm}
\renewcommand{\sfdefault}{phv}
\renewcommand{\ttdefault}{pcr}

CM-Roman durch Times-Roman, CM-Sans-Serif durch Helvetica und
CM-Typewriter durch Courier.


8.4.4) Ich erhalte die Fehlermeldung ``! You can't use `\spacefactor'
in vertical mode.'' oder ``Command \@ already defined.'', mache
ich etwas falsch?

In den meisten Fällen liegt die Schuld an der (Re-)Definition eines
internen Makros, also eines Makros mit einem At-Zeichen `@' am Anfang
des Namens. Beispielsweise tritt der erstgenannte Fehler auf, nach
der Definition

\renewcommand{section}{%
\@startsection {section}{1}{\z@}{-3.5ex plus-1ex minus-.2ex}%
{2.3ex plus.2ex}{\normalfont\Large\bfseries}}

in der Dokumentpräambel. Man beachte, dass sowohl `\@startsection'
neben `\z@' ein At-Zeichen im Namen haben und daher normalerweise als
Folge der Tokens `\@', `s', `t', ... `n' und nicht als ein Token
`\@startsection' gelesen wird.
Vermeiden kann man diesen Fehler, indem man die Definition einfach
in einer .sty-Datei vornimmt oder in der Präambel mit \makeatletter...
\makeatother klammert.


8.4.5) Wie kann ich Umlaute in Texinfo-Dokumenten verwenden? Gibt es
eine deutsche/internationalisierte Version von Texinfo?

Einen Patch für eine Internationalisierung der Texinfo Version 2.151
wurde von Ralph Schleicher <r...@purple.UL.BaWue.DE> erstellt. Der Code
ist inzwischen Eigentum der FSF. Ralph Schleicher ist weiterhin der
Ansprechpartner. Weitere Informationen findet man unter

http://www.UL.BaWue.DE/~rs/ftp.html#texinfo-i18n

ftp://ftp.UL.BaWue.DE/purple/gnu/texinfo-i18n.tar.gz (Patch, 11 kB)
ftp://ftp.gwdg.de/pub/gnu2/i18n/pre-release/texinfo-i18n-3.7.tar.gz
(Vollversion von Texinfo 3.7 mit obigem Patch)


8.4.6) Wie kann ich unter emTeX die Fehlermeldung ``Text line contains
an invalid character', die ich bekomme, wenn ich Umlaute
verwende, abstellen?

Um Umlaute verwenden zu können, muß man unter emTeX eine Formatdatei
``8-bit clean'' erzeugen, da sonst alle Zeichen mit Code > 127 auf das
Zeichen 127 (= ^^?) abgebildet werden, das in TeX normalerweise als
`invalid' deklariert ist. ``8-bit clean'' werden Formatdateien mit

makefmt 8bit ...

(bzw. `tex -i -8 ...') erstellt.

--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 8 ---

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