wie bringt man denn biblatex dazu, beim Literaturverzeichnis gar keine
Überschrift auszugeben? Ich verwende es mit babel und habe daher zuerst
\addto\captionsngerman{%
\renewcommand{\refname}{}%
\renewcommand{\bibname}{}%
}
versucht, was aber wirkungslos war. Als Überschrift stand weiter
»Literatur« da. Dann fand ich in der Doku den Key title für
\printbibliography. Alles, was dort steht wird literal ausgegeben, nur
keine leere Gruppe. Also mein nächster Versuch
\printbibliography[title={}] war ebenfalls ohne Erfolg.
Schließlich habe ich dann die »harte Tour« genommen, ein
\printbibliography[title=\relax]. Das hat's getan, aber ist das wirklich
im Sinne des Erfinders?
--
Uwe
Ich habe das jetzt nicht nochmal getestet, aber teste mal
\printbibliography[heading=none]. Das hat jedenfalls vor einer Weile bei
mir funktioniert (zumindest mit einer älteren biblatex-Version).
Gruß,
Beni
Jetzt nicht mehr:
,----
| ERROR: Package biblatex Error: Heading 'none' not found.
`----
und im Log:
,----
| The heading 'none' could not be found.
| Use \defbibheading to define it.
`----
Das wäre also ein Weg: Sich erstmal mit \defheading eine leere
Überschrift definieren.
Ich wundere mich nur immer noch, was an [title={}] falsch ist. Das wäre
für mich die »natürliche« Lösung, auch wenn dann eventuell die
Überschriftenabstände übrig blieben, weil vielleicht der Fall eines
leeren Strings nicht abgefangen ist.
--
Uwe
> Ich wundere mich nur immer noch, was an [title={}] falsch ist. Das wäre
> für mich die »natürliche« Lösung, auch wenn dann eventuell die
> Überschriftenabstände übrig blieben, weil vielleicht der Fall eines
> leeren Strings nicht abgefangen ist.
Was ich mich aber eigentlich noch mehr frage, ist, weshalb eine
Umdefinition von \refname und \bibname völlig wirkungslos ist.
Hier nun das Beispiel, das ich noch schuldig bin:
% --------------------------------------------------------------------
\begin{filecontents}{test.bib}
@Article{goldsmith:1983:65,
author = {Goldsmith, P. F.},
title = {Quasioptical Techniques Offer Advantages at Millimeter
Frequencies},
journaltitle = {Microwave Systems News},
pages = {65--84},
year = {1983},
month = {12},
hyphenation = {english},
}
\end{filecontents}
\documentclass{article}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[english,ngerman]{babel}
\usepackage[autostyle,german=guillemets]{csquotes}
\addto\captionsngerman{%
\renewcommand{\refname}{MeinName}%
\renewcommand{\bibname}{MeinName}%
}
\usepackage[backend=bibtex8,
style=numeric,
babel=other]{biblatex}
\addbibresource{test}
\begin{document}
\nocite{*}
\printbibliography
\end{document}
% --------------------------------------------------------------------
--
Uwe
> Das wäre also ein Weg: Sich erstmal mit \defheading eine leere
> Überschrift definieren.
>
> Ich wundere mich nur immer noch, was an [title={}] falsch ist.
Kleiner Denkanstoß: Was machst du, wenn du an einer bestimmten
Stelle des Dokuments *keine* Kapitelüberschrift haben möchtest?
1) Du schreibst "\chapter{}"?
2) Du lässt "\chapter" ganz weg?
title={} entspricht Fall 1), heading=none mit \defbibheading{none}{}
hingegen Fall 2). Das ist gut nachvollziehbar, wenn man sich mal eine
entsprechende "heading"-Definition anschaut. Die könnte z.B. so
aussehen:
\defbibheading{bibliography}[\bibname]{\chapter{#1}}
> Das
> wäre für mich die »natürliche« Lösung, auch wenn dann eventuell die
> Überschriftenabstände übrig blieben, weil vielleicht der Fall eines
> leeren Strings nicht abgefangen ist.
Der Fall des leeren Strings wird ja abgefangen. In diesem Fall greift
einfach die Voreinstellung (=optionales Argument der "heading"-
Definition). Die vertikalen Abstände sind schließlich nicht das
einzige Problem. Ein leerer Titel verhält sich wie \chapter{} oder
\section{}, es gibt leere Kolumnentitel und einen leeren Eintrag im
Inhaltsverzeichnis. Das ergibt keinen Sinn.
--
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You can still reach me by email at: lehman gmx net.
> Was ich mich aber eigentlich noch mehr frage, ist, weshalb eine
> Umdefinition von \refname und \bibname völlig wirkungslos ist.
Beide Makros werden von Biblatex übersteuert, damit die Schnittstelle
einheitlich bleibt. Man ändert sie wie alle anderen Biblatex-Strings:
\DefineBibliographyStrings{ngerman}{%
bibliography = {Quellen},
references = {Quellen},
}
Auch hier sind Hacks wie
\DefineBibliographyStrings{ngerman}{%
bibliography = {},
}
definitiv nicht sinnvoll!
> Uwe Siart <use...@siart.de> writes:
>
>> Ich wundere mich nur immer noch, was an [title={}] falsch ist. Das wäre
>> für mich die »natürliche« Lösung, auch wenn dann eventuell die
>> Überschriftenabstände übrig blieben, weil vielleicht der Fall eines
>> leeren Strings nicht abgefangen ist.
Wenn ich das richtig sehe, dann setzt title den Inhalt der
Überschrift, also z.B. \section*{<title>}
Wenn du überhaupt keine Überschrift willst, scheint mit sowas
logischer
\defbibheading{empty}[]{}
und dann printbibliography[heading=empty]
>
> Was ich mich aber eigentlich noch mehr frage, ist, weshalb eine
> Umdefinition von \refname und \bibname völlig wirkungslos ist.
Die Umdefinition würde dir auch nichts nützen, weil auch sie nur den
Inhalt ändert und die Abstände eine leere \section übrigblieben.
Aber die Frage ist dennoch interessant. Irgendwie schafft es
biblatex ein \selectlanguage daran zu hindern, \refname und \bibname
zu ändern:
\documentclass{article}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[autostyle]{csquotes}
\usepackage[ngerman,english]{babel}
\usepackage{biblatex}
\addto\captionsngerman{%
\renewcommand{\bibname}{Mein-Bib-Name}%
\renewcommand\tablename{Mein-Table-Name}
}
\DefineBibliographyStrings{ngerman}{%
bibliography=Biblatex-De-Name}
\DefineBibliographyStrings{english}{%
bibliography=Biblatex-En-Name}
\begin{document}
\bibname\ \tablename
\selectlanguage{ngerman}
\bibname\ \tablename
\captionsngerman
\bibname\ \tablename
\end{document}
--
Ulrike Fischer
> Uwe Siart wrote:
>
>> Das wäre also ein Weg: Sich erstmal mit \defheading eine leere
>> Überschrift definieren.
>>
>> Ich wundere mich nur immer noch, was an [title={}] falsch ist.
>
> Kleiner Denkanstoß: Was machst du, wenn du an einer bestimmten
> Stelle des Dokuments *keine* Kapitelüberschrift haben möchtest?
>
> 1) Du schreibst "\chapter{}"?
> 2) Du lässt "\chapter" ganz weg?
Klar, \chapter weglassen.
> title={} entspricht Fall 1), heading=none mit \defbibheading{none}{}
> hingegen Fall 2).
Wenn man's weiß, schon. Man könnte aber auch so argumentieren, dass dem
Weglassen von \chapter das Weglassen von \printbibliography entspricht,
was natürlich nicht zielführend ist.
> Das ist gut nachvollziehbar, wenn man sich mal eine entsprechende
> "heading"-Definition anschaut.
> [...]
> Ein leerer Titel verhält sich wie \chapter{} oder \section{}, es gibt
> leere Kolumnentitel und einen leeren Eintrag im Inhaltsverzeichnis.
> Das ergibt keinen Sinn.
Ja, danke, seh ich ein. Aber von der Benutzerschnittstelle [title=...]
her muss man das nicht unbedingt so vermuten. Das liegt halt an der ganz
bestimmten Weise, wie es implementiert ist.
Also danke für die Hintergrundinfo, auch bezüglich der babel-Strings.
--
Uwe
> Die Umdefinition würde dir auch nichts nützen, weil auch sie nur den
> Inhalt ändert und die Abstände eine leere \section übrigblieben.
Ja, stimmt. Dennoch habe ich es bisher so gemacht, weil ich keinen
anderen Weg wusste. Mit biblatex ist das jetzt schon sauberer.
--
Uwe