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Wie viele "words" pro Seite

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Simon Spiegel

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Jun 27, 2012, 10:37:25 AM6/27/12
to
Hallo zusammen,

eine Frage, die nicht LaTeX-spezifisch ist, aber vielleicht weiss
jemand ja Bescheid. Während es im englischen Sprachraum üblich ist, die
Länge eines Dokuments in Anzahl Worte anzugeben, wird im
deutschsprachigen Raum meist die Seitenzahl verwendet.

Die Definition einer Normseite wiederum bezeichnet die Anzahl der
Anschläge. Deshalb meine Frage, ob es eine Faustregel gibt, wie Worte
in Seiten umgerechnet werden. Wenn es zB. bei einer Website einer Uni
heisst, eine thesis müsse "40-60,000 words", dann sind das wie viele
Seiten?

Danke und Gruss

Simon

Michael Domhardt

unread,
Jun 27, 2012, 10:57:00 AM6/27/12
to
Hallo Simon,

Am 27.06.12 16:37, schrieb Simon Spiegel:
> Die Definition einer Normseite wiederum bezeichnet die Anzahl der
> Anschläge. Deshalb meine Frage, ob es eine Faustregel gibt, wie Worte in
> Seiten umgerechnet werden. Wenn es zB. bei einer Website einer Uni
> heisst, eine thesis müsse "40-60,000 words", dann sind das wie viele
> Seiten?

abgesehen vom absoluten Unsinn einer solchen Vorgabe, könnte man mit dem
lorem-ipsum-Generator [0] einfach mal die passenden Zahlen eintragen und
dann für 40K und 60K in je ein passendes TeX-Dokument kopieren. Das was
hinten an Seiten rauskommt, sollte grob der Vorgabe entsprechen.

VG Michael

[0] *Lorem-Ipsum-Generator*
http://www.loremipsum.de/

Ralph Aichinger

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Jun 27, 2012, 11:17:23 AM6/27/12
to
Michael Domhardt <nofear...@web.de> wrote:
> abgesehen vom absoluten Unsinn einer solchen Vorgabe, könnte man mit dem

Ich finde eine Angabe in Zeichen oder Worten aber auf jeden Fall
sinnvoller als eine in Seiten. Sie ermöglicht zumindest eine
ansprechende Formatierung ohne gleich des Seitenschindens
beschuldigt zu werden.

> lorem-ipsum-Generator [0] einfach mal die passenden Zahlen eintragen und
> dann für 40K und 60K in je ein passendes TeX-Dokument kopieren. Das was
> hinten an Seiten rauskommt, sollte grob der Vorgabe entsprechen.

Ich würde kein Lorem Ipsum verwenden, sondern einen Text aus dem
jeweiligen Fachgebiet. Ein Text über Molekularbiologie wird sicher
längere Worte enthalten als ein Kindermärchen. Deutlich.

Eine Seminararbeit oder ähnliches aus dem gleichen Gebiet würde
sich anbieten.

/ralph

Christine Roemer

unread,
Jun 27, 2012, 1:05:31 PM6/27/12
to
Am 27.06.2012 17:17, schrieb Ralph Aichinger:

> Ich finde eine Angabe in Zeichen oder Worten aber auf jeden Fall
> sinnvoller als eine in Seiten. Sie ermöglicht zumindest eine
> ansprechende Formatierung ohne gleich des Seitenschindens
> beschuldigt zu werden.

Nur am Rande: der Plural von Wort ist im Deutschen Wörter. Worte sind
gedanklich zusammenhängende Wörter (geflügelte Worte).

Christine



Ralph Aichinger

unread,
Jun 27, 2012, 1:56:22 PM6/27/12
to
Christine Roemer <Christin...@t-online.de> wrote:
> Nur am Rande: der Plural von Wort ist im Deutschen Wörter. Worte sind
> gedanklich zusammenhängende Wörter (geflügelte Worte).

Das mag sein. Wobei ich doch hoffe, daß der OP zusammenhängend
schreiben will ;)

/ralph

Simon Spiegel

unread,
Jun 28, 2012, 5:04:22 AM6/28/12
to
Schreiben will ich eigentlich nichts; ich möchte nur rausfinden, was
die Vorgaben an englischen und amerikanischen Unis bedeuten, wenn man
sie in Seitenzahlen übersetzt.

Simon

Sebastian Brocks

unread,
Jun 28, 2012, 6:11:33 AM6/28/12
to
Am 28.06.2012 11:04, schrieb Simon Spiegel:

> Schreiben will ich eigentlich nichts; ich möchte nur rausfinden, was die
> Vorgaben an englischen und amerikanischen Unis bedeuten, wenn man sie in
> Seitenzahlen übersetzt.

Seitenzahlen sind willkürlich, weil Seitenränder immer unterschiedlich
gewählt werden.

Markus Kohm

unread,
Jun 28, 2012, 7:14:55 AM6/28/12
to
Simon Spiegel (Mittwoch, 27. Juni 2012 16:37):
In der Anleitung zum Paket stdpage (siehe <http://www.ctan.org/pkg/stdpage>)
sind AFAIR auch Angaben zu finden, wie eine Normseite definiert ist. Ach,
ich sehe gerade dass das sogar bereits auf der CTAN-Seite zu angegeben ist.
Eine Umrechnung von Worten in Normseiten ist generell nicht möglich, da die
Anzahl der Zeichen pro Wort nicht definiert ist, die max. Anzahl der Zeichen
pro Normseite aber sehr wohl.

Gruß
Markus Kohm
--
KOMA-Script, eine Sammlung von Klassen und Paketen für LaTeX2e
Aktuell: KOMA-Script 3.11 (siehe <http://www.komascript.de/release>)
Anleitung: <http://prdownload.berlios.de/koma-script3/scrguide-20120515.pdf>

Simon Spiegel

unread,
Jun 28, 2012, 7:22:25 AM6/28/12
to
Es gibt die Normseite, die klar definiert ist. Aber selbst wenn dem
nicht so wäre, ist mir bislangkaum eine deutsche Uni oder auch Verlag
begegnet, die bei längeren Texten nicht Angaben in Seitenzahlen machen
würden.

Simon

Simon Spiegel

unread,
Jun 28, 2012, 7:23:22 AM6/28/12
to
On 2012-06-28 11:14:55 +0000, Markus Kohm said:

> Simon Spiegel (Mittwoch, 27. Juni 2012 16:37):
>> eine Frage, die nicht LaTeX-spezifisch ist, aber vielleicht weiss
>> jemand ja Bescheid. Während es im englischen Sprachraum üblich ist, die
>> Länge eines Dokuments in Anzahl Worte anzugeben, wird im
>> deutschsprachigen Raum meist die Seitenzahl verwendet.
>>
>> Die Definition einer Normseite wiederum bezeichnet die Anzahl der
>> Anschläge. Deshalb meine Frage, ob es eine Faustregel gibt, wie Worte
>> in Seiten umgerechnet werden. Wenn es zB. bei einer Website einer Uni
>> heisst, eine thesis müsse "40-60,000 words", dann sind das wie viele
>> Seiten?
>
> In der Anleitung zum Paket stdpage (siehe <http://www.ctan.org/pkg/stdpage>)
> sind AFAIR auch Angaben zu finden, wie eine Normseite definiert ist. Ach,
> ich sehe gerade dass das sogar bereits auf der CTAN-Seite zu angegeben ist.
> Eine Umrechnung von Worten in Normseiten ist generell nicht möglich, da die
> Anzahl der Zeichen pro Wort nicht definiert ist, die max. Anzahl der Zeichen
> pro Normseite aber sehr wohl.

Das eine genaue Umrechnung nicht möglich ist, ist mir schon klar.
Dennoch dürfte es Erfahrungswerte geben, die in der Praxis zum Einsatz
kommen.

Simon

Bernhard Tempel

unread,
Jun 28, 2012, 8:35:39 AM6/28/12
to
Am 28.06.2012 13:23, schrieb Simon Spiegel:
> Das eine genaue Umrechnung nicht möglich ist, ist mir schon klar.
> Dennoch dürfte es Erfahrungswerte geben, die in der Praxis zum Einsatz
> kommen.

Mir sind solche Werte nicht bekannt, ich würde sie bei Bedarf schnell zu
ermitteln versuchen, z.B. durch Auszählen(lassen) eines umfangreicheren Texts
in der betreffenden Sprache. Die durchschnittliche Wortlänge unterscheidet
sich teilweise stark, Deutsch mit seinen Komposita dürfte - auch nach der
Rechtschreibreform, die zahlreiche Komposita wieder zu leugnen versucht hat -
durchschnittlich längere Wörter haben als das Englische, wo Komposita aus
überwiegend aus Wortgruppen bestehen, also weiterhin als mehrere Wörter
gezählt werden. Wenn man nicht MS Word oder ähnliche Hilfen benutzen
kann/will, hilft vielleicht dieser Webdienst: http://charcount.com/de

Als Anekdote am Rande: Ich habe mal für ein Buch ein Register erstellt, das im
Computerausdruck so um 300 bis 350 Seiten hatte, die aber reichlich voll
waren. Wie mir später berichtet wurde, waren die Autoren baß erstaunt, als der
kalkulierte, beantragte und bewilligte Druckkostenzuschuß nicht reichte - das
Buch hatte am Ende über 700 Seiten, die immer noch wesentlich mehr Zeichen
enthielten, als z.B. beim Satz von Romanen üblich ist.

Wer als Umfang Seitenzahlen angibt, muß immer etwas zur Einrichtung der Seiten
bis zu Schriftgrad und Durchschuß sagen (oder von Normseiten ausgehen).

Schöne Grüße

Bernhard

--
http://www.tempelb.de


Jörg Rustmeier

unread,
Jun 28, 2012, 8:37:11 AM6/28/12
to
Simon Spiegel schrieb:

> Das eine genaue Umrechnung nicht möglich ist, ist mir schon klar.
> Dennoch dürfte es Erfahrungswerte geben, die in der Praxis zum Einsatz
> kommen.

Wie hier schon geschrieben, dürfte das sehr unterschiedlich sein: je
nach Sprache, Lyrik, Prosa oder auch Wissenschaftsprosa. Es hängt auch
davon ab, ob z.B. mit vielen Abkürzungen, Fußnoten, langen Termini oder
zusammengesetzten Fremdwörtern gearbeitet wird. Am besten ist es wohl,
mit einen Mustertext aus dem entsprechenden Bereich mehrere Seiten zu
erzeugen und die Wörter zu zählen.

Es gibt ein kleines Schreibprogramm namens "FocusWriter" (qtapps), das
ich sehr gern benutze, auch zu Schreiben von Fließtext für LaTeX.
(Natürlich ist es kein Ersatz für z.B. Emacs oder EPM hier unter OS/2.)
Dort gibt es unter Einstellungen/Statistiken den Punkt "Seitengröße".
Man kann zur Bestimmung zwischen Zeichen, Absätze und Wörter wählen. Der
Standardwert für Wörter ist mit 250 vorgegeben. Am unteren Rand des
Schreibprogramms kann man die Anzahl der Wörter, Seiten, Absätze und
Zeichen ablesen. Vielleicht ist das ja eine Hilfe, um die persönliche
Seitengröße zu bestimmen.

http://gottcode.org/focuswriter/

--
Jörg Rustmeier

Holger Marzen

unread,
Jun 28, 2012, 9:29:51 AM6/28/12
to
* On Wed, 27 Jun 2012 16:37:25 +0200, Simon Spiegel wrote:

> Die Definition einer Normseite wiederum bezeichnet die Anzahl der
> Anschläge. Deshalb meine Frage, ob es eine Faustregel gibt, wie Worte
> in Seiten umgerechnet werden. Wenn es zB. bei einer Website einer Uni
> heisst, eine thesis müsse "40-60,000 words", dann sind das wie viele
> Seiten?

Wenn die Vorgabe die Anzahl der Wörter ist, dann sollte man diese
einfach zählen.

detex a.tex | wc -w

zählt die Anzahl der Wörter, die nach dem Entfernen der
LaTeX-Schlüsselwörter übrigbleiben. Manche Schlüsselwörter werden nicht
entfernt, aber für einen schnellen und ungefähren Überblick sollte das
ausreichen.

Michael Domhardt

unread,
Jun 28, 2012, 11:56:19 AM6/28/12
to
Am 27.06.12 17:17, schrieb Ralph Aichinger:
> Michael Domhardt<nofear...@web.de> wrote:
>> abgesehen vom absoluten Unsinn einer solchen Vorgabe, könnte man mit dem
>
> Ich finde eine Angabe in Zeichen oder Worten aber auf jeden Fall
> sinnvoller als eine in Seiten. Sie ermöglicht zumindest eine
> ansprechende Formatierung ohne gleich des Seitenschindens
> beschuldigt zu werden.

Egal ob die Vorgabe in Form von Seiten oder Worten angegeben ist, bleibt
eine solche Vorgabe für eine wissenschaftliche Arbeit sinnfrei.

>> lorem-ipsum-Generator [0] einfach mal die passenden Zahlen eintragen und
>> dann für 40K und 60K in je ein passendes TeX-Dokument kopieren. Das was
>> hinten an Seiten rauskommt, sollte grob der Vorgabe entsprechen.
>
> Ich würde kein Lorem Ipsum verwenden, sondern einen Text aus dem
> jeweiligen Fachgebiet. Ein Text über Molekularbiologie wird sicher
> längere Worte enthalten als ein Kindermärchen. Deutlich.
>
> Eine Seminararbeit oder ähnliches aus dem gleichen Gebiet würde
> sich anbieten.

Ja, die Fragestellung des OP wird damit sicherlich präziser beantwortet.
Wobei man eine Arbeit der selben Sprache wie die Vorgabe wählen sollte.
Man braucht also einen entsprechenden englischen Fachtext, den man bis
zur entsprechenden Wortzahl vervielfältigt und daraus Normseiten machen
lässt. Der Aufwand ist halt ein wenig höher, als der lorem-ipsum-Ansatz.

VG Michael

Dr Engelbert Buxbaum

unread,
Aug 14, 2012, 3:37:06 PM8/14/12
to
In article <a50k4t...@mid.individual.net>,
si...@removethsi.simifilm.ch says...
>
> Hallo zusammen,
>
> eine Frage, die nicht LaTeX-spezifisch ist, aber vielleicht weiss
> jemand ja Bescheid. Wᅵhrend es im englischen Sprachraum ᅵblich ist, die
> Lᅵnge eines Dokuments in Anzahl Worte anzugeben, wird im
> deutschsprachigen Raum meist die Seitenzahl verwendet.
>
> Die Definition einer Normseite wiederum bezeichnet die Anzahl der
> Anschlᅵge. Deshalb meine Frage, ob es eine Faustregel gibt, wie Worte
> in Seiten umgerechnet werden. Wenn es zB. bei einer Website einer Uni
> heisst, eine thesis mᅵsse "40-60,000 words", dann sind das wie viele
> Seiten?

Wir haben hier gerade danach geschaut, um zu sehen wie viele Seiten
Lesestoff man einem Studenten bewᅵltigbar aufs Auge drᅵcken kann. Ein
medizinisches Lehrbuch (in Englisch) hat etwa 600 Worte pro Seite, ein
Artikel in einer Fachzeitschrift mehr (kleinere Schrift, engerer Satz,
weniger Rand da mehrspaltig). Es dauert knapp 10 min eine solche
Buchseite grᅵndlich zu studieren (also nicht einfach nur diagonal zu
lesen).

40-60,000 Worte entsprechen also etwa 67-100 Seiten, was fᅵr eine
Doktorarbeit ganz vernᅵnftig ist. Mein Doktorvater wᅵre sicherlich nicht
begeistert gewesen wenn ich wesentlich mehr beschrieben hᅵtte. Letztlich
kommt es aber immer auf die Qualitᅵt an, nicht auf die Quantitᅵt.

--
Car (noun): erratically moving obstacle on the road
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