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Max Werner

unread,
Oct 8, 2016, 1:28:31 PM10/8/16
to
Hallo,

Bisher habe ich vorwiegend mit InDesign meine Texte für den Druck
aufbereitet.
Da mittelfristig die Windows-Maschinen durch Linux ersetzt werden
sollen, habe ich mir vorgenommen mich in Tex einzuarbeiten.

Ein Vorteil von InDesign ist IMHO, dassman die unterschiedlichsten
Dateiformate importieren kann - ein wichtiges Detail wenn
unterschiedliche Autoren Inhalte zuliefern.

Momentan habe ich mir auf einem Debian-Desktop (XFCE) Tex-Studio und Lyx
probeweise installiert. Mit Hilfe der zahlreichen Tutorials ist es mir
einigermaßen gelungen neue Texte zu erstellen.

Was mir fehlt ist eine Beschreibung wie man vorhandene Texte importiert
oder lädt. In welchem Format sollen die Texte vorliegen?
Wie geht man am Besten vor?

Können Absatzformatierungen wie sie z.B. in RTF-Dateien definiert sind
ev. über Makros in Tex übernommen werden?

Hinweise auf eine FAQ werden dankbar angenommen.

Grüße
max

Wolfgang Kynast

unread,
Oct 8, 2016, 1:43:11 PM10/8/16
to
On Sat, 8 Oct 2016 19:28:22 +0200, "Max Werner" posted:

>Hallo,
>
>Bisher habe ich vorwiegend mit InDesign meine Texte für den Druck
>aufbereitet.
>Da mittelfristig die Windows-Maschinen durch Linux ersetzt werden
>sollen, habe ich mir vorgenommen mich in Tex einzuarbeiten.
>
>Ein Vorteil von InDesign ist IMHO, dassman die unterschiedlichsten
>Dateiformate importieren kann - ein wichtiges Detail wenn
>unterschiedliche Autoren Inhalte zuliefern.
>
>Momentan habe ich mir auf einem Debian-Desktop (XFCE) Tex-Studio und Lyx
>probeweise installiert. Mit Hilfe der zahlreichen Tutorials ist es mir
>einigermaßen gelungen neue Texte zu erstellen.
>
>Was mir fehlt ist eine Beschreibung wie man vorhandene Texte importiert
>oder lädt. In welchem Format sollen die Texte vorliegen?
>Wie geht man am Besten vor?

Aus der Erfahrung eines Buches mit ~100 Word-Texten aus 20 Jahren:
ausdrucken, einscannen, neu und einheitlich formatieren.

Wenn man die Anlieferer zu einem bestimmten Programm und einer
bestimmten Formatvorlage verdonnern kann, mag das anders aussehen.

--
Schöne Grüße,
Wolfgang

Axel Berger

unread,
Oct 8, 2016, 2:38:59 PM10/8/16
to
Max Werner wrote:
> Was mir fehlt ist eine Beschreibung wie man vorhandene Texte importiert
> oder lädt. In welchem Format sollen die Texte vorliegen?
> Wie geht man am Besten vor?

Importieren läßt sich allein fertig formatiertes PDF. Für alles andere
hat sich für mich HTML als das beste Zwischenformat herausgestellt. Ich
habe inzwischen recht gut arbeitende Makros für meinen Editor, die das
meiste an Metadaten wegschmeißen und das brauchbare übersetzen. Es
bleibt trotzdem, je nach Qualität der Quelle, eine Menge manueller
Nacharbeit.

Anfangs bin ich ganz auf nackten Text zurückgegangen, aber dabei
verliere ich auch alle Hervorhebungen wie fett und kursiv. Ein weiteres
Problem sind Fußnoten.

Axel

--
/¯\ No | Dipl.-Ing. F. Axel Berger Tel: +49/ 221/ 7771 8067
\ / HTML | Roald-Amundsen-Straße 2a Fax: +49/ 221/ 7771 8069
 X in | D-50829 Köln-Ossendorf http://berger-odenthal.de
/ \ Mail | -- No unannounced, large, binary attachments, please! --

Manuel Rodriguez

unread,
Oct 8, 2016, 6:11:11 PM10/8/16
to
Am Samstag, 8. Oktober 2016 19:28:31 UTC+2 schrieb Max Werner:
> Können Absatzformatierungen wie sie z.B. in RTF-Dateien definiert sind
> ev. über Makros in Tex übernommen werden?

Als langjähriger TeX und Lyx Nutzer würde ich an dieser Stelle gerne etwas positives über berichten, doch die Wahrheit ist dass der Import- und Export eine Katastrophe ist. Selbst wenn man eine .tex Datei einfach nach "NurText" konvertiert gibt es Probleme. Selbst aus Lyx heraus werden die Umlaute bis heute nicht korrekt nicht dargestellt. Von anderen Dateiformaten wie LibreOffice oder gar Indesign noch gar nicht zu reden. Wenn also bei der Migration der Import- und Export von Dateien eine hohe Priorität besitzt, dann könnte es daran scheitern.

Max Werner

unread,
Oct 9, 2016, 2:16:55 AM10/9/16
to
Am 08.10.2016 um 20:38 schrieb Axel Berger:
> Importieren läßt sich allein fertig formatiertes PDF. Für alles andere
> hat sich für mich HTML als das beste Zwischenformat herausgestellt.

Wäre für mich auch ein gangbarer Weg. Aber bisher habe ich es nicht
geschafft ein HTML zu laden/importieren, nur Copy/Paste funktioniert mit
miserablem Aussehen.

> Ich habe inzwischen recht gut arbeitende Makros für meinen Editor, die das
> meiste an Metadaten wegschmeißen und das brauchbare übersetzen.

Wie realisierst du das?
Kannst du kurz deinen Weg beschreiben?

> Anfangs bin ich ganz auf nackten Text zurückgegangen, aber dabei
> verliere ich auch alle Hervorhebungen wie fett und kursiv. Ein weiteres
> Problem sind Fußnoten.

Das ist mir auch schon aufgefallen ;-)

Grüße
max

Max Werner

unread,
Oct 9, 2016, 2:21:23 AM10/9/16
to
Danke für deine Einschätzung.
Wie gehst du damit um?
Kannst du eine Alternative vorschlagen?

Grüße
max

Axel Berger

unread,
Oct 9, 2016, 5:24:53 AM10/9/16
to
Max Werner wrote:
> Aber bisher habe ich es nicht geschafft ein HTML zu laden/importieren

Verstehe ich nicht. Open Offive und iirc auch Word kann unter Save As
HTML schreiben. Für meinen Editor ist HTML nackter Text wie alles
andere, das kann ich einfach so öffnen.

> Wie realisierst du das?
> Kannst du kurz deinen Weg beschreiben?

Das ist natürlich spezifisch für die jeweilige Makrosprache. Aber
einzelne Zeilen meines inzwischen recht umfangreichen Scriptes sehen so
aus (mit ~ trenne ich für die Mail lange Zeilen):

^!Replace "<H1[^>]*>\R?((?s).*?)\R?</H1>" >> "\\section\{$1\}" HRASTI
^!Replace " & " >> " \& " HASTI
^!Replace "<img .*?src=("|')[^"]*?/([^"/]*)\1[^>]*>" >> ~
"\r\n\\begin\{figure\}\[!hbt\]\r\n\{\\centering%\r\n~
\\includegraphics\[width=\\linewidth\]\{$2\}%\r\n\\par\}~
\\caption\[\]\{%\r\n\}\r\n\\end\{figure\}\r\n" HRASTI
^!Replace "\R*<BLOCKQUOTE[^>]*>\R*((?s).*?)\R*</BLOCKQUOTE>\R*" >> ~
"\r\n\r\n\\begin\{quote\}\r\n$1\r\n\\end\{quote\}\r\n\r\n" HRASTI
^!Replace "<ul[^>]*>" >> "\\begin\{itemize\}" HRASTI
^!Replace "</ul>" >> "\end{itemize}" HASTI
^!Replace "<ol[^>]*>" >> "\\begin\{enumerate\}" HRASTI
^!Replace "</ol>" >> "\end{enumerate}" HASTI
^!Replace "<li[^>]*>" >> "\\item " HRASTI
^!Replace "</li>" >> "^P" HASTI
^!Replace "\<(STRONG[^>]*|B[^>]*)>\R?( ?) *?\R?((?s).*?)\R?( ?) ~
*?\R?</(STRONG|B)>" >> "$2\\textbf\{$3\}$4" HRASTI
^!Replace "&rdquo;" >> "''" HASTI
^!Replace "\{\\dots\}( |&nbsp;)\." >> "\{dots\}" HRASTI

Das ganze wächst ständig und enthält allerlei Seltsamkeiten, die mir von
bestimmten Quellen unterkommen.

Axel Berger

unread,
Oct 9, 2016, 5:35:41 AM10/9/16
to
Manuel Rodriguez wrote:
> doch die Wahrheit ist dass der Import- und Export eine Katastrophe

Es geht nicht "out of the box" auf Knopfdruck. Aber der Weg von LaTeX zu
HTML, das ja dann sehr viele andere Programme direkt importieren können,
scheint mir einfacher als der umgekehrte. Der Hauptgrund ist, daß wir
eine sauber strukturierte Quelle und deren mögliche Elemente selbst in
der Hand haben und uns nicht wie auf dem umgekehrten Weg mit allerlei
Unwägbarkeiten und Seltsamkeiten konfrontiert sehen. Bisher hatte ich
keine Norwendigkeit, das komplett durchzuziehen.

Ulrike Fischer

unread,
Oct 9, 2016, 6:00:35 AM10/9/16
to
Am Sun, 9 Oct 2016 08:21:22 +0200 schrieb Max Werner:

> Danke für deine Einschätzung.
> Wie gehst du damit um?
> Kannst du eine Alternative vorschlagen?

pandoc (http://pandoc.org/) ist ganz gut als Converter. Man darf
aber keine Wunder erwarten. Wenn du in Word (oder LaTeX) eine
Tabelle bis in die kleinsten Einzelheiten optimierst, dann kann man
das nicht einfach konvertieren.



--
Ulrike Fischer
http://www.troubleshooting-tex.de/

Max Werner

unread,
Oct 9, 2016, 8:37:14 AM10/9/16
to
Am 09.10.2016 um 11:24 schrieb Axel Berger:
> Max Werner wrote:
>> Aber bisher habe ich es nicht geschafft ein HTML zu laden/importieren
>
> Verstehe ich nicht. Open Offive und iirc auch Word kann unter Save As
> HTML schreiben. Für meinen Editor ist HTML nackter Text wie alles
> andere, das kann ich einfach so öffnen.

D.h. du generierst in der Textverarbeitung aus der angelieferten Datei
ein HTML-File und überträgst es per Copy&Paste in den Tex-Editor. Dann
lässt du dein Makro drüberlaufen.
Richtig?

Grüße
max

Christian Zietz

unread,
Oct 9, 2016, 11:33:51 AM10/9/16
to
Ulrike Fischer schrieb:

> pandoc (http://pandoc.org/) ist ganz gut als Converter. Man darf
> aber keine Wunder erwarten. Wenn du in Word (oder LaTeX) eine
> Tabelle bis in die kleinsten Einzelheiten optimierst, dann kann man
> das nicht einfach konvertieren.

Meine -- schon etwas zurückliegende -- Erfahrung mit dem Layouten eines
Projekts, für das viele Autoren Inhalte zuliefern, ist, dass die beste
Lösung dafür keine technische ist -- also das Finden eines optimalen
Konverters. Stattdessen ist es sinnvoll, seine Zulieferer dazu zu
erziehen, die Inhalte so abzugeben, dass einem die Arbeit leicht von der
Hand geht. Also Texte als reiner Text oder meinetwegen in Word, aber
dann mit spärlicher Nutzung der Formatierungsmöglichkeiten. Fett, kursiv
und so ist OK, aber bitte kein Versuch eines Layouts, keine
Schriftartwechsel -- wird eh von der Vorlage der Publikation vorgegeben
-- und so weiter. Grafiken als separate Dateien.

Das wird natürlich schwieriger, wenn z.B. Formelsatz im Spiel ist.

Christian
--
Christian Zietz - CHZ-Soft - czietz (at) gmx.net
WWW: http://www.chzsoft.de/
PGP/GnuPG-Key-ID: 0x52CB97F66DA025CA / 0x6DA025CA

Wolfgang Kynast

unread,
Oct 9, 2016, 11:54:09 AM10/9/16
to
On Sun, 9 Oct 2016 17:33:45 +0200, "Christian Zietz" posted:

>Ulrike Fischer schrieb:
>
>> pandoc (http://pandoc.org/) ist ganz gut als Converter. Man darf
>> aber keine Wunder erwarten. Wenn du in Word (oder LaTeX) eine
>> Tabelle bis in die kleinsten Einzelheiten optimierst, dann kann man
>> das nicht einfach konvertieren.
>
>Meine -- schon etwas zurückliegende -- Erfahrung mit dem Layouten eines
>Projekts, für das viele Autoren Inhalte zuliefern, ist, dass die beste
>Lösung dafür keine technische ist -- also das Finden eines optimalen
>Konverters. Stattdessen ist es sinnvoll, seine Zulieferer dazu zu
>erziehen, die Inhalte so abzugeben, dass einem die Arbeit leicht von der
>Hand geht. Also Texte als reiner Text oder meinetwegen in Word, aber
>dann mit spärlicher Nutzung der Formatierungsmöglichkeiten. Fett, kursiv
>und so ist OK, aber bitte kein Versuch eines Layouts, keine
>Schriftartwechsel -- wird eh von der Vorlage der Publikation vorgegeben
>-- und so weiter. Grafiken als separate Dateien.

Auch wenn es sich albern anhören mag: mir ging das Einscannen eines
Ausdrucks und OCR wesentlich flotter von der Hand als der Versuch,
fremde Word-Dateien aus 2 Jahrzehnten zu konvertieren.

Hängt halt davon ab, ob und wieviel Einfluß man auf die Zulieferer
hat.

>Das wird natürlich schwieriger, wenn z.B. Formelsatz im Spiel ist.

Ja, dann wird's schwierig.

--
Schöne Grüße,
Wolfgang

Axel Berger

unread,
Oct 9, 2016, 3:00:57 PM10/9/16
to
Max Werner wrote:
> und überträgst es per Copy&Paste in den Tex-Editor.

Nein, kein copy and paste, ich öffne die Datei ganz einfach. Ich
verwende allerdings auch keinen speziellen TeX-Editor sondern einen
generellen Editor für alles, was im entferntestesten mit Texten und
textähnlichen ASCII-Gebilden (CSV und XML z.B.) zu tun hat. Auf diese
Weise muß ich nicht mehrere Oberflächen und Befehlssätze lernen sondern
dafür eine richtig gut.

Im Gegenzug bekomme ich Makros z.B. zur TeXkompilation nicht ferig
angeliefert sondern muß alles von Grund auf selbst schreiben. Das ist
aber nur ganz am Anfang ein Nachteil, nach kurzer Zeit überwiegt die
Adaptierbarkeit und Flexibilität.

Axel Berger

unread,
Oct 9, 2016, 3:04:56 PM10/9/16
to
Christian Zietz wrote:
> Grafiken als separate Dateien.

Das ist imho so ziemlich der einzige Vorteil der nnnx XMLformate von
Microsoft. Die Abbildungen liegen als Einzeldateien in einem Ordner.
(Wenn das System alles besser weiß und einen bevormundet, notfalls das
docx in .zip umbenennen.) Bei HTML ist das ohnehin bereits der Fall,
auch ein Vorteil dieses Transferformates.

Axel Berger

unread,
Oct 9, 2016, 3:07:41 PM10/9/16
to
Wolfgang Kynast wrote:
> mir ging das Einscannen eines Ausdrucks und OCR wesentlich flotter
> von der Hand als der Versuch, fremde Word-Dateien aus 2 Jahrzehnten
> zu konvertieren.

Deine OCR mag neuer, größer und zuverlässiger sein als meine, aber jedes
Open Office kann so ziemlich jedes gängige Format als reinen Text
abspeichern ohne Lesefehler zu machen.

Wolfgang Kynast

unread,
Oct 9, 2016, 5:07:27 PM10/9/16
to
On Sun, 09 Oct 2016 21:06:47 +0200, "Axel Berger" posted:

>Wolfgang Kynast wrote:
>> mir ging das Einscannen eines Ausdrucks und OCR wesentlich flotter
>> von der Hand als der Versuch, fremde Word-Dateien aus 2 Jahrzehnten
>> zu konvertieren.
>
>Deine OCR mag neuer, größer und zuverlässiger sein als meine,

das recht alte, mit dem Scanner mitgelieferte ABBYY FineReader 6.0
Sprint (aktuell ist Version 12) erwies sich als verblüffend gut,
sogar bei 25 Jahre alten Schreibmaschinentexten.

>aber jedes
>Open Office kann so ziemlich jedes gängige Format als reinen Text
>abspeichern ohne Lesefehler zu machen.

OO konnte einige der alten Word-Dateien nicht mal richtig lesen,
genausowenig wie Libre Office. Word unter Win 8.1 desgleichen, da
musste das Uralt-Word des Erstellers ran, unter Win-XP.

Dass Word inkompatibel zu Word ist, ist doch wirklich nix Neues.

--
Schöne Grüße,
Wolfgang

Axel Berger

unread,
Oct 10, 2016, 1:52:19 AM10/10/16
to
Wolfgang Kynast wrote:
> Dass Word inkompatibel zu Word ist, ist doch wirklich nix Neues.

In dem Fall kommst Du aber auch so ohne weiteres an keinen Ausdruck - es
sei denn Du hättest ihn schon. In dem Fall fehlte mir allerdings in
aller Regel ohnehin die digitale Quelle und der Ausdruck ist zerknittert
und schwer lesbar.

Herbert Voss

unread,
Oct 10, 2016, 3:59:55 AM10/10/16
to
TeX ist eine eigene Welt, weshalb das Konvertieren von ??? nach
TeX meistens _nicht_ ohne Arbeit funktioniert. Der Arbeitsaufwand
hängt von der Komplexität deiner Texte ab. Wenig Tabellen und
Mathe, dann geht es relativ einfach. Anderenfalls kann auch mal
gar nichts gehen.

http://chikrii.com/products/word2tex/word-to-latex/

kann man zum Testen installieren und es mal ausprobieren.
Für einigermaßen anspruchsvolle Texte liefert es gute
Ergebnisse.
Die Uni-Lizenz von 45$ ist auch nicht gerade unverschämt ...

Ansonsten kann man noch pdf->doc->tex gehen.


Herbert

Wolfgang Kynast

unread,
Oct 10, 2016, 4:11:29 AM10/10/16
to
On Mon, 10 Oct 2016 07:51:22 +0200, "Axel Berger" posted:

>Wolfgang Kynast wrote:
>> Dass Word inkompatibel zu Word ist, ist doch wirklich nix Neues.
>
>In dem Fall kommst Du aber auch so ohne weiteres an keinen Ausdruck - es
>sei denn Du hättest ihn schon.

Doch, mit des Erstellers Uraltword auf seinem Uraltrechner unter XP
:-(

>In dem Fall fehlte mir allerdings in
>aller Regel ohnehin die digitale Quelle und der Ausdruck ist zerknittert
>und schwer lesbar.

Die Quelle mancher Reden waren natürlich nicht auffindbar, und was
bitte ist ein Backup???

Die meisten Texte lagen ausgedruckt vor, aber teils angegilbt und die
Tinte angebleicht. Oder gleich als Schreibmaschinentext.

Wie gesagt: ich hab gestaunt, mit was dieses alte OCR alles klarkam.

Aber so schnell sag ich nicht mehr "ich kann's mir ja mal ansehen" ;-)

--
Schöne Grüße,
Wolfgang

Max Werner

unread,
Oct 10, 2016, 9:32:25 AM10/10/16
to
Am 10.10.2016 um 09:59 schrieb Herbert Voss:
> Am 08.10.2016 um 19:28 schrieb Max Werner:
>> ...
>> Da mittelfristig die Windows-Maschinen durch Linux ersetzt werden
>> sollen, habe ich mir vorgenommen mich in Tex einzuarbeiten.
>> ...
> http://chikrii.com/products/word2tex/word-to-latex/
Leider nur für Windows!

> Die Uni-Lizenz von 45$ ist auch nicht gerade unverschämt ...

Ob die meinen 30 Jahre alten Studentenausweis noch akzeptieren würden? :-)
Der Unterschied zwischen der Single-User-Lizenz für $99 und der
Professional-Lizenz für Firmen von $300 ist happig - und dafür nur
Einzelplatz! :-((

Gruß
max

Juergen Fenn

unread,
Oct 10, 2016, 1:11:50 PM10/10/16
to


Am 08.10.16 um 19:28 Uhr schrieb Max Werner:

> Was mir fehlt ist eine Beschreibung wie man vorhandene Texte importiert
> oder lädt. In welchem Format sollen die Texte vorliegen?
> Wie geht man am Besten vor?
>
> Können Absatzformatierungen wie sie z.B. in RTF-Dateien definiert sind
> ev. über Makros in Tex übernommen werden?
>
> Hinweise auf eine FAQ werden dankbar angenommen.

Du wirst es aus den anderen Beiträgen schon entnommen haben: Einen
"Import" nach LaTeX -- so, wie man Texte in eine Textverarbeitung oder
in ein DTP-Programm importiert und dann sofort weiter bearbeiten kann --
gibt es für LaTeX nicht, sondern es gibt Konverter, die ein Dateiformat
in ein anderes wandeln. Die Güte der Umsetzung hängt davon ab, wie
komplex das Ausgangsformat ist. Jede Konvertierung ist verlustbehaftet.

Grundsätzlich gibt es zwei Wege, die man gehen kann: Entweder
konvertiert man die eine Auszeichnung(ssprache) in eine andere (also
HTML nach LaTeX oder die Formatvorlagen in einem
Textverarbeitungsdokument nach LaTeX) und hofft, daß der Inhalt dabei
nicht zu sehr unter die Räder kommt; das funktioniert dann natürlich nur
für die Elemente und Attribute, die in beiden Welten vorhanden sind,
also z.B. Überschriften oder Listen. Bei Fußnoten wird es ggf. schon
schwieriger. Alles aber, was darüber hinaus geht, geht verloren. Auf der
Ebene arbeitet beispielsweise Pandoc. Das ist die modernste Lösung, die
vor allem "einmal schreiben, in mehreren Zielformaten publizieren"
gedacht ist und immer auch EPUB mit bedient.

Der andere Weg verarbeitet das jeweilige Ausgabeformat weiter. Das hatte
Axel mit seiner Aussage gemeint, PDF sei "importierbar". Es gibt das
Paket pdfpages, mit dem Du PDFs seitenweise, von-bis oder komplett in
ein LaTeX-Dokument einbinden kannst, as is.

Für den Weg Word > LaTeX dürfte es am besten sein, das doc(x) in ein
aktuelles LibreOffice zu "importieren", als ODT zu speichern und dann
mit Pandoc oder mit Writer2LaTeX ("sehr aufgeräumtes Layout" hieß die
Option, IIRC) weiter zu verarbeiten. Für ältere Formate und ältere
Konverter siehe auch die Übersicht von Wilfried Hennings, die er
allerdings nur bis 2011 gepflegt hatte:

https://www.tug.org/utilities/texconv/pctotex.html
https://www.tug.org/utilities/texconv/textopc.html

Das letzte Buch, das sich intensiver mit solchen Konvertierungsproblemen
beschäftigt hatte, war der LaTeX Web Companion, allerdings auf dem Stand
von 1999... Das einzige Programm aus der Zeit, das heute noch gepflegt
wird, ist wohl tex4ht.

Ich möchte Dir den Spaß an TeX wirklich nicht nehmen, aber wenn Du aus
der DTP-Welt kommst und wirklich entschlossen bist, auf Linux zu
migrieren, solltest Du einen Blick auf Scribus werfen. Scribus hat wohl
auch ODT-"Import" (über die Qualität kann ich nichts sagen, da noch
nicht getestet), und Du kannst auch LaTeX in einem Render-Rahmen in
Scribus einsetzen.

Für E-Books diskutiert wurden auch die Konverter in Calibre.

Hope this helps,
Jürgen.

Max Werner

unread,
Oct 11, 2016, 1:21:46 AM10/11/16
to
Am 10.10.2016 um 19:11 schrieb Juergen Fenn:
> Du wirst es aus den anderen Beiträgen schon entnommen haben: Einen
> "Import" nach LaTeX -- so, wie man Texte in eine Textverarbeitung oder
> in ein DTP-Programm importiert und dann sofort weiter bearbeiten kann --
... [sehr ausführliche Analyse] :-)

> Scribus hat wohl
> auch ODT-"Import" (über die Qualität kann ich nichts sagen, da noch
> nicht getestet), und Du kannst auch LaTeX in einem Render-Rahmen in
> Scribus einsetzen.
>
> Für E-Books diskutiert wurden auch die Konverter in Calibre.

Danke für deinen sehr informativen Beitrag. Ich werde wohl einige Zeit
brauchen um alle Tipps und Links abzuarbeiten und für meine Situation
anzupassen.

Den Weg zu Linux werden wir vermutlich gehen, da hier keiner bereit ist
einem amerikanischen Konzern seine realitätsfernen Programmierer und
CEOs zu bezahlen sobald das derzeit genutzte Win7 aus dem Support fällt.
OSX ist wegen der Hardwarebindung keine Alternative.

Scribus ist bekannt, wird aktuell aber so gut wie nicht eingesetzt.
Kannst du bitte etwas genauer erläutern was du in diesem Zusammenhang
mit LaTex und Render-Rahmen meinst.

Aktuell ist ein Projekt angedacht, welches vermutlich in Tex am besten
realisierbar wäre und den letzten Kick brachte mich jetzt mit dem Thema
auseinander zu setzen.

Der Anlieferer will ein HTML-Dokument (Version noch unklar)
bereitstellen. Das von ihm selbst erzeugte PDF ist mehr als 300 Seiten
stark und enthält neben Bildern auch einige Tabellen. Eine erste Analyse
mit Acrobat —> Doc bzw. –> RTF ergab:
a) einspaltiger Satz
b) keine Fußnoten
c) keine Kopf- und Fußzeilen (sollten aber definiert werden)
d) unzählige leere Absätze
e) unkorrekte Seitenumbrüche (keine verbundenen Absätze)
f) rechte Einzüge über mehr als die Hälfte der Zeile
g) keine Absatzformate definiert

Der Anlieferer ist eine NPO und möchte die Umsetzung möglichst
kostengünstig realisieren. Eine händische Anpassung mit InDesign kommt
deshalb nicht in Frage.

> Entweder konvertiert man die eine Auszeichnung(ssprache) in eine
> andere (also HTML nach LaTeX oder die Formatvorlagen in einem
> Textverarbeitungsdokument nach LaTeX)

Hättest du einen Vorschlag wie man diesen Weg gehen könnte?
Welchen Konverter braucht man dafür?

Grüße
max

Dr Eberhard Lisse

unread,
Oct 11, 2016, 3:47:49 AM10/11/16
to
Das neueste LyX (2.2.1), kann, wenn Pandoc installiert ist DOCX Dateien
relativ vernünftig einlesen.

mfg, el

Axel Berger

unread,
Oct 11, 2016, 4:16:09 AM10/11/16
to
Max Werner wrote:
> Hättest du einen Vorschlag wie man diesen Weg gehen könnte?
> Welchen Konverter braucht man dafür?

Meine Erfahrung - die aber keineswegs sehr viele teilen - ist, daß ich
so etwas in einem mächtigen Editor schneller selbst schreibe und wachsen
lasse, als die Mühe, mich in ein zwangsläufig komplexes Paket von
anderer Seite mit dessen Macken und Schwachstellen einzuarbeiten.

Juergen Fenn

unread,
Oct 11, 2016, 8:49:33 AM10/11/16
to


Am 11.10.16 um 07:21 Uhr schrieb Max Werner:

> Scribus ist bekannt, wird aktuell aber so gut wie nicht eingesetzt.
> Kannst du bitte etwas genauer erläutern was du in diesem Zusammenhang
> mit LaTex und Render-Rahmen meinst.

Das ist ein Rahmen-Typ bei Scribus, innerhalb dessen ein Rendering
stattfindet. Das heißt, Du fügst LaTeX-Code in so einen Rahmen ein, und
er wird dann aus Scribus heraus LaTeX aufgerufen, kompiliert und da
Ergebnis wird in diesen Rahmen an der Stelle eingesetzt. Eignet sich vor
allem für mathematische Formeln etc., also alles, was Scribus nicht
kann, aber LaTeX.

https://www.scribus.net/svn/Scribus/branches/Version14x/Scribus/scribus/doc/de/readme.html

Eine Einführung zu Scribus ist beispielsweise:

http://lehrerfortbildung-bw.de/werkstatt/text/scribus/

> Aktuell ist ein Projekt angedacht, welches vermutlich in Tex am besten
> realisierbar wäre und den letzten Kick brachte mich jetzt mit dem Thema
> auseinander zu setzen.

Ich glaube, Du solltest Dich am besten einmal mit den gangbaren Wegen
beschäftigen, die seit etwa zehn Jahren produktiv in der Herstellung
eingesetzt werden. Es gibt im wesentlichen zwei große Lösungen: Die
kommerzielle Kette mit MS Office und Adobe mit Im- und Export, wie Du es
derzeit offenbar kennst, und die freien Lösungen mit diversen
XML-Formaten, XSLT und freien Konvertern nach (1) LaTeX->PDF und (2)
XML/HTML/EPUB.

Zwischen diesen beiden Welten kann man dann mit Programmen wie
LibreOffice oder Calibre in beide Richtungen zu konvertieren versuchen.
Zaubern kann man damit aber nicht. Man muß viel ausprobieren, und man
wird immer wieder an Grenzen stoßen. Ob etwas funktioniert, wirst Du
deshalb selbst ausprobieren müssen, das wird man in einer Newsgroup kaum
vorhersehen und empfehlen können...

Das ist so in etwa das Szenario, in das Du Dich hineinbegibst, wenn Du
die kommerzielle Welt verläßt.

>> Entweder konvertiert man die eine Auszeichnung(ssprache) in eine
>> andere (also HTML nach LaTeX oder die Formatvorlagen in einem
>> Textverarbeitungsdokument nach LaTeX)
>
> Hättest du einen Vorschlag wie man diesen Weg gehen könnte?
> Welchen Konverter braucht man dafür?

Eine moderne Lösung wäre beispielsweise, daß der Autor sein Manuskript
in Markdown abliefert (oder daß man ein Manuskript nach Markdown
wandelt) und von dort aus weiter nach LaTeX oder EPUB für die
Veröffentlichung, dies alles mit Pandoc. Das setzt ein hohes Maß an
Standardisierung voraus, und LaTeX ist hier auch nur noch ausnahmsweise
das Schreibformat, es dient vor allem zum Schluß einer solchen Kette von
Programmen/Tools zum Setzen.

In der Praxis wird übrigens in vielen Bereichen mit dem Ansatz
gearbeitet, den Wolfgang eingangs der Diskussion erwähnt hatte:
Ausdrucken, einscannen und per OCR umsetzen und händisch korrigieren,
gerade wenn das Manuskript nur auf Papier vorliegt, was bei
wissenschaftlichen Verlagen sehr häufig der Fall ist, jedenfalls bei
älteren Autoren im Bereich Recht, Wirtschaft... wo die Stellung des
rennomierten Autors gegenüber dem Verlag sehr stark ist und der Verlag
dem Autor entgegenkommen muß.

Wenn Du Dich mit der Rolle, die LaTeX heute in alledem spielt, weiter
beschäftigen möchtest, lies doch ggf. mal diese Blogposts:

http://www.opensourcepress.de/de/blog/2013/05/bye_bye_latex.php
https://kofler.info/sackgasse-latex/

Grüße,
Jürgen.

Max Werner

unread,
Oct 11, 2016, 10:28:59 AM10/11/16
to
Am 11.10.2016 um 14:49 schrieb Juergen Fenn:
> Das ist ein Rahmen-Typ bei Scribus, innerhalb dessen ein Rendering
> stattfindet. Das heißt, Du fügst LaTeX-Code in so einen Rahmen ein, und
...
> http://www.opensourcepress.de/de/blog/2013/05/bye_bye_latex.php
> https://kofler.info/sackgasse-latex/

Danke nochmals für die ausführliche Antwort.

Dass mein Vorhaben nicht Out-of-the-Box zu haben sein würde war mir von
vornherein klar und dass, je nach Autor und Projekt, diverse Anpassungen
getestet werden müssen auch.

Abschließend kann ich sagen, dass ich jetzt intensiv ins
"Quellenstudium" muss um den für uns gangbaren Weg herauszufinden.

Falls dann noch Fragen auftauchen werde ich mich wieder melden.

Danke auch an alle anderen für ihre Beiträge.

Grüße
max

Wolfgang Kynast

unread,
Oct 11, 2016, 10:55:31 AM10/11/16
to
On Tue, 11 Oct 2016 14:49:31 +0200, "Juergen Fenn" posted:

...
>In der Praxis wird übrigens in vielen Bereichen mit dem Ansatz
>gearbeitet, den Wolfgang eingangs der Diskussion erwähnt hatte:
>Ausdrucken, einscannen und per OCR umsetzen und händisch korrigieren,
>gerade wenn das Manuskript nur auf Papier vorliegt, was bei
>wissenschaftlichen Verlagen sehr häufig der Fall ist, jedenfalls bei
>älteren Autoren im Bereich Recht, Wirtschaft... wo die Stellung des
>rennomierten Autors gegenüber dem Verlag sehr stark ist und der Verlag
>dem Autor entgegenkommen muß.

Oh, interessant.

Ein noch nicht erwähnter Punkt, der für mich auch wichtig war:

Wenn mir der Autor einen Ausdruck erstellt, ist das für mich die
Referenz, und er ist dafür verantwortlich, dass dieser Ausdruck
richtig und vollständig ist.

Gibt mir der Autor dagegen eine Datei D1, die er mit dem Programm P1
auf OS1 erstellt hat, habe ich die Verantwortung dafür, dass die Datei
D2, die ich mit irgendeinem Konverter daraus erstellt habe, inhaltlich
mit D1 identisch ist.

Das kann ich eigentlich nur leisten, wenn ich ebenfalls P1 auf OS1
vorhalte. Sicherheitshalber sollte mir der Autor einen geprüften und
abgezeichneten Ausdruck von D1 übergeben. Dann kann ich aber auch
gleich scannen ;-)

In 35 Jahre Tätigkeit als Informatiker habe ich nun wirklich schon
jeden "völlig unmöglichen" Fehler erlebt, und ich würde niemals
ausschließen, dass bei jedweder Art von Konvertierung der Text
verstümmelt werden kann. Wobei "Konvertierung" auch die Verwendung
z.B. einer anderen Word-Version, evtl. noch auf einem anderen OS, ist.

>Wenn Du Dich mit der Rolle, die LaTeX heute in alledem spielt, weiter
>beschäftigen möchtest, lies doch ggf. mal diese Blogposts:
>
>http://www.opensourcepress.de/de/blog/2013/05/bye_bye_latex.php
>https://kofler.info/sackgasse-latex/

Interessant. Danke für die Links.

--
Schöne Grüße,
Wolfgang

Ulrich D i e z

unread,
Oct 12, 2016, 4:33:23 AM10/12/16
to
Christian Zietz schrieb:

> Meine -- schon etwas zurückliegende -- Erfahrung mit dem Layouten eines
> Projekts, für das viele Autoren Inhalte zuliefern, ist, dass die beste
> Lösung dafür keine technische ist -- also das Finden eines optimalen
> Konverters. Stattdessen ist es sinnvoll, seine Zulieferer dazu zu
> erziehen, die Inhalte so abzugeben, dass einem die Arbeit leicht von der
> Hand geht. Also Texte als reiner Text oder meinetwegen in Word, aber
> dann mit spärlicher Nutzung der Formatierungsmöglichkeiten. Fett, kursiv
> und so ist OK, aber bitte kein Versuch eines Layouts, keine
> Schriftartwechsel -- wird eh von der Vorlage der Publikation vorgegeben
> -- und so weiter. Grafiken als separate Dateien.
>
> Das wird natürlich schwieriger, wenn z.B. Formelsatz im Spiel ist.

Ich habe in der jüngeren Vergangenheit gute Erfahrungen damit gemacht,
Zulieferer von Texten, die zu einem Dokument gebündelt werden sollten,
zu bitten, ihre Texte als Textdateien für DocBook oder Dita zu formatieren.
Bei DocBook und Dita handelt es sich letztenendes um SGML- bzw
XML-basiertes Markup, aus dem man andere Formate (zB docx-Dateien
für Word, oder tex-Dateien für LaTeX bzw zur pdf-Erzeugung, oder ePub,
oder HTML-Dateien, oder Hilfedateien und dergleichen) ableiten kann.

In solchen Zusammenhängen auch interessant sind cvs- oder
subversion-Systeme mittels derer man die unterschiedlichen Versionen
der einzelnen Textbeiträge der jeweiligen Autoren verwalten kann.

Ulrich

Axel Berger

unread,
Oct 12, 2016, 8:34:05 AM10/12/16
to
Ulrich D i e z wrote:
> Ich habe in der jüngeren Vergangenheit gute Erfahrungen damit gemacht,
> Zulieferer von Texten, die zu einem Dokument gebündelt werden sollten,
> zu bitten, ihre Texte als Textdateien für DocBook oder Dita zu formatieren.

Du glücklicher. Ich habe nur schlechte Erfahrungen damit, Autoren um
irgendetwas zu bitten. Ich muß nehmen was kommt und irgendwie damit
zurechtkommen. In dem Moment, wo man nur das geringste voraussetzen
kann, und sei es der kleinste Ansatz von Struktur, wird alles gleich um
Größenordnungen einfacher. In der Regel ist Zulieferern völlig neu, daß
es außer Microsoft Word irgendwelche anderen Editoren oder Programme
geben könnte und daß man irgendwelche anderen Formate als den von der
jeweiligen Version vorgegebenen Default speichern kann.

Marcus Gloeder

unread,
Oct 21, 2016, 4:41:15 PM10/21/16
to
Am 11.10.2016 um 09:47 schrieb Dr Eberhard Lisse:
> Das neueste LyX (2.2.1), kann, wenn Pandoc installiert ist DOCX Dateien
> relativ vernünftig einlesen.

Hallo Eberhard,

das ist ja toll. :-) Pandoc habe ich mir jetzt auf meinen PC
heruntergeladen und installiert. Wie richte ich das jetzt in LyX ein?
Also, ich nehme an, ich gehe nach Werkzeuge --> Einstellungen -->
Dateihandhabung --> Konverter und wähle da unter »Von Format« MS-Word
Office-Open XML und unter »In Format« LyX aus. Und dann? Was muss ich
unter Konverter für einen Befehl schreiben? Dass der Befehl pandoc
heißt, ist schon klar. Wahrscheinlich brauche ich auch die Schalter -s,
um ein Standalone-Dokument zu erhalten und kein Fragment und -f docx um
das Eingangsformat zu bestimmen. Aber was mache ich dann? wie müssen die
Platzhalter für die Eingangsdatei und die Ausgangsdatei aussehen? und
was sollte ich als Ausgabeformat angeben? Das LyX-Format ist ja in
pandoc nicht enthalten. An der Stelle dürfte mir auch die pandoc-Doku
(MANUAL.pdf) nicht weiterhelfen.

Würde das eigentlich über den Weg lyx --> tex --> docx aus LyX heraus
auch in der umgekehrten Richtung funktionieren, oder muss ich eine
LaTeX-Datei erstellen und dann über die Kommandozeile mit dem Befehl
pandoc konvertieren?

Und: würde das parallel auch mit den Formaten odt und html funktionieren
und zwar in beide Richtungen?

> mfg, el

Viele Grüße aus dem Rheinland
Marcus

--
PMs an: m.gl...@gmx.de

Marcus Gloeder

unread,
Oct 21, 2016, 8:14:10 PM10/21/16
to
Am 21.10.2016 um 22:41 schrieb Marcus Gloeder:
> Am 11.10.2016 um 09:47 schrieb Dr Eberhard Lisse:
>> Das neueste LyX (2.2.1), kann, wenn Pandoc installiert ist DOCX Dateien
>> relativ vernünftig einlesen.
>
> Hallo Eberhard,

gerade habe ich selbst herausgefunden, wie es geht. Wie immer gilt:
Google ist Dein Freund. Da habe ich diese Seite im LyX-Wiki entdeckt,
die beschreibt, wie es geht:

https://wiki.lyx.org/Tips/ExportingOpenDocumentLibreofficeOpenofficeAndOfficeOpenXMLMSWordWithPandoc

Kurz zusammengefasst:

1.
Pandoc installieren

2.
LyX neu konfigurieren (über Werkzeuge --> neu konfigurieren)

3.
LyX schließen und neu starten (wie immer nach diesem Vorgang)

4.
Jetzt befinden sich sowohl unter Datei --> Importieren als auch unter
Datei --> Exportieren jeweils zwei neue Einträge:

MS-Word Office-Open XML
OpenDocument (Pandoc)

Den Export nach docx habe ich gerade getestet. Er ist nicht perfekt,
aber deutlich besser als alles, was ich bisher kannte. Der Import klappt
auch, aber beim kompilieren gibt es bei der Datei, die ich verwendet
habe, eine ganze Reihe Fehlermeldungen. Die erste ist ein Optionclash
bei fontspec. Der PDF-Output besteht auch nur aus einer Seite (es
sollten mehrere sein). Ich muss mich noch mal damit befassen. Für das
erste aber: Vielen Dank! :-)

Max Werner

unread,
Oct 22, 2016, 11:01:06 AM10/22/16
to
Am 22.10.2016 um 02:14 schrieb Marcus Gloeder:

> Kurz zusammengefasst:
>
> 1.
> Pandoc installieren
>
> 2.
> LyX neu konfigurieren (über Werkzeuge --> neu konfigurieren)
>
> 3.
> LyX schließen und neu starten (wie immer nach diesem Vorgang)
>
> 4.
> Jetzt befinden sich sowohl unter Datei --> Importieren als auch unter
> Datei --> Exportieren jeweils zwei neue Einträge:
>
> MS-Word Office-Open XML
> OpenDocument (Pandoc)

Hallo,
ich habe mich an deine Anleitung gehalten , aber als Ergebnis kann ich
nur "Tabellen" entdecken.
http://zlocal.bplaced.net/uploads/Lyx-Import.png

Was könnte mein Fehler sein?

Grüße
max

Marcus Gloeder

unread,
Oct 22, 2016, 1:01:53 PM10/22/16
to
Am 22.10.2016 um 17:00 schrieb Max Werner:
> Hallo,

Hallo Max,

vielen Dank für Deine Rückmeldung.

> ich habe mich an deine Anleitung gehalten , aber als Ergebnis kann ich
> nur "Tabellen" entdecken.
> http://zlocal.bplaced.net/uploads/Lyx-Import.png
>
> Was könnte mein Fehler sein?

Das kann ich Dir ohne weitere Informationen so nicht sagen. Bei mir
sieht das Importieren-Menü so aus:

https://www.odrive.com/s/b933cfcf-0afc-472b-ba6f-c3c72989fa42-580b9999

Wie ist das bei Exportieren? Sind da die neuen Einträge enthalten?

>
> Grüße
> max

Viele Grüße

Marcus Gloeder

unread,
Oct 22, 2016, 1:54:36 PM10/22/16
to
Hallo noch einmal,

da fällt mir gerade ein: welche LyX-Version hast Du? Hier:

https://wiki.lyx.org/Tips/ExportingOpenDocumentLibreofficeOpenofficeAndOfficeOpenXMLMSWordWithPandoc#toc5

steht eindeutig drin, dass die Vorgehensweise, wie ich sie gepostet
habe, nur bei LyX 2.2.x funktioniert, nicht bei älteren LyX-Versionen.
Wie es da geht, ist da aber auch beschrieben. Zusammengefasst: Du musst
nach Werkzeuge --> Einstellungen --> Datei-Handhabung --> Konverter. Da
erstellst Du zwei Konverter, einen von LaTeX (normal) nach MS-Word
Office-Open und einen von MS-Word Office-Open nach LaTeX (normal). Wie
das geht, steht in dem Wiki-Eintrag unter »Lyx 2.1 or earlier«.

Viele Grüße

Max Werner

unread,
Oct 23, 2016, 3:09:07 AM10/23/16
to
Hallo,
Das scheint der Grund zu sein.
Hier ist das aktuelle Debian-Jessie installiert und aus den
Repo's Lyx V2.1.2
Sieht so aus als ob ich da noch etwas lesen und ev. upgraden muss.

aus deinem vorigen Beitrag:
> Wie ist das bei Exportieren? Sind da die neuen Einträge enthalten?

Auch kein .odt oder .doc Export möglich

Wie du aus dem Ausgangspost erkennen kannst bin ich bezüglich
TeX/LaTex/LyX blutiger Anfänger. Ich versuche gerade mir einen Workflow
zu erarbeiten mit dem ich überwiegend RTF-Dateien importieren kann. Sie
lassen sich, falls notwendig, leicht auch zu ODT- oder DOC-Dateien
umwandeln.
Als Alternative könnten zukünftig auch HTML-Importe wichtig werden.

Grüße
max


Marcus Gloeder

unread,
Oct 24, 2016, 11:30:21 PM10/24/16
to
Hallo Max,

vielen Dank für Deine Antwort. Du schreibst:

> Ich versuche gerade mir einen Workflow zu erarbeiten mit dem ich
> überwiegend RTF-Dateien importieren kann. Sie lassen sich, falls
> notwendig, leicht auch zu ODT- oder DOC-Dateien umwandeln.

Der Export von LaTeX zu RTF klappt ganz gut mit einem Tool namens
LaTeX2RTF. Das kannst Du auch in LyX einbinden, um von LyX nach RTF
exportieren zu können. Wie das geht, steht hier:

https://wiki.lyx.org/Tips/ExportingRichTextFormatWithLaTeX2rtf

Du bekommst das hier:

http://latex2rtf.sourceforge.net/

Was den umgekehrten Weg betrifft: Um von einer Word- oder
LibreOffice-Writer-Datei zu LaTeX zu kommen, kannst Du die Datei in
LibreOffice-Writer einladen und mit einem Plugin namens Writer2LaTeX
nach LaTeX konvertieren. Eine Beschreibung davon findest Du hier:

http://www.ooowiki.de/Writer2LaTeX.html

Du bekommst das hier:

http://writer2latex.sourceforge.net/

Du kannst auch einen der Konverter nehmen, die als Plugin für Word oder
Standalone-Proramm von doc oder docx nach LaTeX konvertieren. Hier gilt:
Google ist Dein Freund. Schließlich ist es auch möglich, das Ganze in
dieser Richtung mit Pandoc zu realisieren. Ich habe das in meinem LyX
gerade ausprobiert. es klappt einigermaßen gut, jedenfalls besser als
die anderen Importprogramme, die LyX sonst noch benutzt. (Dazu schreibe
ich gleich noch ein Posting. Lies es Dir durch.)

Ein Problem wirst Du aber in dem Fall, dass Du von einer Word- oder
LibreOffice-Writer-Datei zu einer sauber konvertierten LaTeX-Datei
kommen willst, immer haben: Die allermeisten Menschen, die die genannten
Textverarbeitungsprogramme benutzen, wissen gar nicht, dass es so etwas
wie Formatvorlagen gibt und betreiben konsequent physisches Markup. Das
heißt, wenn sie eine Abschnittsüberschrift schreiben wollen, schreiben
sie die Überschrift, markieren sie, weisen 24 pt Arial bold ohne
Trennungen linksbündig zu und gehen dann in den nächsten Absatz. Das
machen sie bei der nächsten Abschnittsüberschrift wieder. Einzeln. Ohne
auf die Idee zu kommen, einfach die Formatvorlage Überschrift 1 oder so
was zuzuweisen.

Das bedeutet dann für die Konvertierung in LaTeX (oder den Import nach
LyX), dass Du so eine Datei leider nur von Hand nach LaTeX bzw. LyX
konvertiert bekommst. Das heißt, Du musst Word oder OpenOffice-Writer
auf der linken Seite Deines Desktops öffnen und LyX oder einen
LaTeX-Editor (ja nachdem, was Du tun willst) auf der rechten Seite
daneben. Dann kopierst Du den Text per Copy and Paste und weist im
LaTeX-Editor bzw. in LyX die richtigen Formatierungen zu. Das dauert und
ist anstrengend. Aber solange die Welt überwiegend aus Computer-DAUs
besteht, geht es leider nicht anders.

> Als Alternative könnten zukünftig auch HTML-Importe wichtig werden.

Das ist eine gute Idee. HTML dürfte als Zwischenformat gut
funktionieren, gerade weil es auch, wie LaTeX, eine Markupsprache ist.
Vielleicht funktioniert folgender Weg (ungetestet): In Word oder in
LibreOffice-Writer eine Datei als HTML abspeichern und dann über Pandoc
nach LaTeX exportieren. Vielleicht (auch ungetestet) lässt sich mit
Pandoc auch ein Importfilter für HTML in LyX realisieren. Das müsste ich
mal ausprobieren. An sich müsstest Du hier a) Google befragen und b)
selbst testen.

Soweit erst mal an dieser Stelle.

> Grüße
> max

Marcus Gloeder

unread,
Oct 24, 2016, 11:56:46 PM10/24/16
to
Hallo nochmal alle zusammen,

da schrieb ich:

> Der Import klappt auch, aber beim kompilieren gibt es bei der Datei,
> die ich verwendet habe, eine ganze Reihe Fehlermeldungen. Die erste ist
> ein Optionclash bei fontspec. Der PDF-Output besteht auch nur aus einer
> Seite (essollten mehrere sein).

Inzwischen weiß ich, wie es geht. Nämlich so:

1.
docx-Datei über den Pandoc-Importfilter importieren.

2.
In Dokument --> Einstellungen --> LaTeX-Vorspann alles löschen, was da
steht. Genau: alles!

3.
Im Dokument selbst jede ERT-Box mit Code, den man nicht versteht, löschen.

4.
Bilder, die im Ursprungsdokument eingebettet gewesen sind und deshalb
nicht auf der Festplatte liegen, werden von LyX natürlich nicht gefunden
(wie auch?). Die entsprechenden Boxen einfach löschen.

5.
Inhaltsverzeichnis, Abbildungsverzeichnis, Tabellenverzeichnis etc. löschen.

6.
Jetzt sollte es ein Dokument geben, dass LyX bei einem Klick auf die
Augen ohne Fehlermeldung komplett in eine PDF-Datei kompiliert.

7.
Nun kann nachbearbeitet werden. Bilder sollten im Ursprungsdokument per
Rechtsklick auf der Festplatte abgespeichert und dann in LyX in jeweils
einer Gleitumgebung geladen werden. Inhaltsverzeichnis,
Abbildungsverzeichnis, Tabellenverzeichnis etc. einfügen. Weitere
Nachbearbeitungen vornehmen.

8.
Voilá. Jetzt ist eine perfekt konvertierte Datei entstanden.


Der Aufwand ist bedeutend geringer als bei anderen Importfiltern, die
LyX sonst so benutzt. Tabellen werden sauber importiert (das ist
wirklich klasse!). Wie das bei Formeln ist, habe ich noch nicht
ausprobiert. Allerdings funktioniert das alles nur, wenn die
Ursprungsdatei vernünftig formatiert ist, d.h. mit logischem Markup (per
Formatvorlagen).

Marcus Gloeder

unread,
Oct 25, 2016, 1:51:52 AM10/25/16
to
Am 25.10.2016 um 05:56 schrieb Marcus Gloeder:
> Hallo nochmal alle zusammen,

der Import von Formeln aus Word (docx) nach LyX klappt, der Export von
Formeln von LyX nach Word (docx) so halbwegs. Beim Export sind in der
resultierenden docx-Datei die Formeln der Struktur nach vorhanden und
auch bearbeitbar. Allerdings sind an allen Stellen, an denen kleine
Buchstaben stehen sollten, nur Platzhalter. Das muss dann nachbearbeitet
werden. Außerdem werden die Nummerierungen der Formeln nicht übernommen,
so dass die Formeln im Text nicht referenziert werden können. Word halt.

Marcus Gloeder

unread,
Oct 25, 2016, 2:34:33 AM10/25/16
to
Am 25.10.2016 um 05:30 schrieb Marcus Gloeder:
> Hallo Max,

ein HTML-Importfilter via Pandoc lässt sich in LyX auch einrichten. Dazu
gehst Du zunächst nach Werkzeuge --> Einstellungen --> Datei-Handhabung
--> Dateiformate und erstellst ein neues Dateiformat:

Format: HTML (Pandoc)
(Häkchen) Dokumentformat
(kein Häkchen) Im Export-Menü anzeigen
(kein Häkchen) Vektorgrafik-Format
Kurztitel: pandochtml
Dateiendungen: html, htm
MIME: text/html
Tastenkürzel:
Bearbeitungsprogramm: keine
Anzeigeprogramm: Bentzerdefiniert auto
Kopierer:python -tt $$s/scripts/ext_copy.py -e html,png,jpg,jpeg,css $$i $$

Voreingestellte Ausgabeformate:
Mit TeX-Schriften: PDF (pdflatex)
Ohne TeX-Schriften: PDF (XeTeX)

Dann wechselst Du nach Werkzeuge --> Einstellungen --> Datei-Handhabung
--> Konverter und erstellst einen neuen Konverter:

Von Format: HTML (Pandoc)
In Format: LaTeX (normal)
Konverter: pandoc -s -f html -o $$o -t latex $$i
Zusatz-Flag:
Konverterdatei-Zwischenspeicher
(Häkchen) aktiv
Maximales Alter (in Tagen): 180

Der Import klappt reibungslos. Du musst dann die importierte Datei so
behandeln, wie eine importierte docx-Datei. Wichtig ist, dass Du unter
Dokument --> Einstellungen --> LaTeX-Vorspann alles (wirklich alles!)
löscht und im Dokument selbst überflüssigen Code entfernst. Dann geht es.

Axel Berger

unread,
Oct 25, 2016, 3:33:25 AM10/25/16
to
Marcus Gloeder wrote:
> Das dauert und ist anstrengend. Aber solange die Welt überwiegend
> aus Computer-DAUs besteht, geht es leider nicht anders.

Es geht schneller, wenn man das Dokument als reinen Text speichert und
den mit etwas Markdown anreichert. Das Ergebnis einer Konversion zu
LaTeX ist dann schon einrecht brauchbarer Anfang. Ohne Nacharbeit geht
nichts, egal was Du versuchst.

> HTML dürfte als Zwischenformat gut
> funktionieren, gerade weil es auch, wie LaTeX, eine Markupsprache ist.
> Vielleicht funktioniert folgender Weg (ungetestet): In Word oder in
> LibreOffice-Writer eine Datei als HTML abspeichern und dann über Pandoc
> nach LaTeX exportieren.

Ich mache es mit selbst geschriebenen Markros für meinen Editor. Und ja,
es gent recht gut.

Max Werner

unread,
Oct 26, 2016, 3:05:56 AM10/26/16
to
Am 25.10.2016 um 08:34 schrieb Marcus Gloeder:
> Am 25.10.2016 um 05:30 schrieb Marcus Gloeder:
> ein HTML-Importfilter via Pandoc lässt sich in LyX auch einrichten. Dazu
> gehst Du zunächst nach Werkzeuge --> Einstellungen --> Datei-Handhabung
> --> Dateiformate und erstellst ein neues Dateiformat:
>
> Format: HTML (Pandoc)
> ...
> Kopierer:python -tt $$s/scripts/ext_copy.py -e html,png,jpg,jpeg,css $$i $$
>...
> Der Import klappt reibungslos. Du musst dann die importierte Datei so
> behandeln, wie eine importierte docx-Datei. Wichtig ist, dass Du unter
> Dokument --> Einstellungen --> LaTeX-Vorspann alles (wirklich alles!)
> löscht und im Dokument selbst überflüssigen Code entfernst. Dann geht es.

Vielen vielen Dank für deine umfangreichen Beiträge.
Das hat mich fast erschlagen - ich komme zeitlich leider nicht in dem
gewünschten Umfang dazu all deine Tipps sofort auszutesten.
Eine erste Probe mit einer kurzen ODT-Datei (formatiert mit
Formatvorlagen), die ich mit Hilfe von writer2latex in LyX importiert
habe, ist ein wenig enttäuschend verlaufen. Der Text wurde zwar
vollständig eingelesen, aber die Struktur war für mich zuerst nicht
eindeutig erkennbar. Tabs wurden z.B. zu LyX:space konvertiert, den ich
neu definieren kann.
Die kann ich, abhängig vom Absatzformat das automatisieren?
Müssen dafür Makros geschrieben werden?
Auch die vielen Optionen beim Export zu LaTeX muss ich noch genauer
untersuchen.

Ich merke daran wie wenig ich mich bereits ins Thema eingelesen habe.
Deine Code-Zeile mit dem Kopierer hat mich völlig überrascht, da ich
nicht wusste, dass man Python so einsetzen kann.
Offensichtlich bin ich noch nicht gut genug über die TeX/LaTeX/LyX
Arbeitsweise im Bilde. Da ich bisher gewohnt bin mit InDesign zu
arbeiten ist die Umstellung hin zu Tex/LaTex mir noch sehr fremd.

Deshalb bin ich auf der Suche nach einer guten _deutschsprachigen_
Einführung in TeX/LaTeX und einer kommentierten Referenz.
Gibt es so etwas?

Grüße
max

Marcus Gloeder

unread,
Oct 26, 2016, 10:18:32 PM10/26/16
to
Am 26.10.2016 um 09:05 schrieb Max Werner:
>Vielen vielen Dank für deine umfangreichen Beiträge.

Hallo Max,

ich war eben dabei die Zusammenarbeit von LyX und Pandoc auszuprobieren.
An sich finde ich nämlich (jedenfalls bis jetzt) dass Pandoc bessere
Ergebnisse liefert, was den Import anderer Formate nach und den Export
in andere Formate betrifft, als alles, was ich vorher kannte.

> Das hat mich fast erschlagen - ich komme zeitlich leider nicht in dem
> gewünschten Umfang dazu all deine Tipps sofort auszutesten.

Das tut mir Leid. Aber Du brauchst ja nicht alles auf einmal zu machen. ;-)

> Eine erste Probe mit einer kurzen ODT-Datei (formatiert mit
> Formatvorlagen), die ich mit Hilfe von writer2latex in LyX importiert
> habe, ist ein wenig enttäuschend verlaufen. Der Text wurde zwar
> vollständig eingelesen, aber die Struktur war für mich zuerst nicht
> eindeutig erkennbar. Tabs wurden z.B. zu LyX:space konvertiert, den ich
> neu definieren kann.

Hm. Ich müsste jetzt ins Blaue hinein raten. Wenn ich Dich richtig
verstanden habe, hast Du mit writer2latex einen Importfilter in LyX
erstellt. Abgesehen davon, dass Pandoc dafür wahrscheinlich besser
funktioniert (das müsstest Du bei Dir einfach testen, ich habe das nicht
ausprobiert), könnte eine Ursache die sein, dass writer2latex ja nicht
direkt nach LyX sondern nach LaTeX exportiert und LyX dann die
LaTeX-Datei importiert. Zu den Tabs kann ich nichts sagen, aber was den
Import einer LaTeX-Datei nach LyX betrifft: normalerweise bekommst Du
immer eine lauffähige Datei, aber es gibt einfach viel zu viel ERT, so
dass eine Menge Nacharbeit notwendig ist. Bei Pandoc wiederum bekommst
Du wesentlich weniger ERT (aber auch welchen, den Du dann am besten
löscht), aber Du musst unbedingt alles löschen, was in Dokument -->
Einstellungen --> LaTeX-Vorspann steht.

> Die kann ich, abhängig vom Absatzformat das automatisieren?
> Müssen dafür Makros geschrieben werden?

Grundsätzlich zu Abständen bei LaTeX: LaTeX definiert für alles mögliche
spezielle Abstände. Es gibt auch Befehle (die in LyX gut umgesetzt
sind), mit denen bestimmte Abstände eingefügt werden können (horizontal
und vertikal). Was es nicht gibt, weder in LaTeX noch in LyX, sind
Tabulatoren. Letztlich ist LaTeX, nicht LyX, für die Abstände
verantwortlich, mit denen Deine LyX-Datei arbeitet. Meine Idee an dieser
Stelle wäre die: Du schaust, welcher LaTeX-Befehl in den Fällen, die es
betrifft, für den jeweiligen Abstand verantwortlich ist und definierst
diesen Befehl nach Deinem Gusto um. Das geht mit einem \renewcommand-
oder einem \newcommand-Befehl. Den setzt Du dann in Dokument -->
Einstellungen --> LaTeX-Vorspann ein.

ACHTUNG! Bevor Du das machst, solltest Du Dich über die Befehle
\renewcommand und \newcommand und die Folgen, die deren Einsatz haben
kann, gründlich informieren. Es steht zum Beispiel etwas in
Mittelbach/Goossens 2005:875–880. Google kann auch nicht schaden.

Am besten wird sein, Du sagst genau, welcher Befehl betroffen ist und
wie Du ihn gerne umdefiniert haben möchtest und fragst in dieser
Newsgroup (in einem neuen Thread), ob das jemand kann. Ohne eigene und
sehr tief gehende LaTeX-Kenntnisse können eigene Versuche in der
Richtung nämlich ziemlich in die Hose gehen. (Ich fühle mich da nicht in
der Lage zu.)

Wenn Du einen Code hast, der für Dich funktioniert, dann speichere ihn
als Codeschnipsel ab und setze ihn in jeder LyX-Datei, in der das nötig
ist, in Dokument --> Einstellungen --> LaTeX-Vorspann ein.

> Auch die vielen Optionen beim Export zu LaTeX muss ich noch genauer
> untersuchen.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich writer2latex das letzte Mal
benutzt habe. soweit ich mich erinnern kann, kannst Du writer2latex sehr
weitgehend konfigurieren. Das reicht von einer Einstellung, in der
writer2latex praktisch versucht, das komplette Layout der odt-Datei in
LaTeX nachzubauen (mit allen typografischen Fehlern, die das dann in 99
Prozent der Fälle hat) bis hin zu einer Einstellung (die, glaube ich,
›strikt‹ heißt), bei der das Layout komplett von LaTeX bestimmt wird.
Ich persönlich wäre sehr für die letztere Variante. Damit bekommst Du
einfach bessere Ergebnisse.

> Ich merke daran wie wenig ich mich bereits ins Thema eingelesen habe.

Was nicht ist, kann noch werden. ;-) Übrigens glaube ich, dass Pandoc
für den Import von odt-Dateien nach LyX sowieso besser geeignet ist als
writer2latex. Probier es einfach aus.

> Deine Code-Zeile mit dem Kopierer hat mich völlig überrascht, da ich
> nicht wusste, dass man Python so einsetzen kann.

Ich weiß überhaupt nicht, wie man Python einsetzt. Im Ernst: ich habe
die Zeile einfach aus dem bereits existierenden Format »HTML« kopiert
(in der Annahme, dass es da nicht umsonst steht).

> Offensichtlich bin ich noch nicht gut genug über die TeX/LaTeX/LyX
> Arbeitsweise im Bilde. Da ich bisher gewohnt bin mit InDesign zu
> arbeiten ist die Umstellung hin zu Tex/LaTex mir noch sehr fremd.

InDesign ist ein feines Programm und es gibt Sachen, die ich lieber
damit mache, zum Beispiel Flugblätter oder Plakate. Sobald ich aber mit
strukturierten Dokumenten zu tun habe (Berichte, wissenschaftliche
Arbeiten, Memos, Geschäftsbriefe, Lebensläufe und sogar Präsentationen),
nehme ich LaTeX bzw. LyX.

> Deshalb bin ich auf der Suche nach einer guten _deutschsprachigen_
> Einführung in TeX/LaTeX und einer kommentierten Referenz.
> Gibt es so etwas?

Ja, natürlich. Früher waren die Kopka-Bände, insbesondere der erste (den
habe ich auch), sehr beliebt. Inzwischen ist das veraltet und ich würde
das nicht mehr empfehlen. Statt dessen

zu LaTeX allgemein
Mittelbach / Goossens 2005

zu Tabellensatz mit LaTeX
Voß 2008

zu Mathematiksatz mit LaTeX
Voß 2009

zu KOMA-Script (Anpassung von LaTeX auf europäische Typografie)
Kohm/Morawski 2008

zu PSTricks (Grafik mit Postscript)
Voß 2006

Außerdem findest Du noch eine Menge im Internet. Google hilft. An dieser
Stelle nur die folgenden beiden Hinweise:

https://de.wikibooks.org/wiki/LaTeX-Kompendium
https://wiki.lyx.org/

Natürlich gibt es auch Mailinglisten und Newsgroups. Die Newsgroup zu
LaTeX (dctt) hast Du ja schon gefunden. ;-) Dann gibt es noch eine
deutschsprachige Mailingliste zu LaTeX:

Adresse
TEX...@LISTSERV.DFN.DE

Anmeldung
https://www.listserv.dfn.de/sympa/arc/tex-d-l

Und es gibt eine englischsprachige zu LyX:

Adresse
lyx-...@lists.lyx.org

Anmeldung
Leere Nachricht an
lyx-users...@lists.lyx.org zum Abonnieren der Liste,
lyx-users-...@lists.lyx.org zum Abbestellen

Spiegelung als Newsgroup
gmane.editors.lyx.general

Wenn Du LaTeX installierst (unter Linux wird das wohl eine
TeXLive-Installation sein, unter Windows, aber da will Dein
Brötchengeber ja von weg, eher MiKTeX), dann haben alle installierten
Pakete auch eine Anleitung, die Du unterhalb von doc in Deinem
LaTeX-Baum findest, meistens als PDF-Datei, in seltenen Fällen auch als
Postscript- oder DVI-Datei (für beides gibt es Viewer, unter Linux mehr
als unter Windows). LyX hat ebenfalls eine sehr gute und ausführliche
Dokumentation, die Du unterhalb von Hilfe findest und die aus
verschiedenen LyX-Dokumenten (›Handbüchern‹) besteht (die Du Dir, wenn
Du willst, auch ausdrucken kannst; normalerweise ist das aber nicht nötig).

Ach ja, dann gibt es noch etwas Spezielles: eine Tasse mit einer
LaTeX-Kurzreferenz, schau hier:

http://www.lehmanns.de/shop/mathematik-informatik/7361330-9783865410528-latex-referenz-tasse

Ich würde Dir übrigens empfehlen, neben LyX auch einen LaTeX-Editor zu
installieren. Im Prinzip kannst Du alles, was in LaTeX geht, auch in LyX
realisieren. Nur: wenn Dein LyX-Dokument fast ausschließlich aus ERT
besteht, dann solltest Du Dir schon überlegen, ob es nicht einfacher
ist, das Ganze direkt in LaTeX zu schreiben. (ERT heißt »evil red text«,
übersetzt: schlechter roter Text. Du kannst in LyX eine ERT-Box
aufmachen und in die dann LaTeX-Code eingeben, um innerhalb von LyX
Dinge realisieren zu können, die LyX von sich aus noch nicht unterstützt.)

Darüber, welcher Editor der beste ist, hat es schon ganze Flamewars
gegeben. Ich persönlich arbeite gerne mit TeXStudio. Ob es diesen Editor
auch unter Linux gibt, weiß ich nicht. Unter Linux würde ich mir auch
Kile anschauen. Emacs mit AucTeX ist etwas für Leute, die als erstes die
Maus ausstöpseln, wenn sie sich an einen Computer setzen. Es gibt den
Scherz, Emacs heiße ›Escape Meta Alt Control Shift‹. Das ist nicht so
ganz ernst gemeint, aber es zeigt, auf welche Weise Du mit Emacs am
effektivsten arbeitest.

Für bestimmte Dokumente ist LaTeX und damit auch LyX schlicht
ungeeignet. Das trifft immer dann zu, wenn Du selbst Elemente in Rahmen
exakt positionieren musst. Dafür nimmst Du besser ein DTP-Programm.
Unter Linux sieht es da aber eher Mau aus. Das einzige, was es da gibt
ist Scribus. Mit Scribus kannst Du schon arbeiten, aber das Programm ist
lange nicht so gut wie InDesign oder QuarkXPress. Insbesondere die
Tabellen-Funktion ist fast vollständig unbrauchbar. Es gibt allerdings
in Scribus die Möglichkeit einen LaTeX-Rahmen aufzuziehen. Da kannst Du
dann LaTeX-Code eingeben, der dann gerendert wird. Das Ergebnis
platzierst Du dann in deinem Scribus-Dokument da, wo Du es haben willst.

> Grüße
> max

Viele Grüße
Marcus


--- Literatur ---

Kohm, Markus und Jens-Uwe Morawski, (3)2008: KOMA-Script – eine Sammlung
von Klassen und Paketen für LaTeX2e. Berlin: Lehmanns
(inzwischen gibt es, glaube ich, die 5. Auflage. Google das mal.)

Mittelbach, Frank und Michael Goossens, (2)2005: Der LaTeX-Begleiter.
München: Pearson

Voß, Herbert, (3)2006: PSTricks. Grafik mit Postscript für TeX und
LaTeX. Berlin: Lehmanns

Voß, Herbert, 2008: Tabellen mit LaTeX. Berlin: Lehmanns

Voß, Herbert, 2009: Mathematiksatz mit LaTeX. Berlin: Lehmanns

--
PMs an: m.gl...@gmx.de

Max Werner

unread,
Oct 27, 2016, 2:34:23 AM10/27/16
to
Am 27.10.2016 um 04:18 schrieb Marcus Gloeder:
> ...
eine riesige Menge Infos ...

Hallo Marcus,

du willst mich erschlagen? ;-)

Wow, ich muss mich zum Studium erst mal zurückziehen.

Anders als ich es bisher von DTP-Programmen kannte, wo man auch mit
kleinem Wissen ansprechende Ergebnisse erzielen konnte, muss ich mich
bei TeX/LaTeX offenbar viel stärker um die Referenzen kümmern um ein
Dokument halbwegs erstellen zu können.
Ich habe schon mehrmals gelesen, dass die Arbeitsweise anders als
WYSIWYG sei, das bestätigt sich leider.
WYSIWYM wie es LyX umsetzt ist für mich gewöhnungsbedürftig, da ich
gerne _selbst_ festlege wie groß bestimmte Abstände, Einzüge usw. sein
sollen. WYSIWYM ist mir da zu schwammig und hat mit klassischer
Typografie, wie ich sie kenne, wenig zu tun.

BTW: TeXstudio (Linux) TeXworks habe ich mir auch schon kurz angeschaut,
bin aber noch zu wenig dazu gekommen mich intensiver damit zu
beschäftigen. Es kommt meiner Arbeitsweise vielleicht näher als LyX.
Von Kile habe ich bisher Abstand genommen, da es KDE erfordert und ich
lieber mit XFCE arbeite.

Grüße
max

PS: Die Tasse ist vergriffen, die Kurzreferenz sollte es auch als Text
geben, oder?
http://www.weinelt.de/latex/index.html ist unübersichtlich und hilft am
Anfang wenig .

Albrecht Mehl

unread,
Oct 27, 2016, 4:23:43 AM10/27/16
to
Lieber Herr Gloeder,

obwohl garnicht direkt von dieser Diskussion betroffen, möchte ich mich
für Ihren ausführlichen und kompetenten Beitrag bedanken.

Am 27.10.2016 um 04:18 schrieb Marcus Gloeder:
> Am 26.10.2016 um 09:05 schrieb Max Werner:

A. Mehl
--
eBriefe an|mehlBEIfreundePUNKTtu-darmstadtPUNKTde|Spätestens seit der
Fukush.-Katastrophe sollten wir uns alle darüber im Klaren sein, dass
Energie nicht länger endlos zur Verfügung steht, ... Wir werden uns
daran gewöhnen müssen, die anfallenden Kosten zu bedenken, bevor wir ein
elektrisches Gerät in Betrieb nehmen wollen, bzw. bevor wir unser Auto
in Bewegung setzen. Leserbrf. - nicht von mir - FAZ 26.8.2013

Marcus Gloeder

unread,
Oct 27, 2016, 6:36:43 PM10/27/16
to
Am 27.10.2016 um 10:23 schrieb Albrecht Mehl:
> Lieber Herr Gloeder,
>
> obwohl garnicht direkt von dieser Diskussion betroffen, möchte ich mich
> für Ihren ausführlichen und kompetenten Beitrag bedanken.

Sehr geehrter Herr Mehl,

vielen Dank! :-)

> A. Mehl

Viele Grüße
Marcus Glöder

--
PMs an: m.gl...@gmx.de

Marcus Gloeder

unread,
Oct 27, 2016, 7:37:29 PM10/27/16
to
Am 27.10.2016 um 08:34 schrieb Max Werner:
> Am 27.10.2016 um 04:18 schrieb Marcus Gloeder:
>> ...
> eine riesige Menge Infos ...
>
> Hallo Marcus,
>
> du willst mich erschlagen? ;-)

Hallo Max,

nein, aber wie gesagt: Du musst ja nicht alles sofort lesen oder
versuchen umzusetzen. ;-)

> Wow, ich muss mich zum Studium erst mal zurückziehen.

Mach das! :-)

> Anders als ich es bisher von DTP-Programmen kannte, wo man auch mit
> kleinem Wissen ansprechende Ergebnisse erzielen konnte, muss ich mich
> bei TeX/LaTeX offenbar viel stärker um die Referenzen kümmern um ein
> Dokument halbwegs erstellen zu können.

Andersherum: Du hast auch eine Menge Referenzen. Und im Zweifelsfall
kannst Du immer bei den diversen Newsgroups und Mailinglisten für LaTeX
und für LyX nachfragen. Wenn Du die Frage so stellst, dass alle
nachvollziehen können, wo das Problem liegt (siehe auch:
www.minimalbeispiel.de), dann bekommst Du sehr schnell sehr kompetente
Antworten. Ich habe jedenfalls noch nie schlechte Erfahrungen damit gemacht.

> Ich habe schon mehrmals gelesen, dass die Arbeitsweise anders als
> WYSIWYG sei, das bestätigt sich leider.

Verschiedene Dokumentarten --> verschiedene Arbeitsweisen.

> WYSIWYM wie es LyX umsetzt ist für mich gewöhnungsbedürftig, da ich
> gerne _selbst_ festlege wie groß bestimmte Abstände, Einzüge usw. sein
> sollen. WYSIWYM ist mir da zu schwammig und hat mit klassischer
> Typografie, wie ich sie kenne, wenig zu tun.

Das ist der Punkt: Wenn Du ein Dokument erstellen willst, in dem Du
zwingend selbst bestimmen musst, wo welcher Text und welches Bild jetzt
erscheint und Du auch Einzüge, Abstände usw. selbst festlegen musst,
dann ist LaTeX (und damit auch LyX, das auf LaTeX aufbaut) schlicht
ungeeignet.

Dafür brauchst Du ein DTP-Programm wie QuarkXPress oder InDesign. Eine
kostenfreie Alternative, die auch unter Linux zugänglich ist, wäre
Scribus. Aber da musst Du mit bestimmten Einschränkungen leben. So gut,
wie seine kommerziellen Kollegen ist Scribus (noch!) nicht, auch wenn
schon ganz gute Ergebnisse erzielt werden können. Der
LaTeX-Renderrahmen, den Scribus dankenswerter Weise mitliefert, holt
Dich in vielen Fällen (wie Tabellen) wieder aus der Patsche.

LaTeX (und damit auch LyX) arbeitet so, dass immer LaTeX, genauer: die
jeweilige Dokumentenklasse oder das jeweilige Paket, bestimmt wo was
hinkommt, nicht Du. Du kannst Dich dann voll darauf konzentrieren, _was_
Du schreibst und welche Struktur Dein Dokument haben soll, LaTeX
bestimmt, _wie_ es hinterher aussieht. (Das ist jetzt etwas
holzschnittartig und es stimmt auch nur so ungefähr. Aber es zeigt das
Prinzip.)

> BTW: TeXstudio (Linux) TeXworks habe ich mir auch schon kurz angeschaut,
> bin aber noch zu wenig dazu gekommen mich intensiver damit zu
> beschäftigen. Es kommt meiner Arbeitsweise vielleicht näher als LyX.
> Von Kile habe ich bisher Abstand genommen, da es KDE erfordert und ich
> lieber mit XFCE arbeite.

Wenn Deine Arbeitsweise von DTP-Programmen geprägt ist, dann ist es in
dem oben beschriebenen Punkt gleichgültig, ob Du einen LateX-Editor
benutzt, der Dich je nach Editor mehr oder weniger gut darin
unterstützt, direkt LaTeX-Code zu schreiben, oder aber LyX, bei dem Du
den LaTeX-Code über eine Klicki-Bunti-Mausschubseroberfläche quasi
zusammenklickst. In Beiden Fällen wirst Du nicht selbst festlegen
können, wo welche Tabelle oder Grafik hinkommt. Die Tatsache, dass Du
bei LyX eben per Maus in Pulldownmenüs, Kontextmenüs und Dialogboxen
arbeitest, erleichtert das Leben mit LaTeX für Leute wie mich, die mit
der Mausschubserei am Computer groß geworden sind, doch sehr.

> Grüße
> max

Viele Grüße
Marcus 8-)

> PS: Die Tasse ist vergriffen, die Kurzreferenz sollte es auch als Text
> geben, oder?

Schade. Ich finde sie nämlich cool.

> http://www.weinelt.de/latex/index.html ist unübersichtlich und hilft am
> Anfang wenig .

Ich glaube, ich bin schon häufiger über Google auf eine Subpage für
einen bestimmten Befehl von dieser Website gelandet (ohne das jetzt
beschwören zu können). Auf der Homepage war ich aber noch nie
(jedenfalls erinnere ich mich nicht). Ich denke, die Seite ist nur dazu
gedacht, eine ganz kurze Referenz der einzelnen Befehle zu liefern. Ob
das im Einzelfall immer aktuell ist, weiß ich nicht. In jedem Fall
findest Du aber genauere Beschreibungen der Pakete und deren Befehle in
der Dokumentation des jeweiligen Pakets.

Vielleicht ist das hier eher das, was Du suchst:

http://www.starkerstart.uni-frankfurt.de/61673435/latexsheet.pdf

--
PMs an: m.gl...@gmx.de

Max Werner

unread,
Oct 28, 2016, 2:24:24 AM10/28/16
to
Am 28.10.2016 um 01:37 schrieb Marcus Gloeder:
> LaTeX (und damit auch LyX) arbeitet so, dass immer LaTeX, genauer: die
> jeweilige Dokumentenklasse oder das jeweilige Paket, bestimmt wo was
> hinkommt, nicht Du.

Dann frage ich mal anders.
In klassischen DTP-Programmen kann und _soll_ man Seiten-, Absatz- und
Zeichenvorlagen erstellen und benutzen.

Wie erzeuge oder konfiguriere eine z.B. eine eigene Dokumentenklasse?

Beispiel:
Ich öffne in TeXstudio ein TeX-Dokument.
Im Vorspann ist "\documentclass{article}" und einige Zeilen mit
"\usepackage" definiert.
Die Vorschau ist definiert mit dvipng

Als Ergebnis erhalte ich Seiten, mit riesigen Rändern rundum.

Wie kann ich
a) nachschauen wie die Seite definiert ist
b) welchen Einfluss \usepackage auf das Aussehen/Dokument haben
c) welche \documentclass und \usepackage alternativ verfügbar sind ?

> Vielleicht ist das hier eher das, was Du suchst:
>
> http://www.starkerstart.uni-frankfurt.de/61673435/latexsheet.pdf

Genau!!! :-))

Grüße
max

bkleine

unread,
Oct 28, 2016, 4:08:08 AM10/28/16
to
Am 28.10.2016 um 08:24 schrieb Max Werner:
> Am 28.10.2016 um 01:37 schrieb Marcus Gloeder:

> Dann frage ich mal anders.
> In klassischen DTP-Programmen kann und _soll_ man Seiten-, Absatz- und
> Zeichenvorlagen erstellen und benutzen.
>
> Wie erzeuge oder konfiguriere eine z.B. eine eigene Dokumentenklasse?
>
> Beispiel:
> Ich öffne in TeXstudio ein TeX-Dokument.
> Im Vorspann ist "\documentclass{article}" und einige Zeilen mit
> "\usepackage" definiert.
> Die Vorschau ist definiert mit dvipng
>
> Als Ergebnis erhalte ich Seiten, mit riesigen Rändern rundum.
>
> Wie kann ich
> a) nachschauen wie die Seite definiert ist
> b) welchen Einfluss \usepackage auf das Aussehen/Dokument haben
> c) welche \documentclass und \usepackage alternativ verfügbar sind ?
>

Da musst du viel lesen! Wenn du z.b. Texlive installiert hast, hilft dir
texdoc Paketname
Der Latex Begleiter von 2005 ist ein Helfer.
Sonst ist Google dein Freund.

Viel Spaß
Bernhard

Olaf Meltzer

unread,
Oct 28, 2016, 7:23:18 AM10/28/16
to
* Max Werner schrieb:

> Als Ergebnis erhalte ich Seiten, mit riesigen Rändern rundum.

Greif statt zu den Standardklassen (article, report, book, letter)
lieber zu den KOMAscript-Entsprechungen (scrartcl, scrreprt, scrbook,
scrlttr2). Damit erhältst Du schon besser an deutsche Gebräuche
angepasste Layouts, die Du natürlich weiter an Deinen Geschmack
anpassen kannst. Der scrguide beschreibt ausführlich, wie das geht.

> Wie kann ich
> a) nachschauen wie die Seite definiert ist

Entweder binde das Paket layouts ein -- \usepackage{layouts} -- oder
werfe einen Blick ins Eingemachte der von Dir benutzten
Dokumentelklasse, indem Du diese mit einem Texteditor (nur lesend!)
öffnest und studierst.

> b) welchen Einfluss \usepackage auf das Aussehen/Dokument haben

Jedes Paket sollte heute eine Dokumentation im PDF-Format mitbringen.
Du kannst diese Dokumentation, die meistens als $PAKETNAME.pdf
abgelegt ist, entweder manuell im Dokumentationsverzeichnis Deiner
TeX-Distribution suchen oder einfach

texdoc $PAKETNAME

auf der Kommandozeile absetzen.

> c) welche \documentclass und \usepackage alternativ verfügbar sind ?

texdoctk

oder den entsprechenden Browser Deiner TeX-Distribution -- sonst
manuell im Dokumentationsordner erkunden.

Ich verwende übrigens auch unter Windows TeX Live, und als Editor das
dazugehörige TeXworks oder den Emacs.

Gruß -- Olaf Meltzer

--
openSUSE 13.2 - TeX Live 2016 aktuell mit tlmgr

Marcus Glöder

unread,
Nov 2, 2016, 10:01:03 PM11/2/16
to
Am 28.10.2016 um 08:24 schrieb Max Werner:
> Am 28.10.2016 um 01:37 schrieb Marcus Gloeder:
>> LaTeX (und damit auch LyX) arbeitet so, dass immer LaTeX, genauer: die
>> jeweilige Dokumentenklasse oder das jeweilige Paket, bestimmt wo was
>> hinkommt, nicht Du.

Hallo Max,

Du schreibst:

> Dann frage ich mal anders.
> In klassischen DTP-Programmen kann und _soll_ man Seiten-, Absatz- und
> Zeichenvorlagen erstellen und benutzen.

Ja, in DTP-Programmen wie QuarkXPress, InDesign oder Scribus ist das so.
LaTeX ist aber etwas grundsätzlich anderes: eine Markupsprache. Du gibst
zum Beispiel den Befehl

\section{Dies ist eine Abschnittsüberschrift}

ein und LaTeX gibt dann die Abschnittsüberschrift

1. Dies ist eine Abschnittsüberschrift

aus. Wie die Abschnittsüberschrift aussieht, bestimmst nicht Du, sondern
die Dokumentenklasse, die Du benutzt oder ein Paket, dass Du zusätzlich
geladen hast.

> Wie erzeuge oder konfiguriere eine z.B. eine eigene Dokumentenklasse?

Das solltest Du gar nicht machen. Es sei denn, Du möchtest LaTeX nicht
nur anwenden, sondern auch weiterentwickeln. Dazu sind aber schon sehr
umfangreiche LaTeX-Kenntnisse notwendig. Für jemanden, der gerade mit
LaTeX anfängt (und auch für die meisten anderen Menschen, die LaTeX
benutzen) ist das sicher nicht empfehlenswert.

Das Aussehen eines LaTeX-Dokuments wird (im Prinzip jedenfalls) über
Dokumentenklassen und Pakete gesteuert. Die gibt es wie Sand am Meer. Es
gibt Dokumentenklassen für Artikel, Berichte, Bücher, Briefe,
Lebensläufe, Präsentationen und noch einiges mehr. Mit bestimmten
Paketen kannst Du zum Beispiel bestimmte Schriftarten einbinden (oder
mit XeLaTeX oder LuaTeX gleich Deine im Betriebssystem installierten
Schriften verwenden), das Aussehen von Überschriften ändern, LaTex
sagen, dass deutsch die Standardsprache ist (mit babel), typografisches
Feintuning betreiben (mit microtype oder soul), Protokolle schreiben
(mit minutes) und noch vieles mehr.

Was Du *nicht* tust ist: selbst eine Formatvorlage (oder Layoutvorlage,
was im Prinzip dasselbe ist) zu definieren. Du benutzt vorgegebene
Befehle, Umgebungen, Dokumentenklassen und Pakete, die bestimmen, wie
Dein Dokument aussieht. Du legst den Inhalt und die Struktur
(Gliederung) des Dokumentes fest. LaTeX macht den Rest.

> Beispiel:
> Ich öffne in TeXstudio ein TeX-Dokument.
> Im Vorspann ist "\documentclass{article}" und einige Zeilen mit
> "\usepackage" definiert.
> Die Vorschau ist definiert mit dvipng

Meiner Meinung nach solltest Du als Standardcompiler PDFLaTeX und das
Standardbetrachter PDF-Betrachter einstellen. Unter Tools --> Befehele
kannst Du alles andere sowieso einzeln auswählen.

> Als Ergebnis erhalte ich Seiten, mit riesigen Rändern rundum.

Das liegt an der Definition der Standardränder in LaTeX. Wenn Du das zum
ersten Mal siehst, sehen die Ränder wirklich ziemlich groß aus. Sie sind
aber (im Unterschied zu den Standardrändern bei Word) richtig
konstruiert. Lies dazu mal die beiden folgenden Aufsätze:

https://www.dante.de/tex/Dokumente/KohmSatzspiegel.pdf

Tschichold, Jan, 1975: Willkürfreie Maßverhältnisse der Buchseite und
des Satzspiegels. 45–75 in ders.: Ausgewählte Aufsätze über Fragen der
Gestalt des Buches und der Typografie. Basel: Birkhäuser

Selbstverständlich kannst Du die Ränder (und damit den Satzspiegel, der
durch die Ränder definiert wird) auch selbst bestimmen. Dazu gibt es
zwei Möglichkeiten:

1.
Das Paket typearea. Damit brauchst Du nur einen Teiler und eventuell
eine Bindekorrektur festzulegen. Damit werden dann die Ränder (bzw. der
Satzspiegel) automatisch berechnet. Das ist einfach und Du hast immer
typografisch stimmige Ränder. Die KOMA-Script-Klassen haben die
Funktionalität von typearea bereits integriert.

2.
Das Paket geometric. Damit kannst Du die Ränder explizit festlegen, so
wie Du es in einem DTP-Programm oder einer Textverarbeitung auch machen
würdest. Das solltest Du aber nur tun, wenn es besondere Anforderungen
an die Satzspiegelkonstruktion gibt, beispielsweise einen breiten
Korrekturrand bei wissenschaftlichen Arbeiten.

> Wie kann ich
> a) nachschauen wie die Seite definiert ist
> b) welchen Einfluss \usepackage auf das Aussehen/Dokument haben
> c) welche \documentclass und \usepackage alternativ verfügbar sind ?

Dazu hat Bernhard bereits etwas geschrieben. Es gilt: Google ist Dein
Freund (und die Literatur, die ich bereits in einem früheren Posting in
diesem Thread angegeben habe, auch).

>> Vielleicht ist das hier eher das, was Du suchst:
>>
>> http://www.starkerstart.uni-frankfurt.de/61673435/latexsheet.pdf
>
> Genau!!! :-))

:-)

> Grüße
> max

Viele Grüße
Marcus

---
Diese E-Mail wurde von Avast Antivirus-Software auf Viren geprüft.
https://www.avast.com/antivirus

Max Werner

unread,
Nov 3, 2016, 3:47:59 AM11/3/16
to
Am 03.11.2016 um 03:01 schrieb Marcus Glöder:

> Ja, in DTP-Programmen wie QuarkXPress, InDesign oder Scribus ist das so.
> LaTeX ist aber etwas grundsätzlich anderes: eine Markupsprache. Du gibst
> zum Beispiel den Befehl
>
> ...
>
> Das Aussehen eines LaTeX-Dokuments wird (im Prinzip jedenfalls) über
> Dokumentenklassen und Pakete gesteuert. Die gibt es wie Sand am Meer. Es
> gibt Dokumentenklassen für Artikel, Berichte, Bücher, Briefe,
> Lebensläufe, Präsentationen und noch einiges mehr. Mit bestimmten
> Paketen kannst Du zum Beispiel bestimmte Schriftarten einbinden (oder
> mit XeLaTeX oder LuaTeX gleich Deine im Betriebssystem installierten
> Schriften verwenden), das Aussehen von Überschriften ändern, LaTex
> sagen, dass deutsch die Standardsprache ist (mit babel), typografisches
> Feintuning betreiben (mit microtype oder soul), Protokolle schreiben
> (mit minutes) und noch vieles mehr.

Danke für deine Hinweise und Warnung ;-)

Aber gerade die unzählig vielen Pakete verwirren mehr als sie einem
Anfänger helfen seine Auswahl zu treffen, wenn keine ausführliche
Beschreibung bzw. Vorschau vorhanden ist oder schnell gefunden wird.
Gerade im beruflichen Umfeld ist "Try & Error" keine Option, da wenig
effektiv.

> Was Du *nicht* tust ist: selbst eine Formatvorlage (oder Layoutvorlage,
> was im Prinzip dasselbe ist) zu definieren. Du benutzt vorgegebene
> Befehle, Umgebungen, Dokumentenklassen und Pakete, die bestimmen, wie
> Dein Dokument aussieht. Du legst den Inhalt und die Struktur
> (Gliederung) des Dokumentes fest. LaTeX macht den Rest.

OK, die Arbeitsweise von TeX/LaTeX ist verstanden!
Ich habe aber in der Regel eine bestimmte Vorstellung vom Aussehen des
späteren Dokuments _bevor_ ich mit dem eigentlichen Setzen beginne.
Deshalb lege ich gerne den Satzspiegel, Spaltenanzahl, Kolumnentitel
usw. vorab fest.

>> Als Ergebnis erhalte ich Seiten, mit riesigen Rändern rundum.
>
> Das liegt an der Definition der Standardränder in LaTeX. Wenn Du das zum
> ersten Mal siehst, sehen die Ränder wirklich ziemlich groß aus. Sie sind
> aber (im Unterschied zu den Standardrändern bei Word) richtig
> konstruiert. Lies dazu mal die beiden folgenden Aufsätze:
>
> https://www.dante.de/tex/Dokumente/KohmSatzspiegel.pdf

Witzig ist, dass der Autor sich bei dem o.a. verlinktem Dokument selbst
nicht an keine der vorgestellten Satzspiegelkonstruktionen hält.
Das ist IMHO auch richtig.
Je nach Art der geplanten Publikation kann und muss von starren
Schematas abgewichen werden. Für geduckte Bücher im Bereich Belletristik
mag der klassische Satzspiegel richtig sein, aber schon bei Sachbüchern
finden sich häufig andere Satzspiegelkonstruktionen.
Ganz abgesehen von elektronischen Dokumenten, wie Ebooks, gelten andere
Regeln.
Als Negativbeispiel kann der aktuelle Scrguide vom gleiche Autor gelten.
http://texdoc.net/texmf-dist/doc/latex/koma-script/scrguide.pdf

> Tschichold, Jan, 1975: Willkürfreie Maßverhältnisse der Buchseite und
> des Satzspiegels. 45–75 in ders.: Ausgewählte Aufsätze über Fragen der
> Gestalt des Buches und der Typografie. Basel: Birkhäuser

Den Tschichold hat mein Typo-Prof mehr als einmal zitiert. ;-)

> Selbstverständlich kannst Du die Ränder (und damit den Satzspiegel, der
> durch die Ränder definiert wird) auch selbst bestimmen. Dazu gibt es
> zwei Möglichkeiten:
>
> 1.
> Das Paket typearea. Damit brauchst Du nur einen Teiler und eventuell
> eine Bindekorrektur festzulegen. Damit werden dann die Ränder (bzw. der
> Satzspiegel) automatisch berechnet. Das ist einfach und Du hast immer
> typografisch stimmige Ränder. Die KOMA-Script-Klassen haben die
> Funktionalität von typearea bereits integriert.
>
> 2.
> Das Paket geometric. Damit kannst Du die Ränder explizit festlegen, so
> wie Du es in einem DTP-Programm oder einer Textverarbeitung auch machen
> würdest. Das solltest Du aber nur tun, wenn es besondere Anforderungen
> an die Satzspiegelkonstruktion gibt, beispielsweise einen breiten
> Korrekturrand bei wissenschaftlichen Arbeiten.

Danke, werde ich mal versuchen.

> Dazu hat Bernhard bereits etwas geschrieben. Es gilt: Google ist Dein
> Freund (und die Literatur, die ich bereits in einem früheren Posting in
> diesem Thread angegeben habe, auch).

Dass ich mich gerade einlese hatte ich schon gepostet. :-)

Grüße
max

Olaf Meltzer

unread,
Nov 3, 2016, 6:03:27 AM11/3/16
to
* Ich (Olaf Meltzer) schrieb:

> * Max Werner schrieb:

>> Wie kann ich
>> a) nachschauen wie die Seite definiert ist
>
> Entweder binde das Paket layouts ein -- \usepackage{layouts} -- oder
> werfe einen Blick ins Eingemachte der von Dir benutzten
> Dokumentelklasse, indem Du diese mit einem Texteditor (nur lesend!)
> öffnest und studierst.

Hier habe ich doch tatsächlich die Pakete layout und layouts
verwechselt. Gemeint war \usepackage{layout}.

Während layout schlicht das verwendete Seitenlayout bemaßt skizziert,
bietet layouts weitergehende Gestaltungsmöglichkeiten. Inwieweit sich
diese auf eine bemaßte Layoutskizze wie die des o.a. layout beziehen,
oder die Gestaltung des Dokuments selbst betreffen -- quasi ein
erweitertes geometry, hab ich nicht erforscht.

Marcus Glöder

unread,
Nov 3, 2016, 7:35:42 AM11/3/16
to
Hallo Max,

ganz kurz zwei Dinge: Erstens habe ich mich bei einem Paketnamen vertan:
es heißt geometry, nicht geometric. Wenn Du zum Beispiel bei einem
einseitigen Satzspiegel (unabhängig davon, ob das jetzt sinnvoll ist
oder nicht) 2 cm oberen Rand, 2 cm rechten Rand, 4 cm unteren Rand und 3
cm linken Rand haben willst, würdest Du in die Präambel folgendes schreiben:

\usepackage{geometry}
\geometry{verbose,tmargin=2cm,bmargin=4cm,lmargin=3cm,rmargin=2cm}

(Ein ganz ähnliches Ergebnis würdest Du mit typearea mit den
Einstellungen DIV=15 und BCOR=10mm bekommen.)

Zweitens schreibst Du:

> Als Negativbeispiel kann der aktuelle Scrguide vom gleiche Autor gelten.
> http://texdoc.net/texmf-dist/doc/latex/koma-script/scrguide.pdf

Diese Version der KOMA-Script-Anleitung ist dafür gedacht, dass Du sie
am Bildschirm liest. Da gelten, wie Du ja selbst schreibst, andere
Regeln. Ich glaube, Markus hat das in irgendeiner E-Mail auf der
LaTeX-Mailingliste auch mal so begründet. Es gibt die Anleitung in
erweiterter Form (unter anderem auch mit dem Satzspiegel-Aufsatz im
Anhang) auch als Buch zu kaufen. Da sind die Ränder dann so gesetzt, wie
Du es bei einem Buch erwartest.

Max Werner

unread,
Nov 4, 2016, 9:01:17 AM11/4/16
to
Am 03.11.2016 um 12:35 schrieb Marcus Glöder:

> Diese Version der KOMA-Script-Anleitung ist dafür gedacht, dass Du sie
> am Bildschirm liest. Da gelten, wie Du ja selbst schreibst, andere
> Regeln. Ich glaube, Markus hat das in irgendeiner E-Mail auf der
> LaTeX-Mailingliste auch mal so begründet. Es gibt die Anleitung in
> erweiterter Form (unter anderem auch mit dem Satzspiegel-Aufsatz im
> Anhang) auch als Buch zu kaufen. Da sind die Ränder dann so gesetzt, wie
> Du es bei einem Buch erwartest.

Bei allem Respekt vor den Engagement und der Arbeit von Markus Kohm -
konstruktive Kritik sollte erlaubt sein.

Alles richtig wie du es begründest - aber
a) selbst am Bildschirm ist ein minimal größerer rechter Rand für das
Auge angenehmer.
b) was soll das unübliche Seitenformat? Vom Seitenverhältnis passt es
weder zu den älteren 4:3 noch zu den neueren 16:9 (16:10) Ebook-Readern
c) aus ästhetischer Sicht (ja, das ist Geschmackssache) sollte ein Rand,
der auch für Marginalien genutzt wird, etwas breiter sein. Außerdem ist
der in EU und im größten Teil der westlichen Welt die übliche
Leserichtung von links nach rechts. Deshalb kommt, bei einseitigen
Dokumenten, ein Marginalienrand rechts der Lesegewohnheit entgegen.

Grüße
max

Marcus Gloeder

unread,
Nov 5, 2016, 2:57:54 AM11/5/16
to
Am 04.11.2016 um 14:01 schrieb Max Werner:
> Am 03.11.2016 um 12:35 schrieb Marcus Glöder:
Hallo Max,

Danke für Deine Antwort. Du schreibst:

> konstruktive Kritik sollte erlaubt sein.

Aber immer. ;-)

> Alles richtig wie du es begründest - aber
> [...]

Du kannst ja mal mit Markus Kohm darüber diskutieren.

> Grüße
> max

Viele Grüße
Marcus

--
PMs an: m.gl...@gmx.de
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