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Biblatex / Ebd. und Ders.: Bug oder Schönheitsfehler?

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Bernhard Tempel

unread,
Jul 22, 2007, 4:56:35 PM7/22/07
to
Hallo zusammen,

bei Biblatex kann es beim Zitieren verschiedener Werke eines Autors
passieren, daß in einer Fußnote "Ebd." ausgegeben wird, worauf in der
folgenden "Ders. Kurztitel, S. xxx" angegeben wird. Vor allem bei
Seitenumbrüchen kann das sehr eigenartig wirken.

Ist das Absicht oder ein Fehler im Zitierstil? Halbwegs minimales
Beispiel anbei.

Schöne Grüße
Bernhard

----------------------------------------------------
\documentclass[german,a4paper]{scrartcl}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[german]{babel}
\usepackage[babel,german=guillemets]{csquotes}

\usepackage[%
bibtex8=true,%
citestyle=authortitle-trad,% auch mit citestyle=authortitle-strad
]{biblatex}

\bibliography{loeschen1}

\begin{filecontents}{loeschen1.bib}
@BOOK{Leopardi:1924,
author = {Leopardi, Giacomo},
title = {Ausgewählte Werke},
year = {1924},
address = {Leipzig},
publisher = {Insel-Verl.},
translator = {Wolde, Ludwig}}

@BOOK{Leopardi:1922,
author = {Leopardi, Giacomo},
title = {Gedanken},
year = {1922},
address = {Leipzig},
publisher = {Reclam},
number = {6288},
series = {Reclams Universal-Bibliothek},
translator = {Glück, Gustav and Trost, Alois}}
\end{filecontents}

\begin{document}

Erstmal dafür sorgen, daß beide Werke schon zitiert wurden:
\footcite{Leopardi:1922} und \footcite{Leopardi:1924}.

Ein Zitat\footcite[74]{Leopardi:1924} und noch ein Zitat an derselben
Stelle\footcite[77]{Leopardi:1924}, nun ein Zitat aus einem anderen
Buch desselben Autors\footcite[44]{Leopardi:1922}.

\end{document}
----------------------------------------------------

--
http://private.addcom.de/bdtempel.html

Dominik Waßenhoven

unread,
Jul 23, 2007, 5:46:54 AM7/23/07
to
Hallo Bernhard,

Bernhard Tempel schrieb:

> Hallo zusammen,
>
> bei Biblatex kann es beim Zitieren verschiedener Werke eines Autors
> passieren, daß in einer Fußnote "Ebd." ausgegeben wird, worauf in der
> folgenden "Ders. Kurztitel, S. xxx" angegeben wird. Vor allem bei
> Seitenumbrüchen kann das sehr eigenartig wirken.
>
> Ist das Absicht oder ein Fehler im Zitierstil?

Das weiß ich nicht, aber der \cite-Befehl lässt sich soweit erweitern,
dass auf neuen Seiten der Name statt "Ders." ausgegeben wird. Es wird
einfach abgefragt, ob der betreffende Eintrag als erster auf der Seite
steht und abhängig davon das bibmacro {cite:name} statt {cite:idem}
ausgeführt. Die Option pagetracker=page ist dabei für einseitiges Layout
notwendig, wenn ich das richtig sehe.

> Halbwegs minimales Beispiel anbei.

Leicht erweitert (erkennbar durch "<---"):

\documentclass[german,a4paper]{scrartcl}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[german]{babel}
\usepackage[babel,german=guillemets]{csquotes}

\usepackage[%
bibtex8=true,%
citestyle=authortitle-trad,% auch mit citestyle=authortitle-strad

pagetracker=page% <---
]{biblatex}

\makeatletter
\renewbibmacro*{cite}{%
\cbx@loccitfalse
\bibhypertarget{cite\the\value{instcount}}{%
\ifciteseen
{\iffieldundef{shorthand}
{\iffieldequals{entrykey}{\cbx@lastkey}
{\usebibmacro{cite:ibid}}
{\iffieldequals{namehash}{\cbx@lasthash}%
{\iffirstonpage% <---
{\usebibmacro{cite:name}}% <---
{\usebibmacro{cite:idem}}% <---
\usebibmacro{cite:title}}
{\ifnameundef{labelname}
{\usebibmacro{cite:title}}
{\usebibmacro{cite:name}%

\iffieldequalcs{entrykey}{cbx@lastkey@\thefield{namehash}}
{\ifpages{\thefield{postnote}}

{\iffieldequalcs{postnote}{cbx@lastnote@\thefield{entrykey}}
{\usebibmacro{cite:loccit}}
{\usebibmacro{cite:opcit}}}
{\usebibmacro{cite:opcit}}}
{\usebibmacro{cite:title}}}}}%
\usebibmacro{cite:save}}
{\usebibmacro{cite:shorthand}%
\usebibmacro{cite:init}}}
{\usebibmacro{cite:full}%
\usebibmacro{cite:save}}}}
\makeatother

\bibliography{loeschen1}

\begin{filecontents}{loeschen1.bib}
@BOOK{Leopardi:1924,
author = {Leopardi, Giacomo},
title = {Ausgewählte Werke},
year = {1924},
address = {Leipzig},
publisher = {Insel-Verl.},
translator = {Wolde, Ludwig}}

@BOOK{Leopardi:1922,
author = {Leopardi, Giacomo},
title = {Gedanken},
year = {1922},
address = {Leipzig},
publisher = {Reclam},
number = {6288},
series = {Reclams Universal-Bibliothek},
translator = {Glück, Gustav and Trost, Alois}}
\end{filecontents}

\begin{document}

Erstmal dafür sorgen, daß beide Werke schon zitiert wurden:
\footcite{Leopardi:1922} und \footcite{Leopardi:1924}.

Ein Zitat\footcite[74]{Leopardi:1924} und noch ein Zitat an derselben
Stelle\footcite[77]{Leopardi:1924}, nun ein Zitat aus einem anderen

Buch desselben \newpage Autors\footcite[44]{Leopardi:1922}.

\end{document}

Gruß,
Dominik.-

Bernhard Tempel

unread,
Jul 23, 2007, 12:21:51 PM7/23/07
to
Hallo Dominik,

vielen Dank für den Hinweis. Damit sieht es schon etwas besser aus, noch
besser gefällt es mir aber, bei Gleichheit der Namen
\usebibmacro{cite:idem} trotzdem dreist durch \usebibmacro{cite:name} zu
ersetzen, beim Zitieren also vollständig auf "Ders." zu verzichten (im
Minimalbeispiel markiert durch <---).

Beim Prüfen auf evtl. unerwünschte Nebenwirkungen stieß ich aber gleich
auf das nächste Problem (wie schon Anfang des Jahres bei Jurabib): Wenn
zwischen zwei Fußnoten mit Verweis auf dieselbe Quelle eine weitere
Fußnote steht, wird trotzdem "ebd." verwendet. Das wird dann falsch,
wenn in der Fußnote zwischen beiden Referenzen ein Zitatnachweis
außerhalb BibTeX steht (z.B. Zitat mit Siglen).

Hast Du dafür auch eine Idee? Ich fände es grundsätzlich angebracht,
"ebd." nur zu verwenden, wenn es sich auf die unmittelbar vorangehende
Fußnote bezieht. Sicher könnte man auch die Zitate mit Siglen über
BibTeX realisieren, aber das fände ich dann doch zu aufwendig.
Minimalbeispiel unten.

Schönen Gruß
Bernhard

Minimalbeispiel:

\documentclass[german,a4paper]{scrartcl}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[german]{babel}
\usepackage[babel,german=guillemets]{csquotes}

\usepackage[%
bibtex8=true,%
citestyle=authortitle-trad,% auch mit citestyle=authortitle-strad
pagetracker=page% <---
]{biblatex}

\makeatletter
\renewbibmacro*{cite}{%
\cbx@loccitfalse
\bibhypertarget{cite\the\value{instcount}}{%
\ifciteseen
{\iffieldundef{shorthand}
{\iffieldequals{entrykey}{\cbx@lastkey}
{\usebibmacro{cite:ibid}}
{\iffieldequals{namehash}{\cbx@lasthash}%

{\usebibmacro{cite:name}% <---

\makeatother

\bibliography{loeschen1}

\begin{document}

Jetzt ein Zitat mit Sigle.\footnote{GH Hs 15, 24r.}

Und wieder Zitat aus Leopardi\footcite[74]{Leopardi:1924} (hier
fälschlich mit \enquote{Ebd., S. 74} angegeben, und noch ein Zitat an
derselben
Stelle\footcite[74]{Leopardi:1924}, nun ein Zitat aus einem anderen
Buch desselben Autors\footcite[44]{Leopardi:1922}.

\end{document}
%%% Local Variables:
%%% mode: latex
%%% TeX-master: t
%%% End:


--
http://private.addcom.de/bdtempel.html

Dominik Waßenhoven

unread,
Jul 23, 2007, 12:38:21 PM7/23/07
to
Bernhard Tempel schrieb:

> Beim Prüfen auf evtl. unerwünschte Nebenwirkungen stieß ich aber gleich
> auf das nächste Problem (wie schon Anfang des Jahres bei Jurabib): Wenn
> zwischen zwei Fußnoten mit Verweis auf dieselbe Quelle eine weitere
> Fußnote steht, wird trotzdem "ebd." verwendet. Das wird dann falsch,
> wenn in der Fußnote zwischen beiden Referenzen ein Zitatnachweis
> außerhalb BibTeX steht (z.B. Zitat mit Siglen).
>
> Hast Du dafür auch eine Idee?

Ja natürlich (c; Ich habe mir für solche Gelegenheit ein Kommando
\loeschen definiert, dass sozusagen Autoren und BibTeX-Keys aus dem
Gedächtnis von biblatex löscht. Da ich nicht genau weiß, was ich da tue,
sondern nur so ungefähr, kann ich nicht dafür haften, falls es zu
ungewünschten Nebeneffekten kommt. Bei mir hat es bisher aber gut
funktioniert.

\newcommand{\loeschen}{%
\global\let\cbx@lastkey\undefined
\global\let\cbx@lasthash\undefined}

> \makeatother
>
> \bibliography{loeschen1}
>
> \begin{filecontents}{loeschen1.bib}
> @BOOK{Leopardi:1924,
> author = {Leopardi, Giacomo},
> title = {Ausgewählte Werke},
> year = {1924},
> address = {Leipzig},
> publisher = {Insel-Verl.},
> translator = {Wolde, Ludwig}}
>
> @BOOK{Leopardi:1922,
> author = {Leopardi, Giacomo},
> title = {Gedanken},
> year = {1922},
> address = {Leipzig},
> publisher = {Reclam},
> number = {6288},
> series = {Reclams Universal-Bibliothek},
> translator = {Glück, Gustav and Trost, Alois}}
> \end{filecontents}
>
> \begin{document}
>
> Erstmal dafür sorgen, daß beide Werke schon zitiert wurden:
> \footcite{Leopardi:1922} und \footcite{Leopardi:1924}.
>
> Jetzt ein Zitat mit Sigle.\footnote{GH Hs 15, 24r.

\loeschen}

>
> Und wieder Zitat aus Leopardi\footcite[74]{Leopardi:1924} (hier
> fälschlich mit \enquote{Ebd., S. 74} angegeben, und noch ein Zitat an
> derselben
> Stelle\footcite[74]{Leopardi:1924}, nun ein Zitat aus einem anderen
> Buch desselben Autors\footcite[44]{Leopardi:1922}.
>
> \end{document}

Gruß und HTH,
Dominik.-

Bernhard Tempel

unread,
Jul 23, 2007, 2:55:34 PM7/23/07
to
> Ja natürlich (c; Ich habe mir für solche Gelegenheit ein Kommando
> \loeschen definiert, dass sozusagen Autoren und BibTeX-Keys aus dem
> Gedächtnis von biblatex löscht. Da ich nicht genau weiß, was ich da tue,
> sondern nur so ungefähr, kann ich nicht dafür haften, falls es zu
> ungewünschten Nebeneffekten kommt. Bei mir hat es bisher aber gut
> funktioniert.

>> Jetzt ein Zitat mit Sigle.\footnote{GH Hs 15, 24r.
>
> \loeschen}
>
Das ist eine Idee, danke für den Hinweis. Für Einzelfälle sicher
geeignet, aber irgendwie scheint mir das doch in die Kategorie "übler
Hack" zu gehören... Da käme ich ja fast in Versuchung, jede Fußnote mit
\loeschen zu beenden.

Man könnte natürlich für die Siglen-Zitate ein eigenes Kommando
definieren (ungetestet):

\newcommand\sigle[1]{#1\loeschen}

das dann mit \sigle{GH Hs 15, 24r} aufgerufen wird und einem zumindest
die ständige Wiederholung von \loeschen abnimmt. Aber so richtig elegant
ist auch das nicht.

Nun gut, ich konzentriere mich erstmal wieder auf den Inhalt, hinterher
wird ja wahrscheinlich doch eine Word-Datei gewünscht ;-)

Schöne Grüße
Bernhard

--
http:/private.addcom.de/bdtempel.html

Dominik Waßenhoven

unread,
Jul 24, 2007, 3:34:17 AM7/24/07
to
Hallo Bernhard,

Bernhard Tempel schrieb:

> > Ja natürlich (c; Ich habe mir für solche Gelegenheit ein Kommando


> > \loeschen definiert, dass sozusagen Autoren und BibTeX-Keys aus dem
> > Gedächtnis von biblatex löscht. Da ich nicht genau weiß, was ich da tue,
> > sondern nur so ungefähr, kann ich nicht dafür haften, falls es zu
> > ungewünschten Nebeneffekten kommt. Bei mir hat es bisher aber gut
> > funktioniert.
>
> >> Jetzt ein Zitat mit Sigle.\footnote{GH Hs 15, 24r.
> >
> > \loeschen}
> >
> Das ist eine Idee, danke für den Hinweis. Für Einzelfälle sicher
> geeignet, aber irgendwie scheint mir das doch in die Kategorie "übler
> Hack" zu gehören...

Absolut, sehe ich genauso... Wie gesagt, ich benutze das auch nur für
Einzelfälle, ansonsten mache ich von biblatexs shorthand gebrauch, das
ja genau für die Siglen gedacht ist (Beispiel folgt am Ende des
Postings). Was genau hält dich davon ab, das zu verwenden?


> Nun gut, ich konzentriere mich erstmal wieder auf den Inhalt, hinterher
> wird ja wahrscheinlich doch eine Word-Datei gewünscht ;-)

Nur nicht unterkriegen lassen (c;

Besten Gruß,
Dominik.-

%%%%% \begin{Minimalbeispiel} %%%%%
\documentclass[ngerman]{scrartcl}
\listfiles
\usepackage{filecontents}
\begin{filecontents}{testbib.bib}
@COLLECTION{LMA,
title = {Lexikon des Mittelalters},
address = {München and Zürich},
year = {1980--1999},
gender = {pp},
annotation = {104/NC 1750 L975},
groupsearch = {0},
shorthand = {LexMA},
volumes = {10}
}
@ARTICLE{article,
author = {Nachname, Vorname},
title = {Titel des Zeitschriftenartikels},
journal = {Zeitschrift},
year = {2006},
volume = {6},
pages = {19--75}
}
\end{filecontents}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage{babel,csquotes}
\usepackage[style=authortitle-trad]{biblatex}
\bibliography{testbib}

\begin{document}
Zum ersten\footcite{article,LMA} und zum zweiten.\footcite[Bd.~7,
Sp.~112]{LMA}
Jetzt\footcite[13]{article} zitieren wir\footcite[100]{article}
wild\footnote{\cite{LMA}~7, 112.}
durcheinander\footcite[117]{article}~\ldots
\printbibliography
\end{document}
%%%%% \end{Minimalbeispiel} %%%%%

Philipp Lehman

unread,
Jul 24, 2007, 11:14:15 AM7/24/07
to
Bernhard Tempel wrote:

> bei Biblatex kann es beim Zitieren verschiedener Werke eines Autors
> passieren, daß in einer Fußnote "Ebd." ausgegeben wird, worauf in
> der folgenden "Ders. Kurztitel, S. xxx" angegeben wird. Vor allem
> bei Seitenumbrüchen kann das sehr eigenartig wirken.
>
> Ist das Absicht oder ein Fehler im Zitierstil? Halbwegs minimales
> Beispiel anbei.

Zumindest in technischer Hinsicht ist es so gedacht, aber vielleicht
ist der Stil nicht der richtige für dich. Als Vorbild für die *trad
Stile dienen im romanischen Sprachraum übliche Stile. Ich würde
allerdings nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass die Umsetzung
zu 100% den entsprechenden Gepflogenheiten entspricht. Ich betrachte
die *trad Stile eher als eine Art Referenzimplementierung für einige
typische Probleme.

--
Sender address blackholed; do not reply to From: address.
You can still reach me by email at: plehman gmx net.

Philipp Lehman

unread,
Jul 24, 2007, 11:14:54 AM7/24/07
to
Bernhard Tempel wrote:

> Beim Prüfen auf evtl. unerwünschte Nebenwirkungen stieß ich aber
> gleich auf das nächste Problem (wie schon Anfang des Jahres bei
> Jurabib): Wenn zwischen zwei Fußnoten mit Verweis auf dieselbe
> Quelle eine weitere Fußnote steht, wird trotzdem "ebd." verwendet.
> Das wird dann falsch, wenn in der Fußnote zwischen beiden Referenzen
> ein Zitatnachweis außerhalb BibTeX steht (z.B. Zitat mit Siglen).
>
> Hast Du dafür auch eine Idee? Ich fände es grundsätzlich angebracht,
> "ebd." nur zu verwenden, wenn es sich auf die unmittelbar
> vorangehende Fußnote bezieht.

In der nächsten Version wird das auch unterstützt werden. Generell
gilt aber: Wenn du erwartest, dass Sigel von biblatex berücksichtigt
werden, müssen sie von biblatex verwaltet werden. Auch die nächste
Version wird nicht mit hellseherischen Fähigkeiten begabt sein.

Bernhard Tempel

unread,
Jul 24, 2007, 11:32:46 AM7/24/07
to
Hallo Dominik,

danke auch für diesen Hinweis:

> Einzelfälle, ansonsten mache ich von biblatexs shorthand gebrauch, das
> ja genau für die Siglen gedacht ist (Beispiel folgt am Ende des
> Postings). Was genau hält dich davon ab, das zu verwenden?

Zunächst hat mich Unkenntnis an der Anwendung gehindert. Aber unabhängig
davon ist das für meine Zwecke nicht optimal: Ich zitiere z.B. aus dem
Manuskript- und Briefnachlaß Gerhart Hauptmanns, wobei die Siglen GH Hs
und GH BrNl durch Nummern und Namen ergänzt werden. Es hätte wenig Sinn,
für jedes Konvolut einen eigenen BibTeX-Eintrag anzulegen (je einen für
Manuskript- und Briefnachlaß, Dokumente, Sammlungen etc. wäre noch
akzeptabel). Wenn aber sowohl GH Hs 410 und GH Hs 4 mit \cite{GHHs}
zitiert werden, kommt es zu Fußnoten dieser Art:

1 GH Hs 410, 5r.
2 Ebd. 4, 15v.

Noch schlimmer sähe es beim Briefnachlaß aus:

1 GH BrNl A: Alfred Ploetz.
2 Ebd. A: Otto Brahm.

In diesen Fällen spart der Weg über die Literaturverwaltung nichts,
sondern bereitet nur zusätzlich Aufwand, ohne das per Hand viel
einfacher zu erreichende Ergebnis zu bringen.

Die eleganteste Lösung wäre daher wirklich, "ebd." dann und nur dann zu

verwenden, wenn es sich auf die unmittelbar vorangehende Fußnote

bezieht. Das ist mit Sicherheit auch machbar, ich weiß bloß nicht wie.
Nur gut, daß das alles keine existentiellen Fragen sind...

Schöne Grüße
Bernhard

--
http://private.addcom.de/bdtempel.html

Bernhard Tempel

unread,
Jul 24, 2007, 11:43:56 AM7/24/07
to
Hallo Philipp,

Philipp Lehman schrieb:
> Bernhard Tempel wrote:

>> Ich fände es grundsätzlich angebracht,
>> "ebd." nur zu verwenden, wenn es sich auf die unmittelbar
>> vorangehende Fußnote bezieht.
>
> In der nächsten Version wird das auch unterstützt werden. Generell
> gilt aber: Wenn du erwartest, dass Sigel von biblatex berücksichtigt
> werden, müssen sie von biblatex verwaltet werden. Auch die nächste
> Version wird nicht mit hellseherischen Fähigkeiten begabt sein.

Das ist eine erfreuliche Perspektive. Zur Problematik der automatischen
Verwaltung von Siglen habe ich in der Antwort an Dominik gerade das
folgende geschrieben:

Ich zitiere z.B. aus dem Manuskript- und Briefnachlaß Gerhart
Hauptmanns, wobei die Siglen GH Hs und GH BrNl durch Nummern und Namen
ergänzt werden. Es hätte wenig Sinn, für jedes Konvolut einen eigenen
BibTeX-Eintrag anzulegen (je einen für Manuskript- und Briefnachlaß,
Dokumente, Sammlungen etc. wäre noch akzeptabel). Wenn aber sowohl GH Hs
410 und GH Hs 4 mit \cite{GHHs} zitiert werden, kommt es zu Fußnoten
dieser Art:

1 GH Hs 410, 5r.
2 Ebd. 4, 15v.

Noch schlimmer sähe es beim Briefnachlaß aus:

1 GH BrNl A: Alfred Ploetz.
2 Ebd. A: Otto Brahm.

Die angekündigte Möglichkeit, "ebd." nur auf die unmittelbar
vorangehende Fußnote zu beziehen, würde dieses Problem erheblich
entschärfen. Daher wird die neueste Version mit Spannung erwartet ;-)

Bernhard Tempel

unread,
Jul 24, 2007, 11:48:02 AM7/24/07
to
Philipp Lehman schrieb:

> zu 100% den entsprechenden Gepflogenheiten entspricht. Ich betrachte
> die *trad Stile eher als eine Art Referenzimplementierung für einige
> typische Probleme.

So hatte ich das auch verstanden und wollte nur mit der Anpassung der
Zitier- und Bibliographiestile für eigene Bedürfnisse noch warten, bis
Du die Datenstruktur und Benutzerschnittstelle von Biblatex mit v0.7 für
stabil erklärst.

Philipp Lehman

unread,
Jul 24, 2007, 11:53:59 AM7/24/07
to
Bernhard Tempel wrote:

> Ich zitiere z.B. aus dem Manuskript- und Briefnachlaß Gerhart
> Hauptmanns, wobei die Siglen GH Hs und GH BrNl durch Nummern und
> Namen ergänzt werden. Es hätte wenig Sinn, für jedes Konvolut einen
> eigenen BibTeX-Eintrag anzulegen (je einen für Manuskript- und
> Briefnachlaß, Dokumente, Sammlungen etc. wäre noch akzeptabel). Wenn
> aber sowohl GH Hs 410 und GH Hs 4 mit \cite{GHHs} zitiert werden,
> kommt es zu Fußnoten dieser Art:
>
> 1 GH Hs 410, 5r.
> 2 Ebd. 4, 15v.
>
> Noch schlimmer sähe es beim Briefnachlaß aus:
>
> 1 GH BrNl A: Alfred Ploetz.
> 2 Ebd. A: Otto Brahm.

Dann ist beim Anpassen von authortitle-trad aber etwas schief
gegangen. Standardmäßig werden Sigel nicht durch 'ibidem' ersetzt,
sondern immer angegeben.

Bernhard Tempel

unread,
Jul 24, 2007, 12:05:01 PM7/24/07
to
Hallo Philipp,

>>
>> Noch schlimmer sähe es beim Briefnachlaß aus:
>>
>> 1 GH BrNl A: Alfred Ploetz.
>> 2 Ebd. A: Otto Brahm.
>
> Dann ist beim Anpassen von authortitle-trad aber etwas schief
> gegangen. Standardmäßig werden Sigel nicht durch 'ibidem' ersetzt,
> sondern immer angegeben.

mea culpa, mea maxima... Ich habe im Eifer des Schreibens die
Befürchtung gleich als Tatsache behauptet, ohne sie vorher zu testen.
Das hätte natürlich nicht passieren dürfen, sorry vielmals.

Philipp Lehman

unread,
Jul 24, 2007, 12:49:37 PM7/24/07
to
Bernhard Tempel wrote:

>>> Noch schlimmer sähe es beim Briefnachlaß aus:
>>>
>>> 1 GH BrNl A: Alfred Ploetz.
>>> 2 Ebd. A: Otto Brahm.
>>
>> Dann ist beim Anpassen von authortitle-trad aber etwas schief
>> gegangen. Standardmäßig werden Sigel nicht durch 'ibidem' ersetzt,
>> sondern immer angegeben.
>
> mea culpa, mea maxima... Ich habe im Eifer des Schreibens die
> Befürchtung gleich als Tatsache behauptet, ohne sie vorher zu
> testen. Das hätte natürlich nicht passieren dürfen, sorry vielmals.

Keine Ursache. Ich insistiere in erster Linie, weil mich der Fall
interessiert. Ich habe die Unterstützung für Sigel unter allgemeinen
Gesichtspunkten implementiert, hatte aber keine konkreten
Anwendungsfälle im Kopf -- du offensichtlich schon. Meine Frage wäre:
Wenn du probeweise durchgehend mit "shorthand" Feldern arbeitest, bis
zu welchem Punkt kannst du deine Vorstellungen und Vorgaben dann
umsetzten und was geht aus prinzipiellen Gründen nicht?

Der einzige Punkt, der mir spontan ins Auge fällt, ist die
Interpunktion nach dem Sigel. Nach normalen Nachweisen wird
die 'postnote' durch ein Komma abgetrennt. Wenn die 'postnote' bei
Nachweisen mit Sigel nicht nur eine Seiten- (o.ä.) Angabe enthält,
sondern das Sigel quasi vervollständigt, wäre wohl ein Leerzeichen
angebracht. Das alles ist allerdings die Aufgabe des Stils und
schlecht zentral zu lösen. Im ungünstigsten Fall brauchst du
verschiedene \cite-Befehle für verschiedene Klassen von Sigeln, aber
dann müsste es eigentlich machbar sein.

Dominik Waßenhoven

unread,
Jul 24, 2007, 12:43:38 PM7/24/07
to
Hallo Bernhard,

Bernhard Tempel schrieb:

> Zunächst hat mich Unkenntnis an der Anwendung gehindert. Aber unabhängig

> davon ist das für meine Zwecke nicht optimal: Ich zitiere z.B. aus dem
> Manuskript- und Briefnachlaß Gerhart Hauptmanns, wobei die Siglen GH Hs
> und GH BrNl durch Nummern und Namen ergänzt werden. Es hätte wenig Sinn,
> für jedes Konvolut einen eigenen BibTeX-Eintrag anzulegen (je einen für
> Manuskript- und Briefnachlaß, Dokumente, Sammlungen etc. wäre noch
> akzeptabel).


Aber dann kannst du dir doch einen Befehl basteln, der GH Hs bzw. GH
BrNl ausgibt, anschließend die Nummern und Namen und danach das Kommando
\loeschen ausführt. So musst du keine unnötigen Literaturdaten
aufnehmen, verhinderst aber, dass biblatex ein Ebd. setzt, das sich auf
zwei Fußnoten vorher (eben das letzte \cite) bezieht. Oder? Für das
Siglenverzeichnis könntest du dann einmal GHHs und einmal GHBrNl anlegen
und mit \nocite einbinden.

Gruß,
Dominik.-

Dominik Waßenhoven

unread,
Jul 24, 2007, 12:59:20 PM7/24/07
to
Dominik Waßenhoven schrieb:

> \newcommand{\asc}[2]{\cite{ASC}~(#1), \adannum{#2}}

\adannum wird natürlich vorher auch definiert:

\newcommand{\adannum}[1]{ad a.~#1}

Nur der Vollständigkeit halber.

Gruß,
Dominik.-

Dominik Waßenhoven

unread,
Jul 24, 2007, 12:57:35 PM7/24/07
to
Ich gebe mal meinen Senf aus praktischer Erfahrung dazu:

Philipp Lehman schrieb:

> [es geht um shorthands bei biblatex]


> Ich insistiere in erster Linie, weil mich der Fall
> interessiert. Ich habe die Unterstützung für Sigel unter allgemeinen
> Gesichtspunkten implementiert, hatte aber keine konkreten
> Anwendungsfälle im Kopf -- du offensichtlich schon. Meine Frage wäre:
> Wenn du probeweise durchgehend mit "shorthand" Feldern arbeitest, bis
> zu welchem Punkt kannst du deine Vorstellungen und Vorgaben dann
> umsetzten und was geht aus prinzipiellen Gründen nicht?
>
> Der einzige Punkt, der mir spontan ins Auge fällt, ist die
> Interpunktion nach dem Sigel. Nach normalen Nachweisen wird
> die 'postnote' durch ein Komma abgetrennt. Wenn die 'postnote' bei
> Nachweisen mit Sigel nicht nur eine Seiten- (o.ä.) Angabe enthält,
> sondern das Sigel quasi vervollständigt, wäre wohl ein Leerzeichen
> angebracht.

Aus ebendiesem Grund habe ich mir für das Anglo-Saxon-Chronicle einen
eigenen Befehl gebastelt. Das ist eine Quelle, aus der ich häufig
zitiere; sie wird meist mit der Sigle "ASC" wiedergegeben, allerdings
gibt es 6 verschiedene Haupthandschriften, die mit eigenen Buchstaben
benannt sind. Das ganze sieht dann etwa so aus:

ASC (D), ad a. 1025

wobei "ad a." für "ad annum" steht, also zum Jahr (es handelt sich um
eine Chronik, die nach Jahreszahlen zitiert wird). Hier der Befehl:

\newcommand{\asc}[2]{\cite{ASC}~(#1), \adannum{#2}}

Benutzt wird das dann z.B. mit \asc{D}{1025}. Das hab ich bisher immer
noch für einfacher gehalten, als das \cite-Kommando für Siglen umzubauen.

Gruß,
Dominik.-

Bernhard Tempel

unread,
Jul 24, 2007, 3:50:41 PM7/24/07
to
Hallo Dominik,

Dominik Waßenhoven schrieb:


> Aber dann kannst du dir doch einen Befehl basteln, der GH Hs bzw. GH
> BrNl ausgibt, anschließend die Nummern und Namen und danach das Kommando
> \loeschen ausführt. So musst du keine unnötigen Literaturdaten
> aufnehmen, verhinderst aber, dass biblatex ein Ebd. setzt, das sich auf
> zwei Fußnoten vorher (eben das letzte \cite) bezieht. Oder? Für das
> Siglenverzeichnis könntest du dann einmal GHHs und einmal GHBrNl anlegen
> und mit \nocite einbinden.

das wäre in der Tat eine Möglichkeit. Trotzdem bleibt mir die von
Philipp in Aussicht gestellt Option, "ebd." nur auf die unmittelbar
vorangehende Fußnote zu beziehen, die angenehmste Aussicht, sozusagen
grundsätzlich gedacht.

Schönen Gruß
Bernhard

--
http://private.addcom.de/bdtempel.html

Bernhard Tempel

unread,
Jul 24, 2007, 4:46:59 PM7/24/07
to
Bernhard Tempel schrieb:

> bei Biblatex kann es beim Zitieren verschiedener Werke eines Autors
> passieren, daß in einer Fußnote "Ebd." ausgegeben wird, worauf in der
> folgenden "Ders. Kurztitel, S. xxx" angegeben wird. Vor allem bei
> Seitenumbrüchen kann das sehr eigenartig wirken.
>
> Ist das Absicht oder ein Fehler im Zitierstil?

Zur Vermeidung von Zitaten dieser Art:

1 Leopardi, Ein Kurztitel, S. xxx.
2 Ebd., S. zzz.
3 Ebd.
4 Ders., Andrer Kurztitel, S. yyy.

hilft ggf. auch Umschwenken auf citestyle=authortitle-cverb, dann wird
nur "ebd." verwendet, auf "Ders." und "a.a.O." hingegen verzichtet.

Dieser Nachtrag vor allem für spätere Nutzer des Archivs.

Bernhard Tempel

unread,
Jul 24, 2007, 4:19:19 PM7/24/07
to
Philipp Lehman schrieb:

> Wenn du probeweise durchgehend mit "shorthand" Feldern arbeitest, bis
> zu welchem Punkt kannst du deine Vorstellungen und Vorgaben dann
> umsetzten und was geht aus prinzipiellen Gründen nicht?

Zur Zeit habe ich nur einen kleinen Text zum Testen, da ist mir außer
der Sache mit der Interpunktion, die Du ansprichst, nur eine Sache
aufgefallen: Dadurch, daß die Sigle die zitierten Quellen nur
unvollständig nachweist und durch Postnote oder manuell ergänzt wird,
stimmt natürlich das erste (Voll-)Zitat nicht:

Der folgende BibTeX-Eintrag:

@OTHER{GHHs,
title = {Staatsbibliothek zu Berlin, Handschriftenabteilung:
Manuskriptnachlaß Gerhart Hauptmanns},
shorthand = {GH\,Hs}
}

wird beim ersten Zitat mit z.B. \footcite[410, 1r]{GHHs} so ausgegeben:

Staatsbibliothek zu Berlin, Handschriftenabteilung: Manuskriptnachlaß
Gerhart Hauptmanns. Im folgenden
zit. als GH Hs, S. 410, 1r

Besser wäre:

Staatsbibliothek zu Berlin, Handschriftenabteilung: Manuskriptnachlaß
Gerhart Hauptmanns (im folgenden
zit. als "GH Hs"), Nr. 410, Bl. 1r

Eine Möglichkeit wäre es auch, wenn man bei Verwendung von Shorthand
schon beim ersten Zitat mit Sigle zitieren könnte (also das Vollzitat
unterdrücken) und mit freiem Text die Erklärung der Siglen geben oder
auf das Siglenverzeichnis verweisen könnte.

Ein anderes Beispiel:

@BOOK{CA,
author = {Hauptmann, Gerhart},
title = {Sämtliche Werke},
titleaddon = {Centenar-Ausgabe},
volume = {I--XI},
year = {1962--1974},
address = {Frankfurt/M., Berlin, Wien},
publisher = {Propyläen-Verl.},
editor = {Hans-Egon Hass},
shorthand = {CA},
}

Mit \cite[Bd. VI, S. 903--905]{CA} erhält man:

Gerhart Hauptmann. Sämtliche Werke. Centenar-Ausgabe. Hg. von Hans-Egon
Hass. Bd. I–XI. Frankfurt/M., Berlin, Wien: Propyläen-Verl., 1962–1974.
Im folgenden zit. als CA, Bd. VI, S. 903–905.

Ohne BibTeX habe ich das früher wie so zitiert:

Gerhart Hauptmann. Sämtliche Werke. Centenar-Ausgabe. Hg. von Hans-Egon
Hass. Fortgeführt von Martin Machatzke und Wolfgang Bungies. Bd. I–XI.
Frankfurt/M., Berlin, Wien: Propyläen-Verl., 1962–1974, Bd. VI, S.
903-905. - Zitatnachweise aus dieser Ausgabe im folgenden mit der Sigle
CA und Bandangabe in römischen und Seitenangabe in arabischen Ziffern.

Muß man sicher nicht so umständlich machen, und in dieser Hinsicht
diszipliniert die Anwendung von BibTex/Biblatex (dem fällt z.B. die
Nennung derer zum Opfer, die die Ausgabe fortgeführt haben).

> Der einzige Punkt, der mir spontan ins Auge fällt, ist die
> Interpunktion nach dem Sigel. Nach normalen Nachweisen wird
> die 'postnote' durch ein Komma abgetrennt. Wenn die 'postnote' bei
> Nachweisen mit Sigel nicht nur eine Seiten- (o.ä.) Angabe enthält,
> sondern das Sigel quasi vervollständigt, wäre wohl ein Leerzeichen
> angebracht. Das alles ist allerdings die Aufgabe des Stils und
> schlecht zentral zu lösen. Im ungünstigsten Fall brauchst du
> verschiedene \cite-Befehle für verschiedene Klassen von Sigeln, aber
> dann müsste es eigentlich machbar sein.

Mit dem Hinweis von Dominik läßt sich dieses Problem unter Verzicht auf
die Postnote so umgehen:

\cite{CA}\,VI 903--905

Beim ersten (Voll-)Zitat allerdings geht das wieder nicht.

Wenn mir noch mehr auffällt, melde ich mich wieder - nicht um des
Krittelns willen (das wäre mir die Zeit nicht wert), sondern in der
Hoffnung, daß die Rückmeldungen von Nutzern zur weiteren Optimierung von
Biblatex beitragen.

Philipp Lehman

unread,
Jul 25, 2007, 6:07:29 AM7/25/07
to
Bernhard Tempel wrote:

Gerade in grundsätzlicher Hinsicht brauchst du Markup. Die neue Option
wird dein Problem lösen, wenn jeder Nachweis in einer Fußnote steht,
aber nicht, wenn eine einzige Fußnote mehrere Nachweis enthält und
Sigel mit normalen Nachweisen gemischt werden.

Ich könnte mir einen \literalcite-Befehl für manuell eingefügte
Nachweise vorstellen. Auf der Seite des Stils gäbe es dann
einen 'Haken' (\OnLiteralCite), der automatisch von \literalcite
ausgeführt wird und z.B. die ibidem/idem-Maschinerie zurücksetzen
könnte.

Philipp Lehman

unread,
Jul 25, 2007, 6:18:22 AM7/25/07
to
Bernhard Tempel wrote:

> wird beim ersten Zitat mit z.B. \footcite[410, 1r]{GHHs} so
> ausgegeben:
>
> Staatsbibliothek zu Berlin, Handschriftenabteilung:
> Manuskriptnachlaß Gerhart Hauptmanns. Im folgenden
> zit. als GH Hs, S. 410, 1r
>
> Besser wäre:
>
> Staatsbibliothek zu Berlin, Handschriftenabteilung:
> Manuskriptnachlaß Gerhart Hauptmanns (im folgenden
> zit. als "GH Hs"), Nr. 410, Bl. 1r
>
> Eine Möglichkeit wäre es auch, wenn man bei Verwendung von Shorthand
> schon beim ersten Zitat mit Sigle zitieren könnte (also das
> Vollzitat unterdrücken) und mit freiem Text die Erklärung der Siglen
> geben oder auf das Siglenverzeichnis verweisen könnte.

Ob man Kommata oder Klammern verwendet ist doch eher eine Frage für
den cbx-Stil. Das gilt auch für die Einführung der Sigel, die ohnehin
nur von einigen Stilen vorgenommen wird. authortitle.cbx bspw. macht
das nicht.

> Ein anderes Beispiel:

> Gerhart Hauptmann. Sämtliche Werke. Centenar-Ausgabe. Hg. von
> Hans-Egon Hass. Bd. I–XI. Frankfurt/M., Berlin, Wien:
> Propyläen-Verl., 1962–1974. Im folgenden zit. als CA, Bd. VI, S.
> 903–905.
>
> Ohne BibTeX habe ich das früher wie so zitiert:
>
> Gerhart Hauptmann. Sämtliche Werke. Centenar-Ausgabe. Hg. von
> Hans-Egon Hass. Fortgeführt von Martin Machatzke und Wolfgang
> Bungies. Bd. I–XI. Frankfurt/M., Berlin, Wien: Propyläen-Verl.,
> 1962–1974, Bd. VI, S. 903-905. - Zitatnachweise aus dieser Ausgabe
> im folgenden mit der Sigle CA und Bandangabe in römischen und
> Seitenangabe in arabischen Ziffern.

Da könnte ich mir allenfalls ein "shorthandintro"-Feld vorstellen,
dessen Inhalt -- falls vorhanden -- anstelle des standardisierten
Textes verwenden wird. Konkrete Umsetzung -> cbx.

Bernhard Tempel

unread,
Jul 26, 2007, 10:36:47 AM7/26/07
to
Philipp Lehman schrieb:

> Bernhard Tempel wrote:
>
>> wird beim ersten Zitat mit z.B. \footcite[410, 1r]{GHHs} so
>> ausgegeben:
>>
>> Staatsbibliothek zu Berlin, Handschriftenabteilung:
>> Manuskriptnachlaß Gerhart Hauptmanns. Im folgenden
>> zit. als GH Hs, S. 410, 1r
>>
>> Besser wäre:
>>
>> Staatsbibliothek zu Berlin, Handschriftenabteilung:
>> Manuskriptnachlaß Gerhart Hauptmanns (im folgenden
>> zit. als "GH Hs"), Nr. 410, Bl. 1r
>>
>> Eine Möglichkeit wäre es auch, wenn man bei Verwendung von Shorthand
>> schon beim ersten Zitat mit Sigle zitieren könnte (also das
>> Vollzitat unterdrücken) und mit freiem Text die Erklärung der Siglen
>> geben oder auf das Siglenverzeichnis verweisen könnte.
>
> Ob man Kommata oder Klammern verwendet ist doch eher eine Frage für
> den cbx-Stil. Das gilt auch für die Einführung der Sigel, die ohnehin
> nur von einigen Stilen vorgenommen wird. authortitle.cbx bspw. macht
> das nicht.

Unabhängig davon, daß man das im cbx-Stil lösen kann, ist die Variante
mit Klammern bedeutungsunterscheidend: Die Klammern sorgen dafür, daß
der sich deren Inhalt nur auf das zuvor Genannte beziehen, während die
Variante mit ". Im folgenden zit. als GH Hs, S. 410, 1r"
Sigle/Shorthand und ersten Zitatnachweis gleichsam zusammenschweißt.

Technisch ist das aber kein ernsthaftes Problem, vorstellbar wäre ja
auch, läßt sich das Problem aber umgehen, indem man die Quelle zur
Einführung mit leerer Postnote ein erstes Mal zitiert.

Bernhard Tempel

unread,
Jul 26, 2007, 10:40:26 AM7/26/07
to
Philipp Lehman schrieb:

>
> Ich könnte mir einen \literalcite-Befehl für manuell eingefügte
> Nachweise vorstellen. Auf der Seite des Stils gäbe es dann
> einen 'Haken' (\OnLiteralCite), der automatisch von \literalcite
> ausgeführt wird und z.B. die ibidem/idem-Maschinerie zurücksetzen
> könnte.
>

Das entspräche der Lösung von Dominik mit seinem \loeschen, oder? Dies
"offiziell" in Biblatex aufzunehmen hätte den Vorteil, daß es
dokumentiert und bei weiterer Entwicklung zu berücksichtigen
berücksichtigt wäre, damit also den Status der Sonderlösung bzw. des
"üblen Hacks" verlöre.

Philipp Lehman

unread,
Jul 26, 2007, 11:38:12 AM7/26/07
to
Bernhard Tempel wrote:

> Philipp Lehman schrieb:
>> Ich könnte mir einen \literalcite-Befehl für manuell eingefügte
>> Nachweise vorstellen. Auf der Seite des Stils gäbe es dann
>> einen 'Haken' (\OnLiteralCite), der automatisch von \literalcite
>> ausgeführt wird und z.B. die ibidem/idem-Maschinerie zurücksetzen
>> könnte.
>
> Das entspräche der Lösung von Dominik mit seinem \loeschen, oder?

Ja, in stärker systematisierter Form. In der cbx-Datei hätte man dann:

\OnLiteralCite{%


  \global\let\cbx@lastkey\undefined
  \global\let\cbx@lasthash\undefined
}

und \literalcite (ich muss mir noch einen kürzeren Namen einfallen
lassen) würde diesen Code ausführen. Damit wird \literalcite
unabhängig vom Stil. Jede cbx-Datei kann auf manuelle Nachweise dann
nach Bedarf reagieren.

> Dies "offiziell" in Biblatex aufzunehmen hätte den Vorteil, daß es
> dokumentiert und bei weiterer Entwicklung zu berücksichtigen
> berücksichtigt wäre, damit also den Status der Sonderlösung bzw. des
> "üblen Hacks" verlöre.

Ich habe ohnehin schon einen \InitializeCitationStyle-Haken und einen
korrespondierenden \citereset-Befehl implementiert, aber das ist eher
für einen umfassenden Reset am Beginn eines neuen Kapitels etc.
gedacht.

Philipp Lehman

unread,
Jul 26, 2007, 11:41:00 AM7/26/07
to
Bernhard Tempel wrote:

>> Ob man Kommata oder Klammern verwendet ist doch eher eine Frage für
>> den cbx-Stil. Das gilt auch für die Einführung der Sigel, die
>> ohnehin nur von einigen Stilen vorgenommen wird. authortitle.cbx
>> bspw. macht das nicht.
>
> Unabhängig davon, daß man das im cbx-Stil lösen kann, ist die
> Variante mit Klammern bedeutungsunterscheidend: Die Klammern sorgen
> dafür, daß der sich deren Inhalt nur auf das zuvor Genannte
> beziehen, während die Variante mit ". Im folgenden zit. als GH Hs,
> S. 410, 1r" Sigle/Shorthand und ersten Zitatnachweis gleichsam
> zusammenschweißt.

Ich kann das schon nachvollziehen, aber wenn ich bei solchen Dingen
zwei Nutzer frage, bekomme ich drei Antworten.

Dominik Waßenhoven

unread,
Jul 27, 2007, 2:51:37 AM7/27/07
to
Philipp Lehman schrieb:

> \literalcite (ich muss mir noch einen kürzeren Namen einfallen
> lassen)

\litcite ? Ist nicht mehr ganz so eindeutig, dafür aber kürzer.

Gruß,
Dominik.-

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