Eine Frage an die leeren St�hle hier:
An modernen Fonts nervt mich seit geraumer Zeit, da� sie zwischen
letztem Wort und Satzzeichen keinen halben Leerraum setzen. So klebt das
? und das ! am letzten Wort, als ob es zu diesem Wort geh�rt. Es geh�rt
aber zum Satz, also mu� es durch einen Leerraum vom letzten Buchstben
abgesetzt sein. Nat�rlich kein ganzes Leerzeichen (plenk).
Ich freue mich immer, wenn ich alte B�cher aus der Bleisatzzeit lese.
Punkt und Komma kleben da immer am letzten Buchstaben, so wie heute, das
ist OK. Aber ? und ! und ; und : haben einen sichtbaren Abstand zum
letzten Wort. Sehr lese- und augenfreundlich.
Warum sind moderne "Schriftgestalter" so ahnungslos und ohne Blick f�r
so etwas essentielles?
FD
Es handelt sich bei dem Achtelgeviert vor den genannten Satzzeichen um
ein Merkmal *deutscher* Typographie. Die Franzosen sehen das zum
Beispiel schon wieder v�llig anders. Und die Amerikaner - wo nun mal die
meisten PC-Schriften des Computerzeitalters designt werden - sehen das
vermutlich noch viel anderser. Beim Setzen mu�t Du also selbst drauf
achten (manche DTP-Programme bieten an, die Kerningtabellen zu
manipulieren), beim Lesen kann Dich leider niemand vor dem Grauen
sch�tzen.
Qno
--
�Der Urknall ist kein ruhest�render L�rm.�
(Artikel 1 Abs. 3 des Galaktischen Grundgesetzes)
http://www.urania-dresden.de/terrasse/ggg.htm
> Florian Dietsch schrieb:
>
> > Eine Frage an die leeren St�hle hier:
> > An modernen Fonts nervt mich seit geraumer Zeit, da� sie zwischen
> > letztem Wort und Satzzeichen keinen halben Leerraum setzen. So klebt das
> > ? und das ! am letzten Wort, als ob es zu diesem Wort geh�rt. Es geh�rt
> > aber zum Satz, also mu� es durch einen Leerraum vom letzten Buchstben
> > abgesetzt sein. Nat�rlich kein ganzes Leerzeichen (plenk).
> > Ich freue mich immer, wenn ich alte B�cher aus der Bleisatzzeit lese.
> > Punkt und Komma kleben da immer am letzten Buchstaben, so wie heute, das
> > ist OK. Aber ? und ! und ; und : haben einen sichtbaren Abstand zum
> > letzten Wort. Sehr lese- und augenfreundlich.
> > Warum sind moderne "Schriftgestalter" so ahnungslos und ohne Blick f�r
> > so etwas essentielles?
>
> Es handelt sich bei dem Achtelgeviert vor den genannten Satzzeichen um
> ein Merkmal *deutscher* Typographie. Die Franzosen sehen das zum
> Beispiel schon wieder v�llig anders. Und die Amerikaner - wo nun mal die
> meisten PC-Schriften des Computerzeitalters designt werden - sehen das
> vermutlich noch viel anderser. Beim Setzen mu�t Du also selbst drauf
> achten (manche DTP-Programme bieten an, die Kerningtabellen zu
> manipulieren), beim Lesen kann Dich leider niemand vor dem Grauen
> sch�tzen.
Danke f�r die korrekte Benennung des Leerzeichens. Ob es nur ein Merkmal
deutscher Typographie ist, vermag ich nicht zu sagen. Ich lese viel alte
englische B�cher aus den 1920ern und 1950ern. Dort fiel mir das
Achtelgeviert sehr positiv auf. Es ist also nicht falsch, dieses zu
setzen.
FD
Kann man machen, sieht je nach Schrift in vielen F�llen gut aus, man
kann es aber auch lassen. Deshalb bietet jedes f�r den professionellen
Schriftsatz geeignete Programm auch die M�glichkeit, ein Achtelgeviert
selbst zu setzen.
Ich sehe das nicht als einen Mangel der modernen Fonts. Zu
Bleisatzzeiten wurde der Leerraum vermutlich auch jeweils von Hand gesetzt.
Das ist auch nicht ganz sinnlos. W�rde per Kerningtabelle in jedem Fall
ein entsprechender Leerraum links von ! oder ? gesetzt, w�rden Reihungen
dieser Zeichen und Kombinationen mit anderen Satzzeichen (wie sie in
belletristischen Texten durchaus vorkommen) ein etwas merkw�rdiges
Erscheinungsbild erhalten.
Gru�, Hans
--
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> Ich sehe das nicht als einen Mangel der modernen Fonts. Zu
> Bleisatzzeiten wurde der Leerraum vermutlich auch jeweils von Hand gesetzt.
Nein. Das "Fleisch" war bereits an den Lettern mit dran.
> Das ist auch nicht ganz sinnlos. W�rde per Kerningtabelle in jedem Fall
> ein entsprechender Leerraum links von ! oder ? gesetzt, w�rden Reihungen
> dieser Zeichen und Kombinationen mit anderen Satzzeichen (wie sie in
> belletristischen Texten durchaus vorkommen) ein etwas merkw�rdiges
> Erscheinungsbild erhalten.
Ich w�rde das Attribut "merkw�rdige" dann eher den Texten zuordnen als
dem Erscheinungbild.
Interessant. Dann frage ich mich, warum ich hier etliche B�cher aus
Bleisatzzeiten habe, in denen Fragezeichen und Ausrufezeichen definitiv
kompress gesetzt sind bzw. nicht st�rker spationieren, als wenn ich den
gleichen Text mit InDesign nachsetze. Haben die Setzer damals Blei
weggeschnitten, oder war das immer schon eine Sache, die dem Geschmack
der Schriftgestalter folgte?
Das h�ttest Du mal beizeiten Autoren wie Arno Schmidt beibringen m�ssen,
dann w�ren deren Texte hinsichtlich der Interpunktion bestimmt
konventioneller geraten.
> > Nein. Das "Fleisch" war bereits an den Lettern mit dran.
> Interessant. Dann frage ich mich, warum ich hier etliche B�cher aus
> Bleisatzzeiten habe, in denen Fragezeichen und Ausrufezeichen definitiv
> kompress gesetzt sind bzw. nicht st�rker spationieren, als wenn ich den
> gleichen Text mit InDesign nachsetze. Haben die Setzer damals Blei
> weggeschnitten, oder war das immer schon eine Sache, die dem Geschmack
> der Schriftgestalter folgte?
Das kam wohl immer auf den Schriftgie�er an. Weggeschnitten wurde da
nichts, allerh�chstens bei �berschriften wurde gelegentlich ges�gt, um
harmonische Buchstabenzwischenr�ume zu erzeugen, aber dort wirklich nur
bei sehr gro�en Schriftgraden.