Stefan Mettenbrink schrieb in <news:mienp8$83f$
1...@news.albasani.net>
> Am 05.05.15 um 16:54 schrieb Marc Stibane:
>>> Wenn ich damit Erfahrung gewonnen habe, kann ich OpenBSD auf einem
>>> alten MacMini 2.1 (1GB RAM, 80GB HD) aufsetzten.
>> Was kann das dann, was ein MacOS X nicht könnte?
>>
>> Die Frage ist ernst gemeint, ich will nicht trollen, sondern nur
>> Deine Beweggründe verstehen.
>
> Ich finde die Gründe, die Fritz genannt hat, schon ausreichend.
> Auch mir gefällt die Richtung, die Apple eingeschlagen hat, nicht. Darum
> finde ich die Erfahrungsberichte gut.
Du mußt jetzt ganz tapfer sein: Aber es gibt diese Erfahrungsberichte
bereits. Man kann dazu sog. "Suchmaschinen" benutzen und die mit bspw.
"OpenBSD MacBook" füttern.
> Zusätzlich wird von BSD behauptet, es sei (mit) das sicherste
> Betriebssystem.
Ah ja. Das wird also so behauptet. Wenn Du nicht mal den Hauch einer
Ahnung hast, was dafür der Grund sein könnte, dann bringt Dir das aber
auch nicht viel. Tipp: OpenBSD gilt unter anderem deshalb als sicherer,
weil alles, was angreifbar sein könnte, per default erstmal deaktiviert
ist. Was das nun bringen soll, wenn man OpenBSD als Desktop, der am
Internet hängt, nutzen will, ist fraglich.
> Wenn die ersten Erfahrungen von Fritz vorliegen, und ich etwas Zeit
> habe, ist das sicher auch für mich einen Blickek wert.
Viel Spaß mit anderer Leute Erfahrungen. Tipp: Es ist das eine, OpenBSD
mal in einer virtuellen Umgebung auszuprobieren (wo dann manches nicht
geht, bspw. GPU-Beschleunigung des GNOME-Desktops und sowas -- man
kriegt also schon mal 'nen falschen Eindruck -- und wo andere Sachen,
die dann auf echter Hardwarefür Schreikrämpfe sorgen werden, völlig
problemlos gehen Dank Virtualisierung -- man kriegt also gleich nochmal
'nen falschen Eindruck) und dann beim Versuch, das auf dem eigenen Mac
ans Laufen zu bekommen, am Ende ein MacBook zu haben, das nur mit
externer Tastatur, Maus, WLAN-USB-Dongle und ebenso externem Display
funktioniert (weil OpenBSD grad mit eDP, dem verbauten WLAN-Chip und SPI
-- bei manchen Macs für Tastatur und Maus zuständig -- nicht so gut
kann). Dann läuft OpenBSD und das auch noch extrem sicher (ein System,
das man nicht bedienen kann und mit dem man nicht ins Internet kommt,
ist nunmal sicherer als eines, das beides bereitstellt) aber so wahn-
sinnig viel hat man dann davon auch nicht. Als Desktop und so.
Ich hab mich grad die Tage mit Linux und GUI gespielt und so dermaßen im
Strahl gekotzt, dass alles zu spät ist. Klar, wenn man ein Display
anschließen will, dass falsche EDID-Werte liefert und DPMS nicht
implementiert (will man anno 2015 wirklich wissen müssen, was EDID und
DPMS bedeuten? Will man nicht eigentlich seine Zeit für Sinnvolleres
nutzen? [1]), dann muß man halt basteln und sich mit fbset, xorg.conf,
esoterischen Timing-Parametern, etc. pp. rumärgern. Und wenn man aus
Versehen das Debian-Update von Wheezy auf Jessie mitmacht, nur um
anschließend zu bemerken, dass alle bekannten Wege, den Start von X11 zu
steuern, auf einmal durch irgendwas Neues und offensichtlich noch stark
Dysfunktionales (systemd/systemctl) ersetzt wurde, dann bekommt man so
einen leichten Eindruck davon, was für Riesenspaß das erst wird, wenn
man exotischere OS einsetzt (und ja, OpenBSD läuft aufgrund der Nähe zu
NetBSD auf erstaunlich viel Hardware... d.h. es bootet und könnte
Netzwerk-Servives und sowas bereitstellen. Der für den Einsatz als
Desktop-OS nötige Hardware-Support sieht aber leider bisserl anders aus)
Gruss,
Thomas
[1] Wenn ich die Timing-Parameter des 1024x600@60Hz-LCDs rausbekommen
habe, dann werde ich wahrscheinlich Kernel-Quellen patchen und neu
übersetzen dürfen. Anno 2015. Um ein Display zu nutzen. Verrückt.
https://github.com/linux-sunxi/linux-sunxi/blob/sunxi-3.0/drivers/video/sunxi/hdmi/hdmi_core.c