Ich waere dankbar fuer eine kurze Mitteilung, wenn eklatante Tippfehler ins
Auge springen, damit ich diese vor einer anderweitigen Veroeffentlichung
beseitigen kann.
Also noch ein Versuch:
DER ULTIMATIVE WAVEBLASTER (TM) AM AMIGA RATGEBER V1.1 - 7. Mai 1997
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Wie man PC Wavetable Soundkarten am Amiga anschliessen kann
(verflucht, wo sind die Umlaute auf dieser Tastatur?)
Geschrieben von Christian Buchner, flo...@eikon.e-technik.tu-muenchen.de
(versuchen Sie es bitte nochmal, falls die EMail nicht ankommt!)
Evolutionsgeschichte: -am 7.Mai ins Deutsche uebersetzt
Okay, meine Herren (vielleicht auch Damen?)
Hier koennen Sie erfahren, wie man eine Schnittstelle fuer PC Wavetable
Soundkarten an den Amiga ranbastelt. Das ist sehr einfach und erfordert
nur wenige elektrische Bauteile. Ich gebe hier keine exakten Schaltplaene
und Layouts. Diese Dokumentation beschreibt lediglich die Pinbelegung der
verwendeten Komponenten und gibt Tips und Hinweise, wie man die
Schnittstelle aufbaut. Alles weitere bleibt Ihnen ueberlassen.
Sie koennen nicht jede PC Wavetable Soundkarte benutzen. Solche Karten,
die die PC ISA oder PCI Slots benutzen, scheiden schonmal aus. Sie koennen
nur sogenannte Wavetable Erweiterungskarten benutzen, die eine Waveblaster
(TM) kompatible Schnittstelle besitzen. Die Waveblaster (TM) Schnittstelle
befindet sich auf vielen ueblichen PC Soundkarten (zum Beispiel auf der
Soundblaster AWE32, nicht die "Value Edition"). Also koennen Sie fuer
diesen Hack nur solche Wavetable Karten benutzen, die zum Beispiel auch mit
der AWE32 verbunden werden koennen. Diese Bastelei ist also Grundsaetzlich
der Nachbau einer Waveblaster (TM) kompatiblen Schnittstelle. Und das ist
ziemlich einfach.
Um diese Bastelei durchfuehren zu koennen, sollten Sie zumindest
grundlegende Kenntnisse der Elektronik besitzen. Es ist von Vorteil, wenn
sie irgendwann schon einmal eine kleine elektronische Schaltung
zusammengeloetet haben.
Der serielle Port bleibt (optional) frei fuer externe MIDI Schnittstellen
oder Modems. Jedoch koennen Sie nicht gleichzeitig MIDI Files abspielen
und Ihr Modem benutzen. Beachten Sie auch, dass Modems die Eigenschaft
haben, alle gesendeten Zeichen zum Computer zurueckzusenden (AT Kommando
Modus). Es ist also besser, das Modem auszuschalten, waherend man MIDI
Software benutzt. Tut man das nicht, wird das Modem manchmal auch
versuchen, die ankommenden MIDI Daten als Kommando zu interpretieren. Mein
Modem tut das nur selten, da MIDI bei 31250 Baud sendet, was von den
meisten Modems nicht als gueltige Baudrate akzeptiert wird.
Sie koennen auch den seriellen Port einer Schnittstellenkarte benutzen.
Seien Sie sich dann aber bewusst, dass nur ganz wenige MIDI Programme auf
dem Amiga die Auswahl eines Geraetetreibers fuer die MIDI Ausgabe
unterstuetzen. Noch schlimmer: viele Programme greifen sogar direkt auf
die Hardware der internen Schnittstelle zu. Also empfehle ich dringend die
Benutzung der internen Schnittstelle.
Warum eine PC MIDI Soundkarte verwenden?
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* Nun, der Amiga hat nur vier Stimmen.
* Der Amiga kann keine wirkliche HIFI Soundausgabe machen.
* Wenn man versucht, mehr Stimmen mit dem internen Soundchip des Amiga zu
erreichen, muss man eine Menge CPU-Leistung opfern
* Gute Amiga Musik (z.B. Soundmodule) benoetigen eine ganze Menge an Fest-
plattenkapazitaet
* Externe MIDI Synthesizer sind meistens zu teuer fuer den Heimgebrauch
* und sie erfordern vorher den Kauf eines externen MIDI Interfaces
Was halten Sie davon, wenn ich Ihnen nun sage, dass moderne PC Wavetable
Soundkarten
a) fuer gewoehnlich sehr billig sind
b) einen hohen Qualitaetsstandard aufweisen
c) eine Vielzahl von DSP Klangeffekten besitzen
d) eine einfache Schnittstelle besitzen
und
e) leicht an _Ihrem_ Amiga betrieben werden koennen!
Fuer mich fing alles an, als sich ein Freund von mir eine YAMAHA DB50XG
Wavetable Soundkarte fuer seinen PC kaufte. Er fuehrte sie mir vor und ich
hoerte zu. Und ich war begeistert. Die Soundkarte spielte Musik mit einer
Qualitaet, die man, ohne sich zu schaemen, im Radio ausstrahlen koennte.
Details ueber die YAMAHA DB50XG Soundkarte
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Zunaechst einmal ist der Preis hier in Deutschland aeusserst aufregend.
Sie kostet nur DM 199.- in einigen Computergeschaeften. Sie kann jedoch in
Ihrem Heimatland oder Bundesland ein wenig teuerer sein.
Die DB50XG wurde bei Vergleichstest mehrmals von Computermagazinen als die
beste MIDI Erweiterungskarte ausgezeichnet.
Sie besitzt 4MB Wavetable ROM (Speicher fuer Wellenformen).
Sie unterstuetzt natuerlich den General MIDI Standard. Zusaetzlich bietet
sie zwei standardisierte Erweiterungen zu General MIDI. Eine ist der
TG300B Modus (welcher im Wesentlichen zu Roland GS kompatibel ist, in der
Tat werdeb sogar viele Roland GS systemexklusive Meldungen unterstuetzt).
Der andere Modus ist der Yamaha XG Modus. Dieser ist exakt kompatibel zu
den externen MIDI-Expandern MU-50 und MU-80 von YAMAHA. Aus meiner Sicht
ist der XG Modus wirklich ein Durchbruch in der MIDI Technologie.
Die Polyphonie ist maximal 32 Noten. Sie kann bis zu 16 verschiedene
Instrumente zur gleichen Zeit wiedergeben. Die Belegung der Stimmen ist
dynamisch.
Die Karte bietet 676 verschiedene Wavetable Instrumente. Im XG Modus kann
man 480 Instrumente und 11 Schlagzeugsaetze (mit 202 Klaengen) absteuern.
Im TG300B Modus hat man 579 Instrumente und 10 Schlagzeugsaetze (mit 173)
verschiedenen Klaengen).
Der interessanteste und aufregendste Teil ist die DSP Effektsektion der
Karte. Sie erlaubt bis zu drei unabhaengige und einstellbare DSP Effekte
zur selben Zeit. Es gibt 11 Typen von Hall, 11 Typen von Chorus Effekten
und 42 variable Effekte. All diese Effekte haben Parameter, die in
Echtzeit veraendert werden koennen. Einige aufregende Dinge sind zum
Beispiel ein Phaser Effekt, ein Verzerrer, Flanger, rotierender
Lautsprecher, Equalizer, EQ Filter, Wah-Wah und viele mehr.
Die Soundkartek wird mit einer Demo CD ausgeliefert, die CD Audio Spuren
und die gleichen Lieder in der Form von MIDI Files enthaelt. Sie erhalten
auch eine Dokumentation von rund 60 Seiten (deutsch, englisch,
franzoesisch), die Tabellen mit allen Instrumente, Schlagzeugsaetzen und
systemexklusiven Meldungen enthaelt.
Die Klaenge, die diese Karte erzeugt, sind in keiner Weise vergleichbar mit
dem alten Amiga Sound. Es ist sogar so, dass ich inzwischen gar keine
Sound Module mehr hoeren Will (-> Trashcan!). Was diese Karte liefert, ist
HIFI Sound. Man kann damit durchaus professionelle Musik machen. Es ist
naemlich die gleiche Technologie, die auch in externen MIDI Expandern
verwendet wird. Und deshalb ist sie mit dieser Ausruestung (MU-50, MU-80)
kompatibel. Sie koennen im Internet eine Vielzahl von MIDI Files fuer XG
Synthesizer bekommen.
Und natuerlich koennen Sie auch alle GS oder GM Midi Files anhoeren.
Gewoehnlich klingen XG Files deutlich besser, aber es gibt natuerlich
Ausnahmen.
Die Pinbelegung der Waveblaster Karten
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Dieser Hack funktioniert nur mit PC Wavetable Erweiterungskarten, die einen
Waveblaster (TM) kompatiblen Anschluss haben. Es handelt sich dabei um
einen 26 poligen, zweireihigen Steckanschluss. Diese Wavetable
Erweiterungskarten werden fuer gewoehnlich auf eine SoundBlaster (TM) oder
kompatible Soundkarte aufgesteckt.
Es folgt die komplette Pinbelegung einer Waveblaster (TM) kopatiblen
Soundkarte. Ich habe sie auf den englischen Webserver von YAMAHA
(www.yamaha.co.uk) in dem XG FAQ File gefunden. Jedoch war die dort
gegebene Pinbelegung unvollstaendig (Pin 26 war nicht beschrieben) und die
Audio Leitungen waren verdreht.
Ich kann nicht garantieren, dass diese Pinbelegung auch fuer andere
Soundkarten als die Yamaha DB50XG gilt.
/ 1 2 Schliessen Sie unbeschriebenen
| 3 4 MIDI Ein Pins besser nicht an!
digitale | 5 6 +5V
Masse | 7 8 MIDI Aus
| 9 10 +5V
\ 11 12
13 14 +5V
/ 15 16
| 17 18 +12V
analoge | 19 20 Audio links
Masse | 21 22 -12V
(Audio) | 23 24 Audio rechts
\ 25 26 !Reset (low-aktiv)
!Reset ist low-aktiv (inverse Logik). MIDI Ein/Aus und !Reset sind Signale
mit TTL Pegel. MIDI wird mit 31250 Baud, 8 Bits, 1 Start- und Stopbit
uebertragen.
Weitere technische Daten: Der Leistungsbedarf der Yamaha DB50XG Karte
liegt bei etwa 2 Watt. Das macht also etwa 400mA, die auf der +5V Leitung
benoetigt werden. Bedenken Sie das, bevor Sie den Strom von irgendwo
abzapfen. Die +12 und -12V Leitungen werden offenbar nur fuer den
Audioverstaerker auf der Soundkarte benoetigt. Sie erfordern also keine
grossen Leistungen.
Die Yamaha DB50XG Soundkarte scheint keine verwertbare Information auf
ihrem MIDI Aus Pin zu senden. Zumindest fand ich keine Information im
Handbuch der Karte, die darauf hinweist, dass die Soundkarte ueberhaupt
faehig ist, irgendwelche MIDI Daten zu senden. Deshalb werden wir den MIDI
Aus Pin der Soundkarte nicht anschliessen. Das erspart uns etwas Arbeit
und erlaubt es uns, den seriellen Port zwischen externen Geraeten und der
Soundkarte zu teilen.
Es ist sehr wichtig, dass die Soundkarte einen Reset-Impuls bekommt,
nachdem der Strom eingeschaltet wurde. Ohne einen Reset wird die Karte
nichts tun und keinen Ton ausgeben. Bevor ich das in Erfahrung brachte,
suchte ich ungefaehr drei Tage erfolglos nach einem Fehler in meinem
Interface.
Die serielle RS232 Schnittstelle benutzt Spannungen von +12V und -12V um
die Signale zu uebertragen. Weil wir unsere Soundkarte nicht roesten
wollen, muessen wir diese Signalpegel erst in TTL kompatible Werte (+5V /
0V) wandeln.
Ich kenne zwei ICs, die diese Aufgabe erfuellen:
Der MAX 232 von MAXIM - es handelt sich um einen bi-direktionalen und
zweifachen RS232<-> TTL Konverter.
Der MC1489 IC von Motorola (oder der kompatible SN75189 Chip) ist ein
vierfacher RS232 Empfaenger, der also nur von RS232 auf TTL wandelt.
Der MAX232 ist teuerer als der MC1489 und erfordert eine kompliziertere
Beschaltung. Er benutzt vier Kondensatoren (22yF), um Hilfsspannungen von
-5V, +10V und -10V aus einer einfachen +5V Versorgungsspannung zu erzeugen.
Da er bidirektional arbeitet, kann er ausserdem das MIDI Aus Signal der
Soundkarte in den seriellen Port des Amiga einspeisen. Aber in diesem Fall
duerfen sie keinesfalls ein weiteres Geraet an den seriellen Port des Amiga
anschliessen. Stellen Sie sich vor was passiert, wenn Ihr Modem und der
MAX232 Chip gleichzeitig auf die RxD Leitung des Amiga ein Signal anlegen.
Das wird entweder den Ausgangstreiber des Modems oder des MAX232 Chips
zerstoeren.
Und uebrigens koennen Sie auch das TxD Datensignal des Amiga direkt von
Paula Chip abgreifen, direkt bevor es auf RS232 Pegel konvertiert wird.
Das Signal liegt an Pin 40 von Paula an. Aber seien Sie vorsichtig. Es
ist relativ einfach, Ihren Paula Chip zu beschaedigen. Ich empfehle, ganz
normal ueber den seriellen Port zu gehen und einen der beiden Konverter-ICs
zu benutzen.
Die !Reset Leitung kann ueber einen 4.7kOhm "Pull-Up" Widerstand mit der
+5V Versorgungsspannung verbunden werden. Mit einem Schalter oder
Tastschalter wird dieser Pin dann noch mit Masse verbunden., Wenn Sie den
Schalter betaetigen, wird die Soundkarte einen Reset durchfuehren, weil
Pin26 dann auf 0V geht. Der Reset muss immer ausgefuehrt werden, wenn Sie
ihren Computer einschalten. Andernfalls wird die Soundkarte die Arbeit
verweigern. Sie koennen auch das Reset Signal des Amiga an der richtigen
Stelle abgreifen.
Folgendermassen sollte der Resetschalter angebracht werden. Der Widerstand
wird dabei als sogenannter "Pull-Up" Widerstand eingesetzt.
----------
+5V ---| 4.7 kOhm |-----x---- zu pin 26 (!Reset)
---------- |
|
\ Schalter geschlossen bedeutet die Karte
\ befindet sich im Reset zustand (deaktiviert)
|
| to GND
Ich empfehle die Verwendung eines Schalters, um die Karte manuell
zuruecksetzen zu koennen. Er funktioniert dann als "Not-Aus" Schalter,
falls mal die MIDI Software verruecktspielt und die Soundkarte ein
anhaltendes, aetzendes Geraeusch produziert. Sie koennen die Soundkarte
auch deaktivieren, indem Sie den Schalter umlegen und der Karte ein
dauerhaftes Reset Signal einspeisen.
Schliessen Sie niemals direkt einen Kopfhoerer oder Lautsprecher direkt an
den Audio-Ausgang der Soundkarte an! Sie werden damit vermutlich den
schwachen, internen Verstaerker der Soundkarte beschaedigen. Schliessen
Sie immer einen Verstaerker (z.B. Ihre Stereoanlage) an den Ausgang der
Soundkarte an.
Wenn Sie das Audiosignal der Soundkarte mit dem Ihres Amiga mischen wollen,
koennen Sie entweder extern ein Mischpult anschliessen, oder sich selbst
einen kleinen elektronischen Mischer bauen, indem Sie zwei
Operationsverstaerker verwenden. Versuchen Sie niemals, das Audiosignal zu
mischen, indem Sie die Signale der Soundkarte direkt mit denen des Amiga
zusammenschalten! Eine interne Soundkarte kann praktisch sein. Ich
benutze eine Toccata Karte, um die Audiosignale zu mischen.
Die Pinbelegung der Konverter-ICs
---------------------------------
Es folgt die Pinbelegung des MAXIM MAX232 Chips.
___ ___
Diese Pins / O| \/ |O +VCC = 5 Volt
muessen mit | O| |O GND (Masse)
22yF Konden- | O| |O RS232 Aus (C)
satoren ver- | O| MAX232 |O RS232 Ein (D)
bunden werden | O| |O TTL Aus (D)
(siehe unten) \ O| |O TTL Ein (C)
RS232 Aus (B) O| |O TTL Ein (B)
RS232 Ein (A) O|________|O TTL Aus (A)
----- 1 Folgendermassen muessen die
| Kondensatoren mit den Pins 1-6
22yF | des MAX232 ICs verbunden werden.
| |+ | Sie werden benoetigt, um Hilfs-
----| |--------|------ 2 spannnungen von +10V, -10V und
| | | +| -5V aus der +VCC zu generieren.
=== 22yF-----
(GND) ----- Benutzen Sie z.B. Elektrolyt-
| kondensatoren, aber achten Sie auf
----- 3 die Polung (+ Zeichen). Sie wollen
doch nicht, dass die Kondensatoren
in Ihrem Rechner zerplatzen, gelle?
----- 4
+|
22yF-----
-----
|
----- 5
22yF
+| |
----| |--------------- 6
| | |
===
(GND)
Here kommt die Pinbelegung des Motorola MC1489 chips.
___ ___
1A O| \/ |O +VCC = 5 Volts
Control 1 O| |O 4A
1Y O| MC1489 |O Control 4
2A O| or |O 4Y
Control 2 O| SN75189|O 3A
2Y O| |O Control 3
GND O|________|O 3Y
Die A Pins sind die Eingaenge fuer das RS232 Signal, die Y pins liefern das
entsprechende TTL Signal. Die Control Pins bestimmen die Hysterese. Fuer
unsere Zwecke sollten sie nicht angeschlossen werden.
Die interne Version (A2000/A3000/A4000)
---------------------------------------
In den letzten Tagen habe ich eine Yamaha DB50XG Karte direkt in meinen
A2000 eingebaut. Ich habe die Soundkarte mit Winkelblechen auf eines der
metallennen Abdechblecke der Zorro Slots geschraubt. So passt die
Soundkarte perfekt in meinen Amiga. Der Adapter fuer den seriellen Port
sitzt auf einer kleinen Platine, die auf den internen Stecker des seriellen
Ports sitzt. Dieser interne Anschluss existiert nur beim Amiga 2000. Er
sitzt auf dem Motherboard in unmittelbarer Naehe des externen Anschlusses
fuer den seriellen Port. Deshalb ist es etwas umstaendlicher, eine interne
Version fuer andere Rechner als den A2000 zu bauen, aber moeglich ist es
natuerlich trotzdem.
Es folgt die Pinbelegung des internen Steckers fuer den seriellen Port des
Amiga 2000. Leider sitzen die meisten A2000 Turbokarten direkt ueber
diesem Stecker und machen den Zugang ein wenig schwierig.
WARNUNG: Die Pinbelegung, die jetzt folgt, ist nicht die Belegung des
Steckers auf der Rueckseite Ihres Amiga (welche im Anhang Ihres Amiga
Handbuches abgedruckt ist). Jemand hat das doch tatsaechlich verwechselt
und wunderte sich dann, dass nichts funktionierte.
GND 1 2 -5V
TxD 3 4 Audio Aus (nur der linke Kanal)
RxD 5 6 Audio Ein (nur zum rechten Kanal)
RTS 7 8 E
CTS 9 10 *INT2
DSR 11 12 LEDPOWER
DGND 13 14 DTR
CD 15 16 +5V
17 18 RI
20 +12V
21 22 *C2
23 24 *BAST
25 26
Der einzige Pin, der fuer uns von Interesse ist, ist der TxD Pin, um uns
die MIDI Daten zu holen. Die +5V Leitung ist zu schwach, um die notwendige
Leistung zur Verfuegung zu stellen. Glauben Sie mir. Ich habe es
versucht, und der Computer ist andauernd abgestuerzt. Die +12V an diesem
Stecker (+12V User) sind nur indirekt ueber eine Diode mit den +12V des
Systems verbunden. Diese Diode verbraet leider rund 1.2 Volt, sodassm an
nicht die vollen 12 Volt an diesem Pin bekommt.
Fazit: Holen Sie sich den Strom (+5V, Masse, +12V) von einem Floppy- oder
Festplatten Stromstecker.
Aber woher koennen Sie sich die -12 Volt holen? Ich loetete einen
zusaetzlichen Pin in die Stiftleiste, direkt an der Stelle des nicht
bestueckten Pin 19. Dann schloss ich diesen Pin an eine -12 Volt fuehrende
Leitung an (nicht an die -12V User Leitung, da dieser wegen einer Diode
auch wieder 1.2Volt fehlen). Fuer diesen Schritt musste ich das
Motherboard aus dem Gehaeuse entfernen. Ich bin mir sicher, sie finden
eine einfachere Loesung. Sehen Sie sich den Schaltplan oder die Platine
Ihres Rechners genau an, um zu ermitteln, woher sie die -12 Volt am
einfachsten bekommen.
Meine Adapterplatine steckt auf dem internen Stecker des seriellen Ports
(leider stehend, weshalb ich beim Kauf einer anderen Turbokarte die Platine
noch einmal abaendern muss). Drei Kabel fuehren von dieser Adapterplatine
weg. Eines ist ein dreiadriges Stromkabel, welches zu einem Stromstecker
fuer die Floppylaufwerke geht. Ein anderes Kabel ist eine sechsadrige
Leitung, die zur Soundkarte selbst fuehrt. Sie fuehrt den Strom, die MIDI
Daten und das Reset Signal. Hierfuer habe ich ein altes Joystickkabel
verwendet (kaputte Joysticks hat doch wohl jeder zuhause rumliegen). Das
letzte Kabel schliesslich ist zweiadrig und fuehrt zu einem Schalter, den
ich in die Frontblende meines Amiga (direkt neben die Power LED) eingesetzt
habe. Es ist der Reset (bzw. An/Aus) Schalter fuer die Soundkarte.
Wenn Sie einen A3000 oder A4000 Ihr Eigen nennen, sollten Sie die TxD
Leitung direkt an der Rueckseite des Sub-D Steckers Ihres Amigas abzapfen
(sodass Sie von aussen noch serielle Geraete anschliessen koennen). Loeten
Sie den Draht an den richtigen Pin an oder benutzen Sie eine Mess-Spitze
(Clip), um ihn dort festzuklemmen.
Fuer die Soundkarte selbst, benutze ich eine 26 polige, zweireihige
Stiftleiste. Diese ist um 90 Grad geknickt, sodass alle Kabel seitlich von
der Soundkarte weglaufen. Das macht den Aufbau ausserdem etwas flacher.
Um das Tonsignal von der Soundkarte abzuleiten, sollten Sie ein
abgeschirmtes Kabel verwenden. Tip: Benutzen Sie ein uebliches Chinch
Audiokabel, das Sie in der Mitte durchschneiden. Loeten Sie dann die
Leitungen und die Abschirmung an die entsprechenden Pins der Stiftleiste
an. Stellen Sie sicher, dass die Abschirmung mit der analogen (Audio-)
Masse der Soundkarte verbunden ist. In den meisten Faellen ist bei
Chinch-Kabeln die linke Leitung weiss und die rechte rot.
Da ich eine Toccata Karte besitze, kaufte ich einen billigen
Walkman-Kopfhoerer und schnitt die Strippe ab. Diese passt perfekt in den
internen AUX2-Eingang meiner Toccata Karte.
Die externe Version (alle Amigas)
Aehnlich zur internen Version, die oben beschrieben ist, jedoch
- besorgen Sie sich den Strom (+5V, +12V, Masse) extern vom Floppy-Port
- greifen Sie TxD und -12V extern vom seriellen Port ab.
Benutzen Sie uebliche Sub-D Steckverbinder mit Gehaeusen aus Plastik oder
Metall. Vorsicht bei metallisierten Gehaeusen. Diese isolieren nicht und
koennen Kurzschluesse verursachen, wenn nicht isolierte Leitungen oder
elektronische Bauteile das Gehaeuse beruehren.
Die gesamte Konverter-Elektronik passt in das Gehaeuse eines Sub-D
Steckverbinders, wenn Sie den MC1489 Chip benutzen. Achten Sie auf eine
vernuenftige Isolation. Es kann Sinn machen, das gesamte Innere des Sub-D
Gehaeuses mit einem Plastikkleber (Heissklebepistole) auszufuellen.
Kerzenwachs koennte auch funktionieren.
Sie werden Ihre Soundkarte vermutlich in eine Schachtel oder ein Gehaeuse
einbauen wollen. Das sieht auch wesentlich besser aus und verhindert eine
ungewollte Beschaedigung der Soundkarte.
Passen Sie auf, dass kein Stecker jemals eine metallische Oberflaeche
beruehrt. Das fuehrt zu Kursschluessen und beschaedigtm moeglicherweise
Ihre Soundkarte, Ihren Computer und vielleicht sogar das Netzteil. Das
gleiche gilt fuer die Soundkarte selbst. Stellen Sie sie nie auf eine
metallische Oberflaeche. Legen Sie immer isolierendes Material (z.B. ein
Blatt Papier) unter.
Um einen Adapter zu bauen, der Ihre serielle Schnittstelle oder den
Floppyport nicht blockiert, koennen Sie beidseitige Sub-D Gehaeuse
verwenden. Befestigen Sie einen maennlichen Stecker an der einen Seite und
einen weiblichen an der anderen. Verbinden Sie alle 25 bzw. 23 Pins
intern mit einem Flachbandkabel durch. Und schliessen Sie ausserdem die
Konverter-Elektronik und/oder das Stromkabel an die korrekten Pins an.
Beten Sie, dass das alles in das Gehaeuse reinpasst.
Schliessen Sie niemals die Stecker Ihres Adapters an den Floppy- oder
seriellen Port an, waehrend der Rechner laeuft. Schalten Sie vorher den
Computer aus. Nachdem Sie ihn wieder anschalten, vergessen Sie nicht, die
Soundkarte zu resetten, sonst hoeren Sie nichts von ihr.
Empfohlene Software
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- MIDIPlay 2.65b von Janne Syväniemi (Shareware, erhaeltlich im AmiNet)
- Bars & Pipes von Blue Ribbon Soundworks (kostenlos durch Compuserve
erhaeltlich). Ein professioneller MIDI Sequenzer mit Drag&Drop und vielen
innovativen Features.
- SuperJam von Blue Ribbon Soundworks (ebenfalls kostenlos durch Compuserve
erhaeltlich.) Es ist eine Art automatischer Begleitungssequenzer mit
verschiedenen eingebauten Musikstilen. Unterstuetzt nur General MIDI.
- MIDITracker (erhaeltlich im AmiNet). Eine Art SoundTracker fuer MIDI.
Benoetigt kein externes MIDI keyboard zum Komponieren.
- DeluxeMusic 2.0 von Electronic Arts zum Komponieren auf einem Notenblatt.
Unterstuetzt nur General MIDI.
- Camouflage (Demoversion erhaeltlich im Aminet), ein MIDI sequencer
- Dominator (Demoversion erhaeltlich im Aminet), ein MIDI sequencer
- OctaMED 6.0 (Demoversion erhaeltlich im Aminet), ein Tracker, der
ebenfalls MIDI unterstuetzt.
- GMPlay 1.2 (erhaeltlich im Aminet) ein General MIDI Abspielprogramm, das
weder eine Soundkarte, noch andere MIDI Ausruestung braucht. Entwickelt
von Alessandro de Luca und mir.
- Das XPK Kompressions Paket und die xpkSHRI Library (erhaeltlich im
Aminet). SHRI gibt eine exzellente Kompressionsrate, wenn sie mit 100%
Effizienz auf MIDI Files angewandt wird. Die Dateien werden oft auf nur
20% ihrer urspruenglichen Laenge zusammengepackt. Stellen Sie sicher,
dass Sie die MIDI Files wieder dekomprimieren, bevor Sie irgendeine
MIDI Software damit fuettern.
Diese Liste ist unvollstaendig. Weitere Vorschlaege sind willkommen.
Empfohlene Webseiten und Lieder
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Sehen Sie sich mal auf www.yamaha.com oder dem lokalen Yamaha Webserver
Ihres Landes um. Dort bietet man (PC) Software und MIDI Files sowie
technische Dokumentation und wertvolle Tips an.
Es gibt eine Vielzahlt von Internet-Seiten, die Musiksammlungen fuer die
Yamaha DB50XG anbieten. Die beste Seite ist wahrscheinlich "The XG Home"
auf "http://www.ids.net/~marshall/xg.htm"
Der Link "The Songs" am Ende der Seite bringt Sie zu der Sammlung von
Midi-Dateien. Es gibt dort auch Links zu den Seiten der Komponisten. Die
Lieder auf diesem Server wurden speziell fuer die DB50XG Soundkarte
geschrieben und koennen auf anderer MIDI Ausruestung ganz unterschiedlich
(schlechter) klingen.
Es gibt noch mehr Webseiten, die XG Midi Dateien abieten. Eine exzellente
deutsche Seite wurde von Michael Banz erstellt. Seine Seite bietet mehr
als 500 XG MIDI Dateien (sogar noch mehr, als auf Marshall's XG Home Page
zu finden sind). Probieren Sie also die folgende URL aus:
"http://www.castrop-rauxel.netsurf.de/~michael.banz/"
Eine Sammlung von Cover-Versionen von originalen Chart-Hits und alten C-64
Musikstuecken im XG Midi Format findet man auf
"http://www.cs.vu.nl/~arthur/xg.html"
Hoeren Sie sich auf jeden Fall den Song "Children.MID" an. Er ist
umwerfend gelungen, obwohl er ziemlich einfach anfaengt (wie eben auch der
Song, der mal durch die Charts ging). Weitere empfehlenswerte Songs:
Running Scared.MID - Acid-Trance, echt aufregend
Marin County Morning.MID - Ballade, erinnert an Fleetwood Mac
Children.MID - Charts-Hit von Robert Miles, exzellent
Locust Dance.MID - ungewoehnliche Rhythmen, gutes E-Guit. Solo
It's Only Me.MID - Sentimentaler Song mit gutem Sound
Images.MID - Spaciger House-Trance, exzellent
Suburbia.MID - Jungle-Trance, ziemlich gut
Mr. Bones.MID - Echter Blues-Rock, Hammondorgel und E-Guit.
Sea Scape.MID - entspannender Song mit Unterwasserklaengen
Heart Land.MID - Melodischer Song, viel Orgeln
Hypnotica.MID - Melodischer Song, teilweise trance-artig. Super
Espagnol.MID - perfekter (!!!) Flamenco, exzellent
Interleaver.MID - Perfekter Trance, coole Orgeln
Memories Of Arden Road.MID - Rockballade, geile E-Guitarren Solos
Jock Rock.MID - Rockmusik, klingt aehnlich wie TV Titelsongs
D-Shake.MID - Spacide Acid Sequenz mit viel Filter und Hall
X-Cita.MID - Spaciger Trance
Feel The Energy.MID - Spaciger Song, erinnert an Robert Miles' Children
Over The Rainbow.MID - Bekanntes Stueck aus einem Musical
Tek Toys.MID - Trance bis Breakbeat, guter spaciger Sound
Sonic Surfing Part 3.MID - Trance mit coolem Synth Bass
Water Flowing Uphill.MID - Wundervolle Ballade
Secret Garden.MID - Wundervoll vertraeumter Song, coole Soundeffekte
Quest For Lost Heroes.MID - Hard Rock, exzellente Guitarren, Live Atmoshph.
Diese Liste ist unvollstaendig und spiegelt meinen persoenlichen Geschmack
wieder. Inzwischen wurde eine Menge neuer und erstklassige XG Midi Dateien
veroeffentlicht.
Wenn Sie vorhaben, andere Soundkarten anzuschliessen, lassen Sie mich
wissen, welche Webseiten Sie empfehlen koennen.
Rechtliches
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Jegliche kommerzielle Nutzung dieses Textes ohne meine schriftliche
Zustimmung ist ausdruecklich verboten. Dieser Text darf nur in
unveraendertem Zustand durch Computernetze (Newsgruppen, Aminet)
verbreitet werden.
Ich kann keine Garantie fuer die Korrektheit der obigen Informationen
geben. Sie bauen die Schnittstelle in jeden Fall auf eigene Gefahr. Ich
kann nicht fuer Schaeden haftbar gemacht werden, die an Ihrer Soundkarte
und/oder ihrem Amiga entstehen.
SoundBlaster und WaveBlaster sind eingetragene Wahrenzeichen der Creative
Labs Inc.
Bitte entschuldigen Sie eventuelle Tippfehler, die bei der schnellen
Uebersetzung des englischen Textes ins Deutsche entstanden sind.
So erreichen Sie mich
---------------------
Vorschlaege, Korrekturen und Verbesserungen werden gerne entgegengenommen.
Schicken Sie mir eine EMail, wenn Sie es geschafft haben, die Schnittstelle
zu bauen. Ich schreibe derzeit ein wenig Software, um all die Instrumente
und Effekte der Soundkarte ansteuern zu koennen.
EMail an: flo...@eikon.e-technik.tu-muenchen.de
Bitte versuchen Sie es ein zweites mal, wenn gerade mein EMail Server
streikt.
(c) 1996,97 Christian Buchner
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