Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Unterschied "verlustfrei" - "unkomprimiert"?

5 views
Skip to first unread message

Louis Noser

unread,
Oct 4, 2011, 4:04:02 AM10/4/11
to
Grüss Euch

Ist "verlustfrei" und "unkomprimiert" nicht dasselbe?
Wenn nein: Was ist der Unterschied?

Bei http://de.wikipedia.org/wiki/Windows_Bitmap steht der Satz:
"Windows-Bitmaps werden entweder unkomprimiert oder verlustfrei mit
RLE-Komprimierung (Lauflängenkodierung) gespeichert."

Daher meine Frage.

Vielen Dank.

Grüsse
Louis

Gerrit Brodmann

unread,
Oct 4, 2011, 5:31:18 AM10/4/11
to
Louis Noser <louis...@gmx.ch> wrote:

>Grüss Euch
>
>Ist "verlustfrei" und "unkomprimiert" nicht dasselbe?
>Wenn nein: Was ist der Unterschied?

Wie sag ich es meinem Kinde...?

Stell Dir vor, Du machst einen Umzug.

Du packst alles in den LKW, so wie es kommt. Du verbrauchst viel
Platz, brauchst daher einen großen LKW und Du mußt trotzdem noch 3x
mit Deinem PKW fahren. Das ist unkomprimiertes Packen.

Nun nehmen wir an, daß Du Dein Hirn vorher nutzt und den LKW nicht so
packst, wie die Kisten kommen, sondern Du spielst Tetris im Reallife
(mit dem Unterschied, daß die vollen Reihen eben nicht verschwinden).
Durch geschicktes Packen passt nun alles in den LKW und Du musst nicht
noch mal mit dem PKW fahren. Das ist komprimiertes, verlustfreies
Packen.

Dann gibt es noch eine Möglichkeit. Du nimmst einen kleineren LKW,
packst ihn wie oben, aber das was nicht mehr reinpasst, stellst Du auf
die Laderampe und machst sie einfach zu und drückst so den Kram mit in
den LKW. Das ist dann das verlustbehaftete Packen.

Louis Noser

unread,
Oct 4, 2011, 9:10:24 AM10/4/11
to
Hallo

Am 04.10.2011 11:31, schrieb Gerrit Brodmann:
> Stell Dir vor, Du machst einen Umzug...

Danke für Deine anschauliche Antwort.

Aber unkomprimiert bedeutet doch verlustfrei, oder?
Während verlustfrei nicht unbedingt nur unkomprimiert heisst, weil auch
komprimierte Dateien verlustfrei sein können, richtig?

Grüsse
Louis

Dieter Stockert

unread,
Oct 4, 2011, 3:41:25 PM10/4/11
to
Louis Noser <louis...@gmx.ch> wrote:

> Aber unkomprimiert bedeutet doch verlustfrei, oder?
> Während verlustfrei nicht unbedingt nur unkomprimiert heisst, weil auch
> komprimierte Dateien verlustfrei sein können, richtig?

Richtig.

Jörg Pietschmann

unread,
Oct 5, 2011, 4:57:32 AM10/5/11
to
... um auch mal spitzfindig zu sein ;-)

Wenn das Speichermedium defekt ist, kann auch ein unkomprimiertes
speichern einer Datei Verluste nach sich ziehen...


Nun aber zu Deinem eigentlichen Anliegen. Der Satz in Wikipedia müsste
m.E. lauten:

"Windows-Bitmaps werden entweder unkomprimiert oder mit verlustfreier
RLE-Komprimierung (Lauflängenkodierung) gespeichert."


Das 'verlustfrei' bezieht sich bei dieser Satzstellung auf die
*Komprimierung*, und ist kein Attribut für 'unkomprimiert'.

Grüße,

Jörg

Gernot Zander

unread,
Oct 6, 2011, 1:11:34 AM10/6/11
to
Hi,

in de.comp.software.graphik Gerrit Brodmann <gerrit....@gmx.de> wrote:
> Wie sag ich es meinem Kinde...?

> Stell Dir vor, Du machst einen Umzug.

...
:-) Sehr schön.

Ich erkläre das immer anders, anhand einer Faxseite. Du willst einen
Kumpel anrufen und ihm eine Skizze übermitteln. Dazu machst du Koordinaten
wie beim Schiffeversenken und sagst dann in Reihen "weiß schwarz weiß"
usw., der Kumpel malt die Kästchen entsprechend aus.
Und jetzt sehen wir uns eine Faxseite an: da kommt oben erst mal
leerer weißer Platz. Statt nun "weiß weiß weiß..." zu sagen, sagst
du nur "50 x weiß". Dann kommt eine waagerechte Linie. Statt nun
"schwarz schwarz..." zu sagen, sagst du "10x weiß 30x schwarz 10x weiß"
usw.
Damit wird dann auch klar, warum sich Zeichnungen viel besser komprimieren
lassen als Fotos, wo das kaum geht.
Und das entspricht der RLE-Komprimierung, wie sie tatsächlich beim Fax
verwendet wird.


JPG zeige ich an überkomprimierten Beispielen so: Wo wenig Farb-
unterschiede sind, z.B. bei Wolken am Himmel, kann man an der Schärfe,
also an der Auflösung sparen (nicht aber an der Farb-Zahl, das sieht
man dann als Muschel-Muster). Wo viele Kontraste sind, bei den Blättern
eines Baumes z.B., kann man an den Farben sparen (wer weiß schon,
welches Grün welches Blatt hatte), nicht aber an der Schärfe.
Man sieht das bei überkomprimierten Beispielen recht gut. (Auch
wenn das Verfahren ein anders Prinzip hat, aber es läuft darauf
hinaus.)

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander) *Keine Mailkopien bitte!*
Signature out of order.
0 new messages