Takvorian:
> Arno Welzel schrieb:
>
>> Takvorian:
[...]
>>>> Welche Datenschützer empfehlen, dass man im Usenet oder generell Foren
>>>> im Internet aus Datenschutzgründen ein Pseudonym verwenden sollte?
>>>
>>> Alle, die ich bisher dazu gehört habe, im Fernsehen und in anderen Medien.
>>> Nein, deren Namen habe ich nicht gespeichert.
>>
>> Ok, dann hake ich das unter "Takvorian hat mal was gehört" ab.
>
> Besser unter "Datenschützer haben empfohlen", denn das ist nun mal Fakt.
Da du für diesen Fakt keine Quellen nennen kannst, belasse ich es bei
"Takvorian hat mal was gehört".
[...]
>> Auch ich habe nicht behauptet, dass die Empfehlung der
>> Pseudonymverwendung aus § 13 Abs. 6 TMG abgeleitet ist - wenn überhaupt,
>> dann es es genau umgekehrt: weil die Nutzung von Pseudonymen sinnvoll
>> sein kann, wurde genau das verpfichten für Dienstanbieter gemacht: sie
>> MÜSSEN ihren Nutzern die Verwendung von Pseudonymen ermöglichen!
>
> Dann war also dein
> | Daraus leitet sich aber nicht ab, dass man
> | seine Meinung in der Öffentlichkeit generell nur unter Pseudonym äußern
> | sollte, um seine Daten zu schützen.
> mal wieder völlig sinnlos. Was sollte diese Nonsens-Bemerkung?
Nein, es war ein Hinweis für den Fall das jemand ernsthaft glaubt, es
wäre empfehlenswert, grundsätzlich Pseudonyme zu benutzen, weil das TMG
dieses Möglichkeit bei Dienstanbietern zwingend vorschreibt.
[...]
>>> und des Datenschutzes. Wer im Internet überall den Realnamen verwendet,
>>> macht sich zum gläsernen User, jeder kann für ihn kinderleicht ein Profil
>>> erstellen, das z.B. für kriminelle Zwecke verwendbar ist. Genau deshalb
>>
>> Ich haben ebenfalls nicht gefordert, dass man *überall* seinen Realnamen
>> angeben sollte. Wie Dir bekannt sein dürfte, gehöre ich auch zu den
>> Leute, die auch im Usenet explizit KEINE(!) Realnamen verlangen!
>
> Hatte ich dir auch nicht unterstellt. Die nächste Nonsens-Bemerkung.
Nein, das war eine Entgegegnung auf DEINE Aussage "Wer im Internet
überall den Realnamen verwendet" - das habe ich nirgends so gefordert.
Was sollte das?
>> Es gint mir einzig um deine Behauptung, dass Datenschutzer die
>> Verwendung von Pseudonymen empfehlen.
>
> Da tun sie definitiv - logischerweise. Dass ich es damals nicht speicherte,
> ändert nichts daran. Ich kann schlecht alle Medien speichern, für den Fall,
> dass mich Monate oder Jahre später jemand danach fragt. Ist aber irrelevant.
Das wäre aber sinnvoll - denn gerade wenn man darüber redet, was
offizielle Vertreter wie Datenschutzbeauftragte angeblich sagen, wäre
wenigstens eine Quelle dazu geboten.
Aussagen wie "habe ich mal gelesen/gehört" oder "das ist doch allgemein
bekannt" etc. sind in einer Diskussion selten hilfreich.
> Für Leute, die sich nicht zum gläsernen User machen wollen, ist es ein Gebot
> der Vernunft. Sie sollten dafür keine Empfehlung brauchen.
Ich mache mich nicht zum "gläsernen User", nur weil ich im Usnet meinen
Namen nennen.
Es kommt schon auch darauf an, *was* man mit Nennung seines Namens
veröffentlicht. Meinen Kontostand wird man ebenso wenig erfahren, noch
wann und wohin ich zu vereisen gedenke - das sind alles Informationen,
die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.
Die pauschale Forderung nach "nutzt ein Pseudonym" greift daher zu kurz.
Man wird auch durch die Preisgabe anderer Informationen erkennbar und
nicht jede Äußerung ohne Pseudonym macht Menschen "gläsern".
[...]
>> Einbrecher durchsuchen Foren oder das Usenet nach Urlaubsankündigungen
>> um dann die Häuser auszurauben? Das glaubst Du doch selbst nicht.
>
> Gott bewahre dir deine infantile Naivität.
Und Dir deine Paranoia.
>> Abgesehen davon braucht man dazu neben dem Realnamen auch eine Adresse.
>> Wer nicht gerade auch eine eigene Website mit Impressum betreibt, ist
>> auch mit Realnamen nicht automatisch lokalisierbar.
>
> Eben, das ist ja der Punkt. Wer in allen Foren mit Realname schreibt, wird
> zum gläsernen User. In Forum A hat er irgendwo geschrieben, in welcher Stadt
> er wohnt, in Forum B, dass er im August in Urlaub ist.... Sein gesamtes
> Profil hat er somit jedem, der es ausforschen will, auf dem Silbertablett
> serviert. Jeder Dummy kann es kinderleicht abrufen. Und wenn du das Internet
> auch nur halbwegs kennst, musst du wissen, dass das auch ständig
> stattfindet. So naiv, wie du dich hier stellst, kann eigentlich niemand
> sein.
Stimmt, so naiv, wie Du denkst, bin ich nicht.
Was Du beschreibst, hat nichts mit Realnamen zu tun, sondern dass Leute
Ihr Privatleben öffentlich ausbreiten. Wenn man ohnehin alle Details
einer Person kennt, ist der Realname irgendwann unwichtig.
>> Oder wüsstest Du, wo z.B. Andreas Kohlbach wohnt, der auch hier unter
>> seinem Namen schreibt?
>
> Wenn er überall im Internet in vielen Foren unter seinem Realnamen schreibt,
> ist das sehr leicht, sofern er irgendwo seinen Wohnort mal genannt haben
> sollte.
Aha - "sofern er irgendwo seinen Wohnort mal genannt haben sollte"?
Es genügt also, wenn man Angaben Wohnort etc. einfach nicht öffentlich
macht?
Angeblich ist doch jeder User der unter Realnamen im Usenet oder Foren
schreibt, gläsern! Dann sollte es doch einfach sein, herauszufinden, wo
Andreas Kohlbach wohnt oder wo er arbeitet usw...
[...]
>> Es spielt auch keine Rolle, ob jemand für irgendwas belangt werden will
>> oder nicht. Es zählt letztlich nur, was als "Betrug" gemäß §263 StGB
>> eingestuft wird.
>
> Das ist die Sichtweise vieler Software-Verbrecher. :o)
Nein, das ist die Sichtweise der Gesetzgebung. Wenn sie Dir nicht
gefällt, dann sorge dafür, dass Hersteller für Software haften müssen.