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automatische Versionierung?

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Ulli Horlacher

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Oct 27, 2020, 7:34:32 AM10/27/20
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Aus einer Diskussion einer lokalen Mailingliste hat sich folgende
spannende Frage ergeben:

"Gibt es ein System, das eine geschriebene Datei umgehend und
vollautomatisch versioniert?" (d.h. ohne weitere Benutzer-Interaktion)

Fuer Linux gibt es NILFS, aber dann ist man an dieses spezielle Dateisystem
gebunden.
Bei VMS macht es FILES11 automatisch, aber das ist nur POSIX und kein
echtes UNIX.

snapshots fallen raus, weil da zwischen Dateispeicherung und Versionierung
viel zu viel Zeit verstreicht, schlimmstenfalls ein Tag.

Vor Jahren hab ich https://fex.belwue.de/fstools/vv.html geschrieben, aber
das funktionert (vollautomatisch) nur mit Dateien im Editor.

Notfalls waere eine Linux-only-Loesung noch akzeptabel :-)

--
Ullrich Horlacher Server und Virtualisierung
Rechenzentrum TIK
Universitaet Stuttgart E-Mail: horl...@tik.uni-stuttgart.de
Allmandring 30a Tel: ++49-711-68565868
70569 Stuttgart (Germany) WWW: http://www.tik.uni-stuttgart.de/

Christian Weisgerber

unread,
Oct 27, 2020, 11:30:06 AM10/27/20
to
On 2020-10-27, Ulli Horlacher <fram...@rus.uni-stuttgart.de> wrote:

> "Gibt es ein System, das eine geschriebene Datei umgehend und
> vollautomatisch versioniert?" (d.h. ohne weitere Benutzer-Interaktion)

Klingt nach einem Fall für ein FUSE-Filesystem. Eine Google-Suche
nach dem blind geratenen Namen „gitfs“ fördert prompt dies zu Tage:
https://www.presslabs.com/docs/code/gitfs/

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de

Ulli Horlacher

unread,
Oct 27, 2020, 1:03:21 PM10/27/20
to
Christian Weisgerber <na...@mips.inka.de> wrote:
> On 2020-10-27, Ulli Horlacher <fram...@rus.uni-stuttgart.de> wrote:
>
> > "Gibt es ein System, das eine geschriebene Datei umgehend und
> > vollautomatisch versioniert?" (d.h. ohne weitere Benutzer-Interaktion)
>
> Klingt nach einem Fall für ein FUSE-Filesystem.

Die sind halt erschreckend langsam und man kann da keine snapshots machen.

Kay Martinen

unread,
Oct 27, 2020, 3:20:01 PM10/27/20
to
Am 27.10.20 um 12:34 schrieb Ulli Horlacher:
> Aus einer Diskussion einer lokalen Mailingliste hat sich folgende
> spannende Frage ergeben:
>
> "Gibt es ein System, das eine geschriebene Datei umgehend und
> vollautomatisch versioniert?" (d.h. ohne weitere Benutzer-Interaktion)

Vielleicht nicht was du suchst aber: Zerkonfiguriere deinen
Lieblings-Editor so das er bei jeder neuen Dateispeicherung
<dateiname>x.<extension> automagisch macht. Wenn Winblond das sogar im
Exploder vorschlägt kann es nicht so schwer sein und in mind. einem
Editor (Win oder Linux) habe ich mal irgendwann entsprechende Optionen
erblickt).

Dann hättest du bei jeder folgenden Speicherung

dateiname.txt
dateiname1.txt
dateiname2.txt

u.s.f.

Die Schrittweite lässt sich ja ggf. anpassen.

Du suchst eine Lösung auf Dateisystem-ebene oder nicht?

Kay

--
Posted via leafnode

Ulli Horlacher

unread,
Oct 27, 2020, 6:45:07 PM10/27/20
to
Kay Martinen <use...@martinen.de> wrote:
> Am 27.10.20 um 12:34 schrieb Ulli Horlacher:
> > Aus einer Diskussion einer lokalen Mailingliste hat sich folgende
> > spannende Frage ergeben:
> >
> > "Gibt es ein System, das eine geschriebene Datei umgehend und
> > vollautomatisch versioniert?" (d.h. ohne weitere Benutzer-Interaktion)
>
> Vielleicht nicht was du suchst aber: Zerkonfiguriere deinen
> Lieblings-Editor so das er bei jeder neuen Dateispeicherung
> <dateiname>x.<extension> automagisch macht.

So was hab ich laengst. Du hast es nur nicht mitzitiert:

https://fex.belwue.de/fstools/vv.html


> Du suchst eine Lösung auf Dateisystem-ebene oder nicht?

Ich suche eine Loesung fuer alle Dateien, nicht bloss fuer die, die mit
einem Editor abgespeichert werden.

Steffen Moser

unread,
Oct 28, 2020, 9:39:20 PM10/28/20
to
On 27.10.20 12:34, Ulli Horlacher wrote:
> Aus einer Diskussion einer lokalen Mailingliste hat sich folgende
> spannende Frage ergeben:
>
> "Gibt es ein System, das eine geschriebene Datei umgehend und
> vollautomatisch versioniert?" (d.h. ohne weitere Benutzer-Interaktion)
>
> Fuer Linux gibt es NILFS, aber dann ist man an dieses spezielle Dateisystem
> gebunden.
> Bei VMS macht es FILES11 automatisch, aber das ist nur POSIX und kein
> echtes UNIX.
>
> snapshots fallen raus, weil da zwischen Dateispeicherung und Versionierung
> viel zu viel Zeit verstreicht, schlimmstenfalls ein Tag.

Das Triggern von (ZFS) Snapshots bei Dateiänderung wäre auch keine
Option? Ergibt natürlich nur Sinn, wenn relativ wenig geschrieben wird.

Also zunächst (unter Solaris per DTrace) herausfinden, wenn eine
Änderung passiert


https://constantin.glez.de/2010/04/20/how-to-automatically-update-your-home-media-server-library-with-dtrace/

und anschließend bei Vorliegen einer solchen den Snapshot erstellen.

Viele Grüße
Steffen



--
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Dipl.-Inf. Steffen Moser Tel (Office): +49.731.50.32407
School of Advanced Professional Studies Fax (Office): +49.731.50.32409
Ulm University, Room: 02_11.4 http://saps.uni-ulm.de/
Lise-Meitner-Straße 16, 89081 Ulm, Germany

Ulli Horlacher

unread,
Oct 29, 2020, 5:02:45 AM10/29/20
to
Steffen Moser <use...@steffen-moser.de> wrote:
> On 27.10.20 12:34, Ulli Horlacher wrote:
> > Aus einer Diskussion einer lokalen Mailingliste hat sich folgende
> > spannende Frage ergeben:
> >
> > "Gibt es ein System, das eine geschriebene Datei umgehend und
> > vollautomatisch versioniert?" (d.h. ohne weitere Benutzer-Interaktion)
> >
> > Fuer Linux gibt es NILFS, aber dann ist man an dieses spezielle Dateisystem
> > gebunden.
> > Bei VMS macht es FILES11 automatisch, aber das ist nur POSIX und kein
> > echtes UNIX.
> >
> > snapshots fallen raus, weil da zwischen Dateispeicherung und Versionierung
> > viel zu viel Zeit verstreicht, schlimmstenfalls ein Tag.
>
> Das Triggern von (ZFS) Snapshots bei Dateiänderung wäre auch keine
> Option? Ergibt natürlich nur Sinn, wenn relativ wenig geschrieben wird.

ZFS macht immer den snapshots des ganzen zpools, snapshots auf directory-
oder gar file-Ebene gibts nicht.
Fuer jeden write einen snapshot auszuloesen wuerde viele (zehn?hundert?)
tausende snapshots bedeuten.

Christoph Brinkhaus

unread,
Oct 29, 2020, 9:40:05 AM10/29/20
to
Ulli Horlacher <fram...@rus.uni-stuttgart.de> schrieb:

Hallo Ulli,

> Steffen Moser <use...@steffen-moser.de> wrote:
>> On 27.10.20 12:34, Ulli Horlacher wrote:
>> > Aus einer Diskussion einer lokalen Mailingliste hat sich folgende
>> > spannende Frage ergeben:
>> >
>> > "Gibt es ein System, das eine geschriebene Datei umgehend und
>> > vollautomatisch versioniert?" (d.h. ohne weitere Benutzer-Interaktion)
>> >
>> > Fuer Linux gibt es NILFS, aber dann ist man an dieses spezielle Dateisystem
>> > gebunden.
>> > Bei VMS macht es FILES11 automatisch, aber das ist nur POSIX und kein
>> > echtes UNIX.
>> >
>> > snapshots fallen raus, weil da zwischen Dateispeicherung und Versionierung
>> > viel zu viel Zeit verstreicht, schlimmstenfalls ein Tag.
>>
>> Das Triggern von (ZFS) Snapshots bei Dateiänderung wäre auch keine
>> Option? Ergibt natürlich nur Sinn, wenn relativ wenig geschrieben wird.
>
> ZFS macht immer den snapshots des ganzen zpools, snapshots auf directory-
> oder gar file-Ebene gibts nicht.

Das hat mich jetzt verwirrt, weil ich etwas anderes in Erinnerung hatte.
Snapshots von Teilen eines zpools sind möglich. Das wären zum Beispiel
datasets. In der ZFS Manpage von FreeBSD ist allerdings von "file
systems" die Rede. Genauso im FreeBSD Handbook
https://www.freebsd.org/doc/en_US.ISO8859-1/books/handbook/zfs-quickstart.html
Letztendlich ist das mal wieder eine Frage, was man unter
file system versteht.

Aus der Man page:

" Example 2 Creating a ZFS Snapshot

The following command creates a snapshot named yesterday. This
snapshot is mounted on demand in the .zfs/snapshot directory at the
root of the pool/home/bob file system.

# zfs snapshot pool/home/bob@yesterday"

Das wäre also ein Snapshot des Home Verzeichnisses vom User bob.

> Fuer jeden write einen snapshot auszuloesen wuerde viele (zehn?hundert?)
> tausende snapshots bedeuten.
>
Die Frage ist, in wieweit man einen ZFS Pool in datasets aufteilen will.
Man könnte zpool/usr und alles darunter auf /usr mounten. Man könnte
auch für /usr/bin, /usr/sbin/, usw ein eigenes dataset erstellen. Dann
könnte man sich aber auch die Hose mit der Kneifzange zumachen;-).

Ich stimme dir zu, daß ein Snapshot nach jedem Schreibzugriff sicher
nicht praktikabel wäre.

Viele Grüße,
Christoph

Ulli Horlacher

unread,
Oct 29, 2020, 1:29:43 PM10/29/20
to
Christoph Brinkhaus <C.Bri...@t-online.de> wrote:

> > ZFS macht immer den snapshots des ganzen zpools, snapshots auf directory-
> > oder gar file-Ebene gibts nicht.
>
> Das hat mich jetzt verwirrt, weil ich etwas anderes in Erinnerung hatte.
> Snapshots von Teilen eines zpools sind möglich. Das wären zum Beispiel
> datasets.

Du hast recht, ich hatte das verwechselt. Zur Entschuldigung: ich hab
jahrelang nichts mehr mit ZFS gemacht :-}


> Die Frage ist, in wieweit man einen ZFS Pool in datasets aufteilen will.
> Man könnte zpool/usr und alles darunter auf /usr mounten. Man könnte
> auch für /usr/bin, /usr/sbin/, usw ein eigenes dataset erstellen. Dann
> könnte man sich aber auch die Hose mit der Kneifzange zumachen;-).

Ich denke eher an datasets fuer jeden User. Was aber nicht geht (im
Gegensatz zu btrfs): datasets und snapshots anlegen kann nur root, nicht
der User.


> Ich stimme dir zu, daß ein Snapshot nach jedem Schreibzugriff sicher
> nicht praktikabel wäre.

"Aber es geht doch!" ;-)
Ja, interessante Diskussion, aber schlussendlich nicht zielfuehrend.

Andreas Fenner

unread,
Oct 30, 2020, 1:53:37 AM10/30/20
to
Am 29.10.2020 um 18:29 schrieb Ulli Horlacher:
...

> Ich denke eher an datasets fuer jeden User. Was aber nicht geht (im
> Gegensatz zu btrfs): datasets und snapshots anlegen kann nur root, nicht
> der User.

Das sollte eigentlich gehen:

https://docs.oracle.com/cd/E19253-01/819-5461/gbchv/index.html

Zitat:
"
ZFS delegated administration enables you to distribute refined
permissions to specific users, groups, or everyone. Two types of
delegated permissions are supported:

Individual permissions can be explicitly delegated such as create,
destroy, mount, snapshot, and so on.
"


Ob das bei ZFSonLinux implementiert ist kann ich dir aber nicht sagen.
Probiers aus :-)

Andreas

Ulli Horlacher

unread,
Oct 30, 2020, 5:19:37 AM10/30/20
to
Letzteres ist das Problem.
Solaris hab ich nicht mehr im Einsatz. Alle Suns wurden verschrottet.

Andreas Fenner

unread,
Oct 30, 2020, 5:40:50 AM10/30/20
to
Am 30.10.2020 um 10:19 schrieb Ulli Horlacher:
> Andreas Fenner <Andis_S...@web.de> wrote:

>> Ob das bei ZFSonLinux implementiert ist kann ich dir aber nicht sagen.
>> Probiers aus :-)
>
> Letzteres ist das Problem.
> Solaris hab ich nicht mehr im Einsatz. Alle Suns wurden verschrottet.
>


Naja - zumindest bei "zpool upgrade -v" wird diese Funktionalität
aufgelistet. Es sollte also bei ZFSonLinux implementiert sein.
(RHEL 7.8, zfs 0.7.12)

Probier es halt aus :-)

Andreas
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