Anwendungen / 10 MHz Uhr

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Rafael Deliano

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Aug 27, 2019, 2:15:43 PM8/27/19
to
10MHz kommen aus Rubidium Blechschachtel die als Surplus
bei ebay.com zu finden ist.
Simples Demoprojekt den Takt für Uhr zu verwenden:

http://www.embeddedFORTH.de/temp/10MHz.pdf

Krumme Frequenzteiler und 8 Bit BCD-Zahlen sind auch für
manche anderen Projekte sinnvolle Programmiertechniken.

MfG JRD

Johannes Bauer

unread,
Aug 29, 2019, 2:30:34 PM8/29/19
to
On 27.08.19 20:15, Rafael Deliano wrote:
> 10MHz kommen aus Rubidium Blechschachtel die als Surplus
> bei ebay.com zu finden ist.
> Simples Demoprojekt den Takt für Uhr zu verwenden:
>
> http://www.embeddedFORTH.de/temp/10MHz.pdf

Interessantes Projekt, im Gegensatz zum Obercholeriker beschreibst du
deinen Aufbau transparent (MCU, IRQ-Frequenz, Clockrate der MCU) und
machst Messungen, statt nur Behauptungen aufzustellen ("2 MHz
IRQ-Frequenz!!!").

In deinem Code selbst sind zwei große Teile inline-Assembler. Hast du
die erst in Forth geschrieben und dann optimiert oder aus Erfahrung raus
direkt in ASM implementiert? Und wenn ja, hast du im ersten Fall
gemessen was der Unterschied in der Laufzeit war? Der ISR sieht ja jetzt
wirklich nicht so aufwändig aus; bei ~20 kHz ISR-Frequenz und 2.45 MHz
CPU-Clock sind das 125 Clock Cycles. Habe ich nicht gemessen, aber ich
vemute dass das in C direkt in Hochsprache abbildbar ist, ohne ASM.

Viele Grüße,
Johannes

--
"Performance ist nicht das Problem, es läuft ja nachher beides auf der
selben Hardware." -- Hans-Peter Diettrich in d.s.e.

Rafael Deliano

unread,
Aug 29, 2019, 3:55:43 PM8/29/19
to
> Interessantes Projekt,

Es ist, wie unschwer erkennbar, Ralph Aichingers "Atomuhr".

> beschreibst du deinen Aufbau transparent

Artikel über Demoprojekt wird viele simple Aspekte
auch ansprechen, da er ja für Anfänger lesbar sein soll.

> In deinem Code selbst sind zwei große Teile inline-Assembler.

Es ist kein inline-Assembler. Den hätte das FORTH auch,
aber der wird praktisch nie verwendet:

: Befehl-xyz
... FORTH ... [CODE ... Assembler ... CODE] ... FORTH ... ;

Ein Assembler-Befehl

:CODE Befehl-xyz ... Assembler ... CODE;

ist nach aussen hin äquivalent zu einem FORTH-Befehl

: Befehl-xyz ... FORTH ... ;

gleichen Namens. Wenn man low level IO programmiert und
Portabilität kein Thema ist, verwende ich meist Assembler.
Ein Interrupt ist in dem FORTH aber immer Assembler. Sonst
hätte man den FORTH-Nucleus interruptfähig implementieren
müssen. Lohnt sich aus meiner Erfahrung nicht.

> Hast du
> die erst in Forth geschrieben und dann optimiert oder aus Erfahrung raus
> direkt in ASM implementiert?

Wenn man komplizierte Algorithmen zum Laufen bringen muß, codiert man
erst in FORTH, weil leichter debuggbar. Oft ist eine langsame, portable
Version auch langfristig nützlich. Wenn die HLL-Version läuft und man
mit ihr Testdaten erzeugen kann, macht man sich an die Portierung auf
Assembler.
Im Archiv der FORTH e.V. ( https://wiki.forth-ev.de/doku.php/vd-archiv )
sind Artikel zu Implementierungen von Verschlüsselungsverfahren:

DES
https://wiki.forth-ev.de/lib/exe/fetch.php/vd-archiv:4d2016-02.pdf
AES
https://wiki.forth-ev.de/lib/exe/fetch.php/vd-archiv:4d2016-03.pdf
SHA
https://wiki.forth-ev.de/lib/exe/fetch.php/vd-archiv:4d2016-04.pdf

Da wurde portiert und es ist auch Timing für FORTH und Assembler
angegeben. FORTH ist bei sowas im Bereich 5 ... 10 (typ ) ... 20 langsamer.
In der Anwendung hier war nichts an den Assmbler-Routinen kompliziert,
wurden direkt in Assembler codiert und liefen auch sofort.

> Der ISR sieht ja jetzt
> wirklich nicht so aufwändig aus; bei ~20 kHz ISR-Frequenz und 2.45 MHz
> CPU-Clock sind das 125 Clock Cycles. Habe ich nicht gemessen, aber ich
> vemute dass das in C direkt in Hochsprache abbildbar ist, ohne ASM.

Bezweifle ich nicht. C soll ja möglichst schnellen Assembler-Code
erzeugen.
FORTH erzeugt relativ langsamen unoptimierten Code. Deshalb
ist in meinem FORTH immer auch ein Assembler vorhanden für die 20%
Software die schnell laufen müssen.

MfG JRD

Wolfgang Allinger

unread,
Aug 29, 2019, 7:41:14 PM8/29/19
to

On 29 Aug 19 at group /de/comp/lang/forth in article qk9aju$j4u$1...@dont-email.me
<rafael_...@arcor.de> (Rafael Deliano) wrote:

Hallo Rafael,

> Ein Interrupt ist in dem FORTH aber immer Assembler. Sonst
> hätte man den FORTH-Nucleus interruptfähig implementieren
> müssen. Lohnt sich aus meiner Erfahrung nicht.

Was ist dann am Kernel nicht interrupt fähig?

Ich hatte nie irgendwelche Probleme, egal was für ein FORTH, sowohl PC (F-
PC) als auch diverseste (LMI) Metacompiler für Dutzende uC Familien sowie
AMforth für 8051.

Den Multitasker vom F-PC (unter WinXP) habe ich so ertüchtigt, dass er
sogar ABORT fest war. Das ginge lt. Tom Zimmer und anderen Gurus nicht,
habs aber trotzdem gemacht. War garnichtmal sooo aufwändig, muss man nur
RT und IR sattelfest sein. Schrub ich aber schon in adnerem Beitrag
(AWAIT...), samt einer TSR (Finetime.com mit TCOM), die den Windoof IR auf
1msec (100ns?) beschleunigte und dann nur alle 55ms den Orijinol Windoof
Uhrentimer IR startete. Die TSR war eine Mischung von : und CODE Words

Ansonsten verwaltete Finetime 16 Timer und 16 Ticker mit 1ms, 10ms, 100ms,
1sec... über die Windoof Inter Process Communication Area (IPC?)

Die Finetime TSR wurde beim WinBoot mit angeworfen, löschte die IPC und
störte nicht weiter.

Irgendwann wurde dann die Application in F-PC gestartet, die dann die IPC
nach Wunsch füllte (und die TSR darauf reagierte) und ab ging die Luzie.
F-PC lief dann (voll von meiner Zusatz Hardware über eine IO-Extension
Karte versorgt) in einem beliebigen Windoof Fenster. Auch mit weiteren IR,
zB. Drehgeber Impulse, Wegaufnehmer, Positionsschalter, ADC und was weiss
ich nicht alles. Einige IR waren in : andere (schnelle) in CODE.

Das mit der TSR hab ich dann unter W7 nicht mehr weiter probiert, da war
irgendwas massiv geändert und man(ich) konnte keine TSR mehr
unterschieben. Auch der Zugriff auf die HW wurde mächtig verkompliziert.

Eigentlich schade, aber ich brauch es nicht mehr.

Irgendwo in der FG 4.Dimension im vorigen Jahrtausend hab ich das mal
veröffentlicht, aber wenig Echo, weil ich ja was gemacht habe, was lt.
Gurus nicht ging :)

Die Finetime TSR samt F-PC hab ich bei einigen Prüfmaschinen erfolgreich
angewendet. Die F-PC Application war dann mit Kunden/Aufgaben spezifischen
Worten im Kundeneigenen Sprachkontext geschrieben, so dass er sich
schnellstens in die Ablaufsteuerung einlesen konnte und Modifikationen
auch ohne mich hinbekam. Ua. Lenkgetriebe Justierstand bei Mercedes
Düsseldorf, Blechsignieranlage bei Thyssen-Krupp, über 20 Prüfstände für
Stellungsregler bei ICE-Eckardt waren die umfangreichsten.

So genug gebrunzt :) JB glaubt und begreift das eh nicht :p

BTW selbst mein Micker-FORTH für den 8051 war voll IR-fähig. Auch in der
4.Dimension veröffentlicht. Im Prinzip ein mickerlicher Kern, der für 16/
32 bit Grundrechenarten zuständig war, also */ DU/MOD,... samt einem
ParameterStack in einer Reg-Bank und den üblichen Stack Worten SWAP DUP
DROP ... So konnte ich einfach 32bit Mathematik in den 8051 durchführen
ohne alles in Assembler schreiben zu müssen. War im Prinzip eine MACRO
Erweiterungen für den ASM.

Keine Ahnung, auf welchen Platten das noch rumliegt.



Saludos (an alle Vernünftigen, Rest sh. sig)
Wolfgang

--
Ich bin in Paraguay lebender Trollallergiker :) reply Adresse gesetzt!
Ich diskutiere zukünftig weniger mit Idioten, denn sie ziehen mich auf
ihr Niveau herunter und schlagen mich dort mit ihrer Erfahrung! :p
(lt. alter usenet Weisheit) iPod, iPhone, iPad, iTunes, iRak, iDiot

Johannes Bauer

unread,
Aug 30, 2019, 3:30:12 AM8/30/19
to
On 29.08.19 21:55, Rafael Deliano wrote:
>> Interessantes Projekt,
>
> Es ist, wie unschwer erkennbar, Ralph Aichingers "Atomuhr".

Yep :-)

>> beschreibst du deinen Aufbau transparent
>
> Artikel über Demoprojekt wird viele simple Aspekte
> auch ansprechen, da er ja für Anfänger lesbar sein soll.

Ja, hilft aber eben auch bestimmte Teilaspekte genau zu verstehen, wenn
sie gut dokumentiert sind.

>> In deinem Code selbst sind zwei große Teile inline-Assembler.
>
> Es ist kein inline-Assembler. Den hätte das FORTH auch,
> aber der wird praktisch nie verwendet:
>
> : Befehl-xyz
> ... FORTH ... [CODE  ... Assembler ... CODE] ... FORTH ... ;
>
> Ein Assembler-Befehl
>
> :CODE Befehl-xyz      ... Assembler  ...   CODE;
>
> ist nach aussen hin äquivalent zu einem FORTH-Befehl
>
> : Befehl-xyz      ... FORTH  ...  ;
>
> gleichen Namens.

Ah, du implementierst also die komplette Funktion in ASM und zwar so,
dass sie der jeweiligen Forth-Calling Convention entspricht.

>Wenn man low level IO programmiert und
> Portabilität kein Thema ist, verwende ich meist Assembler.

Echt, wieso das? Persönliche Präferenz?

Ich versuche Assembler immer so weit möglich zu vermeiden, auch bei I/O
Zeugs. Solange es nur ASM alleine ist, ist das schon okay, z.B. meinen
Startup-Code implementiere ich in reinem ASM, siehe
https://github.com/johndoe31415/cm0test/blob/master/ivt.s -- aber sobald
man C und ASM vermischt muss man echt *höllisch* aufpassen, dass man
alles richtig Deklariert hat, insbesondere Clobber-Register und
Seiteneffekte. Sonst hat man teilweise den Effekt, dass der Code zwar
funktioniert, bei einer neuen Compilerversion dann aber zu undefiniertem
Verhalten oder seltsamen Abstürzen führt.

Und das ist echt leicht, da was zu übersehen. Also beispielsweise jetzt
mal auf dem x86 gesprochen, wenn ich da ein IDIV mache sieht man nicht,
dass das eine drei-Register-Operation ist (idiv %rbx macht %rax =
(%rdx:%rax) / %rbx, %rdx = %rax = (%rdx:%rax) % %rbx). Einmal den
Remainder vergessen und der Compiler glaubt, das was vorher drin war ist
auch nachher noch drin...

>   Ein Interrupt ist in dem FORTH aber immer Assembler. Sonst
> hätte man den FORTH-Nucleus interruptfähig implementieren
> müssen. Lohnt sich aus meiner Erfahrung nicht.

Hm, interessant. Weil die Forth-Entwicklungsumgebung auf dem jeweiligen
Target die Forth-Opcodes nicht atomar ausführt, oder? Weil sonst wäre
der IRQ ja komplett transparent.

>> Hast du
>> die erst in Forth geschrieben und dann optimiert oder aus Erfahrung raus
>> direkt in ASM implementiert?
>
> Wenn man komplizierte Algorithmen zum Laufen bringen muß, codiert man
> erst in FORTH, weil leichter debuggbar. Oft ist eine langsame, portable
> Version auch langfristig nützlich. Wenn die HLL-Version läuft und man
> mit ihr Testdaten erzeugen kann, macht man sich an die Portierung auf
> Assembler.

Yep, das haben die Hipsterprogrammierer auch wiederentdeckt und nennen
es TDD (Test Driven Development). Extrem nützlich eine langsame (aber
eben ziemlich sicher korrekte) Implementierung zu haben, mache ich in
anderen Sprachen ebenso.

> Im Archiv der FORTH e.V. ( https://wiki.forth-ev.de/doku.php/vd-archiv )
> sind Artikel zu Implementierungen von Verschlüsselungsverfahren:
>
> DES
> https://wiki.forth-ev.de/lib/exe/fetch.php/vd-archiv:4d2016-02.pdf
> AES
> https://wiki.forth-ev.de/lib/exe/fetch.php/vd-archiv:4d2016-03.pdf
> SHA
> https://wiki.forth-ev.de/lib/exe/fetch.php/vd-archiv:4d2016-04.pdf
>
> Da wurde portiert und es ist auch Timing für FORTH und Assembler
> angegeben. FORTH ist bei sowas im Bereich 5 ... 10 (typ ) ... 20 langsamer.
> In der Anwendung hier war nichts an den Assmbler-Routinen kompliziert,
> wurden direkt in Assembler codiert und liefen auch sofort.

Sehr cool, auch toll geschriebene Artikel. Hat bestimmt viel Zeit
gekostet. Beim DES Key Schedule gibt es gar keine Performance Penalty,
interessantes Ergebnis -- wäre spannend zu schauen, warum. Den AES Key
Schedule hast du deswegen vermutlich gleich nur in Forth implementiert?

Das sind Ergebnisse, die auch viel praktikabler wirken, also so Faktor
5-20. Ich frage mich, warum bei meinem Messungen auf x86_64 dann so ein
krasser Unterschied besteht (Faktor 500). Ich vermute ein großer Punkt
liegt an der sehr guten Erklärung von Gerhard Hoffmann zur Architektur
(<qjcajd$rpl$1...@solani.org>). Da µC quasi kein Chaching machen (jetzt mal
die dicken CM3+ ausgenommen) fällt das alles nicht ins Gewicht.

Platzmäßig etwa 40% Overhead im Flash.

Aber habe ich das schon richtig verstanden, dass jeweils
Forth-Unterroutinen keinerlei feste Calling Convention haben, d.h. sich
das jeweils von Funktion zu Funktion unterscheiden kann? D.h. also auch
nicht statisch geprüft werden kann, ob die Funktion jeweils den Stack in
einem ordentlichen Zustand hinterlässt? Ist das in der Praxis kein Problem?

>> Der ISR sieht ja jetzt
>> wirklich nicht so aufwändig aus; bei ~20 kHz ISR-Frequenz und 2.45 MHz
>> CPU-Clock sind das 125 Clock Cycles. Habe ich nicht gemessen, aber ich
>> vemute dass das in C direkt in Hochsprache abbildbar ist, ohne ASM.
>
> Bezweifle ich nicht. C soll ja möglichst schnellen Assembler-Code
> erzeugen.
> FORTH erzeugt relativ langsamen unoptimierten Code. Deshalb
> ist in meinem FORTH immer auch ein Assembler vorhanden für die 20%
> Software die schnell laufen müssen.

Danke für die Erklärungen!

Ewald Pfau

unread,
Aug 30, 2019, 4:47:33 AM8/30/19
to
In de.sci.electronics, Johannes Bauer <dfnson...@gmx.de> wrote:

> Aber habe ich das schon richtig verstanden, dass jeweils
> Forth-Unterroutinen keinerlei feste Calling Convention haben, d.h. sich
> das jeweils von Funktion zu Funktion unterscheiden kann? D.h. also auch
> nicht statisch geprüft werden kann, ob die Funktion jeweils den Stack in
> einem ordentlichen Zustand hinterlässt? Ist das in der Praxis kein Problem?

Der Stack selbst ist die Konvention, Variablenplätze sind bei
Lowlevel-Sachen eher sehr spezielle Kontext-Abhängigkeiten, bei normalen
Forth-Worten (die Du Unterroutinen nennst - in der Art der Fädelung ist
aber eigentlich alles irgendwie unten, also sub...).

Man sollte dazusagen, dass bei ASM-Gebrauch (im Forth-Slang: Forth-Worte als
Prinitives anstelle Secondaries) die Register-Architektur berücksichtigt
werden muss, ein gewisses Sortiment von Registern geht für die
Forth-Maschine selbst drauf, wg. 2 Stacks und fixem Instruction-Pointer plus
Umladeregister, dann gern auch Top-Of-Stack im Register.

Nur bei ISRs können die Register als frei angenommen werden, wenn beim
Ansprung die ganze Registerbank freigeschaufelt und später restauriert wird.

Nett ist nb. die Konstruktion von gemeinsamen Methoden für Sammelobjekte
auch in Asm,

: def-wort CREATE dies und das
;CODE methode in asm
endcode

statt des secondary-Aufbaus

: def-wort CREATE dies und das
;DOES methode in forth-worten ;

(mit diesem universellen Konstrukt braucht es auch keine Arrays, die sind
mit einem Fingerschnippen billig zu haben, wie immer man sie braucht.)

Bei Aufruf des dann mit CREATE erstellten Wortes liegt für die Methode die
Startaddesse des zum Zeitpunkt der Erstellung mit CREATE gültigen
Speicherplatzes an Top of Stack (nennt sich sinnigerweise HERE ), kann im
Definitionswort oder im Zuge der Definition ad hoc mit ALLOT reserviert
werden, oder mit <wert> ',' (Komma), was immer das Objekt so braucht, damit
wandert das HERE weiter.

Ralph Aichinger

unread,
Aug 30, 2019, 5:02:48 AM8/30/19
to
Danke, sehr schönes Beispiel. Ich werd mir das anschauen und
es durcharbeiten wenn ich "meinen" ersten Arduino-Prototypen
soweit fertig habe.

lg Ralph
--
-----------------------------------------------------------------------------
https://aisg.at
ausserirdische sind gesund

Johannes Bauer

unread,
Aug 30, 2019, 7:41:30 AM8/30/19
to
On 30.08.19 01:16, Wolfgang Allinger wrote:

> Den Multitasker vom F-PC (unter WinXP) habe ich so ertüchtigt, dass er
> sogar ABORT fest war. Das ginge lt. Tom Zimmer und anderen Gurus nicht,
> habs aber trotzdem gemacht.
[...]
> Irgendwo in der FG 4.Dimension im vorigen Jahrtausend hab ich das mal
> veröffentlicht, aber wenig Echo, weil ich ja was gemacht habe, was lt.
> Gurus nicht ging :)

Schlimm, so ein Leben als verkanntes Genie. Die Bürde, die du trägst,
weil du deiner Zeit 100 Jahre voraus bist. Niemand versteht deine
Brillianz. Selbst die sogenannten Gurus sind reinste Amateure im
Vergleich mit dir, aber niemand merkt es, weil du allen einfach so
massiv überlegen bist mit deinem messerschafen Verstand.

Es mag dich immerhin trösten, dass du in 100-200 Jahren als ein Voltaire
unserer Zeit im Gedächtnis bleiben wird. Ein Galileo Galilei der
Programmiersprachen. Jemand, der mit Leonardo da Vinci quasi
verpflichtend und voller Ehrfurcht in einem Satz genannt werden wird.

> Keine Ahnung, auf welchen Platten das noch rumliegt.

Ja, sicher auf irgendwelchen Platten, die gerade eben nicht zur Hand
sind. Und wenn sie zur Hand wären, hätten sie bestimmt ein technischen
Problem, sodass man den Inhalt nicht mehr lesen kann. Aber wenn man den
Inhalt lesen könnte, dann wäre das bestimmt alles ultrahochgeheim und
unter den strengsten NDAs, die man sich so vorstellen kann. Und wenn die
ganzen NDAs abgelaufen wären, dann würde bestimmt irgendein technisches
Problem in deinem Newsreader verhindern, dass du Fakten lieferst.

Schlimm, dass dir so unnötige Stolpersteine in den Weg gelegt werden.
Denn dass das alles genau so stimmt, darauf gibst du uns sicherlich dein
Ehrenwort. Ich wiederhole, dein Ehrenwort.

Rafael Deliano

unread,
Aug 30, 2019, 12:36:50 PM8/30/19
to
>> Wenn man low level IO programmiert und
>> Portabilität kein Thema ist, verwende ich meist Assembler.

> Echt, wieso das? Persönliche Präferenz?

Bei IO hängt man an der Hardware des Controllers,
Portabilität ist da nicht viel möglich.
Funktionen a la Portpin setzen und Portpin löschen
sind so trivial dass Debugging auch selten ein Thema ist.
Und letztlich: dieses System ist ja so ausgelegt daß man HLL
und Assembler leicht mischen kann. Die meisten Implementierungen
von Programmiersprachen ( gilt für FORTH genauso wie C ) behandeln
Assembler stiefmütterlich und deshalb verwenden Programmierer
heute nur noch selten Assembler. Sie verlieren damit aber
die Möglichkeit in usec genaues Timing sicherzustellen. Und
haben den Drang weg von simplen 8 Bit Prozessoren auf denen
ihre HLL nicht optimal läuft.

>> Ein Interrupt ist in dem FORTH aber immer Assembler.

> Hm, interessant. Weil die Forth-Entwicklungsumgebung auf dem jeweiligen
> Target die Forth-Opcodes nicht atomar ausführt, oder? Weil sonst wäre
> der IRQ ja komplett transparent.

C sollte da wenig Problem haben, weil es Assembler erzeugt.
FORTH greift aber auf Befehle im Nucleus zurück, die wiederum
verwenden etwa 8 ... 12 Byte RAM. Das alles auf Stack sichern
war mir zu mühsam.
Und wie ja gesagt: ich habe ja die Wahl ob ich einen Befehl in
FORTH oder Assembler codiere. Bei Interrupt ist Assembler naheliegend.

> Den AES Key
> Schedule hast du deswegen vermutlich gleich nur in Forth implementiert?

Der wird ja nur im Startup einmal aufgerufen, den zu optimieren bringt
nicht viel.

> Aber habe ich das schon richtig verstanden, dass jeweils
> Forth-Unterroutinen keinerlei feste Calling Convention haben, d.h. sich
> das jeweils von Funktion zu Funktion unterscheiden kann?

Die Übergabe erfolgt über den Stack. Das einzige was fix ist, ist die
minimale Wortbreite, in diesem FORTH 16 Bit.
Der Stack wird durch ein Index-Register, bei Motorola typisch X adressiert:

0,X High Byte Top of Stack
1 ,X Low Byte Top of Stack
2 ,X High Byte Second
3 ,X Low Byte Second

Das wäre der Nucleus-Befehl für 16 Bit Addition:

:CODE + \ ( N1 N2 --- N3 )
\ N1 + N2 = N3
3 ,X LDA,
1 ,X ADD,
3 ,X STA,
0,X LDA,
2 ,X ADC,
2 ,X STA,
INX, INX,
RTS,
CODE;

D.h. der 1. und der 2. Wert wurden addiert und in den
2. Werten gespeichert. Dann wurde der Zeiger hochgesetzt
so daß der zweite Wert der Top of Stack wird.
Benutzung sieht auf der Kommandozeile so aus:

---- ---- ---- | 3
---- ---- 0003 | 5
---- 0003 0005 | +
---- ---- 0008 |

32 Bit werden aus zwei 16 Bit Werten simuliert.
Der obere Stackwert ist das obere 16 Bit Datenwort.
Bei mir sind auch Portpins per Konvention zwei 16 Bit Zahlen:

PB 0 B1! \ Bit 0 an Port PB auf 1 setze
PB 0 B0! \ Bit 0 an Port PB auf 0 setzen
PB 0 B@ \ --- flag ) Bit 0 an Port PB lesen

Die 16 Bit müssen keine Zahl sein, sie können auch eine
Adresse sein. Da ja 65kByte MemoryMap.
Die 16 Bit können auch ein Byte sein, dann ist die obere
Hälfte eben 00.
Es gibt keinerlei typechecking durch den Compiler. Sonst
wäre interaktives Arbeiten auf der Kommandozeile kaum noch angenehem.

> D.h. also auch
> nicht statisch geprüft werden kann, ob die Funktion jeweils den Stack in
> einem ordentlichen Zustand hinterlässt? Ist das in der Praxis kein Problem?

Zu Laufzeit wird Stack nicht geprüft. Beim Entwickeln testet man auf der
Kommanozeile. Bei mir werden immer die drei obersten Wert angzeigt:

RESET
---- ---- ---- | 1
---- ---- 0001 | drop
---- ---- ---- | drop
0000 0000 0000 |

Ein Wert zu viel ist leicht zu sehen. Ein Wert zu wenig sieht wie
übervoller Stack aus. Dann ist Druck auf Resetknopf fällig und 3sec
später ist das System wieder da.
FORTH geht davon aus, daß ein System das maximal simpel und
transparent ist, auch funktionssicher programmierbar ist. Sorgfältig
testen muß der Programmierer aber auch in FORTH.

Dieses FORTH hat auch ein Handbuch. Das behandelt alle gängigen Details.
Im Abschnitt FORTH ist auf S.10 z.B. die Laufzeit der
NucleusBefehle gelistet. Und im Anhang ist erklärt wie
so ein FORTH intern funktioniert:
https://www.embeddedforth.de/GP32/GP32man.html

MfG JRD

Rafael Deliano

unread,
Aug 30, 2019, 1:02:43 PM8/30/19
to
>> Ein Interrupt ist in dem FORTH aber immer Assembler.

> Was ist dann am Kernel nicht interrupt fähig?

Mein FORTH ist JSR,-threaded, ich habe kein NEXT.
Ich hatte NEXT auf dem AIM65 anno 1980. Konkurrierte
dort mit interpretiertem Microsoft BASIC. Aber
Implementierungstechniken der 70er Jahre waren
auf 8 Bit CPUs Ende der 90er Jahren nicht mehr
praktikabel. Der trade off Speicherverbrauch vs.
Geschwindigkeit lag völlig falsch.
Der erste C-Compiler mit dem ich arbeitete war
Lattice anno 1989. Der war so schlecht daß antikes
FORTH konkurrenzfähig war. Aber C-Compiler
wurden besser, bei Forth ist überwiegend die Zeit
stehengeblieben.

> Irgendwo in der FG 4.Dimension im vorigen Jahrtausend hab ich das mal
> veröffentlicht,

Die VD sucht immer noch Artikel. Hat aber wohl auch
Mindestanforderungen was den Inhalt und seine
Darstellung angeht.

MfG JRD

Rupert Haselbeck

unread,
Aug 30, 2019, 6:50:10 PM8/30/19
to
Johannes Bauer schrieb:

Wo liegt eigentlich dein Problem?
Sauer, nur weil dir einer ziemlich weit über ist?
Peinlich sowas...
Kriech doch einfach wieder zurück unter deinen Stein!

MfG
Rupert
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