Juergen <
mac...@arcor.de> wrote/schrieb:
> Am 17.09.2013 22:06, schrieb ds_Dieter_Schultheis:
>
> An ein DSL-Modem kann ich meinen Läppi vie Ethernet-Kabel auch
> ohne Router anschliessen. Router mit WLAN macht das Kabel
> überflüssig, richtig? Via Router können auch mehrere Clients
> "durch" das Modem ins Internet, hier T-O.
Hmmmm...Jürgen...wie erzähle ich es Dir am Besten?
Die Verbindung zwischen einem Modem und einem Computer sieht
*mechanisch* ähnlich einer Verbindung Router zum Computer, aber
*technisch* spielt sich da was anderes ab. Ist halt erste Klasse
Netzwerkerei - das sollte Dein Profi Dir eigentlich erklären können.
Ein Versuch einere einfachn Erläutereung:
Ein Modem ist ein MOdulator/DEModulator, der die analogen oder ISDN
Signale in PPP übersetzt. Per Computer sprach man das Modem "in
PPP" an, stellte Zugangsdaten, Passwort, Geschwindigkeit, etc. ein.
Dann hatte man eine Idee, und baute einen kleinen Computer direkt
ans Modem. Dieses Gerät nennt sich jetzt Router. Zwischendurch
"erfand" man noch ADSL, das Modem nannte man witzigerweise immer
noch so, wobei bei digital (ADSL) und digital (Ethernet) eigentlich
nix mehr moduliert/demoduliert werden muß. Ist ja beides schon
digital vorhanden. Das Zugangsprotokoll wandelte sich zu PPPoE (also
PPP over Rthernet), das Protokoll, was in üblichen 10/100/1000 MBit
Netzwerken "gesprochen" wird. Nun hatte man ein schönes Kombigerät,
welces am einen Ende ADSL verlangte und am anderen Ende Ethernet
"sprach". Man füttert es einmalig mit Zugangsdaten, und am LAN
konnte man ganz viele Computer Per Switch anschließen. Später baute
man den Switch auch gleich in das Gerät ein.
Jetzt gab es da in den USA sowas tolles wie "Internet über ein
Breitbandkabel", haben die Idioten doch tatsächlich so ein
Antennenkabel von Haus zu Haus verlegt und schlüssen daran ein Modem
an, welches "DOCSIS" auf der einen Seite sprach und auf der anderen
Ethernet. Dort konnte (und durfte man) *nur* einen Computer
anschließen. dieser wurde 'registriert'. Für eine solche
Konstellation grauchte man kein "ADSL Modem" und man stellte nur den
kleinen Computer her, der sich, wie Du ja jetzt weißt, *Router*
heißt. Dieser hatte aber, anstatt einen "DSL-Port" einen "WAN-Port",
was soviel wie Wide Area Network heißt, weil das Antennenkabel
technisch nur ein weiteres Nettzwerk ist.
Gut, jetzt haben wir gelernt, daß es zwei Arten von Routern gibt,
die beide gleich heißen, aber unterschiedliche technische Geräte
sind. Ihnen gleich ist, daß Du sie mit den Zugangsdaten Deines
Internetzuganges "fütterst".
Jetzt gab es Leute, die waren mit der LAN-Verteilung innerhalb ihrer
Wohnung, Haus, Fabrik nicht zufrieden, denn ein "Netz" überall ist
ja nicht sicher, da jeder jeden Computer "sehen", anpingen,
ansprechen kann. Diese teilten das Netz in einzelne "Bereiche" auf,
so daß das Netz A nicht Netz B sehen kann, aber *jeder* trotzdem
Internet haben kann. Dieses Gerät nannten sie Router (z.B. AVM
Fritzbox 7050), denn es routete ja alle Daten von und zu dem
weltweiten Internet. Dabei brauchte der Router gar keine Zugangs-
daten, eine IP Adresse reichte, und hinter dem Gerät wurden eigene
IP-Adresse vergeben - damit war eine wirksamme Netztrennung gegeben.
So, erste Schulstunde vorbei, weiterführende Literatur ist im
Internet und auf Papier gedruckt zu erhalten. Den Regulars dieser NG
bitte ich um Nachsicht - aber nur so kann man den ungläubigen Jürgen
erläutern, daß seine Eierlegenden Wollmilchsau AVM Fritzbox schon
alles richtig macht.
Wenn Du heutzutage einen Router kaufst, dann deckt er in der Regel
diese drei vollkommen verschiedene Einsatzmöglichkeiten ab. Geräte,
die nur einen Teilbereich können, werden für unterschiedliche
Einsatzzwecke trotzdem noch verkauft, der Provider möchte ja auch
etwas verdienen.
Jede heutige AVM Fritzbox ist "softwaremäßig" so ein Multi-Router,
daß heißt, Du mußt vor Inbetriebnahme diese Gerät einstellen. Ist ja
nix kompliziertes, denn wenn Du Dir ein teures Multifunktionsauto
kaufst, stellst Du ja auch erst die Sitze ein, klappst die Rückbank
oder ein Sitz um, stellst die Lenkradhöhe ein, etc.
> Bei Wikipedia lese ich, dass das DSL-Modem "eigentlich" auch ein
> Router ist... also den Internetzugang (?) darstellt.
Jepp, reine ADSL-Modems gibt es bereits seit ca. einem Jahrzehnt
nicht mehr, inzwischen ist ein Router *mit* einem eingebauten Modem
billiger zu haben, als Modelle "ohne". Denn viele Provider (Deutsche
Telekomm mit Speedport, Arcor mit IAD, etc.) ordern nur noch solche
Geräte - und ganz wenige Firmen wie Siemens, Alcatel, Cisco, etc.
lassen noch selber für sich andere Geräte anfertigen.
> Laut Handbuch (S. 37) kann ich angeben, ob ich mit einem
> _externen_ _Modem_ arbeiten möchte. Ich schliesse daraus, dass
> damit das "eingebaute" ausser Funktion gesetzt wird.
Richtig. Das wird technisch so umgesetzt, daß Du nicht den mit
"DSL" markierten Anschluß benutzt, sondern den mit "LAN1". Bei
Deinem D-Link Router steht an der Stelle wahrheitsgemäß "WAN".
> Zitat:
>
>| 7.4 Internetzugang über LAN 1 einrichten: FRITZ!Box als Router
>| Sie können die FRITZ!Box über die Buchse LAN 1 an einem be-
> ^^^^^^^^^^^^ hab ich getan
>| reits vorhandenen Internetzugang nutzen. Die FRITZ!Box wird
> ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ ext. DSL-Modem gemeint?
> vorhandener Internetzugang...
>| dazu am Router / Netzwerk angeschlossen. Für diese An-
> Netzwerk...
>| schlussart kann die FRITZ!Box als eigenständiger Router oder
>| als IP-Klient im vorhandenen Netzwerk eingerichtet werden.
>|
>| FRITZ!Box als Router einrichten
> ^^^^^^^^^^
>| Sie können die FRITZ!Box so einrichten, dass sie als eigen-
>| ständiger Router arbeitet und ein Netzwerk mit einem eige-
>| nen Netzwerkadressbereich zur Verfügung stellt.
>
> Hab ich so verstanden:
> - wie "einfacher" Router an ext. DSL-Modem, WAN-IP von Telekom
> - FB macht im LAN (?) eigenen Netzwerk-Adressbereich auf, hier
> 192.168.0.x - hab ich das falsch verstanden?
Nein, daß hast Du nun absolut richtig verstanden. Weiterhin mußt Du
Deine Zugangsdaten angeben, damit Du ins Internet kommst! Das wird
dann am nächsten Punkt beio der Fritzbox abgefragt ;-)
Für die Fritzbox ist das nun benutzte feste Kabel (Ethernetkabel)
das o.g. "Netzwerk" - denn technisch "vernetzt" Du ja etwas, und
wenn es nur der Router ohne Modem mit einem funktionierendem Modem
(d.h. dies ist eingeschaltet, hat Strom, etc.) verbindest, welches
Ihrerseitz am Breitnbandkabel, ADSL-Anschluß. VDSL-Anschluß oder
Glasfaser-Anschluß hängt. Technisch interessiert das dem AVM
Fritzbox Router oder dem D-Link Router nicht.
>
>| 1. Schließen Sie die FRITZ!Box wie im Abschnitt Mit einem
>| Router / Netzwerk verbinden auf Seite 18 beschrieben
>| mit einem Netzwerkkabel am Router / Netzwerk an.
>| 2. Öffnen Sie die Benutzeroberfläche der FRITZ!Box.
>| 3. Wählen Sie das Menü „Internet / Zugangsdaten“.
>| 4. Wählen Sie in der Ausklappliste „Internetanbieter“
>| den Eintrag „Vorhandener Zugang über LAN“ aus.
>
> Ich konnte T-Online auswählen und auch die abgefragten
> Zugangsdaten eingeben, fand soweit auch alle notwendigen Eingaben
> wieder.
Das ist ja gut :-)
> Mein DSL-Modem gehört doch zum "vorhandenen Netzwerk von
> T-O", oder?
Jepp. Für einen Router gibt es ja nur zwei Seiten - eine vor dem
Gerät, eine nach dem Gerät - davor werden *jetzt* Zugangsdaten
hingeschickt (was das System selbst damit anfängt, ist dem Router
scheißegal) und dahinter wird das Netz 192.168.0/24 benutzt. Was Du
daran anschließt, z.B. den in der Fritzbox eingebauten Accesspoint
(Dein WLAN), einen weiteren Switch oder Computer, NAS, etc.
intresssiert dem Router absolut gar nicht. Erstmal wird "alles" mit
Internet beglückt.
>> Ein zusätzliches (externes) DSL Modem (z.B. von der Telekom) ist
>> daher nur bei LAN Routern nötig, die kein interrnes DSL Modem
>> besitzen.
> Bei dieser FB ist ein ext. Modem _nicht_nötig_, ok.
Das darf man einschränken - jede moderne Fritzbox, die Du direkt von
AVM im freien Handel kaufst, hat ein eingebautes Modem. Nur die
Bauart diese "Modems" kann variieren. So laufen manche nicht oder
nur am VDSL-Anschluß, am Glasfaseranschluß oder am Kabelanschluß,
etc.
> Dann hätte
> ich zwar das interne Modem mitbezahlt, wollte aber mein Modem
> weiter nutzen und die FB zunächst nur als "einfachen" Router
> verwenden, so wie _ich_ das Handbuch verstanden habe.
Exakt so hast Du es nun richtig verstanden...
>> Der Rat von Jörg (17.9. 00:52) macht daher viel Sinn und sollte
>> bei einem DSL Router von AVM auch beachtet werden.
> Ok, für _mich_ ist die FB halt ein Fehlkauf, vor allem weil ich
> zunächst Dual-Band mit Gastzugang und Multi-SSID irgendwie
> missverstanden hatte.
Nun ja, Du hast eine Eierlegende Wollmilchsau gekauft, das währe Dir
auch bei der D-Link Horstbox passiert. Kann halt alles, aber manches
nicht besonders ausgeprägt.
<
http://www.pcwelt.de/news/Test-Duell-Horstbox-gegen-Fritzbox-
95349.html>
Damit wire mal wieder zum Gruppenthema zurückkehren: *Ich* hätte ja
einfach einen alten Linksys/Cisco Accesspoint gekauft und am Switch
eingestöpselt. Die alten Geräte, die noch WEP können, funken ja
sowieso nicht schnell und können die schnellen Geräte so auch nicht
stören bzw. ausbremsen. Das hätte auch der "Netzwerk-Profi" von
Jürgen empfehlen können...
> Ich werde AVM noch fragen, ob sich die FB
> 3390 als "Einfach"-Router einsetzen und die eingebaute
> DSL-Modem-Funktion quasi "abschalten" lässt.
Äh - das passiert doch exakt in dem Moment, wo Du das eiungebaute
Modem *nicht* benutzt! Bitte störe die AVM Hotline nicht mit Fragen,
die durch das Handbuch schon geklärt sind und wo ich gedacht habe,
Du hast das jetzt alles richtig verstanden.
Wenn Du unbedingt einen einfachen Router ohne eingebautes Modem
kaufen willst: <
http://www.asus.com/de/Networking/RTAC66U>
MfG,
ae