Gestern hatte ich festgestellt, dass das Netzwerkkabel an Kartenseite
und Wanddosenseite verschmort ist. Auf der Kartenseite war beim Bewegen
sogar ein kleiner Lichtbogen und Rauchzeichen zu erkennen.
Habe Netzwerkkarte und Kabel getauscht. Gestern bis Feierabend
einwandfreier Betrieb über ca. 2 Stunden. Heute morgen Kabel erneut
verschmort (an beiden Steckern aufgequollen). Hat wahrscheinlich über
Nacht mit kleiner Leistung vor sich hin gebraten.
Wo kann der Fehler sein und wie kann ich ihn finden? Der übrige
Netzbetrieb läuft einwandfrei.
Michael Redmann
Ähm, ich würde sagen da hast du ein klassisches, wenn auch sehr
extremes Potential-Problem:
Netzwerk (durch andere ans Netzwerk angeschlossene Hardware) und PC
liegen auf unterschiedlichen Strom-Niveaus.
(Laienhaft ausgedrückt, bin halt kein E-Techniker)
Lösungsmöglichkeiten:
PC an denselben Strom wie Netzwerkhardware (Switche etc) anschließen.
Gilt übrigends für jeden PC, auch wenn es bei diesem hier wohl sehr
heftig ist :)
oder Glasfaser verwenden.
--
Marco Dieckhoff
icq# 22243433
GPG Key 0x1A6C95BA -- http://www.frankonia-brunonia.de/keys
Nun, zwischen den Massen liegen (hochohmig gemessen) nur ca. 6 V. Aber
es fliesst ein Ausgleichsstrom von über 1 A. Das scheint mir die
Fehlerursache zu sein.
Dieser Strom fliesst auch zwischen den beteiligten Massen, wenn der
Rechner nicht angeschlossen ist. Ein Fehler im Rechner selbst scheidet
deshalb aus. Da der Rechner über ein Jahr einwandfrei lief, muss
definitiv in der letzten Woche etwas kaputt gegangen sein (siehe unten).
> Netzwerk (durch andere ans Netzwerk angeschlossene Hardware) und PC
> liegen auf unterschiedlichen Strom-Niveaus.
> (Laienhaft ausgedrückt, bin halt kein E-Techniker)
>
> Lösungsmöglichkeiten:
> PC an denselben Strom wie Netzwerkhardware (Switche etc) anschließen.
> Gilt übrigends für jeden PC, auch wenn es bei diesem hier wohl sehr
> heftig ist :)
>
> oder Glasfaser verwenden.
Oder im Kasten der Unterverteilung nachsehen und feststellen, dass ein
Schutzleiter keinen sauberen Kontakt mehr hat. Dadurch war der
Potentialausgleich nicht mehr vorhanden bzw. nur über das Netzwerkkabel
gegeben. Alle Leckströme des betroffenen Gebäuseteils sind über mein
Kabel geflossen! Frechheit! ;-)
Grüsse
Michael
>
> Nun, zwischen den Massen liegen (hochohmig gemessen) nur ca. 6 V. Aber
> es fliesst ein Ausgleichsstrom von über 1 A. Das scheint mir die
> Fehlerursache zu sein.
"Nur" 6 Volt ist verdammt viel. Die DIN EN 50 173 läßt imho maximal 1
Volt zu.
>
> Dieser Strom fliesst auch zwischen den beteiligten Massen, wenn der
> Rechner nicht angeschlossen ist. Ein Fehler im Rechner selbst scheidet
> deshalb aus. Da der Rechner über ein Jahr einwandfrei lief, muss
> definitiv in der letzten Woche etwas kaputt gegangen sein (siehe unten).
Der Fehler liegt im Bereich des Elektronetzes.
In einem Null-Leiter mit relativ großem Querschnitt richtet der
fließende Strom keinen Schaden an. Anders könnte es aber an relativ
hochohmigen Kontaktstellen aussehen, P=I²*R. Und die Verbindung vom
Schirm zum Rechner ist relativ hochohmig.
>
> Oder im Kasten der Unterverteilung nachsehen und feststellen, dass ein
> Schutzleiter keinen sauberen Kontakt mehr hat. Dadurch war der
> Potentialausgleich nicht mehr vorhanden bzw. nur über das Netzwerkkabel
> gegeben. Alle Leckströme des betroffenen Gebäuseteils sind über mein
> Kabel geflossen! Frechheit! ;-)
Der Fehler lag im Bereich des Elektronetzes ;-)
Grüße
Ulrich
> Oder im Kasten der Unterverteilung nachsehen und feststellen, dass ein
> Schutzleiter keinen sauberen Kontakt mehr hat. Dadurch war der
> Potentialausgleich nicht mehr vorhanden bzw. nur über das Netzwerkkabel
> gegeben.
Das ist kein Potentialausgleich.
Lutz
> "Nur" 6 Volt ist verdammt viel. Die DIN EN 50 173 läßt imho maximal 1
> Volt zu.
Und schreibt einen Potentialausgleich vor.
>> Dieser Strom fliesst auch zwischen den beteiligten Massen, wenn der
>> Rechner nicht angeschlossen ist. Ein Fehler im Rechner selbst scheidet
>> deshalb aus. Da der Rechner über ein Jahr einwandfrei lief, muss
>> definitiv in der letzten Woche etwas kaputt gegangen sein (siehe unten).
>
> Der Fehler liegt im Bereich des Elektronetzes.
s.o. Potentialausgleich fehlt.
> In einem Null-Leiter mit relativ großem Querschnitt richtet der
> fließende Strom keinen Schaden an. Anders könnte es aber an relativ
> hochohmigen Kontaktstellen aussehen, P=I²*R. Und die Verbindung vom
> Schirm zum Rechner ist relativ hochohmig.
<kluscheiss an>
Es gibt keinen Nullleiter (s. Diskussionen in de.sci.ing.elektrotechnik)
<kluscheiss aus>
>> Oder im Kasten der Unterverteilung nachsehen und feststellen, dass ein
>> Schutzleiter keinen sauberen Kontakt mehr hat. Dadurch war der
>> Potentialausgleich nicht mehr vorhanden bzw. nur über das Netzwerkkabel
>> gegeben. Alle Leckströme des betroffenen Gebäuseteils sind über mein
>> Kabel geflossen! Frechheit! ;-)
> Der Fehler lag im Bereich des Elektronetzes ;-)
Da mag einer sein, der andere besteht aber noch.
Lutz
Welchen *anderen* meinst Du?
Für mich sieht die Unterverteilung optisch so aus (Stromlaufplan liegt
leider nicht vor): Ganz oben Nullleiterklemmen. Da liegen viele blaue
und einige grün-gelbe Kabel auf. Ganz rechts eine Schraubklemme größeren
Querschnitts mit einem ankommenden PE. Dieser hatte keinen sauberen
Kontakt. Ob ich Dir das alles in den richtigen Fachtermini beschreibe,
ist in *dieser* NG wohl egal. Dafür gibt's ja die d.s.i.e.
Michael
>Ganz rechts eine Schraubklemme größeren Querschnitts
>mit einem ankommenden PE.
Da kommt kein PE- sondern ein PEN-Leiter an, und das ist euer Problem.
Dies Art des Netzes, bei der PE und N auf einer Leitung liegen nennt
man TN-C-Netz (c=connected). Diese Netzform st zwar durchaus erlaubt,
aber in einer IT-Umgebung von Übel. Gefordert wird hier ein TN-S-Netz
(s=seperated) mit getrenntem PE- und N-Leiter. Dann gibt es keinen
Spannungsfall auf dem PE-Leiter und damit auch keine
Potentialausgleichströme.
Näheres steht z.B. in der DIN VDE 0800 Teil 174-2 (EN50174-2).
Gruß Willi
Danke für die Erklärung. Leider will niemand das Netz nachträglich
ändern. Bei Errichtung dieses Gebäudeteils waren da erstens keine PCs
und zweitens hatte niemand an diese Möglichkeit gedacht.
Grüsse
Michael
> leider nicht vor): Ganz oben Nullleiterklemmen. Da liegen viele blaue
> und einige grün-gelbe Kabel auf. Ganz rechts eine Schraubklemme größeren
Bist Du sicher das blau und grün/gelb auf einer Klemme Liegen?
Wie alt ist die Verkabelung?
Wer hat die Verkabelung erstellt?
Wie verhält sich die Anlage wenn Du den Netzstecker des Rechners um
einmal um 180 Grad in der Steckdose drehst?
Die Verkabelung hat ein ernstes Problem.
cu
hawe
--
With regards
Hans-Werner
URL:
http://home.t-online.de/home/Hans-Werner.Kneitinger/homepage.html
>Die Verkabelung hat ein ernstes Problem.
Nu mach mal die Pferde nicht scheu! Wenn der ankommende PEN-Leiter
(grün-gelb) einen Mindestquerschnitt von 10 hat und in der Verteilung
in PE-Leiter (grün-gelb) und Neutralleiter (blau) aufgeteilt wird,
dann ist das ein vorschriftsmäßiges TN-C-S-Netz, nur halt für eine
STP-Verkabelung nicht oder nur bedingt geeignet. Nimmt man eben UTP.
Gruß Willi
> Welchen *anderen* meinst Du?
Fehlender Postentialausgleich. Der Schirm deiner Installation muss in den
Hauptpotentialausgleich einbezogen werden.
> Für mich sieht die Unterverteilung optisch so aus (Stromlaufplan liegt
> leider nicht vor): Ganz oben Nullleiterklemmen. Da liegen viele blaue
> und einige grün-gelbe Kabel auf. Ganz rechts eine Schraubklemme größeren
> Querschnitts mit einem ankommenden PE. Dieser hatte keinen sauberen
> Kontakt.
Das hätte böse ins Auge gehen können. Die Auswirkungen waren dagegen noch
'harmlos'.
Lutz
> "Hans-Werner Kneitinger" <hans-werner...@gmx.net> wrote:
>> Die Verkabelung hat ein ernstes Problem.
> Nu mach mal die Pferde nicht scheu!
In Bezug auf Kontaktproblem PEN hat Hans-Werner recht.
Lutz
Und wie? Die Kabeldosen im Kanal sehen ja keinen Anschluss zum
Potentialausgleich vor. Nur im Anschlussbereich des Netzwerkkabels wird
die Kontaktfläche am Stecker kontaktiert.
>
> > Für mich sieht die Unterverteilung optisch so aus (Stromlaufplan
liegt
> > leider nicht vor): Ganz oben Nullleiterklemmen. Da liegen viele
blaue
> > und einige grün-gelbe Kabel auf. Ganz rechts eine Schraubklemme
größeren
> > Querschnitts mit einem ankommenden PE. Dieser hatte keinen sauberen
> > Kontakt.
>
> Das hätte böse ins Auge gehen können. Die Auswirkungen waren dagegen
noch
> 'harmlos'.
Ja, Glück gehabt. Zum Glück bin ich schnell darauf gekommen, dass es
kein Problem am/im Rechner ist. Die schadhafte Klemme in der Verteilung
war dann schnell gefunden. Die Kunststoffabdeckung im Kasten war auch
schon merklich warm und es roch nach "Strom".
Heute nachmittag werden alle Geräte, die daran hängen, abgeschaltet und
die betroffenen Leitungen/Schraubklemmen gesäubert/erneuert.
Danke an alle und ein schönes Wochenende!
Michael Redmann
Sicher, aber Michael schrieb "hatte keinen sauberen
Kontakt", das Problem war also erledigt. Mir hat übrigens unser
Betriebselektriker auch schon mal etliche Geräte gekillt, weil er
meinte, im laufenden Betrieb am Neutralleiter schrauben zu müssen. In
unserem vorschriftsmässigen TN-S-Netz lief der Sternpunkt dann in
ungeahnte Höhen. Vielleicht hat ja gerade das TN-C-Netz beim Michael
ein größeres Gerätesterben verhindert, denn über die Netzwerkschirmung
blieb der Sternpunkt doch ziemlich am Boden. Andererseits verdeckte
das natürlich den Fehler und war im wahrsten Sinne brandgefährlich.
Schönes Wochenende
Willi
Das ist ein beliebter Fehler. Hatte mal ein Bekannter von mir: ein loser
Neutralleiter und dann eine Kochplatte einschalten. Der Sternpunkt geht
gegen 400 V und kleine einphasige Verbraucher sehen auch ungeahnte
Spannungen. Modem, Küchenradio, etc. waren hin.
> ein größeres Gerätesterben verhindert, denn über die Netzwerkschirmung
> blieb der Sternpunkt doch ziemlich am Boden. Andererseits verdeckte
> das natürlich den Fehler und war im wahrsten Sinne brandgefährlich.
Wie wahr!
>
> Schönes Wochenende
dito
Michael