Am 26.04.21 um 09:36 schrieb Arno:
> Ich habe ein NAS (Synology) mit 2 mal Gigabit-Ethernet, mein Rechner hat
Und, hast du mal geschaut welche Betriebsarten dein NAS für die Beiden
Ports vorsieht? Das dürften etwa drei sein.
1. Jeder Port einzeln, mit eigener Adressse - an separatem LAN
2. Failover. Der 2. läuft nur wenn der 1. nicht mehr geht.
3. LAG mit verschiedenen Techniken zur Lastverteilung, oder Failover.
> aber nur einen Port. Nun gibt es so nette Router, die 2 Links (Kabel)
> zusammenfassen. Soweit auch noch verständlich.
Du meinst Switches (wie später klar wird). Ein Router mit 2 Links könnte
durchaus einer sein mit zwei WAN Ports. Was nun wieder was anderes ist.
> Wenn ich nun meinem Rechner eine 2. Netzwerkkarte spendiere und 2
> Ethernetkabel zwischen beiden Geräten nutze, dann sollte - soweit ich
> verstanden habe - der Rechner mit (theroretisch) 2*1GB/s auf das NAS
Das klappt aber nur wenn beide gleichzeitig mehrere Streams senden und
empfangen können und zusätzlich auch noch schnell genug lesen und
schreiben können.
Deinen Disk-IO kannst du selbst messen. Tools gibt es dafür genug.
Den Netzwerk-durchsatz kannst du näherungsweise mit einem großen
Up/Download ermitteln oder mit tools wie iperf zwischen den beteiligten
Hosts.
Aber: LAG ist m.E. eigentlich nicht für die Kapazitätserweiterung von
EINEM Link zwischen nur ZWEI Hosts gedacht.
> Was mir aber nun unverständlich ist: Meine Fritzbox soll ja auch noch
> mitspielen, was machen die Geräte aber wenn die Daten vom/zum NAS mit
> (theoretisch) max. Geschindigkeit fließen? Geht das? Wird die
> Geschwindigkeit irgendwie aufgeteilt?
Da hast du's. Bei obigem hättest du nur dein NAS und deinen PC verbunden
und mit viel Glück mehr durchsatz. Wenn du gleichzeitig noch anderes
erreichen willst brauchst du eine zusätzliche NIC in beiden oder einen
Switch mit mind. 5 Ports der mind. 2 Linkgruppen bilden kann - und
diesen Durchsatz auch liefern kann. Port #5 wäre dann dein uplink zum
rest des LAN. ;-)
Wenn du mehrere Geräte hast die zeitgleich auf dein NAS zugreifen dann
macht es mehr sinn die beiden Ports von dort auf einen Switch zu legen
und dort ein LAG mit Load-balancing ein zu richten. Dann verteilen sich
die Zugriffe auf dein NAS auf zwei Ports (statt einem) und jeder hat
mehr Tempo davon. Denn wenn dein PC eine große Datei an dein NAS sendet
und das mit 1Gbit/s dann ist immer noch ein 2. Port mit 1 Gbit/s frei
für alle anderen. Darüber könnte dann ein 2. PC auch wieder mit voller
Leistung etwas senden. Und wenn dein NAS beim Schreiben dafür schnell
genug wäre (was zu bezweifeln ist) dann würde das die nötige Zeit
halbieren.
> Und eine Schätz-Frage: So ein Managed Switch kostet um 60€. Ein anderes
> Gerät mit 2 fach SFP+ -Slot kostet 105 €. Lohnt sich das Gerät mit SFP+
Da bist du Preislich billig unterwegs, obwohl es WebSmart Switches gibt
die das noch unterbieten. Die kenne ich aber nicht mit SFP
> zu nehmen, da Glasfaser bereits im Keller liegt (6 Familen-Haus - Vom
> Keller-Medienkonverter habe ich ein Ethernetkabel in die Wohnung)?
Und wo sitzt deine Fritzbox als Internet-Router? Am Ende dieser
Medienkonverter-Strecke, in der Wohnung?
Du willst die Internet-Glasfaser nicht auf einem Switch aufliegen haben
ohne einen eigenen Router dazwischen das kannst du glauben.
Damit brauchst du; zumindest dafür; keinen Switch mit SFP oder SFP+. Und
diese Fasern müssten dann ja auch bis in die Wohnung verlegt werden.
Sonst bringt dir das auch keinen Vorteil.
> Eigentlich bin ich mit meinem 100MB-Anschluß von der Geschwindigkeit
> ausreichend versorgt.
Das du dies hier erwähnst lässt vermuten dein Medienkonverter ist ein
Fastethernet Modell. Die sind billiger als die GbE Pendants. War das der
Grund für die Frage/Idee?
IST deine Glasfaser-Verbindung denn per Se schon schneller (vom Provider
so geschaltet) als dein 100Mbit Link erlaubt? Denn NUR in dem Fall
hättest du überhaupt einen Vorteil von einer Glasfaser in die Wohnung.
Falls es um einen Glasfaser-Anschluß von irgend einem Internet-anbieter
geht: Ich denke nicht das du den direkt auf einen SFP Slot legen
könntest. Denn auf der Faser wird warscheinlich kein Ethernet
gesprochen. Evtl. ist sie sogar speziell belegt (eine Faser, 2
Wellenlängen = TX/RX) oder anderes das sie inkompatibel mit einem Switch
machte.
> Und nun die Königsfrage - dazu mehr Infos:
> NAS, Fritzbox und einige weitere "Netznutzer" (Internetradio, Raspberry
> Pi) würden mit einer Kiste vom Typ "Switch mit Link-Aggregation"
> verbunden (8 Ports, z.B. Zyxel GS1900-8).
>
> Der Rechner steht aber ein Zimmer weiter, und da hängen auch weitere
> Geräte am bisherigem "einfachen" Switch dran (Drucker, weitere Rechner,
> Hausauto./SmartHome).
>
> Zwischen beiden Zimmern liegen schon 2 Ethernetkabel.
>
> Um die Link-Aggregation zu nutzen: Brauche ich ein 3. Ethernetkabel um
> die sonstigen Geräte zu versorgen ODER geht es auch, wenn ich eines der
> beiden Kabel, die vom Link-Aggr.-fähigem Gerät kommen, nicht direkt in
> den PC stecke, sondern im Arbeitszimmer noch über den normalen Switch
> lege?
Ein LAG braucht immer gleiche Partner. Diese "Bündelung" kannst du nicht
einsetig auftrennen auf Gerät A und Gerät B. Das funktioniert nicht.
Du kannst aber im Zimmer und an anderer Stelle (andere Nutzer) je einen
Switch hin stellen der LAG kann, legst die beiden parallelen Kabel
zwischen diesen Beiden Geräten an und hast deren Verbindung auf
theoretische 2 Gbit/sek angehoben. Das wäre dann eine reine Switch zu
Switch verbindung. Davon hätten m.E. die meisten Geräte etwas - an
beiden Enden. Wenn du dein NAS an einem der beiden Switches ebenfalls
mit einem 2. LAG doppelt anschließt dann können alle Geräte auch das NAS
schneller erreichen. Und deinen PC kannst du; wenn du unbedingt willst;
dann auch am anderen Switch mit einem 2. LAG doppelt anbinden. Ich
glaube aber kaum das du damit bei normalen Up/Downloads von Dateien viel
mehr Durchsatz erwarten kannst.
Vielleicht um das klar zu machen. Ein LAG ist per se kein Doppelt
schneller anschluß. Es ist eher einer für doppelt so viele gleichzeitige
Datenverbindungen. Wenn dein PC nur einen Datenstrom senden kann dann
wird da genau nix schneller sein. Darum haben "richtige" Server auch
mindestens 2, heute sogar vier GbE Ports. Weil am Server die meisten
Anfragen ankommen und ein Server der 4 Ports hat kann vier mal so viele
Anfragen annehmen. Ob er sie dann zeitgleich mit maximalem Durchsatz
bedienen kann ist eine Frage seiner Auslegung in SW und HW.
Wie nebenan schon gesagt: Wenn du nur mehr durchsatz zwischen A und B
haben willst dann gibt es Netzwerkkarten jenseits der 1 Gigabit. Mit
denen brauchst du keine Konfiguriererei mit LAGs. Du hast einfach einen
Schnelleren Link und hoffentlich Datenträger und HW die ihn auch
sättigen kann.
Bei Windows muß man außerdem oft genug auch noch spezielle Treiber vom
Hersteller holen. Z.B. Intel ProSet für e100 oder e1000 um diese
Features wie Teaming, Bond, LAG oder VLANs überhaupt nutzen zu können.
Raspi, Internet-radios oder Fritzboxen werden das von Haus aus sowieso
nicht können und nicht mal optional bieten (ausnahme raspi, mit ext.
Adapter und alles von Hand. Aber sinnbefreit!). Also auch da kein
Vorteil im Gerät, nur ein Vorteil wenn mehr als ein Gerät zugleich daten
haben will.
Deine beiden LAN Kabel zwischen den Räumen scheinen mir jedenfalls am
besten und effektivsten Genutzt wenn du die mit geeigneten Switches
Parallel Schaltest - in einer Link-Aggregation Group die nur zwischen
den beiden Geräten deren Link vergrößert. Denn die Switches bündeln ja
eh schon den Traffic aller angeschlossenen Geräte. Und dem LAG ist es
egal von wo der Traffic kommt, wohin er geht und m.W. auch ob es ein
VLAN ist oder nativ.
Glasfaser-Ports machen sinn wenn die Räume an unterschiedlichen
Stromkreisen oder gar Zählern hingen (wg. der eingebauten
Isolierung/Potentialfreiheit)
In dem Fall bräuchtest du aber zwei Glasfaser-Paare zwischen den Räumen
wo du jetzt zwei Ethernet-Kabel hast (wie du sagst).
Ich hab hier übrigens Web Smart Switches von TP-Link. Einen 5 Port und
einen 8 Port. Beide können VLAN und mindestens 2 Linkgruppen/LAGs. Der
billigste kostet keine 30 Euro. Aber Monitoring, CLI, WebUI iss nich.
Die werden von einem Java-Tool am PC konfiguriert das für Windows gebaut
ist. Es läuft aber auch mit Wine unter Linux (mit spezieller
iptables-regel). Wie das bei MacOS aussieht weiß ich nicht.
Kay
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