Hallo,
On 30.05.2012 10:48, Detlef Wirsing wrote:
>> Mit/ohne Wake-on-was-weiß-ich macht jedenfalls einen Faktor zwei und
>> mehr für den Verbrauch im nominell ausgeschalteten Zustand aus.
> [...]
>
> Wenn ein moderner PC wirklich aus sein soll, muß man von Hand den
> Strom abschalten, sei es über den Schalter am Netzteil oder eine
> schaltbare Steckerleiste. Einfach "herunterfahren" oder am Fronttaster
> ausmachen reicht nicht mehr, wie du weißt.
ja, habe auch diese Lösung.
> Der Stromverbrauch meines PCs, wenn ich ihn nicht benutze, sieht
> folgendermaßen aus:
> heruntergefahren: 5,2 W
> Ruhezustand: 7,9 W
Dieser Unterschied ist mehr als nur seltsam, da Ruhezustand und
Herunterfahren aus Sicht der Hardware exakt das gleiche ist. Der einzige
Unterschied ist, dass auf der Festplatte vermerkt wird, dass beim
nächsten Start nicht normal gebootet, sondern ein in eine Datei
gesicherter Zustand wiederhergestellt werden soll. Hardwareunterstützung
wird dafür nicht gebraucht. (Treiberunterstützung aber dringend. Das
wird gerne mal verwechselt.)
Aus diesem Grund ist auch ausnahmslos /jeder/ PC für den Ruhezustand
geeignet. Ich habe es selbst schon mit einem 486er BJ '92 gemacht.
Kurzum, die 8W im Ruhezustand sind im Verhältnis zu heruntergefahren zu
hoch. Es ist bewiesen, dass es diese Hardware besser kann.
> Standbymodus: 8,3 W
Das wiederum ist ein ganz guter Wert.
> Das macht 9 Euro pro Jahr, wenn er heruntergefahren wird, und 5 Euro
> mehr in den beiden anderen Zuständen. Ich bin zwar nicht gut bei
> Kasse, aber ehrlich gesagt habe ich wichtigere Probleme.
Meist bleibt es nicht dabei, weil sich weitere Peripheriegeräte
ebenfalls in diesen Größenordnungen bedienen. Da kommt nochmal ein
Monitor mit 3W dazu und vielleicht ein Drucker mit 5W und ein Satz
aktiver Brüllwürfel mit 1W. In Summe landet man oft beim doppelten und mehr.
Ich habe durch geeignete Maßnahmen an allerlei Stand-By Verbrauchern,
den Stromverbrauch im Haushalt merklich senken können (>150€/J). Dabei
war nur in einem einzigen Fall eine direkte Investition erforderlich.
Das Netzteil des 24/7 Servers habe ich durch ein 200W 80+ ersetzt.
Kostenpunkt gut 40€, Einsparung ca. 14W => 1,5 Jahre ROI.
In allen anderen Fällen konnte ich mit anderen Maßnahmen ans Ziel
kommen. Darunter bei Neuanschaffungen und bei der Konfiguration auf
Stand-By-Verbrauch achten, Geräte mit Abhängigkeiten automatisch
komplett vom Strom trennen und hier und da auch mit einer geschalteten
Steckdosenleiste.
Wenn ich z.B. einen DVB-S Receiver mit <0,5W Stand-By habe, kann ich mit
dem Steuersignal, was selbiger im Betrieb ausgibt (über SCART oder von
mir aus auch HDMI), ein Triac schalten, was den TV mit Strom versorgt
(aus altem Schrott selber gebastelt). Das funktioniert auch dann, wenn
der Receiver im ausgeschalteten Zustand ein Signal eines anderen
Zuspielers (DVD) durchschleift. Gibt für Stand-By für TV von 0,0W, ohne
Komfortverlust.
Die SAT-Anlage arbeitet mit einem 8xMultischalter, der vom ersten
eingeschalteten Receiver mit versorgt wird, also ohne Netzteil und damit
ohne Stand-By Verbrauch.
Der Receiver der Stereoanlage in einem Zimmer (Yamaha RX396) hat selbst
0,5W Stand-By und hat eine geschaltete Steckdosenleiste schon eingebaut.
Da hängen CD, DVD, SAT-Receiver, aktiver Subwoofer und sogar der TV mit
dran. Da wiederum tut es auch ein alter SAT-Receiver, der 10W Stand-By
braucht.
Die Sammlung der Radiowecker habe ich kurz vermessen, und genau jene
raus gepickt, die /keine/ 6W dauerhaft brauchen.
Bei einer anderen Stereoanlage mit 20W Stand-By (Onkyo) und bei
Desktop-PCs musste eine Steckdosenleiste ran.
Einen Zeitschalter für ein Licht im Kinderzimmer habe ich so
angeschlossen, dass er sich selbst mit vom Strom trennt. Der Schalter
zum Einschalten überbrückt dann das Ganze und versorgt es wieder.
> Mein alter 19" Eizo CRT-Monitor z.B. frißt mit durchschnittlich 90 W
> mehr als mein PC, der im normalen Betrieb mit ca. 80 W auskommt. Soll
> heißen, daß man an anderer Stelle bessere Einsparmöglichkeiten hat,
> statt 0,4 W zwischen Standby und Ruhezustand, oder selbst 3 W zwischen
> Standby und heruntergefahren.
Kommt darauf an. Wenn Du einen LCD haben willst, der in einer ähnlichen
Bildqualität spielt, braucht der auch 50W. Und die meisten privat
genutzten PCs sind 90% der Zeit aus und vielleicht 10% der Zeit an. Wenn
du dann 5W im Stand-By sparst hast Du effektiv 4,5W im Mittel raus. Bei
30W im Betrieb gespart sind es aber nur 3W im Mittel.
Die Gretchenfrage ist immer, wie lange ist der PC an. Beim meinem Server
habe ich auch darauf geachtet. Der liegt bei 36W. Viel mehr war mit
vertretbarem Aufwand nicht zu holen.
Bei meinem PC wäre eigentlich auch noch etwas zu holen. Das Altgerät
braucht mit fast 100W ziemlich viel und ist auch nicht eben schnell
(AthlonXP, G550). Daran hängt ein 21" CRT mit 1920*1440 der nochmal ca.
110W schluckt. Und genau das ist das Problem. Wenn ich in der Klasse von
Bildqualität bleiben möchte, wird es richtig teuer. LCDs in mindestens
der Auflösung gibt es nicht in bezahlbar, und wenn dann sind es 30"
Trümmer, die bald genauso viel Strom brauchen, nicht auf den Tisch
passen und ein pixeliges Bild haben. Neue PCs wiederum können den alten
CRT nicht so ansteuern, dass das Bild noch scharf ist.
Aufgrund der hohen Investitionen ist an einen ROI durch
Energieeinsparung nicht zu denken.
> Auf der Suche nach einem Programm, mit dem sich die verschiedenen
> Energiesparmodi leichter einstellen lassen, bin ich auf das "MCE
> Standby Tool" (
http://slicksolutions.eu/mst.shtml) gestoßen. Ich
> möchte meinen Mediaplayer im Schlafzimmer mit dem PC im Wohnzimmer
> vernetzen. Dabei soll der PC wie bisher in den Ruhezustand gehen, wenn
> er nichts mehr zu tun hat, aber anbleiben, solange Netzwerkzugriffe
> stattfinden. Schön wäre auch, wenn ich ihn mit dem Mediaplayer über
> WLAN aufwecken könnte.
Wake-On-WLAN gibt es nicht. Das liegt schlicht daran, dass es derzeit
keine WLAN-Implementierung für PCs gibt, die ohne die CPU auskommt.
Es spricht aber nichts dagegen, ein WOL-Magic-Packet erst über WLAN zu
schicken und dann auf den letzten Metern über ein normales LAN-Kabel zu
dem Gerät zu führen, das es wecken soll.
> Mal sehen, ob das klappt. Sollte jemand bereits
> einschlägige Erfahrung haben, würde ich mich über einen Kontakt
> freuen. Meine E-Mail-Adresse ist real.
Nein, bisher habe ich mich darum erfolgreich gedrückt. Ich habe
stattdessen versucht so viele wie möglich Funktionen auf dem einen,
durchlaufenden Server zusammenzufassen. Also File-Server, Media-Server,
VM-Server für komplette Remote nutzbare, virtuelle Office-PCs, DVB-S
Recorder. Da ich nicht alleine im Haushalt bin, wären die Zeiten, sind
denen die Dienste tatsächlich /alle/ nicht gebraucht werden zu wenig, um
ihn ständig in den Schlaf zu schicken. Und sobald ich es auf mehr Geräte
verteile, damit einige davon aus bleiben können, frisst der zusätzliche
Verbrauch der zusätzlichen Gerätschaften den Vorteil leicht wieder auf.
Irgendwann bringe ich dem Server nochmal bei, in den Ruhezustand zu
gehen, wenn nachts nichts los ist, aus dem man ihn per WOL dann wieder
aufwecken kann. Damit sollten sich nochmal ca. 30% Zeit holen lassen, wo
er wirklich aus ist. Bei geschätzt 25W Einsparung in dieser Zeit wären
nochmal gut 15-20€/Jahr zu holen.
Aber so weit bin ich noch nicht. Wegen den VMs ist das auch gar nicht so
trivial, denn ich muss zuerst alle VMs Einfrieren und speichern, damit
ich den Server herunterfahren kann. Wenn ich da bin, habe ich natürlich
auch die Erwartungshaltung, dass das Aufwecken vom Notebook aus per WLAN
geht.
Marcel