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Raspberry Pi mit Raspbian hängt regelmäßig

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Sebastian Suchanek

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Jun 11, 2017, 11:57:32 AM6/11/17
to
Hallo NGs!

Vorweg: Da ich nicht weiß, ob das Folgende ein Hard- oder ein
Software-Problem ist, erstmal XP dchm & dcoulm, f'up2 bitte beim
Antworten passend setzen.

Nun zum eigentlichen Problem: Vor kurzem habe ich mir einen Raspberry Pi
3 als Mini-Server auf Raspbian aufgesetzt. Dabei habe ich es so
eingerichtet, dass der Pi sich von microSD-Karte nur den Bootloader holt
und das System ansonsten von einer SSD läuft, die an einem USB-Port
hängt[1]. Netzmäßig ist der Pi via Ethernet angeschlossen. Das
WLAN-Modul ist zwar hardwaremäßig noch aktiv, aber softwaremäßig in
keiner Weise konfiguriert.

Viel hat das Kistchen nicht zu tun: OpenVPN-Client, Bind-Server, alle
10min via USB eine Wetterstation auslesen und die Daten in eine
MySQL-Datenbank schreiben und sich bei all dem mittels Cacti selbst
überwachen. Grundsätzlich funktioniert das auch, allerdings zeigt sich
ein Problem: alle paar Minuten hängt das System für ein paar Sekunden,
d.h. z.B. die Shell in einer SSH-Sitzung reagiert überhaupt nicht mehr.
Während das bei einer SSH-Sitzung nur lästig ist (brauche ich nur eher
selten), wird das beim o.g. Bind indiskutabel, weil dann z.B. auch
jegliche Netznutzung von meinem Laptop aus hängt (weil der auf eine
DNS-Auskunft vom Bind wartet). :-(

"top" zeigt auf dem Raspberry Pi keine Auffälligkeiten, iotop zeigt
jedoch immer wieder Prozesse, die kurz in der Liste auftauchen und einen
IO-Prozentwert von 99,99% haben, aber gleichzeitig 0 B/s Lese- und
Schreibleistung. Das sind jedes Mal Threads mit dem Namen "kworker",
manchmal auch "jbd2/sda". (Jeweils noch mit wechselnden nachgestellten
Ziffern im Namen.)
iostat zeigt folgende Ausgabe:

| Linux 4.9.28-v7+ (raspberrypi) 11/06/17 _armv7l_ (4 CPU)
|
| avg-cpu: %user %nice %system %iowait %steal %idle
| 0.41 0.00 0.20 12.08 0.00 87.31
|
| Device: tps kB_read/s kB_wrtn/s kB_read kB_wrtn
| mmcblk0 0.00 0.00 0.00 3350 1
| sda 6.11 0.36 70.96 431077 84807696

Irgendetwas scheint also beim Zugriff auf die SSD zu haken.

Mir ist schon klar, dass ein Pi nur einen einzigen USB-2.0-Controller
hat, an dem AFAIK sogar noch der Ethernet-Controller hängt. Aber
*derart* hakelig kann das doch eigentlich nicht sein.
Zumal der unter [1] erwähnte frühere Pi 1B dieses Verhalten nicht
gezeigt hat, jedenfalls nicht für mich spürbar.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wo könnte das Problem genau liegen und wie kann
ich es abstellen? Beziehungsweise: Wie kann ich das Problem zumindest
weiter eingrenzen?



Tschüs,

Sebastian

_____
[1] Der Grund dafür ist, dass den gleichen Job zuvor ein Pi 1B erledigt
hat, bei dem aber die SD-Karte den Schreibzugriffen nicht gewachsen
war und daher ca. alle 6-12 Monate aufgab.

Sven Hartge

unread,
Jun 11, 2017, 12:01:57 PM6/11/17
to
Sebastian Suchanek <sebastian...@gmx.de> wrote:

> Irgendetwas scheint also beim Zugriff auf die SSD zu haken.

Wie bekommt die SSD Strom? Über den RasPi oder über ein eigenes
Netzteil? Die SSD sollte entweder ein eigenes Netzteil haben oder über
einen USB-Hub mit eigenem Netzteil mit Strom versorgt werden.

> Mir ist schon klar, dass ein Pi nur einen einzigen USB-2.0-Controller
> hat, an dem AFAIK sogar noch der Ethernet-Controller hängt. Aber
> *derart* hakelig kann das doch eigentlich nicht sein. Zumal der unter
> [1] erwähnte frühere Pi 1B dieses Verhalten nicht gezeigt hat,
> jedenfalls nicht für mich spürbar.

Nutzt du für den RasPi3 das gleiche Netzteil wie für den früheren
RasPi1? Wenn ja, dann kann hier auch das Problem liegen. Der RasPi3
verbraucht ein wenig mehr Watt und viele alte Netzteile können dies
nicht immer liefern. Meistens reicht die Energie _gerade so_ für den
normalen Betrieb, sobald aber z.B. der interne USB-Hub mehr leisten
muss, wird es eng und komische Dinge passieren.



--
Sigmentation fault. Core dumped.

Joerg Walther

unread,
Jun 11, 2017, 12:06:10 PM6/11/17
to
Sebastian Suchanek wrote:

>Nun zum eigentlichen Problem: Vor kurzem habe ich mir einen Raspberry Pi
>3 als Mini-Server auf Raspbian aufgesetzt. Dabei habe ich es so
>eingerichtet, dass der Pi sich von microSD-Karte nur den Bootloader holt
>und das System ansonsten von einer SSD läuft, die an einem USB-Port
>hängt.

Hast du mal ausprobiert, die Stromversorgung der SSD nicht über den Pi,
sondern über ein externes Netzteil laufen zu lassen? Deine Beschreibung
hört sich so an, als ob die SSD im Ruhebetrieb gerade noch genug Strom
vom Pi geliefert bekommt und dann bei Schreibvorgängen die Grätsche
macht. Raspbian läuft hier extrem stabil auf einem Pi 1, uptime ~knappes
Jahr...

- j -

--
Mail address is valid for a limited time only.

And now for something completely different...

Sebastian Suchanek

unread,
Jun 11, 2017, 12:22:33 PM6/11/17
to
Am 11.06.2017 um 18:01 schrieb Sven Hartge:
> Sebastian Suchanek <sebastian...@gmx.de> wrote:
>
>> Irgendetwas scheint also beim Zugriff auf die SSD zu haken.
>
> Wie bekommt die SSD Strom? Über den RasPi oder über ein eigenes
> Netzteil?

Über den RasPi.

> Die SSD sollte entweder ein eigenes Netzteil haben oder über
> einen USB-Hub mit eigenem Netzteil mit Strom versorgt werden.

Hmm, dann werde ich wohl doch ein Konstrukt wie in
<oeqihh$ev7$1...@gwaiyur.mb-net.net> ff. diskutiert basteln müssen...

>> Mir ist schon klar, dass ein Pi nur einen einzigen USB-2.0-Controller
>> hat, an dem AFAIK sogar noch der Ethernet-Controller hängt. Aber
>> *derart* hakelig kann das doch eigentlich nicht sein. Zumal der unter
>> [1] erwähnte frühere Pi 1B dieses Verhalten nicht gezeigt hat,
>> jedenfalls nicht für mich spürbar.
>
> Nutzt du für den RasPi3 das gleiche Netzteil wie für den früheren
> RasPi1?
> [...]

Nein, ich habe mir dafür ein neues Netzteil gekauft:

https://www.alternate.de/html/product/G0000111

2,5A sollten ja /eigentlich/ reichen für RasPi3 plus SSD...


Tschüs,

Sebastian

Sven Hartge

unread,
Jun 11, 2017, 12:33:19 PM6/11/17
to
"sollten" "eigentlich" "theoretisch", die Worte der Dreifaltigkeit in
der Informatik ;)

Wenn du hast, schalte einmal einen USB-Hub mit Spannungsversorgung
dazwischen und schau, was passiert. Das wäre mein erster Ansatzpunkt.

Sebastian Suchanek

unread,
Jun 11, 2017, 1:47:33 PM6/11/17
to
Am 11.06.2017 um 18:33 schrieb Sven Hartge:
> Sebastian Suchanek <sebastian...@gmx.de> wrote:
>
>> [...]
>> https://www.alternate.de/html/product/G0000111
>>
>> 2,5A sollten ja /eigentlich/ reichen für RasPi3 plus SSD...
>
> "sollten" "eigentlich" "theoretisch", die Worte der Dreifaltigkeit in
> der Informatik ;)
>
> Wenn du hast, schalte einmal einen USB-Hub mit Spannungsversorgung
> dazwischen und schau, was passiert. Das wäre mein erster Ansatzpunkt.

Leider habe ich keinen Hub griffbereit - aber ich hab' mir gerade einen
bestellt.
Ich berichte weiter, wenn der Hub eingetroffen ist...


Tschüs,

Sebastian

PS: f'up2 dchm

Gernot Fink

unread,
Jun 11, 2017, 3:08:02 PM6/11/17
to
In article <ohjp4s$lku$1...@msgid.suchanek.de>,
Sebastian Suchanek <sebastian...@gmx.de> writes:
>
> Nun zum eigentlichen Problem: Vor kurzem habe ich mir einen Raspberry Pi
> 3 als Mini-Server auf Raspbian aufgesetzt. Dabei habe ich es so
> eingerichtet, dass der Pi sich von microSD-Karte nur den Bootloader holt
> und das System ansonsten von einer SSD läuft, die an einem USB-Port

Ich denk dass USB mit den vielen kleinen Zugriffen überfordert ist.
Mounte die SSD mal mit noatime um die Schreibzugriffe nach dem
Lesen zu verhindern.

Lies SMART aus der SSD um zu sehen ob du ein Versorgungsproblem hast.

Dein Problem würde ich mit dem kleinsten Bananpi (mit SATA) lösen oder
das system aud fer MMC lassen..

Gernot




Ralph Aichinger

unread,
Jun 11, 2017, 3:27:26 PM6/11/17
to
In de.comp.os.unix.linux.misc Gernot Fink <g.f...@gmx.net> wrote:
> Ich denk dass USB mit den vielen kleinen Zugriffen überfordert ist.
> Mounte die SSD mal mit noatime um die Schreibzugriffe nach dem
> Lesen zu verhindern.

Noatime ist sicher eine gute Idee, aber prinzipiell ist ein Raspi
mit USB-HD schon OK als Server. Dieses Posting hier geht auch über
einen raus, der schon jahrelang ohne Probleme stabil ist (SMTP,
IMAP, NNTP, NTP, Paketfilter, NAT, ...).

/ralph

Gernot Fink

unread,
Jun 11, 2017, 3:48:03 PM6/11/17
to
In article <ohk5it$7sg$1...@pi.h5.or.at>,
Ralph Aichinger <r...@pi.h5.or.at> writes:
> mit USB-HD schon OK als Server. Dieses Posting hier geht auch über
> einen raus, der schon jahrelang ohne Probleme stabil ist (SMTP,
> IMAP, NNTP, NTP, Paketfilter, NAT, ...).

Ich trau MySQL und cacti viele kleine zugriffe zu und denk nicht dass es
am Durchsatz liegt.

Gernot

Sebastian Suchanek

unread,
Jun 11, 2017, 4:37:33 PM6/11/17
to
Am 11.06.2017 um 21:27 schrieb Ralph Aichinger:
> In de.comp.os.unix.linux.misc Gernot Fink <g.f...@gmx.net> wrote:
>> Ich denk dass USB mit den vielen kleinen Zugriffen überfordert ist.
>> Mounte die SSD mal mit noatime um die Schreibzugriffe nach dem
>> Lesen zu verhindern.
>
> Noatime ist sicher eine gute Idee,
> [...]

noatime ist bereits gesetzt.


Tschüs,

Sebastian

Marcel Mueller

unread,
Jun 11, 2017, 5:09:54 PM6/11/17
to
On 11.06.17 17.55, Sebastian Suchanek wrote:
> Vorweg: Da ich nicht weiß, ob das Folgende ein Hard- oder ein
> Software-Problem ist, erstmal XP dchm & dcoulm, f'up2 bitte beim
> Antworten passend setzen.

Tippe auf Hardware.

> Viel hat das Kistchen nicht zu tun: OpenVPN-Client, Bind-Server, alle
> 10min via USB eine Wetterstation auslesen und die Daten in eine
> MySQL-Datenbank schreiben und sich bei all dem mittels Cacti selbst
> überwachen. Grundsätzlich funktioniert das auch, allerdings zeigt sich
> ein Problem: alle paar Minuten hängt das System für ein paar Sekunden,

Du hast ein Problem mit dem Root-Filesystem.

> "top" zeigt auf dem Raspberry Pi keine Auffälligkeiten, iotop zeigt
> jedoch immer wieder Prozesse, die kurz in der Liste auftauchen und einen
> IO-Prozentwert von 99,99% haben, aber gleichzeitig 0 B/s Lese- und
> Schreibleistung.

Also hängt der I/O Zugriff bis zu einem Timeout.

> Irgendetwas scheint also beim Zugriff auf die SSD zu haken.

Yep.

> Mir ist schon klar, dass ein Pi nur einen einzigen USB-2.0-Controller
> hat, an dem AFAIK sogar noch der Ethernet-Controller hängt. Aber
> *derart* hakelig kann das doch eigentlich nicht sein.

Nein, sicher nicht. Da gibt es offenkundig Timeouts.

> Lange Rede, kurzer Sinn: Wo könnte das Problem genau liegen und wie kann
> ich es abstellen? Beziehungsweise: Wie kann ich das Problem zumindest
> weiter eingrenzen?

Stromversorgung hatten wir ja schon. Die SSDs ziehen manchmal ganz
schöne Spitzen, wenn sie intern Erase-Blocks löschen.


Marcel

Wilhelm C. Schütze

unread,
Jun 12, 2017, 7:44:56 AM6/12/17
to
Das hier

https://www.golem.de/news/linux-muldrop-14-cryptomining-malware-befaellt-ungeschuetzte-raspberry-pi-1706-128321.html

ist es wohl nicht. Aber man sollte die Info im Hinterkopf behalten.

Sebastian Suchanek

unread,
Jun 12, 2017, 11:12:32 AM6/12/17
to
Am 12.06.2017 um 13:43 schrieb Wilhelm C. Schütze:
> Das hier
>
> https://www.golem.de/news/linux-muldrop-14-cryptomining-malware-befaellt-ungeschuetzte-raspberry-pi-1706-128321.html
>
> ist es wohl nicht.

Ja, das kann ich einigermaßen sicher ausschließen: Die
Standardpasswörter sind geändert, der Pi ist nur im LAN (und nicht vom
Internet aus) erreichbar und top etc. zeigen keinerlei diesbezüglichen
Auffälligkeiten.


Tschüs,

Sebastian

PS: F'up2 dcoulm

Manuel Reimer

unread,
Jun 17, 2017, 4:59:25 AM6/17/17
to
On 06/11/2017 05:55 PM, Sebastian Suchanek wrote:
> Lange Rede, kurzer Sinn: Wo könnte das Problem genau liegen und wie kann
> ich es abstellen? Beziehungsweise: Wie kann ich das Problem zumindest
> weiter eingrenzen?
> _____
> [1] Der Grund dafür ist, dass den gleichen Job zuvor ein Pi 1B erledigt
> hat, bei dem aber die SD-Karte den Schreibzugriffen nicht gewachsen
> war und daher ca. alle 6-12 Monate aufgab.

Um den einzigen USB-Anschluss zu entlasten wäre es in der Tat eine
mögliche Lösung das System auf der SD zu lassen und nur veränderliche
Daten auf die SSD auszulagern.

Der Trick ist, die SD readonly zu mounten. Ich habe einen Raspberry im
"Außeneinsatz", der mir Solar-Logdaten zusendet. Der läuft jetzt schon
über 2 Jahre rund um die Uhr ohne Ausfälle.

Gruß

Manuel

Marcel Mueller

unread,
Jun 17, 2017, 7:32:20 AM6/17/17
to
On 17.06.17 10.59, Manuel Reimer wrote:
> Der Trick ist, die SD readonly zu mounten. Ich habe einen Raspberry im
> "Außeneinsatz", der mir Solar-Logdaten zusendet. Der läuft jetzt schon
> über 2 Jahre rund um die Uhr ohne Ausfälle.

Meiner läuft ohne read-only Mount seit bestimmt 3 Jahren 24/7. Alles
außer Userdaten liegt ganz normal auf der SD.


Marcel

Sebastian Suchanek

unread,
Jun 24, 2017, 5:02:38 PM6/24/17
to
Leider hat's ein wenig gedauert, bis der Hub da war und bis ich zum
Einbau gekommen bin, daher antworte ich jetzt erst. Fürs Erste habe ich
den Hub "normal" eingebaut, d.h., der RasPi hängt nach wie vor am o.g.
Netzteil, der Hub wird vom mitgelieferten Netzteil versorgt; am Hub
hängt USB-seitig nur die SSD, die Wetterstation ist (noch) direkt am
RasPi angeschlossen.

Leider hat der zwischengeschaltete Hub das Problem *nicht* gelöst, ich
bin mir nicht mal sicher, ob es zumindest besser geworden ist. :-(

Hat jemand noch weitere Ideen?


Tschüs,

Sebastian

Sebastian Suchanek

unread,
Sep 3, 2017, 1:32:51 PM9/3/17
to
Sebastian Suchanek macht die Ingrid:

> [...]
> allerdings zeigt sich
> ein Problem: alle paar Minuten hängt das System für ein paar Sekunden,
> d.h. z.B. die Shell in einer SSH-Sitzung reagiert überhaupt nicht mehr.
> Während das bei einer SSH-Sitzung nur lästig ist (brauche ich nur eher
> selten), wird das beim o.g. Bind indiskutabel, weil dann z.B. auch
> jegliche Netznutzung von meinem Laptop aus hängt (weil der auf eine
> DNS-Auskunft vom Bind wartet). :-(
> [...]
> Irgendetwas scheint also beim Zugriff auf die SSD zu haken.
> [...]
> Lange Rede, kurzer Sinn: Wo könnte das Problem genau liegen und wie kann
> ich es abstellen? Beziehungsweise: Wie kann ich das Problem zumindest
> weiter eingrenzen?

Inzwischen habe ich das Problem - erschreckend trivial - gelöst.
In Kurzfassung: Die SSD taugte offensichtlich nichts.
In Langfassung: https://hirnfasching.de/2017/09/03/ssds-am-raspberry-pi/


Tschüs,

Sebastian

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